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Am 8. November 2020 ist es wieder soweit, die Oberbürgermeisterwahl für unsere schöne Landeshauptstadt Stuttgart steht an. Diesmal haben sich 14 Kandidaten zur Wahl gemeldet. Neben den Parteien sind auch einige unabhängige Kandidaten auf dem Wahlzettel.
Um bei dieser Anzahl an Kandidaten den Überblick zu behalten, haben wir uns entschieden, jedem Kandidaten die gleichen drei Fragen zu stellen und die Antworten hier zu veröffentlichen.

Macht euch selber ein Bild und geht bitte wählen!

Biografie, Fotos der Kandidaten und „Prioritäten“ von der Webseite der Stadt Stuttgart.

Veronika Kienzle – BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Geboren: 22.09.1962 in Bremen

Beruf: Referentin im Staatsministerium Baden‐Württemberg bei der Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung 

Prioritäten:

  • Vorangehen beim Klimaschutz: Unsere Stadt schnell CO2-neutral machen. 
  • Zukunftsmut geben und Gemeinsinn stärken. Keine „lost generation“ dulden. Alleinerziehenden und Familien mit kleinen Kindern helfen.
  • Transformation der Wirtschaft gestalten. Stuttgart hat sehr viel Innovationskraft, sehr gut aufgestellte Unternehmen, eine führende Wissenschaftslandschaft und vor allem motivierte Menschen, um auch künftig eine Spitzenposition zu halten.
  • Bürgerbeteiligung umsetzen. Bürger*innen ernst nehmen. Den Bezirken neue Aufgaben übertragen.
  • Bezahlbaren Wohnraum schaffen – nicht auf Wiesen und Feldern. Boden der Spekulation entziehen.
  • Pkw‐Verkehr in der Stadt weiter senken – für Lebensqualität und gesundes Klima. 

Frage #1: Was werden Sie dafür tun, damit mehr Startups in Stuttgart gründen und diese hier gute Rahmenbedingungen vorfinden?
Veronika Kienzle:
Die Verzahnung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung werde ich intensivieren, die Förderangebote von Bund, Land und Kommune gut zusammenschnüren. Bei der Vergabe öffentlicher Mittel sollen sich Startups beteiligen können, ein Startup-Beauftragter unterstützen z.B. bei der Suche nach kreativen Zwischenlösungen.

Frage #2: Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass z. B. München oder Berlin deutlich stärker im Bereich Startup sind?
Veronika Kienzle:
Stuttgart hat eine exzellente Hochschulstruktur und viele starke Unternehmen. In einer konjunkturellen Hochphase gründen weniger. Klar ist, dass wir eine bessere Vernetzung von Hochschulen, etablierten Unternehmen, Finanziers und Startups erreichen müssen.

Frage #3: Welche Hilfsmaßnahmen werden Sie als Bürgermeister ergreifen, um Startups während der Corona-Krise zu unterstützen?
Veronika Kienzle:
Ein wichtiges Mittel ist das Aussetzen der Miete öffentlicher Räume, bis der schlimmste Punkt der Krise überstanden ist. Ansonsten möchte ich, dass Landes- und Bundesprogramme noch leichter auf den Plattformen der Stadt Stuttgart gefunden werden können. Auch hier könnte ein Startup Beauftragter ziel- und passgenaue Lösungen anbieten.

Dr. Frank Nopper – CDU

Geboren: 25. Mai 1961 in Stuttgart

Derzeit ausgeübter Beruf: Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Backnang

Parteizugehörigkeit: CDU seit 1981

Prioritäten: 

  • Ein starkes Stuttgart braucht eine starke Wirtschaft. Wirtschaftsförderung muss Chefsache werden. Oberste Priorität hat die Erhaltung und die Schaffung von Arbeitsplätzen.
  • Mein Ziel ist ein ganzheitliches Verkehrskonzept, das nicht auf ein oder einzelne Verkehrsmittel verengt ist.
  • Wohnen darf kein Luxus sein. Meine Zielmarke sind jährlich 2000 Wohnungen mehr als bisher.
  • Sicherheit und Sauberkeit sind fundamentale Voraussetzung für unser Zusammenleben. Gegenüber Straftätern darf es keine falsche Toleranz geben. 
  • Stuttgart soll kinderfreundlichste Großstadt werden. Jedes Kind braucht einen Kita‐Platz. Eine Digitalisierungs‐und Sanierungsoffensive soll mangelhafte Zustände an Schulen überwinden.

Frage #1: Was werden Sie dafür tun, damit mehr Startups in Stuttgart gründen und diese hier gute Rahmenbedingungen vorfinden?
Dr. Frank Nopper:
Start-Ups brauchen Unterstützung und Begleitung. Diese dürfen sich nicht alleine auf Beratungsgespräche beschränken. Es muss sich eine neue Kultur der Wertschätzung und Förderung von Seiten der Stadtverwaltung etablieren.

Frage #2: Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass z. B. München oder Berlin deutlich stärker im Bereich Startup sind?
Dr. Frank Nopper:
München und Berlin schaffen, woran Stuttgart anknüpfen sollte: Offenheit für die Anliegen der Start-Ups. Sie schaffen zum Beispiel Räume, ermöglichen kurzfristige Zwischennutzungen und bauen Förderprogramme aus. Außerdem wirken sie bei der Standortssuche mit und fördern aktiv die Wirtschaft.

Frage #3: Welche Hilfsmaßnahmen werden Sie als Bürgermeister ergreifen, um Startups während der Corona-Krise zu unterstützen?
Dr. Frank Nopper
: Die Devise lautet: Start-Ups zu sichern, statt zu verunsichern. Die Stadt alleine kann zwar nicht die Pandemie dämpfen, aber muss wo immer es möglich ist, wirken. Beispielsweise sind Stundungen bei städtischen Mietverhältnissen denkbar.

Martin Körner – SPD

Geboren am: 22. August 1970 in Schwäbisch Hall

Derzeit ausgeübter Beruf: Diplom‐Volkswirt und Fraktionsvorsitzender 

Parteizugehörigkeit: SPD seit 1997

Prioritäten: Es geht jetzt darum, in Stuttgart Orientierung für die nächsten zehn, zwanzig Jahre zu geben – und gemeinsam zuversichtlich in die Zukunft zu gehen. Mit dem Mut, aufzubrechen. Mit der Erfahrung, alles im Blick zu behalten. Und mit dem Empfinden, menschlich zu bleiben. Stark bleiben, Zukunft gestalten, zusammenhalten: Das sind meine Leitplanken für Stuttgart!

Meine drei wichtigsten Ziele dabei sind:

  1. Wohnen wird Chefsache: 30.000 neue Wohnungen für jedes Alter und jeden Geldbeutel.
  2. Echte Mobilitätswende: Bester Nahverkehr Deutschlands und Aufbruch für den Radverkehr.
  3. Klimawandel hier bekämpfen: Grüner Strom und Wärme – zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien!

Frage #1: Was werden Sie dafür tun, damit mehr Startups in Stuttgart gründen und diese hier gute Rahmenbedingungen vorfinden?
Martin Körner:
Ich möchte bei der Wirtschaftsförderung der Stadt ganz grundsätzlich mehr Bedeutung für die Förderung von Startups einräumen. Dazu gehört ein Anreizprogramm für die Absolventinnen und Absolventen unserer Hochschulen für das Bleiben und Gründen in Stuttgart. Neben den Möglichkeiten digitaler Vernetzung heißt dies auch konkret: Mehr Räume für Startups zu fünf Euro pro Quadratmeter, zum Beispiel im „Eiermann-Areal“!

Frage #2: Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass z. B. München oder Berlin deutlich stärker im Bereich Startup sind?
Martin Körner:
Das liegt sicher insbesondere daran, dass in Stuttgart die etablierten Industrieunternehmen etwa in der Automobilbranche sehr dominant und prägend sind.

Frage #3: Welche Hilfsmaßnahmen werden Sie als Bürgermeister ergreifen, um Startups während der Corona-Krise zu unterstützen?
Martin Körner
: Ich will mich als Oberbürgermeister über meine Kontakte in Berlin gerne für besondere Hilfen für Startups einsetzen.

Dr. Malte Kaufmann – AFD

Geboren: 14.12.1976 in Mannheim

Derzeit ausgeübter Beruf: Unternehmer

Parteizugehörigkeit: AfD seit 2017; CDU 2002−2016

Prioritäten: Als OB gibt es für mich folgende Prioritäten:

  1. Erhalt und Ausbau gut bezahlter Arbeitsplätze.
    Einberufung eines regelmäßig tagenden runden Tisches mit Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern. Stuttgart muss Automobilstadt bleiben.
  2. Verkehr
    Entlastung durch mehr Parkplätze und bessere Anbindungen. Keine Anti‐Auto‐Politik.
  3. Entspannung auf dem Wohnungsmarkt
    Neubau von bezahlbaren Wohnungen auf freiwerdenden Liegenschaften (z.B. US‐Kasernen).
  4. Sicherheit
    Bürger müssen zu jeder Zeit ohne Angst durch die Stadt gehen und ÖPNV nutzen können. Keinerlei Toleranz gegenüber Gewalttätern.
  5. Umweltschutz
    Schutz des Mikroklimas und Erhalt von Artenvielfalt und Naturflächen. Aber keine Klimahysterie!

Frage #1: Was werden Sie dafür tun, damit mehr Startups in Stuttgart gründen und diese hier gute Rahmenbedingungen vorfinden?
Dr. Malte Kaufmann:
Ich werde das Beratungs- und Serviceangebot der Stadt für Unternehmensgründer – im Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters – verbessern und dafür werben. Leitprinzip ist die unternehmerische Freiheit, ideologische Vorgaben wird es nicht geben.

Frage #2: Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass z. B. München oder Berlin deutlich stärker im Bereich Startup sind?
Dr. Malte Kaufmann:
Die Stärken Stuttgarts , Lebensqualität, vielfältiges Kultur- und Freizeitangebot, schöne landschaftliche Lage, Schaffensfreude der Menschen, werden viel zu wenig herausgestellt. Viele potentielle Startups wissen gar nicht, wie gut es hier ist.

Frage #3: Welche Hilfsmaßnahmen werden Sie als Bürgermeister ergreifen, um Startups während der Corona-Krise zu unterstützen?
Dr. Malte Kaufmann
: Die Corona-Krise wird durch unverhältnismäßige politische Maßnahmen verursacht, die die Wirtschaft lähmen und medizinisch-wissenschaftlich nicht gerechtfertigt sind. Sie müssen beendet werden, damit Startups aus eigener Kraft lebensfähig sind.

Hannes Rockenbauch – Die Linke, Piraten, SÖS

Geboren: 05.07.1980 Stuttgart

Derzeit ausgeübter Beruf: Architekt und Stadtplaner (AiP/SiP)

Parteizugehörigkeit: Keine direkte Zugehörigkeit

Prioritäten: Ich will Stuttgart zur Modellstadt für das gute Leben Aller und für Klimagerechtigkeit machen:

  • Klimaneutralität bis 2029
  • Kostenloser Nahverkehr
  • Städtische Bodenvorratspolitik und Wohnungsbau à Bestand der geförderten Wohnungen verdoppeln, Leerstand beheben.
  • Kostenlose Kita
  • Selbstbewusste und gestärkte Stadtverwaltung: Mehr Personal, bessere Bezahlung, Digitalisierung

Frage #1: Was werden Sie dafür tun, damit mehr Startups in Stuttgart gründen und diese hier gute Rahmenbedingungen vorfinden?
Hannes Rockenbauch:
Neu gegründeten Startup-Unternehmen brauchen eine kostengünstige Infrastruktur. Speziell einzustellende Mitarbeiter*innen der Abteilung für Wirtschaftsförderung unterstützen Start-Ups. Als Oberbürgermeister werde ich Startups fördern, die einen Beitrag zur „Kreislaufwirtschaft“ und „Klimagerechtigkeit“ leisten.

Frage #2: Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass z. B. München oder Berlin deutlich stärker im Bereich Startup sind?
Hannes Rockenbauch:
Vermutlich hat die Wirtschaftsstruktur in Stuttgart stark zu der ungünstigen Situation für die Startups beigetragen, die sich außerhalb des Automotive-Themas bewegen. Für eine klimagerechte Wirtschaft werden innovative Startups immer wichtiger.

Frage #3: Welche Hilfsmaßnahmen werden Sie als Bürgermeister ergreifen, um Startups während der Corona-Krise zu unterstützen?
Hannes Rockenbauch
: Über Corona-bedingte finanzielle Hilfen und Subventionierungen,, muss gemeinsam mit der IHK, dem Wirtschaftsministerium des Landes, der Wirtschaftsförderung der Stadt und den Betroffenen-Vertretungen von Startups konkret am runden Tisch verhandelt werden.

Marian Schreier – unabhängiger Kandidat

Geboren am: 08.02.1990 in Stuttgart

Derzeit ausgeübter Beruf: Bürgermeister

Parteizugehörigkeit: SPD seit 2010 (Mitgliedschaft ruht aktuell)

Prioritäten: Nach Jahren des Stillstands ist unklar, wofür Stuttgart eigentlich steht und wo wir hinwollen. Wir brauchen wieder eine gemeinsame Vision für unsere Stadt – die aber nicht von oben verordnet, sondern im Sinne einer modernen Kommunalpolitik gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelt wird. Ich möchte, dass wieder im Fokus steht, was unsere Stadt an Fähigkeiten und Stärken mitbringt, was gemeinsam möglich ist. Dass es darum geht, wie unser Stuttgart sein könnte: Eine Stadt, die einen echten Neustart für bezahlbares Wohnen wagt. Eine Stadt, die endlich den Klimawandel ernst nimmt und zum Modell für nachhaltige Mobilität wird. Eine Stadt, die Familien und Kindern beste Bedingungen bietet.

Frage #1: Was werden Sie dafür tun, damit mehr Startups in Stuttgart gründen und diese hier gute Rahmenbedingungen vorfinden?
Marian Schreier:
Damit sich Startups in Stuttgart ansiedeln und auch bleiben, benötigt es die passenden Räume. Ich möchte die Startup-Infrastruktur durch einen städtischen Innovationsfonds fördern, damit sich die Startups in Eigenregie entwickeln können.

Frage #2: Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass z. B. München oder Berlin deutlich stärker im Bereich Startup sind?
Marian Schreier:
Neben fehlenden Räumlichkeiten und dem geringen Vernetzungsgrad mit der Wissenschaft steht in Stuttgart aktuell im Vordergrund was alles nicht funktioniert – das müssen wir ändern. Es braucht eine städtische Gründerkultur und einen neuen politischen Stil, damit im Vordergrund steht, was möglich ist.

Frage #3: Welche Hilfsmaßnahmen werden Sie als Bürgermeister ergreifen, um Startups während der Corona-Krise zu unterstützen?
Marian Schreier
: Ich möchte die Wirtschaftsförderung auch für Startups als zentrale Ansprechstelle etablieren, die sich als Enabler versteht. Konkret z.B. bei der Beratung zu passenden Förder- und Unterstützungsanträgen, um Hilfsmittel in Anspruch nehmen zu können.

Sebastian Reutter – überparteilich

Geboren am: 07.07.1980

Derzeit ausgeübter Beruf: Wirtschaftsförderer bei der Landeshauptstadt Stuttgart

Parteizugehörigkeit: überparteilich

Prioritäten: Ich schaffe in Stuttgart die Rahmenbedingungen dafür, dass die für Stuttgart wichtige Wirtschaft zukunftsfähig und erfolgreich sein kann. Zudem setze ich mich dafür ein, dass Stuttgart zu einer noch nachhaltigeren Stadt wird. Stuttgart muss auch für unsere Nachkommen lebenswert sein. Dafür biete ich konkrete Lösungen für die Themen bezahlbarer Wohnraum, für ein modernes Verkehrskonzept, einen zukunftsfähigen ÖPNV, mehr Fahrradwege und Kitaplätze, für die Modernisierung der Schulen, eine attraktivere Königstraße und den Einzelhandel in den Stadtbezirken. Darüber hinaus realisiere ich die Einbindung des Neckars in unsere Stadt und fördere soziales und ehrenamtliches Engagement.

Frage #1: Was werden Sie dafür tun, damit mehr Startups in Stuttgart gründen und diese hier gute Rahmenbedingungen vorfinden?
Sebastian Reutter:
Wir werden den Standort noch attraktiver machen durch Unterstützung von Subkultur, Mountainbike-Trails, Surfer-Welle u.v.m. Und wir werden für mehr Räume für Startups in zentraler Lage sorgen. Darüber hinaus werden wir mit dem Standortmarketing „Stuttgart – Stadt der Startups“ beginnen und auch die Digitalisierung weiter ausbauen.

Frage #2: Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass z. B. München oder Berlin deutlich stärker im Bereich Startup sind?
Sebastian Reutter:
Gerade weil es dort mehr von den oben genannten Punkten gibt.

Frage #3: Welche Hilfsmaßnahmen werden Sie als Bürgermeister ergreifen, um Startups während der Corona-Krise zu unterstützen?
Sebastian Reutter
: Wir werden beim Erwerb von Fördermitteln helfen und bei städtischen Vermietungen für Mietstundungen und im Notfall auch für Mieterlass sorgen.

Issam Abdul-Karim – Parteilos

Geboren: 31.12.1969 in Beirut

Derzeit ausgeübter Beruf: Film‐ und Projektkünstler, Gastro‐ und Eventmanager

Parteizugehörigkeit: Parteilos

Prioritäten:

  • Schaffung von bezahlbarem ökologischen Wohnraum in Stuttgart für Familien mit kleinem Einkommen.
  • Klima‐, Verkehrs‐ und Energiekonzepte steigern.
  • Aufbau nachhaltiger urbaner Energieversorgung und klimafreundlicher Verkehrsinfrastruktur, z.B. mehr Radwege, mehr Grünflächen.
  • Mehr Personal bei der Polizei einstellen (Prävention).
  • Gewaltdelikte gegen Frauen schneller bekämpfen. Opferschutz ausweiten.
  • Prostitution ist Sklaverei! Jegliche Art von Prostitution verbieten.
  • Konzessionen für Spielhallen und Wettbüros erschweren.
  • Kostenloser ÖPNV für Schüler, Studenten, Azubis, Rentner.
  • Wirtschaftsstandort erhalten und Infrastruktur weiter ausbauen.
  • Förderung von Integrationsarbeit, Talente, Start‐Ups.

Frage #1: Was werden Sie dafür tun, damit mehr Startups in Stuttgart gründen und diese hier gute Rahmenbedingungen vorfinden?
Issam Abdul-Karim:
Neue innovative Unternehmen werden gebraucht. Ihre Visionen und Ideen sind unsere Zukunft und unsere stärken für einen Aufbruch in Neckar-Valley. Wirtschaft, IHK und Patentamt sowie eine schnelle und unbürokratische Verwaltung mit Förderprogrammen sollen einen guten Start ermöglichen.

Frage #2: Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass z. B. München oder Berlin deutlich stärker im Bereich Startup sind?
Issam Abdul-Karim:
Auf kommunaler Ebene hat es noch nicht so richtig gefunkt. Dass will ich ändern und Stellen schaffen, die sich um die Startup-Szene und die notwendige Infrastruktur z.B. Digitalisierung, schnelles Internet usw. kümmern.

Frage #3: Welche Hilfsmaßnahmen werden Sie als Bürgermeister ergreifen, um Startups während der Corona-Krise zu unterstützen?
Issam Abdul-Karim
: Soloselbständige und kleine Unternehmen will ich mit einem Corona-Soforthilfe-Paket bzw. einer Überbrückungshilfe über Wasser halten. Diese Krise können wir nur gemeinsam überstehen. Sie wird leider auch Spuren hinterlassen.

Marco Völker – keine Parteizugehörigkeit

Geboren: 25.10.77 in Bruchsal

Derzeit ausgeübter Beruf: Betriebswirt, Manager

Parteizugehörigkeit: Keine

Prioritäten:

1. Die Stadt muss ein attraktiver Arbeitgeber werden mit modernen und inklusiven Arbeitsplätzen und sie muss eine Grossstadtzulage zahlen. Die Verwaltung muss digitaler werden, der Personalnotstand muss behoben werden für mehr Bürgerservice.

2. Der Wohnungsbau muss stark gefördert werden und wir brauchen ein soziales Wohnungsbaukonzept das sich sehen lässt. Nachverdichten muß sinnvoll erfolgen.

3. Stuttgart soll die Verkehrswende klug meistern.

4. Die Stadt braucht den Imagewechsel.

5. Der ÖPNV muss kostenlos werden und die SSB sollen 24h‐Betrieb arbeiten. Stuttgart21 muß Teil des ersten digitalisierten Bahnknotens Deutschlands werden.

6. Stuttgart soll bundesweit Vorreiter in Sachen Inklusion sein.

Frage #1: Was werden Sie dafür tun, damit mehr Startups in Stuttgart gründen und diese hier gute Rahmenbedingungen vorfinden?
Marco Völker:
Ich denke es ist essentiell, dass Startups direkt in Form einer Beteiligung in das Geschehen der Stadtverwaltung einbezogen werden. Ein regelmäßiger, quartalsweiser „Jour Fix“ mit Startups und dem Bürgermeister sollte etabliert werden, damit die Wichtigkeit der Start-up-Szene unterstrichen wird. Startups ganz können von Seiten der Stadt gezielt in öffentliche Veranstaltungen eingebunden werden, um ihnen ein Forum zu bieten und um zu zeigen, dass Unternehmensgründung nicht nur möglich sonder auch gewünscht ist. Auch spezielle Sprechstunden für die Wirtschaftsförderung könnte ich mir vorstellen. Alles in allem würde ich gerne als neuer OB für mehr Vernetzung sorgen und mich als Protegé für Unternehmensgründer verstehen. Mein Vorbild hier ist die Stadt Zug in der Schweiz. Hier hat man es sehr leicht, ein Unternehmen zu gründen. Steuern können hier auch mit Bitcons bezahlt werden. Junge Unternehmerinnen müssen das Gefühl bekommen, dass sie willkommen sind. Hierzu zählt auch, dass die Stadtverwaltung dementsprechend offen und freundlich auf die Gründerinnen zugeht und das Personal darüber hinaus gute Englischkenntnisse besitzt.  

Frage #3: Welche Hilfsmaßnahmen werden Sie als Bürgermeister ergreifen, um Startups während der Corona-Krise zu unterstützen?
Marco Völker
: In erster Linie ist das Land für die Unterstützung zuständig. Vielen Antragstellern ist aber die Antragstellung selbst ein Buch mit sieben Siegeln. Hier sollte die Stadt die Möglichkeit bieten, Antragsteller entsprechend bei Ausfüllen zu unterstützen und zu beraten.

Dr. Ralph Schertlen – Parteilos

Dr. Ralph Schertlen

Geboren am: 26. September 1969 in Stuttgart – Bad Cannstatt

Derzeit ausgeübter Beruf:  Elektroingenieur 

Parteizugehörigkeit: Parteilos; F.D.F.E. (Wählervereinigung) seit 1988 bis 2005; Die Stadtisten (Wählervereinigung) seit 2013 bis 2019

Prioritäten: Als parteiloser OB versuche ich, der Vernunft zum Sieg verhelfen.

Elementar ist, Geld für verschleppte Sanierungen und notwendiges Personal (z.B. funktionierende Infrastruktur, Bürgerservice,…) auszugeben – jährlich ~200 Mio. Gewinn seit 2010 ermöglichen das. In der Verwaltung muss das Arbeitsklima und die Fehlerkultur verbessert werden. Als SWSG‐Chef will ich Wohnraum schaffen. Den nächsten Generationen schulden wir geschlossene Kreisläufe bei Energie, Gütern, Gebäuden usw.

Produzierendes Gewerbe soll auch zukünftig zu Stuttgart gehören; Mobilität auf vielfältige Art stattfinden (ohne Stau, ohne PRM). Kultur, Breitensport, Innovation und Walderhalt sind für mich Chefsache

Frage #1: Was werden Sie dafür tun, damit mehr Startups in Stuttgart gründen und diese hier gute Rahmenbedingungen vorfinden?
Dr. Ralph Schertlen:
Dafür würde ich die Wirtschaftsförderung verändern, Flächen suchen und an Start-Ups vermieten. Ich würde auch zusehen, dass es Projekte im Dreieck Start-Up – Hochschulen – Stadt gibt. Themen gäbe es genug.

Frage #2: Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass z. B. München oder Berlin deutlich stärker im Bereich Startup sind?
Dr. Ralph Schertlen:
Stuttgart geht es zu gut, die etablierten Player bieten Absolventen gute Arbeitsplätze. Ein eigenes Start-Up zu gründen ist deswegen nicht so dringend notwendig und darüber hinaus mit Risiken verbunden.

Frage #3: Welche Hilfsmaßnahmen werden Sie als Bürgermeister ergreifen, um Startups während der Corona-Krise zu unterstützen?
Dr. Ralph Schertlen
: 1) Mietübernahmen bei Einnahmenminderung; 2) Hilfsgelder statt Arbeitslosigkeit bezahlen; 3) Falls thematisch passend: Aufträge vergeben; 4) Fortbildungen (teil-)finanzieren; 5) Gewerbesteuer stunden oder aussetzen.

John Heer – keine Parteizugehörigkeit

John Heer, OB-Kandidat

Name, Vorname: Heer, John 

Geboren: 23.07.1966 in Stuttgart

Derzeit ausgeübter Beruf: Kaufmann und zugelassener Projektsteuerer LBO‐BW

Parteizugehörigkeit: KEINE

Prioritäten: Als künftiger Oberbürgermeister von Stuttgart liegen meine Prioritäten im Bereich Sicherheit, Wirtschaft, bezahlbares Wohnen, Verkehr, Klima, Bildung und Soziales. Das alles unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt Stuttgart durch mehr Bürgerentscheide.

Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Verwaltung, diese muss mit vereinfachten Wegen über die Digitalisierung für die Bürgerinnen und Bürger von Stuttgart arbeiten, und endlich wieder verstehen, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht die Bittsteller sind.

Frage #1: Was werden Sie dafür tun, damit mehr Startups in Stuttgart gründen und diese hier gute Rahmenbedingungen vorfinden?
John Heer:
Es müssen mehr staatliche oder auch kommunale Förderungen für Startup’s eingerichtet werden und es müssen sogenannte Camps zum Austausch eingerichtet werden, welche nahe an der Industrie angesiedelt sind, um einen dementsprechenden Synergieeffekt und Austausch zu erhalten.

Frage #2: Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass z. B. München oder Berlin deutlich stärker im Bereich Startup sind?
John Heer:
Dies hat generell damit zu tun, dass diese Städte für junge kreative Menschen auch in Bezug auf die Lebensqualität deutlich besser sind. Wir müssen Stuttgart wieder zu einem Hotspot der Kreativität oder zu einem Hotspot für junge Menschen machen. Hierzu gehört aber auch, dass Stuttgart insgesamt wieder  an Attraktivität nicht nur in Bezug auf das Wohnen oder Leben, sonder auch in Bezug auf die Wirtschaft gewinnen muss. Wenn beispielsweise die  Automobilindustrie, welche in der Vergangenheit immer ein kreativer Entwickler war , verteufelt wird, muss man sich nicht wundern, wenn viele auch um das Automobil herum ansässige Unternehmen immer mehr von Stuttgart abwandern.

Frage #3: Welche Hilfsmaßnahmen werden Sie als Bürgermeister ergreifen, um Startups während der Corona-Krise zu unterstützen?
John Heer
: E​​s muss Hilfsmaßnahmen für Startup’s geben, wenn diese nicht durch die bisherigen Überbrückungshilfen im Bereich der Landes- und Bundeshilfen abgesichert werden, so dass deren Entwicklungsarbeit weiter vorangetrieben werden kann. Hier darf man nicht zwangsläufig den Umsatz als Schlüssel für die Maßnahmen verwenden, sondern es muss zwingend der Kostenfaktor berücksichtigt werden, um die Fördermittel richtig zu kalkulieren.

Friedhild Anni Miller – Wählervereinigung FRiDi

Name, Vorname: Miller, Friedhild (FRIDI)

Geboren: 11.08.1969 in Böblingen

Derzeit ausgeübter Beruf: Familienmanagerin, EU‐Rentnerin, Politikerin, Beiständin 

Parteizugehörigkeit: Wählervereinigung FRiDi seit 2014, Unabhängig – unbestechlich – ehrlich – bürgernah, Einzelbewerberin Bundestag 2017

Prioritäten: Da ich an Gott glaube sind meine obersten Prioritäten Menschlichkeit und Nächstenliebe. Ich werde uneigennützig zum Wohle aller Menschen in Stuttgart handeln und für Gleichheit und Gerechtigkeit sorgen und im Zuge dessen auch mein OB*in Gehalt für soziale Zwecke spenden. Für mich steht die Liebe, die Familie und der Frieden im Mittelpunkt meines Handelns. Ich möchte Stuttgart zu einer liebens‐ und lebenswerten friedlichen FRiDi‐Metropole machen, wo jeder Mensch leben und überleben kann und Spaß hat und unsere Kinder eine glückliche unbeschwerte Zukunft haben. Wir werden wie eine große Familie sein, wo jeder jedem hilft, kein Mensch soll mehr einsam und traurig sein. Fühlt euch umarmt, FriDi.

Frage #1: Was werden Sie dafür tun, damit mehr Startups in Stuttgart gründen und diese hier gute Rahmenbedingungen vorfinden?
Friedhild Anni Miller:
Gewerbesteuer senken, attraktive günstige Wohnungen anbieten, die Party-, Ausgeh- und Kulturszene wieder attraktiver machen. Synergien bilden, „Senioren helfen Junioren“. Finanzminister Olaf Scholz einen persönlichen Besuch abstatten, damit Fördergelder schneller fließen.

Frage #2: Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass z. B. München oder Berlin deutlich stärker im Bereich Startup sind?
Friedhild Anni Miller:
Sie bieten kostenfreie Hilfe von Existenzgründungsbüros und Kompetenzteams an, investieren in Gründerzentren und qualifizierte Netzwerke, bieten Fördermöglichkeiten, eine hervorragende Infrastruktur, hohe Lebensqualität durch lebendiges Szeneleben und attraktives Wohnumfeld.

Frage #3: Welche Hilfsmaßnahmen werden Sie als Bürgermeister ergreifen, um Startups während der Corona-Krise zu unterstützen?
Friedhild Anni Miller
: Gleichbehandlung für alle Unternehmen, weniger Bürokratie bei der Beantragung staatlicher Hilfen, Direkthilfe für Start-Ups anstatt Gelder für Beraterkosten, kostenfreie Werbeplattformen für Start-Ups zur Verfügung stellen.

Michael Ballweg – keine Parteizugehörigkeit

Geboren: 23.11.1974 Wertheim am Main

Derzeit ausgeübter Beruf: Geschäftsführer media access GmbH 

Parteizugehörigkeit: Keine

Prioritäten:

  1. Corona‐Maßnahmen beenden & Grundrechte stärken
  2. Kommunale Infrastruktur muss in der Hand der Stadt bleiben
  3. 50 statt 40; Blitzer nur an kritischen Stellen
  4. Bürgerentscheide – Für mehr Eigenverantwortung
  5. Kooperation Supermärkte und Tafeln
  6. Kostenloser ÖPNV
  7. Förderung Kleinkunst
  8. Steuerentlastung Mittelstand
  9. Digitale Verwaltung
  10. Pro Kopfbahnhof

Keine Reaktion auf unsere Fragen.

Werner Ressdorf – keine Parteizugehörigkeit

Geboren: 26.08.1954 in Rio de Janeiro (Brasilien)

Derzeit ausgeübter Beruf: Fachbuchautor – Schriftsteller 

Parteizugehörigkeit: Parteilos

Prioritäten: Den verängstigten BürgerInnen wieder Zuversicht geben. Das Soziale und Kulturelle Leben wieder ermöglichen. Sie von der Maskenpflicht befreien. Stuttgart von diesem unheilvollen Spuk erlösen. Behördenmitarbeitergehälter erhöhen. Wo nötig Bürokratie abbauen. Die Dynamische Organisation in der Verwaltung einführen. Den Verkehr wieder zum Fließen bringen. Mehrgenerationenhäuser fördern. Öko‐Kreativität im Bauwesen aktivieren. Ökologische Satelliten‐Siedlungen bauen. Fahrradtrassen bauen. Oper bauen. 50m Schwimmhalle bauen. 2021 Bäume pflanzen. Familienleben fördern. Kopfbahnhof erhalten. Partyhütten für Jugend. Autofreien Sonntag für Stuttgart einführen. ÖPNV ausbauen. Demokratiehaus bauen.

Keine Reaktion auf unsere Fragen.

Foto Rathaus:  Horst Eisele auf Pixabay 

Fotos Kandidaten: https://www.stuttgart.de/service/wahlen/vorstellung-der-ob-kandidaten/vorstellung-der-kandidatinnen-und-kandidaten.php

Die Landtagswahl 2016 steht kurz bevor und wie vor zwei Jahren zur Kommunalwahl hatten wir die Parteien und Gruppierungen (CDU, SPD, Grüne, FDP, Die Linke, Piratenpartei, REP, NPD, ÖDP, Büso, Alfa, AfD, Tierschutzpartei, Die PARTEI), die sich hier zur Wahl stellen, zu ihren Positionen bezüglich Gründerthemen und Gründungsförderung befragt.

Die Fragen hatten wir an alle Parteien verschickt, die kandidieren und um Antwort bis zum 9. März 2016 gebeten. Die erste Antwort kam von der Tierschutzpartei, danach die der CDU, die dritte Antwort kam von Die PARTEI, vierte waren die Grünen und als fünfte antwortete die FDP. Die SPD antwortete gestern abend noch und bat um Aufschub bis zum Freitag. Von den restlichen Parteien erfolgte keine Reaktion. Sollten noch Antworten eintreffen, werden wir diese dann noch nachreichen.

Die jeweiligen Personen sind

  • Partei Mensch Umwelt Tierschutz: Matthias Ebner, Bundesvorsitzender, Vorsitzender im Landesvorstand Ba-Wü
  • CDU: Katrin Schütz MdL (Generalsekretärin)
  • Die PARTEI: Knud Wetzel, Kandidat LTW BW Stuttgart 1
  • Die Grünen: Nadja Unger, Wahlkampfmitarbeiterin
  • FDP: Jan Packebusch, Stellv. Geschäftsführer

Hier findet ihr nun die Antworten, zur jeweiligen Frage sortiert und den Parteien bzw. Gruppierungen zugeordnet.

Wie setzen Sie sich für mehr Gründergeist in Baden-Württemberg gerade bei jungen Menschen ein?

Tierschutzpartei:

Menschen, die bio-veganen Landbau betreiben oder Unternehmen gründen wollen, die das Angebot an ökologischen bzw. umweltfreundlichen, veganen, fair produzierten und gehandelten Produkten bzw. Dienstleistungen erhöhen wollen, werden wir intensiv unterstützen, sowohl finanziell als auch ideell. Hierzu sind ausreichende Mittel notwendig, die die Angst vor Firmengründungen mindern sowie Aufklärungskampagnen über innovative, moderne, nachhaltige und zukunftsfähige Unternehmen notwendig. Dies hilft so auch dabei, den dringend nötigen Wandel hin zu einer ethisch vertretbaren und nachhaltigen Wirtschaft einzuläuten. Das Alter von innovativen Köpfen darf jedoch nicht ausschlaggebend sein. Zur Unterstützung dieser Pläne wollen wir eine Landeskoordinationsstelle für ethische Innovation und Finanzierung einrichten sowie ein Netzwerk „Unternehmensgründung“ aufbauen. Bei diesem streben wir an, dass sich erfahrene aktive oder ehemalige Führungskräfte/Unternehmer_innen dazu bereit erklären, bis zu einem gewissen Maße ehrenamtlich bzw. für vergleichbar geringe Kosten eine fundierte Beratungs- und Betreuungsleistung anzubieten. Gleichzeitig sollten Unternehmensgründer_innen, die durch diese Unterstützung ein erfolgreiches Unternehmen auf die Beine gestellt haben, dazu verpflichtet werden, nach einer zumutbaren Zeit selbst in ein Betreuungsprojekt einzusteigen, um (zumindest ein Mal) ihre Erfahrungen an die Neugründer weiterzugeben. Weitere Positionen der Tierschutzpartei zur Wirtschaftspolitik finden Sie in unserem Grundsatzprogramm sowie unserem Wahlprogramm zur Landtagswahl auf den Seiten 18-22.

Die PARTEI:

Wir setzen hier schon im Kindergarten an, dass den jungen Menschen das Unternehmertum spielerisch nahe gebracht wird. Alles was das Kind dort malt und bastelt muss innerhalb eines gewissen Zeitraumes an Eltern, Verwandte, Nachbarn oder wildfremde Personen veräußert oder gegen Konsumgüter getauscht werden. Unterstützend werden Workshops und Möglichkeiten des Erfahrungsaustausches in der Betreuungszeit angeboten. Merke: – Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr

Die Grünen:

Wir Grüne wollen eine Gründerkultur und auch eine dazugehörige Kultur der zweiten Chance in Baden-Württemberg zu verankern. Dies kann nicht von staatlicher Stelle top-down verordnet werden. Aber es können Rahmenbedingungen geschaffen werden, wie das durch die Landesregierung eingebrachte Schulfach Wirtschaft und durch unternehmerische Angebote an Hochschulen oder Fachhochschulen. Mit dem Ausbau und der Stärkung der Kontaktstellen Frau und Beruf wollen wir Frauen u.a. auch den Weg in die Selbstständigkeit erleichtern.

FDP:

Gerade Baden-Württemberg erfüllt die Grundvoraussetzungen für erfolgreiche Gründungen. Weit über 80% der neugeschaffenen Unternehmen überstehen die ersten fünf Jahre. Ziel muss deshalb die Abbau von Angst und ein „Klima der zweiten Chance“ sein. Die FDP setzt sich für eine konsequente Vermittlung wirtschaftlichen Denkens an allen Schulen ein. Beispiele hierfür können Start-Up-Werkstätten als Planspiele sein. Oftmals steht zudem ein Berg von Bürokratie einer Gründung im Weg. Deshalb tritt die FDP für ein bürokratiefreies erstes Jahr für Existenzgründer ein. Demnach soll zu Beginn der Gründungsphase die Anmeldung des Gewerbescheines ausreichen. Und wir müssen am Zugang zum Kapital für junge Unternehmen arbeiten.

Wie wollen Sie BW als Standort für neue Gründungen und Startups attraktiver machen, so dass diese nicht bspw. nach Berlin abwandern?

Tierschutzpartei:

siehe Antwort auf Frage 1.

Die PARTEI:

Wir werden die Grenze zwischen Baden und Württemberg durch eine touristisch ansprechende bauliche Trennung markieren. Dadurch kann die Abwanderung eingegrenzt werden. Zudem wird auf dem Gelände der jetzigen Landeshauptstadt Stuttgart zum Zwecke der umweltfreundlichen Energiegewinnung ein Stausee eingerichtet. Dieser dient den Menschen des angrenzenden Wirtschaftsraumes zugleich als attraktives Naherholungsgebiet. So haben Gründer die Möglichkeit sich schnell zu erholen und sich mit neuer Kraft den anstehenden Projekten zu widmen.

Die Grünen:

Baden-Württemberg hat grundsätzlich gute Bedingungen als Standort wegen seiner Innovationsfähigkeit und einer starken Industrie. Während Berlin zwar hip ist, haben baden-württembergische Start-Ups bessere Überlebenschancen und schaffen es langfristig bester, sich am Markt zu etablieren. Das wollen wir durch gezielten Dialog zwischen klassischer Industrie und Neugründungen fördern, indem z.B. die Industrie 4.0 Plattform der Landesregierung auch für Neugründungen geöffnet wird. Der neue Wagniskapitalfonds des Landes bietet gute Finanzierungsmöglichkeiten. Außerdem liegt uns die Stärkung der Ausgründungen an den Universitäten am Herzen, die wir z.B. mit der Innovationsallianz Baden-Württemberg gezielt vorantreiben. Die Ausweitung des Technologietransfers ist für uns ein wichtiger Hebel für mehr Gründungen.

FDP:

Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die fehlende Versorgung mit Breitband in Baden-Württemberg. Wir wollen deshalb eine Investitionsoffensive auflegen, die in den kommenden fünf Jahren eine Milliarde Euro in schnelles Internet und neue Straßen investiert. Die finanziellen Mittel sollen der Landessstiftung Baden-Württemberg entnommen werden. Zusätzlich sollen Landesbeteiligungen auf den Prüfstand und gezielt veräußert werden. Außerdem braucht es attraktive Rahmenbedingungen – durch eine Politik, die Unternehmungen mehr Freiraum gibt und weniger Bürokratie auferlegt, für bezahlbaren Wohnraum sorgt, für ein gutes und vielfältiges Kita- und Bildungsangebot sorgt.

Wie wollen Sie mehr vermögende Mitbürgerinnen und Mitbürger als Business Angel für junge innovative Unternehmen in BW gewinnen?

Tierschutzpartei:

Das Land sollte Investitionen in junge innovative, ethisch vertretbare und nachhaltige Unternehmen finanziell unterstützen und bewerben.

Die PARTEI:

Wir werden eine Lotterie einführen bei der alle vermögenden Mitbürger/ innen teilnehmen. Somit wird sichergestellt dass jeder die gleiche Chance hat ein Business Angel zu werden. Zudem werden Bürger zu engagierten Business Angels die vorher noch nie was davon gehört haben.

Die Grünen:

Private Investoren sind wichtige Partner bei der Etablierung einer Gründerkultur, die Kultur der Business Angels ist in Baden-Württemberg gut etabliert. Aufgabe der Politik sehen wir Grüne vor allem darin, Best Practice Beispiele sichtbarer zu machen und gründungswillige Menschen mit potentiellen Investoren zu vernetzen. Gerade die Digitalisierung eröffnet hier gute Möglichkeiten und so wollen wir mit Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Privatbanken alternative Gründungsfinanzierungen wie Crowdfunding unterstützen.

FDP:

Die von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen zur Förderung von Venture-Capital-Investitionen und zur Stärkung der Finanzierungsmöglichkeiten von Startups sind ein Schritt in die richtige Richtung. Wichtig ist, dass es nicht bei diesem einen Schritt bleibt. Ein Venture-Capital-Gesetz ist nach wie vor dringend erforderlich. Die Landesregierung muss sich nun an die Spitze der Bewegung zur Förderung einer dynamischeren Gründungskultur setzen und ein solches Gesetz im Bundesrat initiieren. Auch die von CDU-Bundesfinanzminister Schäuble verfolgte Verschärfung der Investmentbesteuerung muss endgültig ad acta gelegt werden. Denn ein solches Anti-Startup-Gesetz würde die Finanzierungsmöglichkeiten für junge Unternehmen massiv verschlechtern. Noch mehr Startups würden den Weg ins Ausland suchen, weil potentielle Geldgeber wie etwa „Business Angels“ in Deutschland nicht mehr investieren.

Wie wollen Sie BW als Standort für Venture Capital Fonds attraktiver machen?
Tierschutzpartei:

Baden-Württemberg gilt bereits heute als Innovationsmotor. Dies wollen wir weiter unterstützen. Durch die in der Antwort auf Frage 1 genannten Maßnahmen soll auch Venture Capital Fonds deutlich gemacht werden, dass Stuttgart ein perfekter Standort für sie ist.

Die PARTEI:

Hier befinden wir uns noch in einem innerparteilichen Findungsprozess.

Die Grünen:

Über Initiativen der L-Bank, der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft und des Wirtschafts- und Finanzministeriums möchten wir die Venture Capital Landschaft in Baden-Württemberg weiter ausbauen. Von diesem Ausbau erhoffen wir uns einen weiteren Pull-Effekt von privaten VC-Fonds, die sich um die Stuttgarter Banken- und Börsenlandschaft ansiedeln. Durch die Reise unseres Ministerpräsidenten ins Silicon Valley in 2015 sind wir auch dran, Baden-Württemberg in der Welt bekannter zu machen, um mehr globales Kapital in die Region zu lenken. Steuerliche Anreize müssen auf Bundesebene gesetzt werden.

FDP:

Uns geht es vor allem darum, Baden-Württemberg insgesamt für solche Fonds attraktiver zu machen. Dafür müssen wir bessere Rahmenbedingungen für Venture Capital Geber schaffen, etwa indem rechtliche Beschränkungen für Investitionen (zum Beispiel vermeintlich mündelsichere Anleihen) überprüft und angepasst werden.

Wie wollen Sie Gründungen von Nichtakademikern fördern?

Tierschutzpartei:

Gründer_innen brauchen nicht unbedingt ein Studium, sondern v. a. eine gute Idee und einen gut durchdachten Businessplan. Siehe auch Antwort auf Frage 1.

Die PARTEI:

Wir unterscheiden hier nicht zwischen Akademikern sowie Nichtakademikern und werden allen 10 kleine Motivationssprüche die wir in Glückskeksen verstecken zusenden. Diejenigen die den Zettel mitessen werden wir von der Liste der förderungsfähigen Gründer wieder streichen.

Die Grünen:

Uns Grünen sind Gründungen von Nichtakademikern äußerst wichtig. Mit der Startfinanzierung der L-Bank gibt es z.B. eine maßgeschneiderte Förderung für Handwerksbetriebe. Gefördert werden Vorhaben zur Existenzgründung durch Neugründung, Betriebsübernahmen oder Vorhaben zur Existenzfestigung innerhalb von 5 Jahren nach Aufnahme der selbständigen Tätigkeit. Der Gesamtkapitalbedarf darf 150.000 Euro je Gründer oder Unternehmer, insgesamt aber 600.000 Euro, nicht überschreiten. Gefördert werden gewerbliche Unternehmen aus Handwerk, Handel, Industrie, Dienstleistungs- und Kleingewerbe sowie Hotel- und Gaststättengewerbe. Außerdem haben wir die Gründungsberatungen reformiert, um Gründern bessere Unterstützung geben zu können.

FDP:

Das Handwerk ist eine der interessantesten Branchen, um sich in der Zukunft zu gründen. Damit künftig mehr Nichtakademiker mit ihrer Idee an den Markt gehen, brauchen wir zunächst mehr Facharbeiter und Meister, die über das notwendige Know-How verfügen. Deshalb ist die Stärkung der beruflichen Schulen und der dualen Ausbildung dringend notwendig. Die grün-rote Landesregierung hat in ihren Koalitionsvertrag eine starre Akademikerquote von 50 Prozent geschrieben. Das halten wir für einen Fehler. Wir wollen, dass Realschulen nicht gezwungen werden nach der Gemeinschaftsschulpädagogik zu unterrichten und wir werden die Plätze an den beruflichen Gymnasien ausbauen. Außerdem müssen bestehende Existenzgründerprogramme überprüft und für Nichtakademiker geöffnet werden.

Wie stehen Sie zu Privatinitiativen und Graswurzelbewegungen in der Gründerszene und wie wollen Sie diese in die Aktivitäten der Gründerförderung einbeziehen?

Tierschutzpartei:

Diese Bewegungen sehen wir absolut positiv und wollen sie unterstützen. Man muss in einen intensiven Dialog mit motivierten Menschen treten und sich ihre Wünsche und Bedürfnisse genau anhören, um entscheiden zu können, wie man sie bestmöglich fördern kann, jedoch immer unter den Prämissen, dass Gründungen ethisch vertretbar und nachhaltig sind.

Die PARTEI:

Prinzipiell ist das eine tolle Sache. Da dies ja eine unabhängige basisorientierte Initiative ist setzen wir uns dafür ein dass diese Initiative unabhängig bleibt.

Die Grünen:

Privatinitiativen und Graswurzelbewegungen sind ein äußerst fruchtbares Umfeld für Gründungen. Gründungsgeist darf nicht durch staatliches Handeln erdrückt werden. Darum setzen wir Grüne eher auf die Unterstützung dieser privaten Initiativen, als Gründungen von oben „verordnen“ zu wollen. Wir wollen die richtigen Rahmenbedingungen setzen, damit sich diese Initiativen entfalten können. Z.B. in dem wir Förderprogramme für sie öffnen, sie mit Business Angels zusammenbringen und Finanzpartner mit geeigneten Finanzierungsangeboten vermitteln.

FDP:

Privatinitiativen leisten einen wichtigen Beitrag, dass sich gründungswillige Menschen vernetzen und Erfahrungen austauschen können. Die „FuckUp-Night“ ist ein Beispiel für ein gelungenes Format, das aus einer privaten Initiative heraus entstanden ist. Wir werden in der Landesregierung das Know-How dieser Privatinitiativen nutzen, die Gründerförderung entsprechend weiterentwickeln und überlegen, an welchen Stellen eine direkte Einbeziehung der Privatinitiativen sinnvoll erscheint.

Wie wollen Sie dem Bedarf an bezahlbarem Büroraum speziell für Gründer und Startups begegnen? 

Tierschutzpartei:

Die Schaffung von bezahlbarem Büroraum muss, genau wie von bezahlbarem Wohnraum, staatlich unterstützt werden. Hierzu zählen v. a. die finanzielle Entlastung der Schaffung von günstigem Wohn- und Büroraum. Die Städte müssen zudem mehr gegen lange leerstehende Gebäude unternehmen. Eigentümer sind hier mehr in die Pflicht zu nehmen. Zudem setzen wir uns für Innovationsförderzentren mit Subventionen für Büros in den ersten Gründungsjahren ein.

Die PARTEI:

Wir werden dem sehr freundlich begegnen.

Die Grünen:

Bezahlbare Räumlichkeiten in urbanen Regionen sind wichtige Pfeiler für Gründungen, um nah an Kunden, an Geschäftspartner und am Puls der Zeit zu sein. Die Gründerzentren von Kommunen oder Kammern sind dabei von entscheidender Bedeutung. Kommunale Wirtschaftsförderungen wollen wir ermuntern, „shared office space“ einzurichten, wo sich Gründer zu fairen Mietpreisen niederlassen können. Aufgrund der unterschiedlichen Herausforderungen ist es aber schwierig, hier von Landesseite Patentlösungen anzubieten. Hier sehen wir vor allem die Kommunen in der Pflicht, die Bedarfe von Gründern bei der Flächenplanung zu berücksichtigen.

FDP:

Durch die Entbürokratisierung und Rücknahme überflüssiger Regelungen in der Landesbauordnung sind möglicherweise Kostensenkungen möglich. Darüber hinaus gibt es ein breites Angebot im Land: von Technologieparks bis hin zu den Gründerzentren an den Hochschulstandorten.

 

Die CDU schickte uns nur eine generelle Aussage, ohne speziell auf die Fragen einzugehen:

Um den Anschluss an zukünftige Geschäftsmodelle nicht zu verlieren, braucht ein rohstoffarmes Land wie Baden-Württemberg eine Gründerkultur, die von der Schule bis zur Universität unternehmerisches Denken vermittelt und auch das Scheitern von Geschäftsideen in Kauf nimmt. Führungsqualifikationen sollen nach den Vorstellungen der CDU Baden-Württemberg in die Lehrpläne und Studienordnungen Eingang finden. Wir werden den Wettbewerb um neue innovative Geschäftsmodelle für Produktion und Dienstleistungen vorantreiben und die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen schaffen, damit sich in unserem Land ein Gründungsklima entwickeln kann.

Hierbei unterstützen wir ein Venture-Capital-Gesetz, das nach dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung auf den Weg gebracht werden soll und das als Bestandteil keine Steuerpflicht für Veräußerungsgewinne bei Streubesitzanteilen, keine Umsatzsteuer auf Management-Vergütungen und den Erhalt von Verlustvorträgen auch beim Wechsel der Anteilseigner vorsieht. Die steuerliche Benachteiligung von Eigenkapital gegenüber Fremdkapital ist ein Systemfehler. Private Investoren sollten bei Verlust ihr Wagniskapital steuerlich absetzen können, damit sich die Finanzierungsoptionen junger Gründer verbessert. Die CDU Baden-Württemberg könnte sich auch Fonds-Modelle mit der KfW-Bank vorstellen. Die L-Bank könnte hierbei die Rolle des Vermittlers übernehmen, um Missbräuche zu verhindern.

Eine dem Wirtschaftsministerium zugeordnete Stelle wird sich dezidiert um alle Belange von Startup-Unternehmen kümmern und als Plattform für innovative Kooperationen oder Cluster agieren. In der Gründungsphase wird diese Stelle alle Belange junger Unternehmen als One-Stop-Agency wahrnehmen und dabei den bürokratischen Aufwand auf niedrigem Niveau halten. Ein gründungsfreundliches Steuerrecht ist unverzichtbar. So sind z.B. monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen, enge Buchführungspflichten, Sozialbeiträge für Geschäftsführer gründungshindernde Elemente, die einer Unternehmensgründung eher im Wege stehen.

Bestehende Förderprogramme des Landes und der Verbände für Menschen mit Migrationshintergrund bei Unternehmensgründungen müssen ausgebaut und vernetzt werden. Das Land soll seine Aktivitäten eng auf das bereits bestehende, umfangreiche Beratungsangebot von IHK und Handwerkskammer für Existenzgründerinnen und Existenzgründer mit Migrationshintergrund abstimmen. Die CDU Baden-Württemberg wird sich dafür einsetzen, dass in einem Open-Data-Gesetz geregelt wird, dass offene Daten in freien Formaten frei verfügbar sind und eine wirtschaftliche Nutzung dieser öffentlichen Datenbestände möglich ist.

Wir bedanken uns bei allen, die auf unsere Fragen – insbesondere auch so knapp vor der Wahl – geantwortet haben.

Natürlich ist unsere Umfrage sehr einseitig und monothematisch. Und eine Wahlentscheidung solltet ihr nicht allein aufgrund dieser Antworten hier treffen. Insofern bleibt uns noch zu sagen: Informiert euch und geht zur Wahl.

Bildquelle: CC BY-ND 2.0 von Dennis Skley auf Flickr

Die Kommunalwahl steht kurz bevor und vor einer Woche hatten wir die Parteien und Gruppierungen, die sich in Stuttgart zur Wahl stellen, zu ihren Positionen bezüglich Gründerthemen und Gründungsförderung befragt.

In unserer E-Mail an die Parteien und Gruppierungen hatten wir um Antwort bis zum 16. Mai 2014 gebeten. Das schafften nur die Piraten. Von den anderen gab es bis zum Stichtag keine Reaktion. Am Montag, den 19. Mai kam eine Antwort der AfD per Brief. Weiterhin antworteten am Montag die FDP, Die Linke und die Grünen per E-Mail. Die Stadtisten und die Liste Junges Stuttgart wollten uns noch antworten, haben dies bis zur Veröffentlichung dieses Artikels aber nicht geschafft.

Update, 21.5. 8:45: Antwort der REP ergänzt
Update, 22.5. 13:40: Antwort der Stadtisten ergänzt

Die jeweiligen Personen sind

  • Piraten: Judith Peters, #4 auf der Piratenliste für die Gemeinderatswahl
  • FDP: Gabriele Reich-Gutjahr, Mitglied der Regionalversammlung
  • Die Linke: Christoph Ozasek, Regionalrat und Sprecher
  • Die Grünen: Matthias Filbinger
  • REP: Thomas Melber
  • Die Stadtisten: Dr. Ralph Schertlen (Listenplatz 1)

Hier findet ihr nun die Antworten, zur jeweiligen Frage sortiert und den Parteien bzw. Gruppierungen zugeordnet.

Wie setzen Sie sich für mehr Gründergeist in Stuttgart gerade bei jungen Menschen ein?

Piraten, Judith Peters

Indem ich das Thema Gründung selbst vorlebe. Ich bin seit fast fünf Jahren selbständig. Parallel zum Wahlkampf bereite ich mit einem Freelancer-Kollegen eine GmbH-Gründung vor. In meiner Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis wissen die Leute, dass sie sich bei Fragen zum Thema Gründung an mich wenden können. Zudem habe ich schon viele Freunde dabei unterstützt, sich selbständig zu machen. Wenn man selbst Leute kennt, die gegründet haben, färbt das ab. Es inspiriert und motiviert. Wichtig ist es deshalb, Gründer mit Gründerwilligen und alten Hasen, also erfahrenen Unternehmenern, besser zu vernetzen und hier für regen Austausch zu sorgen. Das Gründergrillen und Startup Weekends sind da richtungsweisend – solche Gruppen und Initiativen sollten stärker unterstützt werden.

FDP, Gabriele Reich-Gutjahr

Wir sehen die Notwendigkeit, in der Öffentlichkeit das Bewusstsein zu schärfen für Unternehmertum als Basis unseres Erfolgs in der Region. Es gilt jungen und älteren Leuten Mut zu machen, Ideen umzusetzen. Die Mentalität “suche dir einen sicheren Arbeitgeber” muss durch eine verstärkte öffentliche Wertschätzung für Gründer und Unternehmer verändert werden.

2010 hat die FDP Fraktion in der Regionalversammlung eine Anhörung gemacht, zum Thema “Quo vadis Produktion”, um darauf aufmerksam zu machen, dass wir in der Region mitten drin sind im Strukturwandel und mehr Gründergeist brauchen. http://www.demokratie-online.de//quovadisRegion.htm

Wir werden dazu eine weitere Anhörung durchführen.

Die Linke, Christoph Ozasek

Der Weg in die Selbstständigkeit ist ein wesentlicher Motor für einen innovativen Wirtschaftsstandort. Existenzgründer_innen schließen Versorgungslücken, bringen neue Technologien aus der Forschung an den Markt oder bereichern das kulturelle Leben als Kreativschaffende. Viele Start-Up-Gründer_innen schaffen nicht nur für sich selbst eine wirtschaftliche Existenz, sondern auch für viele weitere Menschen neue Arbeitsplätze, und brauchen deshalb gute Rahmenbedingungen durch qualifizierte Beratung, Zugang zu Kapital und eine überschaubare Kostensituation, z.B. durch niedrige Mieten und Pachten. Deshalb sind Existenzgründer-Netzwerke, z.B. an den Hochschulen, bei den Kammern und der kommunalen oder regionalen Wirtschaftsförderung wichtig. Denn ohne ein tragfähiges Konzept und gute Begleitung ist das wirtschaftliche Scheitern oft vorprogrammiert. Die Kommune selbst kann keinen Gründergeist wecken. Aber sie kann die Randbedingungen für Existenzgründer optimieren.

Die Grünen, Matthias Filbinger

Die Informationen für potentielle Gründer müssen noch intensiver an diese Zielgruppe gelangen. Die Region Stuttgart ist von der Automobil- und Zuliefererindustrie geprägt. Der Wandel im Mobilitätsverhalten und das Angebot hierfür  wird viele neue technische Betätigungsfelder sowohl für Entwickler wie auch für Hersteller entstehen lassen. Das ist Aufgabe des Marketings der Region. Die  Barrieren für junge Gründer müssen herabgesetzt werden, der Gründungsprozess muss schnell und effizient von Statten gehen. Der Dschungel von Vorschriften ist hier verfügbar:  http://www.startothek.de/startothek-anwendung/gruender

REP, Thomas Melber

Gründergeist läßt sich nicht verordnen, er muß aus den Menschen selber kommen – Erziehung zur Selbstständigkeit wäre ein erster Ansatz.

Das ist aber eine gesamtgesellschaftliche Frage, ebenso wie die Minimierung der Konsequenzen eines möglichen Scheiterns.

Die Stadtisten: Dr. Ralph Schertlen

Abbau formaler Hürden, soweit rechtlich zulässig. Gegebenenfalls auch Einführung von Pauschalen statt exakter Buchführung während der Startphase (max. 2 Jahre).

Unterstützung in Form von Gewerberäumen, die von der Stadt günstig zur Verfügung gestellt werden (max. 3 Jahre).

Wie wollen Sie Stuttgart als Standort für neue Gründungen und Startups attraktiver machen, so dass diese nicht bspw. nach Berlin abwandern?

Piraten, Judith Peters

Es gibt bereits zahlreiche Angebote und Ansprechpartner wie z.B. Gründercoachings, KfW-Kredite, die IHK, die Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Stuttgart, die MFG Innovationsagentur etc. Das Problem ist aber, dass es viel zu viele Angebote gibt, die zudem auch oft kaum bekannt sind. Es ist wichtig, bestehende Angebote bekannter zu machen. Dann müssten bestehende Angebote gebündelt werden. Es sollte in Stuttgart EINE zentrale Anlaufstelle geschaffen werden, einen One-Stop-Shop für Gründer, bei der Gründerwillige zunächst einmal kostenlos Antworten auf all ihre Fragen bekommen. Hier könnte man evtl. die IHK zu diesem EINEN Anlaufpunkt aufbauen – ob für „normale“ Gründungen oder Startups. Von dort aus könnten die zukünftigen Gründer auf die bereits bestehenden Angebote verwiesen werden. Wenn diese EINE Anlaufstelle schon existiert, ist sie leider noch nicht bekannt genug ;-)
Neben diesem „One Stop Shop“ sollte Stuttgart aber auch eine langfristige Vision entwickeln und eine übergeordnete Idee formulieren. Wo will Stuttgart in 10 Jahren stehen? Und wie wollen wir das erreichen? Wir brauchen eine Gründer-Strategie – daraus kann dann auch lokaler Gründergeist erwachsen, der die Stadt Stuttgart sehr attraktiv macht.

FDP, Gabriele Reich-Gutjahr

Es gibt in bestimmten Branchen sicher eine Tendenz nach Berlin zu gehen oder in andere Städte der Welt. Das ist gut so und erweitert den Horizont. Wichtig ist, dass sie spätestens dann, wenn sie wachsen wieder zurück kommen. Weil sie hier das finden, was wichtig ist: Geld, Gewerbeflächen, Mitarbeiter, ein innovatives Klima, Austausch mit anderen aus der Branche…

Wir haben den Verband Region Stuttgart aufgefordert, von anderen Regionen zu lernen und bei den Planungen zu berücksichtigen http://www.demokratie-online.de/antrag_vergleich.htm

Wir haben eine “Woche der Begegnung” beantragt http://www.demokratie-online.de/europa.htm, die dazu beitragen soll, die Region Stuttgart bei jungen Menschen aus Europa bekannt zu machen.

Die Linke, Christoph Ozasek

Die bestehenden Netzwerk-Strukturen haben sich als geeignet erwiesen, um Existenzgründern den richtigen Weg zu weisen. Diese Strukturen reichen heute vom ESF-finanzierten Gründerbüro im Stuttgarter Rathaus bis hin zu überregionalen Organisationen wie BioRegio STERN in der Life Science-Branche. Auch sind die Förderbedingungen durch das Landeswirtschaftsministerium durch ein neues Gutscheinsystem in den letzten Jahren deutlich verbessert worden. Den Einfluss kann und sollte die Stadt in zwei Bereichen verstärken: Die Stadt muss Raum für Existenzgründer bereithalten, der zu Konditionen angeboten wird, die deutlich unter den üblichen Marktmieten zu erhalten ist, bzw. für eine Produktentwicklungsphase mietfrei bezogen werden kann. Hier könnte z.B. der Eiermann-Campus in Vaihingen (ehemalige IBM-Zentrale) eine Chance sein, sofern die Stadt wie von uns vorgeschlagen das Areal selbst übernimmt und dort einen Gründerschwerpunkt für Start-Ups und Kreativschaffende etabliert, anstatt den Campus einem renditeorientierten Investor zu überlassen. Auch Areale wie das Werk8 sollten Ämter-seitig positiv begleitet werden, anstatt eine Blockadehaltung einzunehmen. Zum Zweiten muss die Stadt als Miteignerin der LBBW dafür Sorge tragen, dass die Existenzgründerfinanzierung eine hohe Priorität erhält.

Die Grünen, Matthias Filbinger

Stuttgart ist ein Ausbildungsstandort von höchstem Ruf und hervorragender Qualität. Die gründungswilligen Studierenden müssen frühzeitig von einer Gründerszene begeistert werden. Hier ist in erster Linie das Stadtmarketing und die Wirtschaftsförderung gefragt.

REP, Thomas Melber

ich denke, der Standort Stuttgart ist attraktiv – es kommt natürlich darauf an, in welchem Bereich man gründet

Die Stadtisten: Dr. Ralph Schertlen

Durch den Erhalt bzw. Ausbau einer Stadt mit positiven „weichen“ Standortfaktoren, d. h. beispielsweise auch Treffpunkte für Subkultur, in die gerade Mitarbeiter kreativer Start-Ups gerne pilgern.

Förderung von gemeinschaftlich nutzbarer Infrastruktur, um Miete und sonstige Kosten klein zu halten.

Wie wollen Sie mehr vermögende Mitbürgerinnen und Mitbürger als Business Angel für junge innovative Unternehmen in Stuttgart gewinnen?

Piraten, Judith Peters:

Der Schwabe an sich ist ja sehr sparsam und scheut eher finanzielle Risiken. In riskante Startups einzusteigen, ist also ein Thema, das eher schwer zu vermitteln wäre. Die Lösung könnte z.B. sein, die Startup-Gründer von Anfang an seitens der Stadt gut zu begleiten und sie von der Idee bis zur Umsetzung mit Rat und Tat zu unterstützen, so dass ihre Geschäftsidee Hand und Fuß hat – also z.B. zunächst durch die Stadt „anschieben“. Diese Startups, ihre Idee und ihr finanzieller Bedarf könnten anschließend wenn sie ausgereifter sind, z.B. wie bereits auf http:http://startup-stuttgart.de//, präsentiert werden – mit dem Ziel, sie stärker mit den Bürgern zu vernetzen und neben der Stadt Stuttgart weitere Unterstützer zu finden. Also sozusagen ein schwäbisches Kickstarter für Startups. Das wäre eine Idee, die es doch mal wert wäre, in Stuttgart diskutiert zu werden.

FDP, Gabriele Reich-Gutjahr

Wir haben den Verband Region Stuttgart aufgefordert, zunächst mehr Transparenz bzgl. der Verfügbarkeit von Risikokapital zu schaffen. .http://www.demokratie-online.de/Risikokapital.htm

Wie werden den Wunsch einbringen, ein Modell zu konzipieren, das Menschen der Region ermöglicht, sich an guten Ideen auch mit kleinen Beträgen zu beteiligen.

Die Linke, Christoph Ozasek

Diese Aufgabe sehen wir nicht als Aufgabe der Gemeinde. Wir unterstützen aber die Aktivitäten der Business Angels. Wichtig ist eine enge Vernetzung mit den Wirtschaftsförderern und bestehenden Existenzgründereinrichtungen.

Die Grünen, Matthias Filbinger

Viele erfolgversprechende Gründungen scheitern nach kurzer Zeit bereits wegen mangelnder Liquidität. Sicherheiten für Kredite sind kaum vorhanden. Kreditinstitute tun sich schwer bei den strengen Auflagen von Basel II und III ausreichend Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Entwicklung eines Pools von Business-Angels, welcher auch unter der Schirmherrschaft einer Stiftung oder der IHK stehen könnte, wäre eine einfache und wirkungsvolle Lösung. Beispiel:http://www.business-angels-region-stuttgart.de/

REP, Thomas Melber

wohl Landes- / Bundessache (steuerliche Behandlung von Investitionen, u.a.)

Die Stadtisten: Dr. Ralph Schertlen

Durch gutes Zureden und durch Überzeugung mit Erfolgsbeispielen aus der Vergangenheit. Obendrein könnte man jährlich eine Medaille verleihen an den Business Angel, der das erfolgreichste Start-Up begleitet hat (Sowjet-Prinzip des „Helden der Arbeit“ – weil Geldpreise solche Leute nicht mehr glücklich machen).

Wie wollen Sie Stuttgart als Standort für Venture Capital Fonds attraktiver machen?
Piraten, Judith Peters:

Venture Capital Fonds investieren zunächst einmal in gute Ideen und vielversprechende aufstrebende Unternehmen – relativ unabhängig davon wo sie sich befinden. Die guten Startup-Ideen, die in Stuttgart entwickelt werden, müssten national sichtbarer gemacht werden.
Wenn es Stuttgart schafft, die bestehende lebendige Startup-Szene weiter zu entwickeln (z.B. durch die Förderung der Cross-Cluster Politik http://fuerstuttgart.de/docs/foerderung-der-cross-cluster-politik-und-entstehung-virtueller-cluster/) und Stuttgarter Startups deutschlandweit und international bekannt zu machen, kommen auch die Kapitalgeber und schauen sich an, was es hier sonst noch so gibt. Andererseits übernehmen ja bereits lokale Unternehmen die Rolle des Kapitalgebers. Bosch macht es mit der Robert Bosch Venture Capital GmbH sehr erfolgreich vor, wie man Startups unterstützen kann.

FDP, Gabriele Reich-Gutjahr

Siehe oben, Ziff. 3 und 6

Die Linke, Christoph Ozasek

In den USA nimmt die Risikofinanzierung einen deutlich höheren Anteil ein als in Deutschland und Europa. Wir sehen kapitalmarkt- und renditeorientierte Finanzierungsmechanismen kritisch, denn meist steht keine langfristige Beteiligung im Fordergrund, sondern der Gewinn aus dem Verkauf der Beteiligung. Auch werden viel zu oft innovative Start-Ups von großen Konzernen aufgekauft und geschluckt. So wird eine höhere Branchenvielfalt verhindert. Aus unserer Sicht sind Finanzierungsmodelle über öffentlich-rechtliche Banken zu bevorzugen. Auch die Unternehmensform der Genossenschaft halten wir für eine sehr geeignete Rechtsform für die Existenzgründung und Kapitalisierung.

Die Grünen, Matthias Filbinger

VC wird auch in Stuttgart bereits zur Verfügung gestellt. Mittlerweile hat sich hier jedoch das Internet als Plattform etabliert. Z.B.:  http://www.vc-magazin.de/

REP, Thomas Melber

idem.

Die Stadtisten: Dr. Ralph Schertlen

Gegenfrage: Spielt der Standort des Kapitalfonds in der heutigen Zeit und einer globalisierten Welt eine Rolle?

Wie wollen Sie Gründungen von Nichtakademikern fördern?

Piraten, Judith Peters:

Jedes Startup ist eine Gründung, aber nicht jede Gründung ein Startup. Die IHK macht bereits einen guten Job, Gründungen z.B. im Bereich Handwerk zu unterstützen und zu begleiten. Nichtakademiker, die Startups gründen wollen, mangelt es meistens auch daran, woran es Akademikern in der gleichen Situation mangelt: Zugang zu Information, Geld und Netzwerken. Wenn man hier der einen Gruppe hilft, hilft man auch der anderen. Die Lösung könnte ein lokales Gründerzentrum sein.

FDP, Gabriele Reich-Gutjahr

Dazu gibt es bei uns keine gesonderten Überlegungen gegenüber Akademikern. Unternehmertum kann viele Gesichter haben. Generell sind neben Fachwissen Geld und Personen, die dem Unternehmensgründer den Rücken stärken, wichtig für den Erfolg. Mikrokredite mit Bürgen wie im Modell von Yunus , sind ein guter Ansatz, den wir befürworten. Persönlich habe ich den Schritt ins Unternehmertum mit Franchise gemacht und biete als Master-Franchise Franchise-Lizenzen. Man muss nicht alles selbst erfinden. Im Rahmen der Wirtschaftsförderung müssen die vielfältigen Möglichkeiten noch besser aufgezeigt werden.

Die Linke, Christoph Ozasek

Qualifizierung in kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Belangen in staatlich anerkannten Seminaren steht hier ganz besonders im Vordergrund. Bestehende Angebote müssen in hoher Qualität und diskriminierungsfrei vorgehalten werden.

Die Grünen, Matthias Filbinger

Insbesondere Handwerksbetriebe werden von Nichtakademikern betrieben. Zur Sicherung der Zukunft des Handwerks halten wir Übernahme- und Finanzierungshilfen für unabdingbar. Städtische Bürgschaften wären auch hier hilfreich.

REP, Thomas Melber

soweit mir bekannt kann sich jeder Gründer an die KfW u.a. wenden, für eine Unterstützung ist kein akademischer Grad erforderlich, sondern ein tragfähiges Geschäftsmodell

Die Stadtisten: Dr. Ralph Schertlen

Handwerksmeister in Rente als Begleiter während des Einstiegs gewinnen, evtl. auch fachfremd, d.h. einen Buchhalter i. R. für einen Sanitärstarter, der sich zwar im Rohre verlegen auskennt, weniger jedoch in der Buchführung. Evtl. für solche Personen ein Budget im Haushalt vorsehen.

Außerdem durch unser „1000 Akkuschrauber“-Programm, das bereits Jugendliche ans Selbermachen heranführen soll (allerdings dabei in ihrem Viertel zur Verschönerung).

Wie stehen Sie zu Privatinitiativen und Graswurzelbewegungen in der Gründerszene und wie wollen Sie diese in die Aktivitäten der städtischen Gründerförderung einbeziehen?

Piraten, Judith Peters:

Diese privaten Initiativen und Treffen sind oft die Saat für Startups. Dort entstehen Netzwerke fürs Leben und wegweisende Geschäftsideen. Daher würde die Stadt Stuttgart wirtschaftlich sehr davon profitieren, wenn sie solche Initiativen und Events noch stärker unterstützen und prominenter bewerben würde. Es gibt bereits z.B. Startup-Weekends und Gründergrillen. Ein jährliches Gründer- und Startup-BarCamp, das Gründer in der Anfangsphase mit erfahrenen Startup-Leuten zusammenbringt, könnte eine gute Ergänzung in der Stuttgarter Startup-Landschaft sein. Mit von der Stadt gesponsorten Räumen und Verpflegung wäre da schon viel geholfen.

FDP, Gabriele Reich-Gutjahr

Als FDP sehen wir zuerst die Privatinitiative, dann den Staat. Der Staat muss gute Rahmenbedingungen schaffen und kann dort, wo er selbst als Investor auftritt, Innovation fördern. Als Region Stuttgart sollten wir uns positionieren als die Region, die am innovativsten ist bei den Themen ‘sparsamen Umgang mit Ressourcen, Energieeffizienz und Mobilität” und folglich die meisten Unternehmensgründungen auf diesem Feld vorweisen kann

Die Linke, Christoph Ozasek

Je spezialisierter Gründer_innen in einzelnen Branchen beraten werden, desto besser. Für Anregungen, wie die Einbindung von Graswurzelinitiativen in die städtische Gründungsförderung verbessert werden kann sind wir immer offen.

REP, Thomas Melber

Privatinitiative ist zu begrüßen, wobei diese natürlich ihre Schwerpunkte „nach persönlicher Neigung“ setzt

Die Stadtisten: Dr. Ralph Schertlen

Jegliche Form der Unterstützung während der Gründungsphase begrüßen wir. Umso mehr, je weniger sie den städtischen Haushalt belastet.

Eine Einbeziehung sollte derart erfolgen, dass in städtischen Publikationen auf die Kontaktadressen hingewiesen wird.

Wie wollen Sie dem Bedarf an bezahlbarem Büroraum speziell für Gründer und Startups begegnen? Wie stehen Sie bspw. zu der Forderung nach einem lokalen Gründerzentrum, wie sie im Bürgerhaushalt eingebracht wurde (https://www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/3762)?

Piraten, Judith Peters:

Aus eigener Erfahrung als Selbständige und Gründerin weiß ich: Ein lokales Gründerzentrum wäre sehr sinnvoll. Wir brauchen in Stuttgart eine zentrale Anlaufstelle für Gründerwillige, einen One-Stop-Shop, damit Gründer ihre wertvolle Zeit im Frühstadium nicht mit der frustrierenden Suche nach Informationen und Unterstützung verschwenden. Das werde ich definitiv unterstützen.
Zum Thema Büros: Sogar in Stuttgart gibt es bezahlbaren Büroraum. Bestes Beispiel ist das Coworking in der Gutenbergstraße. Aber sobald man etwas größeres braucht, stellt man fest, dass günstige Büroflächen zum großen Teil informell vergeben werden. Wenn man keinen Zugang zu den entsprechenden Netzwerken hat, kriegt man von diesen günstigen Büroräumen auch nichts mit. Gründerwillige sollten also besser in diese Netzwerke eingebunden, entsprechende Büroräume auf einer zentralen Plattform gesammelt und kostenlos vermittelt werden. Diesen Service könnte in Zukunft auch das Gründerzentrum anbieten.

FDP, Gabriele Reich-Gutjahr

Die Region weist Flächen aus. Was die Gemeinden dann machen, liegt in deren Ermessen.

Die Linke, Christoph Ozasek

Wie in Frage 2 bereits angeschnitten sehen wir hier eine Aufgabe der Stadt. Auch kann die von uns mehrfach beantragte aber bisher noch nicht umgesetzte Leerstandsabgabe für leer stehende Gewerbe- und Büro-Immobilien Anreize zur Preissenkung bieten. Das käme Start-Ups entgegen. Ein kommunales Gründerzentrum könnten wir uns durchaus vorstellen, z.B. am Standort Eiermann-Campus in Vaihingen.

Die Grünen, Matthias Filbinger

Ein Gründerzentrum ist zwingende Voraussetzung für einen erfolgreichen Start in die Selbständigkeit und die weitere Entwicklung. Als Standort bietet sich u.a. der Eiermann-Campus (ehemaliges IBM-Gelände) an.

REP, Thomas Melber

als Zwischennutzung städtischer Immobilien kann ich mir die Einrichtung von Gründerzentren vorstellen, dies ist aber auch abhängig von der erforderlichen Infrastruktur (Labor, Reinraum, u.a.);

Hochschulen u.ä. Einrichtungen (MPG) haben sich als Inkubatoren ja auch bewährt

Die Stadtisten: Dr. Ralph Schertlen

Ein Gründerzentrum finden wir klasse!

Es gibt genügend leerstehende Bürofläche in Stuttgart. Durch Gespräche mit Eigentümern sollte diese Fläche Gründern günstig (und städtisch gefördert) zugänglich gemacht werden.

Ferner setzen wir uns dafür ein, auch mal ein Auge zuzudrücken, wenn es um formale Dinge geht, d.h. wenn z.B. bei einem 3-Personen-Startup getrennte Toiletten für Männer und Frauen fehlen, dies aber von allen akzeptiert wird und bei weiterem Wachstum der Firma auch behoben wird.

 

Von der AfD erreichte uns nur eine allgemeine Antwort per Briefpost. Die AfD könne als junge Partei noch nicht jedes Politikfeld „beackern“ und habe deshalb auch zu Unternehmensgründung keine festgefügte Parteimeinung.  „Dedizierte, konkrete Antworten auf Ihre Einzelfragen können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht geben.“ Sie verweisen auf ihre Grundprinzipien:

Eines unserer Prinzipien ist „Subsidiarität“, also Hilfe zur Selbsthilfe. Wer die Initiative ergreift, eine Geschäftsidee umzusetzen und ein Unternehmen zu gründen, soll in diesem Unterfangen bestärkt werden. Die vielfältigen bürokratischen, juristischen und fiskalischen Hindernisse, denen sich ein Unternehmensgründer gegenübersieht und die sein Vorhaben behindern und verteuern, sind uns ein Dorn im Auge. Die AfD wird mit ihren noch schwachen Mitteln dagegen ankämpfen, wo immer sie kann.
Ein weiteres Prinzip der AfD ist „Rationalität“. Wenn ein Gemeinderat sich für oder gegen die Ansiedlung eines Unternehmens ausspricht, dann muss dies schlüssig, logisch, nachvollziehbar begründet sein. Eine Entscheidung „aus dem Bauch heraus“ oder nach dem Motto „das machen wir immer so“, lässt die AfD nicht gelten.
Ein drittes Prinzip der AfD ist „Marktwirtschaft“. Eine Geschäftsidee muss sich im Markt bewähren und tragfähig sein. Der Staat oder die Gebietskörperschaften dürfen keine Steuergelder aufwenden, um Unternehmen zu finanzieren oder Venture-Kapital bereitzustellen. Der Staat selbst ist in den meisten Fällen kein guter Unternehmer!
Subventionen dürfen allenfalls für gesellschaftlich wünschenswerte, wirtschaftliche Aktivitäten gewährt werden und auch nur in Form von Abgaben- oder Steuerbegünstigungen, niemals als direkte Geldzahlungen. Allzu oft wurde und wird gegen diesen Grundsatz verstoßen; viele Unternehmen, ja ganze Wirtschaftszweige hängen am Subventionstropf, in der Summe zum Nachteil unserer Volkswirtschaft.

 

Thomas Milber von den REP ergänzte seine Antworten noch:

Über IHK / HWK kann man die Unternehmen in Stuttgart sicher einmal zu einem „round table“ zum Thema Venture Capital zusammenbringen.

Ich selbst habe die Szene anfang des Jahrtausends intensiv beobachtet, und damals gab es keinen Mangel an Initiativen und Veranstaltungen. Vielleicht ist das allgemein etwas eingeschlafen bzw. wird nicht mehr so gehypt (damals gab es auch noch den „Start up“ Wettbewerb und eine jährliche Gründermesse).

 

Wir bedanken uns bei allen, die auf unsere Fragen – insbesondere auch so knapp vor der Wahl – geantwortet haben.

Natürlich ist unsere Umfrage sehr einseitig und monothematisch. Und eine Wahlentscheidung solltet ihr nicht allein aufgrund dieser Antworten hier treffen. Insofern bleibt uns noch zu sagen: Informiert euch und geht zur Wahl. Insbesondere bei der Kommunalwahl habt ihr direkt vor eurer Haustür die Möglichkeit, mitzuentscheiden. Also seid dabei!

Bildquelle: CC BY-ND 2.0 von Dennis Skley auf Flickr

Am 25. Mai ist nicht nur Europawahl. In Stuttgart wird auch ein neues Stadtparlament und für die Region wird die Regionalversammlung gewählt. Eine Chance für die Stuttgarter Gründerszene? Welche Positionen und Meinungen vertreten die Parteien und Gruppierungen, welche Chancen und Risiken sehen sie? Da die Wahlprogramme so gut wie gar keine Aussagen zur den jeweiligen Positionen bezüglich Existenzgründungen und Startups beinhalten, haben wir einen Fragebogen entworfen und an alle Listengruppierungen verschickt – die da wären:

GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Freie Wähler, SÖS, DIE LINKE, REP, AfD, PIRATEN, STAdTISTEN, Studentische Liste – junges Stuttgart

(Die Reihenfolge entspricht dem amtlichen Stimmzettel.)

Die Antworten zu den folgenden Fragen veröffentlichen wir dann – sofern wir sie rechtzeitig erhalten – vor der Wahl hier im Blog.

  1. Wie setzen Sie sich für mehr Gründergeist in Stuttgart gerade bei jungen Menschen ein?
  2. Wie wollen Sie Stuttgart als Standort für neue Gründungen und Startups attraktiver machen, so dass diese nicht bspw. nach Berlin abwandern?
  3. Wie wollen Sie mehr vermögende Mitbürgerinnen und Mitbürger als Business Angel für junge innovative Unternehmen in Stuttgart gewinnen?
  4. Wie wollen Sie Stuttgart als Standort für Venture Capital Fonds attraktiver machen?
  5. Wie wollen Sie Gründungen von Nichtakademikern fördern?
  6. Wie stehen Sie zu Privatinitiativen und Graswurzelbewegungen in der Gründerszene und wie wollen Sie diese in die Aktivitäten der städtischen Gründerförderung einbeziehen?
  7. Wie wollen Sie dem Bedarf an bezahlbarem Büroraum speziell für Gründer und Startups begegnen? Wie stehen Sie bspw. zu der Forderung nach einem lokalen Gründerzentrum, wie sie im Bürgerhaushalt eingebracht wurde (https://www.buergerhaushalt-stuttgart.de/vorschlag/3762)?

Wir sind gespannt auf die Antworten, die wir dann gern hier veröffentlichen werden.

Bildquelle: CC BY-ND 2.0 von Dennis Skley auf Flickr