Es gibt Hoffnung für alle Bahnstreik-Geplagten und die insolventen regionalen Klein- und Kleinstflughäfen in Deutschland! Gutsituierte und Technikbegeisterte mit Flugschein und gut gefüllter Brieftasche können beim nächsten Lokführerstreik einfach auf den „Flying Roadster“ des slowakischen Startups AeroMobil umsteigen. Dieser wurde mit ordentlich Tamtam Ende Oktober im Rahmen des Pioneers Festivals in Wien vorgestellt.

Neben besagtem fliegendem Fahrzeug präsentierten sich beim Pioneers viele weitere europäische Startups an ihren Ständen oder pitchten bei der Pioneers Challenge um die Gunst des Publikums und die Geldbeutel der anwesenden Investorengemeinde. Ein thematisch breit gefächertes Vortragsprogramm mit teilweise exzellenten Rednern aus aller Welt komplettierte das Festival und dürfte jedem der anwesenden Pioniere interessante Erkenntnisse und Inspiration für das eigene Schaffen mit auf den Weg gegeben haben. Eigens für Networking-Zwecke ausgewiesene „Séparées“ wurden laut Veranstalter exzessiv genutzt um neue Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen und die Verbindung zwischen Ideen und Kapital herzustellen.

Aufwand riesig – Durchführung höchst professionell

Der Aufwand den die Veranstalter betreiben um den Teilnehmern eine grandiose Show zu bieten ist enorm. Die Veranstaltungslocation in der Wiener Hofburg ist an sich schon beeindruckend. Durch die Verbindung von Tradition, Zukunftsvisionen und jeder Menge modernster Veranstaltungstechnik wird das Festival zu einem beeindruckenden Erlebnis. Vor Ort wird dann auch schnell klar warum die Ticketpreise für Startup-Verhältnisse nicht gerade als Schnäppchen bezeichnet werden können.

Zusätzlich zur Show wurden die Teilnehmer an allen Ecken und Enden mit dem für Österreich obligatorischen energiespendenden süßen Kaltgetränk, dem eigens für das Festival gebrandeten Pioneers-Bräu in der Bügelflasche und Kaffee-Spezialitäten in vielfältigen Variationen versorgt. Auch das kontinuierlich bespielte Büffet mit Snacks und warmen Speisen ließ tageszeitunabhängig keine Wünsche offen.

Neben einer Festival-App mit der beispielsweise die Interaktion während der Vorträge mit den Rednern auf der Bühne möglich ist, versorgte der „The Daily Pioneer“ in Printform täglich mit Infos rund um das Festival, Aussteller, Veranstaltungsprogramm und Berichten über die Festival-Higlights.

Persönliche Highlights – Was bleibt hängen?

Das Pioneers ist insgesamt beeindruckend. Die Reise nach Wien lohnt sich auf alle Fälle. Mir persönlich ist aufgefallen, dass insgesamt nur wenige Startups aus dem deutschsprachigen Raum vertreten waren und eher Visionäre und Entwickler aus dem osteuropäischen Raum die Gelegenheit nutzen, um sich auf dem Pioneers zu präsentieren.

Als Anregung habe ich mitgenommen, dass keine Idee zu abgefahren (oder im Falle des Flying Roasters zu abgehoben) ist, um die Umsetzung nicht zu versuchen. Hierfür steht beispielsweise die Mash Machine, ein Musik-Baukasten-Event-System für Betreiber von Clubs und Verleiher von Veranstaltungstechnik, das für einen deutlich vierstelligen Preis bestellt werden kann. Witzig fand ich auch den Prototyp von Brewie. Ein Bierbrau-Vollautomat für die heimische Küche. Braupaket mit den Zutaten rein, auf dem Touch-Display das gewünschte Bier auswählen, Brauprozess starten. Brewie vermaischt, kocht, filtert und stellt alles Mögliche mit den Zutaten an, bevor er dann nach 14 Tagen Reife- und Wartezeit 20-25 Liter Selbstgebrautes ausspuckt. Ob nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut wird und das Bier ein Genuss oder zum Spucken animiert konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen.

Unabhängig von den präsentierten Ideen und Prototypen bleibt am Ende aber auch die Erkenntnis, dass auch Gründer von Startups die Investments einsammeln konnten nur mit Wasser kochen. Einige Pitches waren sowohl inhaltlich als auch rhetorisch leider nur Mittelmaß und einer Präsentation in diesem beeindruckenden Umfeld und vor der gebotenen Kulisse nicht würdig. Da habe ich im Rahmen der Veranstaltungen des Elevator Pitch BW definitiv schon deutlich bessere Darbietungen erleben dürfen.

Vor diesem Hintergrund der Hinweis auf die aktuelle Runde des Elevator Pitch BW und die kommenden Veranstaltungen als Gelegenheit Euch selbst und Eure grandiosen Ideen zu präsentieren und die nächste Auflage des Pioneers Festivals am 28. & 29. Mai 2015 in Wien.

Foto: F.Schweer

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