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Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, Baden-Württemberg zu einem der führenden Startup Regionen Europas zu entwickeln. Frau Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst BaWü, und Frau Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau BaWü, haben dafür in ihren Ministerien diverse Aktivitäten gestartet.
Die Ministerinnen waren am Demo Day der Initiative Gründermotor vor Ort und wir haben das als Anlass genutzt, um mal nachzufragen wie das Zwischenfazit lautet.

Startup Stuttgart: Frau Ministerin Bauer, Frau Ministerin Hoffmeister-Kraut im gemeinsamen Koalitionsvertrag haben sie in 2016 den Anspruch definiert „Wir werden Baden-Württemberg zur dynamischsten Gründerregion Europas machen.“ Woran werden sie am Ende der Legislaturperiode in 2021 entscheiden, ob die Regierung das Ziel erreicht hat und wie fällt ihr Zwischenfazit nach fast genau 3 Jahre nach Veröffentlichung des Koalitionsvertrags aus?

Hoffmeister-Kraut: Es hat sich in den letzten drei Jahren bereits vieles sehr positiv entwickelt. Mit der Landeskampagne „Start-up BW“ ist es uns gelungen, nahezu alle Partner und alle wesentlichen Angebote unter einem Dach zu bündeln und eine Community mit einem gemeinsamen Verständnis zu entwickeln. Diesen „neuen Spirit“ und die vielen neu eingeführten Instrumente tragen wir jetzt weiter in die Breite. Klar ist aber auch, dass hier große Kontinuität gefragt ist. Mit „Start-up BW@School“ bringen wir beispielsweise Gründerinnen und Gründer von Start-ups als Vorbilder mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch. Das begeistert Jugendliche für die berufliche Selbstständigkeit und fördert bereits heute das Unternehmertum von morgen. Solche Formate sind natürlich langfristig ausgerichtet.

Ministerin Hoffmeister-Kraut

Bauer: In den letzten Jahren haben zahlreiche Maßnahmen des Wissenschafts- und Wirtschaftsministeriums erfolgreich dazu beigetragen, die Gründerszene in Baden-Württemberg neu zu beleben. Ich sehe einen großen Mehrwert im Förderprogramm „Gründungskultur in Studium und Lehre“. Mit diesem bundesweiten Programm unterstützen wir die Hochschulen dabei, Studierende möglichst früh für die unternehmerische Selbständigkeit zu begeistern. Im Landeshochschulgesetz gibt es jetzt die Möglichkeit für Hochschulen, Ausgründungsvorhaben ihrer Studierenden, Absolventinnen und Absolventen und ihrer Beschäftigten für bis zu drei Jahre innerhalb der Hochschule Raum zu geben. Junge Unternehmerinnen und Unternehmer werden damit gerade in der ersten Phase der Unternehmensentwicklung unterstützt.

Startup Stuttgart: Wenn sie auf BaWü im Vergleich zu den anderen Bundesländern schauen, wo sehen sie die Stärken, Schwächen ggü. den anderen Ländern? Womit wollen sie punkten, um die besten Gründer zu halten oder nach BaWü zu holen?

Hoffmeister-Kraut: Unser Gründungsgeschehen ist sehr vielschichtig und wesentlich stärker auf B2B konzentriert als im Silicon Valley, in China oder in Berlin. Bei uns sind Gründungen außerdem nachhaltiger und geographische recht gleichmäßig im Land verteilt. Wir sind mit unseren vielen „Hidden Champions“ im Mittelstand und großen Industrieunternehmen gut aufgestellt. Doch im digitalen Zeitalter sind es immer öfter junge und agile Start-ups, von denen disruptives Geschehen ausgeht. Bei der Weiterentwicklung des Gründerlands Baden-Württemberg setze ich deshalb auch auf die bessere Zusammenführung von Start-ups, Mittelstand und Corporates. Baden-Württemberg muss den nationalen und internationalen Wettbewerb noch offensiver annehmen und seine besonderen Stärken als Start-up-Standort für innovative und technologieorientierte Gründungsvorhaben besser vermarkten. Als „the Place 4B2B“ gelingt es uns zunehmend, auch auf internationalen Messen und Start-up-Festivals wie Slush oder South by Southwest zu punkten.

Bauer: Einmalig in ganz Baden-Württemberg ist, dass bodenständige Großkonzerne mit internationaler Ausrichtung mit Technologiebegeisterten, kreativen Gründerinnen und Gründern zusammentreffen. Die großen Unternehmen haben das Potenzial der „Start-up-Generation“ verstanden. Und durch die räumliche Nähe entsteht auch ein ganz eigenes Innovationsgefüge.

Grundlage dessen ist – und das ist aus meiner Sicht der wohl nachhaltigste Wettbewerbsvorteil –, dass Forschung und Innovation in Baden-Württemberg sowohl in der Spitze als auch in der Breite wettbewerbsfähig aufgestellt sind. Die dezentrale Hochschul-, Forschungs- und Innovationslandschaft stellt sicher, dass es in allen Regionen Hochschulen (Universitäten aber auch Hochschulen) mit breiter fachlicher Ausrichtung gibt, die als regionale Innovations- und Gründungszentren wirken können.

Startup Stuttgart: Das Feedback aus der Startup Community ist trotz vieler angestoßener Aktivitäten der Landesregierung eher zurückhaltend. Ist das aus ihrer Sicht nur ein „Kommunikationsproblem“ oder gibt es auch Anlass zur Selbstkritik?

Ministerin Bauer

Bauer: Es besteht kein Anlass zur Selbstkritik, aber wir wissen, dass mehr erfolgreiche Gründungen nach wie vor nötig sind. Wir versuchen immer, unsere Maßnahmen noch besser auf die Bedürfnisse der Gründerinnen und Gründer abzustimmen. Dafür dienen auch regelmäßige Workshops, wo sich Hochschulen mit Start-ups austauschen. Erfolgreiches Beispiel ist das Förderprogramm „Junge Innovatoren“ des Wissenschaftsministeriums und Wirtschaftsministeriums, in dem mehr als 260 innovative Gründungsideen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen gefördert werden konnten. Es hat die Bedürfnisse der Start-ups gedeckt und war darüber hinaus Vorbild für das EXIST-Gründungsstipendium.

Hoffmeister-Kraut: Über 5.000 Teilnehmende beim „Start-up BW Summit 2019“ sind für mich kein zurückhaltendes Feedback. Ich habe vielmehr das Gefühl, dass an vielen Orten eine neue Aufbruchsstimmung entstanden ist. Gründungskultur kann aber nicht isoliert als Aufgabe der Politik betrachtet werden. Auch Unternehmen, private Investoren, die Kommunen, Kammern und Verbände, letztlich alle Beteiligten müssen ein anderes Verständnis von Risiko und Start-up-Unterstützung entwickeln, wenn wir die Gründungsdynamik spürbar erhöhen wollen. Solch ein Kulturwandel vollzieht sich nicht von heute auf morgen. Dafür setzten wir zum Beispiel mit Start-up BW Pre-Seed und unserem Start-up BW Summit starke, durchaus auch international beachtete Impulse, für die wir sehr viele positive Rückmeldungen aus der Start-up Community erhalten.

Startup Stuttgart: Frau Bauer, in anderen Ländern (z.B. USA, Israel) sind Hochschulen die wichtigste Keimzelle für Startups. Wir, wie andere auch, sehen hier einen großen Nachholbedarf in BaWü Studenten für das Gründen zu begeistern und auch dabei zu unterstützen. Gibt es hier Ideen wie Sie das nicht nur über Programme an Hochschulen fördern, sondern auch gezielt einfordern können?

Bauer: Kreativität kann man nicht diktieren und Risikobereitschaft nicht verordnen, aber beides kann mit Angeboten an den Hochschulen gefördert werden. Mit dem Programm „Gründungskultur in Studium und Lehre“ werden die Hochschulen ermutigt, das Gründungsthema früh im Studium zur Sprache zu bringen und auch curricular einzubinden. Das Programm läuft sehr gut. Einige Hochschulen erreichen mittlerweile alle Studierenden schon im ersten Semester. Wir haben daher die Förderung der laufenden Projekte über das Jahr 2019 hinaus verlängert und unterstützen nunmehr insgesamt 23 Hochschulen.

Startup Stuttgart: Wir bekommen viele Anfragen um z.B. Investoren mit Gründern zu vernetzen. Leider gibt es heute keine Übersicht von Startups die aus Hochschulen heraus gegründet wurden, könnte man nicht so eine Liste mit allen Startups veröffentlichen?  

Bauer: Wir arbeiten gemeinsam daran, die Hochschulen und deren Startups im Rahmen der Landeskampagne Start-up BW sichtbarer zu machen. Dennoch: Nur eine Liste im Internet kommt der Dynamik bei den Ausgründungen nicht entgegen. Gerade in der frühen Phase einer Gründung steht sehr viel auf dem Spiel.

Eine Datenbank ist eher ein ergänzendes Instrument. Wichtiger ist es, Investoren und Gründerinnen und Gründer besser zu vernetzen. Beispiel ist der Wettbewerb Start-up BW ASAP, der im letzten Wintersemester erstmalig erfolgreich durchgeführt wurde. Insgesamt 61 Gründerteams aus 22 Hochschulen haben sich beteiligt.

Mit solchen Programmen oder Formaten gelingt es, den spannendsten Gründungsprojekten aller baden-württembergischen Hochschulen landesweite Sichtbarkeit und damit Zugang zu Investoren und Partnern zu bieten. 

Startup Stuttgart: Im Großraum Stuttgart gibt eine Vielzahl von Hochschulen, was spricht dagegen ein gut ausgestattetes Gründungszentrum über alle Hochschulen zu etablieren und damit auch die Vernetzung (auch zwischen den Studenten) zu verbessern, anstatt an jeder Hochschule eigene kleine „Insel-Zentrum“ zu betreiben?

Bauer: Wir brauchen beides: Leuchttürme und Lagerfeuer. Der Einstieg in das Gründungsthema muss so einfach wie möglich sein. Studierende benötigen auf direktem Wege Ansprechpartner, die auch auf kleineren Veranstaltungen da sind. Es gibt schöne Ansätze mit Makerspaces und Containern mit räumlicher Präsenz in unmittelbarer Nähe zur Cafeteria, wo sich die Studierenden zwischendurch aufhalten. Das sind die Lagerfeuer.

Gleichzeitig denke ich, dass Stuttgart ein echter Leuchtturm guttut. Erst letztes Jahr war ich in Paris zu Besuch beim weltweit größten Startup-Campus „Station F“. Ein solches, international sichtbares Gründerzentrum ist ein Magnet, auch für internationale Gründer und Investoren.

Für einen solchen Leuchtturm braucht es ein nachhaltiges Konzept, das auch die vorhandenen Gründungskapazitäten vor Ort berücksichtigt. Mit der Startup Autobahn in der ARENA 2036, dem Innovationscampus „Cyber Valley“, den Gründungs- und Beratungsstrukturen an den Hochschulen aber auch den diversen Inkubatoren, Accleratoren und Co-Working-Spaces wie z.B. dem Code_n Spaces oder dem Wizemann Areal bieten sich in Stuttgart zahlreiche und vielfältige Anknüpfungspunkte.

Ich sehe allerdings auch die Privatwirtschaft in der Pflicht. In großen internationalen Start-up Zentren arbeiten Politik und Wirtschaft Hand in Hand. Es bedarf gemeinsamer Finanzierungskonzepte und eines abgestimmten Vorgehens.   

Startup Stuttgart: Frau Hoffmeister-Kraut mit Startup BW haben Sie vor rund 2 Jahren eine Dachmarke für Startup Aktivitäten BaWü geschaffen und der Startup Summit wurde bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr ausgetragen. Sind Sie mit den Ergebnissen bisher zufrieden?

Hoffmeister-Kraut: Auf jeden Fall, das Konzept unserer neuen Landeskampagne beinhaltet eine ganze Reihe von neuen Instrumenten, beispielsweise unsere Start-up Acceleratoren, unsere neue Frühphasenfinanzierung „Start-up BW Pre-Seed“ oder „Start-up BW Local“. Unser Wettbewerb für „Gründungsfreundliche Kommunen“ ist in dieser Form europaweit einzigartig. Bewährte Angebote, zum Beispiel die Innovations- und die Beratungsgutscheine, haben wir in das neue Konzept zur Gründungsförderung integriert. Besonders erfolgreich war unser 2. Start-up BW Summit mit über 350 Start-ups aus Baden-Württemberg und vielen internationalen Gästen. Und ich kann Sie schon heute zu unserem nächsten Start-up BW Summit im Juli 2020 einladen. Der wird, so viel kann ich schon verraten, noch internationaler ausgerichtet sein.

Startup Stuttgart: Sie haben sich auf ihren Delegationsreisen in Israel, China, Baltikum, USA auch immer mit dem Thema Startup auseinandergesetzt. Was haben Sie dort gesehen, wo einerseits die Politik in D/BaWü bessere Rahmenbedingungen setzen sollte und wo sehen Sie auch Eigenverantwortung bei der Community? 

Hoffmeister-Kraut: Es ist beindruckend, welche Dimension und konsequente Geisteshaltung bei der Umsetzung des Innovationstransfers durch Start-ups gerade in Israel oder im Silicon Valley herrscht. Bei „Start-up BW Pre-Seed“ hat uns ein israelisches Programm sehr inspiriert. Ich bin überzeigt, dass wir uns an den besten und erfolgreichsten Start-up-Ökosystemen orientieren und mit diesen kooperieren sollten, um auf internationales Top-Niveau zu kommen. Dass Israel beim Summit unser Partnerland und mit 20 Start-ups in Stuttgart vertreten war, ist ein sehr guter Schritt. Und auch wenn die Landesregierung vieles unternimmt und wichtige Impulse setzt – erfolgreich sind wir nur gemeinsam. Ein zentrales Element von „Start-up BW“ ist eine noch bessere Vernetzung und Unterstützung der Akteure aus den Start-Up-Ökosystemen in Baden-Württemberg und der enge Austausch mit der Start-up Community. Das setzt voraus, dass sich auch vor Ort Menschen dafür begeistern und einsetzen. An dieser Stelle daher mein ausdrücklicher Dank an alle, die sich ehrenamtlich beim Start-up-Stuttgart e. V. engagieren.

Bauer: Ich habe bis heute zahlreiche Start-up Hot-Spots besucht und habe mich mit den dortigen Akteuren unterhalten. Eine „one-size fits all“ Formel gibt es nicht. Jedes Ökosystem hat sich aus den spezifischen Rahmenbedingungen entwickelt und vermeintliche Nachteile zu ihrem Vorteil genutzt. Was aber alle vereint, ist der grundsätzliche Glaube daran, dass „the next big thing“ direkt hinter der nächsten Ecke liegt. Das Vertrauen darauf, dass aus jeder Idee ein erfolgreiches Unternehmen werden kann, erzeugt ein ganz eigenes, offenes Gründungsklima.

Was mir gerade in den USA aufgefallen ist: Unternehmerinnen und Unternehmer denken sehr frühzeitig an den internationalen Markt, z.B. in Asien. Auch wenn es in Baden-Württemberg aufgrund seiner starken KMU-Ausprägung zahlreiche potentielle Kunden gibt, sollten auch junge Gründer frühzeitig global denken. 

Startup Stuttgart: Die Geschäftsmodelle von Startups hängen nicht immer mit der Digitalisierung zusammen, aber natürlich bietet die Digitalisierung große Chancen die wir auch im Ländle nutzen sollten. Gleichzeitig herrscht bei uns in vielen Bereichen eher Schneckentempo. Als Wirtschaftsministerin sind Sie ja auch daran interessiert gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Wann kann man denn endlich mal im ICE oder im Auto von Stuttgart nach Laiz ohne Funkabbruch telefonieren und surfen?

Hoffmeister-Kraut: Für das Hightech-Land Baden-Württemberg ist eine möglichst flächendeckende Mobilfunkversorgung von zentraler Bedeutung. Es ist die Aufgabe der Telekommunikationsunternehmen, für eine angemessene und ausreichende Mobilfunkabdeckung zu sorgen. Ein vollständiger Lückenschluss im Mobilfunknetz wird dennoch wohl nur mit Unterstützung der öffentlichen Hand möglich. Die Bundesregierung hat angekündigt, dass sie bis zum Sommer 2019 eine Gesamtstrategie für einen möglichst flächendeckenden Mobilfunk vorlegen wird. Aber mir ist in noch ein anderer Aspekt sehr wichtig: Das Mobilfunknetz kann nur dann den erforderlichen Standard erreichen, wenn in der Bevölkerung auch die Akzeptanz für zusätzliche Mobilfunkmasten vorhanden ist. Wer ein leistungsfähiges Mobilfunknetz möchte, muss grundsätzlich auch bereit sein, einen Sendemast vor der eigenen Tür zu akzeptieren. Ansonsten werden wir keine flächendeckende Mobilfunkversorgung in Baden-Württemberg hinbekommen.

Startup Stuttgart: Der Anlass des Gesprächs heute ist die Initiative Gründermotor in Stuttgart. Was erhoffen sie sich von der Initiative?

Gewinner Jury Preis mit Helmut Schelling (Vector), Ministerin Bauer und Hoffmeister-Kraut

Bauer: Die Gründermotor-Initiative kann dazu beitragen, die Hochschulen im Bereich der Gründungsunterstützung noch besser miteinander zu vernetzen und gleichzeitig vielversprechenden Gründungsvorhaben bis zum erfolgreichen Markteintritt zu unterstützen. Sie kann auch dazu beitragen, dass ein „Gründungsmiteinander“ entsteht.

Hoffmeister-Kraut: Der Technologietransfer durch Ausgründungen von Start-ups aus Universitäten und Hochschulen spielt eine wichtige Rolle. Hier stehen Frau Bauer und ich in einem engen Austausch. Wichtig ist, die Förderangebote auf dem Campus in eine ganzheitliche Konzeption der baden-württembergischen Gründungsförderung einzubetten. Gerade an diesen Schnittstellen kann die Initiative Gründermotor in Stuttgart einen positiven Beitrag leisten.

Startup Stuttgart: Worauf werden sie heute beim Demo Day genau schauen, bzw. was interessiert sie heute besonders?

Hoffmeister-Kraut: Ich bin ich sehr gespannt auf die Gespräche mit den anwesenden Start-ups, auf ihre Geschäftsmodelle und darauf zu erfahren, wie sie mit ihren Ideen den zukünftigen Herausforderungen begegnen wollen.

Bauer: Ganz besonders freue ich mich auf die kreativen Gründungsideen. Ich bin gespannt, welche Lösungen die jungen Studierenden für die Probleme und Herausforderungen der Zukunft entwickelt haben. Ich will auch mit den Gründerinnen und Gründern und mit den Investoren ins Gespräch kommen.

Startup Stuttgart: Was genau ist ihre Rolle bei Gründermotor?

Bauer: Gemeinsam mit meiner Kollegin, Frau Dr. Hoffmeister-Kraut, begleite ich die Entwicklung und Umsetzung der Gründermotor-Initiative von Anfang an. Da wir vom Mehrwert der Initiative überzeugt sind, haben wir uns bereit erklärt, die Schirmherrschaft für den DemoDay der ersten Meisterklasse zu übernehmen. Und wir unterstützen Herrn Dr. Schelling und Herrn Thoma bei der Weiterentwicklung der Initiative.   

Hoffmeister-Kraut: Ganz genau, das machen wir natürlich sehr gerne, denn diese Initiative setzt einen wichtigen Impuls zur Stärkung der Gründungsaktivitäten an den Hochschulen der Region Stuttgart. Sie trägt dazu bei, dass wir mit vereinter Kraft die Gründungskultur vorantreiben.

Startup Stuttgart: Soll das ein Modell für ganz BaWü werden?

Bauer: Ich könnte mir grundsätzlich vorstellen, dass in die Gründermotor-Initiative weitere Hochschulpartner auch außerhalb des Großraums Stuttgart aufgenommen werden. In der Flexibilität der Initiative sehe ich hier einen großen Vorteil.   

Startup Stuttgart: Jeden Monat betreiben wir das Gründergrillen in Stuttgart und erreichen so pro Jahr bis zu 1000 Gründer und Gründungsinteressierte. Wir würden uns freuen sie mal vor Ort zu begrüßen.

Hoffmeister-Kraut: Ich nutze solche Gelegenheiten gerne und bewusst im ganzen Land, um mit Gründerinnen und Gründern möglichst häufig ins Gespräch zu kommen. Ich freue mich über die Einladung und bin gerne am 8. Juli dabei, wenn auch das Landesfinale unseres Start-up BW Elevator Pitch stattfindet.

Startup Stuttgart: Wir freuen uns darauf. Vielen Dank für das Gespräch.

Fotos: Andreas Dalferth

Sichtbarkeit ist gerade am Anfang eines jeden Startups enorm wertvoll. Professionelle Public Relations können sich aber die wenigsten Startups leisten. Aus diesem Grund helfen wir unseren Startups aus der Region Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit unseren Partnern vom StartupSpot bei uns kostenlose PR zu bekommen.

Wir porträtieren Euch und Euer Startup und schaffen gemeinsam mit Eurem Startup Profil im StartupSpot Baden-Württemberg mehr Sichtbarkeit. Baden-Württemberg hat zahlreiche vielversprechende Startups, die unserer Meinung nach alle noch mehr Beachtung finden sollten.

Was ist ein Startup-Porträt?

Die ersten Porträts über Code2Order , Mauz&Wauz und aucubo sind bereits im Rahmen der IT&Business  Messe in Stuttgart erschienen. Startup Stuttgart hat es möglich gemacht, dass ihre Startups vom 4. bis 6. Oktober auf dieser Messer ausstellen konnten.

Einfach kostenlos in den StartupSpot Baden-Württemberg eintragen und bei der Verlosung mitmachen!

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Ich will mein Startup auch vorstellen! Wie geht das?

Das ist ganz einfach: Nimm an unserer Verlosung teil und nutze die Chance ein von vier Startup Porträts zu gewinnen. Trage einfach Dein Startup im StartupSpotBW ein und füge die URL deines Spot-Profils in unser Verlosungs-Tool im Widget unten ein. Schon nimmst Du an der Verlosung teil.

 

Wir drücken ganz fest die Daumen!

Bereits zum 18. Mal zeichnet der Hightech Award CyberOne innovative Geschäftsideen von Startups aus Baden-Württemberg aus. Bewerbungen von aufstrebenden Unternehmen aus allen Technologiebranchen sind bis zum 30. Juni 2016 unter www.cyberone.de möglich. Der CyberOne Hightech Award wird von der Wirtschaftsinitiative Baden-Württemberg: Connected e.V. in Kooperation mit dem Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg ausgeschrieben.

Egal ob Life Science, Health Care, Industrielle Technologien oder Medien- und Kreativwirtschaft – der Businessplan-Wettbewerb richtet sich an Startups aus allen Technologiebranchen, die mit innovativen Konzepten und Strategien neue Standards setzen und Märkte revolutionieren. Der CyberOne hat einen starken Landesbezug, daher müssen die Unternehmen ihren Firmensitz in Baden-Württemberg oder in
angrenzenden Wirtschaftsräumen haben. Auf die erfolgreichen Teilnehmer warten Geld- und Sachpreise im Wert von 90.000 Euro. Von der Teilnahme am Wettbewerb profitieren nicht nur die Preisträger. Jeder, der mitmacht, gewinnt Kontakte und Know-how für seine Unternehmung. So erhalten die Start-ups unter anderem Zugang zu relevanten Unternehmen und Investoren in ihrer Branche, qualifiziertes Feedback der
Fachjury sowie eine einjährige Gastmitgliedschaft bei bwcon. Die Preisverleihung beim
zweiten Hightech Summit Baden-Württemberg mit 600 erwarteten Gästen ist das zentrale Highlight und ein Gipfeltreffen von Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Forschung.

Weitere Informationen mit allen Informationen zur Bewerbung und zu den Gewinnern des Vorjahres: www.cyberone.de

Was kann eine neue Landesregierung für Startups tun? Ich denke da nicht an große Gesetzeskataloge oder neue Förderwettbewerbe, sondern an bessere Koordination und mehr Offenheit im Bildungssystem für Gründergeist.

Wahlen haben vorne ein W wie „Wünsche“ – und so will ich eine Woche vor der baden-württembergischen Landtagswahl aus meiner Sicht formulieren, was eine neue Landesregierung der Startup-Szene im Land Gutes tun könnte. Auch zwischen den Zeilen ist das nicht als Wahlempfehlung gedacht. Ich habe keine konkrete Partei im Kopf – das Thema wird jede Regierung angehen, die sich nach der Wahl konstituiert.

Startup-Förderung ist etwas anderes als traditonelle Wirtschaftsförderung: Themen, Arbeitsweisen, Kultur, Finanzierungswege sind anders gelagert. Insbesondere der IT-Bereich hat andere Spielregeln, pflegt mehr Schnelligkeit, mehr Beta-Versionen, andere Geschäftsmodelle. Ein künftiges Wirtschaftsministerium bräuchte einen öffentlich weithin sichtbaren Beauftragten, der die Sprache der Szene spricht. Im besten Fall wäre das jemand, der (oder die) selber einmal gegründet hat, der das Vokabular kennt und nicht nur nachplappert. Es muss  ja nicht gleich bei jedem Startup-Wettbewerb der Minister sich höchstpersönlich profilieren.

Die Landesregierung muss sich um das Bild nach außen kümmern

Ein solcher Startup-Beauftragter  hätte eine ganz konkrete Aufgabe: Er sollte die Fäden  zwischen Mannheim und Freiburg, Karlsruhe und Stuttgart, Ulm und Konstanz zusammenhalten. Förderzentren, Gründerwettbewerbe, Subventionen und Mini-Cluster gibt es heute schon en masse. Zwar gibt es löblicherweise die Koordinierungsinitiative Ifex. Aber ein wenig straffer dürfte eine künftige Landesregierung die Zügel schon halten. Wenn ein halbes Dutzend oder mehr Logos verschiedener Förderer bei ein und derselben Veranstaltung versammelt sind, nenne ich das noch nicht Kooperation oder gar Koordination.

Das Land hat viel Geld ausgegeben, um mit der berühmten Imagekampagne „Wir können alles außer Hochdeutsch“ Baden-Württemberg als Marke zu etablieren. Marken schaffen Außenwahrhnehmung – und daran krankt es bei dem ingesamt hervorragenden Startup-Standort Baden-Württemberg immer noch.  Nein, keine Sorge: Zentralismus wird es im Bindestrich-Bundesland auch an diesem Punkt nie geben.  Aber das Land zahlt an vielen Stellen mit. Und wer zahlt, sollte mitreden. Gibt es Doppelungen, kann man an der einen oder anderen Schraube drehen, um beispielsweise Gründer nicht nur in der Frühphase zu fördern? Kann man vielleicht ein abgestimmtes Baukasten-Fördersystem etablieren? Was wir nicht brauchen, sind weitere, separat agierende Gründerwettbewerbe, die auch den letzten noch nicht beackerten Nebenschauplatz bespielen.

Wenn regionale Initativen ihre eigenen Wege gehen, sei das ihnen unbenommen. Eine Landesregierung muss aber die Interessen von Baden-Württemberg als Ganzes im Blick haben. Ein kritischer Blick darauf, wo Steuergelder private Iniative womöglich  zu verdrängen drohen, ist hier übrigens mindestens so wichtig wie allzeit prall gefüllte Fördertöpfe.

Bildungspolitik ist für jede Landesregierung die Königsdisziplin

Die Rahmenbedingungen für Startups sind nicht nur durch Geld definiert. Ein guter Teil der deutschen Bürokratie liegt in der Verantwortung der Länder. Wenn Finanzämter darauf getrimmt werden, die spezifische Situation von Startups bei der Regelauslegung stärker in den Blick zu bekommen, dann ist mehr gewonnen als mit der dutzendsten Förderinstitution.

Viele Gesetze werden im Bund gemacht, ein einzelnes Bundesland hat darauf nur begrenzten Einfluss. Natürlich soll ein neuer Wirtschaftsminister auch beim Bund unermüdlich für Entbürokratisierung, ein gründerfreundliches Steuerrecht  und eine bessere digitale Infrastruktur werben. Und an dem einen oder anderen Punkt wie dem Breitbandausbau darf das Land auch gerne selber Geld in die Hand nehmen. Aber eine Landesregierung sollte insbesondere auf die Zuständigkeitsbereiche blicken, in denen sie wirklich das Sagen hat – und das sind die Schulen und Hochschulen. Die Programme  zur Innovations- und Technologieförderung von der Industrie 4.0 bis zur Bioökonomie sind in Baden-Württemberg vielfältig.

Doch zum Gründen braucht es nicht nur technische Expertise, sondern auch die richtigen Gründer-Typen. Dazu passen aktuelle Umfrageergebnisse, wonach sich zwar in Deutschland fast jeder zweite zwischen 18 und 34 Jahren mit dem Gedanken anfreunden kann, vielleicht einmal zum Gründer zu werden – aber am Ende nur 10 Prozent dies realisieren.

Und hier lassen sich in Bildung und Ausbildung wichtige Fundamente legen. Das Schulfach Wirtschaft ist an den Schulen bereits etabliert, Schüler können sogar schon als Mini-Gründer im Rahmen des Unterrichts Erfahrungen sammeln. Es gibt Gründerlehrstühle an den Hochschulen. Hierauf kann man aufbauen – etwa durch Änderungen an der Studien- und  Prüfungsordnung, die es leichter machen, schon während des Studiums zu gründen. Hier hat eine Landesregierung Spielraum – und sie sollte ihn auch nutzen.

Bildquelle: Till Westermeyer unter CC BY-SA 2.0

Die Zukunft ist digital – wer Dinge zum Anfassen baut, ist von gestern. Für den  (Produktions-) Standort im Südwesten ist das ein Gruselszenario. Aber stimmt es? Ein Plädoyer für  Differenzierung.

Vor ein paar Tagen hatte ich ein nettes, lebhaftes Gespräch mit dem Vertreter eines Unternehmens aus der Berliner Startup-Szene, dessen Geschäftsmodell es ist, etablierten Unternehmen beizubringen, was disruptive Innovation ist, und das bald nach Stuttgart kommt. Man will Firmenvertreter unter der fachkundigen Begleitung der gründungserfahrenen Coaches ganz aus ihrem gewohnten Denken herauskatapulieren. Und dabei sollen sie von ihren Produktionsentwicklern und Ingenieuren zunächst einmal möglichst fern gehalten werden. Nach dem Motto: Geht nicht? Gibt’s  nicht! Im Verlauf des Gespräches – das ein mitschreibender junger Kollege als „Boxkampf“ titulierte – spitzten  die Berliner ihre These zu: Um ein Produkt zu entwickeln und an den Mann zu bringen, brauche man keine Ahnung von Technologie zu haben. Im Gegenteil, das sei sogar schädlich. Man müsse innovativ den Markt und das Kundeninteresse erspüren, genügend Power ins Marketing stecken – die Technik folge dann sozusagen auf dem Fuß. Mein trotz aller Begeisterung für Startup-Denken à la USA durchaus vorhandener, schwäbischer Patriotismus reizte mich zum provokativ zugespitzen Widerspruch: So kann man nur in einer Stadt denken, welche ihre industrielle Substanz schon 1945 verloren hat. Wer so redet, vergisst die Stärken und Eigenheiten im Südwesten.

Die Entwicklungsprozesse und das Denken in den hiesigen Unternehmen mögen häufig viel zu technologielastig sein. Zu viele Daniel-Düsentrieb-Ideen versanden in der Tat, weil sie am Ende keiner braucht oder weil sie an den Bedürfnissen der Kunden vorbei konzipiert wurden. Aber wenn es die hiesige Region im weltweiten Wettbewerb und in Abgrenzung gegen andere Startup-Standorte schaffen will, dann muss sie selbstbewusst ihre Eigenheiten weiterentwickeln. Am Ende ist es eben nicht ganz schlecht, wenn die kreativ ausgedachten Bauteile auch höchst präzise funktionieren.

Eine der spannendsten Zukunftsfragen für den Südwesten überhaupt

Die Wahrheit dürfte, wie so oft, in der Mitte liegen. Ich halte es für eine der spannendsten Zukunftsfragen überhaupt, inwieweit sich die Wirtschaft in Baden-Württemberg von der Produktion lösen wird. Und damit meine ich nicht nur die Frage, ob Produkte nach südwestdeutschen Blaupausen nicht überall auf der Welt produziert werden können. Es geht um die Frage, welche Rolle in der künftigen Welt des „Internet of Things“, die „Dinge“ und deren nicht-digitale Aspekte überhaupt noch spielen werden. Reichen Geschäftsideen und clevere Vermarktung – und ist es letzlich egal wer die „Things“ konstruiert? Löst sich die so schön benannte „Wertschöpfung“ völlig von fassbaren Gegenständen? Wird alles virtuell und digital? Oder braucht es irgendwo kompetente Ingenieure, welche die kreativen Ideen in funktionsfähige und solide „Dinge“ zu übersetzen wissen? Und damit meine ich nicht nur die IT-Experten, welche sie zu programmieren verstehen. Wird die Technologieforschung, die Kenntnis der Materie im wahrsten Sinn des Wortes, die eine große Stärke im Südwesten ist, irgendwann einmal überflüssig?  Oder braucht es weiterhin diejenigen, welche sozusagen die Gesetze der Schwerkraft verstehen?

Ich halte das für eine der spannendsten Fragen für die hiesige Wirtschaft überhaupt – und bin selbst weit davon entfernt, hier eine abgeschlossene Meinung zu haben. Ich glaube aber, dass die Antwort in einer sehr spezifischen, südwestdeutschen Mixtur bestehen wird. Es muss sich etwas grundlegend in der Denkweise unserer „hidden champions“ ändern, in der Tat. Und man darf dafür auch zeitweise die eigenen, detailverliebt tüftelnden Techniker entmachten. Aber irgendwann mal benötigt man sie dann doch. Und deshalb braucht es einen selbstbewussten Startup-Standort mit speziellen, baden-württembergischen Akzenten. Wenn die Akteure der hiesigen Startup-Kultur nicht nur Rezepte von außen kopieren, sondern sie an die gewachsene Kultur anpassen, dann werden sie Erfolg haben und in einem großen Startup-Biotop namens Deutschland und Europa ihren Platz finden.
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Bildquelle: Horst JENS unter CC BY-SA 2.0

Baden-Württembergs Wirtschaft nimmt im nationalen und europaweiten Vergleich einen Spitzenplatz ein. Diese Position verdankt es seinen vielen leistungsstarken Unternehmen – und den Köpfen, die sie erfolgreich führen. Es sind Unternehmer mit neuen Ideen, die das Land für die Zukunft fit machen. Diese Persönlichkeiten wollen die Landesregierung und die L-Bank mit dem Landespreis für junge Unternehmen auszeichnen.

Sie führen ein junges Unternehmen mit einer guten Geschäftsidee? Sie haben eine innovative Dienstleistung oder ein neuartiges Verfahren auf den Markt gebracht? Sie wirtschaften erfolgreich mit ökologischem Weitblick? Sie nutzen die Chancen der Digitalisierung? Sie leisten mit Ihrem sozialen Engagement einen Beitrag zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft? Dann freuen wir uns auf Ihre Bewerbung! Teilnehmen können alle baden-württembergischen Unternehmen, die nach dem 01.01.2005 gegründet oder übernommen wurden und Bilanzzahlen für mindestens zwei volle Bilanzjahre vorlegen können.

Aufgerufen sind Unternehmen aus Industrie, Handwerk, Handel, dem Dienstleistungssektor und der Gesundheitswirtschaft sowie Vertreter der freien Berufe. Eine Jury mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik bewertet die Leistung des Unternehmers, das Unternehmenskonzept und den wirtschaftlichen Erfolg.

Die Ausschreibung für den mit insgesamt 90.000 EUR dotierten Landespreis endet am 18.03.2016.

Bewerben Sie sich jetzt für den Landespreis 2016: http://www.landespreis-information.de

Jubiläum! Der Venture Capital-Pitch geht in die fünfte Runde und wird am 28. Januar 2016 in den Räumen der L-Bank Stuttgart stattfinden. Aus den Bereichen IT, High Tech und Life Science wird auch im kommenden Jahr eine Expertenjury das „Best of Baden-Württemberg“ zusammenstellen. Die überzeugendsten Hightech Startups präsentieren ihr Konzept vor Investoren aus dem gesamten Bundesgebiet. Unter den pitchenden Jungunternehmern werden im Anschluss die besten Teilnehmer gekürt.

Für eine erfolgreiche Anmeldung benötigt ihr nur zwei ausgefüllte Formulare: eines mit Euren Kontaktinformationen und einen Onepager. Bitte sendet beide Dokumente bis zum 11.Dezember 2015 an info(at)vc-bw.de

Die Anmeldung für Investoren und Wirtschaftsförderer ist direkt online möglich.

Die Startup-Kultur verstehen insbesondere Politiker als einen öffentlichkeitswirksamen neuen Förderungsbereich. Aber das Aufkommen immer neuer Programme und Töpfe hat auch Schattenseiten.

Die tun was – das kann man in Abwandlung eines einstigen Auto-Werbeslogans sagen, wenn man auf die inzwischen sehr vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten und Fördertöpfe für Startups in der Frühphase in Deutschland und insbesondere auch in Baden-Württemberg blickt. Von den Wirtschaftsförderern der Kommunen und Regionen, über Wirtschaftsinitativen wie bwcon oder Instrumenten des Landes wie der MFG bis hin zu den etablierten Programmen wie Exist für Gründer aus der Uni heraus, sind inzwischen alle dabei, wenn es um das Thema Startups geht. Das ist grundsätzlich sehr zu begrüßen. Und wenn es ganz nebenbei darum geht, auch selbst als Förderer etwas vom positiven Image des Gründens abzubekommen, dann ist das legitim. Für die öffentliche Wahrnehmung ist es zurzeit geradezu zwingend, auf das Thema aufzuspringen, wenn man nicht von gestern sein will. Übersichtlich ist das alles aber schon lange nicht mehr. Man könnte für Baden-Württemberg ein eigenes Internetportal aufmachen, in dem man chronologisch und alphabetisch einmal alle Förderwettbewerbe oder -töpfe und alle Institutionen aufzählt, die von Karlsruhe, Stuttgart bis Ulm und von Mannheim bis Freiburg zugange sind. (Wer hier den totalen Überblick hat, kann sich gerne bei mir melden…)

Wenn man nicht aufs Ganze blickt, ist jede Initiative löblich
Ich will nicht an einzelnen Initiativen herumkritteln. Jede Unterstützung ist für sich betrachtet löblich. Ein strukturelles Problem gibt es allerdings: öffentliche oder institutionelle Förderung konzentriert sich meist auf die Frühphase. Wenn eine erfolgreich angeschobene Gründung wirklich groß werden will, dann braucht es privates Risikokapital. Das gibt es – und die Förderer tun auch oft ihr bestes um hier die Anschlussfinanzierung hinzubekommen. Dennoch gibt es damit eine gewisse Schieflage, die dafür sorgt, dass manche Frühförderung am Ende verpufft. Wettbewerbe und Förderprogramme funktionieren notgedrungen anders als ein privater Venture Capitalist. Die Rechenschaftspflicht gegenüber den Geldgebern führt zu formalisierten, manchmal bürokratischen Prozessen, welche die Beweglichkeit privater Investoren nie erreichen können. Nun ist das alles durchaus sinnvoll, wenn man sagt, dass es in Deutschland eben (noch) nicht eine genügend große, kritische Masse an diesen risikobereiten Investoren gibt. Ich würde auch nicht dafür plädieren, dass sich diese Förderer zurückziehen. Aber vieles ließe sich besser bündeln und koordinieren. Der Effekt wäre größer – nicht jeder muss separat auf der Startup-Party mittanzen.

Der Staat soll in Deutschland immer mitmischen
Dennoch sehe ich hier zu Lande ein kulturelles Problem: Wir sind einfach zu sehr gewöhnt, dass der Staat oder die öffentliche Hand zuständig ist. Das hat positive Seiten, birgt aber auch das Risiko, dass private Initative nicht so aufblüht wie sie könnte. Förderprogramme können gelegentlich in Konkurrenz zu privaten Projekten treten. Wenn der staatliche Topf bereitsteht, verläuft vielleicht die Suche nach einem (manchmal anstrengenden) privaten Investor erst einmal nicht so intensiv. Das Silicon Valley wurde ohne solche Töpfe groß. Dabei hat der Staat sehr wohl eine Rolle gespielt! Er tat dies beispielsweise über die intensive Förderung universitärer Forschung und deren intensive Verzahnung  mit privaten Firmen. Und darin sehe ich die eigentliche Rolle von Steuergeld bei der Etablierung einer erfolgreichen Gründerkultur: Ausbildung, Forschung und Infrastruktur sind Bereiche, die nicht privatwirtschaftlich funktionieren. Dort ist jeder Euro sinnvoll angelegt. Aber während allerorten neue Fördertöpfe aufblühen – zuletzt etwa in einer Forschungsinitiative des Bundes, die kleine und kleinste Unternehmen in das Zeitalter von Industrie 4.0 bringen will – fehlt es in Deutschland bei der großen Infrastruktur bis hin zum Breitbandausbau an allen Ecken und Enden. Das hat auch damit zu tun, dass es beim Thema Bildung und Infrastruktur gleich um sehr viel Geld geht. Ein neuer Fördertopf macht hingegen genauso viele positive Schlagzeilen – und kostet im Zweifelsfall nur Millionen und nicht Milliarden. Aber welches Startup würde schon kritisieren, wenn sich irgendwo ein neuer Fördertopf auftut, an den man selbst womöglich einmal heranwill? Dennoch ist es an der Zeit, hier die Debatte über sinnvolle staatliche Prioritäten zu führen.
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Bildquelle: Dennis Skley unter CC-Lizenz CC BY-ND 2.0

Mobile Anwendungen sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Seit 2009 schreibt die MFG Baden-Württemberg den Wettbewerb BW Goes Mobile aus, um die besten mobilen Anwendungen zu küren; inzwischen zum fünften Mal. Neben dem regionalen Bezug zeichnet ihn seit diesem Jahr der Fokus auf die Kreativwirtschaft aus.

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Im Vordergrund steht bei BW Goes Mobile das Kommerzialisierungspotenzial der eingereichten Ideen. Die Gewinner werden nicht nur finanziell mit einem Preisgeld von 10.000 Euro je Kategorie unterstützt, sondern auch von Mentoren aus der Kreativwirtschaft beraten und in einem Coachingprogramm konkret auf den Markt vorbereitet. Dieser wirtschaftsnahe Ansatz überzeugte auch das Buchhaus Wittwer: „Oft hat eine gute Konzeptidee allein nicht die Möglichkeit, marktfähig umgesetzt zu werden, weil es an brancheninternen Kenntnissen fehlt“, meint Doreen Klotz, die als Mentorin die Kategorie Bücherwelt – mobil betreut. „Wir freuen uns schon darauf ein Projekt gemeinsam in die Tat umzusetzen.“

Bis 6. Dezember in fünf Kategorien bewerben
Das Internet muss nicht zwangsläufig eine Bedrohung für klassische Wirtschaftszweige sein, vielmehr lassen sich die Vorteile beider Welten durch mobile Lösungen kombinieren. Wer dies der Jury beweist, hat gute Chancen auf den Gewinn. Noch bis zum 6. Dezember 2015 können Studierende, Entwickler, Start-ups und Jungunternehmer ihre mobilen Projekt- und Geschäftsideen in fünf Kategorien einreichen:

  • Bücherwelt – mobil | Mentor: Buchhaus Wittwer, Stuttgart
  • Kindergarten – neu erlebt | Mentor: Herder Verlag, Freiburg
  • Musikevent – geteilt | Mentor: Big FM, Mannheim
  • Showbesuch – mit komfortablem Rundumservice | Mentor: BB Promotion, Mannheim
  • Warteschlange – nie langweilig | Mentor: Europapark, Rust

„Die Kategorien decken thematisch verschiedene Bereiche ab, die auf Innovation angewiesen sind und mit kreativen Lösungen für mobile Anwendungen eine große Zukunft vor sich haben“, erklärt Ester Petri, Unitleiterin Förderung Medien- und Kreativwirtschaft bei der MFG.

Kick-off im Januar, Preisverleihung im Juni
Eine unabhängige Fachjury bewertet am 15. Dezember 2015 die Einreichungen und wählt pro Kategorie ein Gewinner-Konzept aus. Nach der Verkündung der Gewinner im Dezember beginnt im Januar 2016 die Umsetzungsphase. Sechs Monate haben die Teams Zeit, um ihre Konzepte inhaltlich und technisch umzusetzen. Dafür erhalten sie 10.000 Euro, die gestaffelt ausgezahlt werden.

Bei der Kick-off-Veranstaltung im Januar 2016 werden gemeinsam mit den Mentoren die Meilensteine fixiert. In den folgenden Monaten begleiten die Mentoren die Teams und stehen ihnen beratend zur Seite. Die Gewinner erhalten zudem ein fünftägiges Coaching, um ihre Idee zu einem tragfähigen und nachhaltigen Geschäftsmodell zu entwickeln. Im Juni präsentieren sie ihre Ergebnisse auf einer Preisverleihung der Öffentlichkeit.

Alle weiteren Infos und die Bewerbung gibt es online: http://bw-goes-mobile.mfg.de
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Disclaimer: Den Wettbewerb BW Goes Mobile 2016 unterstützt die Autorin dieses Beitrags mit ihrem Team im Auftrag der MFG Innovationsagentur Medien- und Kreativwirtschaft.

Baden-Württemberg sucht die besten Schülerfirmen und Schülergeschäftsideen – Bewerbt Euch jetzt!

Im Herbst 2013 hat die ifexInitiative für Existenzgründungen und Unternehmensnachfolge des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg – den Elevator Pitch BW ins Leben gerufen, um für mehr Unternehmertum im Land zu werben und Jungunternehmen, Gründerinnen und Gründer zu unterstützen. Seit Sommer 2015 folgt nun der Junior Elevator Pitch BW, der bereits bei Schülerinnen und Schülern Interesse und Begeisterung am Unternehmertum wecken soll.

Der Junior Elevator Pitch BW bietet Schülerinnen und Schülern eine attraktive Plattform, um sich mit ihrer Schülerfirma und ihrer Geschäftsidee vor einer hochkarätigen Jury und vor Publikum zu präsentieren. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei, ihre Geschäftsidee optimal zu verkaufen und sich auf die wesentlichen Elemente ihres Geschäftsmodells zu konzentrieren. Zudem haben sie die Möglichkeit, sich mit anderen Schülerfirmen auszutauschen und zu vernetzen sowie erste Kontakte in die Wirtschaft und Politik zu knüpfen. Die L-Bank sponsert für die drei Erstplatzierten außerdem ein Preisgeld (1. Platz: 300 €, 2. Platz: 200 € und 3. Platz: 100 €).

Der erste Junior Elevator Pitch BW fand am 7. Juli 2015 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart statt. Den Sieg sicherte sich das Mannheimer Team von “Die Zweitbesten”. Den Nachbericht zur Veranstaltung könnt ihr online nachlesen.

Der zweite Junior Elevator Pitch BW findet am 12. November 2015 von 15:00-17:30 Uhr im MAFINEX-Technologiezentrum in Mannheim statt. Die Top 10 Teams mit den meisten Online-Stimmen, die sie über E-Mail, Facebook und Google+ einsammeln konnten, dürfen am 12.11.2015 in Mannheim antreten. Der Bewerbungsschluss und Ende des Online-Votings ist der 5.11.2015, 12:00 Uhr. Die Bewerbung ist ab sofort über die Website des Junior Elevator Pitch BW möglich: https://junior.elevatorpitch-bw.de

Bewerbt Euch jetzt zur aktiven Teilnahme oder kommt gerne als Zuschauer vorbei und erlebt die kreativen Geschäftsideen vor Ort! Das Publikum darf mitabstimmen. Die Veranstaltungen sind für alle Besucher kostenfrei, die Anmeldung ist über Eventbrite erforderlich. Der Junior Elevator Pitch BW bietet außerdem eine gute Gelegenheit für ausgewählte Vertreter aus Wirtschaft und Politik, junge Unternehmertalente und ihre innovativen Geschäftsideen kennenzulernen.

Weitere Informationen zum Wettbewerb und den Teilnahmebedingungen findet Ihr auf https://junior.elevatorpitch-bw.de

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Disclaimer: Den Junior Elevator Pitch BW organisiert die Autorin dieses Beitrags mit ihrem Team im Auftrag der ifex des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg.