Artikel in dieser Kategorie werden auf der Startseite gefeatured!

Regelmäßig werden auf der ganzen Welt Startup Weekends organisiert und durchgeführt. Diese helfen angehenden Unternehmern und Gründern dabei, ihre Fähigkeiten auszubauen und sich Netzwerke in ihrer Region aufzubauen. Zudem wird in Teams für bis zu 54 Stunden mit Hochdruck an Ideen gearbeitet, um diese am Ende vor einer Jury zu pitchen und wertvolle Preise zu gewinnen. Diese sollen es erleichtern, anschließend die Gründung bzw. die Umsetzung der Idee anzugehen.

Um euch Vorfreude auf die Startup Weekends in 2020 zu machen, haben wir hier einen Rückblick zum Startup Weekend 2019 in Reutlingen verfasst. 

Am 27. September letzten Jahres war es in Reutlingen endlich soweit: die Karten waren verkauft, das Essen organisiert, die Sponsoren gefunden und ab 18:00 Uhr trafen die ersten Teilnehmer ein. Das Startup Weekend, organisiert von ehemaligen Teilnehmern und vom Center for Entrepreneurship an der Hochschule Reutlingen, konnte beginnen. 

Nach einer Vorstellungsrunde der Eventorganisatoren und Comunityleaders ging es gleich los mit dem Pitchen von potentiellen Startup Ideen, an denen noch nicht gearbeitet worden war. Obwohl viele noch keine oder wenige Erfahrungen in dieser Hinsicht gemacht hatten, kamen zügig über sechs Vorschläge vor die Runde, was für den Innovationsgeist der Teilnehmer sprach. Die Teams wurden gebildet, wobei nur Ideen weiterverfolgt wurden, welche mindestens drei weitere Mitglieder anwerben konnten. Anschließend durften sich die Teams, ausgerüstet mit Aufgaben, Motivation und ganz viel Red-Bull bis in die Nacht hinein organisieren und austauschen. 

Am zweiten Tag ging es direkt früh weiter. Neue Ideen oder Ansätze wurden mit den extra angereisten Coaches und Mentoren besprochen. Bereitgestellte Schemas (z.B. Value Proposition Canvas, Business Model Canvas) halfen den mitunter unerfahrenen Teilnehmern konkrete Ansätze zu finden und der Gründungsidee ihre Fehler, Schwachstellen oder Opportunitäten zu entlocken.

Nach dem bereitgestellten Lunch mussten die Ideen in ihren Grundsätzen finalisiert werden. Da das Wochenende nun mal aus nur insgesamt 54 Stunden bestand, waren die nächsten Schritte: einen Prototyp erstellen, diesen durch fremde Testpersonen validieren und gegebenenfalls pivoten, bevor am Abend ausgelassen gefeiert wurde.

Da am letzten Tag mittags die Jury zum finalen Pitch angekündigt war, war am Sonntag die Hektik groß. Präsentationen wurden vorbereitet und die Pitches mit Experten trainiert und perfektioniert. Um 18 Uhr war es dann soweit. Die Jury hörte sich unter tosendem Applaus die Pitches an und gab nach längerer Beratung die drei Gewinnerteams preis.

Gewinnerteams: Die Gewinnerteams waren: #3 Fin-Night, #2, Sparfuchs, #1 Deine IT-Helfer (heute: Remca).

Nach einem gemeinsamen Grillabend verabschiedeten sich die Teilnehmer und nahmen wertvolle Erfahrungen sowie neu gewonnene Freundschaften mit. 

Herzlichen Dank an Markus Flammer (Stadt Reutlingen), Tobias Sick (Startup Stuttgart e.V.), Mario Buric (Crowd Nine), Christopher Schmidhofer (Wexelwirken), Osiander und die Sponsoren für die Bereitstellung der schönen Preise!

Ein großes Dankeschön geht an unsere Juroren Michael Gebhard, Isabelle Elser, Nisha Munzig und Mario Buric für ihre hervorragende Arbeit und an die Sponsoren.

Bezüglich Startup Weekends für dieses Jahr halten wir euch selbstverständlich auf dem Laufenden. In Reutlingen wird das Startup Weekend voraussichtlich wieder im September stattfinden.

Bis zum nächsten Event!


Text: Colin Lieb
Bilder: Colin Lieb

Online Expertise von Experten im Minutentakt

Was tun mit dem alten „Schinken“ der Großeltern? Kann man das Ölgemälde vielleicht zu Geld machen? Wenn ja, was könnten es wert sein? Solche und andere Fragen landen auf dem Schreibtisch von Andreas von Brühl. Der 33 Jahre alte Wirtschaftswissenschaftler von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg hat deshalb als Ergänzung zu seinem Auktionshaus noch ein online Startup gegründet – mit dem Namen estimando, was soviel wie ‚zu schätzen / einzuschätzen‘ bedeutet und somit schon aussagt, was es mit der Plattform auf sich hat.

„Wenn es um Kunst und Antiquitäten geht, gibt es mittlerweile auf ziemlich jedem TV Sender ein eigenes Format“, weiß Andreas. Der Gründer ist selbst demnächst in der RTL Sendung „Kitsch oder Kasse“ zu sehen. Das sei gut für seine neu gegründete Plattform estimando, weil es Aufmerksamkeit für ihn und sein Wirken mit sich bringe. Der Jungunternehmer mit dem Auktionshaus von Brühl im Stuttgarter Westen, das er seit mehr als fünf Jahren betreibt, hat aufgrund der vielen Anrufe und E-Mails an sein Haus erkannt, wie wichtig ein Multikanal-Ansatz auch für seine Branche ist. Schon seit 14 Jahren ist Andreas selbständig, so dass ihm das Startup estimando keinen Schweiß mehr auf die Stirn treibt. Der Vater von bald vier Kindern weiß, worauf er sich eingelassen hat.

Auf Nachlassauflösungen spezialisierter Quereinsteiger

„Wir haben beschlossen, uns auf Nachlassauflösungen zu spezialisieren“. Es gehe ihm darum, Menschen zu helfen, ihre Wertobjekte zu einem fairen Marktpreis zu verkaufen. Mit estimando gelinge es ihm, Experten, Verkäufer und Käufer zusammen zu bringen – zu reellen Konditionen. Seine Expertise erhält ein Antragsteller binnen zwei Tagen – für eine Gebühr von 19 Euro. Je präziser die Angaben von Kundenseite, desto besser können die Experten ihre Expertise erstellen. Andreas kooperiert mit Experten aller Fachrichtungen. Den für ein Objekt jeweils am besten geeigneten Experten sucht der estimando spezifische Algorithmus heraus.

Während seines Studiums hin zum Bachelor of Arts hatte Andreas noch keine Erfahrung mit Kunst. „Den ersten Berührungspunkt hatten wir, als wir ein Haus kauften, das noch komplett voll war mit Gegenständen“, erzählt er und erinnert sich, dass er als kleines Kind immer mal wieder auf einen Flohmarkt mitgenommen wurde. „Aber eigentlich bin ich ein Quereinsteiger.“

Think local, act global

„Mein bester Kumpel und der Entwickler der estimando Site ist vor zehn Jahren nach Brasilien ausgewandert“, erzählt Andreas. So stand unmittelbar fest, dass der Ansatz und Anspruch ein internationaler sein würde. „Eigentlich wollten wir die .com Adresse für estimando, um diesen globalen Ansatz gleich zu unterstreichen. Aber die war schon belegt.“ Deshalb die Adresse estimando.de, die zunächst nur auf Deutsch erscheint. Man habe aber durchaus den Ansatz, das Ganze recht schnell auch international anzubieten.

Der Name sollte außer dem Hinweis, worum es geht, vor allem auch cool klingen, international und nach Startup – siehe Zalando. Ein Vergleich, den Andreas nicht scheut, denn er sieht viel Potenzial für sein Geschäft. Als Inhaber seines Auktionshauses hat er schnell festgestellt, dass hier eine Marktlücke klafft.

Verbindlichkeiten schaffen

Täglich bekommt er 50 bis 100 Anfrage, telefonisch, per eMail oder über WhatsApp. „Ganz viele dieser Personen wollen ein Preisangebot“, berichtet er und merkt an, oft habe er geantwortet, erhalte aber häufig keine Rückmeldung, zumal die Fragenden sich gerne gleichzeitig an mehrere Auktionshäuser richten. Diese mangelnde Verbindlichkeit, die nur Zeit frisst, wollte er ändern. So kam es zur Idee für sein Schätzportal.

„Ich merkte, die Leute wollen eine unabhängige Meinung, und die wollen sie sehr schnell – und am besten kostenlos oder günstig“, so der Unternehmer. Der beschloss, diesen Service für ein geringfügiges Entgelt anzubieten. Der Vorteil seiner Plattform liege darin, dass Experten weltweit die eingehenden Anfragen beantworten können. „Der Kunde erhält rasch Antwort und zwar von einer qualifizierten Person.“ Jemand, der sich in einem Bereich auskenne, könne binnen Minuten eine Beschreibung vornehmen. „Von wo aus auch immer, etwa vom Strand oder von einem Kreuzfahrtschiff aus.“ Das garantiert maximale Flexibilität für seine schätzenden Kooperationspartner. Andreas ist sich sicher, dass seine Plattform für alle Beteiligten attraktiv ist – für Kunden, Experten und letztlich auch für ihn selbst als Betreiber.

Expertennetzwerk für Expertisen

Jemanden zu nehmen, der sich in der spezifischen Materie nicht auskenne, sich dann erst mal stundenlang einlesen und recherchieren müsse, bevor er antworten könne, habe keinen Sinn. „Ich brauche schon Leute, die wirklich Experten auf ihrem Fachgebiet sind. Sie erstellen diese Expertisen für die Anfragen, die bei uns auflaufen.“ Das Ziel des Portals estimando sei es, diese zwei Menschen zusammenzubringen, den Ratsuchenden und den jeweiligen Experten. Andreas ist zuversichtlich, dass er rasch ein weltweites Netzwerk von 200 bis 300 Experten für Kurzexpertisen, die auch Handlungsempfehlungen für die Kunden beinhalten, zusammengestellt haben wird.

Ganz wichtig ist ihm zu betonen, dass estimando ein unabhängiges Expertenportal ist, ausgelagert vom Auktionshaus und unabhängig von etwaigen Folgeaufträgen. Mit anderen Worten: Der Ratsuchende zahlt seine Gebühr, hat ansonsten keine weitere Verpflichtungen.

Weltweite Standards durch estimando

Das Team von estimando ist klein und strukturiert: Andreas verantwortet Marketing und Vertrieb, Johann Noebels, Freund und Entwickler des Portals, ist erfahrener Gründer mit Sitz in Brasilien, wo er schon viele Startups gegründet hat.

„Es ist die ideale Konstellation fürs Home Office“, berichtet Gründer Andreas und nennt als Beispiel die Kunsthistorikerin Claudia Paula Wunder, die als Expertin ihre Expertisen stressfrei und ohne Beeinträchtigung ihres Tages mit Kleinkind erledigen kann.

Sein Expertenteam wird Andreas sukzessive erweitern – auch Experten für Möbel und andere Bereiche sollen dazukommen. Der Aufbau dieses weltweiten Teams läuft dieses Jahr auf Hochtouren. Zunächst wird das Portal sich an die deutschsprachigen Länder wenden. Danach soll es zusätzlich englisch und portugiesisch vorhanden sein.

Ein Ziel: „Mit unseren Gutachten wollen wir auch weltweite Standards definieren. Die Meinungen der Experten werden solide sein, so dass sie die Ratsuchenden vor einer potentiellen Dummheit oder dummen Entscheidung bewahren“, sagt Andreas und wirbt mit dem Motto von estimando: ‚Werte online schätzen‘ durch ‚Weltweites Wissen vereint auf einem Portal.‘

Kurzum: Sein Portal brauche es, um die Unwissenheit und Unerfahrenheit des Kunden durch Expertenwissen abzufangen. Als Beispiel nennt der Unternehmer Erbschaften, in denen es oft darum gehe, die Werte eines Erbfalls fair zu verteilen und so dabei zu helfen, dass Erbschaftsstreitigkeiten vermeidbar werden. Der Weg dahin: alles in eine Auktion geben und den Erlös entsprechend unter den Erben teilen.

Skalierbarkeit als Geschäftsmodell

Wenn man zu hunderten von Kunden physisch fahren müsse und die Stunde dann mehr als 80 Euro koste, sei das nicht skalierbar. Online dagegen werde ein Schuh daraus.

Deshalb ist Gründer Andreas zuversichtlich, dass er und sein Expertenpool in fünf Jahren Europa, Nord- und Südamerika mit Expertisen für die Kunden versorgen könne. „Ich sehe da ein Potential von mehreren hundert Expertisen pro Tag. Definitiv.“

Auf dem Weg dahin wolle er in diesem und im nächsten Jahr das Wachstum beschleunigen – via Marketing und weiter entwickelte Technologie.

Wer gründen will, sollte…

Viel Einsatz mitbringen. „Für den Aufbau meines Portals bin ich sehr früh morgens aufgestanden, war immer zwischen vier und fünf Uhr früh im Büro, um zwei bis drei Stunden vor dem Arbeitsalltag konzentriert arbeiten zu können“, berichtet Andreas.

Fleiß, Hingabe und Frustrationstoleranz seien unabdingbar für ein erfolgreiches Gründen.

Zudem habe ihm immer geholfen, die Welt im Flugzeug von oben zu betrachten. „Da kommen mir klare Gedanken, und ich habe mir die Frage beantwortet: Was wollen die Leute.“

Nicht zuletzt lautet sein Rat: Wenn man seine Geschäftsidee ersonnen hat, dann müsse man einfach MACHEN. Die Idee dann auch wirklich umsetzen und nicht von Anfang an höchste Qualität fordern – eine typisch deutsche Eigentschaft. „Hat man die Idee dann erst mal auf die Beine gestellt – wie ich mit meinem Portal – dann geht es ans Verbessern, den Feinschliff. Das kommt nach und nach.“

Die eindeutige Botschaft bei estimando: „Wir sind klar auf Wachstum ausgelegt.“ Dadurch, dass Andreas Schritt für Schritt und besonnen vorangeht, klingt das nach einem überzeugenden Erfolgsmodell.

Text: S.Roeder
Fotos: Andreas von Brühl

Durch die aktuelle Gefahr durch Covid-19 sind einige deutsche Unternehmen dazu übergegangen, ihrer Belegschaft das Home-Office zu ermöglichen. Bereiche und Branchen in denen dies nicht möglich ist, sind vor eine harte Probe gestellt. Im Gespräch mit dem Baden-Württembergischen Wirtschaftsministerium haben wir über Liquiditätsengpässe und Maßnahmen des Landes gesprochen.

Das Baden-Württembergische Wirtschaftsministerium schaltet nun endgültig in den Krisenmodus. Hierfür werden nicht kritische Projekte zurückgestellt und das Krisenteam in seiner Größe fast verdreifacht. Das oberste Ziel des Wirtschaftsministeriums ist derzeit, dass – egal ob junges oder altes Unternehmen – jeder zu der benötigten Liquidität kommt, um diese harte Zeit zu überstehen. 

Im Rahmen dieser Herausforderungen wurde auf den 3-Stufen-Plan des Bundes verwiesen. Nach den etablierten Unterstützungsmaßnahmen (Stufe 1) wurde seit dem 13.3. die zweite Stufe eingerichtet. Dieses umfasst auch das Bundespaket für die Wirtschaft, welches aktuell 460 Mrd. € umfasst. So sagte auch Jörg Kukies, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium: „Wir haben stark darauf geachtet, dass die Banken auch schnell Mittelzusagen geben können, ohne beim überwiegenden Teil der Darlehen auf eine zweite Entscheidung des KfW zu warten“. Aktuell wird erarbeitet, in welchem Rahmen das Land diesen Schirm für Baden-Württemberg weiteraufspannen kann, wobei hier vor allem auch darauf geachtet wird, wem nicht schon vom Bund geholfen wird. 

So sagte auch unser Gesprächspartner vom Baden-Württembergischen Wirtschaftsministerium, dass zinsgünstige Liquiditäts-Kredite sowie ggf. Zuschüsse von der L-Bank beantragt werden könnten. Bei fehlenden oder nicht ausreichenden Sicherheiten kann die Finanzierung durch eine Bürgschaft gegenüber der Hausbank des Unternehmens unterstützt werden. Dabei steht jedoch das Hausbankprinzip weiterhin im Mittelpunkt und ist der Dreh- und Angelpunkt solcher Anträge.
Ein Beispiel für eine mögliche Soforthilfemaßnahme ist die Kombination aus dem Liquiditätskredit und der Kombi Bürgschaft der Bürgschaftsbank B-W oder der L-Bank. Hierbei sind Risikoübernahmen von zwischen 50 % und bis zu 80% möglich.

Die Frage wird sein, ob die „nur“ 80%ige Haftungsfreistellung für die Hausbank reichen wird. In unseren Gesprächen mit mehreren Banken stellte sich heraus, dass dies höchstens für vor der Corona-Krise gut laufende Unternehmen nun hilfreich sein könnte. Denjenigen, die vorher schon kaum überlebensfähig waren, werden auch diese staatlichen Maßnahmen voraussichtlich kaum helfen auch wenn zumindest von staatlicher Seite die Kreditvergabemechanismen aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation deutlich gelockert werden. Vorrangiges Ziel aber auch von staatlicher Seite ist die „Rettung“ der vor der Krise gesunden Unternehmen.

Neben den bereits bekannten Angeboten wie dem Kurzarbeitergeld für Mitarbeiter und das Arbeitslosengeld für Selbstständige, ist derzeit auch ein „Kurzberatungsprogamm“ im Gespräch, um bei Liquiditätsdarlehen für Kleinunternehmer Hilfe im „Papierkrieg“ anzubieten.

Baden-Württemberg schaut auch derzeit auch zu den anderen Ländern und versucht, funktionierende Programme zu übernehmen. Hierbei liegt der aktuelle Fokus nach der „Bundes-Bazooka“ auf einer „Länder-Schrotflinte“, um möglichst vielen kurzfristig zu helfen. Feinjustierung müssen dabei hintenanstehen und werden laufend implementiert.
Wichtig ist auch, dass derzeit die 3-wöchige-Insolvenzmeldepflicht für Unternehmen bis zum 30. September 2020 ausgesetzt wurde. Dies, so Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), „(…) solle verhindern, dass Unternehmen nur deshalb Insolvenz anmelden müssen, weil die von der Bundesregierung beschlossene Hilfen nicht rechtzeitig bei ihnen ankommen“. Diese Verlängerung ist voraussichtlich an einige Bedingung geknüpft, so auch, dass der Insolvenzgrund mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zusammenhängt.

Weitergehend wird der Fokus der meisten Startups darauf liegen, ihre Liquidität sicherzustellen. Das kann heißen, vorher aufgebaute Cash-Positionen während der Krise zu nutzen, weitere Finanzierungsmöglichkeiten zu beleuchten und Kosten für den Zeitraum zu senken. 

Update:
Der Bund hat inzwischen ein Fond für die Mini-Firmen und Selbstständige auf den Weg gebracht. Dieser wird vorraussichtlich am Montag im Eilverfahren von der Regierung beschlossen.  Aus Teilnehmerkreisen hieß es, im Gespräch seien Zuschüsse von 9000 bis 10.000 Euro für Firmen bis 5 Beschäftigte und bis zu 15 000 Euro für Firmen bis zehn Beschäftigte – für eine Dauer von bis zu 3 Monaten.
So auch der DIHK-Präsident Eric Schweitzer: „Wenn der Umsatz über Nacht auf Null rauscht, stehen sonst hunderttausende Unternehmen, Kleinstbetriebe und Solo-Selbstständige innerhalb von Wochen vor dem Nichts. Sie brauchen jetzt innerhalb von Tagen eine Perspektive, mit ihrem Geschäft die unverschuldete Corona-Krise die nächsten Monate überstehen zu können.“
Der Fond soll 40 Mrd. € umfassen, wobei 10 Mrd. € für Zuschüsse markiert sind und 30 Mrd. € in Form von Zinsgünstige Darlehen ausgegeben werden sollen.

Wir wünschen euch allen viel Erfolg und Durchhaltevermögen, vor allem aber: Bleibt Gesund und minimiert die Chancen, euch anzustecken!

Sieben Startups präsentierten sich am 24.02.2020 beim Abschluss-Pitch der Gründermotor Meisterklasse#2 vor potenziellen Investoren und Partnern. Drei Minuten hatten die Teams, die Zuhörer von ihrer innovativen Gründungsidee zu überzeugen. Das Team von Alpha Protein konnte dabei nicht nur den Jury-, sondern auch den Publikumspreis für sich gewinnen. Die drei Mitglieder begeisterten mit ihrer technischen Umsetzung der effizienten und automatisierten Aufzucht von Mehlwürmern als alternative und nachhaltige Proteinquelle für die Futtermittelindustrie. Den Mentorenpreis entschied das Team von Amprove für sich, das high-performance Bauteile, speziell abgestimmt auf die additive Fertigung, entwickelt. Die zweite Meisterklasse der Initiative Gründermotor feierte beim Demo Day in den Räumen von Vector Informatik ihren Abschluss. Über 250 Zuschauer, darunter Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie der Investoren- und Startupszene verfolgten die Abschluss-Pitches der Meisterklassen Teams.

  • Alpha Protein – Effiziente, automatisierte Aufzucht von Mehlwürmern.
  • Amprove – Entwicklung von high-performance Hardware-Komponenten.
  • ConFlee – Carsharing im ländlichen Raum.
  • Markt-Pilot – Preistransparenz für Ersatzteile von Maschinenbaunternehmen.
  • Metergrid – Effizientes Betreiben von Mieterstrom bei Mehrparteienhäusern.
  • PriLogiX – Projektbasierte Risk Management Software im B2B-Maschinenversand.
  • Ventecon – Software zur datengetriebenen Geschäftsmodellentwicklung.

Das Programm Gründermotor verfolgt das Ziel, die Lücke zwischen Startup-Programmen der Hochschulen und der freien Wirtschaft, insbesondere im Hinblick auf die Investment- und Wachstumsfähigkeit junger Gründerteams zu schließen. Die Initiative wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau sowie dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg unterstützt.  

Wissenschaftsministerin BaWü Theresia Bauer

In der Meisterklasse – dem ersten Lösungsbaustein der Gründermotor-Initiative – entwickeln die Studierenden in einem Zeitraum von vier Monaten ihre Geschäftsideen und validieren sie am Markt. In diesem Prozess werden die Teams fortlaufend von einem Mentoren-Netzwerk aus erfahrenen Startup-Gründern begleitet. Dem Programm, das von der Pioniergeist GmbH und Vector Informatik initiiert wurde, stehen mittlerweile Unternehmen wie die EnBW, STIHL, FESTO, DEKRA, MAHLE und der VfB Stuttgart, aber auch Verbände wie die IHK Region Stuttgart, die Wirtschaftsförderung der Region sowie Südwestmetall zur Seite.

Die Meisterklasse #3 startet bereits im April 2020. Interessierte können sich ab sofort bewerben und finden hier weitere Informationen sowie hier Impressionen und Statements vom Gründermotor Demo Day in bewegten Bildern.

Text & Bilder: Gründermotor

Beim siebten Expo Day hagelte es gute Nachrichten in den Wagenhallen – für Startup Stuttgart und die Gründerszene in der Region.

Startup Stuttgart freut sich über prominenten Zuwachs. Seit diesem Jahr ist die Innovationsplattform Startup Autobahn Mitglied des eingetragenen Vereins, dessen Ziel es ist, die lokale Startup-Szene zu fördern und das Netzwerk zwischen Gründern und etablierten Playern zu stärken. Dafür ist der sogenannte Expo Day der Startup Autobahn ideal. Jetzt fand der bereits siebte in Stuttgarts Wagenhallen statt. Mit einem neuen Rekord: Bereits 29 internationale Partner, zu denen Weltmarktführer wie Daimler als Begründer der Startup Autobahn, Porsche und seit diesem Jahr auch Bosch, Motherson aus Indien oder Yangfeng Automotive Interiors aus China gehören, stellten diesmal ihre Kooperation mit 27 Startups aus aller Welt vor – und deren nicht weniger als 40 innovative Ideen.

Seit dem Gründungsjahr haben Startup Autobahn powered by Plug and Play mit 220 Startups an über 320 Pilotprojekten in den Bereichen Mobility, Produktion und Unternehmen, viele davon aus der Region Stuttgart, zusammengearbeitet. Davon sind bisher bereits 60 Projekte bei den Unternehmenspartnern implementiert. Damit ist Startup Autobahn die effizienteste Plattform europaweit, nicht wenige sagen weltweit.

Prominenz und Studenten im Dialog auf Augenhöhe

Über tausend Besucher brachte der Expo Day im Februar in den Wagenhallen zusammen. Markus Schäfer, Mitglied des Vorstands der Daimler AG und Mercedes-Benz AG und Nachfolger von CEO Ola Källenius als Entwicklungschef, unterstrich in seiner Rede den ambitionierten Weg der Automobilindustrie allgemein und Daimler im speziellen hin zur CO2 neutralen Mercedes-Benz Autoflotte im Jahr 2039. Wie das gelingen solle? Mittels einer eindeutig nachhaltigen Gesamtstrategie im Konzern, bei der Startups auch eine Rolle spielen können.

Verkehrsminister BaWü Winfried Hermann

Baden-Württembergs Verkehrsminister und Grünenpolitiker Winfried Hermann berichtete von Fortschritten in der nachhaltigen Mobilität und war voll des Lobs der Arbeit und Erfolge von Startup Autobahn.

Weltweit erfolgreicher Magnet gen Stuttgart

Woher kommt dieser Erfolg? Raymond Chow von Daimler und einer der Treiber der Startup Autobahn, ist stets mittendrin im Geschehen. „Expo Day ist der Super Bowl der Startup Autobahn“, charakterisiert er das Mega-Event für Stuttgarts Startup Szene, das im Jahr 2016 startete und seit 2018 zweimal im Jahr, im Winter und im Spätsommer, stattfindet. Wie der Name Autobahn nahelegt, geht es um Speed und auch schwerpunktmäßig um die Mobility-Themen, aber nicht ausschließlich.

Christoph Röscher (Startup Stuttgart), Saeed Amidi (Plug and Play), Raymond Chow (Daimler)

Das Geniale am Expo Day: Gründer aus aller Welt können sich dank der Einrichtung Startup Autobahn und ihres Akzelerators Plug and Play an einem Ort, für eine Veranstaltung, für einen oder gar nur einen halben Tag treffen, um auf einen Schlag Dutzende Unternehmen zu treffen. Eine phantastische Möglichkeit für zielgerichtetes intensives Networking und Anbahnen von Geschäften in Stuttgart.

Schon in kurzer Zeit ist es mit der unbürokratischen Einrichtung gelungen, die Region weltweit bekannter zu machen für Startups – mit dem Ziel, ein agiles und nachhaltiges Ökosystem in der Region aufzubauen, berichtet Sascha Karimpour, Managing Director von Plug and Play Germany. Dass sich dieses Zusammenspiel zwischen den Etablierten einerseits und innovativen Gründern andererseits so erfolgreich entwickelt, liegt vor allem daran, dass Startup Autobahn eine neutrale Innovationsplattform in der Heimat des Automobils ist, die eine vertiefte und betreute Zusammenarbeit zwischen zentralen Partnern aus der Industrie und jungen Technologieunternehmen moderiert.

In kurzer Zeit ist Startup Autobahn zu Europas größter Innovationsplattform geworden, an deren Expo Days Plug and Play Chef und Gründer Saeed Amidi auch immer aus dem Silicon Valley einfliegt. Mit ungefähr je einem Drittel von Startups aus Deutschland, Europa und weltweit beweist alleine schon dieser Mix, wie ungeheuer attraktiv die Veranstaltung ist.

Startup Stuttgart e.V. Partner der Startup Autobahn

Seit Anfang dieses Jahres ist die weltweit angesehene Innovationsplattform nun auch offiziell Mitglied von Startup Stuttgart. „Seit Gründung der Startup Autobahn gab es eine enge Beziehung zwischen Startup Stuttgart und der Startup Autobahn“, sagt Christoph Röscher, Vorstandsvorsitzender von Startup Stuttgart. „Die Mitgliedschaft ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass die Zusammenarbeit noch enger, der Austausch noch intensiver wird und ein gemeinsames Interesse daran besteht, die Startup-Region weiterzuentwickeln“.

Große Bühne für Pilotprojekte

Erfreulicherweise wächst und gedeiht das Öko-System im und um den Großraum Stuttgart. Es ist vital, Lösungen zu finden und die richtigen Leute herauszufiltern. Darauf hat sich Startup Autobahn spezialisiert.

Die Startups im Programm der Autobahn werden gescoutet oder man kann sich auch direkt dort bewerben. Sofern man die erste Runde schafft, findet ein matchmaking zwischen den Startups und den Unternehmen des Programms statt. In den folgenden hundert Tagen werden gemeinsam Pilotprojekte erarbeitet. Innerhalb dieser gut drei Monate entscheidet sich, ob eine Idee danach weiterverfolgt oder abgeblasen wird. Das spart allen Beteiligten Zeit, Geld und Energie.

Diesmal hieß es große Bühne für so erfolgreiche Pilotprojekte von Startups wie Biomyc aus Bulgarien, das zusammen mit Mercedes-Benz daran arbeitet, für die Montage maßgeschneiderte und nachhaltige Schutzmaterialien zu entwickeln. Way Ahead Technologies aus Zürich, das ursprünglich aus dem Gaming Sektor kommt, hat eines von acht Pilotprojekten zusammen mit Porsche entwickelt. Unzufrieden mit der bisherigen Lane Detection, also Spurerkennung für Fahrzeuge, tüftelten Dominik Stocker und Roger Ruegg daran, ein 3D basiertes System zu entwickeln, das Fahren in Echtzeit erlaubt. Und – für Porsche Fahrer wichtig – auf der Rennstrecke der weltweiten Porsche Experience Centres die jeweils beste Streckenführung voraussagt.

Von Stuttgart aus Fahrzeug in Tel Aviv durch den Verkehr gesteuert

Spektakulär das Pilotprojekt zwischen T-Systems und Ottopia aus Tel Aviv: Über eine Entfernung von 4.000 Kilometern steuerte ein Fahrer über Pedalerie und Display in den Wagenhallen einen Pkw durch den Verkehr in Tel Aviv. Unfallfrei. Dort sitzen zwei Personen im Fahrzeug, um eingreifen zu können, falls das Netz zu langsam ist oder sonst ein Fehler passiert. Denn laut Ottopia Gründer Amit Rosenzweig ist das Netz in Tel Aviv sogar schlechter als das in Deutschland. Und auch hierzulande ist 5 G noch lange nicht flächendeckend installiert.

Um für die Fernsteuerung auch unter schwierigen Netzwerkbedingungen Sicherheit und Zuverlässigkeit bewerkstelligen zu können, verwendet Ottopia AI, die die Qualität des Mobilfunknetzes in den nächsten Sekunden vorhersagt.

Das niederländische Startup Wem.io wiederum kooperiert erfolgreich mit der globalen Austauschplattform DXC Technology aus Böblingen. Mittels der wegweisenden no code platform Technologie von WEM.io konnte ein virtueller und skalierbarer Konferenzraum in lediglich zwei Tagen und von nur zwei Entwicklern realisiert werden. Dadurch können auf Basis einer sicheren Übertragungsumgebung Mitarbeiter, Kunden und Startups im globalen Austausch näher zusammenrücken und gemeinsam Lösungen erarbeiten. Genau das braucht die Zeit der Industrie 4.0.

Showdown für Studentische Pitches

Im Vorfeld zur Präsentation der vielen erfolgreichen Pilotprojekte konnten lokale Studenten von Universitäten und Hochschulen aus der Region Stuttgart ihre Ideen dem illustren Publikum vorstellen. Ob Healthager, Healthynator, My Cabin, My Flask, Pan Shave, Park Pie, Rocky Motion, Smile Mobile oder Stagepro – die Schwerpunkte der jungen Gründer lagen auf Gesundheitsthemen und Nachhaltigkeit. Das Finale von startup BW ASAP, dem Academic Seet Accelerator Program, machte seinem Namen alle Ehre: Die Studenten warteten nicht länger, sondern machten sich sofort an die Umsetzung ihrer Ideen und nutzten die Bühne, für ihre aktuellen Startup Ideen vor potentiellen Unterstützern zu werben.

Nils Hoegsdal Innovationsbeauftragter und Prorektor an der Hochschule der Medien, HdM, in Stuttgart sieht die Startups in der Region als potentielle Arbeitgeber für seine Studierenden und Partner für Innovationsprojekte. „Wenn von den 15 hier präsentierten Ideen nur fünf weitermachen, ist das schon ein riesiger Erfolg“, freut er sich für die Studierenden. „Wir sind froh, dass wir Startup Autobahn in Stuttgart haben. Das ist im Bereich Mobilität die absolut beste Plattform weltweit“, sagt Hoegsdal.

From Lab to App – vom Labor in die Praxis

Egal auf welchem Level, immer geht es darum, möglichst effizient und schnell Talente herauszufiltern. 1.350.000 Tech Startups gehen jedes Jahr an den Start. Wie kann man als Unternehmen da schnell gute Ideen herausfiltern und den Startups zu mehr Geschäft verhelfen? Dem Team der Startup Autobahn ist es schon jetzt gelungen, Stuttgart und Umgebung auf die internationale Startup Landkarte zu setzen. So heißt es im Herbst wieder: Bühne frei für den nächsten Expo Day mit vielen weiteren erfolgreichen Innovationen für Baden-Württemberg.

Text: S Roeder
Fotos: Startup Autobahn, Startup Stuttgart e.V.

Startup Laserhub agiert im B2B als virtueller Blechbearbeiter und als effizienter Ansprechpartner.

„Unser Ziel ist es, den Beschaffungsprozess in einem B2B Umfeld auf ein ähnliches Niveau zu bringen, wie es die Einkäufer im B2C erleben“, berichtet Adrian Raidt, Gründer von Laserhub und zitiert Zalando und Amazon als bekannte Beispiele dafür, wie bequem der Ablauf von Bestellung bis Lieferung funktionieren kann.

Diesen Komfort will das Startup auf den Blechbereich übertragen. Laserhub agiert dabei als Ansprechpartner für beide Seiten: die Unternehmen, die Blechteile herstellen und diejenigen, die sie kaufen. Daher auch der Name. Über die Drehscheibe, den Hub, wird das Blech- oder Metallteil entsprechend geordert, mit oder ohne Laser bearbeitet und dann an den Kunden ausgeliefert. Alles aus einer Hand. Was unmittelbar einleuchtend klingt, war „eine lange Reise“, sagen die drei Co-Founder einhellig über die Genese ihres innovativen Geschäftsmodells.

Simpel und Effizient für die Kunden

„Wir betreiben eine online Plattform, über die wir für Kunden in der Industrie kundenspezifische Metallteile beschaffen“, beschreibt Adrian die Funktionsweise von Laserhub, dessen Initiator er war. Nach neun Jahren in der Industrie, während derer er sehr tiefe Einblicke in die Blechbearbeitung und die damit befasste, stark fragmentierte Branche gewinnen konnte, „dachte ich viel über die Auslastung der Maschinen nach und darüber, wie man mit den stark schwankenden Auftragseingängen zurechtkommt.“ Dass diese teuren Hightech Maschinen nicht rund um die Uhr laufen, damit wollte er sich nicht zufrieden geben.

Gegründet hat Adrian das Startup Laserhub im Juli 2017 und war zunächst mit seiner Idee alleine im Co-Working Space Wizemann zugange. Das Alleinsein war von kurzer Dauer. Schon im Dezember 2017 und Januar 2018 stießen mit Christoph Rößner und Jonas Schweizer zwei neue Co-Founder hinzu. Das Trio war komplett. Auch sonst mangelt es nicht an Dynamik: „Vor drei Monaten sind wir mit 16 Mann dort wieder ausgezogen“ – in ein frei gewordenes Büro in der Eberhardstraße, mitten hinein in die City.

Gründertrio Laserhub

Gründertrio mit perfekter Kompetenzaufteilung

„Wir sind jetzt drei Co-Founder bei Laserhub. Das ist ideal, weil wir drei ganz unterschiedliche Kompetenzen in diese Firma einbringen“, lautet Adrians‘ Diagnose. Christoph und Jonas nicken.

Adrian schaut auf Laserhub aus der Perspektive eines Maschinenbauers „mit stark prozessualer Denke, also mit dem Fokus darauf, wie man die Prozesse verbessern kann.“ Christoph lernte er auf einem Kongress kennen. „Dabei haben wir festgestellt, dass wir beide ‚Blech sprechen‘“, lacht der und berichtet, dass er die Branche aus genau der anderen Richtung kennengelernt hat. „Ich hatte bei meinem damaligen Arbeitgeber einen Inkubator aufzubauen versucht und ihn Adrian vorgestellt“, erinnert er sich. „Davor war ich im Unternehmen meiner Familie tätig, als Zulieferer für den Maschinenbau. Wir haben Blech und Metall mit Maschinen verarbeitet. Dabei spürte ich genau diesen Schmerz in punkto Auslastung der Maschinen live, den Adrian beobachtete.“ Als „perfekter“ Dritter im Bunde stieß mit Jonas ein Software- Entwickler hinzu. „In der raren Kombination, dass er nicht nur entwickeln kann, sondern gleichzeitig das Gesamtthema Digitalisierung aus strategischer Sicht sehr gut kennengelernt hat“, lobt Adrian.

Für Jonas reifte während seiner Elternzeit der Entschluss, sich beruflich zu verändern. Eine Ausschreibung in seinem Alumni-Netzwerk für einen CTO faszinierte ihn. „Total angefixt hat mich, dass ich mein Wissen über Softwareentwicklung, und das Wissen über Digitalisierung aus meinem zweiten Job als Berater anwenden kann auf eine super Branche“, sagt er und fügt hinzu: „Es war sofort offensichtlich, dass mir das Spaß machen würde und gründungswillig war ich auch.“ Beste Voraussetzungen, sich auf Laserhub einzulassen. Bereut hat er es seit fast zwei Jahren kein einziges Mal. „Ich hatte davor nie etwas mit Blech zu tun. Nun geh ich durch die Welt und sehe nur noch Blech“, ergänzt er schmunzelnd.

Tausche Frust gegen Sorgen

Das Faszinierende an ihrem Startup sei der Speed, mit dem sie nicht nur ans Werk gehen, sondern auch umsetzen. „Im Konzern reden viele mit. Meist sind mehrere Lenkungskreise vorgeschaltet, die man mit seiner Idee durchlaufen muss, bis die mehrfach nachjustierte Idee nach sechs bis neun Monaten bei der Geschäftsleitung landet. Und dann kommt es stark auf die gerade hier herrschende Großwetterlage an.“

Also alles besser mit einem Startup, das Freiheit und Schnelligkeit verspricht? „Es ist mindestens ein Tauschgeschäft – nach dem Motto, tausche Frust gegen Sorgen.“ Letztere zum Beispiel, weil das Gehalt nicht einfach am Monatsende kommt und viel Energie und Frustrationstoleranz vor- und auszuhalten sind. Christoph dazu: „Mit Sorgen kann man umgehen, man kann sie steuern und abbauen. Frust dagegen muss man ertragen und das ist grauslich.“

Einfach nur machen

Mit Vollgas ging’s deshalb an den Aufbau von Laserhub – mit Erfolg. Sichtlich zufrieden erzählt Adrian: „Exakt drei Monate nach Gründung hatten wir die erste live Transaktion auf der neuen Laserhub Plattform.“ Ein funktionierendes Produkt und Transaktionen mit echten Kunden binnen drei Monaten – das gelinge nur, wenn man fokussiert arbeitet. Ein weiterer Treiber sei sicherlich auch ein gewisser finanzieller Druck, aber vor allem der, dass „man keine 100 Leute fragen muss, um etwas zu tun – sondern wenn man einfach nur machen kann.“

Förderlich ist aus Christophs Sicht auch, dass Laserhub keine lange Historie und Tradition mit sich herumschleppe. „Dadurch hat man die Möglichkeit und die Freiheit, mit einem nicht perfekten Produkt auf den Markt zu gehen und möglichst früh Market Feedback zu bekommen.“ Das sehen die drei Gründer als das wesentliche Erfolgsgeheimnis. Dann der Rat und die gleichzeitige Erkenntnis: „Das würde ich auch jedem Corporate raten.“

Vorteil Startup: Mit Verve, Effizienz und Schnelligkeit an den Markt

Allen Startups rät Christoph eindringlich, möglichst früh an den Markt zu gehen, auch wenn das Produkt sich noch nicht richtig gut anfühlt oder noch gar kein Produkt ist, also noch nicht mal ein Prototyp, sondern ein Pretotype.

Laserhub jedoch kam gleich mit einem Prototyp. Der Grund: „Bei uns war das wichtig, weil wir in einer sehr Corporate orientierten Umgebung unterwegs sind – als Berater hatte ich sehr viel mit großen Unternehmen zu tun; deshalb ist es mir sehr wichtig, diese Effektivität auf die Straße zu bringen“, erklärt Jonas. Gerade als Berater habe er festgestellt, „dass zu viel Geld den Jordan runterfließt, ohne eigentlichen Output zu generieren.“ Umso entscheidender war es für Laserhub, unter Beweis zu stellen, dass sie mit ihrem Startup „mit geringeren Mitteln etwas komplett neu aufbauen und das machen wir auch jeden Tag. Das macht einfach riesig viel Spaß.“

Schon jetzt macht Laserhub Umsätze in einstelliger Millionenhöhe mit mehr als 2.000 Kunden, für die das Startup bisher deutlich mehr als zwei Millionen Kilo Metallteile in die Welt verschickt hat. Um all das abwickeln zu können, ist die Zahl der Mitarbeiter zügig angestiegen, auf insgesamt rund 35. Das Fazit der Gründer: Wir sind auf gutem Weg.

Laserhub

Mit Risikokapital nachhaltig unterwegs

Und woher kommt das Kapital? „Wir sind risikokapitalinvestiert“, sagt Christoph. Laserhub investiert aktuell hauptsächlich in Menschen. „Mit diesen Menschen bauen wir möglichst schnell an unserem Geschäftsmodell weiter, um in der Industrie einen Fußabdruck zu hinterlassen und uns da vorwärts zu bewegen. Das heißt, mit diesem Geld von Investoren kaufen wir eine gewisse Schnelligkeit“, erklärt er. Das erklärt auch, dass Laserhub aktuell noch nicht profitabel ist. Denn wenn ein neuer Mitarbeiter kommt, ist er nicht sofort ein Umsatztreiber.

Die wirtschaftliche Abkühlung ist für Laserhub kein Problem. Im Gegenteil. „Wir spüren keinen Geschäftseinbruch, nicht zuletzt deshalb, weil wir de facto die vorher beschriebenen Ineffizienzen aus dem Markt nehmen“, erläutert Adrian. In solchen Zeiten beschäftigt sich die Industrie damit, wie sie effizienter werden kann, und gerade im Einkauf, so sagt man, liege das Geld. Entsprechend die Anstrengungen bei den Einkäufern, hier Geld einzusparen. Davon profitiert Laserhub, weil das Startup gerade hier Lösungen anbietet.

Ambitionierte Ziele realistisch angehen

Wie geht es weiter? Gibt es einen Fünf-Jahresplan. Ja, den gebe es. „Wir haben es mit einer sehr traditionellen Branche zu tun, die noch nicht digital ist. Unser Ziel ist es, diese Branche zu digitalisieren und letztlich an jeder Transaktion im Digitalbereich beteiligt zu sein“, so Christoph. Das könne über das heutige Geschäftsmodell funktionieren, doch es seien darüber hinaus viele andockende andere Geschäftsmodelle möglich, so dass, was auf den ersten Blick sehr groß klinge, wenn man es runterbreche, durchaus ein erreichbares Ziel sei.

„Unser Nahziel ist ganz einfach: Wir vervierfachen den Umsatz von diesem Jahr auf nächstes Jahr.“ Ja, das sei sehr ambitioniert, aber erreichbar und habe zur Folge, dass ein erfolgreiches Startup wie Laserhub weitere Investoren anlocken könne, mit deren Geld die drei Geschäftsführer wiederum in noch mehr gute Leute investieren können.

A propos Investoren. Folgende Tipps legen die drei Gründer potentiellen Gründungswilligen ans Herz: Wenn das Geschäftsmodell auf Venture Capital hinausläuft, müsse man sich im zweiten Schritt überlegen, welche Investoren am besten geeignet sind und auch zu den Gründern und deren Zielen passen. „Mit unseren Themen Code und Personal waren wir zwangsläufig im Thema Risikokapital drin. Dort die richtigen Investoren zu finden, war nicht einfach, wenngleich wir ein gutes Netzwerk in die Branche hatten“, betont Adrian. Weil man mit den Gesellschaftern regelmäßig zu tun hat, bestehe die hohe Kunst darin, die Investoren zu finden, „die über das Investment hinaus wirklich nachhaltig Wert bringen.“ Dazu müsse man mit den Leuten reden, sich auch trauen, eine Tür mal wieder zu schließen. Das braucht Zeit, Mut und Energie.

Die richtigen Kapitalgeber für sich gewinnen

Dann das positive eigene Fazit: „Wir sind super happy mit unseren Investoren. Aber das war ein Prozess von sechs bis neun Monaten, bis wir entschieden: Jetzt machen wir mit denen die Finanzierungsrunde.“ Wichtig sei daher, diesen Selektions- und Werbeprozess nicht zu unterschätzen. „Man sollte auch ein bisschen Spaß daran haben, sich mit klugen Leuten über das Geschäftsmodell und die Vision für das Geschäftsmodell zu auszutauschen.“

Seine Hausaufgaben hat das Gründertrio erfolgreich absolviert. Beim Standortthema Stuttgart schlagen zwei Herzen in der Brust von Adrian, Christoph und Jonas. Das Ökosystem in Stuttgart sei „super“, vor allem im B2B Bereich. „Tolle Kundenbasis, tolle Lieferantenbasis.“ Das Venture Capital allerdings sei anderswo besser ausgeprägt, auch die gesamte unterstützende Infrastruktur um Startups herum. Das Fazit: „Für uns ist Stuttgart der richtige Standort. Klare Nachteile: Stuttgart ist nicht bekannt und auch Baden-Württemberg nicht als Startup Hotspot. Es fehle ein gesunder Pool an Startups, „die auf einer gleichen Ebene oder sogar gerne darüber sind, so dass man sich gut austauschen kann.“

Inzwischen ist das Team sehr international. So könne man wachsen, was mit einem Blick nur auf den regionalen Markt ausgeschlossen sei. Zudem bringe das Mindset mit Leuten von außen, die schon viele Startups gesehen habe, Laserhub definitiv weiter. Mit solchen jungen Talenten gestärkt will Laserhub ein Leuchtturm werden, dessen Erfolge über Stuttgart hinaus nach außen strahlen. Dann das Versprechen: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“

Text und Fotos: S.Roeder

Startup Koena tec spart Energie für Endnutzer und erhielt Anschubhilfe vom M.Tech 

„Energie einzusparen, ist uns eine Herzensangelegenheit“, sagt Manuel Armbruster. „Das hat letztendlich auch den Ausschlag gegeben, dass wir sagten: Wir wollen in diesem Bereich aktiv werden.“ Manuel ist einer der drei Gründer des Stuttgarter Startup Koena tec. Wie Pirmin Boch und Malcolm Yadack kommt er aus dem Energiebereich. Der Motivationsschub entsprang dem Gefühl der Drei, etwas bewegen zu wollen. Orientierungs- und Starthilfe gab es knapp zwölf Monate lang vom Stuttgarter Accelerator M.Tech

Den M.Tech gibt es seit gut zwei Jahren. In dieser Zeit hat das Team mehr als 50 Gründungsvorhaben bei ihrem Gründungsprozess begleitet. Das Gründungsdatum hat Projektleiter Moritz Stahl genau im Kopf: „Uns gibt es seit dem 14. Juli 2017. An diesem Tag übergab uns Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut auf dem ersten Startup-Gipfel in Stuttgart offiziell die Co-Finanzierungserklärung. Damit war das Programm quasi geboren.“ Das M im Namen steht für den Bereich Mobility und Manufacturing, erklärt der Berater.

Moritz und Manuel von Koena

Das Programm, ein Acceleratoren-Programm, richtet sich an in der Frühphase. Aber nicht an x-beliebige, sondern solche, die Mobilität, Manufacturing und Engineering zum Inhalt haben. „Unser USP ist, dass wir nicht den Ansprüchen eines großen Unternehmens genügen müssen, sondern die Gründer neutral begleiten können. Dabei wissen wir eine breite Anzahl von Partnerunternehmen in unseren Reihen, unser sogenanntes Mobility & Manufacturing Board und das kann Türen öffnen“, unterstreicht Moritz die Vorteile von M.Tech. Wie der Name nahelegt, beschleunigt ein Accelerator die Vorgänge, weil er manch eine Klippe zu umschiffen weiß und über ein großes aktives Netzwerk verfügt.

Netzwerken als A und O

Wie aber fanden Manuel, Pirmin, Malcolm von Koena tec und M.Tech zueinander? „Wir von bwcon, kurz fürBaden-Württemberg connected und einer von derzeit fünf Projektpartnern und Initiatoren des M.Tech und hat die inhaltliche Projektleitung. Die andern Partner sind die Landeshauptstadt Stuttgart, WirtschaftsförderungRegion Stuttgart, TTI GmbH und wizemann.space. Bwcon, wo ich angestellt bin, machen schon seit vielen Jahren Vorgründungs- und Gründungsberatung im Technologiebereich. So haben sich auch Manuels und meine Wege schon relativ früh gekreuzt, nämlich Anfang des Jahres 2016“, erinnert sich Moritz. Manuel hatte damals einen der EXIT Hightech Gründungsscheine des Landes Baden-Württemberg ergattert und kam so mit dem Innovationsdienstleister bwcon in Kontakt. „Als Netzwerk kennen wir natürlich viele Leute, Unternehmen und gute Technologie-Startups, die wir aktiv für das M.Tech Programm ansprechen.“ Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte sich das Gründertrio beim M.Tech über die Homepage bewerben können. „Jeder ist meines Erachtens selbst dafür zuständig, sich Programme oder Acceleratoren rauszusuchen, die zur eigenen Person passen“, meint Manuel. 

Die Wahl der drei ehemaligen Absolventen der Hochschule für Technik in Stuttgart fiel nicht auf das Wizemann Space, in dem M.Tech ansässig ist und dessen mietfreie Nutzung für drei Monate Teil der Unterstützung durch den Accelerator ist, sondern auf den Steyg als Aktionsplattform von Koena Tec. Das hat einen rein praktischen Grund: Das Pendeln zwischen den Büros an der Hochschule und den Coworking Spaces im Steyg war räumlich problemlos möglich. Inzwischen haben alle drei Energieexperten ihre Beschäftigungsverhältnisse an der Hochschule gekündigt, um sich ganz auf Koena Tec konzentrieren zu können. Das Programm beim M.Tech Accelerator haben sie abgeschlossen. „Wir sind im November 2018 eingetreten und jetzt beim letzten Mobility Board Meeting im September offiziell verabschiedet worden. Seit zweieinhalb Jahren sind wir mit dem Studium fertig, hatten aber alle für die Anfangsphase der Selbständigkeit noch einen Job nebenher. Jetzt heißt es: Volle Pulle für Koena“.

With a little Help from M.Tech Accelerator

M.Tech sitzt im Wizemann Space nicht zuletzt, weil es ein Partner im Accelerator-Konsortium ist und in diesem Co-Working Space die Veranstaltungen von M.Tech stattfinden und eben auch Gründer hier arbeiten können. „Im Wizemann zu arbeiten, ist ein Angebot von uns, es ist kein Muss-Kriterium“, erklärt Moritz und fügt hinzu, dieses Angebot rühre nicht zuletzt daher, dass der M.Tech Accelerator Gründungsvorhaben in einer frühen Phase unterstützt. Denn, so weiß der Projektleiter aus Erfahrung: „Manche liebäugeln mit dem Gründungsvorhaben, haben aber auch noch eine feste Anstellung. Das bedeutet: Sie haben gar nicht die Kapazität, Vollzeit an ihrer Gründung zu arbeiten. Denen soll aber auch die Möglichkeit gegeben werden, in einem neutralen Umfeld einen potenziellen Kunden oder Partner zu treffen.“ Im Übrigen sei es ein Grundcharakteristikum des M.Tech Programms, dass man an ihm auch quasi von auswärts teilnehmen könne. „Um an den entscheidenden Veranstaltungen teilzunehmen, muss man nicht dauerhaft vor Ort sein aus Sorge, etwas zu verpassen.“ 

Die Auswahl der Gründungsvorhaben, die M.Tech inhaltlich unterstützt, geht über eine klassische Anfrage seitens der Gründer. „Wenn die Förderlinie und Branchenfokus passen, dann erörtern wir in einem persönlichen Gespräch das beiderseitige Commitment. Also, ob wir einerseits die Anforderungen des Gründungsvorhabens erfüllen können. Wir sind da transparent, versprechen nichts, was wir nicht halten können“, betont Projektleiter Moritz. Genauso schaue man, ob es sinnvoll ist, das ausgelobte Gründungsvorhaben aufzunehmen. 

Generell sei zu beachten, dass sich in der Gründungsphase die Geschäftsmodelle oder Anwendungsfelder von Startups schnell ändern können. „Man muss ein bisschen über den Tellerrand blicken und abwägen, ob die Branche die richtige ist, oder ob das Startup nicht vielleicht zunächst in einem anderen oder nahen Anwendungsfeld schneller Fuß fassen kann. Aber das ist alles ein Prozess, den man im Programm erarbeiten kann“, unterstreicht Moritz mit Nachdruck die Vorteile des Accelerators mit angeschlossenem Mentoring. „Wir können Türen öffnen, durchgehen müssen die Gründer allein.“

Zielsetzung bei M.Tech

Was ist die Zielsetzung des M.Tech Accelerator? Zielgruppe sind Gründungsvorhaben aus dem Mobilitäts- und Produktionsbereich. „Das kann relativ breit gefasst sein, kann Hardware sein, kann Software sein, kann eine Mischform sein. Da sind wir recht flexibel“, beschreibt Moritz die Auswahlkriterien und ergänzt: „Uns geht es darum, den Fit mit den Partnerunternehmen herzustellen“ Logisch, denn je besser das Zusammenspiel mit den Partnerunternehmen, desto höher die potenziellen Synergien für alle Beteiligten. Wesentlich dabei ist, dass die Partnerunternehmen interessant sind für die Gründer, dass sie attraktive Mehrwerte liefern können, Anwendungsfelder liefern können, im Zweifel Kapital liefern können. Und dass die Gründer ihrerseits eine interessante Technologie für die Partnerunternehmen darstellen. Für den M.Tech Accelerator bedeutet dies, „mit unserem Programm Gründungsvorhaben in einer vorwettbewerblichen Phase idealerweise bis hin zur Marktreife hin zu entwickeln.“ Sei es, dass es zur ersten Pilotanwendung im Markt kommt, dass das Startup erste Aufträge erhält oder das erste Kapital akquiriert.

Finanziert wird der M.Tech Accelerator als einer der Startup BW Landesacceleratoren, deren Programm unter anderem vom Wirtschaftsministerium und Geldern des Europäischen Sozialfonds gefördert wird.

Aktuelles Thema: Stabilisieren des Stromnetzes

Was ist das Geschäftsmodell von Koena tec, das M.Tech unterstützt? „Unsere ganz große Vision ist, dass wir mit unserem System das Stromnetz stabilisieren“, sagt Manuel, der bei Koena den Part des Geschäftsführers innehat. Diese Vision steckt programmatisch im Namen des Startup. Denn koena steht hawaianisch für stabilisieren und balancieren. Warum hawaianisch? Ist einer der Gründer passionierter Surfer? „Nein. Auf der Suche nach einem Namen, fanden wir, dass der Name sich einfach gut anhört“, sagt er lachend.

Aus dem Anliegen, grundsätzlich Energie einsparen zu wollen, entstand die Idee, in diesem Bereich professionell aktiv zu werden. Die Idee zu Koena Tec entstand dann Schritt für Schritt. „So ist das meines Erachtens immer bei Ideen. Es war also nicht so, dass wir die Idee hatten: Wir sparen im Gastronomiebereich Energie ein und machen das genau so, wie das Produkt auf dem jetzigen Stand dasteht. Denn ich glaube, man hat nie das fertige Produkt“, erklärt Manuel den Entwicklungsprozess. Gerade deshalb sind Acceleratoren wie M.Tech so wichtig, weil sie mit Rat und Tat zur Seite stehen können.

Wären auch andere Acceleratoren in Frage gekommen? „Klar“, sagt Manuel. Schließlich recherchiere man, wo und wie man mit seiner Gründungsidee am besten weiterkommen könne. „M.Tech war immer schon auf dem Schirm, weil die gut zu uns passen. Aber ich glaube, man muss sich nicht auf einen beschränken. Wir haben auch noch mit ein paar anderen gesprochen. Wenn ein anderer auch gepasst hätte, dann wären es eben zwei gewesen.“ Tatsächlich komme vielleicht bald ein neuer Accelerator bei Koena Tec dazu. „Dazu“, das sagt er ganz bewusst. Man solle den Begriff Accelerator nicht auf die Vorgründungsthematik beschränken. Vom Netzwerk eines Accelerators könne Koena auch weiterhin profitieren. Moritz nickt zustimmend.

Oh-Je-Tage überstehen 

Schon mal überlegt, alles hinzuwerfen, weil der Druck zu groß, die Angst vor der eigenen Courage übermächtig wurden? Manuel schüttelt entschieden den Kopf. Wenn ein Startup eine Gründungsidee hat, dann wolle es das auch mit Commitment vorantreiben. Muss der Accelerator dennoch einen gewissen Erfolgsdruck ausüben? Wiederum Kopfschütteln. „Druck entsteht da von ganz allein“, weiß Moritz. „Jedes gute Startup geht ambitioniert vor. Da müssen wir nicht noch Druck schüren. Wenn wir der ausschlaggebende Hebel wären, dass etwas geschieht, dann würde die Geschäftsidee am Markt relativ schnell untergehen.“ 

Koena Tec sieht sich gut aufgestellt. „Auch im Team haben wir uns sehr gut entwickelt, haben unsere Aufgaben gut verteilt, stehen jetzt wo wir stehen und sind motiviert, weiterzumachen.“ Klar, Momente des Zauderns habe jeder, nach dem Motto: „Oh Gott, was habe ich mir da bloß angetan“? Das, so Manuels Überzeugung,  sei „grundsätzlich auch ein Moment, den man miterleben muss. Aber ich glaube, bei uns war es nie so, dass die Gefahr bestand, dass einer hinschmeißen würde.“ 

Region mit viel Potenzial – „Da kommt noch einiges“

Den Vorwurf, Deutschland kleckere mit Unterstützung finanzieller wie ideeller Art, wo Länder wie die USA, China oder Israel klotzen, will Manuel nicht teilen. Er könne keine Vergleiche mit Ländern wie Amerika anstellen, weil er es nicht selbst erlebt habe. Mit Sicherheit gebe es aber dort wie auch hierzulande Vor- und Nachteile. „Es ist immer leicht, sich zu beschweren. Ich will nicht jammern, das hat keinen Sinn. Zumal ich glaube, dass es uns hier in Stuttgart ganz gut geht. Da wächst etwas heran und da ist in den letzten Jahren auch schon viel passiert und ich glaube, da wird auch in den nächsten Jahren noch viel passieren.“ Kurzum: Koena Tec sieht sich in Stuttgart „in einer ganz guten Umgebung. Das ist wichtig.“

Hat Tipps für andere Gründungswillige parat? „Nun packe ich vermutlich wohl bekannte Phrasen aus. Trotzdem befolgen wir sie bei Koena: Nicht aufgeben! Immer dran bleiben! Einfach machen, wenn man eine Idee hat! Und immer schön fokussiert bleiben!“ 

Text und Foto: S.Roeder

Das nächste Gründergrillen #79 findet am 16. Oktober in der Schankstelle statt.

Wir freuen uns auf einen tollen Abend mit unserem Sponsor PKF WULF & Partner.

PKF WULF & PARTNER ist Euer Start-up Experte aus der Region mit überregionalen Kontakten, diese Mal beim Gründergrillen #79.

Sie unterstützen Euch bei

  • der Wahl der Rechtsform, Implementierung steuerlich optimaler Holdingstrukturen sowie der Gründung der Gesellschaften
  • der digitalen Übernahme der Finanzbuchführung und Gehaltsbuchführung
  • der Erstellung von Jahresabschlüssen und Steuererklärungen
  • anstehenden Finanzierungsrunden
  • Due Diligence Prüfungen

Der Branchenschwerpunkt liegt auf der ganzheitlichen Beratung von Start-ups. Näheres hierzu auf der Internetseite: https://www.pkf-stuttgart.de/Schwerpunkte/Branchen/Start-ups-10486

Kommt zum Gründergrillen #79 und informiert euch!

Unser kleines, aber feines Programm:

• 19:00Uhr: Gründergrillen beginnt
• 20:30 Uhr Der Speaker-Slot mit offenen Pitches: Startups stellen sich vor (normale Pitches, keine Anmeldung erforderlich)
• ca. 21:15 Uhr: Drinks n´ Chat

Wir freuen uns auf unseren Sponsor PKF und EUCH. Nutzt die Chance und stellt euch und euer Startup beim Gründergrillen #79 am 16.10 in der Schankstelle vor!

Euer Startup Stuttgart Team!

Hinweis:
Während der Veranstaltung werden Foto-/Film- und Tonaufnahmen erstellt, welche zum Zwecke der Veröffentlichung auf unserer Vereinswebseite www.startup-stuttgart.de und/oder unseren Social Media Kanälen verwendet werden. Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklärst Du dich mit der Veröffentlichung von Fotos/Videos einverstanden, auf denen auch Du abgebildet bist.

Das nächste Gründergrillen #78 findet am 24.September in der Schankstelle statt.

Wir freuen uns auf einen tollen Abend mit unserem Sponsor STARTUP AUTOBAHN.

STARTUP AUTOBAHN ist eine Innovationsplattform mit offenen Türen für Entrepreneure aus dem Mobilitätsbereich. Sie vermittelt zwischen Startups und Großkonzern und bringt damit spezifisches Tech-Know-how mit umfassender Automotive-Kompetenz zusammen. Ziel dabei: In 100 Tagen herausfinden, ob man für Kooperation oder Investment zusammen kommt.

Los geht es mit einem weltweiten Scouting aus mehr als 1000 Startups. In intensiven Arbeitsphasen mit unseren Fachexperten bewerten und filtern wir die Startups nach Themenclustern und qualifizieren ca. 30 zukunftsfähige Startups.

Jetzt wird’s spannend. Als potentieller Lieferant starten Startups zusammen mit der Daimler AG in 100 Tagen ein gemeinsames Pilotprojekt.

Den Abschluss krönt der finale Expo Day. Zwei Mal im Jahr stellen die Zukunftsträger ihre wegweisenden Pilotprojekte vor, rund um das umfassende Feld der Zukunft der Mobilität und der Produktion.

Kommt zum Gründergrillen #78 und informiert euch!

Unser kleines, aber feines Programm:

• 19:00Uhr: Gründergrillen beginnt
• 20:30 Uhr Der Speaker-Slot mit offenen Pitches: Startups stellen sich vor (normale Pitches, keine Anmeldung erforderlich)
• ca. 21:15 Uhr: Drinks n´ Chat

Wir freuen uns auf unseren Sponsor STARTUP AUTOBAHN und EUCH. Nutzt die Chance und stellt euch und euer Startup beim Gründergrillen #78 am 24.9 in der Schankstelle vor!

Euer Startup Stuttgart Team!

Hinweis:
Während der Veranstaltung werden Foto-/Film- und Tonaufnahmen erstellt, welche zum Zwecke der Veröffentlichung auf unserer Vereinswebseite www.startup-stuttgart.de und/oder unseren Social Media Kanälen verwendet werden. Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklärst Du dich mit der Veröffentlichung von Fotos/Videos einverstanden, auf denen auch Du abgebildet bist.