In dieser Kategorie sind alle Themen zu finde die Startup-Stuttgart.de betreffen.

Der Think Tank sucht euer Startup oder euch als Industriepartner für das Kreativcamp am 18. und 25. März (16:30 bis 18:30). Beim Kreativcamp dreht sich alles um die Vernetzung des regionalen Gründungsgeschehens in Stuttgart. Gemeinsam werden neue Instrumente zur Unterstützung regionaler Startup Aktivitäten erarbeitet. 

Vertreter*innen aus Wirtschaft, Forschung, Gründungsförderung und Finanzierung treiben die regionale Vernetzung voran.

Wenn du auch deinen Input beisteuern willst, dann bewirb dich mit einer kurzen Beschreibung deiner Motivation (3 Sätze) bis zum 08. März bei LAURA.REHBERG@ENI.UNI-STUTTGART.DE

Das Stuttgarter Startup Smark testet zusammen mit der Deutschen Bahn und Edeka einen der deutschlandweit ersten 24-Stunden Supermärkte ganz ohne Mitarbeiter. Am Renninger Bahnhof, der einer von 16 Zukunftsbahnhöfen der Deutschen Bahn ist, können ab sofort rund um die Uhr Lebensmittel, Getränke und Drogerieartikel erworben werden. Ein Roboter sucht aus den momentan 300 verschiedenen Artikeln die Bestellungen zusammen, die dann ausschließlich bargeldlos mit Karte oder mit der zugehörigen App bezahlt werden können. In Zukunft soll aus über 800 verschiedenen Produkten ausgewählt werden können. 

Der hochfrequentierte Renninger Bahnhof bietet die optimalen Bedingungen und den nötigen Platz für den 24-Stunden-Container-Supermarkt und wird damit zu einem der innovativsten Bahnhöfe Deutschlands. Neben dem neuen Supermarkt bietet der Zukunftsbahnhof auch durchgängiges Wlan, einen Foodtruck, eine Fahrradreparatur-Station, eine Backtheke und eine Blumenwiese.

Das Startup Smark, das bereits zuvor mit der Smarkbox am Stuttgarter Hauptbahnhof einen kleinen autonomen Verkauf von regionalen Spezialitäten getestet hat, arbeitet weiterhin am “Supermarkt 4.0”.

Was denkst du über die Zukunft des (Lebensmittel-)Einzelhandels?

Noch bis zum 07. März könnt ihr euch bei der Sandbox bewerben! Die Sandbox ist der Accelerator für Geschäftsideen im Bereich Medien, Design und Software. Innerhalb von 4 Monaten lernt ihr alles was ihr zum Thema Gründung wissen müsst. In den drei Modulen Inputs, Mentoring und Community bekommt ihr das unternehmerische Wissen zur Entwicklung und Umsetzung eurer Geschäftsidee, werdet mit Rat und Tat begleitet und erhaltet Zugang zu einem umfangreichen Netzwerk.

Bewerben können sich alle Studierenden und Absolvent*innen, Nicht-Studierende mit oder ohne Ausbildung, Jungunternehmer*innen und alle, die davon träumen ein eigenes Unternehmen zu gründen. Auch die Teams, die dieses Semester bei Start-up BW ASAP dabei waren haben die Chance sich einen Platz in der Sandbox zu ergattern.

Das 4-Monate-lange Programm ist kostenlos.

Hier könnt ihr euch bewerben.

Wir haben Prof. Dr. Jürgen Seitz vom Institute for Applied Artificial Intelligence der Hochschule der Medien Stuttgart befragt, um herauszufinden wie das deutsche Startup-Ökosystem in Sachen Künstliche Intelligenz aufgestellt ist. Uns hat dabei vor allem der Trend in Baden-Württemberg interessiert.

Die Studie „Künstliche Intelligenz – wo stehen deutsche Startups?“ wurde im September 2020 auf der IFA in Berlin vorgestellt.

Wie war die Resonanz zur Studie bisher?

Die Resonanz war erwartungsgemäß hoch. Insbesondere der hohe Aufholbedarf gegenüber dem KI Start-up Champion Israel hat viele überrascht. Wir spielen in der KI Forschung vorne mit, es gelingt uns in Deutschland aber noch zu selten daraus neue Firmen und Produkte zu kreieren. Besonders freut mich, dass Bund und Länder das Problem zunehmend erkennen und Förderprogramme für KI in Unternehmen aufsetzen. Im internationalen Vergleich geht aber noch mehr, gerade das vielgelobt Israel ist in der Frühphasen-Förderung sehr großzügig. Eine lebendige Start-up Szene zieht dann auch VC-Finanzierungen an.

Wie sieht es hier in Stuttgart bzw.. in Baden-Württemberg mit KI Startups aus?

Baden-Württemberg spielt eine wichtige Roll im KI-Ökosystem. Wir haben den Hochschulen in Stuttgart, Karlsruhe und Tübingen viel KI-Kompetenz. Aber in Sachen Start-ups können wir mit den Metropolen Berlin und München fallen wir ab. Hier setzen aktuelle Programme für den Forschungstransfer an, am Institut für angewandte künstliche Intelligenz forschen und arbeiten wir intensiv an kommerziell attraktiven Nutzungsszenarien für Start-Ups. KMUs können sich bei uns auch kostenlos beraten lassen.

Welchen großen Trend sehen Sie für 2021? Wo geht die Szene hin?

Neben KI-Neugründungen ist vor allem die Nutzung von KI zur Verbesserung Ihrer Produkte hoch auf der Agenda der Gründer. So hat z.B. das HdM Start-up Filestage gerade eine Millionen Finanzierung eingesammelt. Unter Anderem um nervige Freigabeprozesse  mit KI zu automatisieren und damit international anzugreifen. Gerade in Stuttgarter Szene wird noch zu lokal gedacht, gerade die start VC-abhängigen KI-Start-ups müssen und werden hier umdenken.

Vielen Dank an Prof. Dr. Jürgen Seitz!


SMART GREEN startet mit dem FINANCE CAMP ein neues Programm, das sich an Startups mit Sitz in Baden-Württemberg mit Finanzierungsinteresse richtet. Beim FINANCE CAMP wirst du auf die erste Finanzierung deines Startups vorbereitet und kommst mit Investoren in Kontakt. Investments bis zu 200 000 Euro sind bei SMART GREEN möglich.

Bewerbungsschluss für die erste Runde des FINANCE CAMPs ist der 01. März.

Der SMART GREEN Accelerator spricht die Green Economy an, beschleunigt dabei neue Technologien und unterstützt mutige Pioniere, um die dringendsten Probleme unserer Zeit zu lösen. Gemeinsam mit Startups arbeitet SMART GREEN an einer grünen Zukunft.

Den Fokus setzt der Startup Accelerator dabei auf innovative Geschäftsmodelle, die die Energiewende und die dezentrale Energieversorgung beschleunigen, Technologien, die Industrieprozesse nachhaltiger und digitaler gestalten, die Mobilität der Zukunft und intelligente Gebäude der Zukunft. 

Hier kommst du zur Bewerbung.

Im Rahmen eines Social Hackathons werden auf der #ArtSocial21 kreative Lösungen
für aktuelle gesellschaftliche Probleme erarbeitet. Grundlage hierfür sind fünf
Themenwelten: Klimawandel, Gerechte Bildung, Verteilungsgerechtigkeit, Digitalität
und New Work. Zu diesen Themenwelten warten spannende Vorträge von
hochkarätigen Expert*innen auf euch. Parallel zum Social Hackathon könnt ihr euch auf ein Art Festival freuen, das verspricht bunt zu werden: Musik, Poetry Slam, Performance, Lesung, Kurzfilme … you name it! Wir suchen dich als kreative TeilnehmerIn!
Auch Zuschauer*innen für das Art Festival sind herzlich willkommen!
Hier kannst du dich kostenlos anmelden!

ArtSocial21 ist eine gemeinsame Veranstaltung von Social Impact gGmbH, dem PARITÄTischen Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg und dem Landesverband
BW des Deutschen Roten Kreuz.

Am Donnerstag, den 18.02.2021, haben über 400 Zuschauer live mitgefiebert als die 30 besten Teams aus ganz Baden-Württemberg virtuell ihre Ideen beim großen Finale von Start-up BW ASAP gepitcht haben. In den letzten Monaten haben die Teams im Rahmen des landesweiten Academic Seed Accelerator Programs ihre Geschäftsmodelle in fünf spannenden Challenges entwickelt. Neben den aufregenden Pitches waren auch der Pitch Doktor Christoph Sollich und Sophia von MyCabin mit dabei und haben mit ihren Keynotes für Unterhaltung und Inspiration gesorgt.

Von den insgesamt 120 Teams, die dieses Semester teilgenommen haben, hatten die 30 Finalisten die Chance tolle Preise aus acht Kategorien zu gewinnen.

„Overall Winner“ des diesmaligen Finales war das Startup improveMid von der HfT Stuttgart, das neben dem Preis des „Overall Winners“ auch den Award des „Most Innovative“ Startups gewann. Das Team aus Expertinnen für die Durchführung der gesetzlich verpflichtenden „psychischen Gefährdungsbeurteilung“ für kleine und mittelständische Unternehmen nutzt ein innovatives und datengetriebenes Tool, das es Unternehmen ermöglicht, psychische Gefahren frühzeitig zu erkennen und anzugehen. Für improveMid war ASAP „ein sehr spannender Weg, das alles so durchzuspielen“ und sie konnten „total viel mitnehmen, auch was das Pitchen angeht und lernen, wie man sich eben richtig präsentiert“. Sie haben eindeutig die richtigen Worte gefunden, um die Jury von sich zu überzeugen. Das Team von improveMid hat neben den Preisgeldern auch die Möglichkeit bekommen, Teil der nächsten Runde der Gründermotor Meisterklasse #5 zu werden.

Ein weiterer Gewinner des Finales war das Startup Aqua Fly. Das Team von der Hochschule Aalen und der Hochschule Pforzheim will zukünftig Wasserkollektoren zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen konstruieren und vertreiben. Mit dieser Idee haben sie es nicht nur geschafft, die Jury zu überzeugen und den „Sustainability Award“ zu gewinnen, sondern sind auch mit über 430 Stimmen zum Publikumsliebling gekürt worden. 

„Wir freuen uns sehr darüber und streben auch an das ganze entsprechend aufzubauen. Deswegen ist das für uns der richtige Push in die richtige Richtung. Konkret möchten wir das ganze in Richtung EXIST angehen, das heißt wir haben größere Pläne und freuen uns auf alles Weitere, was kommt.“ – Tim von Aqua Fly

Der „Social Impact Award“ ging in dieser Runde an Lawable. Lawable erleichtert durch vereinfachte, branchenspezifische Wissensvermittlung Menschen mit Sprachbarriere den Einstieg ins Unternehmertum in Deutschland.

„Mehr können wir uns eigentlich nicht wünschen. Jetzt haben wir erstmal unsere Facebook-Seite hochgezogen, eine riesige Reichweite bekommen und der nächste Schritt ist jetzt erstmal, dass wir in unseren Semesterferien so eine Art digitales Infoprodukt erstellen wollen und das dann zum Verkauf anbieten, als Vorschritt für unsere größere Vision, unsere große Plattform.“ – Ahmet von Lawable

Viel mitnehmen konnte auch das Startup Pavao, das Mehrwegsysteme mit Glas in der Gastronomie etablieren möchte. Mit ihrem Pitch haben sie den Award für den „Best Pitch“ gewonnen. Das Team von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen wird als nächstes EXIST beantragen und hat mit ASAP hierfür eine gute Grundlage geschaffen.

„Eine spannende Reise“ war ASAP auch für RückMal. Das Startup von der Hochschule der Medien will Rückenschmerzen, die durch starres sitzen entstehen, eliminieren. Mit ihren „Tisch-Schuhen“ kann jeder Tisch höhenverstellbar gemacht werden. Für ihre Idee hat das Team den „Corona-Special“ Award von der Jury bekommen.

„Für uns war es besonders spannend die Workshops zwischendrin zu haben und sich mit anderen Gründern auszutauschen, das war echt eine wirklich coole Erfahrung, die wir wahrscheinlich so schnell nicht vergessen werden.“ – Christina von RückMal

Nach der Runde ist vor der Runde! Hier kannst du dich ab sofort für die 6. Runde von Start-up BW ASAP anmelden. 

Wenn du das Finale verpasst hast kannst du es dir hier nochmal in voller Länge anschauen.

Wer Lust auf neue Technologien, Breakout-Sessions mit Experten/-innen und digitales Netzwerken hat, ist beim 9. Expo Day der Startup Autobahn genau richtig. Hier erfährst du mehr über zukünftige Kollaborationen von Startups mit ihren Corporate Partnern.

Die Startup Autobahn bietet eine innovative Plattform, die Tech-Startups mit führenden Corporate Partnern verbindet, um eine erfolgreiche, produktionsreife Implementation zu erreichen.

Wenn du am 25.02. dabei sein möchtest, kannst du dir hier noch Tickets sichern.

Landtag Stuttgart

Am 14.03.2021 wählt Baden-Württemberg den neuen Landtag. Wir haben alle Kandidaten des Wahlkreises Stuttgart I, deren Partei in aktuellen Umfragen mindestens drei Prozent erreicht, um eine Stellungnahme zu drei Fragen aus dem Start-up-Bereich gebeten. Folgende Antworten wurden unverändert übernommen:

Was werden Sie dafür tun, damit mehr Startups im Raum Stuttgart gründen und diese hier gute Rahmenbedingungen vorfinden?

Muhterem Aras (Bündnis 90/Die Grünen):

Um die Gründungskultur an Hochschulen zu unterstützen, macht die Landesregierung vielfältige Angebote. Das Programm „Junge Innovatoren“ unterstützt junge Wissenschaftler*innen dabei, ihre innovativen Gründungsvorhaben zu realisieren. Mit dem Wettbewerb „Start-up BW ASAP“ werden studentische Gründungsteams gefördert. Schließen möchte ich die Förderlücke bei Unterstützungsstrukturen für Gründerinnen. Die „Start-up BW Accelerators“-Programme in den Bereichen Finanzierung, Coaching und Networking sollten gezielt mit Blick auf die Unterstützung von Frauen ausgebaut werden. Mit „Start-up BW Women“ wollen wir Gründerinnen noch besser fördern.

Ruth Schagemann (CDU):

  • Gründungskultur an Schulen und Hochschulen fördern, insbesondere auch Frauen zur Gründung motivieren 
  • Gründerfonds des Landes zur Finanzierung der Startups weiter ausbauen 
  • Kontakt mit Risikokapitalgebern fördern (Business Angels, Venture Capital) 
  • Startup Zentren in der Region noch stärker vernetzen (z.B. Tübingen, Heilbronn, Mannheim) 
  • Startup meets Mittelstand – Startups stärker mit dem Mittelstand verknüpfen 
  • Steuerlichen Rahmenbedingungen für Wagniskapital und Start-ups verbessern 
  • Orte schaffen, an denen sich Startups niederlassen können 

Dr. Sascha Meßmer (SPD):

Für mich braucht es zunächst mehr Struktur im Raum Stuttgart: es gibt unglaublich viele Angebote an Veranstaltungen und Ansprechpartner. Hier sind Informationen aus einem Guß und eine Hilfestellung in Form von Gründerlotsen, wie im Kreis BB sicherlich sinnvoll. Zudem muss eine stärkere Vernetzung zwischen Hochschulen und Unternehmen auf der einen Seite und startups auf der anderen Seite stattfinden. Diese Vernetzung kann landesseitig durch Förderungen von zentralen Hubs gestützt werden.

Johanna Molitor (FDP):

Neben Finanzierungsfragen sind bürokratische Hürden eines der größten Probleme für StartUps. Daher trete ich für StartUp-Unternehmen für eine Entlastung von Bürokratie ein. Des Weiteren mache ich mich für die Einrichtung von wirtschaftlichen Freiheitszonen stark, welche insbesondere StartUps Möglichkeiten zur schnellen Entfaltung geben. Zusätzlich kann ein bürokratiefreies Gründungsjahr für neue Unternehmen gründungsfreundlich wirken – dafür setze ich mich ein.

Filippo Capezzone (Die Linke):

Existenzgründungszentren und Beratungsstellen für die Gründung von Start-ups sollen landesweit ausgebaut werden. Ein öffentlicher Wagniskapitalfonds fördert innovative Start-ups, wenn diese gemeinwohlorientierten Zwecken wie z.B. dem sozial-ökologischen Umbau dienen. Unternehmerinnen und Menschen mit Behinderung, wollen wir insbesondere fördern. Gerade im Bereich der nachhaltigen Mobilität wollen wir Gründungen und neue Ideen Fördern.

Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass z. B. München oder Berlin deutlich stärker im Bereich Startup sind?

Muhterem Aras (Bündnis 90/Die Grünen):

Ich denke, in Berlin gibt es die Alternative einer Industriekarriere nicht so wie in Stuttgart. München ist uns zudem voraus in der Vernetzung von Wissenschaft und Gründerinnen. Hier holen wir aber auf. Land, Automobilindustrie, Startup-Unternehmen und Universität kooperieren etwa in der Arena 2036 bei der Suche nach Innovativen für die Mobilität der Zukunft. Gerade diese Nähe zwischen neuen Ideen und der direkten Anwendung hat bei uns ein enormes Potential, denn Startups sind zentrale Innovationstreiber. Potential für die Region sehe ich auch in der Kooperation von Gründerinnen in der Gesundheitswirtschaft mit den Unikliniken.

Ruth Schagemann (CDU):

  • Bessere Förderung und Finanzierung der Startups 
  • Startup Kultur wird stärker beworben 
  • Start-up-Standort werden besser vermarkt 
  • Berlin: Schwerpunkt liegt bei IT und Plattformentwicklung, die leicht zu skalieren sind 
  • München: Bessere Vernetzung zwischen Universitäten und Hochschulen mit den ausgegründeten Startups z.B. Technische Universität München 

Dr. Sascha Meßmer (SPD):

Zu einem attraktiven Gründerstandort wie München oder Berlin braucht es auch Wagniskapital, Orte der Vernetzung in einem kreativen Umfeld, Anlaufstellen, wie es ja auch das Unternehmer-TUM in München bietet. Das Land kann hier Anreize für Unternehmen und Hochschulen setzen, sich vermehrt einzubringen.

Zudem baucht es ein attraktives Umfeld: eine pulsierende Stadt mit einer Clubszene und Nachtleben, gute Anbindungen an den ÖPNV, bürokratiearme Verwaltungen, all das sind Themen, die jungen Unternehmern wichtig sind.

Johanna Molitor (FDP):

Eine Schwäche Baden-Württembergs sind die bürokratischen Hürden und die unzureichenden Finanzierungsmöglichkeiten. Die Bedeutung von Venture Capital ist hoch. Mir ist es ein Anliegen, dass mehr VC Geber ihre Chancen in Baden-Württemberg erkennen. Darüber hinaus müssen die Empfehlungen des Normenkontrollrats aufgegriffen und überfällige Entlastungen für Gründungswillige vorangetrieben werden.

Filippo Capezzone (Die Linke):

Das hat sicher verschiedene Gründe. Berlin ist einfach anziehend für kreative Köpfe. Aber ein handfester Grund ist sicherlich, dass es in Berlin noch etwas leichter ist halbwegs bezahlbare, kleine Gewerbeimmobilien zu finden. Hier muss man durch eine Bereitstellung von entsprechenden Flächen durch Kommunen und Land fördern, sowie durch eine Deckelung der Gewerbemieten. In Stuttgart absorbiert die nach wie vor intensive Industrie viel Hochschulabsolvent*innen, so dass die eigene Gründung weniger interessant ist…

Welche Berührungspunkte hatten Sie bisher mit Startups?

Muhterem Aras (Bündnis 90/Die Grünen):

Seit meiner Wahl 2011 habe ich regelmäßig Startups besucht, auch mit Fachkolleginnen aus Land- und Bundestag. Als Steuerberaterin betreue ich viele Gründerinnen. Deren Erfahrungen, Bedürfnisse und auch Sorgen nehme ich mit in die Politik. In den vergangenen zehn Jahren ist Politik insgesamt aber spürbar offener gegenüber den Bedürfnissen von Startups geworden. Deren größte Hürde ist die Akquise von Wagniskapital. Hier haben wir „Start-up BW Pre-Seed“ eingeführt und unterstützen die Startups in der wichtigen Gründungsphase. Direkt nach der Wahl wollen wir da auch nochmal nachlegen.

Ruth Schagemann (CDU):

Mit meinem Mann habe ich ein Architekturbüro gegründet. Mir sind daher die Herausforderungen bei Gründungen bekannt. In der Architektenkammer Baden-Württemberg habe ich das Förderprogramm des Wirtschaftsministeriums und der Architektenkammer Baden-Württemberg für Gründungen betreut. Bei Startups spielt noch die „Disruptive Idee“ eine Rolle, der unternehmerische Gedanke, wie z.B. Markterschließung, Betriebswirtschaft, Technologietransfer ist allerdings ähnlich.

Dr. Sascha Meßmer (SPD):

Als Wirtschaftsförderer im Landkreis BB habe ich die Förderung der Gründerszene zu einem meiner Schwerpunkte gemacht; dies ist auch in unserer Standortstrategie so hinterlegt. Dort arbeiten wir eng mit GründerInnen zusammen. Der Landkreis hat 2020/21 beim Wettbewerb „gründungsfreundliche Kommune“ den dritten Platz erreicht. Sollte ich nicht gewählt werden, will ich übrigens da nochmal antreten und besser werden. Wir führen jedes Jahr einen der Elevator Pitches des Landes durch. Darüber hinaus habe ich unlängst im Wahlkampf in Stuttgart das Steyg besucht.

Johanna Molitor (FDP):

Durch meine berufliche Tätigkeit habe ich immer wieder mit den unterschiedlichsten Start-Ups in ganz Baden-Württemberg Kontakt gehabt. Ich habe gesehen, wie verschieden die Herangehensweise der im Landtag vertretenen Parteien in dieser Thematik sind. Zudem kenne ich die Förderinstrumente und Maßnahmen aus anderen Bundesländern. Nicht immer muss man das Rad neu erfinden, sondern kann sich gut laufende Pilotprojekte aus den anderen Bundesländern, zumindest in Ansätzen zu eigen machen. 

Filippo Capezzone (Die Linke):

Ehrlich gesagt nicht so viel. Im Rahmen meines Studiums der Agrarwissenschaften habe ich Kontakt zu Personen gehabt, die z.T. im Rahmen ihrer Master- und Promotionsarbeit einfache technische Gerätschaften für die Anwendung in der Landwirtschaft in Ländern des globalen Südens entwickelt haben (Solar-Milchkühlung, Biogaskochherd, Solatrockungsanlagen etc.) und sich z.T. im Anschluss daran selbstständig gemacht haben damit. Start-ups in der Entwicklungszusammenarbeit ist sicherlich ein spannendes Thema. Wichtig ist dabei aber sicher wie sonst auch – es muss ein Wissens- und Technologietransfer in die ärmeren Länder stattfinden.

Wir danken allen Kandidaten für Ihre Stellungnahme. Von der AfD haben wir keine Antwort auf unsere Anfrage erhalten.

Bildquelle: https://im.baden-wuerttemberg.de/de/land-kommunen/lebendige-demokratie/wahlen/landtagswahl-2021/

Das Förderprogramm “Junge Innovatoren” des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst geht in die nächste Runde. Noch bis zum 29. März 2021 können Förderanträge eingereicht werden. Existenzgründer*innen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen können für ihre innovativen Produkte oder Geschäftsmodelle gefördert werden. Bereits zum 35. mal haben Gründer*innen die Möglichkeit sich beim baden-württemberger Förderprogramm zu bewerben. Unter anderem wurde das weltweit führende biopharmazeutische Unternehmen CureVac durch “Junge Innovatoren” gefördert.

Hier geht es zu den Förderanträgen.