Im September startet der 5. Batch von ACTIVATR – einem Programm zur Gründung von Corporate Startups, bei welchem Startup-Pioniere und Mitarbeiter der Corporates in interdisziplinären Teams über drei Monate hinweg zusammenarbeiten.  Wir haben uns mit Stefan Karl von Pioniergeist unterhalten, um einmal mehr darüber zu erfahren….

 

StaStu: Für alle die es nicht kennen: Was genau ist der ACTIVATR? Was habt ihr euch damit zum Ziel gesetzt?

Stefan: Der ACTIVATR ist ein Programm zur Gründung von Corporate Startups. Von unseren etablierten Partnerunternehmen definierte ‘Innovation Challenges‘ dienen im ACTIVATR als Ideenbasis, die im Laufe des Programms in innovative Geschäftsmodelle übersetzt werden. Dabei arbeiten Startup-Pioniere und Mitarbeiter dieser Unternehmen in interdisziplinären Teams zusammen und werden über drei Monate in allen Belangen unterstützt.

Neben ausgründungsreifen Startups steht ganz klar der Lerneffekt aller Teilnehmer und das vermitteln einer Startup-Kultur im Vordergrund.

Im September startet die mittlerweile 5. Runde des ACTIVATR

StaStu: Das Programm gibt es mittlerweile seit 3 Jahren. Wie kam es zu der Idee?

Stefan: Auf der einen Seite stand der Wunsch der etablierten Unternehmen, Startup-Themen mitzugestalten und ihre Schwierigkeit, passende Startups für Beteiligungen oder Kooperationen zu finden. Auf der anderen Seite die Herausforderung für Startups, mit einer innovativen Idee, aber ohne Zugang zu Ressourcen und Netzwerk Fuß zu fassen. Aus dieser Erkenntnis heraus entwickelten wir  mit einigen Partnerunternehmen den ersten ACTIVATR, der die Corporate- und Startup-Welt für beide Seiten gewinnbringend zusammenbringt und dabei Startup als universelles Lösungsprinzip einsetzt.

 

StaStu: Das nächste Programm steht bereits in den Startlöchern. Wer kann sich bei euch bewerben? Jeder?

Stefan: Für unseren mittlerweile fünften Batch, der im September starten soll, suchen wir ab sofort wieder Menschen mit Startup-Mentalität, die die Welt verändern möchten. Im besten Fall besitzen sie Gründungs- oder Startup-Erfahrung und können sich vorstellen auch langfristig echte unternehmerische Verantwortung zu übernehmen.

StaStu: Gibt es ein Auswahlverfahren?

Stefan: Nach der Anmeldung auf www.activatr.xyz möchten wir die Startup-Pioniere zunächst persönlich kennen lernen. Gibt es ein Match zwischen uns, laden wir die Pioniere zu unserem Eröffnungs-Format, dem JUMPSTARTR am 06./07. September, ein. Bei diesem 2-tägigen Geschäftsmodell-Hackathon lernen sich alle am Programm beteiligten Akteure besser kennen. Teams werden zusammengestellt und es wird gemeinsam entscheiden, wer am weiteren ACTIVATR-Programm teilnehmen kann.

 

StaStu: Was sind die Benefits eines Startups bei euch mitzumachen?

Stefan: Wir suchen nicht direkt fertige Startups, sondern motivierte Startup-Pioniere, die die Gelegenheit bekommen wollen, ein Corporate Startup mitzugründen. Im ACTIVATR wird ein intensives Programm geboten. Erfahrene Mentoren und themenspezifischen Experten geben wertvollen Input. Die persönliche Lernkurve unserer Teilnehmer ist deshalb erfahrungsgemäß sehr steil. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Corporates stehen außerdem Ressourcen eines etablierten Unternehmens zur Verfügung und ein potentieller Finanzierungspartner zur Seite.

 

StaStu: Wie sieht es auf der Seite der Corporates aus? Gibt es da eine thematische Eingrenzung oder kann jedes interessierte Unternehmen sich bei euch melden?

Stefan: Grundsätzlich ist der ACTIVATR offen für sämtliche Unternehmen, was auch die Bandbreite an bisherigen Kooperationsunternehmen von Automobilzulieferer, über Bank bis Energieversorger unterstreicht. Künftige Batches werden sich aber verstärkt auf einzelne Branchen wie Fintech oder Mobilität oder Technologien wie Künstliche Intelligenz oder Blockchain fokussieren.

 

StaStu: Könnt ihr uns ein oder zwei Erfolgsgeschichten aus den vergangenen Runden nennen?

Stefan: Wir sind stolz auf alle innovativen Geschäftsideen und Startups, die sich aus den vergangenen vier ACTIVATR Batches entwickelt haben. Allein dieses Jahr durften wir schon zwei ACTIVATR Ausgründungen feiern, an denen wir uns neben den Corporate Partnern und teilweise auch Drittinvestoren mit beteiligt haben: Im April die Vialytics GmbH, die sich mit Hilfe von künstlicher Intelligenz der Instandhaltung von Straßen annimmt und gerade aktuell die Xavin GmbH – eine Crowdfunding-Plattform, die Vereine bei der Finanzierung von tollen Projekten unterstützt.

 

Danke Stefan für das Interview und den Einblick in euer Programm!

 

Stefan Karl arbeitet ist seit Anfang 2018 als Community Manager bei Pioniergeist tätig.Er studiert Internationale Ökonomie an der Eberhard-Karls Universität in Tübingen und arbeitet nebenher viel an eigenen Projekten in der Gastronomie, der Musik- und Videoproduktion sowie als Moderator.

 

 

Gründergrillen #66 mit CODE_n im Restaurant SW34 am 17.07.2018!

CODE_n Gründergrillen #66

Vielen Dank an die tollen Pitches von:

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Euer Startup Stuttgart Team

Startup Garage?! Klingt zuerst einmal nach „tüfteln“, „schrauben“ und „machen“, vor allem aber nach „ausprobieren“. Und genau das soll es sein! Seit mittlerweile drei Jahren bieten Prof. Dr. Andreas Kuckertz und sein Team aus Mitarbeitern und Mentoren den Studierenden in Hohenheim ein Raum, um Gründen schmackhaft und erlebbar zu machen. Wie das Konzept im Genauen aussieht, wo man sich den Outcome einmal anschauen kann und welche Erfolgsbeispiele es gibt hat uns Andreas Kuckertz im Interview erzählt…

 

StaStu: Hallo Herr Kuckertz, vielen Dank für das Interview! Fangen wir direkt an: Was genau ist die Startup Garage Hohenheim? Was ist das Konzept dahinter?

Andreas Kuckertz: Mit der Startup Garage haben wir an der Uni Hohenheim ein praxis‐ und vor allem handlungsorientiertes Lehr‐ und Lernformat meines Lehrstuhls. Dabei ist die grundsätzliche Idee: Die Startup Garage Hohenheim macht Unternehmertum in einem geschützten Raum für besonders motivierte Studierende aller Fakultäten möglichst realistisch erlebbar.

Die Startup Garage Hohenheim – voll besucht bei den finalen Pitches 2017/2018
(Foto: Felix Pilz)

StaStu: 2015 wurde das erste Pilotprojekt durchgeführt. Wie kam es zu der Idee?

Andreas Kuckertz: Wir haben damals viel mit Gründerinnen und Gründern der Uni gesprochen – was wir jetzt natürlich auch noch tun. Und dabei wurde schnell deutlich, dass gerade ein praxisorientiertes Lehrformat fehlte, das bei der Weiterentwicklung von Ideen unterstützt. Wir haben uns im Lehrstuhlteam zusammengesetzt und überlegt, wie genau ein solches Format aussehen könnte. Und dann ganz schnell den ersten Piloten der Startup Garage Hohenheim ausgerollt. Mein Mitarbeiter Martin Allmendinger hat das damals stark nach vorne getrieben.

 

StaStu:Was hat es eigentlich mit dem Namen auf sich? Handelt es sich tatsächlich um eine Garage?

Andreas Kuckertz: Da muss man ehrlich sein: Erst einmal ist das natürlich nur ein Bild. Und für Hohenheim sollte es angesichts unserer Stärke in Agrar und Food wohl auch eher ein Gewächshaus sein – was eigentlich auch ganz gut zu Startups passen könnte. Aber die Garage wird ja gemeinhin mit Hackern, Tüftlern und Machern assoziiert und das wollen wir auch deutlich machen. Das Programm ist unsere Spielwiese für die Entwicklung unternehmerischer Ideen. Im Vergleich zum „Hörsaal“ impliziert die „Garage“ eine Fehler- und Experimentierkultur, die die Studierenden ermuntert, Dinge einfach mal zu machen. Wir nehmen diese Idee der Garage auf und verwandeln auch einen traditionellen Hörsaal schnell in ein Zentrum der Experimentierfreude und Kreativität.

„Einen Raum bieten um Gründen erlebbar zu machen“ – das ist das Ziel der Startup Garage Hohenheim (Foto: Felix Pilz)

StaStu: Auf der Homepage gibt es die Möglichkeit sich zu registrieren. Ist jeder eingeladen mit seiner Idee zur Startup Garage Hohenheim zu kommen? Gibt es Auswahlkriterien, welche man erfüllen muss?

Andreas Kuckertz: Das gilt für alle Hohenheimer Studierenden aller Fakultäten, ganz unabhängig davon, was sie genau studieren und wie weit sie fortgeschritten sind. Das ist gerade das Tolle. Wenn ein Team beispielsweise aus Doktoranden der Naturwissenschaften, Bachelorstudierenden der Kommunikationswissenschaften und Masterstudierenden der Agrar- und Wirtschaftswissenschaften besteht, dann werden auf einmal ganz ungewohnte Dinge möglich. Gerade an den Schnittstellen der Disziplinen entstehen spannende Lösungen für drängende gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Herausforderungen. Die einzige Voraussetzung, die die Studierenden zur Startup Garage Hohenheim mitbringen sollten, ist eine extrem hohe intrinsische Motivation – wer so ein Programm nur für Creditpoints durchlaufen würde, ist dort ganz sicher nicht richtig.

Finale der Startup Garage WS 2017/2018 (Foto: Felix Pilz)

StaStu: Gibt es eine Erfolgsstory der Startup Garage, die Sie uns erzählen können? Ein Startup, welches danach wirklich gegründet hat?

Andreas Kuckertz: Klar. Da gibt es inzwischen einige. Ich denke beispielsweise an Visioverdis, Oya und HRM Business Solutions. Aber wir wollen ja nicht nur Unternehmen ermöglichen, sondern noch ein Stück weit früher andocken und unternehmerische Charaktere unterstützen. Dann kann für mich eine Erfolgsgeschichte auch so aussehen wie die von Ann-Sophie Claus. Sie hat in der Startup Garage Hohenheim 2016 erstmals an einer Startup-Idee gearbeitet, diese schnell wieder verworfen und dann praktische Erfahrung in einem Startup gesammelt. Als nächstes hat sie zusammen mit Sinja Stadelmaier „The Female Company“ gestartet und damit 2017 das Startup Weekend Stuttgart sowie das Hubert Burda Bootcamp 2018 gewonnen. Und auch auf der NOAH-Konferenz in Berlin präsentiert. Darum geht’s. Wir wollen mit der Startup Garage Hohenheim Studierende zu unternehmerischen Persönlichkeiten ausbilden und sind erfolgreich, wenn uns das gelingt.

 

StaStu: Die derzeitige Runde ist beinahe abgeschlossen – am 10.07 sind die finalen Pitches. Kann man sich bereits wieder für eine neue Runde bewerben?

Andreas Kuckertz: Die finalen Pitches am 10. Juli sind öffentlich und finden ab 18 Uhr in der TMS der Universität Hohenheim statt – da freuen wir uns natürlich über Besucher. Und ja, Anmeldungen für die nächste Runde der Startup Garage Hohenheim im nächsten Wintersemester sind jetzt über die Homepage möglich.

 

StaStu: Es gibt in der Region bereits einige Spaces, Programme und Acceleratoren. Was macht die Startup Garage Hohenheim anders/ einzigartig?

Andreas Kuckertz: Hohenheim ist eine ganz besondere Universität und das prägt dann auch die Ideen, die dort entwickelt werden. Genauso wie Gründungsprojekte aus der Hochschule der Medien oder der Uni Stuttgart stark von ihren jeweiligen Hochschulen geprägt werden. Insofern hat das alles seine Berechtigung – mit der Startup Garage stehen wir nicht in Konkurrenz zu diesen Angeboten, sondern bieten unseren Studierenden einfach einen guten Weg ins lokale Ökosystem hinein. Besonders ist sicherlich auch unser Fokus auf Initiative. Mit Leif Brändle haben wir gerade einen der wenigen deutschen zertifizierten Personal Initiative Trainer – da wird am Ende nicht über Innovation geredet, sondern wirklich Innovation gemacht.

Prof. Dr. Andreas Kuckertz leitet das Fachgebiet Unternehmensgründungen und Unternehmertum (Entrepreneurship) an der Universität Hohenheim (Foto: Felix Pilz)

 

StaStu: Zum Abschluss: Was suchen Sie gerade? Neue Teilnehmer? Coaches? Ideen?

Andreas Kuckertz: Ich habe ja schon gesagt, die Startup Garage soll auch ein erster Schritt Richtung Stuttgarter Ökosystem sein und Studierenden den Weg über die Uni hinausweisen. Deshalb haben wir auch jede Menge Mentoren … von denen können wir gar nicht genug haben. Wir sind dankbar für jeden, der sich engagieren will und seine Erfahrungen einbringen mag. Wir kommen auch gerne aus der Uni heraus zu den unterschiedlichsten Startup-Veranstaltungen. Das könnten tolle Erfahrungen für Studierende sein.

 

Vielen Dank Andreas Kuckertz für den tollen Einblick in die Startup Garage Hohenheim.

Wer sich den Outcome einer solchen Phase gerne einmal persönlich anschauen möchte hat bald die Chance dazu: am Dienstag, den 10.07 17.00 – 20.00 Uhr werden die finalen Versionen der aktuellen Runde der Öffentlichkeit präsentiert. Keine Panik! Alle Fußball Fans kommen natürlich auch auf ihre Kosten – im Anschluss an die Veranstaltungen wird das Halbfinale der Fußball WM übertragen.

Mehr Infos findet ihr auf Startup Garage Hohenheim.