Diese Woche haben wir unsere 10 Fragen an das Team von Talentcube gestellt, die mit ihrer App den Rekrutierungsprozess in Unternehmen revolutionieren möchten.

Wer seid ihr und welches Produkt oder Dienstleistung bietet ihr an?

Wir sind die drei Gründer (Sebastian, Sebastian und Hendrik) der mobilen Bewerbungsplattform Talentcube. Bei uns können Unternehmen ihren Bewerbern eine sehr einfache und gleichzeitig authentische Möglichkeit bieten, sich direkt per Smartphone bei ihnen zu bewerben. Bei der Talentcube-Bewerbung liegt der Fokus auf der Persönlichkeit des Bewerbers, die in klassischen Bewerbungsunterlagen schlichtweg nicht zum Ausdruck kommt. Da die Persönlichkeit eines Bewerbers aber ein entscheidendes Kriterium bei der finalen Personalauswahl ist, werden heutzutage bis zu 50% der Vorstellungsgespräche umsonst geführt. Allzu oft erkennt man schon nach 3 Minuten, dass man sich das ein oder andere Vorstellungsgespräch hätte sparen können. Der Clou bei unserer Bewerbung, die Kandidaten antworten bereits bei der Bewerbung auf explizite Fragen des Unternehmens und zeichnen ihre Antworten mit der Frontkamera ihres Smartphone auf.

Seit wann gibt es Euch als Unternehmen und wie seid ihr auf die Gründungsidee gekommen?

Die Talentcube UG gibt es seit August diesen Jahres, an der Idee und dem Konzept hinter Talentcube arbeiten wir schon deutlich länger. Im Frühjahr 2014 machten wir uns das erste mal explizit Gedanken dazu, wie umständlich es ist, sich bei Unternehmen zu bewerben. Allein das Anschreiben nimmt Stunden oder Tage in Anspruch. Gleichzeitig haben wir erkannt, dass der klassische Bewerbungsprozess mit CV und Anschreiben nicht auf dem Smartphone umsetzbar ist und man für eine “saubere” Bewerbung immer noch einen PC braucht. Vor dem Hintergrund, dass bereits heute zwei von drei Kandidaten ein Smartphone für die Jobsuche verwenden und sich mehrheitlich auch einen mobilen Bewerbungskanal von Unternehmen wünschen, wollten wir herausfinden wie eine mobile Alternative aussehen muss. Wir haben daraufhin mit einer Reihe von Unternehmen untersucht, worauf es denn wirklich beim Kennenlernen und Sichten von Bewerbern ankommt. Wir mussten feststellen, dass Bewerbungsschreiben aufgrund mangelnder Aussagekraft zweitrangig sind oder zum Teil gar keine Rolle im Entscheidungsprozess mehr spielen. Dann war die Frage, wodurch das überflüssige Anschreiben ersetzt werden muss. So sind wir auf die Video-Bewerbung gekommen.

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Was habt ihr vorher gemacht und wie habt ihr als Team zueinander gefunden?

Wir kennen uns seit Beginn unseres gemeinsamen Studiums der Wirtschaftsinformatik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg 2008 hier in Stuttgart. Danach haben wir noch einige Jahre Berufserfahrung in großen deutschen Unternehmen gesammelt bzw. noch ein Masterstudium drauf gesetzt. Man kann also sagen, dass wir uns schon lange als Freunde kannten bevor wir nun auch Geschäftspartner geworden sind.

Was waren bei der Umsetzung von Talentcube bisher die größten Herausforderungen?

Nachdem die Entscheidung getroffen war, dass wir uns Vollzeit dem Vorhaben Talentcube widmen wollen, stellte sich natürlich zunächst einmal die Frage, wie wir Produktentwicklung und Markteintritt bei fehlendem Gehalt am Anfang stemmen können. Wir haben uns daraufhin über die Hochschule Esslingen auf das EXIST-Gründerstipendium beworben. Dies war natürlich mit einigem Aufwand verbunden und hat speziell in der Anfangsphase auch viel Zeit gekostet. Nachdem die Finanzierung für das erste Jahr soweit gesichert war stand dem Start der Plattformentwicklung nichts mehr im Wege. Da wir die aktuelle Version der Plattform komplett selber entwickelt haben, mussten wir uns natürlich auch hier mit einigen Themen auseinandersetzen, die neu für uns waren. Eine weitere Herausforderung speziell zu Beginn war natürlich das ganze Thema Vertrieb. Wie gewinnen wir unsere ersten Partnerunternehmen, die Talentcube als Bewerbungsmöglichkeit anbieten? Aber auch diese Hürde konnten wir meistern und haben drei Wochen nach Start unser Plattform bereits über 40 Partnerunternehmen generieren können. Mittlerweile kommen Unternehmen bereits direkt auf uns zu, was natürlich bestätigt, dass das Thema Mobile Recruiting bei Unternehmen zurecht immer relevanter wird.

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Talentcube_App

Mittlerweile versuchen sich ja einige Plattformen (online und mobil) daran, Recruiting spannender und erfolgreicher für Unternehmen zu gestalten. Wo seht ihr eure Schwerpunkte und Alleinstellungsmerkmale in der Positionierung gegenüber anderen Anbietern?

Das ist richtig, in der HR-Branche tut sich aktuell Einiges. Immer mehr Unternehmen stellen fest, dass sich die Art sich zu Bewerben seit Jahrzehnten nicht wirklich geändert hat, obwohl sich die Bedürfnisse der heutigen Bewerber aufgrund technologischer und generationsbedingter Entwicklungen drastisch gewandelt haben. Heutzutage herrscht ein nie da gewesenes Selbstverständnis gegenüber mobilen Anwendungen. Was uns von Wettbewerbern unterscheidet? Talentcube ist 100% mobil, jedoch nicht auf Kosten der Qualität. Unser Schwerpunkt liegt klar auf einem mobilen Bewerbungsprozess, der nicht an Aussagekraft einbüßt, sondern mit den Möglichkeiten mobiler Endgeräte sogar verbessert wird.

Warum habt ihr Euch für Esslingen/ Stuttgart als Standort entschieden und nicht wie viele andere Startups für Berlin?

Hier in Stuttgart hatten wir natürlich schon einige wertvolle Kontakte, die uns speziell in der Anfangsphase geholfen haben. Mit der Hochschule Esslingen arbeiten wir durch das Gründerstipendium eng zusammen und haben hier auch einen Mentor, der uns seit Beginn des Projekts begleitet und immer mit Rat und Tat zur Seite steht. Außerdem bietet die Metropolregion Stuttgart, mit den vielen Branchen und zahlreichen Firmen von Kleinstunternehmen bis Großkonzern einen guten Nährboden für unsere ersten Schritte. Nicht zuletzt ist ja Stuttgart bekannt für erfolgreiche und solvente Unternehmen, die auch in Innovationen investieren können.

Was möchtet ihr Gründern speziell als Tipp mitgeben, wenn sie in Stuttgart (und der Region) gründen möchten?

Validieren und machen! Viele haben gute Ideen tun sich dann allerdings schwer, diese auch wirklich umzusetzen. Ob eure Idee das Zeug dazu hat wirklich zu einem Produkt zu werden, das sich am Markt etablieren kann, werdet ihr nur herausfinden, wenn ihr den Schritt wagt und diese auch versucht in der Realität umzusetzen. Wenn ihr alleine unterwegs seid, nutzt bestehende Netzwerke um Gleichgesinnte zu treffen, die euch bei der Realisierung eurer Pläne helfen. Also wartet nicht länger sondern schreitet zur Tat!

talentcube_team

Angenommen ihr hättet die Chance einen Tag lang Bürgermeister von Stuttgart zu sein, was würdet ihr verändern?

Hmm, das ist eine gute Frage, wahrscheinlich würden wir die Gunst der Stunde dazu nutzen, um für Startups mehr Räumlichkeiten zum gemeinsamen Arbeiten zu schaffen. Große Flächen auf denen man sich begegnen und austauschen kann, die von jungen Gründern kostenfrei genutzt werden können, wären eine ideale Möglichkeit um weitere Gründungsinteressierte nach Stuttgart zu locken. Außerdem würden wir Startups subventionierten, die endlich mal fliegende Autos erfinden, mit denen man die lästigen Stauzeiten umgehen kann.

Mit wem würdet ihr gerne einmal essen gehen und warum?

Mit Gandhi, Mandela, Musk, Branson und Jobs, um aus erster Hand zu erfahren, wie man mit dem Status Quo bricht, groß denkt und seinen Überzeugungen treu bleibt.

Wo seht ihr Talentcube heute in fünf Jahren?

Talentcube hat sich als Bewerbungsstandard etabliert und ist nicht nur in Deutschland bekannt und im Einsatz sondern in ganz Europa.

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