Beinahe 9 Jahre ist es nun her, dass Harald Amelung die Initiative ergriffen und Coworking 0711, den ersten Coworking Space in Stuttgart, eröffnet hat. Auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis können Gründer die Arbeitsplätze und Infrastruktur die Coworking 0711 bietet nutzen – und das Konzept ist gefragt: Seit Januar 2017 gibt es einen weiteren Standort in Stuttgart, einer  in Esslingen ist in Planung. wir haben uns mit Harald unterhalten, über seine Pläne, die Bedingungen und seine Motivation hinter allem.

 

StaStu: Hallo Harald, danke für deine Zeit und das Interview, kannst du uns zu Beginn erst einmal erzählen wer du bist und was du machst?

Harald: Ich bin Gründer von Coworking0711, dem ersten Coworking Space in Stuttgart. Als freier Web-Entwickler wollte ich nicht mehr alleine im Home-Office arbeiten und weil es in Stuttgart noch keinen Coworking Space gab, habe ich die Initiative zur Gründung ergriffen. Das ist nun fast 9 Jahre her. Im Jahr 2010 startete Coworking0711 offiziell. Inzwischen sind wir seit fast sechs Jahren in Stuttgart-West in der Gutenbergstraße. Hier gibt es 350qm Platz, es gibt Meeting-Räume, feste und flexible Schreibtische, Einzel- und Gruppentische sowie kleine Büros.
Seit Januar 2017 ist ein weiterer Standort in Herrenberg, ca. 30km südwestlich von Stuttgart hinzugekommen. Der nächste Standort wird zur Zeit zusammen mit der Firmengruppe Metzger + Co. in Esslingen geplant und soll demnächst eröffnen.

Harald Amelung Gründer von Coworking 0711

StaStu: Was ist die Idee hinter Coworking und was kostet es?

Harald: Im Coworking Space arbeiten Selbstständige, Freiberufler, Kreative, Wissensarbeiter und Unternehmensgründer unabhängig voneinander zusammen. Auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis werden Arbeitsplatz und die Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Das Konzept geht aber über die Vermietung von Arbeitsplätzen hinaus.
Beim Coworking geht es um zwischenmenschlichen Austausch, um Gemeinschaften, die Werte und auch Güter teilen, um Offenheit, Kollaboration, Gründer- und Startup-Kultur. Coworking Spaces stehen für neue Modelle und Erwartungen geschäftlicher und gesellschaftlicher Gemeinschaft. Die Einflüsse reichen weit über die Grenzen des Coworking Space hinaus und erreichen Stadtteile, verschiedenste Gesellschaftsschichten und Zielgruppen. Weltweit betrachten öffentliche Institutionen als auch Unternehmen Coworking als Inspirationsquelle für neue Modelle von Arbeit und Kollaboration.

Eine Mitgliedschaft bei Coworking0711 ist schon ab 30 EUR pro Monat möglich. Ein fester Arbeitsplatz für einen ganzen Monat kostet 270 EUR. Ohne Mitgliedschaft kann man für 19 EUR ein Tagesticket nutzen.

 

StaStu: Für wen ist es das Richtige oder wichtiger, gibt es Leute, denen du es nicht empfehlen würdest?

Harald: In unseren Spaces gibt es eine gute Mischung vieler verschiedener Berufe. Viele ITler sind dabei, aber auch Journalisten, Texter, Autoren, Übersetzer, Ingenieure, Trainer,  Grafikdesigner. Wir sind grundsätzlich offen für jeden, der sich hier wohlfühlt und hier seine richtige Arbeitsumgebung findet. Eine Einschränkung müssen wir höchstens bei Tätigkeiten machen, wo viel telefoniert werden muss oder wo besondere Anforderungen an Diskretion und Vertraulichkeit gestellt werden.

Coworking-Space Stuttgart

StaStu: Wie lange bleibt jemand in deinen Räumlichkeiten, ist das meistens eine “Übergangslösung”?

Harald: Manche Mitglieder bleiben nur für ein paar Monate. Andere sind seit Beginn an dabei. Bei uns ist immer Bewegung. Und das ist auch gut so. Neue Leute bringen neue Impulse. Für manche ist Coworking eine Übergangslösung, für andere ist es genau die Arbeitsumgebung nach der sie gesucht und die sie gefunden haben.

 

StaStu: Warum nach Stuttgart jetzt Herrenberg und Esslingen. Sind noch weitere Locations geplant?

Harald: Das hat sich zufällig ergeben. Eine Initiative aus der Stadt ist auf mich zugekommen und hat vorgeschlagen, in ihren Räumen einen Coworking Space zu eröffnen. Bei der Stadt stieß das auf offene Ohren und via einer Crowdfunding-Kampagne wurde bereits im Vorfeld der Eröffnung eine Anschubfinanzierung ermöglicht. Mich persönlich hat es gereizt auszuprobieren, ob Coworking auch in der Kleinstadt möglich ist. Und nach jetzt etwas mehr als einem Jahr kann ich ein positives Fazit ziehen. Es hat sich gut entwickelt und wir haben auch in Herrenberg eine
feine Community.

In Esslingen planen wir gemeinsam mit der Firmengruppe Metzger + Co. in deren altem Hauptsitz die Eröffnung eines Coworking Space, um die lokale Gründer und Startup-Szene, die doch etwas im Schatten der Landeshauptstadt steht, zu fördern und zu entwickeln.

Grundsätzlich halte ich Coworking Spaces aber auch für ein Instrument, was auch für Angestellte eine interessante Alternative zum Home Office und zum nervigen Berufs-Pendeln darstellt. Statt statt durch die halbe Stadt oder aus dem Umland in die Stadt hinein zu pendeln, kann man stattdessen in den nächsten Coworking Space gehen, der idealerweise nur ein paar Minuten mit dem Rad von der Wohnung entfernt liegt. Dort gibt es dann Möglichkeiten zur Vernetzung, kreativen und andersartigen Input, der die eigene Arbeit positiv beeinflussen kann. Daher bin ich durchaus offen für weitere Standorte hier in der Region Stuttgart.

StaStu: Gibt es einen Benefit für Startup Stuttgart Mitglieder? :)

Harald: Mitgliedern des Startup Stuttgart e.V. gewähren wir 10% Rabatt auf alle Tarife von Coworking0711.

 

StaStu: Du bist ja auch schon seit einigen Jahren im lokalen Startup Umfeld unterwegs. Nimmst du Veränderungen im letzten Jahr war?

Harald: Ja, ich bin ja Mitgründer der Initiative Startup Stuttgart und des Vereins. Wir sind damals angetreten, weil wir den Interessen und Wünschen der Startup Szene mehr Gehör verschaffen wollten. Und ich glaube das ist gelungen. Inzwischen wird die Stuttgarter Szene deutlich besser wahrgenommen und hat sich professionalisiert. Die Politik hat sich das Thema Startup- und Gründungsförderung auf die Fahnen geschrieben und auch die etablierte Wirtschaft sucht immer mehr den Austausch und die Zusammenarbeit mit jungen Unternehmen. Aber jetzt gibt es keinen Grund sich auszuruhen, sondern gemeinsam sollten alle daran weiterarbeiten, dass sich eine solide Gründerkultur hier in der Region entwickelt.

 

Vielen Dank Harald für den Einblick in Coworking 0711 !

Jeder der sich angesprochen fühlt – sei es weil er sich im Home Office ebenfalls einsam fühlt, oder man noch Räumlichkeiten für das Startup sucht – schaut doch mal bei Coworking 0711 vorbei :)

Am 08.10 ist es soweit, CODE_n veranstaltet in Stuttgart erstmals das new.New Festival. Auch wenn der Termin noch eine Weile hin ist, laufen die Vorbereitungen des 3-tägigen Events bereits auf Hochtouren. In diesem Jahr steht alles im Zeichen der künstlichen Intelligenz – technologische Intelligenz für u.a. Mensch und Industrie. Wir haben uns mit Moritz Gräter, Geschäftsführer von CODE-N, unterhalten um mehr über die Veranstaltung zu erfahren und erste Insights für euch zu entlocken. War ihr erwarten könnt, was noch gesucht wird und warum dieses Event sich von anderen unterscheidet erfahrt ihr in unserem Interview.

 

StaStu: Dieses Jahr veranstaltet CODE_n vom 08.10 – 10.10 in Stuttgart das new.New Festival. Könnt ihr uns ein bisschen darüber erzählen, was das new.New Festival ist? Was habt ihr euch damit zum Ziel gesetzt?

Moritz: Das new.New Festival bringt all diejenigen zusammen, die sich maßgeblich für Technologie und Entrepreneurship begeistern. Mit dem Festival wollen wir die Chancen der digitalen Transformation nicht nur greifbar machen, sondern laden ein, die DNA digitaler Innovation zu erkunden.
Unser Ziel ist es, eine unkonventionelle Kommunikationsplattform zu bieten, auf der sich digitale Pioniere begegnen und so den nächsten gemeinsamen Schritt in der Gestaltung neuer, zukunftsweisender Geschäftsmodelle zu machen.

 

StaStu: Was hat es eigentlich mit dem Namen „new.New Festival“ auf sich?

Moritz: Der Name des Festivals ist angelehnt an das Buch „The new New“, in dem der CODE_n Initiator Ulrich Dietz der eigentlichen Entstehung von Innovation auf den Grund geht. Er sprach dafür mit vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten, die mit ihrem neuen Denken Maßstäbe gesetzt haben. Genau das ist unser Anspruch: Das neue Neue – und die nachhaltige Förderung von Innovation!

 

StaStu: 2016 fand das erste new.New Festival in Karlsruhe statt. Wie wird sich das Event in Stuttgart von dem in Karlsruhe unterscheiden?

Moritz: Das new.New Festival 2016 war für uns die Weiterentwicklung unseres Leuchtturmevents, das zuvor vier Jahre auf der CeBIT stattfand. CODE_n steht ja für „Code of the new“, was wir auch immer in unsere Formate einfließen lassen. Mit jeder neuen Auflage des Festivals greifen wir natürlich auf unsere Best Practices zurück, erfinden uns aber gleichermaßen immer ein Stückchen neu.
Unterstützt wird dieser Ansatz insbesondere auch durch das jährlich wechselnde Thema und die sich daraus ergebenen Einflüsse und Anforderungen, um tief hinter die Fassade von Buzzwords schauen zu können. 2018 steht alles im Zeichen der künstlichen Intelligenz – technologische Intelligenz für u.a. Mensch und Industrie.

 

StaStu: Werdet ihr das nächste Mal wieder nach Karlsruhe gehen oder nun dauerhaft in Stuttgart bleiben?

Moritz: Ebenso wie das Festivalkonzept bewerten wir die Standortfrage in jedem Jahr für uns neu. Für uns ist es wichtig zu betonen, dass wir uns nicht gegen eine Stadt oder Region entscheiden, sondern in dem jeweiligen Jahr FÜR einen bestimmten Veranstaltungsort. Der thematische Fit in diesem Jahr ist mit Stuttgart, als Landeshauptstadt, perfekt – ebenso wie Karlsruhe der perfekte Partner für das Festival 2016 war.

 

StaStu: Wen möchtet ihr damit gerne erreichen? Wer ist eure Zielgruppe?

Moritz: Grundsätzlich adressieren wir alle Technologie begeisterten Menschen, die zudem die Mentalität von Entrepreneuren in sich tragen. Die digitale Transformation macht nicht bei bestimmten Positionen halt. Deshalb gehören zu unserer Zielgruppe Innovationstreiber etablierter Unternehmen, ambitionierte Startups, Medien und Investoren – ebenso wie auch Studenten, potenzielle Gründer oder Mitarbeiter von morgen.

Unsere Übersichtsgrafik gibt noch etwas mehr Einblick, welche Bereiche aus der Wirtschaft, Wissenschaft oder auch innerhalb eines Unternehmens von einer Teilnahme am Festival profitieren kann.

Zielgruppe des new.New Festivals 2018

StaStu: Könnt ihr uns bereits ein Highlight der Veranstaltung verraten?

Moritz: Spätestens den 9. Oktober 2018 sollte sich jeder fest im Kalender eintragen. Wie in jedem Jahr küren wir während der Award Show den Gewinner des diesjährigen CODE_n CONTEST. Alle Teilnehmer geballt an einem Ort – optimale Bedingungen, um zu netzwerken und zu feiern. Weitere Highlights werden wir nach und nach veröffentlichen. Unser Team arbeitet fleißig an einem spannenden Programm und einigen Überraschungen. Schaut regelmäßig auf unserer Website  vorbei, meldet euch für den Newsletter an oder folgt uns.

 

StaStu: 2016 fand das new.New Festival in Karlsruhe statt – unter anderem mit 52 ausgewählten Startups. Wird das in 2018 wieder der Fall sein? Falls ja – Nach welchen Kriterien wählt ihr eure Startups aus? Wie kann man sich bewerben? 

Moritz: In diesem Jahr suchen wir international die 50 bahnbrechendsten Geschäftsmodelle in folgenden Themenbereichen:
– Machine Intelligence: z.B. Deep Learning, Machine Learning, NLP, Neuronale Netze, Robotics…
– Beyond Reality: neue Geschäftsmodelle in den Bereichen Augmented, Virtual und Mixed Reality sowie Digital Twin
– Cryptographic Trust: all die Startups, die eben dieses Vertrauen ermöglichen: z.B. Blockchain/ Distributed Ledger, Cyber Security u.v.m.

Bewerbungsschluss ist der 13. Mai 2018. Nur noch einen Monat!
Ausführliche Informationen zum CONTEST und der Registrierungsmöglichkeit könnt ihr ebenfalls auf unserer Homepage finden.

 

StaStu: Teil der Veranstaltung wird die der CODE_n CONTEST sein – was ist das? Wer kann mitmachen? Und was kann man gewinnen?

Moritz: Mit dem CODE_n CONTEST suchen wir zum jeweiligen Festival-Thema weltweit nach den spannendsten Geschäftsmodellen im Bereich zukunftsgestaltender Technologien.
Als Gewinn winkt nicht nur die Aussicht auf einen der begehrten CODE_n Awards, sondern auch die prominente Einbindung über die 3 Tage des Festivals. Neben dem kostenfreien Stand binden wir unsere Finalisten auch in das weitreichende Programm ein. Aber auch nach dem Festival ist nicht Schluss. Einmal Finalist bedeutet, für immer Alumnus. Auch nach dem Festival stehen wir unserer „CODE_n Family“ zur Seite und schaffen Raum für weitere gemeinsame Aktivitäten oder Kommunikation.

Teilnahmebedingung ist die Technologiebasis des Geschäftsmodells sowie das Alter des Unternehmens: Die Gründung muss in oder nach 2013 erfolgt sein.

CODE_n CONTEST sucht weltweit nach den spannendsten Geschäftsmodellen im Bereich zukunftsgestaltender Technologien

StaStu: Zur Zeit gibt es viele Veranstaltungen in der Startup Szene, was unterscheidet euer Event von anderen? 

Moritz: Der entscheidende Unterschied ist, dass das new.New Festival kein Startup-Event ist. Unser Event ist, wie unsere Zielgruppe zeigt, eine Veranstaltung für digitale Pioniere, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Entstehung neuer, nachhaltiger Geschäftsmodelle zu fördern und zu beschleunigen. Dazu gehören junge Unternehmen ebenso wie auch etablierte Unternehmen, Mittelstand wie Global Brand, Wissenschaft wie Politik und viele Inspirationsgeber, Wegbereiter und Querdenker. Ein Innovationsevent zum Mitmachen also.

 

StaStu: Wann würdet ihr die Veranstaltung als Erfolg verzeichnen?

Moritz: Eines der Feedbacks in 2016 lautete, dass wir die richtigen Themen und Speaker auf die Bühnen gebracht haben. Die Qualität von Inhalt und Austauschformaten war so hochwertig, dass genau die richtigen Teilnehmer vor Ort waren, mit denen man sich in Ruhe und Tiefe vernetzen konnte.

Ein anderes Feedback haben wir in der Besetzung der “Stände“ erhalten: Auf welcher anderen Veranstaltung dieser Größenordnung trifft man die Bereichs- oder Geschäftsleitung direkt  und eben nicht nur Hostessen?
Das ist für uns ein wahnsinnig großes Kompliment und zeigt, dass die Bemühungen in die richtige Richtung gehen. Eben das ist eines unser Ziele. Die richtigen Menschen zusammenbringen und so Neues entstehen zu lassen.
Noch immer erreichen uns Nachrichten – 1,5 Jahre nach der letzten Veranstaltung – welche neuen Kooperationen oder Investitionen sich zwischen den Startup-Finalisten und Corporate-Partnern  oder Besuchern ergeben. Das soll so bleiben und wir tun unser Bestes, noch besser zu werden.

 

StaStu: Sucht ihr noch etwas aus der Szene? Startups, Unterstützer, Redner?

Moritz: Wir freuen uns immer über motivierte Mitstreiter und die Erweiterung unserer Community.
Liebe Stuttgarter, ihr seid herzlich eingeladen, euch als Startup, Volunteer oder Speaker zu bewerben, als Multiplikator zu fungieren oder euch tatkräftig als Partner einzubringen. Das Ökosystem Stuttgart ist toll vernetzt – lasst uns das gemeinsam präsentieren.

 

Vielen Dank Moritz für deine Zeit und deine Antworten  – wir drücken euch für Oktober die Daumen!

Für alle anderen gilt: tragt euch den Termin in die Kalender ein :)

Als Geschäftsführer von CODE_n steht Moritz Gräter mit seinem Team als Beschleuniger für wegweisende Geschäftsmodelle. CODE_n ist ein branchenübergreifender Innovations-Hub für digitale Pioniere, Vordenker und Innovatoren, dessen Ziel es ist, die Entstehung neuer Business Cases nachhaltig zu fördern. Startups und etablierten Unternehmen werden auf verschiedensten Wegen in den Dialog gebracht und regen so in diesem Kraftfeld Innovationen an. CODE_n steht für „Code of the New“, die DNA der Innovation. Das Ziel: Mit neuem Denken und mutigen Ideen gemeinsam den digitalen Fortschritt voranzutreiben.

Moritz Gräter – Geschäftsführer von CODE_n

Stell dir vor du hast drei Minuten Zeit – also ziemlich genau die Dauer einer Aufzugsfahrt – um dein Startup / deine Idee vor einer Jury und Publikum vorzustellen und das ohne digitale Präsentationsmedien. Das ist die Idee beim Startup BW Elevator Pitch, der sich zum Ziel gesetzt hat Gründern eine Bühne für ihre Ideen zu bieten und das regionale Ökosystem weiter auszubauen. Wir wollten mehr wissen – über die Veranstaltung, den Ablauf, die Motivation dahinter und haben uns darüber mit der Wirtschaftsministerin Frau Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut unterhalten.

 

StaStu: Hallo Frau Ministerin Hoffmeister-Kraut, können Sie uns sagen, wie ein Elevator Pitch abläuft?

Wirtschaftsministerin: Bei 15 Vorentscheiden bieten wir in ganz Baden-Württemberg Gründerinnen, Gründern und Start-ups die Gelegenheit, sich mit ihren Produkten und ihren Dienstleistungen zu präsentieren. Dabei stehen immer zehn Teams auf der Bühne und jede Präsentation dauert exakt drei Minuten. Direkt im Anschluss an die Pitches der Teams stellt die Jury Fragen. Sie entscheidet auch über die Preisträger. Das Publikum wird auch nach seiner Meinung gefragt und wählt den Publikumsliebling. Die Gewinnerinnen und Gewinner der Elevator-Pitch-Vorentscheide treten dann im Landesfinale gegeneinander an. Das Finale findet am 21. Juni in der L-Bank in Stuttgart statt. Dort wird dann also das beste Gründungsteam des Jahres ausgezeichnet.

 

StaStu: Was war die Motivation den Elevator Pitch BW ins Leben zu rufen? Was ist die Zielsetzung?

Wirtschaftsministerin: Wir wollen den Gründergeist im Land weiter beleben. Das war und ist uns sehr wichtig, vor allem vor dem Hintergrund, dass immer weniger Menschen eine eigene Firma gründen. Mit dem Wettbewerb verfolgen wir mehrere Ziele: Wir wollen Gründerinnen und Gründern eine Bühne für ihre Ideen bieten. Die Geschäftsmodelle werden durch die Jury bewertet und „pitchen“ ist eine super Übung, seine Ideen zu präsentieren. Außerdem kann man bei unseren Elevator Pitches andere Gründerinnen, Gründer und Gründungsinteressierte kennen lernen und Kontakte im regionalen Start-up-Ökosystem knüpfen. Wir wollen außerdem die baden-württembergische Bevölkerung für Existenzgründung und Unternehmertum sensibilisieren. Tolle Ideen gibt es auch hier um die Ecke – nicht nur im Fernsehprogramm.

Landesfinale des Elevator Pitch 2016/2017 – Platz 2: Idana

StaStu: Was sind die Bedingungen um mitzumachen? Kann jedes Startup / jede Idee Pitchen?

Wirtschaftsministerin: Mitmachen dürfen volljährige Gründungswillige, die an einer Idee oder einem Projekt arbeiten und Teams in der Vorgründungsphase. Die Teilnahme am Wettbewerb ist bis maximal drei Jahre nach Start der Geschäftstätigkeit möglich. Außerdem muss der Standort des Unternehmens in Baden-Württemberg liegen oder die Gründung muss im Land angestrebt werden. Wer einmal auf der Bühne eine Idee präsentiert hat, darf mit dieser Idee nicht noch einmal teilnehmen. Im nächsten Jahr darf sich dieselbe Person gerne wieder mit einer neuen Idee bewerben. Thematisch ist der Elevator Pitch ganz offen. Nur unsere beiden Special Cups haben einen Fokus: Beim DEHOGA Cup geht es um Konzepte aus den Bereichen Gastronomie und Hotellerie und deren Zulieferindustrien. Der SOCIAL IMPACT Cup fokussiert auf Social Entrepreneurship.

 

StaStu: Was ist die Motivation für ein Startup bei einem Pitch mitzumachen?

WirtschaftsministerinDie Teams nehmen aus ganz unterschiedlicher Motivation am Wettbewerb teil. Teams in der frühen Phase wollen ihre Idee vor der Jury und dem Publikum testen und auf Basis der Fragen und des Feedbacks weiterentwickeln. Gründerinnen und Gründer, die schon mit ihren Produkten und Dienstleistungen am Markt sind, suchen nach Kunden, Kooperationspartnern, weiteren Teammitgliedern oder Investoren. Außerdem gibt es auch Preisgelder zu gewinnen, die die L-Bank sponsert. Auch die sind ein Anreiz beim Start-up BW Elevator Pitch an den Start zu gehen.

 

StaStu: Wo kann man sich die nächste Veranstaltung ansehen?

WirtschaftsministerinFünf regionale Vorentscheide liegen noch vor uns. Der nächste findet am 27. April beim Kongress „Stuttgart gründet“ statt. Der Wettbewerb macht aber auch noch Station in Pforzheim, Weingarten, Heilbronn und Karlsruhe. Ein Highlight wird das Landesfinale am 21. Juni in Stuttgart, wo alle Siegerteams der Vorentscheide gegeneinander antreten. Alle Termine stehen auf www.startupbw.de. Die Teams freuen sich auf zahlreiche Zuschauer und Unterstützer!

Wirtschaftsministerin Frau Hoffmeister-Kraut bei der Eröffnung des Elevator Pitch

StaStu: Von den Startups, die in den letzten Runden weit gekommen sind/ gewonnen haben – gibt es hier eine Erfolgsstory, die Sie uns erzählen können?

WirtschaftsministerinAus den letzten Elevator-Pitch-Runden können wir viele kleine und große Erfolgsgeschichten erzählen. Manche Teams haben durch den Pitch neue Mitarbeiter, Partner und hilfreiche Kontakte gewonnen. Andere haben darüber Kontakte zu Investoren geknüpft. Viele Teams haben nach der Teilnahme beim Wettbewerb ihre Ideen und Geschäftsmodelle mit Leidenschaft, Mut und Fleiß weiterentwickelt und dabei das Jury-Feedback einfließen lassen. Es wurden auch erfolgreich Crowdfunding-Kampagnen abgeschlossen, da denke ich an Idana Tomes GmbH oder Fridi unverpackt. Und es wurden weitere Preise bei anderen Gründerwettbewerben abgeräumt, zum Beispiel von Baupilot GmbH beim CyberOne 2017 oder VRehaGO beim Life´s a pitch-Award von Samsung.

 

StaStu: Gibt es nach den Pitches/ Veranstaltungen noch Support für die einzelnen Startups oder begrenzt sich die Unterstützung darauf eine Bühne zu bieten um die Bekanntschaft zu steigern?

WirtschaftsministerinDie Teams beim Elevator Pitch können nach der Veranstaltung auf mehreren Ebenen von der Teilnahme profitieren. Gespräche, die im Umfeld des Wettbewerbs geführt werden, bringen neue Kontakte und eine bessere Vernetzung. Über die Veranstaltungen und die vorgestellten Ideen wird regelmäßig in den lokalen Medien berichtet. Die Fotos und Videos, die unser Event-Team erstellt, dürfen die Teilnehmenden kostenlos für ihre eigenen Vermarktungs- und Kommunikationsaktivitäten nutzen. Einige Wochen nach den Veranstaltungen bekommen alle Teilnehmenden das zusammengefasste Jury-Feedback zur Verfügung gestellt. Das kann bei der weiteren Entwicklung der Idee unterstützen und eine wichtige Hilfestellung sein. Bei Bedarf vermitteln wir auch Kontakt zu den sechs Institutionen bzw. Netzwerken, die vom Land und ESF gefördert werden, um eine kostengünstige Gründungsberatung durch eine Expertin oder einen Experten anzubieten. Da nutze ich direkt die Gelegenheit und weise auf unsere Beratungsgutscheine für Gründungsinteressierte hin.

 

Vielen Dank Frau Ministerin Hoffmeister-Kraut für das Interview und Ihre Zeit.

Wer am 27.04 noch nichts vor hat ist mehr als willkommen, sich den Elevator Pitch beim Kongress “Stuttgart gründet” einmal selbst anzusehen.

Die Neuerungen der DS-GVO zum 25.05.2018 bereiten derzeit vielen Unternhemen nicht nur Kopfzerbrechen, sondern bringt auch einige Hausaufgaben mit sich. Hohe Bußgeldandrohungen und die Sorge vor einer neuen Abmahnwelle tun ihr Übriges. Wer personenbezogene Daten verarbeitet, ist daher gut beraten, sich mit den neuen Anforderungen der DS-GVO auseinanderzusetzen – natürlich auch Startups.

Da das Thema uns alle betrifft, wollen wir euch als Startup Stuttgart e.V. vor Ablauf der Deadline noch ein paar wichtige best practice Ansätze mitgeben. Wir freuen uns, dass wir hierzu Felix Buchmann gewinnen konnten. Felix ist Mitgründer des Startup Stuttgart e.V. und schon seit vielen Jahren ein treuer Begleiter der Startup-Szene im Neckar Valley. Er ist Fachanwalt für IT-Recht und zertifizierter Datenschutzbeauftragter. Das Datenschutzrecht und die Herausforderungen der DS-GVO kennt er aus erster Hand. Michaela Schächner hat sich Mit Felix getroffen und sich zum Thema DS-GVO aufschlauen lassen.

 

StaStu: Hallo Felix, was sind die wichtigsten Neuerungen, die die DS-GVO bringt.

Felix: Die DS-GVO regelt das Datenschutzrecht neu. Natürlich hört man viel von hohen Bußgeldern. Aber den Behörden geht es vor allem darum, das Bewusstsein für den Datenschutz zu schärfen. Dafür muss jedes Unternehmen die eigenen Prozesse überdenken – und handeln. Ohne eine neue Datenschutzerklärung, die Dokumentation der Verarbeitungsvorgänge im Unternehmen und neue Auftragsverarbeitungsverträge geht es nicht. Und wer mit größeren Unternehmen zusammenarbeitet, muss Datenschutzstandards einhalten, sonst wird das nichts mit einer weiteren Zusammenarbeit.

Unser Interview Partner: Felix Buchmann. Quelle: Michael M. Roth, MicialMedia

StaStu: Was kann das für ein Startup für Auswirkungen haben?

Felix: Nur wer sich um das Thema kümmert, wird künftig mit dem neuen Recht keine Schwierigkeiten haben. Und nicht nur Bußgelder und Abmahnungen drohen, es stehen auch die Geschäftsverbindungen auf dem Spiel; ein verlässlicher Partner kümmert sich um Compliance-Themen. Gerade für Startups im Bereich Digitalisierung sind die Auswirkungen also erheblich.

 

StaStu: Welche wichtigen Termine sollte ich im Hinterkopf haben? Gibt es eine harte Deadline?

Felix: Deadline ist der 25.5.2018. Aber man muss realistischer Weise sagen: Wer jetzt erst anfängt, sich um das Thema Datenschutz zu kümmern, muss sich beeilen. Bei größeren Unternehmen wird die Umsetzung des neuen Rechts kaum mehr möglich sein. Eine Übergangsfrist gibt es übrigens nicht.

 

StaStu: Nicht jeder ist Jurist oder tief in der Thematik drin – wie kann ich schnell feststellen, ob ich oder mein Startup betroffen sind?

Felix: Wer Kunden hat und/oder Mitarbeiter und/oder eine Website oder wer für andere Daten verarbeitet, ist betroffen. Also praktisch jedes Startup.

 

StaStu: Gibt es Anlaufstellen, wo ich mir (ggf. auch mit geringen / keinen Kosten) zu diesem Thema Unterstützung holen kann?

Felix: Angesichts der drohenden Bußgelder und Abmahnungen und auch der hohen medialen Aufmerksamkeit und der Bedeutung des Themas würde ich mir etwas Zeit nehmen und auch ein Budget dafür einplanen. Schnell und billig kann (wie immer) ein teurer Bumerang werden. Startups erhalten bei uns immer Sonderkonditionen, andere bieten das hier in Stuttgart auch an, soweit ich weiß. Wir haben hier eine tolle Community, auch dank Startup Stuttgart!

 

StaStu: Am 24.04.2018 findet ein exklusiver Kaminabend mit dir und Mitgliedern von Startup Stuttgart statt. An dem Abend stehst Du den Gästen zu diesem Thema in lockerer Atmosphäre, persönlich zur Verfügung. Kannst du uns eine kleine Preview geben, was das Ziel der Veranstaltung sein wird?

Felix: Mein Ziel ist es, über die wesentlichen Neuerungen einen Überblick zu geben. Die Teilnehmer sollen nach meinem Vortrag einen Plan haben, was sie konkret als nächste Schritte unternehmen müssen. In der anschließenden Fragerunde, werden wir mit den anwesenden Gästen noch das eine oder andere Detail aus deren Startup diskutieren können.

 

StaStu: Felix, herzlichen Dank für das Interview. Wir freuen uns auf den Kaminabend und sind uns sicher, dass wir den Gästen bei der Gelegenheit statt Angst einen Aktionsplan mit auf den Weg geben werden.

Wollt Ihr auch beim exklusiven Kaminabend mit Felix dabei sein? Wer schon Mitglied beim Startup Stuttgart ist, erhält in den nächsten Tagen eine persönliche Einladung. Wer noch Mitglied werden möchte, kann dies kurzfristig über folgenden Link nachholen: http://startup-stuttgart.de/mission/

 

Wer mehr zu Felix wissen möchte, kann sich über folgende Links informieren:

www.rechtsberatung-fuer-startups.de

www.datenschutz-stuttgart.com

www.sgt-lex.com/persoenlichkeiten/prof-dr-felix-buchmann

 

Am 26.02 war es soweit – STARTUP AUTOBAHN hat in der Arena 2036 in Stuttgart zum #3 Expo-Day geladen und 850 Teilnehmer, bestehenden aus  Corporates, Mentoren, Startups oder Investoren, sind dieser Einladung gefolgt!  Der Expo Day stellt den offiziellen Abschluss des 100-tägigen Programms von STARTUP AUTOBAHN dar, in welchem zuvor ausgewählte Startups sich und ihre Projekte in einer kurzen Pitch-Runde vorstellen.

Ihr fragt euch was genau STARTUP AUTOBAHN eigentlich ist?

Eine neutrale Innovationsplattform mit Sitz in Stuttgart, die Startups aus dem Mobilitätsbereich Zugang zu Silicon Valleys Tech-Know-how und bester deutscher Hardware-Kompetenz ermöglicht. Hierbei stellt STARTUP AUTOBAHN den Startups alles zur Verfügung, was sie benötigen um ihre Vision schnell zu verwirklichen: Räumlichkeiten, Hard- & Software, Ressourcen und vor allem ein wertvolles Netzwerk an Kooperationen, Investoren und Mentoren.

Der erfolgreiche Abschluss des #3 Programms zeigt, das Konzept kommt an. 33 Startups aus der ganzen Welt konnten in den letzten 100 Tagen über 60 Pilot Projekte mit den Corporates entwickeln und die #4 Runde steht bereits in den Startlöchern.

Viele große und namhafte Corporates befinden sich heute als Partner im Netzwerk. Seit Beginn dabei und auch Gründungspartner von STARTUP AUTOBAHN war die Daimler AG. Wir haben uns mit Raymond Chow und Philipp Gneiting, beide von Daimler, unterhalten, um STARTUP AUTOBAHN etwas greifbarer zu machen.


 

StaStu: Hallo Raymond, Hallo Philipp, vielen Dank für eure Zeit! Könnt ihr uns zunächst etwas mehr über das Programm erzählen?

Philipp: In jedem Jahr bieten wir zwei Programme an, jedes mit einer Laufzeit von 100 Tagen. Bewerben kann sich jedes Startup, das bereits eine Legal Entity hat, mit Automotive- oder Mobilitätsbezug über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg, um es möglichst interessant zu gestalten für alle Teilnehmer und auch Partner.

 

StaStu: Wie läuft eine Auswahlrunde ab?

Philipp: Wer Interesse hat kann sich bei uns ganz einfach über die Homepage oder Social Media Kanäle bewerben. Darüber hinaus haben wir auch ein Team von ca. 5 Scouts, die sich interessante Bereiche und Suchfelder der Industriepartner und Corporates anschauen und aktiv Startups suchen. Man tritt dann mit diesen Startups in Kontakt, informiert sie über das Programm und schaut ob es Sinn macht sie zu einer Veranstaltung einzuladen.

Anders als viele andere Programme beschränken wir uns nicht nur auf einen einzigen Selection Day. Wir halten monatlich einen Selection Day („Deep Dive“) ab, welcher sich je auf ein Suchfeld fokussiert. Im November hatten wir beispielsweise einen Tag, an dem wir uns 20 Startups angeschaut haben die sich mit dem Thema Performance Driving beschäftigen. Gleichzeitig haben wir zu diesem Event auch alle relevanten Partner und Experten eingeladen um eine optimale Vernetzung zu ermöglichen – wie eine Art Speed Dating.

Am 26.02.2018 fand der #3 Expo Day in der Arena 2036 statt

StaStu: Was ist der Benefit für ein Startup bei eurem Programm mitzumachen?

Philipp: Über das Programm vermitteln wir den Startups direkt die richtigen Kontakte in die Fachbereiche der jeweiligen Corporates und Industriepartner und bringen die relevanten Player an einen Tisch. Unserer Erfahrung nach ist das nämlich die größte Hürde die ein Startup überwinden muss: Wer in einem großen Corporate mit 250.000 Mitarbeitern ist der richtige Ansprechpartner? An einem Selection Day haben die Startups die Möglichkeit nicht nur ein Corporate sondern direkt viele Corporates auf einmal zu treffen, das ist natürlich eine einmalige Chance.

Wir sind kein klassischer VC Accelerator, der kleine Startups sucht und diese möglichst wertsteigernd entwickelt. Wir suchen als eine Art „Post Accelerator“ Startups, von denen wir glauben, dass sie mit ihren Produkten oder Prozessen ein guter Partner sein können. Der Grund, weshalb wir am Ende eines Programms eine so große Zahl an Pilot-Projekten vorweisen können, ist schlicht, dass wir viel Energie und Zeit in das Match-Making stecken. Und die Tatsache, dass mittlerweile Startups aus Korea oder Australien kommen zeigt uns, wir sind auf dem richtigen Weg.

 

StaStu: Warum habt ihr euch dazu entschieden STARTUP AUTOBAHN in Stuttgart anzusiedeln?

Raymond: Auch hier geht vieles über das Match-Making. Die Region Stuttgart ist für viele große Automobilhersteller und Zulieferer der Hauptsitz. Wie bereits erwähnt ist unser Ziel die relevanten Experten und Fachbereiche an einen Tisch zu bringen. Das würde uns nicht gelingen, wenn wir das ganze beispielsweise in Berlin, dem Silicon Valley oder Tel Aviv abhalten würden. Denn unsere Corporates sitzen hier und können und würden nicht alle relevanten Experten durch die ganze Welt schicken, um ein Startup zu treffen. Also haben wir es umgedreht  und bringen die Startups zu den Experten, das war unsere Grundidee und ist auch der Erfolgsfaktor.

850 Teilnehmer kamen zum #3 Expo Day bei dem sich 33 Startups aus der ganzen Welt vorgestellt hatten

StaStu: Ihr habt viele große und namhafte Player der Region bei euch am Start. Gibt es darüber hinaus noch weitere Bereiche und Sparten, aus denen ihr Partner akquirieren möchtet?

Philipp: Wir sind grundsätzlich immer offen für neue Partner, die die Mobilität der Zukunft mit uns mitgestalten möchten. Gerade im Bereich Energie, Telekommunikation und auch den klassischen Automobil- Zuliefererbereichen gibt es noch viele namhafte Partner von denen wir überzeugt sind, dass sie zum einen das Netzwerk weiterer attraktiveren können als auch sich selbst viel herausziehen können.

Raymond: Die Vielzahl an Partnern profitiert nicht nur durch das Netzwerk sondern auch untereinander. Thema Skalierung. Ein Beispiel – ich habe ein Startup mit einer Technologie, die hat nicht nur Software sondern auch Hardwarebezug. Spätestens wenn ich über den POC hinausgehe muss ich mir überlegen wie bekomme ich das weltweit in großen Volumen in meine Produkte rein? Dann brauche ich natürlich Zulieferer. Hier ist es von großem Vorteil, dass die Zulieferer schon von Anfang an in das Thema eingebunden waren und eigene Erfahrungen mit dem Startup machen konnten.

 

StaStu: Für viele aus der Region ist die STARTUP AUTOBAHN noch etwas Abstraktes und nichts Greifbares. Plant ihr Aktivitäten um auf die regionalen Player stärker zuzugehen: Mittelstand, Hochschulen, Gründerszene? Denn nur so entsteht ein Ökosystem…

Raymond: Durch die Universität Stuttgart, in deren Fläche wir auch sitzen, haben wir seit Beginn an eine Universität eingebunden, die das Ziel hat mit STARTUP AUTOBAHN auch eigene Gründungsinteressen zu forcieren und eine Brücke zu bauen zwischen den Studenten und STARTUP AUTOBAHN. Um das weiter zu stärken und Studenten die STARTUP AUTOBAHN näher zu bringen finden unsere Selection Days auch auf dem Uni-Gelände statt. Letztes Jahr waren wir bei der Uni Stuttgart, für die nächste Runde sind wir bei der HDM.

Weiter sind auch wir unermüdlich dabei uns auf diversen Plattformen und Forum vorzustellen und die Botschaft weiter nach außen zu tragen.

StaStu: Wie ist euer Fazit bisher nach 3 Runden? Habt ihr erreicht was ihr euch zu Beginn für Ziele gesetzt hattet? Seid ihr zufrieden?

Philipp: Ich würde sagen, wir sind genau am Ziel. Zu Beginn hatten wir uns gesagt, dass wir pro Programm ein bis zwei richtige Erfolgstories haben, sei es Invest oder auch Integration. Wir sind auf einem guten Weg, das auch weiterhin zu schaffen. Ein erfolgreiches Beispiel ist für uns What3Words, die vor einem Jahr beim Programm mitgemacht haben und deren Produkt nun in unsere Autos verbaut wird.

Raymond: Darüber hinaus sehen wir auch, dass die Region Stuttgart auf der Landkarte erscheint und zu diesem Thema wahrgenommen wird. Gemessen an den Pilotprojekten oder der Anzahl an Partnern sind wir Europaweit die größte Plattform für Mobilitätsbezogene Startups. Und das innerhalb eines Jahres – wir sind mit dem Erfolg und Fortschritt durchaus sehr zufrieden.

 

StaStu: Zum Abschluss, was sucht ihr gerade?

Philipp: Wir suchen den nächsten Gottlieb (Daimler)…im Ernst: Wir suchen jeden, der denkt, dass er die Automotive und Mobility-Welt vorwärts bringen kann.  

 

Vielen Dank Raymond und Philipp für eure Zeit und das Interview!

 

Raymond J. Chow ist Senior Manager Business Innovation bei der Daimler AG und zuständig für die firmeneigene Innovationsmaschinerie Lab1886. Dr. Philipp Gneiting ebenfalls von der Daimler AG ist Manager Open Innovation und Projektleiter für das Thema STARTUP AUTOBAHN – gemeinsam suchen Sie für die Daimler AG nach passenden Matches bei den Startups von STARTUP AUTOBAHN.

 

Das neue Jahr hat zwar gerade erst begonnen, da haben wir euch schon neuen Lesestoff kreiert, um den Start in den Alltag ein wenig angenehmer zu gestalten. Getroffen haben wir uns dieses mal mit Maxine von Grumbkow, die für die Kommunikation beim CyberForum in Karlsruhe zuständig ist. Das CyberForum e.V. ist mit über 1.200 Mitgliedern das größte regional aktive Hightech.Unternehmer.Netzwerk. in Europa. Im September 2017 feierten sie ihr 20-jähriges Jubiläum und die Eröffnung des CyberLab. – für uns Anlass genug einmal genauer nachzufragen.

 

StaStu: Hallo Maxine, stellt euch bitte einmal kurz vor – was hat es mit dem CyberForum auf sich?

Maxine: Das CyberForum ist das größte regional aktive Hightech.Unternehmer.Netzwerk. in Europa mit Sitz in Karlsruhe und Baden-Baden, im September feierten wir 20-jähriges Jubiläum. Mittlerweile vernetzen sich bei uns über 1.200 Mitglieder aus der Digitalbranche! Im CyberForum stellen wir sehr unterschiedliche Angebote bereit, die zusammengefasst unseren Mitgliedern dabei helfen, wettbewerbsfähiger zu sein und in Sachen Digitalisierung vorne mitzuspielen. Außerdem veranstalten wir zahlreiche Events, von RoundTables über Fort- und Weiterbildungen bis hin zu großen Kongressen – jährlich stehen rund 160 Termine auf dem Plan. Etwa 30 davon richten sich speziell an Gründerinnen und Gründer im Hightech- bzw. IT-Bereich, so zum Beispiel der CyberChampions Award. Gründungsinteressierte führen wir mit verschiedenen Matchingformaten zu Teams zusammen. In den letzten 20 Jahren haben wir außerdem über 2.500 Gründerberatungen im CyberForum durchgeführt. Wir verfügen über enge Mentoren- und Investorennetzwerke, auf die wir für verschiedene Zwecke zurückgreifen können.

CyberLab Karlsruhe bietet Platz für bis zu 15 Startups

Im September 2017 wurde das CyberLab offiziell eröffnet. Was ist das Ziel des CyberLab? Wie kam es zu der Idee?

Die Idee hinter dem CyberLab ist es, aussichtsreiche Hightech- und IT-Gründungen in einer optimalen Umgebung zu unterstützen und die Startups so in einer Art Beschleunigungsprogramm zur Marktreife zu bringen. Zu einer optimalen Umgebung für eine Gründung gehören insbesondere ein starkes Netzwerk, Erfahrungswissen und ein klarer Fokus. Da kommt das CyberForum ins Spiel, das genau das bereithält: Unsere Startups profitieren vom Know-How erfahrener Mentoren und erhalten bereits in einer frühen Phase Zugang zu zahlreichen Unternehmen, einem eigenen Business Angel-Netzwerk und externen Venture Fonds. Ganz nach dem Prinzip „Von Unternehmern für Unternehmer“. Praktisch setzen wir das Ganze jetzt seit Ende September auf über 1.600 Quadratmetern Bürofläche mitten im Herzen der Karlsruher Digitalszene um. Auch hier spielt Fokus eine wichtige Rolle: Besprechungsräume, Gigabit Internet, moderne Möblierung, Kaffee, Drucker, alles ist startklar, damit sich neue Teams auf ihre Gründung konzentrieren können. Bis zu 15 Startups können wir hier pro Jahr aufnehmen. Das Accelerator-Programm im CyberLab ist kostenlos und die Arbeitsplätze sind dank Mitteln der EU, des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe weit unter dem Marktpreis.

 

Was sind die Bedingungen, um sich bei euch um einen Platz zu bewerben und wie läuft der Bewerbungsprozess ab?

Wer Interesse hat, der darf sich einfach direkt bei uns melden. Wir prüfen dann individuell, ob die Teams die Voraussetzungen erfüllen, um vor einer erfahrenen Unternehmerjury um die Aufnahme ins CyberLab zu pitchen. Solche Pitches finden bei uns jeden Monat statt. Die Startups müssen die Jury davon überzeugen, dass sie kompetent in Markt und Technologie sind und dass sie die Motivation für eine Gründung mitbringen.

Für Teams die ihre Gründungsidee gemeinsam mit uns erst noch etwas ausarbeiten wollen, veranstalten wir außerdem regelmäßig das PreLab. Das ist ein 4-6-wöchiges Accelerator-Programm, an dessen Ende die Aufnahme ins CyberLab stehen kann.

Warum habt ihr euch dafür entschieden, das CyberLab in Karlsruhe zu eröffnen? Warum dieser Standort?

Ganz einfach: Karlsruhe ist eine IT-Hochburg. Karlsruhe liegt in einer EU Studie zu Spitzenzentren im IKT-Bereich auf Platz 4. Nur München, London und Paris sind hier stärker. Die Hochschulen sorgen stetig für qualifizierten Nachwuchs und das Ökosystem ist in einem kooperativen Modus. Das sind ideale Voraussetzungen die unter anderem dazu geführt haben, dass das CyberForum von Karlsruher Unternehmern ins Leben gerufen wurde – und von diesem Ökosystem profitiert natürlich auch und insbesondere das CyberLab.

 

Was ist euer Ziel mit dem CyberLab? Wann würdet ihr sagen, ist die Unternehmung erfolgreich?

Das Ziel ist erstmal, dass die Startups ihr Geschäftsmodell validieren, ihren Markteintritt beschleunigen und natürlich die Finanzierbarkeit sicherstellen. Dementsprechend messen wir unseren Erfolg in erster Linie am Erfolg unserer Startup-Teams. Ein Erfolg ist es auch, wenn die heutigen Teams innerhalb weniger Jahre zu Mentoren der kommenden Teams werden. Im CyberLab wollen wir speziell Hightech-Gründungen erfolgreich machen und damit außerdem die IT-Region Karlsruhe nach vorne bringen. Unsere Vision ist es, Motor und führendes Kompetenzzentrum der Digitalisierung zu sein. CyberForum und CyberLab verfolgen diese Vision in einer Symbiose.

 

Würdet ihr rückblickend alles noch einmal genauso machen oder gibt es Dinge die ihr Heute anders angehen würdet?

Die Angebote des CyberForum und des CyberLab stoßen auf große Nachfrage. Wir wachsen rasant. Im Großen und Ganzen sind wir ziemlich zufrieden. Aber natürlich lernt man auch immer dazu. Wir wollen zum Beispiel bei den IKT-Megatrends Künstliche Intelligenz, Blockchain und Internet of Things für mehr Sichtbarkeit der lokalen Szene sorgen. Wir glauben, dass wir Gründungen durch Brücken zu anderen, auch internationalen Standorten, noch besser fördern können.

Zentrale Lage – direkt im Herzen von Karlsruhe

Eignet sich die Region Karlsruhe eurer Meinung nach gut um zu gründen?

Wenn hoch ausgebildete und motivierte Mitarbeiter, zahlreiche IT- und Industrieunternehmen, bestes Netzwerk und passende Unterstützung zu einer solchen Eignung beitragen, dann ja. Wir arbeiten hier nach dem “Karlsruher Modell”, so nennen wir gerne die besondere Zusammenarbeit aller Stakeholder in Karlsruhe. Die Wege sind kurz, alle ziehen an einem Strang. Auf diese Weise konnten in den vergangenen Jahren viele erfolgreiche Unternehmen heranwachsen. Und die nackten Zahlen sprechen für sich, so hatte Karlsruhe von 2012 bis 2016 zum Beispiel den zweithöchsten Anteil von Gründungen im Hightech-Bereich. Einige Tech-Startups konnten große Deals abschließen, Stichwort Venture Capital. Blue Yonder hat zum Beispiel ein Funding in Höhe von 75 Millionen an Land gezogen, Chrono24 in Höhe von 23 Millionen. Viele Startups gehen hier von 0 auf 100, wie etwa Artiminds, GoSilico oder Pace, um nur einige zu nennen.

 

Was würdet ihr euch hinsichtlich Gründung von der Politik / der Stadt wünschen?

In Deutschland brauchen wir einen kulturellen Wandel. Die Talente die an den Hochschulen heranwachsen, sollten die Option der Gründung ganz selbstverständlich in Betracht ziehen. Das ist momentan noch nicht der Fall. Dabei sind die Möglichkeiten, die Zukunft zu gestalten, hier deutlich größer.

 

Abschließend noch einmal zum Thema Gründung: Was würdet ihr Startups mit auf den Weg geben wollen?

Da gibt’s einiges. Allem voran: Einfach machen – und mal bei uns vorbeischauen!

 

Vielen Dank Maxine für das tolle Interview und den Einblick in das CyberForum.

 

 

 

 

 

Wir haben uns mit Gerald Holler unterhalten, selbst Gründer von COMPRIS, ein Vertriebsdienstleisters für die IT Branche, mit Sitz in Ludwigsburg. Gemeinsam mit der Wolff und Müller Gruppe hat er nun das Startup Innovation Center LB:uild in Ludwigsburg ins Leben gerufen. Im November eröffnet, ziehen in bereits in Kürze die ersten Gründer ein. Der Focus liegt auf einem intensivem Networking mit Kooperationspartnern und Corporates, Know How Transfer & (Co-)Working Space für kurz- und mittelfristigen Bedarf. Startup Stuttgart hat mit Gerald über LB:uild gesprochen und dabei die neuen Räumlichkeiten direkt mal unter die Lupe genommen.

 

StaStu: Hallo Gerald, kannst du uns erzählen, was ihr euch mit LB:uild zum Ziel gemacht habt?

Gerald: In  der Umgebung von Ludwigsburg finden sich mehr als 800 Unternehmen, die einen Umsatz von mehr als 15 Mio. € (Quelle Compris) erwirtschaften aber die Startup Kultur ist sicherlich noch ausbaufähig. Viele finden Startups cool, die Idee cool, aber eigentlich handelt es sich dabei um Unternehmertum.  Wir haben es uns zum Ziel gemacht Startups zum Leben und Überleben zu verhelfen. Viele gegründete Startups scheitern in den ersten 5 Jahren.  Einer der Gründe ist sicherlich, dass Unternehmertum sehr komplex ist, ich denke dabei an beispielsweise Controlling, Bank, Finanzplanung, Steuer, Personalrecht, Arbeitgeberrechte, Arbeitsschutzverordnung … es ist ein Moloch an Stolpersteinen. Jedes Startup muss somit an einem Punkt die Kurve zum Unternehmer bekommen – sonst überlebt man nicht. Die Schule selbst leistet in Deutschland zu diesem Thema keine Vorbereitung. Man erhält in unseren Schulen derzeit kaum bis keine Unternehmerausbildung. Hier möchten wir gerne den Mehrwert stiften und Startups nicht nur Räumlichkeiten und die Möglichkeit zum Netzwerken bieten, sondern ebenfalls Hilfestellung bei Fragen rund um das Thema Unternehmertum. Weiter möchten wir auch den Kontakt zu Corporates in der Region herstellen um Startups ganz gezielt die Chance zu geben, ihre Ideen auch einmal zu testen und zu verproben.

Die Fläche eignet sich ebenfalls hervorragend für Veranstaltungen um die Szene weiter zu vernetzten – auch das würden wir gerne unterstützen.

 

Wann geht es offiziell los? Auf der Homepage steht noch coming soon?

Ende November / Anfang Dezember fällt der offizielle Startschuss und die ersten Startups ziehen am 1.12 auf die Fläche. Wir planen derzeit auch noch eine „weiche“ offizielle Eröffnung mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Ludwigsburg und auch der IHK – welche beide große Unterstützer der Unternehmung sind. Hier laden wir auch alle Startups ein, einfach mal vorbei zu kommen, sich die Flächen anzusehen oder Probe zu sitzen. Der offizielle Termin lässt sich auf unserer Homepage finden.

Mitten in Ludwigsburg befinden sich die Räumlichkeiten von LB:uild

Habt ihr euch schon einmal ein wenig umgehört, was die bisherige Resonanz auf LB:uild ist?

Ja. Es gibt zwei grundlegende unterschiedliche Gruppen. Die Einen fragen erst einmal‚ was ist das und wozu braucht man das‘, die andere Gruppe ist sehr unterstützend und freut sich, dass Ludwigsburg auch endlich eine Fläche bekommt. In Stuttgart passiert in diesem Bereich schon extrem viel – Ludwigsburg ist da noch etwas unterrepräsentiert.  Wir sehen uns gerade auf der Achse Ludwigsburg-Waiblingen als Plattform die StartUps unterstützt.

 

Wie finanziert ihr die Räumlichkeiten bisher?

Mein Unternehmen die COMPRiS GmbH ist offizieller Mieter der Fläche. Sponsor und Partner ist Wolff und Müller. Darüberhinaus gibt es „Partnerschaften“ die aber nicht finanziell beteiligt sind.

 

Habt ihr euch eine „Deadline“ gesetzt bezüglich Anlaufphase und ab wann würdet ihr die Idee als „erfolgreich“ bezeichnen?

Vorerst haben wir uns die Deadline von zwei Jahren gesetzt. Wenn es bis dahin nicht gut angelaufen ist oder angenommen wird, müssen wir sehen, wie es weiter geht. Gut angelaufen oder erfolgreich bedeutet für uns zunächst eine Auslastung von ca. 60% der Fläche.

Derzeit bietet die neu gestaltete Fläche Platz für 46 Personen

Wie läuft es bei euch ab? Wer kann sich melden? Jeder? Eine Idee? Ein gegründetes Unternehmen? Gibt es thematische Eingrenzungen?

Wir haben keine offiziellen Vergabeprozesse. Grundsätzlich kann sich jeder bei uns melden – Voraussetzung sollte sein, dass hinter der Idee oder dem Startup entweder eine Form der Innovation steckt oder es sich um eine „Problemdomäne“ handelt, sprich das Startup mit seiner Idee ein Problem löst. Auch der Reifegrad eines Startups ist hierbei vollkommen offen, es kann sich um eine Idee handeln oder ein bereits gegründetes Startup. Ist ein Startup bereits sehr erfolgreich unterwegs und profitabel, macht es vielleicht für beide Seiten wenig Sinn, das würden wir dann im Einzelfall aber prüfen. In Summe muss der Mix der einzelnen Startups stimmen – damit auch Vernetzung und gegenseitige Hilfe stattfinden kann.

Bei Interesse bieten wir dann gerne eine Form des Inputs oder Coachings an, das ist aber nur ein Angebot und kein „Muss“. Ziel ist es aus dem Netzwerk Schnittstellen mit Corporates und externen Spezialisten zu schaffen um einem Startup die bestmögliche Starthilfe zu geben.

 

Sind eure Räumlichkeiten an zeitliche Bedingungen geknüpft? Wie lange darf man bei euch max. einziehen?

Das handhaben wir mit jedem Startup ganz flexibel. Die Regel sollte schon sein, dass ein Startup für einen längeren Zeitraum einzieht. Im Ausnahmefall geht es auch, dass man Räumlichkeiten für ganz kurze Zeitfenster zur Verfügung stellt – mehr in Richtung Co-Working – darüber hinaus stellen wir die Verträge dann für drei, sechs oder zwölf Monate aus. Wir haben auch keine Deadline, dass wir sagen, nach drei Jahren muss ein Startup spätestens auf eigenen Beinen stehen.

Wie viele Startups können maximal bei euch einziehen?

Wir haben derzeit 46 Arbeitsplätze, das ist auch noch begrenzt erweiterbar. Falls wir dann noch weitere Anfragen haben, gibt es durch die Kooperation mit Wolff & Müller bereits auch weitere Ausweichflächen die noch herangezogen werden können.

 

Was sucht ihr gerade?

Startups auf jeden Fall. Und natürlich auch Mentoren und Unterstützer, die Interesse haben in der Szene aktiv zu werden. Und zwar gerade im Bereich in und um Ludwigsburg sowie nördlicher.

 

Vielen Dank für den Einblick und das Interview Gerald!

Und an alle Startups die noch Räumlichkeiten suchen – nutzt die Chance und schaut euch vor Ort einmal um.

 

Gerald Holler, selbst Gründer berät mit seinem Unternehmen „COMPRIS“, führende IT Hersteller in Ihrer Positioning- und Vertriebsstrategie. COMPRIS ist Geralds zweites Unternehmen und hat mittlerweile 60 Mitarbeiter, obwohl nicht immer alles „top“ war bereut Gerald die Sprung in die Selbstständigkeit bis heute nicht: „Ich mag den Spirit als Unternehmer – gestalten zu können und neue Ideen mit meinem Team umzusetzen. Klar, es gibt auch die schwierigen Phasen durch die man durch muss, aber das gehört dazu“.

 

 

Uwe Horstmann gehört zum “Management Team” von Project A. Einen in Berlin ansässiger VC, der seit kurzem auch gezielt in BW nach Investments sucht. Uwe kommt ursprünglich aus Biberach, war eine zeitlang bei Rocket Internet und bei Project A verwalten sie rund 260 Millionen Euro.

Uwe Horstmann

Startup Stuttgart: Uwe, danke dass du uns für ein Interview zur Verfügung stehst. Wir haben uns 2013 zum ersten Mal am Startup Weekend Stuttgart getroffen. Damals gab es von Project A noch keine gezielten Aktivitäten im Ländle. Was hat sich denn in der Zwischenzeit getan, damit ihr euch dazu entschieden habt euch auch hier in der Region zu engagieren?

Uwe: Da gibt es verschiedene Gründe: Zum einen hat sich in der Region viel gewandelt, es sind einige junge Unternehmen und Projekte entstanden und Universitäten in Karlsruhe und Mannheim legen den Grundstein für Innovationen.  Zum anderen ist Baden-Württemberg ja generell dafür bekannt, dass dort ein Großteil der Industrie angesiedelt ist und hier gibt es v.a. im Bereich Industry 4.0, den wir uns zurzeit genauer anschauen, viele spannende Entwicklungen. Und zuletzt haben wir natürlich einen neuen Fonds und damit bedeutend mehr Geld zur Verfügung, das wir in spannende neue Projekte stecken möchten – wenn es sich ergibt auch im Ländle.

Startup Stuttgart: Du bist ja nun schon seit Jahren in Berlin sesshaft und kannst daher die Szene sehr gut. Welchem Gründer aus Baden-Württemberg würdest du denn empfehlen nach Berlin zu gehen oder doch in der Region BW zu bleiben?

Uwe: Wenn es Sinn macht sich in Berlin vor Ort auszutauschen, dann empfehlen wir Gründern, zumindest mit einem zweiten Standbein in Berlin präsent zu sein. Das macht natürlich nicht immer Sinn – in der digitalen Welt, in der wir uns bewegen, kann man ja auch sehr gut in der Entfernung in Kontakt bleiben.  

Startup Stuttgart: Wenn wir die Zeit mal zurückdrehen, was war denn für dich der Auslöser als Gründer aktiv zu werden, gab es da diesen einen Impuls? 

Uwe: Einen konkreten Auslöser gab es eigentlich nicht, das waren eher verschiedene Ereignisse die zusammenkamen. Vor dem Abitur habe ich bei „Jugend gründet“ mitgemacht, da kam ich eher zufällig dazu. Ich fand es spannend zu erkennen, dass es gar nicht so schwer ist, eigene Ideen umzusetzen. Nach meinem Wirtschaftsstudium an der WHU, einem sehr Entrepreneurship-freundlichem Umfeld, habe ich dann bei Rocket Internet angefangen und ab da hat sich quasi alles rund ums Unternehmertum gedreht. Bei Project A helfe ich Gründern nun, ihr eigenes Unternehmen aufzubauen und zu finanzieren.

Startup Stuttgart: Gab es auch Mal Augenblicke, wo du dir nicht sicher warst ob es die richtige Entscheidung war?

Uwe: Da wir in einer sehr frühen Phase investieren, hat man nie eine hundertprozentige Sicherheit, das ist ein Kernelement unseres Jobs, macht ihn aber auch unheimlich interessant. Gerade sehr junge Unternehmen durchlaufen natürlich verschiedene Phasen. Der Weg zu einem erfolgreichen Unternehmen ist sehr selten geradlinig, sondern häufig eher holprig und es gibt natürlich immer Momente, die sehr intensiv sind und in denen man als Investor gemeinsam mit den Gründern schwitzt. Gleichzeitig ist es umso schöner, wenn es dann wieder bergauf geht und man gemeinsam Erfolge feiern kann.

Startup Stuttgart: Wenn ein Gründer Kontakt zu Project A aufnehmen möchte, wie kann er das machen und was wollt ihr beim Erstkontakt idealerweise schon sehen?

Uwe: Am besten ist immer ein sogenannter „warmer Kontakt“, das heißt Gründer sollten aktiv den Kontakt zu uns suchen, über Veranstaltungen oder über gemeinsame Kontakte in entsprechenden Netzwerken wie LinkedIn oder Xing. Wir Partner und unsere Kollegen aus dem Investment-Team sind viel unterwegs und auf allen größeren Events anzutreffen. Bei der ersten Kontaktaufnahme ist eine kurze Beschreibung des Geschäftsmodells, des Marktes und des Teams sehr hilfreich. Super sind auch erste Zahlen zur Traction, oder ein erster Prototyp.

Startup Stuttgart: Wonach schaut ihr denn genau bei euren Beteiligungen?

Uwe:  Zunächst schauen wir natürlich auf das Geschäftsmodell, aber vor allem auf das Team. Hier kommt es auf die Zusammensetzung, Kompetenzen und vor allem die Ambition an. Es müssen alle an einem Strang ziehen und idealerweise ergänzen sich die Gründer komplementär in ihren Bereichen. Natürlich kommt für uns als Investor da auch immer die berühmte Wellenlänge dazu. Wenn wir uns entscheiden zu investieren, dann gehen wir einen langen und intensiven Weg zusammen und da muss die Chemie stimmen. Das ist natürlich beidseitig so.

Startup Stuttgart: Wollt ihr immer gleich ein skalierendes Modell sehen, dass in kürzester Zeit deutliche Millionenumätze zeigt oder seid ihr auch bereit in ein langsam wachsendes Startup zu investieren?

Uwe: Einer unserer Kernwerte ist das Ziel, nachhaltige Unternehmen aufzubauen. Das entspricht auch unserem operativen Ansatz, bei dem wir die Unternehmen aktiv dabei unterstützen von Beginn an ein nachhaltiges und gesundes Wachstum zu ermöglichen. Mit dem richtigen Setup kann ein Unternehmen so natürlich trotzdem bzw. gerade deshalb schnell skalieren. 

Startup Stuttgart: Vielen Dank und jetzt hoffen auf viele gute Investments hier in der Region.

 

Interview von Christoph Röscher (Startup Stuttgart e.V.)

Es tut sich langsam was um die Rahmenbedingungen im Ländle für Gründer und Startups zu verbessern, diesmal zum Thema Finanzierung.

Anbei ein Link zu Ideenwerk BW  Artikel “Mikrokreditfinanzierung: Wagnisfreies Kapital”

Hier mehr Infos auf der Webseite vom Wirtschaftsministerium und wer sofort loslegen will, kann sich hier auf der Plattform “Startnext”anmelden.

Dein Startup will im digitalen Business richtig durchstarten? Was Dir noch fehlt ist Kapital? Dann bewirb Dich noch bis zum 10. Februar für den 8. Karlsruher Venture Day.

Wann: 09.03.2016
Wo: KunstWerk, Amalienbadstraße 41, 76227 Karlsruhe-Durlach

Die Veranstaltung ist kostenlos und richtet sich an Startups aus dem IT-, Web- und Software-Bereich. Startups können sich bis Freitag 10. Februar 2017 mit einem kurzen überzeugenden Onepager oder Pitchdeck für die Teilnahme bewerben. Eine Jury, bestehend aus erfahrenen Investoren, wählt aus allen Einreichungen die pitchenden Teams aus. Zugriff auf Eure Bewerbung haben lediglich die Jury und die Investoren, denen ihr während der Veranstaltung Eure Geschäftsidee vorstellt. Diese werden Eure Daten und Angaben selbstverständlich vertraulich behandeln. Die ausgefüllte Bewerbung (Pitchdeck oder Onepager) bitte an ba(at)cyberforum.de schicken.

Weitere Infos gibt’s unter: www.venture-day.de