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Gastbeitrag von Michael Negele
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Das Gründen eines eigenen Startups ist hart. Zu 90% der Zeit beschäftigt man sich mit Problemen aller Art die gelöst werden müssen und von denen man kaum auf Facebook oder Twitter spricht. Meistens sind Gründer ganz alleine wenn es darum geht, wichtige Entscheidungen zu treffen. Gerade diejenigen, die in der frühen Phase einer Gründung stecken haben es schwer (Early Stage). Was kann man also tun, um weiterzukommen?

Aus Fehlern lernen.
Die richtige Einstellung zu Fehlern und Misserfolgen ist wichtig. Egal wie viel Erfahrung man als Unternehmer gesammelt hat, Fehler und Misserfolge gehören dazu. Schlimm wird es aber, wenn man den gleichen Fehler immer wieder macht. Fehler müssen nämlich akzeptiert und analysiert werden bevor man eine gute Lösung finden kann. Je jünger man ist, desto mehr Fehler kann man sich erlauben. Sobald man verheiratet ist oder Kinder hat wird es viel schwieriger, denn man trägt auch Verantwortung für andere.

Den richtigen Mentor finden.

Fehler können am besten vermieden werden, wenn man um Rat bei einem Mentor bittet. Ein guter Mentor ist erfahren und erfolgreich mit dem was er tut. Er muss aber auch Interesse am Erfolg Deines Startups haben. Ein Mentor kann ein Professor sein, ein früherer Arbeitgeber oder ein erfolgreicher Gründer. Mentoren muss man aber nicht persönlich kennen oder treffen. Wichtig ist zu wissen, dass viele CEOs oder Spezialisten wenig Zeit haben. Aus diesem Grund sollte man gleich mehrere Leute kontaktieren. Es gibt immer jemanden, der bereit ist zu helfen.

Denke nicht an den Erfolg, sondern an den Weg dorthin.
Als Jungunternehmer ist man die meiste Zeit nicht erfolgreich. Selbst wenn man gegründet hat und ein tolles Team und Investoren hat, kommt der Erfolg erst später. Wenn er überhaupt kommt. Der zu starke Fokus auf den Erfolg ist aus meiner Sicht nicht zu empfehlen. Vielmehr sollte man darauf achten, dass man als Team gemeinsam Spaß und Freude an der Arbeit hat und an der gemeinsamen Lösung von Problemen.

Think about the journey, not the destinations!
– Steve Vassalo, Foundation Capital.

Gib Dir eine Auszeit.
Zu viel Arbeit und zu wenig Freizeit ist ungesund für Seele und Körper. Die Arbeit eines Gründers zählt zu den schwierigsten und braucht deshalb viel Ausgleich. Folgendes muss man sofort tun wenn man merkt, dass man nicht mehr klar denken kann: Sport treiben, ins Wellness (ja, auch wenn man gerade Geld sparen muss), Fitness, Skateboarden, Snowboarden, Reisen, Freunde treffen oder Zeit mit der Familie verbringen. Jeden Monat sollte man mindestens zwei, drei Tage für Vergnügen einplanen.

Gastbeitrag Stuttgart - Wennsnichtlauft

Finde den richtigen Geldgeber.
Gerade zu Beginn einer Gründung fehlt das Geld. Wenn man dazu noch eine Familie ernähren muss, ist man auf jede Hilfe angewiesen. Also was tun wenn das Geld knapp ist? Zu den wichtigsten Aufgaben eine Gründers gehört die Suche nach dem richtigen Geldgeber. Letztendlich kommt es aber darauf an, ob man sich 100% sicher ist mit dem was man vor hat. Wenn ja, dann sollte man schnellstmöglich mit Inkubatoren, Business Angels, Investoren und Banken sprechen (z.B. KfW-Gelder). In einigen Fällen sind aber auch Freunde und Familie bereit, zu investieren.

Denke immer an einen Plan B.
Zu einem guten Plan gehört ein Plan B. Beispiel: Wenn du morgen vor einem Investor pitchen wirst kannst Du Folgendes machen, um Deine Nervosität zu senken: Du kontaktierst einen zweiten Investor und machst einen weiteren Termin aus. Dieser Schritt ist dein Plan B. Er gibt Dir die nötige Selbstsicherheit, die Du für Dein Treffen morgen benötigst. Wenn alles gut läuft kannst du den zweiten Termin immer noch absagen. Wenn das Gespräch aber nicht gut läuft, weißt Du, dass Du noch einen anderen Interessenten hast. Diese Methode dient zur Vorbereitung für den schlimmsten Fall und kann für alle Situationen genutzt werden, die man selbst nicht kontrollieren kann: Verhandlungen & Gespräche mit Investoren, Partnern, Banken, etc.

Gib nicht auf.
Etwas ändern und weiter machen ist einfach: Du hörst auf, an einer erfolglosen Idee weiter zu arbeiten und fängst sofort mit einer neuen und verbesserten Idee an. Viel unangenehmer ist es, wenn es darum geht, Misserfolge öffentlich zu machen. Die Diskussionen mit Freunden und Familie, die sich wundern was man eigentlich vor hat, gehören da immer dazu. Am besten ist es, wenn man alle rechtzeitig aufklärt. Das wichtigste ist, dass Du entschlossen bist und genau weißt, wo es lang geht. Höre dabei auf Deine innere Stimme, wenn nötig ändere Deinen Plan (Pivot) und gib Gas!

Wenn Du das Gefühl hast, dass alles nicht wie geplant läuft und Du etwas mehr Erfahrung brauchst, dann schau Dir die StartUp Stuttgart Jobbörse an. Dort sind einige Startups aus der Region Stuttgart gelistet, die alle nach super Leuten wie Dich suchen. Sammel mehr Erfahrung bei diesen Unternehmen, erhole Dich etwas und vielleicht fällt Dir dann die Idee Deines Lebens ein.

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Über den Autor

Michael Negele
Michael Negele ist Gründer von NELKE, einem Startup, das Foto-Kabinen für Fitness-Studios entwickelt. Michael hat davor drei Jahre für Kupilka als Sales & Marketing Manager gearbeitet. Während dieser Zeit war er für den Aufbau eines internationalen Vertriebsnetzwerkes zuständig. Danach machte sich Michael zum ersten Mal als Marketing-Berater selbständig. Michael hat in Rwanda, USA und Finnland gelebt.

Gastbeitrag von Michael Negele
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Vor einigen Tagen habe ich das Interview von Kate Mitchell angehört, in dem sie unter anderem auch erzählt, wie wichtig es ist Mentoren zu haben. Mitchell erwähnt allerdings auch, dass es nicht immer darauf ankommt jemanden persönlich zu kennen.

Ein Mentor kann jeder werden dessen Arbeit man bewundert und der von seinen Erfahrungen berichtet. Das kann unter vier Augen geschehen oder durch das Erzählen in Blogs, Bücher, Filmen oder Podcasts.

Ein Mentor kann also auch ein gutes Buch sein, dass man zur richtigen Zeit liest, ein Geschäftskunde der einem immer wieder wertvolles Feedback gibt, oder ein Bündel von Artikeln, Büchern oder Links, die man für ein bestimmtes Thema bereithält. Mentoren helfen uns schwierige Fragen schneller zu beantworten und Zeit zu sparen. Manche Mentoren hat man ein Leben lang und andere nur für einen Tag.

Heutzutage bietet das Internet unheimlich viel Information. Einige Quellen habe ich für mich früh entdeckt und dienen mir bei der Beantwortung mancher wichtiger Fragen und zur Weiterentwicklung neuer Ideen. Folgende Quellen zähle ich zu meinen “Online-Mentoren”:

1. E-Corner
Die Stanford Universität in Kalifornien bietet in Zusammenarbeit mit der Kaufmann Foundation das sogenannte Entrepreneurship Corner an. Die E-Corner bietet viele Videos und Podcasts von Vorlesungen und Seminaren mit Gründern und Investoren weltbekannter Firmen an. Zum Beispiel ein 54-minütiges Interview mit Mark Zuckerberg aus dem Jahr 2005 als Facebook noch “The Facebook” hieß.

2. Foundation
Digg Mitgründer und Google Venture Partner Kevin Rose hat Foundation ins Leben gerufen. Rose hat mittlerweile über 30 Interviews mit Leuten wie Twitter- und Square-Mitgründer Jack Dorsey oder Zappos Geschäftsführer Tony Hsieh.

3. Mixergy
Andrew Warner ist Gründer von Mixergy. In den über 800 Interviews findet man tolle Erfahrungsberichte. Interessant finde ich, dass Andrew nicht nur Tech-Unternehmer wie Buffer-Mitgründer Leo Widrich interviewt sondern auch Unternehmer wie Nick Sarillo, der mit Nick’s Pizza zu den eher klassischen Unternehmer zählt.

4. TED
Wer TED (Technology Entertainment Design) nicht kennt, sollte unbedingt die Seite besuchen. Auf TED findet man Video-Aufzeichnungen von den TED Events, die auf der ganzen Welt stattfinden. Auf diesen Events stellen Forscher, Autoren, Künstler, Studenten und Geschäftsleute interessante Projekte und neue Technologien vor. TED Videos sind kostenlos und eine sehr gute Quelle der Inspiration.

5. Coursera
Mein erster Kurs auf Coursera war “Introduction to Finance” mit Professor Guatam Kaul. Ich habe selten einen so guten Professor so gut lehren gesehen und das alles auf Video. Auf Coursera gibt es über 370 Kurse, die von Universitäten weltweit kostenlos angeboten werden.

Ich bin mir sicher, dass es weitere tolle Quellen im Internet gibt. Wer aber nach seriösen Quellen sucht, der kann mit den fünf Tipps tolle Erfahrungsberichte oder sogar Mentoren finden. Wer weitere Links kennt (gerne auch deutsche Seiten), kann einfach ein Kommentar schreiben oder mir eine E-Mail schicken.

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Über den Autor

Michael Negele
Michael Negele

Michael Negele hat im Jahr 2010 sein Medienmanagement (B.A.) Studium abgeschlossen. Nach seinem Studium hat er zwei Jahre lang für junges Unternehmen namens Kupilka in Finnland als Sales & Marketing Manager gearbeitet. Während dieser Zeit war er für den Aufbau eines internationalen Vertriebs Netzwerkes zuständig. Danach machte sich Michael zum ersten Mal in Helsinki selbständig, bis er sich nach einem Jahr für den Umzug nach Stuttgart entschieden hat. Nun ist Michael in der Gründerphase eines Startups, das Kontakte für in- und ausländische Unternehmen vermittelt. Michael hat in Rwanda, USA, Finnland und Deutschland gelebt und spricht fließend Deutsch, Englisch und Französisch.