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Drei Minuten pitchen und fünf Minuten Fragerunde durch die Jury an das jeweils pitchende Team. Das war das Hauptprogramm des halbtägigen Demo Day zum Abschluss der ersten Gründermotor Meisterklasse am 19. Juni. Davor gab es Zuspruch und Gratulation aus Ministerinnenmund für das neue Modell, das als Bindeglied zwischen Hochschulen und Wirtschaft fungieren soll. Sowohl Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, als auch ihre Kollegin Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, waren gekommen, um sich bei den Initiatoren zu bedanken und sich ein Bild von der ersten Meisterklasse zu verschaffen.

Demo Day Gründermotor

Cablebotics, Carlotta, Incluse, Paxet, Xylene und Zero Bullshit: Sechs motivierte Teams mit sehr unterschiedlichen Gründerideen von Ernährung über Hörgeräte bis Robotik standen am Ende mit ihren Meisterbriefen auf dem Podium in Weilimdorf. Gastgeber für den gelungenen Auftakt und gleichzeitig erstmaligen Schlusspunkt „Demo Day der Gründermotor Meisterklasse #1“ der neuen Förderinitiative war das Unternehmen Vector. Trotz Sonnenschein und folgendem Feiertag nahmen gut 200 Studierende, Mentoren, Investoren, Hochschulvertreter die Möglichkeit zum Ideen sammeln und Netzwerken am Tag vor Fronleichnam wahr.

Doppelt abgeräumt hat beim Abschlusstag des Meisterklassen Prototyps das Gründerduo „Cablebotics“ mit seiner Idee industrieller flexibler Seilrobotersysteme, die zunächst für Verpackungskisten mit großräumigem 3D Druck Kostenersparnisse von 20 bis 60 Prozent erreichen sollen. Sowohl Jury als auch Publikum fanden Präsentation und Idee der beiden Studenten der Hochschule Aalen und der Uni Stuttgart erfrischend neu und innovativ. Der Mentorenpreis, eine wie die anderen beiden Preise vorwiegend ideelle Auszeichnung mit kostenlosem Zugang zu den Räumlichkeiten im Steyg um weitere drei Monate, ging an „Paxet“ und die beiden Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, DHBW, und der Universität Mannheim für deren Ausrollen einer reibungslosen Paketzustellung mittels App durch das Einbeziehen privater Haushalte als Lieferstationen.

Adrian Thoma und Amelie Hübner vom Gründermotor Team

Insgesamt war das Niveau der Pitches hoch. Alle sechs Teams sind bereit zum Gründen. Hörgeräten die Stigmatisierung zu nehmen, sie als mehr oder minder einzigartige Schmuckstücke flächendeckend zum Trendobjekt zu machen, ist das erklärte Ziel von ‚Incluse‘. ‚Zero Bullshit‘ wiederum widmet sich gesundheits- und umweltbewussten Snacks – auch das ein zunehmender Trend. Diese Idee hat sogar schon erste Kunden – zwei Stuttgarter Kinos und ein Einzelhändler bieten die veganen Kürbiskernchips in bisher drei Geschmacksrichtungen an. Wer Liebe für Holz als Baumaterial hat findet besonderen Gefallen an „Xylene“. Die beiden Gründungswilligen Studierenden wollen mit ihrer Blockchain-Methode die Herkunft von Holz von Anfang bis Ende dokumentieren. Team „Carlotta“ schließlich sucht Investoren, um seine Idee des effizienten und intelligenten Parkraummanagements für Unternehmen intelligent auszurollen.

Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut gab zu bedenken, dass eine gute Idee letztlich auch die richtige Finanzierung benötige. Gerade hier habe die Region im weltweiten Vergleich noch großen Nachholbedarf. „Für eine gute Idee fließt das Geld auch aus dem Ausland nach Baden-Württemberg. Aber die Idee zunächst auf diese Ebene zu hieven, das ist die größte Herausforderung, vor der wir stehen“, so die Ministerin, die sich deshalb freute, dass in Weilimdorf Investoren im Auditorium waren.

Gründermotor @ Vector

Das Programm der Meisterklasse richtet sich an die Studierenden der Region und hat mit den Universitäten Stuttgart und Hohenheim, der Hochschulde der Medien und den Hochschulen, Pforzheim, Reutlingen, Aalen, Nürtingen-Geislingen und Esslingen, der Hochschule für Technik Stuttgart im ersten Anlauf neun Partner gefunden. Weitere sollen hinzukommen.

Gründerinitiativen von Studierenden seien auch hierzulande inzwischen Teil der Kultur einer Hochschule, die alle Bereiche erfasse. Schließlich werde in aller Welt „unheimlich Tempo“ vorgegeben, so Hoffmeister-Kraut. Deshalb brauche eine bislang starke Wirtschaft in Baden-Württemberg „ganz dringend die Studierenden mit ihren Ideen.“ Der Motor der neuen Initiative Gründermotor als Werkzeug fürs erfolgreiche Gründen ist erfolgreich angeworfen.

Text: S.Roeder
Fotos: Matthias Schöttler