Diese Woche haben wir unsere 10 Fragen an das Team von Talentcube gestellt, die mit ihrer App den Rekrutierungsprozess in Unternehmen revolutionieren möchten.

Wer seid ihr und welches Produkt oder Dienstleistung bietet ihr an?

Wir sind die drei Gründer (Sebastian, Sebastian und Hendrik) der mobilen Bewerbungsplattform Talentcube. Bei uns können Unternehmen ihren Bewerbern eine sehr einfache und gleichzeitig authentische Möglichkeit bieten, sich direkt per Smartphone bei ihnen zu bewerben. Bei der Talentcube-Bewerbung liegt der Fokus auf der Persönlichkeit des Bewerbers, die in klassischen Bewerbungsunterlagen schlichtweg nicht zum Ausdruck kommt. Da die Persönlichkeit eines Bewerbers aber ein entscheidendes Kriterium bei der finalen Personalauswahl ist, werden heutzutage bis zu 50% der Vorstellungsgespräche umsonst geführt. Allzu oft erkennt man schon nach 3 Minuten, dass man sich das ein oder andere Vorstellungsgespräch hätte sparen können. Der Clou bei unserer Bewerbung, die Kandidaten antworten bereits bei der Bewerbung auf explizite Fragen des Unternehmens und zeichnen ihre Antworten mit der Frontkamera ihres Smartphone auf.

Seit wann gibt es Euch als Unternehmen und wie seid ihr auf die Gründungsidee gekommen?

Die Talentcube UG gibt es seit August diesen Jahres, an der Idee und dem Konzept hinter Talentcube arbeiten wir schon deutlich länger. Im Frühjahr 2014 machten wir uns das erste mal explizit Gedanken dazu, wie umständlich es ist, sich bei Unternehmen zu bewerben. Allein das Anschreiben nimmt Stunden oder Tage in Anspruch. Gleichzeitig haben wir erkannt, dass der klassische Bewerbungsprozess mit CV und Anschreiben nicht auf dem Smartphone umsetzbar ist und man für eine “saubere” Bewerbung immer noch einen PC braucht. Vor dem Hintergrund, dass bereits heute zwei von drei Kandidaten ein Smartphone für die Jobsuche verwenden und sich mehrheitlich auch einen mobilen Bewerbungskanal von Unternehmen wünschen, wollten wir herausfinden wie eine mobile Alternative aussehen muss. Wir haben daraufhin mit einer Reihe von Unternehmen untersucht, worauf es denn wirklich beim Kennenlernen und Sichten von Bewerbern ankommt. Wir mussten feststellen, dass Bewerbungsschreiben aufgrund mangelnder Aussagekraft zweitrangig sind oder zum Teil gar keine Rolle im Entscheidungsprozess mehr spielen. Dann war die Frage, wodurch das überflüssige Anschreiben ersetzt werden muss. So sind wir auf die Video-Bewerbung gekommen.

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Was habt ihr vorher gemacht und wie habt ihr als Team zueinander gefunden?

Wir kennen uns seit Beginn unseres gemeinsamen Studiums der Wirtschaftsinformatik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg 2008 hier in Stuttgart. Danach haben wir noch einige Jahre Berufserfahrung in großen deutschen Unternehmen gesammelt bzw. noch ein Masterstudium drauf gesetzt. Man kann also sagen, dass wir uns schon lange als Freunde kannten bevor wir nun auch Geschäftspartner geworden sind.

Was waren bei der Umsetzung von Talentcube bisher die größten Herausforderungen?

Nachdem die Entscheidung getroffen war, dass wir uns Vollzeit dem Vorhaben Talentcube widmen wollen, stellte sich natürlich zunächst einmal die Frage, wie wir Produktentwicklung und Markteintritt bei fehlendem Gehalt am Anfang stemmen können. Wir haben uns daraufhin über die Hochschule Esslingen auf das EXIST-Gründerstipendium beworben. Dies war natürlich mit einigem Aufwand verbunden und hat speziell in der Anfangsphase auch viel Zeit gekostet. Nachdem die Finanzierung für das erste Jahr soweit gesichert war stand dem Start der Plattformentwicklung nichts mehr im Wege. Da wir die aktuelle Version der Plattform komplett selber entwickelt haben, mussten wir uns natürlich auch hier mit einigen Themen auseinandersetzen, die neu für uns waren. Eine weitere Herausforderung speziell zu Beginn war natürlich das ganze Thema Vertrieb. Wie gewinnen wir unsere ersten Partnerunternehmen, die Talentcube als Bewerbungsmöglichkeit anbieten? Aber auch diese Hürde konnten wir meistern und haben drei Wochen nach Start unser Plattform bereits über 40 Partnerunternehmen generieren können. Mittlerweile kommen Unternehmen bereits direkt auf uns zu, was natürlich bestätigt, dass das Thema Mobile Recruiting bei Unternehmen zurecht immer relevanter wird.

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Talentcube_App

Mittlerweile versuchen sich ja einige Plattformen (online und mobil) daran, Recruiting spannender und erfolgreicher für Unternehmen zu gestalten. Wo seht ihr eure Schwerpunkte und Alleinstellungsmerkmale in der Positionierung gegenüber anderen Anbietern?

Das ist richtig, in der HR-Branche tut sich aktuell Einiges. Immer mehr Unternehmen stellen fest, dass sich die Art sich zu Bewerben seit Jahrzehnten nicht wirklich geändert hat, obwohl sich die Bedürfnisse der heutigen Bewerber aufgrund technologischer und generationsbedingter Entwicklungen drastisch gewandelt haben. Heutzutage herrscht ein nie da gewesenes Selbstverständnis gegenüber mobilen Anwendungen. Was uns von Wettbewerbern unterscheidet? Talentcube ist 100% mobil, jedoch nicht auf Kosten der Qualität. Unser Schwerpunkt liegt klar auf einem mobilen Bewerbungsprozess, der nicht an Aussagekraft einbüßt, sondern mit den Möglichkeiten mobiler Endgeräte sogar verbessert wird.

Warum habt ihr Euch für Esslingen/ Stuttgart als Standort entschieden und nicht wie viele andere Startups für Berlin?

Hier in Stuttgart hatten wir natürlich schon einige wertvolle Kontakte, die uns speziell in der Anfangsphase geholfen haben. Mit der Hochschule Esslingen arbeiten wir durch das Gründerstipendium eng zusammen und haben hier auch einen Mentor, der uns seit Beginn des Projekts begleitet und immer mit Rat und Tat zur Seite steht. Außerdem bietet die Metropolregion Stuttgart, mit den vielen Branchen und zahlreichen Firmen von Kleinstunternehmen bis Großkonzern einen guten Nährboden für unsere ersten Schritte. Nicht zuletzt ist ja Stuttgart bekannt für erfolgreiche und solvente Unternehmen, die auch in Innovationen investieren können.

Was möchtet ihr Gründern speziell als Tipp mitgeben, wenn sie in Stuttgart (und der Region) gründen möchten?

Validieren und machen! Viele haben gute Ideen tun sich dann allerdings schwer, diese auch wirklich umzusetzen. Ob eure Idee das Zeug dazu hat wirklich zu einem Produkt zu werden, das sich am Markt etablieren kann, werdet ihr nur herausfinden, wenn ihr den Schritt wagt und diese auch versucht in der Realität umzusetzen. Wenn ihr alleine unterwegs seid, nutzt bestehende Netzwerke um Gleichgesinnte zu treffen, die euch bei der Realisierung eurer Pläne helfen. Also wartet nicht länger sondern schreitet zur Tat!

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Angenommen ihr hättet die Chance einen Tag lang Bürgermeister von Stuttgart zu sein, was würdet ihr verändern?

Hmm, das ist eine gute Frage, wahrscheinlich würden wir die Gunst der Stunde dazu nutzen, um für Startups mehr Räumlichkeiten zum gemeinsamen Arbeiten zu schaffen. Große Flächen auf denen man sich begegnen und austauschen kann, die von jungen Gründern kostenfrei genutzt werden können, wären eine ideale Möglichkeit um weitere Gründungsinteressierte nach Stuttgart zu locken. Außerdem würden wir Startups subventionierten, die endlich mal fliegende Autos erfinden, mit denen man die lästigen Stauzeiten umgehen kann.

Mit wem würdet ihr gerne einmal essen gehen und warum?

Mit Gandhi, Mandela, Musk, Branson und Jobs, um aus erster Hand zu erfahren, wie man mit dem Status Quo bricht, groß denkt und seinen Überzeugungen treu bleibt.

Wo seht ihr Talentcube heute in fünf Jahren?

Talentcube hat sich als Bewerbungsstandard etabliert und ist nicht nur in Deutschland bekannt und im Einsatz sondern in ganz Europa.

Diese Woche haben wir unsere 10 Fragen dem Reparando-Team gestellt, die einen mobilen Smartphone-Reparaturservice mit Hauptsitz in Stuttgart an den Start gebracht haben.

Wer seid ihr und welches Produkt oder Dienstleistung bietet ihr an?

Wir sind Reparando, ein deutschlandweiter mobiler Smartphone-Reparaturservice. Das Unternehmen haben Jakob Schoroth, Till Kratochwill und Vincent Osterloh mit Unterstützung von Peter Ambrozy und Feliks Eyser gegründet. Mit unserem mobilen Service reparieren wir z.B. kaputte Displays und Akkus von iPhones und Samsung Galaxy Smartphones. Unseren Service bieten wir bereits in sieben Städten in Deutschland an. Weitere Städte folgen in den nächsten Wochen.

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Seit wann gibt es Euch als Unternehmen und wie seid ihr auf die Gründungsidee gekommen?

Wir sind Mitte Juli diesen Jahres gestartet. Auf die Idee sind wir gekommen, da wir alle Lust hatten ein Unternehmen aufzubauen, bei dem wir echte Kundenprobleme lösen. Zugleich haben wir gesehen, dass im Markt für Smartphone-Reparaturen eine enorme Nachfrage besteht. Vincent hatte bei seinem vorherigen Unternehmen pc-hilfe.de immer mehr Anfragen im Smartphone-Bereich und so haben wir uns die Frage gestellt, warum es für Smartphone-Reparaturen noch keinen mobilen Service mit einer einheitlichen deutschlandweiten Marke gibt. Je mehr wir uns mit dem Thema beschäftigt haben, umso mehr Lust haben wir bekommen in diesem Markt Gas zu geben und ein optimales Serviceerlebnis für unsere Kunden zu entwickeln.

Was habt ihr vorher gemacht und wie habt ihr als Team zueinander gefunden?

Jakob und Vincent kennen sich von ihrem gemeinsamen Master-Studium an der WHU in Vallendar. Vincent hat zuvor seinen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen absolviert und im Anschluss daran bei SwipeGood in Palo Alto und bei Team Europe in Berlin gearbeitet. Schon zu Schulzeiten hatte er das Unternehmen pc-hilfe.de gegründet und zu Ende des Bachelor-Studiums St. ERHARD mitgegründet. Jakob hat nach dem Bachelor an der WHU zwei Jahre als Unternehmensberater bei der Boston Consulting Group gearbeitet. Till und Vincent kennen sich vom Bachelor-Studium an der Zeppelin Universität. Till hat im Anschluss daran vier Jahre lang als Unternehmensberater bei Bain & Company in Zürich gearbeitet und schließt gerade seinen INSEAD MBA in Singapur ab.
Peter und Feliks sind in der Stuttgarter Startup-Szene keine Unbekannten und kannten sich bereits von edelight (Exit an Burda), RegioHelden (Exit an Ströer Group) und Mädchenflohmarkt. Zu fünft wir haben uns dann aktiv zu Geschäftsmodellen im Smartphone-Markt ausgetauscht und dann sehr schnell entschieden das Thema gemeinsam anzugehen.

Was waren bei der Umsetzung von Reparando bisher die größten Herausforderungen?

Eine große Herausforderung war es sicherlich, den selbst gesetzten Ansprüchen gerecht zu werden. Wir wollten von Anfang sehr schnell wachsen, allerdings niemals zu Lasten der Kundenzufriedenheit. Das ist gerade am Anfang nicht immer einfach und man muss extrem priorisieren. Allerdings konnten wir Dank der aktiven Unterstützung von Peter und Feliks viele unserer Herausforderungen recht gut meistern, da die beiden viele der Problematiken aus eigener Erfahrung kannten.

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Es gibt ja mittlerweile viele, meist lokal aktive Smartphone-Reparaturanbieter. Wo seht ihr eure Schwerpunkte und Alleinstellungsmerkmale in der Positionierung gegenüber anderen Anbietern?

Wir heben uns im Wesentlichen durch drei Dinge ab. Zum einen bieten wir im Gegenteil zu lokalen Ladengeschäften unseren mobilen Vor-Ort-Service an. Das heißt, wir kommen zum Kunden nach Hause oder ins Büro und reparieren das Gerät innerhalb von 45 Minuten beim Kunden vor Ort. Somit können wir dem Kunden die schnellstmögliche Reparatur seines Handys ermöglichen. Zudem kann der Kunde bei der Reparatur dabei sein, was insbesondere bei vertraulichen Daten sehr geschätzt wird.
Im Unterschied zu lokalen Anbietern sind wir als deutschlandweite Smartphone-Reparatur Marke zudem überregional aktiv. Das kommt natürlich bei Unternehmenskunden mit mehreren Standorten besonders gut an, da man in jeder Stadt auf das gleiche Unternehmen vertrauen kann.
Weiterhin heben wir uns durch unsere Prozessqualität ab. Vom Einkauf bis zur Rechnungsstellung achten wir auf eine weit überdurchschnittliche Prozessqualität, was die Anzahl der Reklamationen sehr niedrig hält und eine überdurchschnittlich hohe Kundenzufriedenheit ermöglicht.

Ihr seid kürzlich extra nach Stuttgart gezogen, um Reparando an den Start zu bringen. Warum habt ihr Euch für Stuttgart als Standort entschieden und nicht wie viele andere Startups für Berlin?

Wir glauben, dass es in Deutschland viele tolle Städte gibt um ein Startup zu gründen. Für uns war der klare Vorteil, dass mit Peter und Feliks unsere Gründungsinvestoren hier sind und uns mit ihrem Netzwerk in Stuttgart helfen konnten extrem schnell zu starten. Zudem hatte Vincent sein erstes Unternehmen ebenfalls in der Stuttgarter Region aufgebaut, daher wussten wir bereits, dass wir hier keine Probleme haben werden talentierte und motivierte Mitarbeiter zu finden. Nicht zuletzt war Stuttgart mit seiner hohen Kaufkraft und dichten Besiedlung für die anfängliche Pilot-Phase optimal geeignet. Am Ende des Tages ist es unserer Meinung nach nicht entscheidend, wo man gründet, sondern dass man jeden Tag alles dafür gibt, den höchstmöglichen Nutzen für seine Kunden zu generieren. Das gilt im Valley genauso wie in Berlin oder Stuttgart.

Was möchtet ihr Gründern speziell als Tipp mitgeben, wenn sie in Stuttgart (und der Region) gründen möchten?

Als Einstieg sind sicherlich Veranstaltungen wie das Gründergrillen, die Veranstaltungen am Startup Campus Stuttgart oder das Startup Weekend sehr hilfreich. Darüber hinaus können wir nur empfehlen sich mit möglichst vielen anderen Gründern aus der Region zu treffen und so das persönliche Netzwerk zu erweitern. Was der Region hier sicherlich gut tun würde wäre, wenn mehr Gründungsinteressierte sich zutrauen richtig groß zu denken. Erfolgreiche Startups wie TeamViewer, RegioHelden, fahrrad.de, Hockey App, Smoope oder Mädchenflohmarkt zeigen, dass Stuttgart eine super Stadt ist um erfolgreiche Startups mit großen Visionen aufzubauen. Wenn jeder Gründer hier täglich Gas gibt um das Maximum aus sich selbst und seinem Unternehmen herauszuholen werden wir bald noch viele weitere vielversprechende Startups aus Stuttgart sehen.

Angenommen ihr hättet die Chance einen Tag lang Bürgermeister von Stuttgart zu sein, was würdet ihr verändern?

Wir würden an diesem Tag alles daran setzen, einen Startup-Beauftragten zu etablieren, der sich ausschließlich für die Belange von jungen Unternehmen in der Region einsetzt.

Mit wem würdet ihr gerne einmal essen gehen und warum?

Wir würden gerne mal wieder mit dem gesamtem Reparando-Team essen gehen um uns in Ruhe mit allen Mitarbeitern auszutauschen, deren unglaublichen Einsatz wir sehr zu schätzen wissen.

Wo seht ihr Reparando heute in fünf Jahren?

Momentan fokussieren wir uns sehr stark auf die aktuellen Aufgaben und das Wachstum in den nächsten Monaten. Wir haben extrem ambitionierte Pläne mit Reparando und hoffen, dass wir in fünf Jahren unsere großen und wichtigen Ziele weitestgehend erreicht haben. Eines davon ist, dass wir möglichst vielen Menschen geholfen haben wollen, ihr Smartphone als unverzichtbaren täglichen Begleiter schnellstmöglich wieder einwandfrei nutzen zu können.

Vielen Dank für das interessante Interview und weiterhin viel Erfolg!

Das Interview wurde von Michael Aechtler geführt.
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Herzlichen Glückwunsch zum nun bekannt gewordenen Exit der RegioHelden an die Ströer Digital Media GmbH. Kam die Gelegenheit zu dem Deal eher spontan oder war er lange geplant? Was ist die Geschichte hinter dem Deal?

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Vielen Dank. Spontan war das nicht. Wir reden mit Ströer schon seit ca. 1,5 Jahren. Dieser kam damals über einer unserer Beiräte. Im Januar diesen Jahres haben wir die Gespräche intensiviert. Im Februar haben wir dann einen operativen Test durchgeführt und Mitarbeiter von Ströer haben unsere Produkte mit zu ihren Kunden genommen. Es lief gut, so dass wir das im März / April weiter gesprochen haben. Anfang Mai hat dann die heiße Phase begonnen. Ab dann ging es relativ schnell. Innerhalb von weniger als 6 Wochen haben wir den Deal über die Bühne gebracht.

Kannst Du bzw. magst Du etwas zu den Details des Deals verraten? Zum Beispiel über die Höhe der Summe, die RegioHelden nun von Ströer erhalten hat und was mit der Geschäftsführung und den Mitarbeitern passiert?

Zur Höhe kann ich nichts sagen. Nur dass es für alle Beteiligten ein sehr guter Deal ist. Für Ströer, die nun ihr lokales Geschäft erweitert haben natürlich ebenso. Was die Mitarbeiter angeht, werden natürlich alle weiter beschäftigt. Der Deal wurde nicht gemacht um Kosten zu sparen, sondern um den Umsatz und den Kundenstamm auszubauen und die Vertriebsstärke von Ströer zu nutzen. Aus diesem Grund bleibt auch die gesamte Geschäftsführung weiter im Unternehmen. Wir haben vor Großes zu erreichen. Und das gemeinsam mit Ströer. Deswegen bin ich auch weiterhin beteiligt und halte immer noch 10% an RegioHelden.

Wie sehen dabei die konkreten Ziele aus?

Im Prinzip haben wir dasselbe Ziel wie vor dem Deal auch. Wir wollen die Branchenbücher und Tageszeitungen ersetzen und regionalen Unternehmen die Vermarktung im Internet ermöglichen. Früher hatte der lokale Friseur nur die Möglichkeit in gelben Büchern zu werben oder Anzeigen in lokalen Tageszeitungen zu schalten. Heute muss er ins Internet. Und gemeinsam mit Ströer wollen wir hier national die Nummer 1 werden. Wir wollen ein Business schaffen, das in der Lage ist einen dreistelligen Millionenbetrag umzusetzen. Ströer ist ein sehr großes Unternehmen, welches bereits in der Außenwerbung bewiesen hat, dass es dazu in der Lage ist. Nun gilt es, dies auch im Bereich der regionalen Digitalvermarktung zu erreichen.

Wie wichtig war das Ambrozy Netzwerk? (Anmerkung de Redaktion: Gemeint ist Peter Ambrozy, Co-founder von edelight, Mädchenflohmarkt usw.)

Peter war stark involviert, hat auch in den Verhandlungen geholfen und mich als Sparringspartner unterstützt. Er kennt auch die beteiligten Personen von Ströer, mit dem wir verhandelt haben und hat uns hier natürlich unterstützt.

War der Standort Stuttgart für den Deal relevant?

Für den Deal hatte der Standort keine direkte Relevanz, da wir sowieso Deutschlandweit unterwegs sind. Ströer sitzt in Köln, wir in Stuttgart. Da gibt es sicher schlechtere Zugverbindungen.

Ein Exit in der Größe ist in Stuttgart noch kein Alltag. Was glaubst Du ist nötig, damit es in Stuttgart mehr solcher Exits geben wird?

Grundsätzlich ist es ein einfaches Zahlenspiel. In Berlin finden viele Deals statt, weil es einfach auch viele Startups gibt. Stuttgart hat hier klar Nachholbedarf.

Also meinst Du nicht, dass es Stuttgart z.B. an einer Infrastruktur für Startups fehlt?

Nein, sicher nicht. Ich glaube nicht, dass solche Deals nicht öfter vorkommen, weil es an einer Infrastruktur fehlt oder Kontakte mangeln. Das Gründungsverhalten ist noch zu schwach. Vielleicht geht es den potenziellen Gründern hier zu gut. Sie gehen nach dem Studium zu Porsche, IBM, Daimler oder sonst einem der vielen großen Konzerne in der Gegend, statt selbst zu gründen.

Siehst Du Dich selbst in Zukunft als Business Angel?

Das ist nicht ausgeschlossen, aber ich werde keinen Fokus darauf haben. Ich bin natürlich nach wie vor zu 120% für die Helden aktiv. Nebenbei habe ich ein paar kleine Investments, wie z.B. bei Mädchenflohmarkt und werde in naher Zukunft noch eine neue Beteiligung in Stuttgart eingehen. Natürlich auch im Internet-Bereich. Aber ich denke, dass Fokus ein wichtiges Thema ist. Sollte in Stuttgart etwas Interessantes auftauchen, schaue ich mir das natürlich an und unterstütze wo ich kann.

Gibt es denn momentan Startups in Stuttgart, die für dich interessant sind?

Natürlich ist Mädchenflohmarkt super spannend (lacht). Von Maria, Thorsten und dem Team wird man noch einiges hören.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg weiterhin mit RegioHelden!

Ein Jahr nach dem ersten Stuttgarter NEXT Pre-Accelerator Programm lassen zwei Teams ihre Erfahrungen Revue passieren. Im zweiten Teil reflektiert das Team von Agenturmatching.

Was macht Agenturmatching?

Mit Agenturmatching ist die Agentursuche endlich einfach. Auftraggeber finden auf einen Blick alle entscheidenden Informationen (Expertise, Erfahrung, Persönlichkeit) über eine Agentur (bspw. Werbung, PR, Digital) und können so direkt entscheiden, welche Agenturen für ihre individuellen Ansprüche infrage kommen. Wir sind drei Gründer (Christine Tesch, Axel Roitzsch, Sophie Schade) und arbeiten dank der Exist­-Förderung seit April 2014 in Vollzeit an Agenturmatching. Derzeit erweitern wir unser Team. Wenn du unser Startup spannend findest und mit anpacken möchtest, dann melde dich bei uns.

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Was hat sich seit NEXT bei euch getan?

Ende März haben wir die Beta­Version von Agenturmatching gelauncht und sind überwältigt von der positiven Resonanz, täglich melden sich neue Agenturen auf unserer Plattform an. Bis dahin war es ein spannender Weg: Nach der konkreten Identifizierung des Problems mithilfe zahlreiche Kundeninterviews entwickelten wir eine erste Lösung. Diese war allerdings suboptimal weshalb wir die Richtung verändert und eine neue Lösung entwickelt haben (sog. Pivot). Diesmal haben wir eng mit unseren Kunden zusammengearbeitet (je 6 Pilotkunden auf Agentur­- sowie Unternehmensseite) und haben den heutigen Produktstand iterativ entwickelt. Nach der technischen Umsetzung folgte der Beta­Launch und die Gründung unserer eigenen GmbH.

Wie hat NEXT euren Alltag beeinflusst?

Wir standen damals noch ganz am Anfang. Unser Exist­-Förderjahr hatte gerade begonnen. EXTt hat unseren Blick in Richtung Lean Startup geschärft. Wir gingen davon aus, zügig mit der Programmierung loslegen zu können – bei NEXT wurde uns dann aber Prototyping ans Herz gelegt um herauszufinden, ob wir auch das richtige vorhaben. Es galt also lieber erstmal das Produkt aufzuzeichnen bzw. ein Mockup zu erstellen und dazu Feedback von Kunden einzuholen, bevor umsonst teurer Code geschrieben würde. So startete die Programmierung dann erst im Januar dieses Jahres. Das Prinzip des “Vorher-­Testens” haben wir verinnerlicht.

Inwieweit haben euch die Kontakte zu Startups und Mentoren weitergeholfen?

Bei NEXT haben wir eine Mentorin gefunden, die unser Team seitdem begleitet. Regelmäßig diskutieren wir den aktuellen Stand und akute Fragen. Die Sicht von außen wirft Gedanken auf oder zeigt uns Lösungswege für Probleme, die man als Gründer manchmal selbst nicht mehr im Blick hat. Das hilft zum einen fokussiert zu bleiben, zum anderen stärkt es den Rücken in kritischen Momenten. Auch der gegenseitige Wissens­ und Erfahrungsaustausch mit den anderen Startups ist immer wieder wertvoll.

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Welchen entscheidenden Meilenstein hat NEXT beeinflusst und in welcher Weise?

Ohne die Lean­-Lektionen von NEXT hätten wir die Notwendigkeit unseres Pivots wohl nicht so schnell erkannt und diesen dann so selbstbewusst gemeistert. Wir wissen nun, worauf es ankommt: konstante Gespräche mit unserer Kundengruppe. Da wir einen zweiseitigen B2B-­Markt bedienen, liegt die größte Herausforderung darin ein Produkt zu entwickeln, das für beide gleichermaßen von Nutzen ist. Die Kunst dabei ist, die Bedürfnisse erst einmal genau zu kennen. Diese herauszufinden hat uns NEXT gelehrt.

Wenn euch ein Startup fragt, ob es an NEXT teilnehmen soll ­- was hättet ihr zu erzählen?

Auf jeden Fall mitmachen! Innerhalb von 5 Wochen zeichnet sich schon sehr genau ab, ob die aktuelle Geschäftsidee den Nagel auf den Kopf trifft. Wenn nicht, ist man bestens gerüstet um genau das zu erreichen. Durch das wöchentliche 4-­Augen­-Feedback von den Mentoren, die Impulsvorträge für die Aufgabe der nächsten Woche und den Austausch des aktuellen Stands mit den anderen Startups, entsteht eine Dynamik, die einen schneller voran bringt als mehrere Monate allein vor sich hin zu arbeiten.

Vielen Dank für die spannenden Einblicke und weiterhin viel Erfolg!
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Bildquelle: Agenturmatching

Ein Jahr nach dem ersten Stuttgarter NEXT Pre-Accelerator Programm lassen zwei Teams ihre Erfahrungen Revue passieren. Im ersten Teil reflektiert das Team von WeTrack.

Was macht WeTrack?

Die FahrerApp von WeTrack hilft Lieferservices dabei, die Routen ihrer Fahrer zu optimieren. Auf diese Weise können Bestellungen effizienter bearbeitet und die Auslastung erhöht werden. Gleichzeitig steigt die Zufriedenheit der Kunden aufgrund von transparenten Wartezeiten und einer gestiegenen Produktqualität (z.B. transparente und optimierte Lieferzeit). Hinter WeTrack stehen die Gründer Falk, Danilo und Benjamin sowie ein Team aus Studenten und Datenanalysten des KIT (Karlsruher Institut für Technologie).

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Was hat sich seit NEXT bei euch getan?

Zum Start von NEXT war eine erste Version der FahrerApp bereits online und wir hatten mit der Sales-­Phase begonnen. Im Zuge des Programms sind wir dann aber nochmal einen Schritt zurückgegangen um eine weitere intensive Reihe an Kundeninterviews zu führen. Ergebnis war eine detaillierte Segmentierung, die uns geholfen hat, nicht nur die jeweilige Ansprache sondern auch den Nutzen für die Kunden zu verbessern. Derzeit finalisieren wir eine neue Produktversion in ständiger Reflektion mit unseren Pilotkunden und haben nun auch unsere Firma offiziell gegründet.

Wie hat NEXT euren Alltag beeinflusst?

NEXT hat uns dazu veranlasst, auch Kundensegmente abzutasten, die vorher nicht in unserem Fokus standen. Während des regelmäßigen Mentorings haben wir neue Denkweisen kennengelernt und Tools an die Hand bekommen, die uns bei unserer Positionierung helfen. Wir alle wissen nun, dass die Validierung von Hypothesen (z. B.: Besteht das Problem, das wir lösen können, auch in dem von uns angenommenen Ausmaß?) essentiell ist, um für unsere Kunden auch die Lösung mit dem größten Nutzen zu entwickeln. Außerdem haben wir unsere zentralen KPIs identifziert und wissen, wie wir diese kontinuierlich messen können und wann wir auf Veränderungen reagieren sollten.

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Inwieweit haben euch die Kontakte zu Startups und Mentoren weitergeholfen?

Wir hatten das Glück, auch über NEXT hinaus noch von einem Mentor begleitet zu werden. Er hat uns vor allem bei unserer Herangehensweise an die Produktentwicklung geholfen, da er uns neben der Startup­-Perspektive auch Einblicke in die Abläufe von großen Konzernen (Bosch) geben konnte. Mit einigen Startups stehen wir immer noch in engem Kontakt. Da wir alle aus verschiedenen Branchen kommen, können wir uns gegenseitig unterstützen und von den Kompetenzen der anderen lernen. Solche Synergien sind gerade zu Beginn von unschätzbarem Wert. Zudem war einer der Mentoren so begeistert von uns und der Idee, dass er zu einem festen Teammitglied geworden ist.

Welchen entscheidenden Meilenstein hat NEXT beeinflusst und in welcher Weise?

Mithilfe der Lean ­Startup-­Methoden haben wir unsere bisherige Vorgehensweise kritisch hinterfragt und entsprechend angepasst. Der so genannte Build-­Measure-­Learn­-Zyklus ist dabei zu einem zentralen Element geworden. Wir machen also kontinuierliche Feature­Tests, holen uns dazu Feedback von unseren Pilotkunden ein und ziehen daraus wertvolle Schlüsse für die nächste Testphase. So kommen wir in großen Schritten unserem Ziel näher, für unsere Kunden das beste Produkt zu entwickeln. Durch den direkten Kontakt sind außerdem auch Ideen für weitere Geschäftsmodelle entstanden, die sich mit unserem Kerngeschäft, der Routenoptimierung verbinden lassen.

Wenn euch ein Startup fragt, ob es an NEXT teilnehmen soll, was hättet ihr zu erzählen?

Wenn jemand an seiner eigenen Idee arbeitet, ist der Lean ­Startup­-Ansatz unserer Meinung nach der richtige Weg. Dadurch taucht man tief in seine Materie ein und bekommt auch durch die Mentoren eine völlig neue und vor allem neutrale Sichtweise auf die Dinge. Da werden dann Annahmen und Vorgehensweisen nochmal komplett auf die Probe gestellt. Wir sind überzeugt, dass Programme wie NEXT entscheidende Weichen für eine erfolgreiche Unternehmensgründung stellen.

Vielen Dank für die spannenden Einblicke und weiterhin viel Erfolg!
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Bildquellen: WeTrack

Diese Woche haben wir unsere 10 Fragen Sarah Haide und Clemens Walter von MyCouchbox gestellt, die monatliche Aboboxen mit süßen und herzhaften Snacks direkt in die deutschen Wohnzimmer liefern.

Wer seid ihr und welches Produkt oder Dienstleistung bietet ihr an?

Hallo! Wir sind MyCouchbox und versenden Süßigkeiten und Snacks wie Schokolade, Kekse und Gummizeugs. Ebenso auch mal besondere Überraschungen. Die MyCouchbox erscheint jeden Monat neu und wird von unserem Team direkt mit den vielen Herstellern da draußen treffsicher zusammengestellt. Bis zum Eintreffen beim Kunden ist die Zusammenstellung jeder Monatsbox ein Geheimnis. Da der Empfänger nicht weiß was dort drin ist, wecken wir so bis zur Ankunft und dem gespannten Auspacken den kleinen Entdecker in jedem unserer Kunden. Der Käufer probiert sich dann durch alle Produkte durch und kann diese auf unserer Webseite bewerten.

Seit wann gibt es Euch als Unternehmen und wie seid ihr auf die Gründungsidee gekommen?

Die Idee basiert auf einer Geschichte aus der Studienzeit. Clemens Mutter hat ihm immer selbstgepackte Pakete mit Socken, Handschuhen, Praktischem und eben Süßes geschickt. Das hat ihm durch den finanziell kargen Alltag geholfen und ist als Erinnerung haften geblieben. Da uns E-Commerce schon immer fasziniert hat, haben wir diese beiden Dinge kombiniert und die Idee der MyCouchbox entstand. Genauer gesagt haben wir die Entscheidung zum Start Ende November 2013 getroffen, schon sechs Wochen später war der Launch. In dieser Zeit haben wir die erste Seite „zusammen geklebt“, die Boxen im Wohnzimmer gepackt, Hersteller angerufen und bei der Umsetzung vieler notwendigen Dinge einfach improvisiert.

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Was habt ihr vorher gemacht und wie habt ihr als Team zueinander gefunden?

Vor dieser Zeit waren wir in verschiedenen Unternehmen klassisch fest angestellt und wussten dabei immer, dass wir eigentlich gründen wollten. Wir nennen es gerne „bewusstes Gründen“. Zuerst haben wir es mit dem Startup „BuyOrBurn“ versucht. Das war eine Shopping App für gemeinsame Kaufentscheidungen im Freundeskreis. Die Startphase war klasse und sehr lehrreich. Wir haben z.B. Preise wie den „BW Goes Mobile Award“ gewonnen. Auch wenn der echte Launch der App nicht zustande kam, haben wir als Team zueinander gefunden und Methoden erarbeitet, beim nächsten Projekt noch besser und v.a. schneller zur praktischen Umsetzung zu kommen.

Was waren bei der Umsetzung von MyCouchbox bisher die größten Herausforderungen?

Erst einmal sind wir bis heute zu 100% selbst finanziert, sprich Bootstrapping pur. Das bedeutet natürlich die totale finanzielle Askese, die sich nur durch Nebenjobs aufrechterhalten ließ. Denn jeder Umsatzeuro wurde zum Re-Investment bei MyCouchbox belassen. Sarah und ich haben bspw. bei den RegioHelden interimsweise die Personalabteilung mit aufgebaut. Zudem sind wir sehr schnell gewachsen, sodass z.B. der Shop ständig angepasst werden musste. Wir möchten die Qualität hochhalten und unsere Kunden mit zufriedenstellender Ware versorgen. Unsere Strategie ist daher sehr vertriebsorientiert ausgerichtet, also viel Arbeit und ständige eigene Leistungskontrolle. Wir folgen den Regeln von Lean Startup. Jeder der das Buch kennt, kann sich vielleicht vorstellen, was da auf einen zukommt.

Wie sieht es eigentlich mit Wettbewerbern aus? Wo seht ihr eure Schwerpunkte und Alleinstellungsmerkmale in der Positionierung gegenüber diesen Anbietern?

Wie es unser André gerne zu sagen pflegt „Come on, we´re MyCouchbox!“. Im Ernst, wir sind eine Box für den kleinen Hunger zwischendurch. Sei es im Büro oder abends auf der Couch. Andere Food-Boxen Anbieter nehmen sich z.B. dem Kocherlebnis in der Küche an. Das ist mal der grundsätzliche Unterschied. Direktere Wettbewerber sind Firmen wie „Brandnooz“ oder „Degustabox“. Es gibt also schon große Player, jedoch in einem sehr großen Markt. Denn gerade die Food-Branche hat einen hohen Innovationsdruck, um ständig neue Kunden zu gewinnen. Ein Modell wie unseres muss daher gar nicht nur einige wenige Vertreter im Markt haben. Durch beispielsweise guten Kundenservice und eine treue Community schaffen wir ein Gesamtpaket, das uns als Anbieter attraktiv macht.

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Warum habt ihr Euch für Stuttgart als Standort entschieden und nicht wie viele andere Startups für Berlin?

Wir wohnen hier und das auch sehr gerne. Das Land Baden-Württemberg bietet sehr attraktive Standorte, top ausgebildete Leute, die ebenfalls hier bleiben wollen sowie die für uns wichtigen und richtigen Infrastrukturen. Nach Berlin zu gehen macht sicherlich theoretisch Sinn, aber unser großartiges Team ist eben hier zusammen gekommen und fest verwurzelt. Abgesehen davon gibt es hier noch riesige Potenziale in der Szene. Alleine deshalb müssen wir die Fahne mit hochhalten!

Was möchtet ihr Gründern speziell als Tipp mitgeben, wenn sie in Stuttgart (und der Region) gründen möchten?

„Sales is almost everything“ heißt es in den USA nicht ganz umsonst. Ganz persönlich sollte jeder Gründer Sales machen oder dieses zumindest lernen. Deshalb macht es einfach! Wir haben auf Events wie dem Gründergrillen wertvolles Networking betrieben, haben andere Gleichgesinnte getroffen. Ganz wichtig sind auch die Demut und der Fokus. Macht genau das Eine zu 100% und dabei keine Kompromisse. Außerdem sollte jeder das Buch „Lean Startup“ von Eric Ries gelesen haben und danach seine nächsten Schritte für sich ableiten.

Angenommen ihr hättet die Chance einen Tag lang Bürgermeister von Stuttgart zu sein, was würdet ihr verändern?

Ein riesiges „Beta-Coworking – Wir verändern die Welt“ Haus umsetzen. Unternehmertum muss hier vor Ort gefördert werden, auch ein moderneres Verständnis davon. Eine Gründung ist eine außergewöhnliche Erfahrung, die sich im Kreise von Gleichgesinnten zu fantastischen Ergebnissen führen lässt. Wir würden versuchen noch besser die Weichen für die fortschreitende Digitalisierung zu stellen. Digital ist sicher die Zukunft, vielmehr aber auch schon eine tagesaktuelle volkswirtschaftliche Kraft. Als Bürgermeister würde ich aber auch mehr E-Bikes zur Miete hinstellen. Bei dem Verkehr könnte das vielleicht weniger Stau bedeuten. Außerdem könnte es vielen Menschen Zeit und Nerven sparen.

Mit wem würdet ihr gerne einmal essen gehen und warum?

Unternehmerisch betrachtet zähle ich einfach mal auf: Mark Zuckerberg, Larry Ellison, Karl Icahn, Oli Samwer, Constantin Bisanz und sehr, sehr gerne mit dem Dalai Lama. Menschen mit Visionen, die das lieben und leben woran sie glauben. Die Liste könnte ich jetzt noch ewig fortsetzen.

Wo seht ihr MyCouchbox heute in fünf Jahren?

Wir arbeiten stetig daran zu wachsen, ohne dass uns irgendwann das Fundament wegbröckelt. Deswegen ist es unser Ziel in ein paar Jahren so wie wir heute sind dazustehen, nur noch besser in den Märkten etabliert und dennoch mit derselben Leidenschaft und Power angetrieben. Fünf Jahre mögen lange hin sein, aber sicher ist auf jeden Fall, dass auch dann noch viele Leute zwischendurch Süßes und Snacks naschen werden.

Vielen Dank für das interessante Interview!

Diese Woche haben wir unsere 10 Fragen an das Team an Hoomn gestellt, die mit ihrer App ein interaktives, lokales schwarzes Brett kreiert haben.

Wer seid ihr und welches Produkt oder Dienstleistung bietet ihr an?

Wir, das sind Tobias, Manuel, Shahvez und Paul. Gemeinsam haben wir die App “hoomn” [ho:mn] (abgeleitet von “human”) entwickelt. Die App funktioniert wie eine Art interaktives schwarzes Brett. Auf einer öffentlichen Pinnwand kann jeder vollkommen anonym seine Fragen, Angebote oder Gesuche posten. Zur Kontaktaufnahme steht ein privater 1-zu-1 Chat zur Verfügung. Und das Beste dabei, die App funktionert hyperlokal: Nutzer legen ihren Standort fest und sehen dann nur nur die Posts aus der unmittelbaren Umgebung sehen.

Seit wann gibt es Euch als Unternehmen und wie seid ihr auf die Gründungsidee gekommen?

Die Entwicklung von hoomn haben wir im Frühjahr letzten Jahres begonnen. Richtig in die heiße Phase ging es dann ab November. Nach einer ausführlichen Beta-Testphase sind wir dann Anfang Februar live gegangen. Die Gründungsidee ist auf einem Städtetrip entstanden. Wir haben uns gefragt wie wir am Besten an lokale Tipps kommen, die nicht in einer Touristenfalle enden. Oft haben wir die Erfahrung gemacht, dass die spannendsten Tipps von Menschen kommen die man einfach auf der Straße anspricht. Daher die Idee zu einer standortbezogenen Austauschplattform.

Darüber hinaus haben wir uns über den Registrierungszwang und den damit verbundenen Datenstriptease auf quasi jeder Internet-Plattform geärgert. Wenn man einen anderen Menschen irgendwo im realen Leben kennenlernt, dann baut man ja normalerweise auch erst ein Vertrauensverhältnis auf bevor man seine persönlichen Daten weiter gibt. Daher funktioniert hoomn vollständig anonym, es ist keine Registrierung notwendig und es werden somit keine personenbezogenen Daten gesammelt und ausgewertet!

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Was habt ihr vorher gemacht und wie habt ihr als Team zueinander gefunden?

Tobias ist bereits ein erfahrener Unternehmer und Software-Entwickler. Er hatte die Idee und entwickelte das vollständige Backend. Nach der Entwicklung des ersten Prototypen ist Manuel (Sohn von Tobias) hinzugestoßen, der wiederum Paul und Shahvez an Bord holte. Paul und Manuel haben zusammen in München studiert während Shahvez und Manuel sich während der gemeinsamen Zeit bei Rocket Internet auf den Philippinen kennengelernt haben. Insgesamt haben wir eine hervorragende Mischung aus Erfahrung, technischem Know-How und jugendlichem Enthusiasmus.

Was waren bei der Umsetzung von hoomn bisher die größten Herausforderungen?

Die größte Herausforderung war sicherlich die App übersichtlich und einfach, gleichzeitig aber cool zu gestalten. Ein potentieller Nutzer muss die App innerhalb von wenigen Sekunden verstehen und trotzdem genug Spaß bzw. Nutzen haben um immer wieder zu kommen. Die zweite große Herausforderung ist es eine kritische Masse an Nutzern in jeder Stadt zu erreichen.

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Der Social Networking-Bereich wird ja stark von Facebook und einigen anderen Plattformen und Apps dominiert. Wo seht ihr eure Schwerpunkte und Alleinstellungsmerkmale in der Positionierung gegenüber diesen Anbietern?

Natürlich bewegen wir uns in keinem einfachen Bereich. Wir verstehen uns allerdings bewusst nicht als soziales Netzwerk. hoomn ist eine Kommunikationsplattform auf der sich Menschen austauschen können, die sich nicht kennen. Wenn ich meine Freunde oder Bekannte kontaktieren will, dann nutze ich WhatsApp oder Facebook. Wenn es aber darum geht unbekannte Personen aus meiner Umgebung zu kontaktieren, dann bietet hoomn eine Reihe von entscheidenden Vorteilen.

Erstens ist hoomn hyperlokal. Mit Hilfe des Suchradiuses kann ich zum Beispiel festlegen, dass ich nur Post aus meiner unmittelbaren Nachbarschaft sehen will (und nicht automatisch aus einer ganzen Stadt). Zweitens handelt es sich um eine anonyme App ohne Registrierung und persönlichen Datenstriptease. Das vereinfacht auf der einen Seite den schnellen Einstieg, gibt Nutzern aber auch die Möglichkeit sich der Dauerüberwachung von Facebook und anderen Datenkraken zu entziehen. Drittens ist unsere App für den mobilen Gebrauch optimiert. Es gibt aus unserer Sicht kein anderes Produkt im Markt, das dieselbe Übersichtlichkeit und intuitive Bedienung bietet wie hoomn.

Warum habt ihr Euch für Stuttgart als Standort entschieden und nicht wie viele andere Startups für Berlin?

Wir haben uns für Stuttgart entschieden, weil wir hier auf eine bestehende Infrastruktur und noch viel wichtiger auf ein bestehendes Entwickler-Team zugreifen können. Außerdem hat Stuttgart im Gegensatz zu schnelllebig Städten wie Berlin den Vorteil, dass die Loyalität der Mitarbeiter deutlich größer ist. Zusätzlicher Vorteil ist, dass wir uns als Gründerteam voll und ganz auf die Weiterentwicklung unseres Produktes konzentrieren können und nicht ständig durch irgendwelche Konferenzen, Meetups oder Podiumsdiskussionen abgelenkt werden.

Was möchtet ihr Gründern speziell als Tipp mitgeben, wenn sie in Stuttgart (und der Region) gründen möchten?

Vernetzt euch frühzeitig mit anderen Gründern in der Region! Kontakte sind neben einem klasse Produkt das A und O eines erfolgreichen Startups. Auch wenn man in Stuttgart eher auf konservatives Publikum trifft bietet die Stadt doch auch ihre Chancen. Nutzt sie!

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Angenommen ihr hättet die Chance einen Tag lang Bürgermeister von Stuttgart zu sein, was würdet ihr verändern?

Definitiv die Verkehrssituation! Eine reinste Katastrophe. Darüber hinaus würde ich darauf dringen, dass an allen Universitäten Entrepreneurship-Center eingerichtet werden, Start-Up Wettbewerbe fördern und einen eigenen Fördertopf für junge Unternehmen aus Stuttgart einrichten. Außerdem würde ich mir viele junge unternehmerisch denkende Köpfe ins Boot holen, die der Stadtverwaltung Dampf machen.

Mit wem würdet ihr gerne einmal essen gehen und warum?

Dieter Zetsche. Wir würden gerne mit ihm mögliche Business Anwendung von hoomn im Automobil-Bereich diskutieren. Darüber hinaus ist er eine sehr interessante Persönlichkeit!

Wo seht ihr Hoomn heute in fünf Jahren?

Da sind wir offen und ehrlich. Entweder haben wir es geschafft die App als DIE lokale Kommunikationsplattform in Deutschland zu etablieren oder wir haben das Kapitel hoomn ad acta gelegt. Wir sind überzeugt davon, dass sich eine lokale Lösung etablieren wird. Allerdings befinden wir uns in einem klassischen “The Winner takes it all market”. Wir tun alles dafür, dass wir mit hoomn der Gewinner sein werden.

Diese Woche haben wir unsere 10 Fragen Patrick, Daniel und Jannis von padaja gestellt, die mit ihren Business Terminals das Einkaufserlebnis von Dienstreisenden verbessern möchten. Das Team hat im März außerdem den 3. Platz und Publikumsliebling beim DEHOGA-Cup des Elevator Pitch BW in Stuttgart geholt.

Wer seid ihr und welches Produkt oder Dienstleistung bietet ihr an?

Wir sind Patrick Deseyve, Daniel Etti und Jannis Gerlinger. Mit padaja und den padaja Business Terminals bedienen wir die Zielgruppe der Dienstreisenden unter Einbindung derer Touchpoints, wie z.B. Einzelhändler, Hotels, Bahnhöfe und Flughäfen.
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Wir ermöglichen stationären Einzelhändlern einen einfachen Eintritt ins das E-Commerce, indem wir sie mit unserem padaja Business Terminal an unseren Online-Shop padaja.de anschließen. Der Händler bietet seinen Kunden damit ein erweitertes Sortiment, ohne Lager-und Anschaffungskosten. Bei jeder Bestellung über das Terminal erhält er eine Verkaufsprovision. Der Kunde kann sich die Ware nach Hause oder ins Ladengeschäft des Händlers liefern lassen.

Neben dem Einzelhandel setzen wir das Prinzip momentan auch auf andere Touchpoints unserer Zielgruppe, den Dienstreisenden, um. Neben Flughäfen und Bahnhöfen sind das vor allem Hotels, die ihren Kunden einen erweiterten Service anbieten wollen.

Seit wann gibt es Euch als Unternehmen und wie seid ihr auf die Gründungsidee gekommen?

Uns gibt es seit Anfang 2014. Zu Beginn bestand die Idee, einen Online-Shop für die Eltern von Daniel zu erstellen (www.etti-taschen.de). Um einen Fokus auf eine Nische zu legen, haben wir das komplette Sortiment auf den Dienstreisenden ausgelegt. Vorteile hierbei sind wenig wechselnde Saison-Ware und keine Konfektionsgrößen, was sich enorm auf die Retourenquote auswirkt.
Die Idee mit den Terminals entstand auf der Messeparty der ILM Offenbach (Internationale Lederwarenmesse). Bei mehreren Gesprächen mit Händlern und Herstellern wurde deutlich, wie stark die Branche nach innovativen Lösungen sucht.
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Was habt ihr vorher gemacht und wie habt ihr als Team zueinander gefunden?

Jannis und Daniel kennen sich schon von Kind auf und arbeiten als Freelancer seit Jahren gemeinsam an Online-Projekten für Agenturen zusammen.
Daniel, Jannis und Patrick haben sich während des Bachelor-Studiums im Jahr 2006 kennen gelernt. Gemeinsam wurde 2007 zum ersten Mal eine Agentur gegründet. Nach dem Studium fiel allerdings die Entscheidung, dass jeder noch Berufserfahrung sammeln möchte. 5 Jahre später ist nun klar wo die Reise hingehen soll

Was waren bei der Umsetzung von padaja bisher die größten Herausforderungen?

Der Aufbau des Online-Shops padaja.de. Damit ist nicht die Technik gemeint, sondern das aufwendige Einpflegen von ca. 2.000 Artikeln mit sämtlichen Produktdaten sowie Bildern, die teilweise im eigenen Studio gemacht wurden.

Wie sieht es eigentlich mit Wettbewerben aus? Wo seht ihr eure Schwerpunkte und Alleinstellungsmerkmale in der Positionierung gegenüber diesen Anbietern?

Inzwischen verstehen wir uns neben dem reinen Onlineshop vor allem als Partner des Einzelhändlers und als Vermarkter für Außenwerbung. Denn der padaja Business-Terminal bietet Herstellern die Möglichkeit, ihre Produkte an Touchpoints (z.B. Hotels) ihrer kaufkräftigen Zielgruppe, an denen sie bisher keine Möglichkeit hatten, Produkte haptisch auszustellen, visuell zu bewerben und direkt zu verkaufen. Vergleicht man diese Möglichkeiten mit klassischer Plakatwerbung, wird der Wettbewerbsvorteil sehr deutlich.

Warum habt ihr Euch für Stuttgart als Standort entschieden und nicht wie viele andere Startups für Berlin?

Wir fühlen uns Stuttgart sehr verbunden, unsere Wurzeln liegen in dieser Stadt. Zudem bietet Stuttgart durch seine starke Wirtschaft eine gute Struktur an Einzelhandel und Hotels. Für Gründer wird in Stuttgart ebenfalls einiges geboten, auch hier wollen wir uns in Zukunft tatkräftige einbringen und mitwirken.
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Was möchtet ihr Gründern speziell als Tipp mitgeben, wenn sie in Stuttgart (und der Region) gründen möchten?

Umsetzen statt jahrelang im Versteck zu planen. Das Geschäftsmodell präsentieren, Gespräche suchen und sich Feedbacks von Außenstehenden einholen. Die Schwaben sind wohl als sehr konservatives und kritisches Völkchen bekannt, dafür sind sie aber ehrlich und haben meist gute ernst gemeinte Ratschläge. Außerdem den frühzeitigen Kontakt zu anderen Gründern suchen, bei Wettbewerben wie dem Elevator Pitch BW teilnehmen und Kontakte knüpfen.

Angenommen ihr hättet die Chance einen Tag lang Bürgermeister von Stuttgart zu sein, was würdet ihr verändern?

Wir würden solche Projekte wie die Zwischennutzung der Calwer-Passage, Fluxus, unterstützen. In einigen Jahren wird es in Stuttgart wenige selbstständige Einzelhändler geben und das Shopping-Erlebnis findet nicht mehr in der Innenstadt statt. Man sollte bereits jetzt an alternative Konzepte denken und diese fördern.

Mit wem würdet ihr gerne einmal essen gehen und warum?

„Das war von allem etwas – aber von allem zu wenig. Ich will mehr Kopf, mehr Herz, mehr Power.“ -Reiner Calmund-
Unsere Wahl fällt auf Reiner Calmund, der sich unserer Meinung nach extrem gut vermarktet, erfolgreich ist und dabei immer sympathisch und authentisch rüber kommt. Neben interessanten Gesprächen denken wir, dass wir mit Reiner Calmund sicherlich auch einen reichlich gefüllten Tisch vorfinden.

Wo seht ihr padaja heute in fünf Jahren?

In fünf Jahren betreibt padaja ein nationales Terminal-Netzwerk an wichtigen Touchpoints. Der Service für die Kunden wird erhöht indem weitere bestehende Onlineshops an die Terminals angeschlossen werden. Dadurch erschließen sich weitere Zielgruppen und Aufstellorte. Zudem wird die Anzahl potenzieller Werbepartner erhöht, die den Business Terminal in ihren Mediaplan einbinden.

Vielen Dank für das interessante Interview und weiterhin viel Erfolg!

Diese Woche haben wir unsere 10 Fragen den Jungs von Lieferix gestellt, die mit ihrem Lieferdienst einen besonderen Service für ihre Kunden bieten möchten und vergangenen Freitag auch am DEHOGA-Cup des Elevator Pitch BW teilgenommen haben.
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Wer seid ihr und welches Produkt bietet ihr an?

Wir sind Lieferix. Bei uns sollst du das Essen bestellen können, das am besten zu dir passt. Damit richten wir uns an alle, die darauf achten, was sie essen: Sportler, alle die Diäten machen, alle die auf ihre Figur achten, an Vegetarier, Veganer, alle die auf eine konsequent gesunde und ausgewogene Ernährung achten und alle mit Unverträglichkeiten gegenüber Laktose, Gluten etc. Die Speisen dazu kommen von Restaurants, die selbst keinen Lieferdienst haben.

Seit wann gibt es Euch als Unternehmen und wie seid ihr auf die Gründungsidee gekommen?

Wir drei Gründer Benjamin, Marc und Jan kennen uns schon länger und hatten uns schon lange unabhängig voneinander gefragt, warum es keinen Lieferdienst gibt für uns gibt. Weil wir drei alle auf unsere Ernährung achten. Der eine von uns ist laktoseintolerant, einer ernährt sich low-carb und einer muss auf seinen Cholesterinwert achten.

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Was habt ihr vorher gemacht und wie habt ihr als Team zueinander gefunden?

Zur Zeit der Gründung waren wir drei allesamt Studenten in den unterschiedlichsten Bereichen. Ben absolvierte seinen MBA in Louisville, Jan war mitten in einem Marketingstudiengang und Marc war mitten in seinem Studiengang im Gesundheitsmanagement. Über eine WG haben wir drei uns dann kennengelernt und schnell gemerkt: Die Chemie stimmt und mit den Jungs können wir großes bewirken.

Was waren bei der Umsetzung von Lieferix bisher die größten Herausforderungen?

Wenn in Süddeutschland jemand ankommt und sagt: „Ich mach etwas, das es noch nie gab. Ich hab damit keinen festen Job und bin in einem Jahr vielleicht hochverschuldet“, rennt er damit keine offenen Türen ein. Hier standhaft zu bleiben, für seine Idee zu kämpfen und nicht den Glauben an sich selbst zu verlieren, muss man erst lernen. Wenn man dann allerdings erfolgreich ist und seinen Freunden zeigen kann, dass man in der BUSINESS PUNK steht (ja in der nächsten sind wir mit drin!), merkt man, dass sich alles gelohnt hat.

Der Food-Bereich ist ja sehr vielschichtig und einige Lieferdienste sind schon sehr erfolgreich unterwegs. Wo seht ihr eure Schwerpunkte und Alleinstellungsmerkmal in der Positionierung gegenüber potenziellen Wettbewerbern?

Wir haben zwei konkrete Ansätze, die uns von etablierten Lieferdiensten unterscheiden:
1. Wir liefern von Restaurants, die bisher keinen Lieferdienst haben, da es sich für sie alleine nicht lohnen würde. D.h. wir haben ganz andere Speisen mit einer ganz anderen Qualität.
2. Bei uns finden Kunden über unseren Online-Shop alle Nährstoffangaben zu ihrem Essen. So findet unsere Zielgruppe – also alle, die sich bewusst ernähren – das Essen, das am besten zu ihrer Ernährung passt.

Warum habt ihr Euch für Stuttgart als Standort entschieden und nicht wie viele andere Startups für Berlin?

Ganz einfach: Wir drei haben im Ländle unsere Wurzeln und finden es hier am schönsten. Getreu dem Motto „Von der Region für die Region“ wollen wir lokale Restaurants, Cafés und Gastronomiebetriebe stärken.
Lieferix Logo

Was möchtet ihr Gründern speziell als Tipp mitgeben, wenn sie in Stuttgart (und der Region) gründen möchten?

1. Machen, machen, machen statt planen, planen, planen.
2. Arbeitet für die Vision und verliert sie nie aus den Augen.
3. Nach jeder Niederlage wieder aufstehen.

Angenommen ihr hättet die Chance einen Tag lang Bürgermeister von Stuttgart zu sein, was würdet ihr verändern?

Gesundes und ausgewogenes Essen in Schulen kostenlos einführen, kostenloses W-LAN überall einrichten, Wahlen online stattfinden lassen, Programmieren als Schulfach für die Grundschule einführen, Kreativität fördern.

Mit wem würdet ihr gerne einmal essen gehen und warum?

Mit Jamie Oliver, da er einer unserer Lieblingsköche ist und sich selbst mit vielen Projekten für eine bewusste Ernährung – vor allem bei Jüngeren – einsetzt.

Wo seht ihr Lieferix heute in fünf Jahren?

Wir wollen deutschlandweit der Lieferdienst sein, für den sich alle entscheiden, die auf ihre Ernährung achten.

Viel Erfolg euch weiterhin!

Heute haben wir unsere 10 Fragen David und Samuel Härtl von hotelbuddy gestellt. Lest selbst, wie sie mit ihrem Online Concierge die Kommunikation zwischen Hotels und ihren Gästen verbessern möchten.

Wer seid ihr und welches Produkt bietet ihr an?

Wir sind David Härtl (Hoteldirektor A2 GASTwerk.) und Samuel Härtl (Inhaber Agentur härtl und co). Wir bieten hotelbuddy an – einen Online Concierge für Hotels und Ferienwohnungen.
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Mit diesem kann der Hotelier seinen Gästen Geheimtipps präsentieren, In-House Angebote verkaufen und Infos rund um das Hotel anbieten. Der jeweilige hotelbuddy kann bereits im Voraus mit der Reservierungsbestätigung versendet werden und auch als Hotel WLan Startseite konfiguriert werden. Damit ist unser System geräteunabhängig und auf dem jeweiligen, mobile Endgerät des Gastes nutzbar. Der Hotelier pflegt diese Inhalte ein und stellt diese dem Gast zur Verfügung. Somit entfällt auch das Auslegen, Ergänzen und permanente Kontrollieren der Gästemappen in den Hotelzimmern.

Seit wann gibt es Euch als Unternehmen und wie seid ihr auf die Gründungsidee gekommen?

Hotelbuddy gibt es seit 2013. Während eines Aufenthaltes in Barcelona sind wir auf die Idee gekommen. Wir hatten Hunger und Lust auf eine landestypische Tapas-Bar, abseits der Touristenscharen. Leider war die Rezeption völlig überlastet, sodass wir nicht länger warten wollten. Wir fragten uns: Wie kann das Hotel authentisch mit uns kommunzieren, beispielsweise wo wir die leckersten Tapas finden? Wo man Abends in Ruhe einen Cocktail trinken gehen kann und wann an der hoteleigenen Bar die Happy Hour stattfindet.

Was habt ihr vorher gemacht und wie habt ihr als Team zueinander gefunden?

David Härtl ist Hotelbetriebswirt und Samuel Härtl arbeitet selbstständig mit seiner Agentur. Da haben wir schnell eine Basis gefunden, um uns zu ergänzen. Da wir Brüder sind und im Vorfeld einige Projekte zusammen gestemmt haben, war das Team schnell zusammen.

Samuel Härtl (links) und David Härtl (rechts)

Was waren bei der Umsetzung von hotelbuddy anfangs die größten Herausforderungen?

Die Umsetzung hat einiges an Zeit in Anspruch genommen. Wir wollten die Benutzerfreundlichkeit so einfach und intuitiv wie möglich gestalten. Für den Gast UND für den Hotelier. Zudem ist hotelbuddy kein Produkt, dass es in dieser Form auf dem Markt gibt. Wir wagten uns quasi komplett auf Neuland.

Der Hotelmarkt ist ja sehr vielschichtig, offline und online. Wo seht ihr eure Schwerpunkte und Alleinstellungsmerkmal in der Positionierung gegenüber potenziellen Wettbewerbern?

Wir entwickeln hotelbuddy ständig weiter und können dies im Vorfeld im Hotel A2 GASTwerk. testen. Im ständigen Austausch mit Hoteliers können wir unser Produkt flexibel anpassen und weiterentwickeln.

Zudem ist hotelbuddy ein Teil von diversen Kommunikationsmitteln für Hoteliers. So integriert sich hotelbuddy in unserem zur Zeit entwickelten smartlobby System, dass es dem Hotelier ermöglicht, seinen TV in der Lobby als interaktive Informationsfläche zu nutzen.

Warum habt ihr Euch für Stuttgart als Standort entschieden und nicht wie viele andere Startups für Berlin?

Stuttgart ist nach wie vor ein interessanter Standort, da es hier viel Industrie gibt und damit verbunden Geschäftsreisende, die Hotels besuchen. Zudem haben wir gute Erfahrungen mit Wirtschaftsförderungen in Stuttgart gemacht.

Was möchtet ihr Gründern speziell als Tipp mitgeben, wenn sie in Stuttgart (und der Region) gründen möchten?

Der Elevator Pitch BW ist sicherlich eine der interessantesten Austauschmöglichkeiten, um in Kontakt mit anderen Startups zu kommen.

Angenommen ihr hättet die Chance einen Tag lang Bürgermeister von Stuttgart zu sein, was würdet ihr verändern?

Mehr ausgeschilderte Laufstrecken und openAir Sportmöglichkeiten wären ganz oben auf der Todo-Liste. Zudem wäre es wichtig, auch kleinere unabhängige Projekte im Bereich Film und New Media zu fördern.

Mit wem würdet ihr gerne einmal essen gehen und warum?

Mit Olli Schulz und Jan Böhmermann, da die beiden zusammen einfach unschlagbar gut sind.

Wo seht ihr hotelbuddy heute in fünf Jahren?

Wir sehen hotelbuddy in fünf Jahren als Teil eines Kommunikationsprodukt für Hoteliers. Von der Entwicklung des Hotel-Brandings, Erstellung der Homepage, Nutzung von hotelbuddy und smartlobby, unserem neuen InfoTV-System. Alle Systeme funktionieren sowohl einzeln, als auch miteinander und ergänzen sich dementsprechend.
Neue Technologien benötigen auch neue Kommunikationsstrategien. Und darin liegt unsere Stärke.

Vielen Dank für das interessante Gespräch. Viel Erfolg Euch weiterhin!