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Uwe Horstmann von Project A im Gespräch

Uwe Horstmann gehört zum „Management Team“ von Project A. Einen in Berlin ansässiger VC, der seit kurzem auch gezielt in BW nach Investments sucht. Uwe kommt ursprünglich aus Biberach, war eine zeitlang bei Rocket Internet und bei Project A verwalten sie rund 260 Millionen Euro.

Uwe Horstmann

Startup Stuttgart: Uwe, danke dass du uns für ein Interview zur Verfügung stehst. Wir haben uns 2013 zum ersten Mal am Startup Weekend Stuttgart getroffen. Damals gab es von Project A noch keine gezielten Aktivitäten im Ländle. Was hat sich denn in der Zwischenzeit getan, damit ihr euch dazu entschieden habt euch auch hier in der Region zu engagieren?

Uwe: Da gibt es verschiedene Gründe: Zum einen hat sich in der Region viel gewandelt, es sind einige junge Unternehmen und Projekte entstanden und Universitäten in Karlsruhe und Mannheim legen den Grundstein für Innovationen.  Zum anderen ist Baden-Württemberg ja generell dafür bekannt, dass dort ein Großteil der Industrie angesiedelt ist und hier gibt es v.a. im Bereich Industry 4.0, den wir uns zurzeit genauer anschauen, viele spannende Entwicklungen. Und zuletzt haben wir natürlich einen neuen Fonds und damit bedeutend mehr Geld zur Verfügung, das wir in spannende neue Projekte stecken möchten – wenn es sich ergibt auch im Ländle.

Startup Stuttgart: Du bist ja nun schon seit Jahren in Berlin sesshaft und kannst daher die Szene sehr gut. Welchem Gründer aus Baden-Württemberg würdest du denn empfehlen nach Berlin zu gehen oder doch in der Region BW zu bleiben?

Uwe: Wenn es Sinn macht sich in Berlin vor Ort auszutauschen, dann empfehlen wir Gründern, zumindest mit einem zweiten Standbein in Berlin präsent zu sein. Das macht natürlich nicht immer Sinn – in der digitalen Welt, in der wir uns bewegen, kann man ja auch sehr gut in der Entfernung in Kontakt bleiben.  

Startup Stuttgart: Wenn wir die Zeit mal zurückdrehen, was war denn für dich der Auslöser als Gründer aktiv zu werden, gab es da diesen einen Impuls? 

Uwe: Einen konkreten Auslöser gab es eigentlich nicht, das waren eher verschiedene Ereignisse die zusammenkamen. Vor dem Abitur habe ich bei „Jugend gründet“ mitgemacht, da kam ich eher zufällig dazu. Ich fand es spannend zu erkennen, dass es gar nicht so schwer ist, eigene Ideen umzusetzen. Nach meinem Wirtschaftsstudium an der WHU, einem sehr Entrepreneurship-freundlichem Umfeld, habe ich dann bei Rocket Internet angefangen und ab da hat sich quasi alles rund ums Unternehmertum gedreht. Bei Project A helfe ich Gründern nun, ihr eigenes Unternehmen aufzubauen und zu finanzieren.

Startup Stuttgart: Gab es auch Mal Augenblicke, wo du dir nicht sicher warst ob es die richtige Entscheidung war?

Uwe: Da wir in einer sehr frühen Phase investieren, hat man nie eine hundertprozentige Sicherheit, das ist ein Kernelement unseres Jobs, macht ihn aber auch unheimlich interessant. Gerade sehr junge Unternehmen durchlaufen natürlich verschiedene Phasen. Der Weg zu einem erfolgreichen Unternehmen ist sehr selten geradlinig, sondern häufig eher holprig und es gibt natürlich immer Momente, die sehr intensiv sind und in denen man als Investor gemeinsam mit den Gründern schwitzt. Gleichzeitig ist es umso schöner, wenn es dann wieder bergauf geht und man gemeinsam Erfolge feiern kann.

Startup Stuttgart: Wenn ein Gründer Kontakt zu Project A aufnehmen möchte, wie kann er das machen und was wollt ihr beim Erstkontakt idealerweise schon sehen?

Uwe: Am besten ist immer ein sogenannter „warmer Kontakt“, das heißt Gründer sollten aktiv den Kontakt zu uns suchen, über Veranstaltungen oder über gemeinsame Kontakte in entsprechenden Netzwerken wie LinkedIn oder Xing. Wir Partner und unsere Kollegen aus dem Investment-Team sind viel unterwegs und auf allen größeren Events anzutreffen. Bei der ersten Kontaktaufnahme ist eine kurze Beschreibung des Geschäftsmodells, des Marktes und des Teams sehr hilfreich. Super sind auch erste Zahlen zur Traction, oder ein erster Prototyp.

Startup Stuttgart: Wonach schaut ihr denn genau bei euren Beteiligungen?

Uwe:  Zunächst schauen wir natürlich auf das Geschäftsmodell, aber vor allem auf das Team. Hier kommt es auf die Zusammensetzung, Kompetenzen und vor allem die Ambition an. Es müssen alle an einem Strang ziehen und idealerweise ergänzen sich die Gründer komplementär in ihren Bereichen. Natürlich kommt für uns als Investor da auch immer die berühmte Wellenlänge dazu. Wenn wir uns entscheiden zu investieren, dann gehen wir einen langen und intensiven Weg zusammen und da muss die Chemie stimmen. Das ist natürlich beidseitig so.

Startup Stuttgart: Wollt ihr immer gleich ein skalierendes Modell sehen, dass in kürzester Zeit deutliche Millionenumätze zeigt oder seid ihr auch bereit in ein langsam wachsendes Startup zu investieren?

Uwe: Einer unserer Kernwerte ist das Ziel, nachhaltige Unternehmen aufzubauen. Das entspricht auch unserem operativen Ansatz, bei dem wir die Unternehmen aktiv dabei unterstützen von Beginn an ein nachhaltiges und gesundes Wachstum zu ermöglichen. Mit dem richtigen Setup kann ein Unternehmen so natürlich trotzdem bzw. gerade deshalb schnell skalieren. 

Startup Stuttgart: Vielen Dank und jetzt hoffen auf viele gute Investments hier in der Region.

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Ministerpräsident Kretschmann: „Die Startupszene muss sichtbarer werden“

Vor rund 6 Woche reiste eine Delegation mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut nach Israel, um mehr über die „Startup Nation Israel“ zu erfahren. Darüber wurde auch in diversen Medien berichtet. Wir von Startup Stuttgart wollten nun  vom MP erfahren, welche Eindrücke er mitgenommen hat und was er daraus für sich und Baden-Württemberg ableitet.

 

Startup Stuttgart: Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmann, Sie waren bereits 2015 im Silicon Valley um sich ein Bild von einer etablierten Startup-Szene zu machen. Welche Unterschiede haben Sie zwischen den Startup Ökosystemen in Israel und in Kalifornien wahrgenommen?

MP: Es gibt Ähnlichkeiten, so etwa die Kreativität der vielen gründungswilligen und hoch qualifizierten jungen Menschen sowie ihren Glauben an sich selbst. Unterschiede sehe ich in der starken Rolle großer und etablierter Unternehmen im Silicon Valley, den privaten Investoren und dem Imagefaktor Kalifornien, in Israel dagegen bei der wichtigen Rolle des Militärs bei der Anwendung technologischen Wissens und insgesamt auch des Staates bei der Hege und Pflege der Start-up-Szene. Und auch wenn ich den besonderen israelischen Gründerspirit bewundere, sind sich nach meinem Eindruck Israelis und wir kulturell doch sehr ähnlich. Ich sehe deshalb, aber auch wegen der geographischen Nähe, ein großes Potenzial für Zusammenarbeit zwischen israelischen und baden-württembergischen Unternehmen.

 

Ministerpräsident Kretschmann und Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut (Bild: Staatsministerium Baden-Württemberg)

Startup Stuttgart: Wenn wir auf das Startup Ökosystem BW schauen, welche Erkenntnisse haben Sie aus der Reise aus Israel mitgenommen?

MP: Die Start-up-Szene in Baden-Württemberg muss sichtbarer werden. In Israel können Sie in ein Taxi steigen und der Fahrer erzählt Ihnen stolz, dass ein israelisches Start-up gerade einen lukrativen Exit mit einem internationalen Investor vereinbart hat.

Das wird öffentlich diskutiert. Und weil die Israelis so gut vernetzt sind, aber auch flexibel in dem, womit sie ihren Lebensunterhalt verdienen, kann es sein, dass der Taxifahrer entweder selbst Aktien bei dem Start-up hat oder eine Schwägerin das Start-up mitgegründet hat.

Meine zweite Erkenntnis: Die Start-up-Szene ist sehr schnelllebig, gerade im Zeitalter der Digitalisierung. Und trotzdem braucht es Zeit, bis ein Start-up-Ökosystem mit der dazu gehörenden Venture-Capital-Szene eine gewisse Reife entwickelt hat.

Und die dritte Erkenntnis: Es ist schön, eine lebendige Start-up-Szene zu haben. Aber in Israel beobachte ich schon eine gewisse Einseitigkeit. Es gibt dort zum einen nicht so viele große oder etablierte Unternehmen, die auf der Investorenseite stehen. Viele internationale Investoren tätigen daher Aufkäufe in Israel, um dort eigene Forschungsstandorte aufzubauen. Zum anderen konzentriert sich dort heute nahezu alles auf Software.

Gerade als baden-württembergischer Ministerpräsident ist es mir ein Anliegen, dass unsere Wirtschaft auch mit intelligenter Hardware punktet, denn dort liegen unsere Stärken. Ich weiß aber auch: Ein erfolgreiches Start-up mit sprichwörtlich greifbaren Produkten aufzubauen und zu internationalisieren, dauert länger, als ein reines Software-Start-up aufzubauen. Das ist aus meiner Sicht die Königsdisziplin, in der wir in Baden-Württemberg erfolgreich sein wollen.

Vertreter der Stuttgarter Startup Szene mit Wirtschaftsministerin Nicole Hoffemeister-Kraut In Israel (Winfried Richter, Adrian Thoma, Alec Rauschenbusch, Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut, Christoph Röscher, Arndt Upfold)

Startup Stuttgart: Im Koalitionsvertrag der Landesregierung steht auf der Seite zwei als Zielsetzung „Wir werden Baden-Württemberg zur dynamischsten Gründerregion Europas machen.“ Es gibt Kritiker die bemängeln, dass bisher kaum etwas aus der Politik zu spüren ist, um dieses wichtige Ziel zu erreichen. Was würden Sie darauf erwidern und was wir die Landesregierung bis Ende des Jahre noch in die Wege leiten, um diesem Ziel näher zu kommen?

MP: Am 14. Juli 2017 werden Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut und ich gemeinsam den Start-up-Gipfel 2017 eröffnen. Hier wird die neue Gründungsoffensive der Landesregierung vorgestellt. Wir in BW sind ein wichtiger Standort für B-to-B-Gründungen. Auf der Landesmesse Stuttgart, dort findet der Start-up-Gipfel statt, können Start-ups dann auf etablierte Firmen treffen und sich vernetzen. Das müssen wir ausbauen. Hier sehe ich viele Chancen: Für junge Unternehmerinnen und Unternehmer mit guten Ideen und für die Firmen, neue Produkte oder Geschäftsmodelle zu bekommen.

Schwerpunkt des Start-up-Gipfels wird die Präsentation der neun regionalen Start-up-Ökosysteme im Land sein. Wir haben nämlich aktive Gründerszenen nicht nur in Stuttgart, sondern etwa auch in Mannheim, in Karlsruhe und in Freiburg. Die müssen bekannter werden und sich untereinander vernetzen. Hier ist auch politische Unterstützung nötig, so wie wir dies bei der Förderung von Existenzgründungen ja bereits erfolgreich machen. Wir sind hier durchaus im Bundesgebiet an der Spitze.

Startup Stuttgart: Die blühende Gründerszene mit mehr als 5000 Startups in Israel wurde gezielt entwickelt und wäre ohne staatliche Finanzierung nicht entstanden. BW steht finanziell stärker da (BIP/Person) als Israel, warum haben wir dann noch immer keine vergleichbare Förderung von Startups? Konkret – wann bekommt BW einen staatlichen Wagniskapitalfond mit mindestens 100 Millionen Euro?

MP: Das ist kein einfaches Thema. Wir wollen den Landeshaushalt konsolidieren und müssen die Schuldenbremse einhalten. Ich sehe aber auch, dass junge Gründerinnen und Gründer Risikokapital brauchen. Hier müssen wir noch weiter prüfen, was möglich ist.

Startup Stuttgart: BW profitiert von den erfolgreichen Konzernen und dem breiten Mittelstand. Auf der anderen Seite werde viele Talente von den Firmen „aufgesaugt“. Was plant die Landesregierung, um vor allem Studenten mehr Lust auf Gründung zu machen, um damit die Gründerquote zu erhöhen?

MP: Das ist sicher ein längerer Weg. Ganz wichtig ist es hier, das Thema an den Hochschulen stärker in den Fokus zu nehmen, etwa mit entsprechenden Unterstützungsangeboten und Kooperationen zwischen den Hochschulen. Das KIT ist da meines Erachtens schon recht gut aufgestellt. Insgesamt müssen wir die verbreitete Mentalität „Ich darf nicht scheitern“ langsam ändern. Am schnellsten ginge dies, wenn die Wirtschaft nicht so gut liefe – aber das wünschen wir uns ja natürlich nicht!

Startup Stuttgart: Am 14.07 wird es den von Ihnen erwähnten Startup- Gipfel BW auf der Landesmesse geben. Was ist ihre Erwartungshaltung an diese Veranstaltung?

MP: Ich erhoffe mir, dass die Wahrnehmung BWs als Gründerland in Deutschland deutlich erhöht wird. Wir sind nämlich viel besser als viele denken! In Israel halten die Experten BW für viel interessanter als Berlin – weil wir der Industriestandort Nr. 1 in Deutschland sind.

Startup Stuttgart: Wenn wir uns in zwei Jahren wieder sehen – was wird sich bis dahin im Startup Ökosystem BW getan haben. Wofür wird die Region dann international bekannt sein?

MP: Ich glaube, dass der Hype um Berlin eher abnehmen wird und BW auch in der nationalen und internationalen Venture Capital-Szene bekannter sein wird.

Startup Stuttgart: Wenn Sie die lokale Szene in Stuttgart mal erleben möchten, laden wir sind herzlich zu einem unserer Gründergrillen in Stuttgart ein. Wir würden uns freuen, Sie dort mal begrüßen zu dürfen. Vielen Dank für das Interview Herr Ministerpräsident.

MP: Ich werde schauen, ob wir einen Termin finden!

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Interview mit eMovements und was man mit 500.000 EUR anstellt

Im November 2016 hatten wir schon einmal über eMovements berichtet (ganzes Interview hier). Das Startup aus Stuttgart hat es sich zum Ziel gemacht mit ihrem eRollator ello Senioren im Alltag eine bessere Lebensqualität und mehr Selbstständigkeit zu ermöglichen. Seit unserem letzten Gespräch hat sich bei dem schwäbischen Startup einiges getan, unter anderem hat ein Business Angel eine Investition von 500.000€ getätigt! Wir haben uns mit Benjamin Rudolph, neben Matthias Geertsema und Max Keßler einer der drei Gründer, darüber unterhalten, was das für eMovements bedeutet.

Wofür braucht ihr das Geld und wird das in absehbarer Zeit die letzte externe Finanzspritze sein?

Benjamin: Das zusätzliche Kapital kommt wie gerufen. Wir können damit die nötigen Materialien beschaffen, um die Serienproduktion des E-Rollators ello in Gang zu setzen. Somit ist eMovements finanziell gut aufgestellt. Eine weitere Kapitalerhöhung ist erstmal nicht geplant.

Dürft ihr etwas mehr über den Angel sagen?

Ja, einige Details kann ich verraten (lacht). Die 500 000 Euro haben wir von einem Investor erhalten, der einen mittelständischen Betrieb in der Nähe von Stuttgart führt. Er passt ganz gut zu uns, da er selbst auch einen technischen Background hat. Nun, vielmehr kann ich allerdings leider nicht erzählen.

Bereits vor der Angel-Investition war eMovements schon sehr erfolgreich in der Findung von Investoren. Stichwort Crowdinvesting, Finanzierung aus Landes-, Bundes-, und EO-Mitteln sowie das Accelerator-Programm :agile des EON-Konzerns. Habt ihr Tipps für andere Startups was die Investorensuche betrifft?

Masse statt Klasse! Nach diesem Prinzip haben wir Investoren gefunden, die zu eMovements passen. Ich denke den Ausschlag haben unser super Pitchdeck und der OnePager gegeben. Den sollten Gründer bei jeder Gelegenheit verteilen.

Je nach Projekt kann man auch über eine Schwarmfinanzierung nachdenken. Allerdings bedarf es schon etwas Aufwand, um eine erfolgreiche Crowdinvesting-Kampagne zu planen. Ein wichtiges Learning: Es lohnt sich viel Arbeit zu in das Kampagnenvideo zu investieren.

Team von eMovements

Im Sommer plant ihr den Elektro-Rollator in einer kleinen Erstauflage auf den Markt zu bringen. Klappt das noch? Was sind dann eure nächsten Milestones für das Jahr 2017?

Ja, wir tun alles dafür, um den ello rechtzeitig ausliefern zu können. So haben wir inzwischen alle Teile in entsprechender Stückzahl bestellt und arbeiten aktuell an der „Zulassung“. Das heißt wir werden in den kommenden Monaten die Konformität erklären, dann geht es los. Unsere vielen Vorbestellungen abzuarbeiten wird im zweiten Halbjahr 2017 ein Kraftakt. Wir sind aber optimistisch, dass uns wir die Nachfrage bedienen können.

Bei unserem letzten Gespräch haben bereits kurz über die Finanzierung für die Rollatoren gesprochen. Euer Produkt ist kein Schnäppchen für die Senioren, die Rente heute häufig knapp. Seht ihr hier Probleme für eure Markteinführung?

Klar, ello ist kein Rollator des Schnäppchensegments. Die Entscheidung für einen höheren Preis haben wir aber bewusst so getroffen. Kunden sind bereit für mehr Lebensqualität Geld auszugeben, so die bisherigen Rückmeldungen. Der Trend zu mehr Mobilität im Alter hilft uns natürlich dabei und auch der eBike-Boom tut sein Übriges. Neben dem Barkauf planen wir auch eine Alternative anzubieten.

In Zusammenarbeit mit der Hanseatic Bank werden Interessenten den ello für 50 bis 80 Euro monatlich finanzieren können. Somit können sich auch Leute unseren E-Rollator leisten, die nicht alles auf einmal bezahlen können.

Plant ihr für die Zukunft neben den Märkten Deutschland, Österreich und Schweiz auch weitere Märkte anzugehen? Vielleicht Japan, die müssen sich immerhin mit einer immensen demographischen Alterung auseinandersetzen?

Nein, konkrete Pläne gibt es dazu noch nicht. Natürlich ist der asiatische Markt grundsätzlich spannend und wird von uns beobachtet. Allerdings ist für ein deutsches Unternehmen ungleich schwerer dort Fuß zu fassen. Deswegen konzentrieren wir uns zunächst auf unseren Heimatmarkt samt der genannten Nachbarländer.

Es gibt immer wieder Diskussionen in der Szene über die „Bedingungen“ für Startups in Stuttgart.Was sind eurer Erfahrungen bisher, würdet ihr wieder in Stuttgart gründen, bzw. in Stuttgart bleiben?

Ja, uns gefällt es in Stuttgart gut – aus mehreren Gründen:

Startup-Förderungen wie EXIST, Junge Innovatoren und der Innovationsgutschein BW sowie Netzwerkevents sprechen für den Standort. Und auch die IHK vor Ort bietet jede Menge Unterstützung wenn es um Patent- und Markenrecherchen geht.

Allerdings hat Stuttgart bezogen auf Verfügbarkeit von Personal, kreativen Köpfen und Investoren im Vergleich zu Berlin & Co. noch Nachholbedarf. Schließlich überlegt man es sich bei der hiesigen Arbeitsplatzsituation gut, ob man in ein Startup geht.

Derzeit gibt es einiges an Bewegung in der Startup Szene in Baden-Württemberg u.a. hat die Landesregierung das Thema höher auf die Agenda geschoben. Am 14. Juli wird es den Startup-Gipfel BW  geben, was würdet ihr dort dem Ministerpräsidenten und der Wirtschaftsministerin sagen, mit dem Ziel die Bedingungen für Gründer wie euch zu verbessern/ erleichtern?

Wir von eMovements können uns über fehlende Unterstützung kaum beklagen. Erst kürzlich hatten wir den Demografiebeauftragten des Landes bei uns. Aber natürlich gibt es immer Verbesserungspotenzial. Schön wäre beispielsweise, wenn sich Land und Städte mehr Startup-Lösungen bedienen. Bei Ausschreibungen hat man gegen große Unternehmen kaum Chancen. Zudem fände ich es gut, wenn das Land öfter mit „Erfindungen“ aus dem Ländle etwa mit deutschlandweiten Werbekampagnen präsentiert.

Zum Schluss, sucht ihr aktuell Mitarbeiter? Wer soll sich bei euch melden?

Ja. Im Bereich Software-Entwicklung könnten wir noch Unterstützung gebrauchen und freuen uns über Bewerbungen. Klarer Vorteil bei eMovements: Anstelle eines normalen 9to5-Jobs erwartet künftige Mitarbeiter eine erfrischende Startup-Atmosphäre. Ansonsten sind wir aktuell mit Ingenieuren, Produktdesignern, Vertrieb und Marketing recht gut aufgestellt.

Danke für das Interview und wir hoffen euch mal auf dem Gründergrillen in der Schankstelle zu sehen und drücken euch die Daumen für die Markteinführung!

Selbstverständlich, wir freuen uns! Danke für die spannenden Fragen.

Das Interview führte Franziska Müller von Startup Stuttgart e.V.

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Interview mit Martin P. Allmendinger Zur Studie: Den „Generationenkonflikt“ durch richtige Kooperation überwinden – was Startups von Großunternehmen erwarten.

Interview mit Martin P. Allmendinger, Universität Hohenheim, Fachgebiet Unternehmensgründungen und Unternehmertum

Hallo Martin,
ihr habt gerade eine spannende Studie zur Zusammenarbeit zwischen Corporates und Startups aus der Perspektive der Startups veröffentlicht. Was war denn die Motivation für die Studie?

Hallo Michael,
Danke für Euer Interesse an der Studie und schön, dass Du sie spannend findest.

Die Studie ist ein Teil meiner Promotion über das Thema „asymmetrische Partnerschaften“. Nachdem ich im letzten Jahr bereits eine ähnliche Studie mit einigen Großunternehmen durchgeführt habe, war es uns jetzt noch wichtig auch noch die Perspektive der Startups abzudecken.

Insgesamt lässt sich sagen, dass in der Wissenschaft bereits sehr viel über innovationsorientierte Partnerschaften und Allianzen geschrieben wurde, allerdings wird dabei selten der Fokus auf die Verschiedenartigkeit der Innovationspartner selber gelegt. Da das Thema Open Innovation in der Wissenschaft, in den letzten 15 Jahren sich enormer Beliebtheit erfreut, war es mir auch aufgrund meines unternehmerischen Hintergrunds wichtig diese Thematik genauer zu erforschen. Auch habe ich in den letzten drei Jahren gemerkt, dass der Begriff Kooperation zwar laufend verwendet wird, die wenigsten aber wirklich wissen, was er alles bedeuten kann. Dies führt dann zwangsläufig zwischen Startup Unternehmern und Managern zu unterschiedlichen Vorstellungen und Erwartungen.

 

Kannst du uns die wichtigsten Erkenntnisse in drei bis vier Sätzen zusammenfassen?

Gerne, die wichtigsten Erkenntnisse der Startup Umfrage sind, dass die Startup Unternehmer aus Baden-Württemberg sich mehr Offenheit von Großunternehmen (mit mehr als 500 Mitarbeitern) hinsichtlich Kooperationen und mehr Möglichkeiten für einen grundsätzlichen Austausch wünschen.

Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass Offenheit mehrere Stufen hat. Offen sein heißt übrigens nicht, dass man deswegen auch gleich eine Kooperation eingehen muss.

Es beginnt bereits am gegenseitigen Interesse an informellen Gesprächen auch außerhalb des Firmengeländes und führt dann vielleicht über ein Pilotprojekt zu einem konkreten Co-Creation Projekt, das die Etablierung eines gemeinschaftlichen Geschäftsmodells zum Ziel haben kann. Auf diesem Weg müssen Großunternehmen empathisch sein, also bereit sein zu lernen, was die Bedürfnisse eines Startups sind und im Interesse der erfolgreichen Kooperation auch interne Veränderungen vorzunehmen.

 

Die großen Unternehmen erhalten von den meisten Startups kein gutes Zeugnis was die Kooperationsbereitschaft angeht. Welche Gründe könnte es hier geben?

Natürlich kann es hier viele Gründe geben. Ein Grund ist sicherlich, dass Gründer generell jede Unterstützung zu Beginn gebrauchen können und damit tendenziell eine überdurchschnittlich hohe Erwartung an sich aber auch an alle anderen haben.

Ein anderer Punkt ist, dass Großunternehmen und speziell ihre Mitarbeiter mit kleinen gleichberechtigten Kooperationsprojekten bisher eher weniger Erfahrungen gemacht haben und bisher auch nicht wissen, wie sich diese Kooperationen an das bestehende Großkonstrukt organisatorisch sinnvoll angliedern lassen.

Der andere eher regionale Aspekt ist sicherlich, dass wir in Baden-Württemberg viele mittelständische Unternehmen und Hidden Champions haben und diese tatsächlich ganz bewusst weniger offen bzw. etwas vorsichtiger bei der Informationsherausgabe sind. Diese oftmals bewusste Haltung hat sie ja schließlich auch zu Hidden Champions gemacht.

 

Habt Ihr konkrete Maßnahmen um das zu verbessern?

Zunächst muss man bei allen Chancen, die diese Zusammenarbeit mit sich bringen können, auch erwähnen, dass ca. 50% aller innovationsorientierten Partnerschaften (unabhängig von der Unternehmensgröße der Partner) scheitern, weil es vor oder während des Kooperationsvorhabens zu Problemen kommt. Das heißt, Kooperationen sind ein besonders komplexer Vorgang und beide Seiten müssen immer intensiv daran arbeiten, dass das Ergebnis ein Erfolg wird. Wenn man dann mit Startups kooperieren möchte und keinen geeigneten Fürsprecher und Vermittler im Großunternehmen hat, der versteht wie Startups funktionieren wird es natürlich noch schwerer.

Ein systematisches Kooperationsmanagement kann hier aber auf jeden Fall helfen und es sieht ja auch momentan danach aus, dass immer mehr entsprechende Anlaufstellen und Kooperationsprogramme innerhalb oder außerhalb von Großunternehmen geschaffen werden, die versuchen, die „echten Bedürfnisse“ der Startups bewusst und auch systematisch zu berücksichtigen.

Ziel sollte sein, dass Großunternehmen lernen zwischen geeigneten Kooperationsformen zu differenzieren und dies auch nach außen an potentielle Partner so kommunizieren. Darüber hinaus sollten sich Großunternehmen überlegen, was sie Startups konkret anbieten können.

Einige Großunternehmen haben hier bereits angefangen proaktiv geeignete Vermögenswerte (Assets) (wie Werbeflächen, Softwarelizenzen, Ladenflächen, Testfahrzeuge, Kundendaten, etc.) systematisch zur Verfügung zu stellen, die Startups im Rahmen der Kooperation nutzen können. Dies dient auch als eindeutiges Signal an die Startups, dass das Großunternehmen verstanden hat, wie das Startup konkret von der Kooperation profitieren kann. Gleichzeitig gibt es häufig vom Großunternehmen einen Anforderungskatalog, der genau beschreibt, welche Startups gesucht sind. Allerdings ist das natürlich schon die fortgeschrittene Variante. Manchmal reicht es für Startups aber auch schon in einem persönlichen Gespräch grundsätzliches Feedback oder einen kompakten Marktüberblick zu bekommen. Einige Aussagen der Startup Unternehmer zeigen nämlich auch in der Umfrage, dass ihnen mit etwas mehr Transparenz, Ehrlichkeit und Respekt in der Anfangsphase schon sehr viel geholfen ist.

Auf der anderen Seite muss man auch klar sagen, dass viele Gründer auch nicht mit Großunternehmen kooperieren wollen egal, was Großunternehmen machen. Von daher kann man immer nur die zusammenbringen, die auch zusammenkommen wollen. Das muss dann aber auch von Anfang an möglichst unproblematisch und unbürokratisch passieren.

 

Seht ihr auch einen Handlungsbedarf in der Politik und falls ja, welchen?

Wir sehen zunächst in lokalen Kooperationen zwischen den Unternehmen aus Baden-Württemberg allgemein viel Potential. Manchmal hat man aber den Eindruck einige Firmen aus Baden-Württemberg sehen bereits in ihren unmittelbaren Nachbarn eine Bedrohung, obwohl der Innovationsmarkt und der Markt für unternehmerische Talente inzwischen hochgradig global sind. Hier sollte die Politik anknüpfen und ganz bewusst versuchen die Diskussion auf eine höhere Ebene zu bringen. Wir denken, dass die Politik dabei eine sehr gute Moderations- und Vermarktungsfunktion zwischen den Partnern übernehmen kann.

Konkrete Maßnahmen könnten hier gezielte finanzielle Förderungen für Kooperationsprojekte sein oder ein Award, der die interessanteste oder erfolgreichste Zusammenarbeit prämiert. Auch sollten sich bestehende und neue Veranstaltungsformate inhaltlich tiefer mit dem Thema Kooperation beschäftigen. Warum nicht mal in fachlichen Workshops auf Kongressen Problemlösungen zumindest konzeptionell und mit offenem Ergebnis gemeinsam erarbeiten?

Das sind übrigens dann auch Maßnahmen, mit denen sich das Ökosystem Baden-Württemberg von anderen Ökosystemen stärker differenzieren kann.

 

Was können Ökosystempartner wie Startup Stuttgart tun um das ganze zu verbessern

Wir glauben ihr könnt wie schon bisher als eher neutrale Institution auch weiterhin eine ganze Menge persönliche Aufklärungsarbeit leisten. Und zwar nicht nur in den Städten, sondern speziell auch auf dem Land. Viele können mit dem Begriff Startup nach wie vor wenig anfangen.

Ansonsten gilt es das Thema Kooperation natürlich nicht nur in Bezug auf Startups und Großunternehmen zu sehen. Es lohnt sich das fragmentierte Ökosystem Baden-Württemberg mit ernstgemeinten Kooperationen zwischen allen Akteuren weiter zu festigen. „Groß denken“ ist auch hier der geeignete Ausdruck und ich denke, da gibt es noch genug Arbeit.

Vielen Dank für deine Zeit.

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10 Fragen an Johannes Gerhold von matchd

Diese Woche haben wir unsere 10 Fragen an matchd gestellt, die seit 2013 die ersten Planungen und seit Februar 2016 live am Markt sind

Wer seid ihr und welches Produkt oder Dienstleistung bietet ihr an?

Wir sind Simon, Gunnar und Johannes.
Wir haben mit matchd die webbasierte Plattform (SaaS) geschaffen, die die Kommunikation und Interaktion zwischen Unternehmen und Personaldienstleistern stark vereinfacht und Zugriff auf den größtmöglichen Bewerberpool bietet. Nicht die Auswahl des Personaldienstleisters, sondern die Auswahl des passenden Bewerbers steht bei uns im Mittelpunkt. Unternehmen erfassen kostenlos ihre Stellen, definieren die Kriterien und bewerten die gesuchten Qualifikationen. Personaldienstleister schlagen passende Kandidaten vor, unser Algorithmus gibt die Passgenauigkeit der einzelnen Kandidaten an. Unternehmen können Bewerber dann direkt über die Plattform zu Gesprächen einladen. Die relevantesten Dienstleistungen wie Personalvermittlung, Arbeitnehmerüberlassung und Interim Management werden abgedeckt. Unternehmen haben selbst auf überregional oder international verfügbare Bewerber einfachen Zugriff. Personaldienstleister erhalten Anfragen von potentiellen neuen Kunden und generieren Umsätze, ganz ohne Akquise und Marketing.

Seit wann gibt es Euch als Unternehmen?

Die Idee zu matchd hatte Gunnar ist bereits im Jahr 2013. Nachdem sich unser Team Anfang 2015 zusammengefunden hat, konnten Konzeption, Umsetzung und Entwicklung starten. Nach über einem Jahr intensiver Arbeit und Entwicklung ist unsere Plattform nun seit Ende Februar 2016 am Markt.

Wie seid Ihr auf die Gründungsidee gekommen?

Bei seiner täglichen Arbeit in der Personaldienstleistung stellte Gunnar fest, dass Unternehmen heute massive Schwierigkeiten haben, ihre Stellen adäquat und zur richtigen Zeit mit dem passenden Personal zu besetzen. Personaldienstleister sind zu wichtigen Partnern bei der Stellenbesetzung geworden, jedoch hat sich der Markt stetig weiterentwickelt und ist zwischenzeitlich sehr vielschichtig geworden, sodass es für Unternehmen äußerst schwierig und zeitaufwendig ist, den „richtigen“ Dienstleister für die jeweils zu besetzende Stelle zu finden. Gunnar hat nach einer Möglichkeit gesucht, die es Unternehmen erleichtert, den passenden Bewerber ohne Umwege zu finden und die Interaktion mit den Personaldienstleistern zu bündeln und zu digitalisieren.

Was habt ihr vorher gemacht und wie habt ihr als Team zueinander gefunden?

Gunnar bringt langjährige Markt- und Führungserfahrung in der Personaldienstleistung, im B2B-Vertrieb und Key Account Management eines Industrieunternehmens mit. Simon hat langjährige Erfahrung als Softwareentwickler bei einem der weltgrößten IT-Konzerne. Johannes ist aktuell noch Student der IMUK und ist absoluter Autodidakt im Bereich Design und der Front-End-Entwicklung. Gunnar und Johannes kennen sich bereits seit einigen Jahren. Der Kontakt zu Simon kam über einen gemeinsamen Bekannten zustande. Schnell haben wir festgestellt, dass sich unsere Kenntnisse und Fähigkeiten optimal ergänzen und wir unsere Idee schnellstmöglich, zunächst neben Beruf und Studium, umsetzen wollten.

Was waren bei der Umsetzung von matchd bisher die größten Herausforderungen?

Für uns war die größte Herausforderung das Thema Zeit. Jeder von uns hatte seine  Vollzeitbeschäftigung, Simon als Entwickler, Johannes als IMUK-Student und Gunnar als Gründer und Geschäftsführer einer Personalberatung. Also konnten wir lediglich in den Abendstunden und an den Wochenenden an den Prozessen und der Entwicklung der Plattform arbeiten. Trotz sehr guter Branchenkenntnis hatten wir zudem die Herausforderung unterschiedliche Prozesse innerhalb der Personaldienstleistung zwischen Personaldienstleistern und Unternehmen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen und möglichst stark zu vereinfachen.

 

Warum habt ihr Euch für Stuttgart als Standort entschieden und nicht wie viele andere Startups für Berlin?

Wir alle sind wohnhaft im Großraum Stuttgart. Von daher, gab es für uns keine echten Alternativen. Stuttgart ist auch deshalb für uns interessant, da wir hier von Anfang an Kontakte zu Unternehmen und auch zu Personaldienstleistern hatten. Dies ist vor allem in puncto Marketing
und Vertrieb gerade in der Anfangsphase sehr von Vorteil. Das spannende ist, dass es eine sehr vielfältige und heterogene Unternehmenslandschaft in und um Stuttgart gibt. Auch wenn Berlin in der europäischen Startup-Szene eine herausragende Stellung genießt, sind wir der festen Überzeugung, dass eine gute Idee, ein gutes Konzept und eine motivierte Umsetzung gerade im B2B-Umfeld, generell überall, aber gerade auch in Stuttgart sehr gut funktionieren kann.

Was möchtet ihr Gründern speziell als Tipp mitgeben, wenn sie in Stuttgart (und der Region) gründen möchten?

Branchenerfahrung und Validierung. Wenn ihr bereits entsprechendes Branchen-Know-How habt, wird es euch wesentlich leichter fallen, Prozesse und Zusammenhänge zu definieren und diese auch umzusetzen. So lauft ihr nicht Gefahr, wichtige branchenspezifische Themen nicht ausreichend zu berücksichtigen oder gar ganz zu übersehen. Darüber hinaus sollten sich Gründer voll auf die Idee und deren Umsetzung konzentrieren. Networking gehört natürlich auch dazu, ist aber gerade in der Anfangsphase nicht überzubewerten. Nur wenn ihr eine richtig gute Idee habt und diese Idee mit Leben füllt, seid ihr auf dem richtigen Weg und könnt euch anschließend effektiv ums Netzwerken kümmern.

Angenommen ihr hättet die Chance einen Tag lang Bürgermeister von Stuttgart zu sein, was würdet ihr verändern?

Wir haben festgestellt, dass es gerade im Raum Stuttgart immer noch wenig Möglichkeiten zur Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Startups gibt. Wir denken, dass es wichtig ist Raum und Ökosystem für Startups zu stärken, um die Wirtschaftlichkeit der Region langfristig auf einem hohen Level zu halten. Gemeinsame regelmäßige Veranstaltungen und Messen wären hier ein erster Ansatz.

Mit wem würdet ihr gerne einmal essen gehen und warum?

Ein Essen mit Dietrich Mateschitz wäre aus unserer Sicht spannend. Er ist ein absoluter Spezialist für Marketing und Stratege durch und durch, der es geschafft hat eine tolle Brand aufzubauen und vor Allem langfristig zu etablieren. Natürlich würden wir uns auch ein Essen mit Elon Musk nicht entgehen lassen. J Ein absoluter Unternehmer und Vorbild, der bereit ist unternehmerisch ans Limit und darüber hinaus zu gehen.

Wo seht ihr matchd heute in fünf Jahren?

Unsere Vision ist es, matchd in den nächsten Jahren zu einer der Adressen für alle personalsuchenden Unternehmen zu etablieren. Über unsere Plattform ist es Unternehmen möglich, Recruiting an die Experten auszulagern, das Recruiting zu perfektionieren und die Personalabteilungen zu entlasten und hier massiv Kosten zu senken. Unser Geschäftsmodell und unser Algorithmus sind so konzipiert, dass eine weltweite Skalierbarkeit gegeben ist.

Vielen Dank für dieses spannende Interview und alles Gute weiterhin!

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Spot on Baden-Württemberg – Ein Gastbeitrag von Sina Gritzuhn

Moin, Startups in Baden-Württemberg! Sicherlich habt ihr schon vom StartupSpot Baden-Württemberg gehört, den wir vor Kurzem gemeinsam mit unserem Netzwerkpartner Startup Stuttgart e.V. für euch ins Leben gerufen haben. Ganz bestimmt habt ihr darin auch schon mal nach Startups gestöbert oder sogar schon ein eigenes Profil und seid Teil der großartigen Entwicklung, die in eurem Bundesland stattfindet.

Ich würde Euch heute gern ein Gesicht zum StartupSpot Deutschland geben und ein wenig über den Ursprung des Spots und die Vision, die dahinter steckt, erzählen. Warum liegt es mir als Nordlicht am Herzen, Startups aus Baden-Württemberg sichtbarer machen? Und warum braucht man dazu einen tollen Netzwerpartner am Standort? Die Antworten dazu finden wir zunächst in Hamburg…

Wie alles begann – vom Wahnsinn einer kostenlosen Datenbank für Startups

Bereits seit über fünf Jahren bestimmen Startups mein Leben und ist es meine ganz persönliche Mission sie zu unterstützen. Erst als Bloggerin und Journalistin später als Co-Founder von Hamburg Startups. Ihr ahnt gar nicht, wie oft ich dafür auch ausgelacht wurde oder nur müdes Kopfschütteln erntete. Warum tust du das? Damit kannst du doch kein Geld verdienen. Die Startups sind doch genauso schnell wieder weg, wie sie gekommen sind. So viel Arbeit für nichts.

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Wenn wir in der Community immer auf diese Zweifler gehört hätten, wäre Hamburg heute vielleicht immer noch nicht auf der Startup-Landkarte. Anyway. Da ich Dickkopf als Sternzeichen habe, konnten auch mich diese Kommentare bis heute nicht davon abhalten, für Startups da zu sein, sie mit Medienvertretern und Kooperationspartner zu verknüpfen und der Welt gemeinsam mit meiner Partnerin Sanja Stankovic und unserem Hamburg Startups-Team zeigen, was unsere Gründerinnen und Gründer so alles leisten.

 

 Startup Weekend Hamburg

Bei einem Startup Weekend in Hamburg habe ich mich mit dem Startup Fieber angesteckt. Damals wanderten gerade unzählige Gründerinnen und Gründer in Richtung Hauptstadt ab, da dort der scheinbar einzige Startup Hotspot zu sein schien. Hamburg rockt nicht, sei kein Ort zum Gründen und habe keine vorzeigbaren Startups.

Es war mir ein inneres Verlangen, das zu widerlegen. Es gab schon vor fünf Jahren eine kleine, sehr freundliche und offene Startup-Community. Darunter befanden sich Startups wie Protonet, Familonet, SugarShape und Jimdo.. eine flächenübergreifende Übersicht über alle Startups aus Hamburg (zunächst in Form von einer ersten Befragung) war das erste gesteckte Ziel. Ich wollte sprichwörtlich zeigen, was unsere Startups alles drauf haben!

2013 ging dann der Hamburg Startup Monitor als ein Projekt unserer Platform Hamburg Startups an den Start. Er sollte als Datenbank schnell alle relevanten Informationen über das Hamburger Startup Ökosystem sichtbar machen. Heute sind über 580 Startups darüber öffentlich sichtbar und nach Branchen, Zielgruppen, Geschäftsmodellen oder Buzzwords filterbar. Hier könnt ihr z.B. die erste Studie anschauen, die wir im letzten Jahr in Hamburg durchgeführt haben.

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Der Hamburg Startup Monitor: Seit 2013 kostenloses Relation Tool für Hamburger Startups mit mittlerweile 570 Teilnehmer

 

Der Monitor als Relation Tool

In Hamburg führen wir immer wieder Journalisten durch den Monitor, um ihnen zu zeigen, wie sie schnell die richtigen Unternehmen für ihre Recherchen finden. Wir stellen Portfolios aus spannenden Startups für Pressevertreter zusammen und Startups erzählen uns immer wieder, dass sie neue Mitarbeiter, Investoren oder Kooperationspartner über den Monitor gefunden haben.

 

„Der Startup Monitor von Hamburg Startups ist für uns ein wichtiges Instrument. Angefangen von Presse, potentiellen Investoren, Accelerator-Programmen bis hin zu Kunden sind schon viele Erstkontakte mit Skybus direkt über den Monitor zu Stande gekommen.“

sagt Cybus Gründer Peter Sorowka

 

Hamburger Gründerinnen und Gründer sprechen sich für das Relation Tool aus.

Hamburger Gründerinnen und Gründer sprechen sich für das Relation Tool aus.

Visibilty is key

Es geht im Prinzip um nichts anderes: Mit einfachen Mitteln so schnell und übersichtlich wie möglich die wichtigsten Informationen zu einem Unternehmen zusammen zu stellen und sie teilbar zu machen. Der kostenlose Eintrag in den Monitor ist quasi der erste kommunikative Schritt für Startups, bevor sie den Weg in die etablierten Startup Medien finden.

’’Um auf Hamburger Gründer aufmerksam zu machen, betreiben die beiden Digitalliebhaberinnen seit November vergangenen Jahres eine Internetplattform, auf der sie die wichtigsten Akteure sowie aktuelle Entwicklungen beschreiben. Zudem organisiert die Initiative Veranstaltungen und ist so, ähnlich wie der Coworking-Space Betahaus, innerhalb kürzester Zeit zu einem der wichtigsten Treffpunkte der Szene geworden.’’,

schreibt die Wiwo

Kräfte bündeln – das deutschlandweite Netzwerk von Startup Enthusiasten

Startup Verrückte wie uns gibt es auch an anderen Standorten: Private Initiativen, die Events organisieren, über ihre Startups im Blog berichten und Menschen miteinander verknüpfen, ohne dass am Ende Geld für sie herausspringt. So natürlich auch in Stuttgart.

Das Startup Stuttgart e.V. Team - ein starker Netzwerkpartner für den Spot

Das Startup Stuttgart e.V. Team – ein starker Netzwerkpartner für den Spot. V.l.n.r.: Tobias Sick, Christoph Röscher, Michael Haufler, Thomas Poschen – nicht auf dem Bild Kai Blisch.

Diese Menschen sind für die Startup Communities lebensnotwendig. Sie halten alles irgendwie zusammen. Aber eines fehlt ihnen oft: die Übersicht über ihre Startups und das nötige Kleingeld für eine professionelle Kommunikation. Die Fragen, ‘wie viele Nachwuchsunternehmen gibt es im Gebiet?’, ‘in welchen Branchen sind sie aktiv?’ oder ‘welchen wirtschaftlichen Impact haben die Startups?’ bleiben daher bisher unbeantwortet.

 

Aus dem Monitor wird der StartupSpot

Das was in Hamburg seit fast drei Jahren wunderbar für die Community funktioniert, kann auch an anderen Orten funktionieren. Aber Startup-Arbeit ist keine, die sich voll automatisieren lässt. Der menschliche Kontakt ist ein elementarer Teil der Arbeit mit den Gründerinnen und Gründern. Eben darum suchen wir uns diese Netzwerkpartner an anderen Standorten. Startup-Verrückte wie wir es sind.

 

Startup Stuttgart auf der IT&Business Messe - mit dabei Startups aus Bawü und Netzwerkpartner des Vereins

Startup Stuttgart auf der IT&Business Messe – mit dabei Startups aus Bawü und Netzwerkpartner des Vereins

Der Startup Stuttgart e.V. ist so eine Einheit. Der Verein kümmert sich ehrenamtlich darum, dass Nachwuchsunternehmen aus Stuttgart und Umgebung sich untereinander und mit potentiellen Partnern vernetzen können. Im Blog berichtet das Team über die Geschehnisse in der Community und sie organisieren Gründerreisen, Messe-Auftritte und vieles mehr. Der perfekte Standort-Partner für einen StartupSpot! Nach über einem Jahr Gesprächen und Planung ging im September der erste Monitor als StartupSpot Baden-Württemberg an den Start. Aufregend für uns alle, das könnt ihr uns glauben!

 

Es wird nicht nur in Berlin gegründet

Eines ist jedenfalls klar: Berlin ist nicht der einzige Standort an dem gegründet wird. Baden-Württemberg z.B. verfügt laut ersten Ergebnissen des StatupSpots über eine bunte Mischung aus jungen Unternehmen, von denen fast 30% allein im Tech-Bereich aktiv sind. Für die lokale Wirtschaft sicherlich auch ein großes Potential, wenn es um das Thema digitale Transformation geht. Auch Fintechs und Food-Startups kommen aus dem Neckar-Valley.

Über 70 Startups sind bereits Teil des StartupSpot Baden-Württemberg

Über 70 Startups sind bereits Teil des StartupSpot Baden-Württemberg

Bei über 70 Startups, die in Baden-Württemberg gegründet wurden, sind 46% in der Startup Phase und 32% bereits in der Growth-Phase. Mit nur 10% weiblichen Gründer hinkt Bawü noch ein wenig in der Female Founders Bundesdurchschnitt hinterher. Aber das wird bestimmt noch! Wer Interesse hat, kann sich jederzeit kostenlos selbst über den Status Quo der Startups in Bawü in den Livedaten des Spots erkundigen.

 

Viele Startups in Bawü sind bereits in der Growth-Phase

Viele Startups in Bawü sind bereits in der Growth-Phase

Lasst und gemeinsam wachsen

Ich bin unendlich gespannt, wie ihr, liebe Startups in Baden-Württemberg, den StartupSpot findet und nutzt. Unter sina(at)startupspot.de könnt ihr uns auch jederzeit kontaktieren und uns Euer Feedback geben. Selbstverständlich ist auch unser Netzwerkpartner Startup Stuttgart jederzeit mit Fragen zum Spot für Euch da.

Da wir bereits drei Jahre Übung darin haben, geben wir unseren Netzwerk-Partnern natürlich auch unser Wissen über ein nachhaltiges Community-Building weiter. Wie bindet man den Spot eigentlich in die redaktionelle Planung mit ein? Wie erstellt man Portfolios mit Startups für die Presse oder macht ‘Spotführungen’ mit Journalisten? Wir überzeugt man die Startups am Standort, von der kostenlosen Dienstleistung gebrauch zu machen.

Kleiner Tipp zum Schluss: Bis Ende Oktober habt ihr auch noch die Chance ein Startup-Porträt auf www.Startup-Stuttgart.de zu gewinnen. Mehr Infos dazu findet ihr hier.

Ich freue mich auf eine aufregende Zeit und die spannende Mission auch die Startups in Baden-Württemberg sichtbar zu machen! Vielleicht ist das ja auch der erste Schritt für eine Vernetzung der Startups über unseren Bundesländer hinweg. Das wäre eine neue spannende Zukunftsvision! Packen wir’s an!

 

Über die Gastautorin

Sina Gritzuhn ist Mitgründerin von Hamburg Startups und intitiatorin des Hamburg Startup Monitors und des StartupSpots Deutschland

Sina Gritzuhn ist Mitgründerin von Hamburg Startups und intitiatorin des Hamburg Startup Monitors und des StartupSpots Deutschland

Die studierte Journalistin Sina Gritzuhn war einige Jahre als PR und Social Media-Expertin in diversen Startups tätig, bis sie bis Ende 2013 als freie Redakteurin für die beebop media AG und die Initiative Hamburg@work über die Hamburger Startup-Szene schrieb und die redaktionelle Leitung von Prestigefilmen, wie dem Backyard TV Projekt, übernahm.

Sie schrieb für den WELT Hamburg Blog über Themen rund um Hamburg und Startups. Als bekennender Social-Media-Addict und Startup-Expertin ist sie seit fünf Jahren ein aktiver Bestandteil der Hamburger Startup-Szene und das Internet ist ihr zu Hause.

Bei Hamburg Startups verantwortet sie neben dem täglichen Geschäft u.a. die Planung und Umsetzung des Hamburg Startup Monitors und der Leitung der Redaktion. Als erste Ansprechpartnerin für Startups weiß sie oft als erste, was im Startup Ökosystem passiert und verarbeitet das mit dem Redaktion-Team. Sie liebt es Menschen so zu vernetzen, dass Synergien daraus entstehen können.

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10 Fragen an David Wehner von Venneos

Diese Woche haben wir unsere 10 Fragen an Venneos gestellt, die seit 2012 in Stuttgart ein Hardware-Startup im BioTech-Bereich aufbauen.

Wer seid ihr und welches Produkt oder Dienstleistung bietet ihr an?

Wir sind Venneos und entwickeln sowie vertreiben unser Produkt ‚CAN Q‘. CAN Q ist das weltweit erste Siliziumchip-basierte Imaging System für die Analyse biologischer Zellen. Der Clou an dem Produkt ist ein Halbleiterchip auf dem wir biologische Zellen wie z.B. Krebszellen auf eine vollkommen neue Art und Weise untersuchen können. Auf unserer Website haben wir dazu ein kurzes Erklärvideo. Das erklärt den CAN Q und seine Funktion kurz, knapp und allgemein verständlich.

Venneos Logo

Seit wann gibt es Euch als Unternehmen und wie seid ihr auf die Gründungsidee gekommen?

Die Gründungsidee stammt aus dem Max-Planck-Institut für Biochemie in München. Dort hat Prof. Fromherz an einer Schnittstelle von Computerbauteilen und Zellen geforscht. Die Anfänge zur Erforschung dieses Bereichs gehen bis in die 1980er Jahre zurück. Über die Jahre und Jahrzehnte hat seine Forschung immer weitere Erkenntnisse hervorgebracht. 2011 kam die Idee auf, die Forschungsergebnisse in einem Startup auszugründen. Für die Förderung durch das Programm ‚EXIST Forschungstransfer‘ sind wir dann Ende 2012 nach Stuttgart ans Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme zu Prof. Spatz umgezogen. Die EXIST Zeit haben wir genutzt, um entscheidende Schritte in Richtung des ersten Prototyps zu machen. Außerdem hatten wir ersten Kontakt mit potentiellen Kunden und haben den Businessplan in unzähligen Runden immer weiter verbessert. Mitte 2014 haben wir die GmbH gegründet und etwa zur gleichen Zeit hatten wir die ersten Gespräche mit interessierten Investoren.

Was habt ihr vorher gemacht und wie habt ihr als Team zueinander gefunden?

Wir kamen frisch aus der Universität, der PostDoc-Zeit und der anwendungsorientierten Forschung. Über die Matching Plattform der Unternehmer TUM in München, persönliche Kontakte am CDTM in München und mehrere Ecken haben wir uns als Team gefunden. Die Anfangszeit war extrem interessant, da keiner von uns Erfahrung als Gründer hatte. So sind wir gemeinsam mit viel Optimismus in die Startup-Achterbahn eingestiegen – die Fahrt ist und bleibt rasant!

Was waren bei der Umsetzung von Venneos bisher die größten Herausforderungen?

Da gibt es eine ganze Menge! Zwei waren dabei besonders herausfordernd: Einerseits kamen wir aus München nach Stuttgart und hatten zu Beginn überhaupt kein Netzwerk vor Ort. Jeder der mal gegründet hat, weiß wie wichtig ein lokales Netzwerk ist. Auf dem kurzen Weg können viele Fragen v.a. mit anderen Gründern geklärt werden. Herausforderungen wie z.B. rechtliche Themen bei der Gründung, die richtige Ansprache von Investoren oder Tipps beim Recruiting lassen sich so schnell klären. Über die Zeit hinweg haben wir uns ein sehr gutes Netzwerk in Stuttgart aufbauen können. Da waren Events wie das Gründergrillen am Anfang enorm hilfreich. Da die Gründerszene in Stuttgart und Umgebung insgesamt im Aufschwung ist, gab und gibt es viele weitere Möglichkeiten zum Netzwerken. Außerdem haben wir fantastische Unterstützung durch die BioPRO und bwcon erhalten.

Venneos Teamfoto

Die zweite Herausforderung war – wie sollte es anders sein – das Einwerben der Seedrunde. Insgesamt hat sich das vom allerersten Kontakt mit Investoren bis zum Closing über mehr als ein Jahr hingezogen. Du musst Dir vorstellen, dass wir als Team ohne jegliche Gründungserfahrung davon erzählt haben, dass wir mit unserer Halbleitertechnologie die Zellanalyse revolutionieren werden. Gleichzeitig war der Prototyp zu dem Zeitpunkt noch so groß wie zwei IKEA Billy Regale und weit entfernt von sowas wie Anwenderfreundlichkeit. Durch die frühe Phase und das technische Risiko haben viele Investoren abgewinkt. Eine Gruppe von Business Angels und Family Offices aus Baden-Württemberg, der Hightech Gründerfonds sowie die Max-Planck-Gesellschaft waren bereit das Wagnis mit uns einzugehen und haben Kapital in Höhe von 1 Mio. Euro in Venneos investiert.

Im September 2015 habt ihr auch ein Funding in Höhe von 1 Mio. Euro eingesammelt. Herzlichen Glückwunsch dazu nochmal! Welche großen Schritte plant ihr mit diesem finanziellen Polster im Rücken bzw. welche Schritte habt ihr schon genommen?

Danke! 1 Mio. Euro klingt erstmal viel – aber man gibt es gerade im Bereich Hardwareentwicklung schnell aus. Mit dem Geld haben wir einerseits unser Venneos Team um weitere Mitglieder verstärkt. Andererseits haben wir den Markteintritt vorbereitet. In der Woche vor Pfingsten hatten wir unseren offiziellen Product Launch auf der Analytica in München, einer der größten Messen für Life Sciences in Europa. Allgemein haben wir alle extrem viel gelernt, eine Menge gearbeitet und viel Spaß dabei gehabt.

Warum habt ihr Euch für Stuttgart als Standort entschieden und nicht wie viele andere Startups für Berlin?

Wir sind zunächst für die EXIST Phase nach Stuttgart gekommen, da wir am MPI während EXIST alle notwendigen Einrichtungen v.a. Labore nutzen konnten. Außerdem ist für ein Hardware-Startup wie Venneos der Süden Deutschlands durch die wirtschaftliche Stärke hervorragend geeignet. Berlin ist für Software ein super Standort, war für uns aber keine Option.

Venneos_CAN Q_rendering

Was möchtet ihr Gründern speziell als Tipp mitgeben, wenn sie in Stuttgart (und der Region) gründen möchten?

Lasst euch nicht von dem Sicherheitsdenken im Ländle verunsichern. Wenn ihr gründen wollt, sucht euch die besten Teammitglieder, die ihr finden könnt und gebt Vollgas. Wenn euer Umfeld mit Unverständnis reagiert, weil ihr auch einen ‚sicheren‘ Job in einem etablierten Unternehmen annehmen könntet, dann gründet erst recht. Ihr werdet so unfassbar viel dabei lernen und eine der besten und intensivsten Zeiten in eurem Leben haben, die euch niemand mehr nehmen kann!

Angenommen ihr hättet die Chance einen Tag lang Bürgermeister von Stuttgart zu sein, was würdet ihr verändern?

Den Weg für selbstfahrende Autos freimachen!

Mit wem würdet ihr gerne einmal essen gehen und warum?

Larry Page, Sergey Brin & Elon Musk – weil sie sehr visionär denken und Ideen konsequent umsetzen.

Wo seht ihr Venneos heute in fünf Jahren?

In fünf Jahren hat Venneos einen neuen Goldstandard im Bereich der Zellanalyse in Europa und den USA gesetzt. Darüber hinaus sind wir in weiteren spannenden Segmenten aktiv, in die wir mit unserer Technologie expandieren werden. Akademische wie industrielle Kunden kennen und schätzen unsere Produkte und wir kommen Tag für Tag unserer Vision ein Stück näher:
„Integrating cell biology and silicon-chip technology to establish a new gold in research, drug development, diagnostics and beyond!”

Vielen Dank für dieses spannende Interview und alles Gute weiterhin!

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10 Fragen an eMovements

Diese Woche haben wir unsere 10 Fragen an das Team von eMovements gestellt, die mit ihrem eRollator im Sommer 2014 u.a. das erste Landesfinale des Elevator Pitch BW gewonnen haben (damals noch unter dem Name e-buddy).

Wer seid ihr und welches Produkt oder Dienstleistung bietet ihr an?

eMovements entwickelt Mobilitätslösungen für Übermorgen. Unser erstes Produkt ist der eRollator, der Rollator der Zukunft. Er erweitert mit zwei eAntrieben die Mobilität des Nutzers. Eine umfassende Beleuchtung und die intelligente eBremse erfüllen den Sicherheitswunsch des Kunden.

Seit wann gibt es eMovements als Unternehmen und wie seid ihr auf die Gründungsidee gekommen?

Die Idee entstand schon 2012, als die Oma eines Gründers ein solches Produkt benötigt hätte. Zusammen mit dem aufkommenden Trend der eMobility wurde begonnen, erste Prototypen zu bauen und zu testen. Seit 2014 wird das Projekt durch uns drei Gründern Max Keßler, Matthias Geertsema und Benjamin Rudolph in Vollzeit vorangetrieben.

Logo_eMOVEMENTS

Was habt ihr vorher gemacht und wie habt ihr als Team zusammen gefunden?

Max und Matthias kannten sich bereits von einer gemeinsamen Exkursion während des Studiums. Unseren dritten Mitgründer Benjamin haben wir gezielt gesucht und auf einem Startup-Speed-Dating gefunden.

Was waren bei der Umsetzung von eMovements bisher die größten Herausforderungen?

Bei der Entwicklung und Vermarktung des eRollators sind vor allem die Themen Usability, Zulassung und Finanzierung anspruchsvoll. Es erfordert viel Erfahrung und zahlreiche Tests, um ein Produkt zu entwickeln, was gerne und einfach von älteren Menschen benutzt werden kann, da diese z.T. andere Anforderungen haben als eine jüngere Zielgruppe. Als Medizinprodukt muss der eRollator eine entsprechende Zulassung haben, was ein aufwendiges und kostenintensives Verfahren bedeutet. Schließlich ist ein Serienanlauf mit hohen Investitionskosten verbunden. Hierfür sind wir aktuell auf Kapitalsuche und werden in den kommenden Wochen an einigen Investoren-Events teilnehmen.

Im Juli 2014 habt ihr ja die erste Runde des Elevator Pitch BW gewonnen. Was hatte der Gewinn für Auswirkungen auf eure Idee und was hat sich alles seitdem getan bei euch?

Der Gewinn war ein wichtiger Meilenstein und hat uns neben viel Aufmerksamkeit in der Presse auch Selbstvertrauen in unsere Idee und das Produkt gegeben. Im Nachgang mussten wir das Produkt allerdings noch deutlich abändern, damit es von der Zielgruppe auch akzeptiert wird und einfach benutzt werden kann. So ist aus dem damaligen e-buddy, dem Begleiter mit integriertem Tablet-PC und umfangreicher Sensorik, ein eRollator mit echtem Mobilitätsmehrwert sowie einem ausgereiften, intuitiven Bedienkonzept geworden.

Team eMovements

Warum habt ihr euch für Stuttgart als Standort entschieden und nicht wie viele andere junge Unternehmen für Berlin?

Ein Umzug nach Berlin stand für uns nie zur Debatte. Wir haben in Stuttgart studiert und uns hier kennen gelernt. Auch werden wir hier optimal unterstützt, z.B. durch die Universität Stuttgart. Es gibt in der Region zahlreiche Veranstaltungen, auf denen man mit potentiellen Investoren in Kontakt treten kann. Unserer Meinung nach steht einer Unternehmensgründung in Stuttgart nichts entgegen.

Was möchtet ihr Gründern speziell als Tipp mitgeben, wenn sie in Stuttgart (und der Region) gründen möchten?

Wir würden jedem raten, die vorhandenen Netzwerke zu nutzen und möglichst viele Veranstaltungen zu besuchen. Stuttgart hat inzwischen einiges zu bieten. Am besten Mitglied werden im Startup Stuttgart e.V. und Veranstaltungen in der IHK, von Accelerate Stuttgart, vom Startup Campus Stuttgart und vor allem das Gründergrillen besuchen. Wärmstens können wir auch den kostenlosen Service im Informationszentrum im Haus der Wirtschaft empfehlen, wenn es darum geht, Marken und Patente zu recherchieren.

Angenommen ihr hättet die Chance einen Tag lang Bürgermeister von Stuttgart zu sein, was würdet ihr verändern?

Einer von uns würde sofort alles dran setzen eine Stadtmaut einzuführen und die Einnahmen daraus in den ÖPNV investieren. Auch würde er versuchen den Neckar besser zu erschließen. Zusammen würden wir ganz uneigennützig mehr eAufladestationen fördern, an denen eRollatoren jederzeit aufgeladen werden können.

Mit wem würdet ihr gerne einmal essen gehen und warum?

Gerne würden wir mit Herrn Zetsche essen gehen, um uns mit ihm über unsere Unternehmung zu unterhalten. Nicht umsonst titelte die Stuttgarter Nachrichten „Der Mercedes unter den Rollatoren“. Auch würden wir gerne darüber sprechen wie Daimler sich mit Startups noch besser aufstellen könnte. Die Stadtmaut würden wir natürlich nicht erwähnen.

Was sind eure nächsten Ziele mit eMovements und wo seht ihr euch in fünf Jahren mit dem Produkt bzw. Unternehmen?

Wir haben in mehreren Zyklen ein serienreifes Produkt entwickelt, dass wir nun gerne als Firstmover an den Markt bringen möchten. Dazu führen wir im Februar noch zahlreiche Gespräche. Der Markt ist riesig und das Interesse, zu unserem Glück, ebenso. In 5 Jahren wird unser eRollator zum Straßenbild gehören und auf Wunsch mit jeder S-Klasse mit ausgeliefert werden.

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10 Fragen an Moritz Mack von MOKEY

Diese Woche haben wir unsere 10 Fragen an Moritz Mack von MOKEY gestellt:

Wer bist Du und welches Produkt oder welche Dienstleistung bietest Du an?

Mein Name ist Moritz Mack und ich führe das Startup-Unternehmen MOKEY – More than a Key. Ich biete meinen Kunden eine hilfreiche Lösung für ihren unbequemen Schlüsselbund in der Hosentasche an: den MOKEY Key Organizer. Der MOKEY ermöglicht es, all seine Schlüssel handlich und praktisch zu organisieren. Ähnlich wie beim Schweizer Taschenmesser werden die Schlüssel zwischen Metallschalen integriert und sind komfortabel auf- und zuklappbar.

Seit wann gibt es MOKEY als Unternehmen und wie bist Du auf die Gründungsidee gekommen?

Das Unternehmen MOKEY – More than a Key gibt es seit April 2015. Beruflich beschäftige ich mich schon seit vielen Jahren mit Gadgets und Werbemitteln für Unternehmen, doch es fehlte noch eine Ergänzung für den B2C-Markt. Die endgültige Idee zum MOKEY Key Organizer entstand in einer alltäglichen Situation. Als ich meine Lieblingsjeans nach dem Waschen genauer betrachtete, stellte ich ein Loch an der Außenseite der Jeans fest, das mein Schlüsselbund verursacht hatte. Ich musste einfach etwas dagegen tun. Schon immer fasziniert vom Schweizer Taschenmesser war die Idee der zwei Metallschalen, zwischen denen die Schlüssel integriert werden, geboren. So entwickelte ich den ersten Prototypen des MOKEY Key Organizers. Meine bereits gesammelten beruflichen Erfahrungen und mein Wissen über den Werkstoff Metall kamen mir bei der Umsetzung zugute.

MOKEY

Was hast Du vorher gemacht und hast Du bereits ein Team für die Idee gefunden?

Ich absolvierte vor meiner Selbstständigkeit eine Lehre zum Feinwerkmechaniker, anschließend arbeitete ich als Geselle in einem Unternehmen, das Stanzwerkzeuge und Stanzteile herstellte. In dieser Zeit lernte ich den richtigen Umgang mit den verschiedenen Metallen und die darin verbundenen Eigenschaften des Werkstoffs. In meiner Freizeit arbeitete ich immer gerne kreativ mit dem Werkstoff Metall. Dadurch kamen auch Zweifel an meinem damaligen Beruf auf, denn ich wollte meinen Unterhalt künftig lieber mit einer kreativen Tätigkeit verdienen und ich wusste, dass der Werkzeugbau mir diese Möglichkeit nicht bieten konnte. So wagte ich den Schritt in die Selbstständigkeit. Anfangs stellte ich Dekobäume aus Metall und andere kreative Gegenstände her. Im Laufe der Zeit wurden dann auch Unternehmen auf meine kreative Arbeit und Umsetzungen verschiedener Themen aufmerksam und somit meine ersten eigenen Kunden. Ich nahm immer mehr Aufträge für individuelle Werbemittel entgegen und konnte sie mit Erfolg ausführen. Ob ein Flaschenöffner im Firmenlogo-Design oder Metallvisitenkarten, alles war möglich! Damals wie heute arbeitete und arbeite ich ohne eigenes Team. Zuverlässige Zulieferfirmen stehen mir nach wie vor tatkräftig zur Seite und erfüllen jeden noch so kreativen Auftrag.

Was waren bei der Umsetzung von MOKEY die bisher größten Herausforderungen?

Bei der Umsetzung war besonderes darauf zu achten, dass alle Komponenten für den MOKEY Key Organizer sehr sorgfältig und genau hergestellt werden. So ein Schlüsselorganizer sollte im Alltag schon einer gewissen Anforderung standhalten. Darum sind diese Ansprüche für den Werkstoff und auch für die Herstellung extrem wichtig.

Moritz Mack MOKEY

Es gibt ja viele Gadget-Anbieter, da muss man erstmal durch die Informationsflut durchkommen. Wo siehst Du die Alleinstellungsmerkmale des MOKEYS?

Der MOKEY ist für mich nicht nur ein Verkaufsgegenstand. Ich sehe ihn als ständig laufendes Projekt an. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, den MOKEY Key Organizer immer weiter zu entwickeln und ihn auch an seine Kunden anzupassen. Denn passende Zubehör-Gadgets wie beispielsweise ein USB-Stick, ein Bartkamm, ein Karabiner oder ein Flaschenöffner sollen dem Kunden die Möglichkeit bieten, den MOKEY individuell zu gestalten. Der Zubehör wird um weitere Gadgets erweitert und ist ein wichtiges Merkmal der Marke MOKEY, die kreativ und flexibel ist.

Warum hast Du Dich für Stuttgart als Standort entschieden und nicht wie viele andere junge Unternehmen für Berlin?

Der Großraum Stuttgart bietet mir viele Vorteile, um den MOKEY in bester Qualität herzustellen. Eine große Auswahl an Zulieferfirmen, die für die einzelnen Komponenten des MOKEYS zuständig sind, sind hier in rauhen Mengen zu finden. Durch die regional ansässige Industrie kann ich auch auf sehr viel Wissen und Know-how der Fachleute zurückgreifen, wenn es um die Entwicklung und Umsetzung der einzelnen Komponenten geht.

Was möchtest Du Gründern speziell als Tipp mitgeben, wenn sie in Stuttgart (und der Region) gründen möchten?

Angehende Gründer sollten sich auf jeden Fall ein Netzwerk aufbauen. Man sollte als Gründer darauf achten, dass man die Aufgaben der wichtigen Bereiche seines Unternehmens selbst ausführt. Ein zu frühes Abgeben oder Outsourcing der Unternehmensbereiche kann auch schädlich für das Unternehmen sein.

Angenommen Du hättest die Chance, einen Tag lang Bürgermeister von Stuttgart zu sein, was würdest Du verändern?

In erster Linie würde ich aktiv die Infrastruktur der Stadt Stuttgart anpacken. Ich denke das autonome Fahren mit E-Fahrzeugen könnte das Problem schon ein wenig lösen. Man sollte nicht die Autofahrer der Stadt verantwortlich für das Chaos machen, in anderen Großstädten funktioniert es ja schließlich auch. Als Bürgermeister würde ich daher eine große Preisausschreibung ins Leben rufen, um an die verschiedensten Konzepte und Lösungen für das Verkehrschaos zu kommen. Ich denke, es wäre auch ein großer Beitrag für die Förderung der Gründerkultur in Stuttgart, aber auch für mittelständische und Großunternehmen könnte dies ein großer Anreiz sein.
MOKEY Gadget Organizer

Mit wem würdest Du gerne einmal Essen gehen und warum?

Ich würde gerne mit Elon Musk Essen gehen. Er hat schon oft bewiesen, was machbar ist, wenn man nur fest an seine Visionen glaubt. Gerade in den letzten paar Jahren hat er so einiges erschaffen und ich vermute, dass wir auch in Zukunft noch viel von ihm hören werden.

Planst Du bereits Folgemodelle oder Erweiterungen des MOKEYS? Wo siehst Du Dich in fünf Jahren mit dem Produkt?

Es vergeht kein Tag an dem ich mir keine Gedanken über den MOKEY Key Organizer mache. In Zukunft soll es immer mehr Gadgets für den MOKEY geben. Daher können sich die Kunden auf weiteres cooles Zubehör gefasst machen – Bartkamm, Flaschenöffner und USB-Stick sind erst der Anfang. Ich will mit der Marke MOKEY das coole Gegenstück zum Schweizer Taschenmesser sein – nur eben viel individueller und lässiger. Die Kunden sollen sich mit der Marke verbunden fühlen, ihren Key Organizer individuell gestalten. Die Marke ist sportlich, dynamisch und kann auch den zukünftigen Trends folgen!

Vielen Dank Moritz für das interessante Interview und weiterhin viel Erfolg!

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10 Fragen an eetmee

Heute haben wir unsere 10 Fragen an eetmee gestellt, die Restaurants die Möglichkeit bieten, ihren Gutscheinversand auszulagern.

Wer seid ihr und welches Produkt oder Dienstleistung bietet ihr an?

Wir sind eetmee.de und bieten Restaurants die Möglichkeit, ihren Gutscheinversand auszulagern. Anders als die bekannten Rabattportale, bieten wir den Gästen der Restaurant-Partner keine Rabattgutscheine an, sondern echte Verzehrgutscheine. Vorteil ist für den Verbraucher, dass er nicht mehr im Lokal erscheinen muss um den Gutschein zu erhalten. Er kann diesen direkt über unser Portal bestellen, bezahlen und verschicken lassen! Der Gutschein kann ausgedruckt werden (wenn es schnell gehen muss) oder per Post in Form einer Plastikkarte an den Empfänger verschickt werden. Für den Restaurantpartner bieten wir damit einen modernen Service und sind wir bei genauer Berechnung sogar kostengünstiger, als der Eigenvertrieb durch das Restaurant.

Eetmee_Logo

Seit wann gibt es Euch als Unternehmen und wie seid ihr auf die Gründungsidee gekommen?

Die Idee entstand bereits vor drei Jahren, wurde seither geplant, und umgesetzt. Wir sind mit unserem Portal seit Anfang Oktober 2015 online. Also, seit relativ kurzer Zeit. Als selbstständiger Unternehmer mit verschiedenen, gastronomischen Betrieben, habe ich selbst die Erfahrung gemacht, dass der Gutscheinprozess für den Endkunden noch nicht ausgereift ist. Die Restaurantpartner können mit einer Optimierung dieses Prozesses einen enormen Umsatzzuwachs generieren, da ein gutes Essen als Geschenkalternative immer gefragter wird.

Was habt ihr vorher gemacht und wie habt ihr als Team zueinander gefunden?

Ich, Nima Nafeei, bin der Gründer von eetmee und habe seit über 15 Jahren Erfahrung in der Gastronomie und ständig Interesse an innovativen Konzepten für die Gastronomie. Yassar Amara hat sein duales Studium an der DHBW Stuttgart und bei uns als Dualem Partner abgeschlossen.

Was waren bei der Umsetzung von eetmee bisher die größten Herausforderungen?

Der Gutscheinmarkt ist vor allem in der Gastronomie stark in Verruf geraten. Begründet ist dies durch gewisse Portale, die Gastronomen eher verlustbringende Dienstleistungen anbieten, statt diese im Marketing zu unterstützen. Wir haben daher die Mission: Die Gastronomen sollen vom Gegenteil überzeugt werden. Ein Gutschein bedeutet nicht länger ein Verlustgeschäft zu sein, bei dem vermeintlichen Neukunden gewonnen werden, die nur bei Rabattaktionen im Lokal erscheinen.

Die größte Herausforderung ist sicherlich auch die Gastronomen zu erreichen. Dieser schwierigen Zielgruppe kann kein spezielles Profil zugeordnet werden, da sich Arbeitszeiten und Arbeitsweisen hier sehr differenzieren. Die Erreichbarkeit ist daher eine große Herausforderung.

Mittlerweile gibt es ja bereits einige Gutscheinanbieter. Wo seht ihr eure Schwerpunkte und Alleinstellungsmerkmale in der Positionierung gegenüber anderen Anbietern?

Zunächst möchten wir erneut erwähnen, dass wir kein Rabattgutschein-Portal sind. Außerdem sehen wir unsere Teilnehmer als Partner und setzen auf eine langfristige Partnerschaft. Durch unsere Dienstleistung entlasten wir den Partner und bieten ihm die Möglichkeit, ein überregionales Kundenpotential zu erreichen. Unser USP ist zum einen die geringe Provision von 2,50€ pro verkauftem Gutschein. Wir setzen auf diesen Fixbetrag, egal welchen Betrag der Gutschein letztendlich hat. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist, dass jeder Partner praktisch seinen eigenen Shop hat, sprich: Der Partner kann auch individuelle Gutscheindesigns anbieten.

Team-eetme

Warum habt ihr Euch für Stuttgart als Standort entschieden und nicht wie viele andere Startups für Berlin?

Berlin als Standort zu wählen ist ja schon zum Standard geworden, dies wäre ja langweilig. Wir wollen es anders machen und sind sicher, dass es auf das Konzept ankommt und weniger auf den Ort der Gründung. Da wir auch aus Stuttgart kommen und die Baden-Württemberger durchaus etwas von der Gastronomie verstehen, sehen wir auch Stuttgart als guten Standort für ein StartUp an. Außerdem muss man als Schwabe die StartUp-Szene im Ländle weiter ankurbeln.

Was möchtet ihr Gründern speziell als Tipp mitgeben, wenn sie in Stuttgart (und der Region) gründen möchten?

Wir sind der Überzeugung, dass ein gutes Netzwerk für alle Gründer förderlich ist. Deshalb sollten Gründer keine Partnerschaften scheuen, selbst wenn die Unternehmen in der gleichen Branche tätig sind. StartUp Events zu besuchen und sich dort mit „Gleichgesinnten“ auszutauschen, ist vor allem zu Beginn sehr hilfreich.

Angenommen ihr hättet die Chance einen Tag lang Bürgermeister von Stuttgart zu sein, was würdet ihr verändern?

Wir würden Gründer mehr fördern, denn Sie sind die Unternehmen der Zukunft und werden, bei Erfolg, die Arbeitsplätze der Zukunft bieten. An klugen Köpfen fehlt es schließlich nicht. Mit fördern meinen wir nicht nur die finanzielle Unterstützung. Zur Gründung sollte jeder Gründer z.B. bei der Marktanalyse unterstützt werden, denn hier ist es oft schwierig valide Zahlen und Fakten zu erhalten. Außerdem sollte jeder Gründer in den ersten Jahren seiner Gründung in ein Netzwerk von erfahrenen Unternehmern integriert werden, welches ihn unterstützt und für jegliche Fragen und Rat zur Seite steht. Also eine Art von ehrenamtlichen Paten.

Desktop-Layout-eetme

Mit wem würdet ihr gerne einmal essen gehen und warum?

Spontan fällt uns da Jochen Schweizer ein. Er ist uns nicht erst durch die TV-Show „Die Höhle der Löwen“ bekannt. Auch auf Events hat Jochen Schweizer durchweg einen ehrlichen, offenen und erfahrenen Eindruck hinterlassen. Durch sein sympathisches Auftreten und die ähnliche Richtung der Unternehmen, könnten wir sicher noch das eine oder andere von ihm lernen. Er ist auf jeden Fall eingeladen, uns in Stuttgart einmal zu besuchen.

Wo seht ihr eetmee heute in fünf Jahren?

In fünf Jahren sehen wir eetmee als feste Größe im Bereich Verzehrgutscheine. Die Gastronomen sollen eetmee fest in ihre Geschäftsprozesse integriert haben und ihren Gästen somit einen schlanken, modernen Service anbieten können. Der Endverbraucher wird einen eetmee-Gutschein als gute Geschenkalternative für jeden Anlass wahrnehmen und nutzen. Durch eine App kann der Nutzer direkt von mobilen Endgeräten jederzeit und überall ein Geschenk bestellen und verschicken. Von unserer Seite aus werden wir uns außerdem auf die Erleichterung des Services für den Gastronomen konzentrieren und diesen ständig optimieren.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!