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Startup Weekend Reutlingen 10-12.03.2017

Ein Wochenende – viele Ideen

Gründer treffen sich im März an der Hochschule Reutlingen

Eine Geschäftsidee innerhalb von  54 Stunden entwickeln – das ist erklärtes Ziel des Formats Startup Weekend. Wie bereits zuvor im Jahr 2014 hat sich dieses Jahr ein Organisationsteam aus Freiwilligen zusammengefunden, das diese Veranstaltung nach Reutlingen bringt. Vom 10. bis 12. März bieten sie für Gründungsinteressierte jeglichen Hintergrunds den Rahmen, um Gleichgesinnte zu treffen und dabei fokussiert sowie begleitet von Mentoren ihre Ideen zur Geschäftsreife zu entwickeln. Das Team, das am Sonntagabend eine Jury erfolgreich von seiner Idee überzeugt, darf sich über einen Preis freuen. Michael und Tobias von Startup Stuttgart werden als Mentor bzw. Juror auch vor Ort sein.

Die Veranstaltung findet in den Räumen der Hochschule Reutlingen statt. Weitere Information und Anmeldung unter:

http://www.up.co/communities/germany/reutlingen/startup-weekend/10377

Kontakt: rtstartupweekend@gmail.com

Sponsoren: Bosch, Stadt Reutlingen, Hochschule Reutlingen, wexelwirken, mymuesli und stattys

 

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Kunstflug-Manöver für den RC Helikopter lernen – AVIrem im Kurzportrait

Mit AVIrem wollen Ulrich Beyle und Patrick Zajonc Piloten von ferngesteuerten Hubschraubern und Flugzeugen Kunstflug beibringen, ohne eine Vielzahl der teuren Fluggeräte zu Schrott zu fliegen. Dafür haben sie eine motorisierte Fernsteuerung (StickMover) erfunden. Mit der zugehörigen Software können die Piloten die Kunstflugfiguren direkt am Rechner üben und die Feinmotorik erlernen. Wir haben uns das von Ulrich Beyle genauer erklären lassen.

 

Wo habt ihr Euch kennengelernt und wie kam es, dass ihr zusammen ein Firma gegründet habt?

Wir kennen uns schon etwas länger. Ich war glaube damals 18 Jahre und Patrick nur unmerklich älter, als er die Treppen zu unserem Gewölbekeller runter stieg um gemeinsam historischen Schwertkampf zu trainieren, natürlich noch mit anderen. Nach ein paar Jahren der gemeinsamen Auftritten in historischen Gewändern rief er mich eines Tages an und erzählt mir von der Idee der “Lehreinheit” wie er den StickMover bzw. die Holzschachtel damals noch nannte.

Wir wussten von früher, dass wir sehr gut miteinander konnten und unsere Gedanken auch in den gleichen Bahnen laufen. Manchmal ist es erschreckend, erleichtert aber die Kommunikation ungemein. Nach einem weiteren halben Jahr Protoypenentwicklung sowie unzähligen Tests mit verschiedenen Kameras haben wir uns entschlossen, eine Firma zu gründen und unser Produkt selbstständig auf den Markt zu bringen.

 

Was macht AVIrem und wen möchtet ihr damit erreichen?

Wir stellen den StickMover her. Dieser dient Piloten im RC (Remote Control) Bereich Figuren und Manöver zu erlernen. Seien es waghalsige 3D Flüge mit dem Heli oder Flächenmodellen oder Flüge mit FPV Quadcoptern oder Multicoptern. Wer mit einem RC Modell abheben und landen kann und gerne mehr können würde ist unser Publikum.

Mit AVIrem werden Manöver direkt am PC „vorgeflogen“ und können so einfach erlernt werden.

 

 

Wie ist Euer Hintergrund und woher kommen die Kontakte zur RC Welt?

Patrick hat schon Jahre vor der Gründung RC Flug betrieben. Hauptsächlich mit Helikoptern. Er kam genau zu dem Problem vor dem fast jeder Pilot einmal steht. Er sieht einen Flugmanöver und denkt. “Geil, will ich auch können!” Auf die Frage wie das geht an den Piloten kommt meist leider nur ein Schulterzucken und eine wage Aussage wie, “…bisschen hier kommen lassen, dann da nach steuern und oben dann voll rüber reissen…” Wir sprechen hier über Aktionen die in Millisekunden angesteuert werden. Ein Fehler und das Model liegt im Acker und 100-600 € sind futsch.

 

Von der Idee zum fertigen Produkt war es ein langer weg, mit welchen Herausforderungen hattet ihr zu tun?

Mit viel. Da Patrick aus der IT kommt und ich aus dem medialen Bereich konnten wir diese Punkte schon mal sehr gut abdecken. Er war außerdem ja noch Erfinder, Bastler, und RC Kenner. Bei mir kamen die Eigenschaften wie Business, Design und Usability hinzu. Schwierigkeiten hatten wir trotzdem, gerade das Thema Spritzguss. Dass es nicht günstig wird war uns recht schnell klar, dass wir dort Hilfe brauchen ebenfalls. So kam es, dass wir uns bei Nico Niewind (Turnier Pilot seit er 6 Jahre alt ist und ein bekannte Größe der RC Szene) sowie dessen Vater (ehemaliger RC Pilot und CAD Ingenieur) trafen um unsere “Vesperbox” – sie sah leider wirklich so aus – zu optimieren, aufzupolieren und für RC Piloten anzupassen.

Prototypen – von der „Lehreinheit“ über die „Vesperbox“ zum fertigen Produkt.

 

 

In Eurem Beraterkreis sind auch Profi Piloten, wie waren die Reaktionen auf die ersten Prototypen und wie arbeitet ihr zusammen?

Nico und sein Vater waren sofort Feuer und Flamme, auch die Reaktion von anderen Piloten den wir unser Gerät vorgestellt haben und die ja die AVIskills – also die “nachfühlbaren” Videos einfliegen war schlichtweg Begeisterung. Klar gab es auch kritische Stimmen von Beta Testern. So hatten wir zum Beispiel einen sehr guten Piloten aus Stuttgart, der meinte: “Die Idee ist super, aber mir bringt sie gar nichts. Ich kann schon alles. Hättet ihr damit nicht vor ein paar Jahren kommen können, dann hätte ich viele Stunden am Simulator sparen können.”  Ganz erspart hätte er sie sich nicht unbedingt, aber seine Lernkurve wäre um einiges steiler gewesen.

 

Hardware ist immer mit Investitionskosten verbunden, wie habt ihr die lange Entwicklungszeit finanziert?

Das war recht Lustig. Wir schrieben einen Businessplan, Präsentation, Hochrechnungen usw. Diese gaben wir unseren Verwandten und Freunden eigentlich zum Korrekturlesen. Als Antwort haben wir dann gehört: “Seite 3, Absatz 2 da fehlt ein Komma und ich bin mit X% dabei.” Wir mussten also gar nicht an die breite Öffentlichkeit gehen, sondern sind nun in einer Firma mit sehr entspannten Investoren. Natürlich geht es denen am Ende auch um Geld, aber das ist ja auch gut so. Von der Dauer haben wir ein wenig länger gebraucht als gedacht. 3,5 statt einem Jahr.

 

Aktuell läuft die Kickstarter Kampagne, wie geht es bei erfolgreichem Funding weiter?

Die Kickstarter Kampagne machen wir hauptsächlich um den Spritzguss zu bezahlen und das Produkt auf den Markt zu bekommen,

Dann werden erstmal die Spritzgusswerkzeuge produziert und es gehen die ersten 1.000 Stück in die Fertigung. Wenn alles gut läuft werden wir auch nach der Kampagne weiter verkaufen und uns an die Entwicklung des StickMovers 2 machen können. Die Pläne dazu liegen schon in der Schublade, alleine Zeit und ein Budget fehlt aktuell.

 

Aktuell läuft die Kickstarter Kampagne für die Produktion der ersten Serie.

 

Was sind Eure Ziele für AVIrem? Kommen neben RC Helikoptern und Flugzeugen weitere Anwendungen hinzu?

Jup. Drohnen, Multicopter, FPV, Paraglider… eigentlich alles was fliegt und ferngesteuert ist. Wir werden weiterhin die besten Piloten einfliegen lassen und das Lernen für den normalen Piloten erleichtern. Vielleicht erlebt das Hobby RC Flug durch uns eine kleine Renaissance.

 

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg mit der Kampagne!

 

AVIrem im StartupSpot

Das Spot-Profil von AVIrem.

Zwei alte Kumpel hatten eine großartige Idee… so fangen viele erfolgreiche Gründungsgeschichten an. Die StickMover-Story geht so ähnlich. Zunächst hatte Patrick Zajonc die zündende Idee. Als Computer-Experte und langjähriger Hobby-Modellflieger schaute er eines Tages mal wieder einem echten Modellflug-Profi zu, wie er waghalsige Figuren flog. Patricks großer Wunsch: So möchte er eines Tages auch fliegen können. Patrick probierte alles aus. Er versuchte es mit einem Buch. “Ich habe bald gemerkt, dass ich die Verbindung zwischen dem Buch und meinen Fingern nicht hinkriege.“ Auch mit einem Video klappte es nicht wirklich. „Du kannst deine Aufmerksamkeit nicht zwischen Auge und Hand aufteilen – die Schwierigkeit ist, beides zusammenzubringen.“ Zu dieser Zeit lernte Patricks kleiner Sohn gerade, seinen Namen zu schreiben. „Ich habe gesehen, wie er den Stift hielt und wusste plötzlich, was zu tun war. Du wirst nie etwas durch Zuschauen lernen – du musst es selbst tun.“ Seit diesem Moment vor vier Jahren fing Patrick an, über seiner Erfindung zu tüfteln. Bald holte er sich Unterstützung dazu und fragte seinen alten Freund Ulrich F. Beyle, ob er mitmachen will. Er wollte und steuert seitdem seine Kompetenz im Bereich Medien, Design und Business bei.


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otego aus Karlsruhe gewinnt den 6. Venture Capital-Pitch „Best of Baden-Württemberg“

15 Start-ups präsentierten sich vor finanzstarkem Publikum in der L-Bank Rotunde

Stuttgart – 3. Februar 2017. Unter dem Motto „Best of Baden-Württemberg“ stellten gestern die innovativsten High-Tech-Gründer des Bundeslandes bei der sechsten Ausgabe des Venture Capital-Pitches in der Stuttgarter L-Bank Rotunde rund 220 Gästen aus dem deutschsprachigen Raum ihre Geschäftskonzepte vor. Unter allen pitchenden Start-ups wählte das Publikum seine Favoriten. Bewerben konnten sich alle Start-ups, die ihren Fokus auf die Bereiche IT, Life Science oder Technik gelegt, ihren Unternehmenssitz in Baden-Württemberg und einen Kapitalbedarf von mehr als 500.000 Euro haben.

Das Rennen um den ersten Platz machte otego aus Karlsruhe: Dessen gedruckte thermoelektrische Generatoren nutzen Umgebungswärme, um eine Vielzahl drahtloser Kleingeräte des Internet of Things energieautark zu betreiben. „Vorstellen kann man sich unser Produkt quasi als eine Solarzelle für Wärme“, erklärte CEO Frederick Lessmann. „Diesen Publikumspreis zu erhalten, bei dem unterschiedliche Investoren, Business Angels und Wirtschaftsförderer mit abgestimmt haben, ist wirklich ein gutes Gefühl“, freute er sich. Es bekräftige ihn, bis Mitte des Jahres die Finanzierung zur Entwicklung der Serie in trockenen Tüchern zu haben.

v.l.n.r. Hubert Wicker, Ministerialdirektor im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg, Frederick Lessman, CEO des Sieger-Start-ups otego, Dr. Ulrich Theileis, stv. Vorsitzender des Vorstands der L-Bank sowie Dr. Michael Völter, Vorsitzender des Vorstands Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V.

Den zweiten Platz auf dem Siegerpodest sicherte sich Ad-O-Lytics. Das Start-up aus Ulm entwickelt onkolytische, also tumor-auflösende Viren als innovativen Wirkstoff für virotherapeutische Krebsmedikamente. Der dritte Platz ging an das Karlsruher Start-up robodev, das individuelle, auf einem intelligenten Modulbaukasten basierende Automatisierungslösungen für die wirtschaftliche Produktion und Montage kleiner Stückzahlen anbietet.

Veranstalter des 6. VC-Pitches ist VC-BW, die Gründungs-Initiative von Stuttgart Financial, sowie das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau. Ziel der Veranstaltung ist es, regionale, nationale und internationale Investoren mit jungen, besonders innovativen und wachstumsstarken Unternehmen aus Baden-Württemberg zusammenzubringen. Auf diese Weise bekommen Financiers auch über die Landesgrenzen hinaus einen breiten Überblick über aktuelle Entwicklungen und den Erfindungsreichtum in Baden-Württemberg.

„Die Rahmenbedingungen in Baden-Württemberg sind bestens, damit aus jungen Start-ups erfolgreiche Unternehmen heranwachsen: Hier gibt es eine Vielzahl an Netzwerken, die Gründer mit unterschiedlichsten Dienstleistungen bei den ersten Schritten unterstützen, attraktive Förderprogramme und zahlreiche finanzkräftige, innovationsorientierte Risikokapitalgeber“, sagte Dr. Ulli Spankowski, Leiter von Stuttgart Financial. „Beim VC-Pitch möchten wir den besten Start-ups des Landes die Chance geben, sich mit Geldgebern zu vernetzen.“ Dass dies auch auf Investoren-Seite gut ankommt, belege die hohe Teilnehmerzahl von rund 220 Gästen aus der VC- und Start-up-Szene.

„Mit Blick auf den Mittelstand von morgen ist eine dynamische Gründungskultur für Baden-Württemberg ein entscheidender Erfolgsfaktor. Deswegen ist es unser Ziel, das Gründerland Baden-Württemberg auf der Basis der bisherigen Erfolge weiterzuentwickeln und noch attraktiver und dynamischer zu machen“, betonte Ministerialdirektor Hubert Wicker aus dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau. Das Wirtschaftsministerium arbeite daher an einem neuen Konzept zur Gründungsförderung, das bewährte Förderprogramme aufnimmt und gleichzeitig mit neuen Maßnahmen an aktuelle Bedarfe angepasst wird.

Dr. Ulrich Theileis, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der L-Bank, unterstrich die Bedeutung der High-Tech-Gründer: „High-Tech-Start-ups setzen von Anfang an auf die Transformation bestehender Prozesse und Geschäftsmodelle, auf Vernetzung und Internationalität.“ Für Theileis gehört dabei gerade in Zeiten einer drohenden protektionistischen US-amerikanischen Wirtschaftspolitik der freie Güter- und Kapitalfluss zu den notwendigen Grundvoraussetzungen. „Als die Förderbank des Landes tun wir viel, damit expandierenden, technologiestarken Start-ups aus Baden-Württemberg ausreichend Risikokapital für den globalen Wettbewerb zur Verfügung steht. So haben wir 2016 fast 24 Mio. Euro neu in Venture Capital investiert und sind derzeit in Überlegungen, unser VC-Angebot schlagkräftig weiterzuentwickeln.”

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Interview mit Martin P. Allmendinger Zur Studie: Den „Generationenkonflikt“ durch richtige Kooperation überwinden – was Startups von Großunternehmen erwarten.

Interview mit Martin P. Allmendinger, Universität Hohenheim, Fachgebiet Unternehmensgründungen und Unternehmertum

Hallo Martin,
ihr habt gerade eine spannende Studie zur Zusammenarbeit zwischen Corporates und Startups aus der Perspektive der Startups veröffentlicht. Was war denn die Motivation für die Studie?

Hallo Michael,
Danke für Euer Interesse an der Studie und schön, dass Du sie spannend findest.

Die Studie ist ein Teil meiner Promotion über das Thema „asymmetrische Partnerschaften“. Nachdem ich im letzten Jahr bereits eine ähnliche Studie mit einigen Großunternehmen durchgeführt habe, war es uns jetzt noch wichtig auch noch die Perspektive der Startups abzudecken.

Insgesamt lässt sich sagen, dass in der Wissenschaft bereits sehr viel über innovationsorientierte Partnerschaften und Allianzen geschrieben wurde, allerdings wird dabei selten der Fokus auf die Verschiedenartigkeit der Innovationspartner selber gelegt. Da das Thema Open Innovation in der Wissenschaft, in den letzten 15 Jahren sich enormer Beliebtheit erfreut, war es mir auch aufgrund meines unternehmerischen Hintergrunds wichtig diese Thematik genauer zu erforschen. Auch habe ich in den letzten drei Jahren gemerkt, dass der Begriff Kooperation zwar laufend verwendet wird, die wenigsten aber wirklich wissen, was er alles bedeuten kann. Dies führt dann zwangsläufig zwischen Startup Unternehmern und Managern zu unterschiedlichen Vorstellungen und Erwartungen.

 

Kannst du uns die wichtigsten Erkenntnisse in drei bis vier Sätzen zusammenfassen?

Gerne, die wichtigsten Erkenntnisse der Startup Umfrage sind, dass die Startup Unternehmer aus Baden-Württemberg sich mehr Offenheit von Großunternehmen (mit mehr als 500 Mitarbeitern) hinsichtlich Kooperationen und mehr Möglichkeiten für einen grundsätzlichen Austausch wünschen.

Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass Offenheit mehrere Stufen hat. Offen sein heißt übrigens nicht, dass man deswegen auch gleich eine Kooperation eingehen muss.

Es beginnt bereits am gegenseitigen Interesse an informellen Gesprächen auch außerhalb des Firmengeländes und führt dann vielleicht über ein Pilotprojekt zu einem konkreten Co-Creation Projekt, das die Etablierung eines gemeinschaftlichen Geschäftsmodells zum Ziel haben kann. Auf diesem Weg müssen Großunternehmen empathisch sein, also bereit sein zu lernen, was die Bedürfnisse eines Startups sind und im Interesse der erfolgreichen Kooperation auch interne Veränderungen vorzunehmen.

 

Die großen Unternehmen erhalten von den meisten Startups kein gutes Zeugnis was die Kooperationsbereitschaft angeht. Welche Gründe könnte es hier geben?

Natürlich kann es hier viele Gründe geben. Ein Grund ist sicherlich, dass Gründer generell jede Unterstützung zu Beginn gebrauchen können und damit tendenziell eine überdurchschnittlich hohe Erwartung an sich aber auch an alle anderen haben.

Ein anderer Punkt ist, dass Großunternehmen und speziell ihre Mitarbeiter mit kleinen gleichberechtigten Kooperationsprojekten bisher eher weniger Erfahrungen gemacht haben und bisher auch nicht wissen, wie sich diese Kooperationen an das bestehende Großkonstrukt organisatorisch sinnvoll angliedern lassen.

Der andere eher regionale Aspekt ist sicherlich, dass wir in Baden-Württemberg viele mittelständische Unternehmen und Hidden Champions haben und diese tatsächlich ganz bewusst weniger offen bzw. etwas vorsichtiger bei der Informationsherausgabe sind. Diese oftmals bewusste Haltung hat sie ja schließlich auch zu Hidden Champions gemacht.

 

Habt Ihr konkrete Maßnahmen um das zu verbessern?

Zunächst muss man bei allen Chancen, die diese Zusammenarbeit mit sich bringen können, auch erwähnen, dass ca. 50% aller innovationsorientierten Partnerschaften (unabhängig von der Unternehmensgröße der Partner) scheitern, weil es vor oder während des Kooperationsvorhabens zu Problemen kommt. Das heißt, Kooperationen sind ein besonders komplexer Vorgang und beide Seiten müssen immer intensiv daran arbeiten, dass das Ergebnis ein Erfolg wird. Wenn man dann mit Startups kooperieren möchte und keinen geeigneten Fürsprecher und Vermittler im Großunternehmen hat, der versteht wie Startups funktionieren wird es natürlich noch schwerer.

Ein systematisches Kooperationsmanagement kann hier aber auf jeden Fall helfen und es sieht ja auch momentan danach aus, dass immer mehr entsprechende Anlaufstellen und Kooperationsprogramme innerhalb oder außerhalb von Großunternehmen geschaffen werden, die versuchen, die „echten Bedürfnisse“ der Startups bewusst und auch systematisch zu berücksichtigen.

Ziel sollte sein, dass Großunternehmen lernen zwischen geeigneten Kooperationsformen zu differenzieren und dies auch nach außen an potentielle Partner so kommunizieren. Darüber hinaus sollten sich Großunternehmen überlegen, was sie Startups konkret anbieten können.

Einige Großunternehmen haben hier bereits angefangen proaktiv geeignete Vermögenswerte (Assets) (wie Werbeflächen, Softwarelizenzen, Ladenflächen, Testfahrzeuge, Kundendaten, etc.) systematisch zur Verfügung zu stellen, die Startups im Rahmen der Kooperation nutzen können. Dies dient auch als eindeutiges Signal an die Startups, dass das Großunternehmen verstanden hat, wie das Startup konkret von der Kooperation profitieren kann. Gleichzeitig gibt es häufig vom Großunternehmen einen Anforderungskatalog, der genau beschreibt, welche Startups gesucht sind. Allerdings ist das natürlich schon die fortgeschrittene Variante. Manchmal reicht es für Startups aber auch schon in einem persönlichen Gespräch grundsätzliches Feedback oder einen kompakten Marktüberblick zu bekommen. Einige Aussagen der Startup Unternehmer zeigen nämlich auch in der Umfrage, dass ihnen mit etwas mehr Transparenz, Ehrlichkeit und Respekt in der Anfangsphase schon sehr viel geholfen ist.

Auf der anderen Seite muss man auch klar sagen, dass viele Gründer auch nicht mit Großunternehmen kooperieren wollen egal, was Großunternehmen machen. Von daher kann man immer nur die zusammenbringen, die auch zusammenkommen wollen. Das muss dann aber auch von Anfang an möglichst unproblematisch und unbürokratisch passieren.

 

Seht ihr auch einen Handlungsbedarf in der Politik und falls ja, welchen?

Wir sehen zunächst in lokalen Kooperationen zwischen den Unternehmen aus Baden-Württemberg allgemein viel Potential. Manchmal hat man aber den Eindruck einige Firmen aus Baden-Württemberg sehen bereits in ihren unmittelbaren Nachbarn eine Bedrohung, obwohl der Innovationsmarkt und der Markt für unternehmerische Talente inzwischen hochgradig global sind. Hier sollte die Politik anknüpfen und ganz bewusst versuchen die Diskussion auf eine höhere Ebene zu bringen. Wir denken, dass die Politik dabei eine sehr gute Moderations- und Vermarktungsfunktion zwischen den Partnern übernehmen kann.

Konkrete Maßnahmen könnten hier gezielte finanzielle Förderungen für Kooperationsprojekte sein oder ein Award, der die interessanteste oder erfolgreichste Zusammenarbeit prämiert. Auch sollten sich bestehende und neue Veranstaltungsformate inhaltlich tiefer mit dem Thema Kooperation beschäftigen. Warum nicht mal in fachlichen Workshops auf Kongressen Problemlösungen zumindest konzeptionell und mit offenem Ergebnis gemeinsam erarbeiten?

Das sind übrigens dann auch Maßnahmen, mit denen sich das Ökosystem Baden-Württemberg von anderen Ökosystemen stärker differenzieren kann.

 

Was können Ökosystempartner wie Startup Stuttgart tun um das ganze zu verbessern

Wir glauben ihr könnt wie schon bisher als eher neutrale Institution auch weiterhin eine ganze Menge persönliche Aufklärungsarbeit leisten. Und zwar nicht nur in den Städten, sondern speziell auch auf dem Land. Viele können mit dem Begriff Startup nach wie vor wenig anfangen.

Ansonsten gilt es das Thema Kooperation natürlich nicht nur in Bezug auf Startups und Großunternehmen zu sehen. Es lohnt sich das fragmentierte Ökosystem Baden-Württemberg mit ernstgemeinten Kooperationen zwischen allen Akteuren weiter zu festigen. „Groß denken“ ist auch hier der geeignete Ausdruck und ich denke, da gibt es noch genug Arbeit.

Vielen Dank für deine Zeit.

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10 Fragen an Johannes Gerhold von matchd

Diese Woche haben wir unsere 10 Fragen an matchd gestellt, die seit 2013 die ersten Planungen und seit Februar 2016 live am Markt sind

Wer seid ihr und welches Produkt oder Dienstleistung bietet ihr an?

Wir sind Simon, Gunnar und Johannes.
Wir haben mit matchd die webbasierte Plattform (SaaS) geschaffen, die die Kommunikation und Interaktion zwischen Unternehmen und Personaldienstleistern stark vereinfacht und Zugriff auf den größtmöglichen Bewerberpool bietet. Nicht die Auswahl des Personaldienstleisters, sondern die Auswahl des passenden Bewerbers steht bei uns im Mittelpunkt. Unternehmen erfassen kostenlos ihre Stellen, definieren die Kriterien und bewerten die gesuchten Qualifikationen. Personaldienstleister schlagen passende Kandidaten vor, unser Algorithmus gibt die Passgenauigkeit der einzelnen Kandidaten an. Unternehmen können Bewerber dann direkt über die Plattform zu Gesprächen einladen. Die relevantesten Dienstleistungen wie Personalvermittlung, Arbeitnehmerüberlassung und Interim Management werden abgedeckt. Unternehmen haben selbst auf überregional oder international verfügbare Bewerber einfachen Zugriff. Personaldienstleister erhalten Anfragen von potentiellen neuen Kunden und generieren Umsätze, ganz ohne Akquise und Marketing.

Seit wann gibt es Euch als Unternehmen?

Die Idee zu matchd hatte Gunnar ist bereits im Jahr 2013. Nachdem sich unser Team Anfang 2015 zusammengefunden hat, konnten Konzeption, Umsetzung und Entwicklung starten. Nach über einem Jahr intensiver Arbeit und Entwicklung ist unsere Plattform nun seit Ende Februar 2016 am Markt.

Wie seid Ihr auf die Gründungsidee gekommen?

Bei seiner täglichen Arbeit in der Personaldienstleistung stellte Gunnar fest, dass Unternehmen heute massive Schwierigkeiten haben, ihre Stellen adäquat und zur richtigen Zeit mit dem passenden Personal zu besetzen. Personaldienstleister sind zu wichtigen Partnern bei der Stellenbesetzung geworden, jedoch hat sich der Markt stetig weiterentwickelt und ist zwischenzeitlich sehr vielschichtig geworden, sodass es für Unternehmen äußerst schwierig und zeitaufwendig ist, den „richtigen“ Dienstleister für die jeweils zu besetzende Stelle zu finden. Gunnar hat nach einer Möglichkeit gesucht, die es Unternehmen erleichtert, den passenden Bewerber ohne Umwege zu finden und die Interaktion mit den Personaldienstleistern zu bündeln und zu digitalisieren.

Was habt ihr vorher gemacht und wie habt ihr als Team zueinander gefunden?

Gunnar bringt langjährige Markt- und Führungserfahrung in der Personaldienstleistung, im B2B-Vertrieb und Key Account Management eines Industrieunternehmens mit. Simon hat langjährige Erfahrung als Softwareentwickler bei einem der weltgrößten IT-Konzerne. Johannes ist aktuell noch Student der IMUK und ist absoluter Autodidakt im Bereich Design und der Front-End-Entwicklung. Gunnar und Johannes kennen sich bereits seit einigen Jahren. Der Kontakt zu Simon kam über einen gemeinsamen Bekannten zustande. Schnell haben wir festgestellt, dass sich unsere Kenntnisse und Fähigkeiten optimal ergänzen und wir unsere Idee schnellstmöglich, zunächst neben Beruf und Studium, umsetzen wollten.

Was waren bei der Umsetzung von matchd bisher die größten Herausforderungen?

Für uns war die größte Herausforderung das Thema Zeit. Jeder von uns hatte seine  Vollzeitbeschäftigung, Simon als Entwickler, Johannes als IMUK-Student und Gunnar als Gründer und Geschäftsführer einer Personalberatung. Also konnten wir lediglich in den Abendstunden und an den Wochenenden an den Prozessen und der Entwicklung der Plattform arbeiten. Trotz sehr guter Branchenkenntnis hatten wir zudem die Herausforderung unterschiedliche Prozesse innerhalb der Personaldienstleistung zwischen Personaldienstleistern und Unternehmen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen und möglichst stark zu vereinfachen.

 

Warum habt ihr Euch für Stuttgart als Standort entschieden und nicht wie viele andere Startups für Berlin?

Wir alle sind wohnhaft im Großraum Stuttgart. Von daher, gab es für uns keine echten Alternativen. Stuttgart ist auch deshalb für uns interessant, da wir hier von Anfang an Kontakte zu Unternehmen und auch zu Personaldienstleistern hatten. Dies ist vor allem in puncto Marketing
und Vertrieb gerade in der Anfangsphase sehr von Vorteil. Das spannende ist, dass es eine sehr vielfältige und heterogene Unternehmenslandschaft in und um Stuttgart gibt. Auch wenn Berlin in der europäischen Startup-Szene eine herausragende Stellung genießt, sind wir der festen Überzeugung, dass eine gute Idee, ein gutes Konzept und eine motivierte Umsetzung gerade im B2B-Umfeld, generell überall, aber gerade auch in Stuttgart sehr gut funktionieren kann.

Was möchtet ihr Gründern speziell als Tipp mitgeben, wenn sie in Stuttgart (und der Region) gründen möchten?

Branchenerfahrung und Validierung. Wenn ihr bereits entsprechendes Branchen-Know-How habt, wird es euch wesentlich leichter fallen, Prozesse und Zusammenhänge zu definieren und diese auch umzusetzen. So lauft ihr nicht Gefahr, wichtige branchenspezifische Themen nicht ausreichend zu berücksichtigen oder gar ganz zu übersehen. Darüber hinaus sollten sich Gründer voll auf die Idee und deren Umsetzung konzentrieren. Networking gehört natürlich auch dazu, ist aber gerade in der Anfangsphase nicht überzubewerten. Nur wenn ihr eine richtig gute Idee habt und diese Idee mit Leben füllt, seid ihr auf dem richtigen Weg und könnt euch anschließend effektiv ums Netzwerken kümmern.

Angenommen ihr hättet die Chance einen Tag lang Bürgermeister von Stuttgart zu sein, was würdet ihr verändern?

Wir haben festgestellt, dass es gerade im Raum Stuttgart immer noch wenig Möglichkeiten zur Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Startups gibt. Wir denken, dass es wichtig ist Raum und Ökosystem für Startups zu stärken, um die Wirtschaftlichkeit der Region langfristig auf einem hohen Level zu halten. Gemeinsame regelmäßige Veranstaltungen und Messen wären hier ein erster Ansatz.

Mit wem würdet ihr gerne einmal essen gehen und warum?

Ein Essen mit Dietrich Mateschitz wäre aus unserer Sicht spannend. Er ist ein absoluter Spezialist für Marketing und Stratege durch und durch, der es geschafft hat eine tolle Brand aufzubauen und vor Allem langfristig zu etablieren. Natürlich würden wir uns auch ein Essen mit Elon Musk nicht entgehen lassen. J Ein absoluter Unternehmer und Vorbild, der bereit ist unternehmerisch ans Limit und darüber hinaus zu gehen.

Wo seht ihr matchd heute in fünf Jahren?

Unsere Vision ist es, matchd in den nächsten Jahren zu einer der Adressen für alle personalsuchenden Unternehmen zu etablieren. Über unsere Plattform ist es Unternehmen möglich, Recruiting an die Experten auszulagern, das Recruiting zu perfektionieren und die Personalabteilungen zu entlasten und hier massiv Kosten zu senken. Unser Geschäftsmodell und unser Algorithmus sind so konzipiert, dass eine weltweite Skalierbarkeit gegeben ist.

Vielen Dank für dieses spannende Interview und alles Gute weiterhin!

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Die Zukunft des Fernsehens – Flickstuff im Kurzportrait

Johannes Knittel, Dominique Rau und Annabel Daferner bilden das Kernteam der FlickStuff GmbH. Das im August 2016 gegründete IT-Unternehmen hat sich auf Second Screen Lösungen im B2C und B2B Bereich spezialisiert. „Second Screen“ bezeichnet den zweiten Bildschirm, also das Smartphone oder Tablet in Parallelnutzung zu TV oder PC. Wir haben die Stuttgarter zu einem Interview getroffen.

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Verlosung: Weihnachten mit Startup Stuttgart und dem StartupSpot!

Nicht mehr lange, dann ist Weihnachten! Wir sind bereits in bester Festtagsstimmung und verschenken an euch die Möglichkeit für die Startup Szene sichtbarer zu werden! Zusammen mit unserem Netzwerkpartner dem StartupSpot, wollen wir euch die Möglichkeit geben, eines unserer Kurzportraits zu gewinnen!

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Modulare oder Individuelle Videoclips – green-boxx animation im Kurzportrait

Und da kommt auch schon das dritte und vorletzte Kurzportrait! Im Rahmen der Verlosung mit unserem Netzwerkpartner StartupSpot Bawü stellen wir euch heute das kreative Startup green-boxx animation vor!

green-boxx animation ermöglicht seinen Kunden grafische Trickfilme und Videoclips – egal ob modular oder individuell. Das Gründerduo Samira Djidjeh und Michael Möller haben neben Kunden, wie die Landesagentur Umwelttechnik Baden-Württemberg oder die Hochschule Heilbronn, das Ziel aktuelle gesellschaftspolitische Inhalte in wunderschön animierte Filme zu verwandeln. Die beiden haben mit uns über ihre Projekte gesprochen:

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Frozen Yogurt aus Heilbronn – kissyo im Kurzportrait

Das letzte Kurzportrait der Verlosung geht an kissyo! Ein letztes Mal stellen wir euch mit unserem Netzwerkpartner StartupSpot Bawü eines der vielen kreativen Startups aus Baden-Württemberg vor:

Seit Ende 2013 gibt es die leckeren Frozen Yogurts von kissyo im Supermarkt zu kaufen. Ohne künstliche Aroma-, Farb- und Zusatzstoffe schmecken die Produkte besonders gut, auch, weil sie die ökologischen Standards erfüllen und biozertifiziert sind! Sie haben am 18. November für ihre Sorte NATUR den eat healthy award 2016 bekommen und sich damit gegen Arla’s Skyr durchgesetzt. Wir haben mit Lutz Haufe, dem Gründer von kissyo, über sein Startup gesprochen:

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Kleingartensysteme in der Stadt – Geco-Gardens im Kurzportrait

Weiter geht’s! Wir stellen euch heute das zweite Kurzportrait von dem Gewinnspiel mit unserem Netzwerkpartner StartupSpot Germany vor:

Geco-Gardens schaffen neue Gartenflächen für die ökologische Eigenproduktion mitten in der Stadt. Durch ihre vertikalen und automatisierten Kleingartensysteme ermöglichen sie Bewohnern in urbanen Gegenden auf kleinstem Raum Nutz- und Zierpflanzen wachsen zu lassen.

Neben der Dachterrasse von ‘Brot für die Welt’ in Berlin, stehen Geco-Gartensysteme in Stuttgart und Freiburg, aber auch schon in Indien und Südafrika. Sie haben auch vor kurzem die ‘Social innovation competition’ in Stuttgart gewonnen! Der Agrarwissenschaftler und gleichzeitig Gründer von Geco-Gardens, Bastian Winkler, hat mit uns über seine Projektideen gesprochen:

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