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M-Lounge #5 am Montag, 4. Mai 2015 in der Commerzbank am Schloßplatz – Jetzt Ticket sichern:

Die M-Lounge ist das „das Event für Macher“ und findet dieses Mal in der bundesweiten Flagship-Filiale der Commerzbank im Herzen Stuttgarts statt. Wieder einmal bringt die M-Lounge 150 Unternehmerinnen und Unternehmer unterschiedlichster Generationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zum gemeinsamen Lernen und Austauschen zusammen. Sechs spannende Impulsvorträge – z.B. mit Johannes Graf Strachwitz, Gründer der 0711 Unternehmensgruppe und Stefan Schöllhammer, der den Sauna- und Spa-Hersteller Klafs aus einer existenziellen Krise heraus zu einem Unternehmen mit 100 Millionen Umsatz formte – sowie die besondere Atmosphäre der M-Lounge lassen diesen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis in diesem Jahr werden.

Das begrenzte Ticket-Angebot ist ab sofort unter www.m-lounge.eu/stuttgart verfügbar.

Die Marketing-Lounge Stuttgart geht am 19. Mai 2014 in die dritte Runde.

Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Marketing-Verantwortliche können sich nun unter www.marketing-lounge.eu/tickets bewerben und bekommen mit etwas Glück eines der begehrten Tickets zugeteilt. Es erwarten Sie 6 spannende Impulsvorträge von Startups wie Erna & Co., RegioHelden oder auch erfolgreichen Unternehmen aus dem Mittelstand wie Europas erfolgreichstem Hemdenersteller OLYMP. Der Speaker des sechsten Impulsvortrags am 19.05.2014 im neuen Audi Zentrum ist noch nicht bekannt gegeben, damit die Vorfreude groß bleibt.

Gastbeitrag von Maria Widra
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Worum geht’s im Marketing? Marketing dient dazu, Produkte und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen und so den Vertrieb zu unterstützen. Es soll Leads generieren, also relevante Kontakte, die das Potenzial haben in absehbarer Zeit etwas zu kaufen, die möglichst lange Kunden bleiben und Produkte und Services am besten noch weiterempfehlen. Für eine definierte Zielgruppe mit spezifischen Merkmalen sucht man also Möglichkeiten zur direkten Ansprache, mit (animierender!) Antwortmöglichkeit, um einen Dialog zu beginnen. Diese Maßnahmen nennt man Dialog- oder Direktmarketing.

Als besonders geeignet hierfür wird das Online-Marketing betrachtet, es gilt allgemein als „messbar“ und leicht zu automatisieren. Aber auch weitere Bereiche, z.B. Events, Briefmailings, Flyer, Multiplikatoren oder Werbemittel lassen sich gezielt einsetzen.

Die Leads aus dem Direktmarketing sowie aus allen anderen Vertriebskanälen fließen in die Gesamtrechnung ein. Bekannt ist sicher das Prinzip des „Number Crunching“ im Vertrieb. Dabei rechnet man hoch, wie viele Kontakte angesprochen werden müssen, um eine bestimmte Anzahl Leads zu erzielen. So überschlägt man im Vorhinein den Aufwand einer Marketingkampagne.

Die Ansprache erfolgt wiederholt und mit relevanten Inhalten und richtet sich sowohl an Bestands- als auch Neukunden. Je nach Funktion des angesprochenen Segments im Sales Center muss dieser überzeugen, erklären, ermutigen. Am besten funktioniert dies mit emotionalen Aufhängern, die Lust auf das Angebotene wecken. In mehrstufigen Kampagnen ist es so auch nicht sofort erforderlich, dass ein direkter Bezug zum Produkt hergestellt wird.

Disziplinen vernetzen

Hier sind einige Beispiele, die einzeln oder kombiniert, regelmäßig oder einmalig mit jeweils anderen Argumenten für verschiedenen Segmente zielführend eingesetzt werden können. Wichtig ist, genau festzulegen, welche qualitativen und quantitativen Ziele kurz- und langfristig erreicht werden sollen:

Event: Egal, ob informative Vorträge, kleine Runden mit A-Klientel, um vorab und exklusiv ein Produkt vorzustellen, Get-together beim Feierabendbier mit gleichgesinnten Early Adoptern oder eine Partner-Konferenz zu einem aktuellen Thema. Wichtig sind der Rahmen und die Kernaussage, unterstrichen durch Inhalte der Veranstalter und Teilnehmer. Nutzer wollen sich verstanden und wertgeschätzt fühlen, dann sind sie sehr loyal.

Online: Die Website dient heute als zentrale Schaltstelle und ist Ziel sämtlicher zusammenspielender Aktivitäten im Social, Local und Mobile Marketing. Hier werden potenzielle Kunden abgeholt und zu weiteren Maßnahmen animiert. Regelmäßige Webanalysen helfen, Potenziale zu erkennen und Ideen für Änderungen zu generieren, z.B. Landingpages auf Wettbewerbernamen optimiert, Newsletter mit bereits realisierten Branchenlösungen alle zwei Wochen. Webinare sind ein weiterer effizienter Lead-Generator für qualifizierte Interessenten zu einem spezifischen Thema mit Kontaktangaben, die man direkt nachbearbeiten kann! Prominent platzierte Hinweise hierfür (ja, auch Pop-ups) auf der Website lohnen sich immer.

Print: Viele Entscheider mögen auch heute noch gern haptische Erlebnisse. Es ist eine angenehme Abwechslung, inmitten von Werbemails und selbst auszudruckenden PDFs, gerade umfangreichere Informationen in seriöser, gebundener Form zu lesen. Auch das klassische Mailing mit Antwortfax und Hinweis auf ein Gewinnspiel vor einer Messe oder günstige Werbemittel wie Postkarten sichern Präsenz in den Köpfen der Kunden, auf die man bauen kann. Eine Printsache wird jedoch überschätzt und landet regelmäßig ungelesen im Müll: die obligatorische Weihnachtskarte. Lieber auf ungewöhnliche Anlässe setzen, z.B. auf 1-Jahr-Kennenlernen oder die besten Eigenschaften des Produkts zur Problemlösung überraschend und frech aufbereiten.

Mobile und Social: Nicht vergessen, gerade personalisierte Newsletter und Co. sollten auf dem Smartphone oder Tablet PC einwandfrei funktionieren und gut aussehen; optimal ist Responsive Design adäquat zu Format und Auflösung des Endgeräts. Dann klickt sich der Entscheider oder sein Vorbereiter viel schneller zum Ziel ;-) Soziale Netzwerke erleichtern es enorm, Kontakt zu halten. Die Nutzung wandelt sich teilweise schnell, z.B. ist flickr nunmehr weniger soziales Netzwerk, aber eine super Fotodatenbank. Instagram hilft mit farbgefilterten Bildern, Emotionen um das Produkt zu kreieren. Business-Kontakte pflegen viele mittlerweile in vielen Branchen eher international auf Linkedin als beim deutschen Pendant Xing. In den sozialen Netzwerken gewinnt man auch motivierte Tester für Betaphasen oder incentiviert Referenzmarketing. Erwähnungen in sozialen Netzwerken sind somit bares Geld.

Kundenbindungen managen

Für optimal ausgesteuertes Direktmarketing ist ein von allen Beteiligten gepflegtes Customer Relationship Management-System (CRM) eine wichtige Grundlage. Dies sollte sehr stark ins tägliche Tun aller Mitarbeiter integriert werden. Das ist zunächst viel Handarbeit und erfordert viel Disziplin und Ausdauer. Diese Basis kann man dann recht schnell zur Automatisierung nutzen, auch bei der Erfolgskontrolle. Anhand von Datenkorrelationen findet man „statische Zwillinge“ zu bereits konvertierten Nutzern. Hier ist die Wahrscheinlichkeit eines Verkaufserfolges am höchsten. Den kritischen Blick in die Vergangenheit sollte man deshalb immer vornehmen.

Faktoren für erfolgreiches Vertriebsmarketing zusammengefasst:

– gut gepflegte CRM-Datenbasis (lieber selbst erstellen, als kaufen)
– Netzwerken, Rückmeldungen von verschiedenen Seiten einholen
– regelmäßige gezielte Kommunikation an ausgewählte Segmente (Branchenlösungen)
– Inhalte: immer neue Aufhänger generieren zum Hauptthema (Nische, Expertenpositionierung)
– Kundenerfolge vermelden, Größe demonstrieren
– Standards und Sicherheit bieten (individuell mit Berater in Projekt angepasst)
– transparent und ehrlich präsentieren
– sehr guten und schnellen Service/ Support leisten

Außerdem:

– technologische Partnerschaften pflegen
– keine unentgeltlichen Leistungen erbringen
– sofort Rechnungen stellen, wenn das Projekt abgenommen wurde
– zeitgemäße hochwertige Optik

Eindeutige Merkmale für schlechte Vertriebsorganisationen sind dagegen diese:

– Bottleneck-Entscheider (kein Ziel, langsame Entscheidungen)
– Marketing/ Vertrieb ohne strategischen Stellenwert bzw. wenig Wertschätzung
– zu lange Vorbereitung,
– schlechte/ keine Datenbasis
– schlecht/ nicht aktuell informiert
– keine Auslagerung spezieller Aufgaben (z.B. rechtliche Fragen)
– Verspätungen, Zusagen/ Ankündigungen werden nicht eingehalten
– Definition zu stark über den Preis (zu niedrig im Branchenvergleich)

In einer perfekten Welt geben Unternehmen Marketing und Vertrieb einen hohen strategischen Stellenwert. Verantwortliche haben keine Angst vor der Reaktion; ehrliche Kunden sind das Beste, was einem Unternehmen passieren kann. Marketingentscheider investieren, finden Hebel, bieten Anregungen und Lösungen, steuern nach, optimieren – sie tun alles dafür, um in der Zielgruppe die Lust auf das Produkt zu wecken und mit sachlichen Argumenten zu überzeugen. Nicht einfach, aber machbar.

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Über die Autorin

Maria Widra
Maria Widra arbeitet seit Abschluss ihres Studiums der Medienwirtschaft in Stuttgart und Helsinki 2007 im Marketing mittelständischer IT-Firmen bzw. Agenturen. Als Freelancer war sie u.a. für die AKAD Privathochschulen und ein Startup im Verlagsumfeld tätig. Ihr Fokus ist vertriebsorientiertes und textstarkes Online und Direct Marketing. Auch klassische Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen gehören zu ihrem Portfolio. Derzeit arbeitet sie im Online Marketing für die Handwerkskammer in Heilbronn, lässt aber auch die Startup-Szene im Ländle nicht aus den Augen.
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Bildquelle: Ryan McGuire

Veranstaltungstermin und Uhrzeit:
Dienstag, 29. Oktober 2013, ab 18.00 Uhr

Veranstaltungsort:
TTI GmbH | Nobelstraße 15 | 70569 Stuttgart

Zielgruppen:
Innovative Unternehmen aus dem IT- und Hightech-Umfeld in der Gründungs- oder Expansionsphase; Geschäftsführer/-innen, Gründer/-innen; Gründungsinteressierte Studierende und Wissenschaftler
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Die Roadshow-Veranstaltung in Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem TTI steht unter dem Schwerpunktthema Marketing. Die bwcon: Gründer-Roadshow bietet ein durchgängiges Veranstaltungsprogramm für Gründer und junge Unternehmen mit Informationen und unternehmerischen Erfahrungsberichten aus der Praxis zu vielen spannenden Aspekten der Unternehmensgründung.

Programm:
18:00 Uhr – Begrüßung, Edith Schmitt, TTI Stuttgart
18:10 Uhr – Vorstellung bwcon: Hightech Award CyberOne 2014 und EXI Hightech Gründungsgutscheine, Martin Cremer, Baden-Württemberg: Connected e.V.
18:15 Uhr – Business Roundtable „Marketing“, Ulrich Benz, WINKLER & BENZ Management Consulting , ehemals Vertriebsleiter Siemens Nixdorf
20:00 Uhr – Get Together

Anmelde- und Teilnahmebedingungen:
Die Teilnahme ist kostenfrei. Bitte melden Sie sich bis spätestens 22. Oktober 2013 über das Online-Anmeldeformular an.

Eine Anfahrtsbeschreibung finden Sie hier.

Veranstalter:
Wirtschaftsinitiative Baden-Württemberg: Connected (bwcon) in Zusammenarbeit mit der TTI GmbH

Weitere Detail-Infos gibt es auf der Webseite der bwcon.

Ihr gehört zu den Kreativen in der Region?
Ihr möchtet aktuellen Trends im Marketing auf die Spur kommen?
Ihr möchtet euer Netzwerk unter Gleichgesinnten erweitern?

Dann meldet euch jetzt kostenlos für die erste Marketing Lounge in Stuttgart an.

Die Marketing Lounge wird am 8. Juli 2013 ab 15 Uhr in den Räumlichkeiten der Chocolato.de GmbH am Stuttgarter Pragsattel veranstaltet (Adresse: Leitzstr. 4, 70469 Stuttgart).

marketing lounge

Die Marketing Lounge bildet eine innovative Plattform, um sich vor Ort über Erfahrungen und neueste Trends aus der Welt des Marketings auszutauschen. Hierzu möchte Chocolato eine Vielzahl an verschiedensten Persönlichkeiten begrüßen, will jedoch dabei keinesfalls an Know-how einbüßen und bietet maximal 100 Personen die Möglichkeit, sich in diesem Netzwerk auszutauschen.

Weder das Alter noch die Größe des sich bewerbenden Unternehmens sind bei der Auswahl relevant. So wird vom jungen Startup bis hin zur Aktiengesellschaft jede Unternehmensform vertreten sein.

Nach einem kurzen Programm am Nachmittag besteht die Möglichkeit, den Abend in lockerer Atmosphäre beim After Work ausklingen zu lassen. Die ausgebildete Bier-Sommelière Stephanie Spitzer wird hierbei mit ihren einmaligen „Bier-Cocktails“ begeistern.

Gastbeitrag von Barbara Hoisl

In einem früheren Artikel habe ich beschrieben, warum es tatsächlich schwierig ist, das Finanzmodell für ein Startup zu entwickeln – und wie man mit diesen Herausforderungen umgehen kann. Hier nun der praktische Teil mit Tipps, wie ich bei der Entwicklung des Modells für die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) typischerweise vorgehe. Grundlage ist ein Excel-Template für die GuV, das ich im Laufe der letzten Jahre in Projekten mit Software- und Internet-Startups entwickelt habe. Dieses Template ist speziell auf Startups mit digitalen Geschäftsmodellen ausgelegt.

Ein plausibles Modell bauen, keine Fantasiewelt

Auch wenn man akzeptiert, dass das Finanzmodell ein Modell ist und keine verbindliche Vorhersage, ist das Finanzmodell umso überzeugender, je realistischer es ist. Dazu hilft es besonders, Annahmen im Finanzmodell deutlich sichtbar zu machen und sie im Laufe der Startup-Phase möglichst gut am Markt zu validieren.
Beispiel: eine wesentliche Annahme im Umsatzmodell könnte sein, dass 5% der Testkunden innerhalb von 3 Monaten das kostenpflichtige Produkt kaufen. Diese Annahme muss man in einer ganz frühen Phase einfach mal treffen – bis zum Ende der Startup-Phase sollte sie dann mit konkreten Erfahrungswerten unterlegt sein.

Allgemeiner Rahmen

• GuV nach dem Umsatzkostenverfahren aufbauen: zum Einstieg siehe Wikipedia-Artikel zur GuV, dort „nach HGB – Umsatzkostenverfahren“ suchen; vor Punkt 4 in der Tabelle ist noch eine weitere wichtige Kostenart zu ergänzen, nämlich die Kosten für Forschung und Entwicklung.
• Typischerweise für gut 5 Jahre in die Zukunft auf Quartalsbasis modellieren
• Falls das Unternehmen bereits existiert, zusätzlich für ca. 4 Quartale die Ist-Zahlen aus der Vergangenheit eintragen. Dabei darauf achten, dass es beim Übergang von den Ist-Zahlen zum Zukunftsmodell keine unerklärlichen Brüche gibt
• Fokus erst einmal auf das Umsatzmodell und die Kostenstruktur bis zum Betriebsergebnis (im GuV-Überblick)
• Bei Änderungen des Geschäftsmodells im Laufe der Startup-Phase muss das Finanzmodell immer wieder angepasst, bei größeren Änderungen im Geschäftsmodell manchmal sogar fast komplett neu entwickelt werden. Das ist leider (bisher) ein manueller Prozess.

Finanzmodell_Vorgehensweise1

Schritt 1 – Mit dem Umsatzmodell starten

• Keinesfalls die Umsätze „top-down“ modellieren, d.h. ausgehend von einem gewünschten Marktanteil im Zielmarkt. Wenn ich einfach sage: das ist mein Markt und davon werde ich 1% oder 2% gewinnen, dann wird ja nicht sichtbar, wie ich die Kunden gewinne und wie die Umsätze konkret zustande kommen. Daher bringt ein Top-Down-Modell weder Erkenntnisgewinn für die Gründer noch Glaubwürdigkeit gegenüber Investoren
• Stattdessen die Umsatzentwicklung „bottom-up“, d.h. ausgehend vom geplanten Vertriebsprozess modellieren. Der Vetriebsprozess ist ja ein wesentlicher Teil des Geschäftsmodells und beim Umsatzmodell wird besonders deutlich, wie gut durchdacht und validiert das Geschäftsmodell schon ist. Hier kann man im Sinne von Lean Startup viele Hypothesen entdecken, die dann validiert werden müssen
• Zeitliche Verzögerungen bis zum Kaufabschluss und bis zum Zahlungseingang berücksichtigen- insbesondere falls größere Unternehmen die Zielkunden sind
• Darauf achten, dass man nur die Erlöse, die man tatsächlich selbst einnimmt, berücksichtigt, d.h. auf jeden Fall Nettobeträge (ohne Umsatzsteuer) und bei einem mehrstufigen Handelsmodell nur die Großhandelspreise
• Als Plausibilitätscheck mal nachprüfen, welchen Marktanteil man mit den modellierten Umsätzen in den späteren Jahren erreicht Beispiel: Ein Startup setzt auf Werbung als eine wesentliche Einnahmequelle – und zwar bevorzugt von Werbetreibenden aus einer bestimmten Branche. Dann einfach mal prüfen, welchen Anteil am heutigen Gesamtwerbebudget dieser Branche man in Jahr 5 damit erreicht. Ist das Ergebnis plausibel?

Schritt 2 – Weiter mit Teamaufbau und Personalkosten

• Als nächstes den Teamaufbau über den gesamten Zeitraum modellieren: wie viele Leute (interne und externe) erwarte ich in den verschiedenen Funktionen und Rollen? Dabei auf Konsistenz zum Umsatzmodell achten, insbesondere in den Bereichen Vertrieb/ Business Development und Marketing.
• Die jährlichen Kosten pro Rolle schätzen. So werden die Personalkosten in den verschiedenen Funktionen errechnet – bei internen MitarbeiterInnen die Nebenkosten für Sozialabgaben u.ä. nicht vergessen (ca. 30% Aufschlag aufs Bruttogehalt). Hier ist auch zu beachten, dass im Laufe der Zeit marktübliche Gehälter angesetzt werden – während am Anfang die tatsächlich gezahlten Gehälter benutzt werden, die z.B. ganz am Anfang für die Gründer auch mal Null sein können
• Darauf achten: alle Rollen, die umsatzabhängig sind, fallen in den Bereich Herstellkosten. Dazu zählen z.B. Support-MitarbeiterInnen, denn im Prinzip wird dieses Team mit der Anzahl der verkauften Supportverträge wachsen müssen. Die eigentliche Entwicklung und Betreuung von Software, Apps, oder Internet-Angebot gehört jedoch in den Bereich Forschung & Entwicklung, da diese Kosten im Wesentlichen fix sind, das heißt unabhängig von den Umsätzen oder der Anzahl der Nutzer

Schritt 3a – Sonstige Kosten: Vertrieb und Marketing

• In diesem Bereich ist häufig neben den Personalkosten noch ein erhebliches Budget für Marketing-Maßnahmen einzuplanen, z.B. für Messeauftritte, Werbung, sonstige Marketing-Aktionen. Bei den anderen Kostenarten (Entwicklung, Support, …) sind die Personalkosten meist der dickste Brocken und der Rest ist oft „Peanuts“, aber nicht hier.
• Je nach Vertriebsmodell fallen ggf. noch erhebliche Reisekosten pro Kopf an – diese nicht vergessen.
• Bei Vertrieb mit Provisionszahlungen diese nicht vergessen – wenn sie umsatzabhängig sind, die Provisionen bei den umsatzabhängigen Kosten aufführen und natürlich auch umsatzabhängig modellieren.

Damit hat man bei einem digitalen Geschäftsmodell jetzt die großen Posten im Modell. Eine Besonderheit des digitalen Geschäftsmodells ist, dass die Posten Wareneinkauf, Arbeitskosten für die Herstellung usw. nicht auftauchen – diese sind bei einem traditionellen Geschäftsmodell weitere große Kostenblöcke und sind dort entscheidend für die Profitabilität.

Schritt 3b – Weitere sonstige Kosten modellieren

• Hardware oder Hosting-Kosten für die Entwicklung, Software-Lizenzen oder Subscriptions etc.
• Kosten für Büromiete, Telekommunikation und IT für die MitarbeiterInnen, Versicherungen
• Dienstleistungen wie Rechtsanwalt, Steuerberatung, Buchhaltung, Lohnabrechnung etc.

Diese Kosten schlagen natürlich am Anfang, wenn ein Startup noch über wenig Mittel verfügt, deutlich zu Buche. Aber bei einem digitalen Geschäftsmodell spielen sie bei steigenden Umsätzen meist nur noch eine untergeordnete Rolle. Damit hat man nun eine erste Version der Gewinn- und Verlustrechnung – zumindest für die Betriebskosten. Und die sollte man jetzt mal kritisch anschauen.

Schritt 4 – GuV-Überblick prüfen und Szenarien entwickeln

• Kommt überhaupt ein Betriebsgewinn zustande? Wann?
• Wie viele operative Verluste fallen insgesamt an? In der Quartalsansicht ansehen und alle Verluste aufsummieren => Hinweis auf den Finanzbedarf
• Wie entwickelt sich die Kostenstruktur – ganz unten im Tab GuV-Überblick? Und wie sieht die operative Gewinnspanne aus (Betriebsgewinn als % der Umsätze), insbesondere in den späteren Jahren? Hier ist der Vergleich mit erfolgreichen Unternehmen mit einem ähnlichen Geschäftsmodell interessant. Wenn die operative Gewinnspanne im Modell deutlich höher wird als bei großen, hochprofitablen Vorbildern, dann sind wohl ein paar Annahmen zu optimistisch

Wenn man eine erste Version hat, die halbwegs plausibel erscheint, dann kann es sich lohnen, auf dieser Basis mehrere Szenarien zu entwickeln, bei denen wichtige Parameter (Annahmen im Geschäftsmodell) variiert werden, insbesondere Parameter, die das Umsatzmodell stark beeinflussen.

Szenarien beziehen sich jeweils auf das gleiche Geschäftsmodell. Dies ist zu unterscheiden von verschiedenen Versionen des Finanzmodells, die nötig werden, weil sich das zugrunde liegende Geschäftsmodell weiter entwickelt hat. Szenarien sind hilfreich um besser zu verstehen, welche Parameter maßgeblich für den Erfolg sind (Key Performance Indicators – KPIs) und wie sie sich diese KPIs auf das finanzielle Ergebnis auswirken.

Schritt 5 – Aufbereitung von Daten zur Präsentation

Für eine ausführliche Präsentation des Geschäftsmodells oder für den Businessplan kann man aus dem Finanzmodell zum Beispiel folgende Inhalte direkt übernehmen – falls vorhanden, auch für mehrere Szenarien:
• GuV-Überblick (Tabelle in Jahresansicht)
• evtl. Entwicklung der Kostenstruktur über die Jahre hinweg (Tabelle)
• Diagramm mit Entwicklung der Umsätze – besonders bei mehreren Einnahmequellen
• Tabelle, die zeigt, wie das Team über die Jahre aufgebaut wird
• Übersicht über die wichtigsten Parameter, die maßgeblich für den Erfolg sind (KPIs)

Erkenntnisgewinn fürs Gründerteam – ganz im Sinne von Lean Startup

OK, es ist wohl eine Mentalitätsfrage, ob man wirklich Spaß bei der Arbeit am Finanzmodell hat. Aber ich bin überzeugt, dass das Finanzmodell nicht nur eine lästige Pflichtübung ist, sondern dass es das Gründerteam bei der Entwicklung des Geschäftsmodells wirklich voranbringt: Sobald man gezwungen ist, konkrete Zahlen und Formeln ins Spreadsheet einzutragen, wird einem sehr deutlich, wo man schon Klarheit über das Geschäftsmodell hat und wo man noch mit unbewiesenen Annahmen arbeitet oder noch nicht einmal diese hat.

So gesehen passt die Arbeit am Finanzmodell auch gut zum Lean-Startup-Konzept und umgekehrt: Gründerteams, die nach der Lean-Startup-Methode arbeiten, die ja sehr viel Wert auf Metriken legt, werden sich auch mit dem Finanzmodell leichter tun.

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Über die Autorin

Barbara Hoisl
Barbara Hoisl

Barbara Hoisl Virtual Strategy Officer für Software- und Internet-Unternehmen: sie berät mit den Schwerpunkten Geschäftsmodellentwicklung, Business Planning und Wachstumsstrategien. Zu diesen Themen bietet sie auch Trainings an und bloggt auf barbarahoisl.com/blog (in Englisch).

Barbara hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Software-Branche, u.a. 14 Jahre im Bereich Software-Produkte bei HP. Dort hat sie über viele Jahre die Entwicklung und die Wachstumsstrategie von komplexen Software-Produkten verantwortet – zuletzt im Bereich Strategie und Globale Unternehmensentwicklung / M&A.

Als Beraterin hat sie u.a. Internet-Startups bei der Geschäftsmodellentwicklung und bei der Vorbereitung auf neue Finanzierungsrunden unterstützt. Barbara ist als Mentorin für Startups aktiv, u.a. im Mentorenkreis des CyberForum Karlsruhe and als Mitglied von bwcon: Baden-Württemberg Connected.