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LB:uild – Ludwigsburgs neues Startup Innovation Center stellt sich vor

Wir haben uns mit Gerald Holler unterhalten, selbst Gründer von COMPRIS, ein Vertriebsdienstleisters für die IT Branche, mit Sitz in Ludwigsburg. Gemeinsam mit der Wolff und Müller Gruppe hat er nun das Startup Innovation Center LB:uild in Ludwigsburg ins Leben gerufen. Im November eröffnet, ziehen in bereits in Kürze die ersten Gründer ein. Der Focus liegt auf einem intensivem Networking mit Kooperationspartnern und Corporates, Know How Transfer & (Co-)Working Space für kurz- und mittelfristigen Bedarf. Startup Stuttgart hat mit Gerald über LB:uild gesprochen und dabei die neuen Räumlichkeiten direkt mal unter die Lupe genommen.

 

StaStu: Hallo Gerald, kannst du uns erzählen, was ihr euch mit LB:uild zum Ziel gemacht habt?

Gerald: In  der Umgebung von Ludwigsburg finden sich mehr als 800 Unternehmen, die einen Umsatz von mehr als 15 Mio. € (Quelle Compris) erwirtschaften aber die Startup Kultur ist sicherlich noch ausbaufähig. Viele finden Startups cool, die Idee cool, aber eigentlich handelt es sich dabei um Unternehmertum.  Wir haben es uns zum Ziel gemacht Startups zum Leben und Überleben zu verhelfen. Viele gegründete Startups scheitern in den ersten 5 Jahren.  Einer der Gründe ist sicherlich, dass Unternehmertum sehr komplex ist, ich denke dabei an beispielsweise Controlling, Bank, Finanzplanung, Steuer, Personalrecht, Arbeitgeberrechte, Arbeitsschutzverordnung … es ist ein Moloch an Stolpersteinen. Jedes Startup muss somit an einem Punkt die Kurve zum Unternehmer bekommen – sonst überlebt man nicht. Die Schule selbst leistet in Deutschland zu diesem Thema keine Vorbereitung. Man erhält in unseren Schulen derzeit kaum bis keine Unternehmerausbildung. Hier möchten wir gerne den Mehrwert stiften und Startups nicht nur Räumlichkeiten und die Möglichkeit zum Netzwerken bieten, sondern ebenfalls Hilfestellung bei Fragen rund um das Thema Unternehmertum. Weiter möchten wir auch den Kontakt zu Corporates in der Region herstellen um Startups ganz gezielt die Chance zu geben, ihre Ideen auch einmal zu testen und zu verproben.

Die Fläche eignet sich ebenfalls hervorragend für Veranstaltungen um die Szene weiter zu vernetzten – auch das würden wir gerne unterstützen.

 

Wann geht es offiziell los? Auf der Homepage steht noch coming soon?

Ende November / Anfang Dezember fällt der offizielle Startschuss und die ersten Startups ziehen am 1.12 auf die Fläche. Wir planen derzeit auch noch eine „weiche“ offizielle Eröffnung mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Ludwigsburg und auch der IHK – welche beide große Unterstützer der Unternehmung sind. Hier laden wir auch alle Startups ein, einfach mal vorbei zu kommen, sich die Flächen anzusehen oder Probe zu sitzen. Der offizielle Termin lässt sich auf unserer Homepage finden.

Mitten in Ludwigsburg befinden sich die Räumlichkeiten von LB:uild

Habt ihr euch schon einmal ein wenig umgehört, was die bisherige Resonanz auf LB:uild ist?

Ja. Es gibt zwei grundlegende unterschiedliche Gruppen. Die Einen fragen erst einmal‚ was ist das und wozu braucht man das‘, die andere Gruppe ist sehr unterstützend und freut sich, dass Ludwigsburg auch endlich eine Fläche bekommt. In Stuttgart passiert in diesem Bereich schon extrem viel – Ludwigsburg ist da noch etwas unterrepräsentiert.  Wir sehen uns gerade auf der Achse Ludwigsburg-Waiblingen als Plattform die StartUps unterstützt.

 

Wie finanziert ihr die Räumlichkeiten bisher?

Mein Unternehmen die COMPRiS GmbH ist offizieller Mieter der Fläche. Sponsor und Partner ist Wolff und Müller. Darüberhinaus gibt es „Partnerschaften“ die aber nicht finanziell beteiligt sind.

 

Habt ihr euch eine „Deadline“ gesetzt bezüglich Anlaufphase und ab wann würdet ihr die Idee als „erfolgreich“ bezeichnen?

Vorerst haben wir uns die Deadline von zwei Jahren gesetzt. Wenn es bis dahin nicht gut angelaufen ist oder angenommen wird, müssen wir sehen, wie es weiter geht. Gut angelaufen oder erfolgreich bedeutet für uns zunächst eine Auslastung von ca. 60% der Fläche.

Derzeit bietet die neu gestaltete Fläche Platz für 46 Personen

Wie läuft es bei euch ab? Wer kann sich melden? Jeder? Eine Idee? Ein gegründetes Unternehmen? Gibt es thematische Eingrenzungen?

Wir haben keine offiziellen Vergabeprozesse. Grundsätzlich kann sich jeder bei uns melden – Voraussetzung sollte sein, dass hinter der Idee oder dem Startup entweder eine Form der Innovation steckt oder es sich um eine „Problemdomäne“ handelt, sprich das Startup mit seiner Idee ein Problem löst. Auch der Reifegrad eines Startups ist hierbei vollkommen offen, es kann sich um eine Idee handeln oder ein bereits gegründetes Startup. Ist ein Startup bereits sehr erfolgreich unterwegs und profitabel, macht es vielleicht für beide Seiten wenig Sinn, das würden wir dann im Einzelfall aber prüfen. In Summe muss der Mix der einzelnen Startups stimmen – damit auch Vernetzung und gegenseitige Hilfe stattfinden kann.

Bei Interesse bieten wir dann gerne eine Form des Inputs oder Coachings an, das ist aber nur ein Angebot und kein „Muss“. Ziel ist es aus dem Netzwerk Schnittstellen mit Corporates und externen Spezialisten zu schaffen um einem Startup die bestmögliche Starthilfe zu geben.

 

Sind eure Räumlichkeiten an zeitliche Bedingungen geknüpft? Wie lange darf man bei euch max. einziehen?

Das handhaben wir mit jedem Startup ganz flexibel. Die Regel sollte schon sein, dass ein Startup für einen längeren Zeitraum einzieht. Im Ausnahmefall geht es auch, dass man Räumlichkeiten für ganz kurze Zeitfenster zur Verfügung stellt – mehr in Richtung Co-Working – darüber hinaus stellen wir die Verträge dann für drei, sechs oder zwölf Monate aus. Wir haben auch keine Deadline, dass wir sagen, nach drei Jahren muss ein Startup spätestens auf eigenen Beinen stehen.

Wie viele Startups können maximal bei euch einziehen?

Wir haben derzeit 46 Arbeitsplätze, das ist auch noch begrenzt erweiterbar. Falls wir dann noch weitere Anfragen haben, gibt es durch die Kooperation mit Wolff & Müller bereits auch weitere Ausweichflächen die noch herangezogen werden können.

 

Was sucht ihr gerade?

Startups auf jeden Fall. Und natürlich auch Mentoren und Unterstützer, die Interesse haben in der Szene aktiv zu werden. Und zwar gerade im Bereich in und um Ludwigsburg sowie nördlicher.

 

Vielen Dank für den Einblick und das Interview Gerald!

Und an alle Startups die noch Räumlichkeiten suchen – nutzt die Chance und schaut euch vor Ort einmal um.

 

Gerald Holler, selbst Gründer berät mit seinem Unternehmen „COMPRIS“, führende IT Hersteller in Ihrer Positioning- und Vertriebsstrategie. COMPRIS ist Geralds zweites Unternehmen und hat mittlerweile 60 Mitarbeiter, obwohl nicht immer alles „top“ war bereut Gerald die Sprung in die Selbstständigkeit bis heute nicht: „Ich mag den Spirit als Unternehmer – gestalten zu können und neue Ideen mit meinem Team umzusetzen. Klar, es gibt auch die schwierigen Phasen durch die man durch muss, aber das gehört dazu“.

 

 

TeamUp Karlsruhe am 15. Juni 2016 – Finde deinen Startup-Teampartner

Du hast eine Geschäftsidee und suchst Teampartner für die gemeinsame Umsetzung? Oder Du brennst darauf Entrepreneur zu werden, Dir fehlt aber die zündende Geschäftsidee?

Die Lösung
TeamUp, das Event auf dem sich Startup-Teampartner finden. Hier treffen Techies auf Vertriebler, Marketing-Fachleute auf Excel-Gurus, Sales-Experten auf Designer. Auf dem TeamUp Event in Karlsruhe lernt Ihr Euch kennen und könnt so schnell einschätzen, ob Ihr etwas miteinander „unternehmen“ wollt.

Das nächste TeamUp findet statt am Mittwoch, den 15. Juni 2016.

Wann?
Mittwoch, 15. Juni, 18 Uhr (im Anschluss daran findet das Gründergrillen in Karlsruhe statt)

Wo?
CIE-KIT (Cube), Engesserstr. 9, 76131 Karlsruhe

Infos & Anmeldung:
www.teamup.cyberforum.de

Boostcamp Karlsruhe vom 16.-17. April 2016

Ihr seid ein StartUp in der Gründungs- oder Aufbauphase? Ihr seid ein Team und Euer Geschäftsmodell nimmt konkretere Züge an? Ihr seid technologieorientiert in Web, IT oder einer anderen Hightech Branche? Im BoostCamp wollen wir gemeinsam mit Euch und acht erfahrenen Mentoren Eure Geschäftsidee analysieren, vorhandene Risiken senken und fokussiert Eure Geschäftsmodelle unter die Lupe nehmen. Auf dem BoostCamp arbeiten wir gemeinsam mit Euch. Methoden dazu gibt es viele. Wir wollen, dass ihr vorankommt und werden die geeignetsten anwenden und Euch einen Schub verpassen!

Persönliches Mentoring
Wir haben 8 Mentoren und 8 Teams. Das bedeutet beste Deckung mit Mentoren. Ihr habt mindestens 2 persönliche Sessions mit den Mentoren.

Inspirierende Location
Im alten Malzwerk der Hoepfner Brauerei sitzen neben dem CyberForum und dem CyberLab zahlreiche erfolgreiche IT-Unternehmen.

Freie Kost & Location

Wir werden hier auch mit Catering und Getränken versorgt sein, so dass wir uns voll auf eure Unternehmen konzentrieren können.

Innovatives Format

Während ihr den ganzen Tag Zugriff auf Mentoren habt bekommt ihr ganz nebenbei Unterstützung mit Methoden und Skills.

Bewerbungsschluss ist der 30.3.2016. Infos und Anmeldung: http://boostcamp.de

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Das war das Startup Weekend Stuttgart 2015

Das sechste Startup Weekend Stuttgart war wieder ein voller Erfolg! Vom 27.11. bis 29.11.2015 kamen ca. 100 gründungswillige Teilnehmer in der Hochschule der Medien zusammen, um das ganze Wochenende an ihren Geschäftsideen zu arbeiten. Neben den wiederholten Gold-Sponsoren mm1 Consulting & Management und Bartsch Rechtsanwälte wurde die Veranstaltung auch von der Stadt Stuttgart, den Business Angels Region Stuttgart und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart gesponsert. Vielen Dank dafür!

Nach leckerem Abendessen und dem Auftakt am Freitagabend durch Johannes Ellenberg wurden 37 Ideen vorgestellt, wovon 16 die Voting-Phase überstanden und an dem Wochenende in den Teams bearbeitet wurden. Die Teams wurden wie gewohnt am Samstag von Mentoren mit langjähriger Business-Erfahrung und Expertise unterstützt. Diesmal waren Stella Löffler und Volker Scholz von mm1, Klaus Reichert, Daniel Bartel, Mira Kleine, Helmut Wittenzellner, Markus Besch, Florens Knorr, Ute Hillmer und Lester Golden als Mentoren dabei. Vielen Dank für euren Einsatz!

Am Sonntagabend präsentierten dann letztendlich 12 Teams ihre Ergebnisse innerhalb von drei Minuten vor der Jury bestehend aus Dr. Carsten Ulbricht (Bartsch Rechtsanwälte), Mattias Götz (Wert8 GmbH), Alexandra Rudl (bwcon GmbH), Christoph Röscher (Robert Bosch GmbH) und Feliks Eyser (Regiohelden GmbH) vor.

Den Gesamtsieg nahm dieses Jahr das Team vom Klub der Klassiker (Classic Motors Club) mit nach Hause. Sie haben eine Idee zum Oldtimer-Sharing und Finanzanlage entwickelt. Den Preis für die innovativste Idee holte sich Navin, das die Indoor-Navigation besonders im Industriebereich revolutionieren möchte. Den besten Pitch legte das Team von myflatmatch hin, das eine Lösung zur problemlosen Mitbewohnersuche entworfen hat. Mit der besten Kundenvalidierung konnte Spothunt.co die Jury mit einer interaktiven Schnitzeljagd-App für Städte überzeugen. Allen Gewinnern herzlichen Glückwunsch und alle Teilnehmern alles Gute und viel Erfolg weiterhin!


Ein riesen Dankeschön geht außerdem an Nils Nögsdal und das geniale Studi-Team der Hochschule der Medien, die ein top Event auf die Beine gestellt haben! Johannes und ich ziehen uns nach diesem wunderbaren Wochenende offiziell aus der Organisation des Startup Weekend Stuttgart zurück und übergeben die Veranstaltung in die sehr guten Hände der jungen Wilden. Es war eine schöne Zeit, die uns sehr geprägt hat. Ich werde auch weiterhin als Startup Weekend Facilitator aktiv sein und ab und an als Mentorin oder Jurorin unterstützen.

Und hier kommt auch schon das Recap-Video vom Video-Team der HdM:


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Die Fotos zum Event werden in den nächsten Tagen auf der Facebook-Fanpage vom Startup Weekend Stuttgart hochgeladen.

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‘Leancamp & mm1’ Gründergrillen Stuttgart am 20.11.2015, Rob Fitzpatrick zu Gast & jede Menge Seminare!

Das 4. Leancamp Stuttgart bringt neben dem 35. Gründergrillen am 20. November 2015 allerhand Experten in die Region – viele werden beim Leancamp selbst sein, Vorträge halten oder Workshops anbieten.

Gratis Lean Crash-Kurs & Vortrag mit Rob Fitzpatrick am 19.11.15

Am Vortrag der Un-Konferenz (Donnerstag) wird Kamil Barbarski (MAK3it GmbH) ab 14 Uhr eine kostenfreie Einführung in “Lean Startup” geben und danach um 17.30 Uhr wird Rob Fitzpatrick (Autor von “The Mom Test”) seinen legendären Vortrag “How to talk to customers without wasting your time” für Gründer und Startups halten!

Anschließend stellen Anastasia Podolean & Daniel Bartel die deutsche Ausgabe von “Der Mom Test” vor und diskutieren gemeinsam die Kunst, Kundeninterviews und Customer Development durchzuführen.

Nach der Veranstaltung (gegen 19:30 Uhr) kehren wir dann gemeinsam zum “Spätzle-I/O Dinner” im Trollinger (gegenüber) ein (Verpflegung auf eigene Kosten).

Kommt vorbei wann du magst – keine Anmeldung notwendig. Mehr dazu auf Facebook.

BBQ beim Gründergrillen Stuttgart #35 am 20.11.15

Am Leancamp-Tag selbst (Freitag) bleibt unbedingt bis zum späten Abend in Stuttgart, denn wir werden zusammen mit unserem Partner mm1 Consulting & Management das 35. Gründergrillen Stuttgart sponsern. Euch erwartet ab 19 Uhr ein tolles Netzwerk-Event mit BBQ und Startup-Pitches in einer exklusiven (& beheizten) Location direkt am Stuttgarter Hauptbahnhof! Zum Gründergrillen Facebook-Event. Für das Leancamp selbst gibt es noch günstige Last-Minute Tickets ab 48 Euro netto!

Deep-Dive Seminare am 21.11.15

Am Samstag werden Profis (wie Rob Fitzpatrick & Ben Sufiani) tolle Gründer-Seminare in der Stuttgarter Innenstadt anbieten. Tickets für die jeweils 3-stündigen Seminare am Samstag Vor- & Nachmittag kannst du hier separat buchen (max. 12 Teilnehmer je Seminar, Getränke zum Selbstkostenpreis verfügbar). 50% Startup-Rabatt für junge Gründer gibt es mit dem Aktionscode: “Startup”.  Alle Infos und das Programm findet ihr unter http://leancamp.net/stuttgart4.

 

The Mom Test – How to talk to customers
… mit Rob Fitzpatrick & Anastasia Podolean

Create an Elevator Pitch and Start a TED Talk
.. mit Carolyn Gale

Idea Validation – A hands-on crash course
… mit Ben Sufiani

Professionelle Kommunikation für Startups
… mit Philipp Renger & Dirk Baranek

Finance & Law Day, 3.12.2015 in Stuttgart

Am 3. Dezember 2015 organisiert bwcon in Kooperation mit DATEV den Finance & Law Day für Gründer und Gründungsinteressierte im Steinbeis Haus für Management und Technologie in Stuttgart-Plieningen. Auf dem Finance and Law Day können sich Startups, Unternehmer und Gründungsinteressierte kostenlos einen Tag lang mit den Themen Finanzierung, Recht und Steuern vertraut machen. Die Teilnehmer erhalten von Experten wertvolle Tipps für die eigene Unternehmensstrategie und -organisation. Zahlreiche Institutionen aus Baden-Württemberg und darüber hinaus stellen eigene Initiativen vor und informieren zu Aspekten wie Risikokapital, Business Angels, Versicherungen, Verträgen, Patentierung, Unternehmensbewertung oder Steuerrecht. Die bwcon Management Coaching Group bietet außerdem zusätzlich bilaterale Beratungsgespräche an.

Das Programm ist bereits online, weitere Informationen und den Anmeldelink findet ihr hier.

Müssen Gründer nett sein?

 

“Awesome!” Für diese Wort gibt es heutzutage eine passende deutsche Übersetzung: “Geil!”  Dies ist das  Adjektiv für das meiste, was in der deutschen  Startup-Kultur entwickelt  wird. Ganz nach  kalifornischen Vorbild, wo gedämpfte Euphorie schon fast als Beleidigung gilt. Ob es nun die App ist, die irgendwelche Lieferzeiten abkürzt oder das neueste Projekt der “sharing economy”. “Geil” ist erst einmal alles. Die  typisch amerikanische, ungebremste Begeisterungsfähigkeit ist in der Tat ein Schlüssel dazu, warum neue Ideen in den USA häufig bessere Chancen haben als bei uns. Es ist deshalb ein gutes Zeichen, wenn allmählich ein wenig von diesem “Awesome”  in die deutsche Bedenkenträgerkultur hineinsickert. Gründer, insbesondere jüngere, können sich über ihr medial vermitteltes Image in Deutschland zurzeit nicht beklagen. Vom Wirtschaftsmagazin über die seriöse Tageszeitung bis zum privaten Unterhaltungskanal gelten sie als cool. Und so manche Idee, die kaum den ersten “Pitch” bei einem kühl kalkuierenden Investor überstehen würde, ist ersteinmal – nun ja – “echt geil.” Das nette Image vom fröhlichen Gründer wird  von sympathischen Ritualen und Praktiken befördert. Man duzt sich sofort und ungefragt. Jeder redet mit jedem. Netzwerken ist der Schlüssel. Die Startup-Kultur kann geradezu zum Lifestyle werden. Als  für den Lebenslauf cooler Abschnitt der eigenen Biografie zum Beispiel. Und angesichts der Vielzahl an Förderwettbewerben, Preisverleihungen und Prämierungen ist  die Karriere als netter, öffentlichkeitswirksamer Gründer fast schon eine Laufbahn für sich. Ob daraus dann wirklich nachhaltige Geschäftsmodelle oder gar große, weltbewegende Ideen werden, ist die andere Frage. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber deutsche  Gründungen pendeln sich immer noch häufig  in einer “comfort zone” mittlerer Größe ein, ohne das ganz große Rad drehen zu wollen, wie das die Visionäre aus den USA auszeichnet.

Die optimistische US-Gründerkultur hat eine Kehrseite
Bei der Begeisterung über den aus den USA importierten locker-optimistischen Ton geht nämlich die andere Seite dieses Modells  oft unter: Hinter dem Lächeln versteckt sich eine knallharte, bis auf die Knochen kapitalistische Philosophie. Der Investor, der einem gerade noch auf die Schultern klopfte, macht einem eine Minute später ganz kühl  klar, dass er keinen Pfifferling auf die mit Herzblut vorgestellte Idee wetten will. Und alle Massagestühle und alle kostenlosen Pizzalieferungen  in den Büros können nicht kaschieren, dass bis an die Grenze geschuftet wird – und manchmal darüber hinaus. Die US-Gründerkultur ist nur oberflächlich “nett”. Sie akzeptiert gleichzeitig auch die gnadenlosen Gesetze des Marktes. Es birgt also ein gewisses Risiko, wenn in Deutschland das Bild einer neuen jung-dynamischen Startup-Kultur für die breite Öffentlichkeit zu viel Nettigkeit transportiert. Um nicht falsch verstanden zu werden: Auch in deutschen Startups wird knallhart am Erfolg  gearbeitet – aber der Schritt zur echten Größe bedeutet eben auch,  über die sympathischen Gepflogenheiten der Anfangsjahre hinauszuwachsen. Es sind nicht nur die sich ironischerweise “business angels” nennenden Investoren, die von außen für harte Enscheidungen zuständig sind, sondern auch zum Unternehmer gereifte Gründer selbst. Es ist knochenhart, einem Mitgründer aus den Anfangsjahren zu sagen, dass er für eine größer gewordene Firma vielleicht nicht mehr der Richtige ist. Es ist bitter, vielleicht einmal Menschen entlassen zu müssen, weil sie nicht die nötige Leistung bringen. Man braucht nicht gleich, wie es bei US-Unternehmen wie Amazon leider passiert, unmenschlich zu handeln. Aber wer sich in dem System bewegt, das wir hierzulande lieber als Marktwirtschaft bezeichnen denn als Kapitalismus,  kommt um Härten nicht herum. Und dann muss man damit leben, dass einen nicht mehr alle Welt sympathisch und  “geil” findet.

Bei zu viel Erfolg dreht sich in Deutschland der Wind
Während Startups in der Frühphase in Deutschland inzwischen verwöhnt davon sind, dass sie medial gelobt und gepampert werden, dreht sich an einem bestimmten Punkt der Wind. Auf einmal findet einen dann die Öffentlichkeit gar nicht mehr so nett. Wer wirklich groß werden will, der hat es hierzulande weiterhin  schwer. Das haben etwa die Gebrüder Samwer erfahren, als sie das ganz große Rad zu drehen begannen. (Knallharte  Burschen, die auch scharfe Kritik gefälligst auszuhalten haben, sind sie übrigens wirklich.)  Nette, junge Gründer mögen wir in Deutschland schon – aber auch jemanden, der  nach dem ganz großen Erfolg greift?   Um nicht missverstanden zu werden: Welche Balance jeder sucht, ist seine eigene Entscheidung. Klein, aber glücklich zu sein kann besser  sein als Welteroberer zu werden und zynisch. Was aber nötig wäre, ist mehr Ehrlichkeit.  Das kann manchmal auch weh tun. Ich habe  schon am eigenen Leib erlebt, wie frisch gebackene Gründer, die an sympathisierende Berichterstattung gewöhnt sind, sich  darüber wundern, wenn ich nicht mehr alles nur toll finde. Und nach einer gewissen Zeit im Stuttgarter Gründerbiotop beginne ich zu ahnen, dass nicht immer und an allen Punkten hier alle eine große Familie sind. Jeder hat sein Ego, jeder hat Interessen – und ich halte das nicht nur für legitim, sondern auch für produktiv.   In den wichtigen Dingen an einem Strang ziehen, sich ansonsten ehrlich zu streiten, ist das richtige Rezept. Aber dafür braucht es auch den Mut, das oberflächliche Image von der netten Gründerfamilie durch andere, realistische Facetten zu ersetzen. Es gibt Kooperation, aber auch Konkurrenz. Wer geschäftlichen Erfolg haben will, kann nicht immer nur ein Idealist sein. Zur Gründerkultur gehört die Fähigkeit zu harten, konsequenten Entscheidungen. Ein Element, der US-Mentalität, das mich immer wieder beeindruckt hat, kann man dabei gerne übernehmen: Amerikaner können auch nach einer knallharten geschäftlichen Auseinandersetzung anschließend ganz locker ein Bier zusammen miteinander trinken, weil sie die Dinge auseinanderhalten und nicht alles persönlich nehmen. In diesem Sinne: Seid  nett zueinander!

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Bildquelle: Selena N.B.H. unter CC-Lizenz CC BY 2.0

 

THE VENTURE: Patent sucht Gründer, Bewerbung bis 15.8.2015 möglich

THE VENTURE ist ein Gründungswettbewerb nach dem Prinzip “Patent sucht Gründer”. Somit sollen bestehende Patente und Technologien für Startup-Ideen genutzt werden.
Doch warum sind ausgerechnet existierende Patente und Technologien für diesen Wettbewerb von Bedeutung? Mehr als 20.000 Patente und unzählige Technologien bleiben jährlich in Deutschland ungenutzt. Deshalb können Gründungsinteressierte, egal ob Studenten, Absolventen oder bereits erfahrene Berufstätige, ihren Traum vom eigenen Startup realisieren!

Weitere Informationen: www.the-venture.info

Wie nimmt man am Wettbewerb teil?
Man kann sich alleine oder als ein Team bewerben.
1. Auswahl eines Patents oder einer Technologie
2. Einreichen der Bewerbung bis zum 15. August 2015

Wie läuft der Wettbewerb ab?
1. Bewerbung bis zum 15. August 2015
2. Individuelles Feedback am 15. September 2015
3. First Pitch Anfang Oktober 2015
4. Final Pitch Anfang Dezember 2015

Weitere Materialien, Posts, Dokumente und Bilder findet ihr online unter: http://www.the-venture.info/materialien-und-ressourcen

Landesfinale des Elevator Pitch BW 2014/2015 am 18. Juni 2015 in Stuttgart

18 Städte, rund 180 Gründerteams auf der Bühne, 3 Minuten Zeit: 19 Finalisten präsentieren ihre Geschäftsidee am 18. Juni 2015 beim Finale des landesweiten Gründungswettbewerbs Elevator Pitch BW 2014/2015 der Initiative für Existenzgründungen und Unternehmensnachfolge (ifex) des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg. Die Sieger der regionalen Vorentscheide (Regional Cups) und des Wildcard-Votings kämpfen um den Gesamtsieg im Club PURE! Nach der Preisverleihung findet außerdem die SWR3 ClubParty statt.

Das Landesfinale am 18.06.2015 ist offen für Publikum, das die Finalteams kräftig anfeuern darf. Kommt vorbei und erlebt die besten Ideen des Landes! Die kostenfreie Anmeldung für Zuschauer des Landesfinales erfolgt über >> Eventbrite.

Programm:
16:00 Uhr: Einlass
16:30 Uhr: Landesfinale Elevator Pitch BW 2014/2015
20:00 Uhr: Preisverleihung der ersten drei Plätze
ab 20.30 Uhr: SWR3 ClubParty

Weitere Informationen zum Landesfinale und den antretenden Teams findet ihr auf der Website des Elevator Pitch BW.
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Disclaimer: Das Landesfinale des Elevator Pitch BW 2014/2015 organisiert die Autorin dieses Beitrags mit ihrem Team im Auftrag der ifex des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg.

Einladung zum 1. Bartsch Gründertag am 12. März 2015 in Stuttgart

Liebe Gründerinnen und Gründer – und alle, die es werden oder sich mit einzigartigen Talenten der Startup-Community vernetzen möchten:

Seid dabei, wenn wir, Bartsch Rechtsanwälte am 12. März 2015 mit dem ersten Bartsch Gründertag in Stuttgart starten.

Wann? Donnerstag, 12. März 2015, ab 18 Uhr
Wo? Stafflenbergstraße 24, 70184 Stuttgart

Der Gastgeber des Abends, wir, die Kanzlei Bartsch Rechtsanwälte, arbeitet bereits seit vielen Jahren mit Startups aus der IT- und Technologiebranche zusammen – eine Erfolgsgeschichte, die sich bewährt hat.

Mit den Bartsch Gründertagen möchten wir Gründern und Gründungsinteressierten die Möglichkeit geben, sich über alle wesentlichen Aspekte einer Unternehmensgründung zu informieren und Gleichgesinnte zu treffen.

Die erste Veranstaltung steht unter dem Thema

Gründer-Basics: Acceleratoren und rechtliche Begleitung

Johannes Ellenberg, selbst Mitgründer der Accelerate Stuttgart GmbH, erzählt von seine Erlebnissen mit Accelerator-Programmen und frischem Wind in der Startup-Community.

Carsten Ulbricht, Rechtsanwalt, ergänzt aus seiner langjährigen Erfahrung mit Gründern die wesentlichen ersten Schritte und die Kriterien einer erfolgreichen Unternehmensgründung.

Darauf freuen wir uns sehr und erwarten spannende Insider-Infos, wobei natürlich das Networking an erster Stelle steht!

Die Teilnahme ist kostenfrei, aber die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt. First come, first serve! Wir empfehlen daher eine rechtzeitige und verbindliche Anmeldung unter stuttgart(at)bartsch-rechtsanwaelte.de.

Wir freuen uns auf alle Gäste und eine interessante Veranstaltung!