Gastbeitrag von Saša Ebach (Geschäftsführer bei VIPEX)

Die ewig alte Story. Startup launcht neue Website, braucht gute Rankings bei Google. Also müssen Links her. Nur wie? Nicht jede althergebrachte Technik funktioniert heute noch.

In der Vergangenheit war es so: Links wurden auf beliebige Art und Weise platziert. Kauf, Miete, Spamming, Kommentare, Linktausch, Verzeichnisse, Bookmarks etc. Hauptsache Aufwand und Kosten waren gering. Es musste schnell gehen. Von Qualität war nie die Rede. Und notwendig war sie ebenfalls nicht, denn entweder die angeschafften Links haben funktioniert oder nicht.

Diese Zeiten sind heute vorbei. Spätestens seit dem 24.04.2012 (Pinguin-Update) hat Google allen Webmastern klar gemacht, dass ein übermäßiger Invest in „allzu leichte“ Linkbuildingmaßnahmen negative Auswirkungen auf das eigene Ranking haben kann. Geht oder geht nicht wurde zu geht oder geht nicht bzw. führt zu Abstrafungen. Viele Portale haben ihre Rankings verloren und es sieht nicht danach aus, als würden diese Rankings so ohne Weiteres wiederhergestellt.

Die Schätzungen der Insider gehen auseinander. Es gibt Kollegen, die behaupten, dass in nur 12 Monaten alle althergebrachten Methoden aufhören zu funktionieren. Andere sagen, dass dies noch viele Jahre dauern wird. Niemand zweifelt jedoch mehr an Googles Plänen, die Schraube so stark anzuziehen, dass ein einfaches „Pfuschen“ überhaupt noch möglich sein wird. Gestritten wird nur noch über den Zeitraum.

Quo vadis?

Welche Möglichkeiten gibt es nach Googles groß angelegter Qualitätsoffensive überhaupt noch? Genügend. Das Zauberwort heißt: „verdienen“. Links sollen nicht mehr sinnentfremdet „aufgebaut“ werden. Alles was in Zukunft verlinkt wird, muss dies auch verdient haben. Wer Inhalte schafft, die es nicht verdient haben verlinkt zu werden, der wird es auch schwer mit den eigenen Rankings haben.

Was immer schon funktioniert hat: Mache guten Content und informiere eine interessierte Zielgruppe darüber. Viele nennen dies abfällig „um Links betteln“ und weisen darauf hin, dass dies ebenfalls gegen das Prinzip einer freiwilligen Verlinkung verstößt. Nur der sogenannte „passive organische Link“, der ohne jegliches zutun und freiwillig auf die eigene Seite gesetzt wurde, gelte als verdient und damit für die Rankingberechnung valide. Dagegen sprechen aber zwei Argumente:

  1. Bei neuen Websites, wie eben bei Startups, ist dies wohl kaum möglich. Egal wie gut König Content ist, “if you build it, they will not necessarily come”. Was niemand findet, kann auch keiner verlinken.
  2. Google oder seine offiziellen Sprachrohre haben noch nie behauptet, dass es nicht in Ordnung sei, wenn ein Webmaster andere Menschen mit Bitte um Verlinkung kontaktiert. Solange es sich um gute Inhalte und freundliche bzw. angemessene Anfragen handelt, spricht nichts dagegen.

Gute Inhalte sind die Grundvoraussetzung für eine freiwillige Verlinkung. Damit diese auch regelmäßig zustande kommen, ist es genau so wichtig andere Menschen mit originellen, gut geschriebenen und zuvorkommenden Linkanfragen darüber zu informieren. Und wenn diese dann freiwillig einen Link auf unsere Websites/Inhalte setzen, dann ist das ebenfalls wohlverdient, valide und kann somit in die Rankingberechnung einfließen.

Leider führt daran mittel- bis langfristig kein Weg vorbei.

Bevor wir über sichere Methoden reden, sollte erst geklärt sein, was denn überhaupt ein guter Link ist. Also ein Link, der gut genug ist, damit ihn Google und andere Suchmaschinen gerne als Rankingsignal heranziehen. Ein Link sollte drei Kriterien erfüllen:

  1. Erscheint der Link in einem editoriellen Kontext bzw. kommt er „mitten aus dem Text“? (Quelle)
  2. Verweist der Link auf einen redaktionellen Inhalt, der als Sachverhalt ohne kommerzielle Intention verstanden werden kann. (Ziel)
  3. Übt der Link die Funktion „Brücke zu weiterführenden Informationen“ aus? Fungiert er demnach als semantische bzw. inhaltliche Verknüpfung zwischen Quelle und Ziel?

Nur wenn alle drei Kriterien gleichzeitig zutreffen, ist der Link – im Sinne eines fachlich interessierten Lesers und damit im Sinne eines Rankingsignals für eine Suchmaschine wie Google – bedeutend.

Mit welchen Methoden lassen sich nach diesen Kriterien wertvolle Links aufbauen?

Die drei sichersten und wirkungsvollsten Methoden des organischen Linkaufbaus

Es geht also darum, mit guten Inhalten und geschickten Linkanfragen Links zu verdienen. Nur wie? Selbstverständlich kann der eine oder andere Link noch getauscht werden. Ebenso wird nicht jeder Bookmark, jeder Verzeichniseintrag und auch nicht jeder sonst gekaufte Link von Google erkannt und entwertet/abgestraft. Empfehlenswert sind jedoch – hauptsächlich aus Gründen der Rankingsicherheit – nur noch absolut saubere (sprich: organische) Methoden.

Viel Pressearbeit, Gastbeiträge und Linkbaits erzeugen das perfekte Linkprofil
Viel Pressearbeit, Gastbeiträge und Linkbaits erzeugen das perfekte Linkprofil

1. Pressearbeit; wenn, dann richtig

Mit Pressearbeit ist nicht das Eintragen und Duplizieren einer Pressemeldung in ein Presseportalnetzwerk gemeint. Das stellt nun wirklich keine „Arbeit“ dar. Pressearbeit ist Beziehungsaufbau mit Journalisten und Redaktionen. Diese Menschen sind den ganzen Tag auf der Suche nach berichtenswerten News und lassen in aller Regel mit sich reden. Neben exklusiven Meldungen sind die großen Redaktionen erfahrungsgemäß an der Veröffentlichung von Forschungsergebnissen und Umfragen interessiert. Wer „in die Zeitung“ will, der muss dieser schlicht etwas einzigartiges anbieten. Der Trick: Wenn eine Redaktion es veröffentlicht, dann übernehmen es viele andere auch.

2. Gastbeiträge für alle von allen

Gastbeiträge wie dieser. Insofern sie einen echten Mehrwert für den Leser darstellen, können sie an Legitimität kaum übertroffen werden. Die Qualität eines eingereichten Gastbeitrages muss sich als Mindestmaß an der durchschnittlichen Qualität der Beiträge im Gastportal orientieren und diese am besten noch deutlich übertreffen. Aus meiner persönlichen und geschäftlichen Erfahrung heraus kann ich diese Technik ganz besonders empfehlen. Sie hat direkt zwei positive Effekte:

  1. Es ist verhältnismäßig einfach mit guten Gastbeiträgen in hochwertige und reichweitenstarke Portale zu kommen. Einzelne Links aus solchen Portalen sind oft hochwirksam.
  2. Gute Gastbeiträge fördern die Reputation des Gastautoren und als Erweiterung dessen auch die Reputation des Unternehmens. Daher sollte es zur Pflichaufgabe jedes Startups gehören, dass Eure Marketingverantwortlichen in Marketingportalen Gastbeiträge einreichen, die Programmierer in Programmierportalen und die Designer in Designportalen usw.

3. Linkbaiting in 3 einfachen Schritten (mit Beispiel)

Das Linkbaiting ist ohne Zweifel die Königsdisziplin des organischen Linkaufbaus. Wie funktioniert es?

Schritt 1: Eine passende Linkzielgruppe ermitteln

Zuerst überlegt Ihr Euch, wer klassischerweise viel verlinkt. Diese Leute werden übrigens als „Linkerati“ oder die „Linkzielgruppe“ genannt. Leider gibt es kein Tool, welches Linkerati automatisch ermittelt. Im Rahmen eines kreativen Prozesses muss sich demnach jeder selbst überlegen, welche Menschen sowohl themennah als auch linkaffin (können verlinken) sind.

Beispiel: Ein Startup für Müsli. Das Problem hierbei ist, dass die „Müsliesser“ als Linkzielgruppe viel zu schwammig sind. Ist es möglich eine Kontaktliste aufzubauen, in der wir alle Müsliesser sammeln, die ebenfalls Websites haben, von denen aus sie verlinken können? Wohl eher nicht.

Wenn ich als Linkzielgruppe jedoch Kindergärten und die dort angestellten ErzieherInnen anpeile, dann sieht es schon anders aus. Gindergärten werden eher selten angeschrieben. Das ist gut, denn diese Zielgruppe nimmt sich wahrscheinlich Zeit, meine Linkanfrage vollständig zu lesen. Wie muss demnach die Contentidee formuliert sein, damit diese Zielgruppe gerne und freiwillig verlinkt? So z. B.:

„Gesundes Essen im Kindergarten – Ein Ratgeber für Kinder und ErzieherInnen“

Tipp: Um sicherzustellen, dass dieses Thema auch wirklich relevant für die Kindergärten ist, bitte einfach mal dort anrufen und mit ein paar Angestellten sprechen. Oft ergeben sich so noch bessere Ideen für gute (und notwendige) Inhalte.

Ihr kennt Euch mit Müsli aus aber sonst mit nichts? Kein Problem. Engagiert doch einfach erfahrene Experten.

Schritt 2: Linkquellen recherchieren

Der Ratgeber ist fertig auf der Website eingebunden. Jetzt muss noch eine Liste von Kindergärten her. Eine schnelle Suche bei Google [liste kindergärten] offenbart, dass es viele solcher Listen gibt. Untersucht nach Möglichkeit so viele Kindergartenwebsites wie möglich und schreibt dabei die Kontaktdaten der Verantwortlichen heraus.

Schritt 3: Die Linkanfrage

Meine Kontaktdaten schreibe ich jetzt in Wellen an. Bitte niemals mehr als 3–5 Linkanfragen gleichzeitig rausschicken. Es ist üblich, dass die ersten Antworten auf meine Linkanfragen nützliches Feedback enthalten, welche ich wiederum in meinen Ratgeber einbauen kann. Beispiel: Eine der ersten Kontaktpersonen war ein Vorsitzender namens Prof. Dr. Mustermann des Vereins für „Gesundes Essen im Kindergarten e. V.“. Herr Mustermann ist ganz angetan von Deinem Ratgeber. Er hat aber auch noch ein paar Sachen auszusetzen. Du nimmst das Feedback entgegen und erweiterst darauf basierend den Ratgeber, der dadurch noch besser geworden ist. Dann fragst Du Herrn Prof. Dr. Mustermann, ob es in Ordnung ist, wenn Du im Ratgeber schreibst „In Kooperation mit ,Gesundes Essen im Kindergarten e. V.‘ und Herrn Prof. Dr. Mustermann“. Diesen Umstand der Kooperation verwertest Du gleich an die nächsten Kontakte, z. B. so:

Sehr geehrte Frau Schmitz,

mein Name ist X und ich arbeite für Y an Z.

In Kooperation mit Herrn Prof. Dr. Mustermann vom Verein „Gesundes Essen im Kindergarten e. V.“ haben wir die Broschüre „Gesundes Essen im Kindergarten – Ein Ratgeber für Kinder und ErzieherInnen“ herausgebracht.

http://www.website.xy/ratgeber-essen-im-kindergarten.html

Vielleicht bietet der Ratgeber für Sie und Ihre „Eltern“ wertvolle Informationen. Wir arbeiten ständig an Verbesserungen für unseren Ratgeber und wollten auch Sie um Stellungnahme bitten. Falls Ihnen der Ratgeber zusagt, würden wir uns darüber hinaus sehr über ein Verweis von Ihrer Website freuen.

Sie erreichen mich unter …

Viele Grüße aus dem verregneten Stuttgart ins sonnige Berlin :-)

X Abspann

Ein Ratschlag für Startups

Linkaufbau ist im Umschwung. Google ist mit einer rigorosen Qualitätsoffensive durchgestartet und elimiert reihenweise unlegitime Links und Websites. Wer diese Säuberungsaktion überleben oder aber jetzt durchstartet und sich stabile Positionen für die Zukunft sichern möchte, der sollte sich am besten in die Lage von Google versetzen. Was finden die Ingeniuere dort wohl besser?

  1. Gekaufte Links aus minderwertigen Inhalten, welche wiederum auf Portalen existieren, die lauter solcher „Beiträge“ veröffentlichen. Oder:
  2. Freiwillig gesetzte Links aus hochwertigen Inhalten mit nützlichen Informationen für Leser, die es schlicht und ergreifend verdienen, verlinkt zu werden?

Die Antwort überlasse ich Euch.

[hr]

Über den Autor

Saša Ebach
Saša Ebach

Saša Ebach arbeitet als Geschäftsführer bei VIPEX in Köln. Dort entwickelt er Produkte für den organischen Linkaufbau BoxOfLinks. Außerdem tourt er gerade durch D/A/CH um die nächste Generation an organischen Linkaufbauern auszubilden. Auf Seine Seminare kommen Startups, Redakteure, Jounalisten, SEOs, Affiliates und viele andere Website-Betreiber, die erfahren möchten, wie sie entweder im eigenen Team skalierbare Linkaufbau-Prozesse implementieren und/oder besser externe Dienstleister steuern können.

Saša ist am 15.11.12 in Stuttgart, also am Donnerstag einen Tag vor dem Startup Weekend. Wer mehr zu diesem Thema lernen möchte, sollte sich schnell anmelden, denn die Tour findet nur noch dieses Jahr statt. Die Anmeldung erfolgt über www.linkaufbautour.de. Tipp: Eine Google-Suche nach [Rabatt-Code Linkaufbautour] könnte sich auszahlen.

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  1. […] 1. Linkaufbau für Startups: Zukunftsichere Methoden mit maximaler Wirkung Den ersten Platz belegt ein klasse Gastbeitrag von Saša Ebach zum Thema Linkaufbau für Startups. Vielen Dank für den wertvollen Beitrag, Saša! […]

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