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Startup Garage?! Klingt zuerst einmal nach „tüfteln“, „schrauben“ und „machen“, vor allem aber nach „ausprobieren“. Und genau das soll es sein! Seit mittlerweile drei Jahren bieten Prof. Dr. Andreas Kuckertz und sein Team aus Mitarbeitern und Mentoren den Studierenden in Hohenheim ein Raum, um Gründen schmackhaft und erlebbar zu machen. Wie das Konzept im Genauen aussieht, wo man sich den Outcome einmal anschauen kann und welche Erfolgsbeispiele es gibt hat uns Andreas Kuckertz im Interview erzählt…

 

StaStu: Hallo Herr Kuckertz, vielen Dank für das Interview! Fangen wir direkt an: Was genau ist die Startup Garage Hohenheim? Was ist das Konzept dahinter?

Andreas Kuckertz: Mit der Startup Garage haben wir an der Uni Hohenheim ein praxis‐ und vor allem handlungsorientiertes Lehr‐ und Lernformat meines Lehrstuhls. Dabei ist die grundsätzliche Idee: Die Startup Garage Hohenheim macht Unternehmertum in einem geschützten Raum für besonders motivierte Studierende aller Fakultäten möglichst realistisch erlebbar.

Die Startup Garage Hohenheim – voll besucht bei den finalen Pitches 2017/2018
(Foto: Felix Pilz)

StaStu: 2015 wurde das erste Pilotprojekt durchgeführt. Wie kam es zu der Idee?

Andreas Kuckertz: Wir haben damals viel mit Gründerinnen und Gründern der Uni gesprochen – was wir jetzt natürlich auch noch tun. Und dabei wurde schnell deutlich, dass gerade ein praxisorientiertes Lehrformat fehlte, das bei der Weiterentwicklung von Ideen unterstützt. Wir haben uns im Lehrstuhlteam zusammengesetzt und überlegt, wie genau ein solches Format aussehen könnte. Und dann ganz schnell den ersten Piloten der Startup Garage Hohenheim ausgerollt. Mein Mitarbeiter Martin Allmendinger hat das damals stark nach vorne getrieben.

 

StaStu:Was hat es eigentlich mit dem Namen auf sich? Handelt es sich tatsächlich um eine Garage?

Andreas Kuckertz: Da muss man ehrlich sein: Erst einmal ist das natürlich nur ein Bild. Und für Hohenheim sollte es angesichts unserer Stärke in Agrar und Food wohl auch eher ein Gewächshaus sein – was eigentlich auch ganz gut zu Startups passen könnte. Aber die Garage wird ja gemeinhin mit Hackern, Tüftlern und Machern assoziiert und das wollen wir auch deutlich machen. Das Programm ist unsere Spielwiese für die Entwicklung unternehmerischer Ideen. Im Vergleich zum „Hörsaal“ impliziert die „Garage“ eine Fehler- und Experimentierkultur, die die Studierenden ermuntert, Dinge einfach mal zu machen. Wir nehmen diese Idee der Garage auf und verwandeln auch einen traditionellen Hörsaal schnell in ein Zentrum der Experimentierfreude und Kreativität.

„Einen Raum bieten um Gründen erlebbar zu machen“ – das ist das Ziel der Startup Garage Hohenheim (Foto: Felix Pilz)

StaStu: Auf der Homepage gibt es die Möglichkeit sich zu registrieren. Ist jeder eingeladen mit seiner Idee zur Startup Garage Hohenheim zu kommen? Gibt es Auswahlkriterien, welche man erfüllen muss?

Andreas Kuckertz: Das gilt für alle Hohenheimer Studierenden aller Fakultäten, ganz unabhängig davon, was sie genau studieren und wie weit sie fortgeschritten sind. Das ist gerade das Tolle. Wenn ein Team beispielsweise aus Doktoranden der Naturwissenschaften, Bachelorstudierenden der Kommunikationswissenschaften und Masterstudierenden der Agrar- und Wirtschaftswissenschaften besteht, dann werden auf einmal ganz ungewohnte Dinge möglich. Gerade an den Schnittstellen der Disziplinen entstehen spannende Lösungen für drängende gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Herausforderungen. Die einzige Voraussetzung, die die Studierenden zur Startup Garage Hohenheim mitbringen sollten, ist eine extrem hohe intrinsische Motivation – wer so ein Programm nur für Creditpoints durchlaufen würde, ist dort ganz sicher nicht richtig.

Finale der Startup Garage WS 2017/2018 (Foto: Felix Pilz)

StaStu: Gibt es eine Erfolgsstory der Startup Garage, die Sie uns erzählen können? Ein Startup, welches danach wirklich gegründet hat?

Andreas Kuckertz: Klar. Da gibt es inzwischen einige. Ich denke beispielsweise an Visioverdis, Oya und HRM Business Solutions. Aber wir wollen ja nicht nur Unternehmen ermöglichen, sondern noch ein Stück weit früher andocken und unternehmerische Charaktere unterstützen. Dann kann für mich eine Erfolgsgeschichte auch so aussehen wie die von Ann-Sophie Claus. Sie hat in der Startup Garage Hohenheim 2016 erstmals an einer Startup-Idee gearbeitet, diese schnell wieder verworfen und dann praktische Erfahrung in einem Startup gesammelt. Als nächstes hat sie zusammen mit Sinja Stadelmaier „The Female Company“ gestartet und damit 2017 das Startup Weekend Stuttgart sowie das Hubert Burda Bootcamp 2018 gewonnen. Und auch auf der NOAH-Konferenz in Berlin präsentiert. Darum geht’s. Wir wollen mit der Startup Garage Hohenheim Studierende zu unternehmerischen Persönlichkeiten ausbilden und sind erfolgreich, wenn uns das gelingt.

 

StaStu: Die derzeitige Runde ist beinahe abgeschlossen – am 10.07 sind die finalen Pitches. Kann man sich bereits wieder für eine neue Runde bewerben?

Andreas Kuckertz: Die finalen Pitches am 10. Juli sind öffentlich und finden ab 18 Uhr in der TMS der Universität Hohenheim statt – da freuen wir uns natürlich über Besucher. Und ja, Anmeldungen für die nächste Runde der Startup Garage Hohenheim im nächsten Wintersemester sind jetzt über die Homepage möglich.

 

StaStu: Es gibt in der Region bereits einige Spaces, Programme und Acceleratoren. Was macht die Startup Garage Hohenheim anders/ einzigartig?

Andreas Kuckertz: Hohenheim ist eine ganz besondere Universität und das prägt dann auch die Ideen, die dort entwickelt werden. Genauso wie Gründungsprojekte aus der Hochschule der Medien oder der Uni Stuttgart stark von ihren jeweiligen Hochschulen geprägt werden. Insofern hat das alles seine Berechtigung – mit der Startup Garage stehen wir nicht in Konkurrenz zu diesen Angeboten, sondern bieten unseren Studierenden einfach einen guten Weg ins lokale Ökosystem hinein. Besonders ist sicherlich auch unser Fokus auf Initiative. Mit Leif Brändle haben wir gerade einen der wenigen deutschen zertifizierten Personal Initiative Trainer – da wird am Ende nicht über Innovation geredet, sondern wirklich Innovation gemacht.

Prof. Dr. Andreas Kuckertz leitet das Fachgebiet Unternehmensgründungen und Unternehmertum (Entrepreneurship) an der Universität Hohenheim (Foto: Felix Pilz)

 

StaStu: Zum Abschluss: Was suchen Sie gerade? Neue Teilnehmer? Coaches? Ideen?

Andreas Kuckertz: Ich habe ja schon gesagt, die Startup Garage soll auch ein erster Schritt Richtung Stuttgarter Ökosystem sein und Studierenden den Weg über die Uni hinausweisen. Deshalb haben wir auch jede Menge Mentoren … von denen können wir gar nicht genug haben. Wir sind dankbar für jeden, der sich engagieren will und seine Erfahrungen einbringen mag. Wir kommen auch gerne aus der Uni heraus zu den unterschiedlichsten Startup-Veranstaltungen. Das könnten tolle Erfahrungen für Studierende sein.

 

Vielen Dank Andreas Kuckertz für den tollen Einblick in die Startup Garage Hohenheim.

Wer sich den Outcome einer solchen Phase gerne einmal persönlich anschauen möchte hat bald die Chance dazu: am Dienstag, den 10.07 17.00 – 20.00 Uhr werden die finalen Versionen der aktuellen Runde der Öffentlichkeit präsentiert. Keine Panik! Alle Fußball Fans kommen natürlich auch auf ihre Kosten – im Anschluss an die Veranstaltungen wird das Halbfinale der Fußball WM übertragen.

Mehr Infos findet ihr auf Startup Garage Hohenheim.

 

 

Beinahe 9 Jahre ist es nun her, dass Harald Amelung die Initiative ergriffen und Coworking 0711, den ersten Coworking Space in Stuttgart, eröffnet hat. Auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis können Gründer die Arbeitsplätze und Infrastruktur die Coworking 0711 bietet nutzen – und das Konzept ist gefragt: Seit Januar 2017 gibt es einen weiteren Standort in Stuttgart, einer  in Esslingen ist in Planung. wir haben uns mit Harald unterhalten, über seine Pläne, die Bedingungen und seine Motivation hinter allem.

 

StaStu: Hallo Harald, danke für deine Zeit und das Interview, kannst du uns zu Beginn erst einmal erzählen wer du bist und was du machst?

Harald: Ich bin Gründer von Coworking0711, dem ersten Coworking Space in Stuttgart. Als freier Web-Entwickler wollte ich nicht mehr alleine im Home-Office arbeiten und weil es in Stuttgart noch keinen Coworking Space gab, habe ich die Initiative zur Gründung ergriffen. Das ist nun fast 9 Jahre her. Im Jahr 2010 startete Coworking0711 offiziell. Inzwischen sind wir seit fast sechs Jahren in Stuttgart-West in der Gutenbergstraße. Hier gibt es 350qm Platz, es gibt Meeting-Räume, feste und flexible Schreibtische, Einzel- und Gruppentische sowie kleine Büros.
Seit Januar 2017 ist ein weiterer Standort in Herrenberg, ca. 30km südwestlich von Stuttgart hinzugekommen. Der nächste Standort wird zur Zeit zusammen mit der Firmengruppe Metzger + Co. in Esslingen geplant und soll demnächst eröffnen.

Harald Amelung Gründer von Coworking 0711

StaStu: Was ist die Idee hinter Coworking und was kostet es?

Harald: Im Coworking Space arbeiten Selbstständige, Freiberufler, Kreative, Wissensarbeiter und Unternehmensgründer unabhängig voneinander zusammen. Auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis werden Arbeitsplatz und die Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Das Konzept geht aber über die Vermietung von Arbeitsplätzen hinaus.
Beim Coworking geht es um zwischenmenschlichen Austausch, um Gemeinschaften, die Werte und auch Güter teilen, um Offenheit, Kollaboration, Gründer- und Startup-Kultur. Coworking Spaces stehen für neue Modelle und Erwartungen geschäftlicher und gesellschaftlicher Gemeinschaft. Die Einflüsse reichen weit über die Grenzen des Coworking Space hinaus und erreichen Stadtteile, verschiedenste Gesellschaftsschichten und Zielgruppen. Weltweit betrachten öffentliche Institutionen als auch Unternehmen Coworking als Inspirationsquelle für neue Modelle von Arbeit und Kollaboration.

Eine Mitgliedschaft bei Coworking0711 ist schon ab 30 EUR pro Monat möglich. Ein fester Arbeitsplatz für einen ganzen Monat kostet 270 EUR. Ohne Mitgliedschaft kann man für 19 EUR ein Tagesticket nutzen.

 

StaStu: Für wen ist es das Richtige oder wichtiger, gibt es Leute, denen du es nicht empfehlen würdest?

Harald: In unseren Spaces gibt es eine gute Mischung vieler verschiedener Berufe. Viele ITler sind dabei, aber auch Journalisten, Texter, Autoren, Übersetzer, Ingenieure, Trainer,  Grafikdesigner. Wir sind grundsätzlich offen für jeden, der sich hier wohlfühlt und hier seine richtige Arbeitsumgebung findet. Eine Einschränkung müssen wir höchstens bei Tätigkeiten machen, wo viel telefoniert werden muss oder wo besondere Anforderungen an Diskretion und Vertraulichkeit gestellt werden.

Coworking-Space Stuttgart

StaStu: Wie lange bleibt jemand in deinen Räumlichkeiten, ist das meistens eine „Übergangslösung“?

Harald: Manche Mitglieder bleiben nur für ein paar Monate. Andere sind seit Beginn an dabei. Bei uns ist immer Bewegung. Und das ist auch gut so. Neue Leute bringen neue Impulse. Für manche ist Coworking eine Übergangslösung, für andere ist es genau die Arbeitsumgebung nach der sie gesucht und die sie gefunden haben.

 

StaStu: Warum nach Stuttgart jetzt Herrenberg und Esslingen. Sind noch weitere Locations geplant?

Harald: Das hat sich zufällig ergeben. Eine Initiative aus der Stadt ist auf mich zugekommen und hat vorgeschlagen, in ihren Räumen einen Coworking Space zu eröffnen. Bei der Stadt stieß das auf offene Ohren und via einer Crowdfunding-Kampagne wurde bereits im Vorfeld der Eröffnung eine Anschubfinanzierung ermöglicht. Mich persönlich hat es gereizt auszuprobieren, ob Coworking auch in der Kleinstadt möglich ist. Und nach jetzt etwas mehr als einem Jahr kann ich ein positives Fazit ziehen. Es hat sich gut entwickelt und wir haben auch in Herrenberg eine
feine Community.

In Esslingen planen wir gemeinsam mit der Firmengruppe Metzger + Co. in deren altem Hauptsitz die Eröffnung eines Coworking Space, um die lokale Gründer und Startup-Szene, die doch etwas im Schatten der Landeshauptstadt steht, zu fördern und zu entwickeln.

Grundsätzlich halte ich Coworking Spaces aber auch für ein Instrument, was auch für Angestellte eine interessante Alternative zum Home Office und zum nervigen Berufs-Pendeln darstellt. Statt statt durch die halbe Stadt oder aus dem Umland in die Stadt hinein zu pendeln, kann man stattdessen in den nächsten Coworking Space gehen, der idealerweise nur ein paar Minuten mit dem Rad von der Wohnung entfernt liegt. Dort gibt es dann Möglichkeiten zur Vernetzung, kreativen und andersartigen Input, der die eigene Arbeit positiv beeinflussen kann. Daher bin ich durchaus offen für weitere Standorte hier in der Region Stuttgart.

StaStu: Gibt es einen Benefit für Startup Stuttgart Mitglieder? :)

Harald: Mitgliedern des Startup Stuttgart e.V. gewähren wir 10% Rabatt auf alle Tarife von Coworking0711.

 

StaStu: Du bist ja auch schon seit einigen Jahren im lokalen Startup Umfeld unterwegs. Nimmst du Veränderungen im letzten Jahr war?

Harald: Ja, ich bin ja Mitgründer der Initiative Startup Stuttgart und des Vereins. Wir sind damals angetreten, weil wir den Interessen und Wünschen der Startup Szene mehr Gehör verschaffen wollten. Und ich glaube das ist gelungen. Inzwischen wird die Stuttgarter Szene deutlich besser wahrgenommen und hat sich professionalisiert. Die Politik hat sich das Thema Startup- und Gründungsförderung auf die Fahnen geschrieben und auch die etablierte Wirtschaft sucht immer mehr den Austausch und die Zusammenarbeit mit jungen Unternehmen. Aber jetzt gibt es keinen Grund sich auszuruhen, sondern gemeinsam sollten alle daran weiterarbeiten, dass sich eine solide Gründerkultur hier in der Region entwickelt.

 

Vielen Dank Harald für den Einblick in Coworking 0711 !

Jeder der sich angesprochen fühlt – sei es weil er sich im Home Office ebenfalls einsam fühlt, oder man noch Räumlichkeiten für das Startup sucht – schaut doch mal bei Coworking 0711 vorbei :)

Und jährlich grüßt… die Mitgliederversammlung. Am 26.04 hat Startup Stuttgart alle Mitglieder eingeladen sich im Wirtschaftsministerium in Stuttgart zur diesjährigen Mitgliedervollversammlung einzufinden – und um die 30 Mitglieder sind diesem Ruf gefolgt.

Großen Dank an dieser Stelle an das Wirtschaftsministerium, speziell an Arndt Upfold, der ein ganz hervorragender Gastgeber war! Bei Snacks und Getränken jeder Art blieb keiner hungrig oder durstig! Für all diejenigen, die nicht dabei sein konnten haben wir die Highlights hier kurz zusammengefasst.

 

Was war letztes Jahr so los bei uns?

Zunächst einmal möchten wir zu Beginn gerne kurz anmerken, dass Startup Stuttgart ein ehrenamtlicher Verein ist. Jeder der sich im Verein engagiert macht es freiwillig, unentgeltlich und ganz wichtig – in seiner Freizeit. Wir haben viele Ideen, was wir gerne tun möchten, verbessern könnten und in welchen Bereichen wir uns mehr einbringen wollen, dass wir nicht alles davon realisieren können liegt leider an unserer begrenzten Zeit.  Nichtsdestotrotz haben wir im letzten Jahr – danke unseres erweiterten Teams – einiges umgetrieben: Eine Kooperation mit den Wirtschaftsjunioren, exklusive Kaminabende für Mitglieder, Unterstützung bei diversen Startup Weekends, ein neuer Beirat wurde gegründet, Startup Gipfel BaWü, VVS Firmentickets für Mitarbeiter von Firmenmitgliedern, Austausch und Hintergrundgespräche mit der Presse, der Stadt Stuttgart, dem Wirtschaftsministerium, der HdM, Uni Hohenheim und vielen anderen Stakeholdern wie Startup Autobahn, CODE_n, Activatr, Business Angels der Region Stuttgart, Wizemann, um einmal einiges davon zu nennen. Seit letztem Jahr bieten wir neben der normalen Mitgliedschaft auch Firmenmitgliedschaften und Vergünstigungen für Studenten an.

Startup Gipfel BaWü – Quelle: Wirtschaftsministerium

Titelbild Gründergrillen #61

Gründergrillen in der Schankstelle

 

Was haben wir uns in diesem Jahr vorgenommen?

Im Vorfeld zur Mitgliederversammlung haben wir einen kurzen Fragebogen an alle versendet, um ein Stimmungsbild unserer Mitglieder zu bekommen, was sind eure Erwartungen an den Verein? Was läuft eurer Meinung nach gut? Wo sollten wir stärker werden? Die erhaltenen Rückmeldungen haben uns geholfen den Fokus für das Laufende Jahr spezifischer auszurichten.

Ein wichtiger Punkt ist es sicherlich das Gründergrillen, als unser Signature-Event, weiter auszubauen und zu professionalisieren – wir sehen hier noch großes Potential. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Stuttgart und dem Wirtschaftsministerium intensivieren, Impulse setzen und die Metropolregion stärken. Viele Dinge passiert heute bereits im Hintergrund, viele Mitglieder Benefits die wir bieten sind heute wenig bekannt – das möchten wir transparenter gestalten und unsere Kommunikationskanäle intensiver nutzen um euch darüber zu informieren.  Aktuelles Beispiel ist hier die neue Kooperation mit der Messe Stuttgart – exklusiv für unsere Mitglieder gibt es spezielle Angebotspakete für Messen in Stuttgart. Mehr Informationen dazu findet ihr hier.

 

Wir danken allen ganz herzlich fürs kommen, für die Inputs und Ideen und hoffen viele von euch beim nächsten Gründergrillen zu sehen.

Falls der eine oder andere jetzt Lust bekommen hat sich ehrenamtlich bei Startup Stuttgart einzubringen – bitte gerne melden! Wir freuen uns :) Und neue Mitglieder sind natürlich auch willkommen!

Am 08.10 ist es soweit, CODE_n veranstaltet in Stuttgart erstmals das new.New Festival. Auch wenn der Termin noch eine Weile hin ist, laufen die Vorbereitungen des 3-tägigen Events bereits auf Hochtouren. In diesem Jahr steht alles im Zeichen der künstlichen Intelligenz – technologische Intelligenz für u.a. Mensch und Industrie. Wir haben uns mit Moritz Gräter, Geschäftsführer von CODE-N, unterhalten um mehr über die Veranstaltung zu erfahren und erste Insights für euch zu entlocken. War ihr erwarten könnt, was noch gesucht wird und warum dieses Event sich von anderen unterscheidet erfahrt ihr in unserem Interview.

 

StaStu: Dieses Jahr veranstaltet CODE_n vom 08.10 – 10.10 in Stuttgart das new.New Festival. Könnt ihr uns ein bisschen darüber erzählen, was das new.New Festival ist? Was habt ihr euch damit zum Ziel gesetzt?

Moritz: Das new.New Festival bringt all diejenigen zusammen, die sich maßgeblich für Technologie und Entrepreneurship begeistern. Mit dem Festival wollen wir die Chancen der digitalen Transformation nicht nur greifbar machen, sondern laden ein, die DNA digitaler Innovation zu erkunden.
Unser Ziel ist es, eine unkonventionelle Kommunikationsplattform zu bieten, auf der sich digitale Pioniere begegnen und so den nächsten gemeinsamen Schritt in der Gestaltung neuer, zukunftsweisender Geschäftsmodelle zu machen.

 

StaStu: Was hat es eigentlich mit dem Namen „new.New Festival“ auf sich?

Moritz: Der Name des Festivals ist angelehnt an das Buch „The new New“, in dem der CODE_n Initiator Ulrich Dietz der eigentlichen Entstehung von Innovation auf den Grund geht. Er sprach dafür mit vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten, die mit ihrem neuen Denken Maßstäbe gesetzt haben. Genau das ist unser Anspruch: Das neue Neue – und die nachhaltige Förderung von Innovation!

 

StaStu: 2016 fand das erste new.New Festival in Karlsruhe statt. Wie wird sich das Event in Stuttgart von dem in Karlsruhe unterscheiden?

Moritz: Das new.New Festival 2016 war für uns die Weiterentwicklung unseres Leuchtturmevents, das zuvor vier Jahre auf der CeBIT stattfand. CODE_n steht ja für „Code of the new“, was wir auch immer in unsere Formate einfließen lassen. Mit jeder neuen Auflage des Festivals greifen wir natürlich auf unsere Best Practices zurück, erfinden uns aber gleichermaßen immer ein Stückchen neu.
Unterstützt wird dieser Ansatz insbesondere auch durch das jährlich wechselnde Thema und die sich daraus ergebenen Einflüsse und Anforderungen, um tief hinter die Fassade von Buzzwords schauen zu können. 2018 steht alles im Zeichen der künstlichen Intelligenz – technologische Intelligenz für u.a. Mensch und Industrie.

 

StaStu: Werdet ihr das nächste Mal wieder nach Karlsruhe gehen oder nun dauerhaft in Stuttgart bleiben?

Moritz: Ebenso wie das Festivalkonzept bewerten wir die Standortfrage in jedem Jahr für uns neu. Für uns ist es wichtig zu betonen, dass wir uns nicht gegen eine Stadt oder Region entscheiden, sondern in dem jeweiligen Jahr FÜR einen bestimmten Veranstaltungsort. Der thematische Fit in diesem Jahr ist mit Stuttgart, als Landeshauptstadt, perfekt – ebenso wie Karlsruhe der perfekte Partner für das Festival 2016 war.

 

StaStu: Wen möchtet ihr damit gerne erreichen? Wer ist eure Zielgruppe?

Moritz: Grundsätzlich adressieren wir alle Technologie begeisterten Menschen, die zudem die Mentalität von Entrepreneuren in sich tragen. Die digitale Transformation macht nicht bei bestimmten Positionen halt. Deshalb gehören zu unserer Zielgruppe Innovationstreiber etablierter Unternehmen, ambitionierte Startups, Medien und Investoren – ebenso wie auch Studenten, potenzielle Gründer oder Mitarbeiter von morgen.

Unsere Übersichtsgrafik gibt noch etwas mehr Einblick, welche Bereiche aus der Wirtschaft, Wissenschaft oder auch innerhalb eines Unternehmens von einer Teilnahme am Festival profitieren kann.

Zielgruppe des new.New Festivals 2018

StaStu: Könnt ihr uns bereits ein Highlight der Veranstaltung verraten?

Moritz: Spätestens den 9. Oktober 2018 sollte sich jeder fest im Kalender eintragen. Wie in jedem Jahr küren wir während der Award Show den Gewinner des diesjährigen CODE_n CONTEST. Alle Teilnehmer geballt an einem Ort – optimale Bedingungen, um zu netzwerken und zu feiern. Weitere Highlights werden wir nach und nach veröffentlichen. Unser Team arbeitet fleißig an einem spannenden Programm und einigen Überraschungen. Schaut regelmäßig auf unserer Website  vorbei, meldet euch für den Newsletter an oder folgt uns.

 

StaStu: 2016 fand das new.New Festival in Karlsruhe statt – unter anderem mit 52 ausgewählten Startups. Wird das in 2018 wieder der Fall sein? Falls ja – Nach welchen Kriterien wählt ihr eure Startups aus? Wie kann man sich bewerben? 

Moritz: In diesem Jahr suchen wir international die 50 bahnbrechendsten Geschäftsmodelle in folgenden Themenbereichen:
– Machine Intelligence: z.B. Deep Learning, Machine Learning, NLP, Neuronale Netze, Robotics…
– Beyond Reality: neue Geschäftsmodelle in den Bereichen Augmented, Virtual und Mixed Reality sowie Digital Twin
– Cryptographic Trust: all die Startups, die eben dieses Vertrauen ermöglichen: z.B. Blockchain/ Distributed Ledger, Cyber Security u.v.m.

Bewerbungsschluss ist der 13. Mai 2018. Nur noch einen Monat!
Ausführliche Informationen zum CONTEST und der Registrierungsmöglichkeit könnt ihr ebenfalls auf unserer Homepage finden.

 

StaStu: Teil der Veranstaltung wird die der CODE_n CONTEST sein – was ist das? Wer kann mitmachen? Und was kann man gewinnen?

Moritz: Mit dem CODE_n CONTEST suchen wir zum jeweiligen Festival-Thema weltweit nach den spannendsten Geschäftsmodellen im Bereich zukunftsgestaltender Technologien.
Als Gewinn winkt nicht nur die Aussicht auf einen der begehrten CODE_n Awards, sondern auch die prominente Einbindung über die 3 Tage des Festivals. Neben dem kostenfreien Stand binden wir unsere Finalisten auch in das weitreichende Programm ein. Aber auch nach dem Festival ist nicht Schluss. Einmal Finalist bedeutet, für immer Alumnus. Auch nach dem Festival stehen wir unserer „CODE_n Family“ zur Seite und schaffen Raum für weitere gemeinsame Aktivitäten oder Kommunikation.

Teilnahmebedingung ist die Technologiebasis des Geschäftsmodells sowie das Alter des Unternehmens: Die Gründung muss in oder nach 2013 erfolgt sein.

CODE_n CONTEST sucht weltweit nach den spannendsten Geschäftsmodellen im Bereich zukunftsgestaltender Technologien

StaStu: Zur Zeit gibt es viele Veranstaltungen in der Startup Szene, was unterscheidet euer Event von anderen? 

Moritz: Der entscheidende Unterschied ist, dass das new.New Festival kein Startup-Event ist. Unser Event ist, wie unsere Zielgruppe zeigt, eine Veranstaltung für digitale Pioniere, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Entstehung neuer, nachhaltiger Geschäftsmodelle zu fördern und zu beschleunigen. Dazu gehören junge Unternehmen ebenso wie auch etablierte Unternehmen, Mittelstand wie Global Brand, Wissenschaft wie Politik und viele Inspirationsgeber, Wegbereiter und Querdenker. Ein Innovationsevent zum Mitmachen also.

 

StaStu: Wann würdet ihr die Veranstaltung als Erfolg verzeichnen?

Moritz: Eines der Feedbacks in 2016 lautete, dass wir die richtigen Themen und Speaker auf die Bühnen gebracht haben. Die Qualität von Inhalt und Austauschformaten war so hochwertig, dass genau die richtigen Teilnehmer vor Ort waren, mit denen man sich in Ruhe und Tiefe vernetzen konnte.

Ein anderes Feedback haben wir in der Besetzung der “Stände“ erhalten: Auf welcher anderen Veranstaltung dieser Größenordnung trifft man die Bereichs- oder Geschäftsleitung direkt  und eben nicht nur Hostessen?
Das ist für uns ein wahnsinnig großes Kompliment und zeigt, dass die Bemühungen in die richtige Richtung gehen. Eben das ist eines unser Ziele. Die richtigen Menschen zusammenbringen und so Neues entstehen zu lassen.
Noch immer erreichen uns Nachrichten – 1,5 Jahre nach der letzten Veranstaltung – welche neuen Kooperationen oder Investitionen sich zwischen den Startup-Finalisten und Corporate-Partnern  oder Besuchern ergeben. Das soll so bleiben und wir tun unser Bestes, noch besser zu werden.

 

StaStu: Sucht ihr noch etwas aus der Szene? Startups, Unterstützer, Redner?

Moritz: Wir freuen uns immer über motivierte Mitstreiter und die Erweiterung unserer Community.
Liebe Stuttgarter, ihr seid herzlich eingeladen, euch als Startup, Volunteer oder Speaker zu bewerben, als Multiplikator zu fungieren oder euch tatkräftig als Partner einzubringen. Das Ökosystem Stuttgart ist toll vernetzt – lasst uns das gemeinsam präsentieren.

 

Vielen Dank Moritz für deine Zeit und deine Antworten  – wir drücken euch für Oktober die Daumen!

Für alle anderen gilt: tragt euch den Termin in die Kalender ein :)

Als Geschäftsführer von CODE_n steht Moritz Gräter mit seinem Team als Beschleuniger für wegweisende Geschäftsmodelle. CODE_n ist ein branchenübergreifender Innovations-Hub für digitale Pioniere, Vordenker und Innovatoren, dessen Ziel es ist, die Entstehung neuer Business Cases nachhaltig zu fördern. Startups und etablierten Unternehmen werden auf verschiedensten Wegen in den Dialog gebracht und regen so in diesem Kraftfeld Innovationen an. CODE_n steht für „Code of the New“, die DNA der Innovation. Das Ziel: Mit neuem Denken und mutigen Ideen gemeinsam den digitalen Fortschritt voranzutreiben.

Moritz Gräter – Geschäftsführer von CODE_n

Stell dir vor du hast drei Minuten Zeit – also ziemlich genau die Dauer einer Aufzugsfahrt – um dein Startup / deine Idee vor einer Jury und Publikum vorzustellen und das ohne digitale Präsentationsmedien. Das ist die Idee beim Startup BW Elevator Pitch, der sich zum Ziel gesetzt hat Gründern eine Bühne für ihre Ideen zu bieten und das regionale Ökosystem weiter auszubauen. Wir wollten mehr wissen – über die Veranstaltung, den Ablauf, die Motivation dahinter und haben uns darüber mit der Wirtschaftsministerin Frau Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut unterhalten.

 

StaStu: Hallo Frau Ministerin Hoffmeister-Kraut, können Sie uns sagen, wie ein Elevator Pitch abläuft?

Wirtschaftsministerin: Bei 15 Vorentscheiden bieten wir in ganz Baden-Württemberg Gründerinnen, Gründern und Start-ups die Gelegenheit, sich mit ihren Produkten und ihren Dienstleistungen zu präsentieren. Dabei stehen immer zehn Teams auf der Bühne und jede Präsentation dauert exakt drei Minuten. Direkt im Anschluss an die Pitches der Teams stellt die Jury Fragen. Sie entscheidet auch über die Preisträger. Das Publikum wird auch nach seiner Meinung gefragt und wählt den Publikumsliebling. Die Gewinnerinnen und Gewinner der Elevator-Pitch-Vorentscheide treten dann im Landesfinale gegeneinander an. Das Finale findet am 21. Juni in der L-Bank in Stuttgart statt. Dort wird dann also das beste Gründungsteam des Jahres ausgezeichnet.

 

StaStu: Was war die Motivation den Elevator Pitch BW ins Leben zu rufen? Was ist die Zielsetzung?

Wirtschaftsministerin: Wir wollen den Gründergeist im Land weiter beleben. Das war und ist uns sehr wichtig, vor allem vor dem Hintergrund, dass immer weniger Menschen eine eigene Firma gründen. Mit dem Wettbewerb verfolgen wir mehrere Ziele: Wir wollen Gründerinnen und Gründern eine Bühne für ihre Ideen bieten. Die Geschäftsmodelle werden durch die Jury bewertet und „pitchen“ ist eine super Übung, seine Ideen zu präsentieren. Außerdem kann man bei unseren Elevator Pitches andere Gründerinnen, Gründer und Gründungsinteressierte kennen lernen und Kontakte im regionalen Start-up-Ökosystem knüpfen. Wir wollen außerdem die baden-württembergische Bevölkerung für Existenzgründung und Unternehmertum sensibilisieren. Tolle Ideen gibt es auch hier um die Ecke – nicht nur im Fernsehprogramm.

Landesfinale des Elevator Pitch 2016/2017 – Platz 2: Idana

StaStu: Was sind die Bedingungen um mitzumachen? Kann jedes Startup / jede Idee Pitchen?

Wirtschaftsministerin: Mitmachen dürfen volljährige Gründungswillige, die an einer Idee oder einem Projekt arbeiten und Teams in der Vorgründungsphase. Die Teilnahme am Wettbewerb ist bis maximal drei Jahre nach Start der Geschäftstätigkeit möglich. Außerdem muss der Standort des Unternehmens in Baden-Württemberg liegen oder die Gründung muss im Land angestrebt werden. Wer einmal auf der Bühne eine Idee präsentiert hat, darf mit dieser Idee nicht noch einmal teilnehmen. Im nächsten Jahr darf sich dieselbe Person gerne wieder mit einer neuen Idee bewerben. Thematisch ist der Elevator Pitch ganz offen. Nur unsere beiden Special Cups haben einen Fokus: Beim DEHOGA Cup geht es um Konzepte aus den Bereichen Gastronomie und Hotellerie und deren Zulieferindustrien. Der SOCIAL IMPACT Cup fokussiert auf Social Entrepreneurship.

 

StaStu: Was ist die Motivation für ein Startup bei einem Pitch mitzumachen?

WirtschaftsministerinDie Teams nehmen aus ganz unterschiedlicher Motivation am Wettbewerb teil. Teams in der frühen Phase wollen ihre Idee vor der Jury und dem Publikum testen und auf Basis der Fragen und des Feedbacks weiterentwickeln. Gründerinnen und Gründer, die schon mit ihren Produkten und Dienstleistungen am Markt sind, suchen nach Kunden, Kooperationspartnern, weiteren Teammitgliedern oder Investoren. Außerdem gibt es auch Preisgelder zu gewinnen, die die L-Bank sponsert. Auch die sind ein Anreiz beim Start-up BW Elevator Pitch an den Start zu gehen.

 

StaStu: Wo kann man sich die nächste Veranstaltung ansehen?

WirtschaftsministerinFünf regionale Vorentscheide liegen noch vor uns. Der nächste findet am 27. April beim Kongress „Stuttgart gründet“ statt. Der Wettbewerb macht aber auch noch Station in Pforzheim, Weingarten, Heilbronn und Karlsruhe. Ein Highlight wird das Landesfinale am 21. Juni in Stuttgart, wo alle Siegerteams der Vorentscheide gegeneinander antreten. Alle Termine stehen auf www.startupbw.de. Die Teams freuen sich auf zahlreiche Zuschauer und Unterstützer!

Wirtschaftsministerin Frau Hoffmeister-Kraut bei der Eröffnung des Elevator Pitch

StaStu: Von den Startups, die in den letzten Runden weit gekommen sind/ gewonnen haben – gibt es hier eine Erfolgsstory, die Sie uns erzählen können?

WirtschaftsministerinAus den letzten Elevator-Pitch-Runden können wir viele kleine und große Erfolgsgeschichten erzählen. Manche Teams haben durch den Pitch neue Mitarbeiter, Partner und hilfreiche Kontakte gewonnen. Andere haben darüber Kontakte zu Investoren geknüpft. Viele Teams haben nach der Teilnahme beim Wettbewerb ihre Ideen und Geschäftsmodelle mit Leidenschaft, Mut und Fleiß weiterentwickelt und dabei das Jury-Feedback einfließen lassen. Es wurden auch erfolgreich Crowdfunding-Kampagnen abgeschlossen, da denke ich an Idana Tomes GmbH oder Fridi unverpackt. Und es wurden weitere Preise bei anderen Gründerwettbewerben abgeräumt, zum Beispiel von Baupilot GmbH beim CyberOne 2017 oder VRehaGO beim Life´s a pitch-Award von Samsung.

 

StaStu: Gibt es nach den Pitches/ Veranstaltungen noch Support für die einzelnen Startups oder begrenzt sich die Unterstützung darauf eine Bühne zu bieten um die Bekanntschaft zu steigern?

WirtschaftsministerinDie Teams beim Elevator Pitch können nach der Veranstaltung auf mehreren Ebenen von der Teilnahme profitieren. Gespräche, die im Umfeld des Wettbewerbs geführt werden, bringen neue Kontakte und eine bessere Vernetzung. Über die Veranstaltungen und die vorgestellten Ideen wird regelmäßig in den lokalen Medien berichtet. Die Fotos und Videos, die unser Event-Team erstellt, dürfen die Teilnehmenden kostenlos für ihre eigenen Vermarktungs- und Kommunikationsaktivitäten nutzen. Einige Wochen nach den Veranstaltungen bekommen alle Teilnehmenden das zusammengefasste Jury-Feedback zur Verfügung gestellt. Das kann bei der weiteren Entwicklung der Idee unterstützen und eine wichtige Hilfestellung sein. Bei Bedarf vermitteln wir auch Kontakt zu den sechs Institutionen bzw. Netzwerken, die vom Land und ESF gefördert werden, um eine kostengünstige Gründungsberatung durch eine Expertin oder einen Experten anzubieten. Da nutze ich direkt die Gelegenheit und weise auf unsere Beratungsgutscheine für Gründungsinteressierte hin.

 

Vielen Dank Frau Ministerin Hoffmeister-Kraut für das Interview und Ihre Zeit.

Wer am 27.04 noch nichts vor hat ist mehr als willkommen, sich den Elevator Pitch beim Kongress „Stuttgart gründet“ einmal selbst anzusehen.

Die Neuerungen der DS-GVO zum 25.05.2018 bereiten derzeit vielen Unternhemen nicht nur Kopfzerbrechen, sondern bringt auch einige Hausaufgaben mit sich. Hohe Bußgeldandrohungen und die Sorge vor einer neuen Abmahnwelle tun ihr Übriges. Wer personenbezogene Daten verarbeitet, ist daher gut beraten, sich mit den neuen Anforderungen der DS-GVO auseinanderzusetzen – natürlich auch Startups.

Da das Thema uns alle betrifft, wollen wir euch als Startup Stuttgart e.V. vor Ablauf der Deadline noch ein paar wichtige best practice Ansätze mitgeben. Wir freuen uns, dass wir hierzu Felix Buchmann gewinnen konnten. Felix ist Mitgründer des Startup Stuttgart e.V. und schon seit vielen Jahren ein treuer Begleiter der Startup-Szene im Neckar Valley. Er ist Fachanwalt für IT-Recht und zertifizierter Datenschutzbeauftragter. Das Datenschutzrecht und die Herausforderungen der DS-GVO kennt er aus erster Hand. Michaela Schächner hat sich Mit Felix getroffen und sich zum Thema DS-GVO aufschlauen lassen.

 

StaStu: Hallo Felix, was sind die wichtigsten Neuerungen, die die DS-GVO bringt.

Felix: Die DS-GVO regelt das Datenschutzrecht neu. Natürlich hört man viel von hohen Bußgeldern. Aber den Behörden geht es vor allem darum, das Bewusstsein für den Datenschutz zu schärfen. Dafür muss jedes Unternehmen die eigenen Prozesse überdenken – und handeln. Ohne eine neue Datenschutzerklärung, die Dokumentation der Verarbeitungsvorgänge im Unternehmen und neue Auftragsverarbeitungsverträge geht es nicht. Und wer mit größeren Unternehmen zusammenarbeitet, muss Datenschutzstandards einhalten, sonst wird das nichts mit einer weiteren Zusammenarbeit.

Unser Interview Partner: Felix Buchmann. Quelle: Michael M. Roth, MicialMedia

StaStu: Was kann das für ein Startup für Auswirkungen haben?

Felix: Nur wer sich um das Thema kümmert, wird künftig mit dem neuen Recht keine Schwierigkeiten haben. Und nicht nur Bußgelder und Abmahnungen drohen, es stehen auch die Geschäftsverbindungen auf dem Spiel; ein verlässlicher Partner kümmert sich um Compliance-Themen. Gerade für Startups im Bereich Digitalisierung sind die Auswirkungen also erheblich.

 

StaStu: Welche wichtigen Termine sollte ich im Hinterkopf haben? Gibt es eine harte Deadline?

Felix: Deadline ist der 25.5.2018. Aber man muss realistischer Weise sagen: Wer jetzt erst anfängt, sich um das Thema Datenschutz zu kümmern, muss sich beeilen. Bei größeren Unternehmen wird die Umsetzung des neuen Rechts kaum mehr möglich sein. Eine Übergangsfrist gibt es übrigens nicht.

 

StaStu: Nicht jeder ist Jurist oder tief in der Thematik drin – wie kann ich schnell feststellen, ob ich oder mein Startup betroffen sind?

Felix: Wer Kunden hat und/oder Mitarbeiter und/oder eine Website oder wer für andere Daten verarbeitet, ist betroffen. Also praktisch jedes Startup.

 

StaStu: Gibt es Anlaufstellen, wo ich mir (ggf. auch mit geringen / keinen Kosten) zu diesem Thema Unterstützung holen kann?

Felix: Angesichts der drohenden Bußgelder und Abmahnungen und auch der hohen medialen Aufmerksamkeit und der Bedeutung des Themas würde ich mir etwas Zeit nehmen und auch ein Budget dafür einplanen. Schnell und billig kann (wie immer) ein teurer Bumerang werden. Startups erhalten bei uns immer Sonderkonditionen, andere bieten das hier in Stuttgart auch an, soweit ich weiß. Wir haben hier eine tolle Community, auch dank Startup Stuttgart!

 

StaStu: Am 24.04.2018 findet ein exklusiver Kaminabend mit dir und Mitgliedern von Startup Stuttgart statt. An dem Abend stehst Du den Gästen zu diesem Thema in lockerer Atmosphäre, persönlich zur Verfügung. Kannst du uns eine kleine Preview geben, was das Ziel der Veranstaltung sein wird?

Felix: Mein Ziel ist es, über die wesentlichen Neuerungen einen Überblick zu geben. Die Teilnehmer sollen nach meinem Vortrag einen Plan haben, was sie konkret als nächste Schritte unternehmen müssen. In der anschließenden Fragerunde, werden wir mit den anwesenden Gästen noch das eine oder andere Detail aus deren Startup diskutieren können.

 

StaStu: Felix, herzlichen Dank für das Interview. Wir freuen uns auf den Kaminabend und sind uns sicher, dass wir den Gästen bei der Gelegenheit statt Angst einen Aktionsplan mit auf den Weg geben werden.

Wollt Ihr auch beim exklusiven Kaminabend mit Felix dabei sein? Wer schon Mitglied beim Startup Stuttgart ist, erhält in den nächsten Tagen eine persönliche Einladung. Wer noch Mitglied werden möchte, kann dies kurzfristig über folgenden Link nachholen: http://startup-stuttgart.de/mission/

 

Wer mehr zu Felix wissen möchte, kann sich über folgende Links informieren:

www.rechtsberatung-fuer-startups.de

www.datenschutz-stuttgart.com

www.sgt-lex.com/persoenlichkeiten/prof-dr-felix-buchmann

 

Seit den ersten Gründergrillen im Jahr 2011 gehört die Veranstaltung fest zur Gründerszene in Stuttgart. Bereits zum 63. Mal findet am 27. April das Gründergrillen statt. Das Ziel ist dabei immer das Gleiche geblieben: Gründer, Gründungsinteressierten, Sponsoren und Player der Region miteinander zusammen zu bringen. Neue Themen vorzustellen und eine Plattform zum Netzwerken und Austausch zu bieten. Heute findet das Event einmal im Monat in der Schankstelle in Stuttgart statt und wird von Startup Stuttgart e. V. organisiert, genauer gesagt von unseren drei Mitgliedern Isabel, Michaela und Rolf – die sich im Hintergrund ehrenamtlich um alles kümmern. Für uns haben Michaela und Isabel das Gründergrillen einmal kurz beleuchtet.

 

StaStu: Hallo Zusammen, stellt euch doch bitte mal kurz vor – wer seid ihr und was macht ihr, wenn ihr nicht gerade bei Startup Stuttgart aktiv seid?

Michaela: Hallo mein Name ist Michaela Schächner, ich bin Inhaberin von Solid Growth und begleite Gründer und Jungunternehmer auf Ihrem Weg in die Selbständigkeit. Ich unterstütze diese dabei, ihr Geschäftsmodell zu erstellen, entsprechende Milestones abzuleiten und vor allem diese auch in die Tat umzusetzen.

Isabel: Ich bin Isabel Gienger. Wenn ich nicht beim Gründergrillen bin oder andere spannende Dinge mit Startup Stuttgart erlebe, arbeite ich bei einem der großen Konzerne hier in Stuttgart im Bereich Mobilität. Ein tolles Feld zwischen Startup und Corporate!

 

Das Gründergrillen – findet mittlerweile zum 63. Mal statt und gehört fest zu den etablierten Veranstaltungen der Szene

StaStu: Erklärt doch mal kurz wie das Gründergrillen abläuft?

Isabel: Es ist ein großes „come together“ der Stuttgarter Gründerszene in der Schankstelle, bei dem Gründungsinteressierte auf Gründer, Sponsoren, Corporates und auf Menschen mit Ideen und umgekehrt treffen. Es geht um Networking, gegenseitigen Austausch, Vorstellen und Diskutieren der eigenen Ideen – und das Ganze bei lecker Gegrilltem aus der Schankstelle oder vom Sponsor und natürlich tollen Getränke! Also, Drinks & Chats. Pitches gibt es immer nach der offiziellen Eröffnung und ein paar Worten des Sponsors. Pitchen kann jeder, der Lust hat seine Idee zu präsentieren – gerne auch spontan! Jeder hat 60 Sekunden Zeit sich und seine Idee zu präsentieren!

Michaela: Ein weiteres Highlight ist das Format „Gründergrillen unterwegs“. An diesen Abenden werden wir vom Sponsor in deren Location eingeladen. Das sorgt für Abwechslung und bietet gleichzeitig die Chance, das Umfeld des Sponsors live kennenzulernen. So waren wir z. B. bei der Börse Stuttgart oder schon zweimal bei CODE_n.

Titelbild Gründergrillen #61

Bei den Pitches hat jeder die Möglichkeit sich vorzustellen

StaStu: Was ist das Ziel? Warum organisiert der Verein Startup Stuttgart das Gründergrillen?

Michaela: Das Gründergrillen ist unser Signature Event, welches wir als Verein einmal im Monat, für die Stuttgarter Startup Welt organisieren. Unser Ziel ist es, den Gründungswilligen, Startup Interessierten und Freunden der Szene ein zu Hause zu bieten. Wer regelmäßig kommt, stellt fest, dass wir treue Besucher haben, die man immer wieder antrifft und auf diesem Wege auch Kontakte vertiefen kann. Durch die entspannte Atmosphäre fällt das Netzwerken leichter und jeder weiß, dass er willkommen ist, sich bei dieser Gelegenheit zu präsentieren und jeden der da ist anzusprechen.

Isabel: Genau. Das Ziel ist und war schon immer die Vernetzung der Gründerszene –  Mutmachen für alle, die eine Idee haben – Menschen ungezwungen zusammenzubringen und noch vieles mehr!

StaStu: Ihr habt vorher die Pitches erwähnt – Wer kann denn grundsätzlich mitmachen?

Michaela: Alle die Lust haben sind herzlich Willkommen!! Jeder darf sich an dem Abend auf die Art einbringen, wie es ihm gut tut. Besonders freuen wir uns natürlich über Gäste, die Ihre Idee in Form eines Pitches präsentieren.

StaStu: Irgendwelche Bedingungen oder Regeln an die ich mich halten muss?

Isabel: Wenn du pitchen möchtest, melde dich kurz bei einem vom Startup Suttgart Team. Wir erklären dir nochmal alles in Ruhe. Grundsätzlich hast du 60 Sekunden Zeit um dich und dein Startup/ Idee auf der Bühne vorzustellen: Wer bist du? Warum brennst du für dein Thema? Welche Anknüpfungspunkte siehst du und was suchst du aktuell noch, um deine Idee weiter voranzutreiben!

 

StaStu: Gibt es ein paar Dinge die ihr gerne am Konzept verändern würdet?

Michaela: Das Grundkonzept ist schon gut und im Flow, natürlich gibt es immer ein paar Optimierungspunkte – dies wollen wir Stück für Stück auch einbringen. Wer Ideen oder Wünsche hat, darf sich aber auch jederzeit bei uns melden, schließlich machen wir das Event für die Teilnehmer und nicht für uns.

Isabel:  Eine aktuelle Idee ist es, transparenter herauszustellen, wer am Gründergrillen vertreten ist, sprich welcher „Fraktion“ man angehört –  Sponsoren & Förderer, Interessierte & Netzwerker oder Startups.

Isabel & Thomas beim Gründergrillen Startup-Gipfel BaWü auf der Landesmesse Stuttgart

StaStu: Was findet ihr persönlich gut am Gründergrillen? Was hat euch motiviert dabei zu unterstützen?

Michaela: Es ist leger, keiner Muss, jeder Darf. Ich glaube das Gründergrillen ist deshalb ein großer Erfolg, weil alle wissen, dass es eine extrem entspannte Veranstaltung ist und man als treuer Besucher neue aber auch bekannte Gesichter antrifft. Das Gründergrillen ist ein Einstieg in die Szene und ich bin mir sicher, dass durch die Art von Netzwerken in den letzten Jahren viele wertvolle und nachhaltige Kontakte geknüpft worden sind.

Isabel: Es ist einfach immer eine super Stimmung, tolle Menschen, viele ganz unterschiedliche Ideen von VR zu Lebensmittel zu Robotik zu Ecommerce, alles dabei! Man kommt ganz einfach mit vielen Leuten in Kontakt – das ist es, was mir besonders Spaß macht.

 

StaStu: Würdet ihr sagen, das Gründergrillen ist eine erfolgreiche Veranstaltung?

Michaela: Unbedingt! Das Gründergrillen ist in der Szene bekannt und geschätzt. Das sieht man nicht nur an der steigenden Zahl der Besucher sondern auch an unseren qualitativ hochwertigen Sponsoren. Schon jetzt sind alle Termine in 2018 ausgebucht.

 

StaStu: Zu guter Letzt die Standardfrage: was sucht ihr gerade?

Isabel: Wir suchen natürlich immer neue Gesichter, Gründer, Interessierte, usw. und freuen uns auf Altbekannte! Wer sich engagieren will und uns unterstützen will, soll sich gerne melden – da freuen wir uns!

 

Lust bekommen euch das Gründergrillen einmal anzuschauen, zu pitchen oder bei einem Feierabend Bier in die Szene zu schnuppern? Das nächste Event findet am 27.04 in der Schankstelle statt – kommt vorbei, wir freuen uns!

 

 

Am 26.02 war es soweit – STARTUP AUTOBAHN hat in der Arena 2036 in Stuttgart zum #3 Expo-Day geladen und 850 Teilnehmer, bestehenden aus  Corporates, Mentoren, Startups oder Investoren, sind dieser Einladung gefolgt!  Der Expo Day stellt den offiziellen Abschluss des 100-tägigen Programms von STARTUP AUTOBAHN dar, in welchem zuvor ausgewählte Startups sich und ihre Projekte in einer kurzen Pitch-Runde vorstellen.

Ihr fragt euch was genau STARTUP AUTOBAHN eigentlich ist?

Eine neutrale Innovationsplattform mit Sitz in Stuttgart, die Startups aus dem Mobilitätsbereich Zugang zu Silicon Valleys Tech-Know-how und bester deutscher Hardware-Kompetenz ermöglicht. Hierbei stellt STARTUP AUTOBAHN den Startups alles zur Verfügung, was sie benötigen um ihre Vision schnell zu verwirklichen: Räumlichkeiten, Hard- & Software, Ressourcen und vor allem ein wertvolles Netzwerk an Kooperationen, Investoren und Mentoren.

Der erfolgreiche Abschluss des #3 Programms zeigt, das Konzept kommt an. 33 Startups aus der ganzen Welt konnten in den letzten 100 Tagen über 60 Pilot Projekte mit den Corporates entwickeln und die #4 Runde steht bereits in den Startlöchern.

Viele große und namhafte Corporates befinden sich heute als Partner im Netzwerk. Seit Beginn dabei und auch Gründungspartner von STARTUP AUTOBAHN war die Daimler AG. Wir haben uns mit Raymond Chow und Philipp Gneiting, beide von Daimler, unterhalten, um STARTUP AUTOBAHN etwas greifbarer zu machen.


 

StaStu: Hallo Raymond, Hallo Philipp, vielen Dank für eure Zeit! Könnt ihr uns zunächst etwas mehr über das Programm erzählen?

Philipp: In jedem Jahr bieten wir zwei Programme an, jedes mit einer Laufzeit von 100 Tagen. Bewerben kann sich jedes Startup, das bereits eine Legal Entity hat, mit Automotive- oder Mobilitätsbezug über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg, um es möglichst interessant zu gestalten für alle Teilnehmer und auch Partner.

 

StaStu: Wie läuft eine Auswahlrunde ab?

Philipp: Wer Interesse hat kann sich bei uns ganz einfach über die Homepage oder Social Media Kanäle bewerben. Darüber hinaus haben wir auch ein Team von ca. 5 Scouts, die sich interessante Bereiche und Suchfelder der Industriepartner und Corporates anschauen und aktiv Startups suchen. Man tritt dann mit diesen Startups in Kontakt, informiert sie über das Programm und schaut ob es Sinn macht sie zu einer Veranstaltung einzuladen.

Anders als viele andere Programme beschränken wir uns nicht nur auf einen einzigen Selection Day. Wir halten monatlich einen Selection Day („Deep Dive“) ab, welcher sich je auf ein Suchfeld fokussiert. Im November hatten wir beispielsweise einen Tag, an dem wir uns 20 Startups angeschaut haben die sich mit dem Thema Performance Driving beschäftigen. Gleichzeitig haben wir zu diesem Event auch alle relevanten Partner und Experten eingeladen um eine optimale Vernetzung zu ermöglichen – wie eine Art Speed Dating.

Am 26.02.2018 fand der #3 Expo Day in der Arena 2036 statt

StaStu: Was ist der Benefit für ein Startup bei eurem Programm mitzumachen?

Philipp: Über das Programm vermitteln wir den Startups direkt die richtigen Kontakte in die Fachbereiche der jeweiligen Corporates und Industriepartner und bringen die relevanten Player an einen Tisch. Unserer Erfahrung nach ist das nämlich die größte Hürde die ein Startup überwinden muss: Wer in einem großen Corporate mit 250.000 Mitarbeitern ist der richtige Ansprechpartner? An einem Selection Day haben die Startups die Möglichkeit nicht nur ein Corporate sondern direkt viele Corporates auf einmal zu treffen, das ist natürlich eine einmalige Chance.

Wir sind kein klassischer VC Accelerator, der kleine Startups sucht und diese möglichst wertsteigernd entwickelt. Wir suchen als eine Art „Post Accelerator“ Startups, von denen wir glauben, dass sie mit ihren Produkten oder Prozessen ein guter Partner sein können. Der Grund, weshalb wir am Ende eines Programms eine so große Zahl an Pilot-Projekten vorweisen können, ist schlicht, dass wir viel Energie und Zeit in das Match-Making stecken. Und die Tatsache, dass mittlerweile Startups aus Korea oder Australien kommen zeigt uns, wir sind auf dem richtigen Weg.

 

StaStu: Warum habt ihr euch dazu entschieden STARTUP AUTOBAHN in Stuttgart anzusiedeln?

Raymond: Auch hier geht vieles über das Match-Making. Die Region Stuttgart ist für viele große Automobilhersteller und Zulieferer der Hauptsitz. Wie bereits erwähnt ist unser Ziel die relevanten Experten und Fachbereiche an einen Tisch zu bringen. Das würde uns nicht gelingen, wenn wir das ganze beispielsweise in Berlin, dem Silicon Valley oder Tel Aviv abhalten würden. Denn unsere Corporates sitzen hier und können und würden nicht alle relevanten Experten durch die ganze Welt schicken, um ein Startup zu treffen. Also haben wir es umgedreht  und bringen die Startups zu den Experten, das war unsere Grundidee und ist auch der Erfolgsfaktor.

850 Teilnehmer kamen zum #3 Expo Day bei dem sich 33 Startups aus der ganzen Welt vorgestellt hatten

StaStu: Ihr habt viele große und namhafte Player der Region bei euch am Start. Gibt es darüber hinaus noch weitere Bereiche und Sparten, aus denen ihr Partner akquirieren möchtet?

Philipp: Wir sind grundsätzlich immer offen für neue Partner, die die Mobilität der Zukunft mit uns mitgestalten möchten. Gerade im Bereich Energie, Telekommunikation und auch den klassischen Automobil- Zuliefererbereichen gibt es noch viele namhafte Partner von denen wir überzeugt sind, dass sie zum einen das Netzwerk weiterer attraktiveren können als auch sich selbst viel herausziehen können.

Raymond: Die Vielzahl an Partnern profitiert nicht nur durch das Netzwerk sondern auch untereinander. Thema Skalierung. Ein Beispiel – ich habe ein Startup mit einer Technologie, die hat nicht nur Software sondern auch Hardwarebezug. Spätestens wenn ich über den POC hinausgehe muss ich mir überlegen wie bekomme ich das weltweit in großen Volumen in meine Produkte rein? Dann brauche ich natürlich Zulieferer. Hier ist es von großem Vorteil, dass die Zulieferer schon von Anfang an in das Thema eingebunden waren und eigene Erfahrungen mit dem Startup machen konnten.

 

StaStu: Für viele aus der Region ist die STARTUP AUTOBAHN noch etwas Abstraktes und nichts Greifbares. Plant ihr Aktivitäten um auf die regionalen Player stärker zuzugehen: Mittelstand, Hochschulen, Gründerszene? Denn nur so entsteht ein Ökosystem…

Raymond: Durch die Universität Stuttgart, in deren Fläche wir auch sitzen, haben wir seit Beginn an eine Universität eingebunden, die das Ziel hat mit STARTUP AUTOBAHN auch eigene Gründungsinteressen zu forcieren und eine Brücke zu bauen zwischen den Studenten und STARTUP AUTOBAHN. Um das weiter zu stärken und Studenten die STARTUP AUTOBAHN näher zu bringen finden unsere Selection Days auch auf dem Uni-Gelände statt. Letztes Jahr waren wir bei der Uni Stuttgart, für die nächste Runde sind wir bei der HDM.

Weiter sind auch wir unermüdlich dabei uns auf diversen Plattformen und Forum vorzustellen und die Botschaft weiter nach außen zu tragen.

StaStu: Wie ist euer Fazit bisher nach 3 Runden? Habt ihr erreicht was ihr euch zu Beginn für Ziele gesetzt hattet? Seid ihr zufrieden?

Philipp: Ich würde sagen, wir sind genau am Ziel. Zu Beginn hatten wir uns gesagt, dass wir pro Programm ein bis zwei richtige Erfolgstories haben, sei es Invest oder auch Integration. Wir sind auf einem guten Weg, das auch weiterhin zu schaffen. Ein erfolgreiches Beispiel ist für uns What3Words, die vor einem Jahr beim Programm mitgemacht haben und deren Produkt nun in unsere Autos verbaut wird.

Raymond: Darüber hinaus sehen wir auch, dass die Region Stuttgart auf der Landkarte erscheint und zu diesem Thema wahrgenommen wird. Gemessen an den Pilotprojekten oder der Anzahl an Partnern sind wir Europaweit die größte Plattform für Mobilitätsbezogene Startups. Und das innerhalb eines Jahres – wir sind mit dem Erfolg und Fortschritt durchaus sehr zufrieden.

 

StaStu: Zum Abschluss, was sucht ihr gerade?

Philipp: Wir suchen den nächsten Gottlieb (Daimler)…im Ernst: Wir suchen jeden, der denkt, dass er die Automotive und Mobility-Welt vorwärts bringen kann.  

 

Vielen Dank Raymond und Philipp für eure Zeit und das Interview!

 

Raymond J. Chow ist Senior Manager Business Innovation bei der Daimler AG und zuständig für die firmeneigene Innovationsmaschinerie Lab1886. Dr. Philipp Gneiting ebenfalls von der Daimler AG ist Manager Open Innovation und Projektleiter für das Thema STARTUP AUTOBAHN – gemeinsam suchen Sie für die Daimler AG nach passenden Matches bei den Startups von STARTUP AUTOBAHN.

 

Das neue Jahr hat zwar gerade erst begonnen, da haben wir euch schon neuen Lesestoff kreiert, um den Start in den Alltag ein wenig angenehmer zu gestalten. Getroffen haben wir uns dieses mal mit Maxine von Grumbkow, die für die Kommunikation beim CyberForum in Karlsruhe zuständig ist. Das CyberForum e.V. ist mit über 1.200 Mitgliedern das größte regional aktive Hightech.Unternehmer.Netzwerk. in Europa. Im September 2017 feierten sie ihr 20-jähriges Jubiläum und die Eröffnung des CyberLab. – für uns Anlass genug einmal genauer nachzufragen.

 

StaStu: Hallo Maxine, stellt euch bitte einmal kurz vor – was hat es mit dem CyberForum auf sich?

Maxine: Das CyberForum ist das größte regional aktive Hightech.Unternehmer.Netzwerk. in Europa mit Sitz in Karlsruhe und Baden-Baden, im September feierten wir 20-jähriges Jubiläum. Mittlerweile vernetzen sich bei uns über 1.200 Mitglieder aus der Digitalbranche! Im CyberForum stellen wir sehr unterschiedliche Angebote bereit, die zusammengefasst unseren Mitgliedern dabei helfen, wettbewerbsfähiger zu sein und in Sachen Digitalisierung vorne mitzuspielen. Außerdem veranstalten wir zahlreiche Events, von RoundTables über Fort- und Weiterbildungen bis hin zu großen Kongressen – jährlich stehen rund 160 Termine auf dem Plan. Etwa 30 davon richten sich speziell an Gründerinnen und Gründer im Hightech- bzw. IT-Bereich, so zum Beispiel der CyberChampions Award. Gründungsinteressierte führen wir mit verschiedenen Matchingformaten zu Teams zusammen. In den letzten 20 Jahren haben wir außerdem über 2.500 Gründerberatungen im CyberForum durchgeführt. Wir verfügen über enge Mentoren- und Investorennetzwerke, auf die wir für verschiedene Zwecke zurückgreifen können.

CyberLab Karlsruhe bietet Platz für bis zu 15 Startups

Im September 2017 wurde das CyberLab offiziell eröffnet. Was ist das Ziel des CyberLab? Wie kam es zu der Idee?

Die Idee hinter dem CyberLab ist es, aussichtsreiche Hightech- und IT-Gründungen in einer optimalen Umgebung zu unterstützen und die Startups so in einer Art Beschleunigungsprogramm zur Marktreife zu bringen. Zu einer optimalen Umgebung für eine Gründung gehören insbesondere ein starkes Netzwerk, Erfahrungswissen und ein klarer Fokus. Da kommt das CyberForum ins Spiel, das genau das bereithält: Unsere Startups profitieren vom Know-How erfahrener Mentoren und erhalten bereits in einer frühen Phase Zugang zu zahlreichen Unternehmen, einem eigenen Business Angel-Netzwerk und externen Venture Fonds. Ganz nach dem Prinzip „Von Unternehmern für Unternehmer“. Praktisch setzen wir das Ganze jetzt seit Ende September auf über 1.600 Quadratmetern Bürofläche mitten im Herzen der Karlsruher Digitalszene um. Auch hier spielt Fokus eine wichtige Rolle: Besprechungsräume, Gigabit Internet, moderne Möblierung, Kaffee, Drucker, alles ist startklar, damit sich neue Teams auf ihre Gründung konzentrieren können. Bis zu 15 Startups können wir hier pro Jahr aufnehmen. Das Accelerator-Programm im CyberLab ist kostenlos und die Arbeitsplätze sind dank Mitteln der EU, des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe weit unter dem Marktpreis.

 

Was sind die Bedingungen, um sich bei euch um einen Platz zu bewerben und wie läuft der Bewerbungsprozess ab?

Wer Interesse hat, der darf sich einfach direkt bei uns melden. Wir prüfen dann individuell, ob die Teams die Voraussetzungen erfüllen, um vor einer erfahrenen Unternehmerjury um die Aufnahme ins CyberLab zu pitchen. Solche Pitches finden bei uns jeden Monat statt. Die Startups müssen die Jury davon überzeugen, dass sie kompetent in Markt und Technologie sind und dass sie die Motivation für eine Gründung mitbringen.

Für Teams die ihre Gründungsidee gemeinsam mit uns erst noch etwas ausarbeiten wollen, veranstalten wir außerdem regelmäßig das PreLab. Das ist ein 4-6-wöchiges Accelerator-Programm, an dessen Ende die Aufnahme ins CyberLab stehen kann.

Warum habt ihr euch dafür entschieden, das CyberLab in Karlsruhe zu eröffnen? Warum dieser Standort?

Ganz einfach: Karlsruhe ist eine IT-Hochburg. Karlsruhe liegt in einer EU Studie zu Spitzenzentren im IKT-Bereich auf Platz 4. Nur München, London und Paris sind hier stärker. Die Hochschulen sorgen stetig für qualifizierten Nachwuchs und das Ökosystem ist in einem kooperativen Modus. Das sind ideale Voraussetzungen die unter anderem dazu geführt haben, dass das CyberForum von Karlsruher Unternehmern ins Leben gerufen wurde – und von diesem Ökosystem profitiert natürlich auch und insbesondere das CyberLab.

 

Was ist euer Ziel mit dem CyberLab? Wann würdet ihr sagen, ist die Unternehmung erfolgreich?

Das Ziel ist erstmal, dass die Startups ihr Geschäftsmodell validieren, ihren Markteintritt beschleunigen und natürlich die Finanzierbarkeit sicherstellen. Dementsprechend messen wir unseren Erfolg in erster Linie am Erfolg unserer Startup-Teams. Ein Erfolg ist es auch, wenn die heutigen Teams innerhalb weniger Jahre zu Mentoren der kommenden Teams werden. Im CyberLab wollen wir speziell Hightech-Gründungen erfolgreich machen und damit außerdem die IT-Region Karlsruhe nach vorne bringen. Unsere Vision ist es, Motor und führendes Kompetenzzentrum der Digitalisierung zu sein. CyberForum und CyberLab verfolgen diese Vision in einer Symbiose.

 

Würdet ihr rückblickend alles noch einmal genauso machen oder gibt es Dinge die ihr Heute anders angehen würdet?

Die Angebote des CyberForum und des CyberLab stoßen auf große Nachfrage. Wir wachsen rasant. Im Großen und Ganzen sind wir ziemlich zufrieden. Aber natürlich lernt man auch immer dazu. Wir wollen zum Beispiel bei den IKT-Megatrends Künstliche Intelligenz, Blockchain und Internet of Things für mehr Sichtbarkeit der lokalen Szene sorgen. Wir glauben, dass wir Gründungen durch Brücken zu anderen, auch internationalen Standorten, noch besser fördern können.

Zentrale Lage – direkt im Herzen von Karlsruhe

Eignet sich die Region Karlsruhe eurer Meinung nach gut um zu gründen?

Wenn hoch ausgebildete und motivierte Mitarbeiter, zahlreiche IT- und Industrieunternehmen, bestes Netzwerk und passende Unterstützung zu einer solchen Eignung beitragen, dann ja. Wir arbeiten hier nach dem “Karlsruher Modell”, so nennen wir gerne die besondere Zusammenarbeit aller Stakeholder in Karlsruhe. Die Wege sind kurz, alle ziehen an einem Strang. Auf diese Weise konnten in den vergangenen Jahren viele erfolgreiche Unternehmen heranwachsen. Und die nackten Zahlen sprechen für sich, so hatte Karlsruhe von 2012 bis 2016 zum Beispiel den zweithöchsten Anteil von Gründungen im Hightech-Bereich. Einige Tech-Startups konnten große Deals abschließen, Stichwort Venture Capital. Blue Yonder hat zum Beispiel ein Funding in Höhe von 75 Millionen an Land gezogen, Chrono24 in Höhe von 23 Millionen. Viele Startups gehen hier von 0 auf 100, wie etwa Artiminds, GoSilico oder Pace, um nur einige zu nennen.

 

Was würdet ihr euch hinsichtlich Gründung von der Politik / der Stadt wünschen?

In Deutschland brauchen wir einen kulturellen Wandel. Die Talente die an den Hochschulen heranwachsen, sollten die Option der Gründung ganz selbstverständlich in Betracht ziehen. Das ist momentan noch nicht der Fall. Dabei sind die Möglichkeiten, die Zukunft zu gestalten, hier deutlich größer.

 

Abschließend noch einmal zum Thema Gründung: Was würdet ihr Startups mit auf den Weg geben wollen?

Da gibt’s einiges. Allem voran: Einfach machen – und mal bei uns vorbeischauen!

 

Vielen Dank Maxine für das tolle Interview und den Einblick in das CyberForum.