Diese Woche haben wir unsere 10 Fragen Andreas Wittig von der Tullius Walden Bank gestellt, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, den deutschen Finanz- und Anlagemarkt für Privatpersonen nachhaltig zu revolutionieren.

Wer seid ihr und welches Produkt bietet ihr an?

Wir sind rund 20 Finanzexperten und Software-Entwickler mit einem großen Ziel vor Augen: eine zukunftsweisende Bank zu werden. Privatkunden ermöglichen wir aktuell den Handel mit Fremdwährungen und die Geldanlage über Anleihen.

Seit wann gibt es Euch als Unternehmen und wie seid ihr auf die Gründungsidee gekommen?

Die Tullius Walden AG wurde 2010 gegründet und die Bank steht seit 2012 in unserem Namen. Wir glauben, dass Finanzdienstleistungen zu kompliziert und zu teuer sind und wollen dieses Problem von der Wurzel her angehen. Im Gegenteil zu einem reinen Zahlungs- oder Finanzdienstleister haben wir als Bank die Möglichkeit, unsere Rahmenbedingungen selbst zu gestalten.

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Was habt ihr vorher gemacht und wie habt ihr als Team zueinander gefunden?

Unser Team hat eine gemeinsame Vorgeschichte. Wir haben zuvor Software für Finanzdienstleister entwickelt und mit einer Investmentgesellschaft Eigenhandel betrieben. Das Thema Finanzmärkte haben wir sozusagen im Blut.

Einfach so eine Bank gründen macht ja nicht jeder. Was waren bei der Gründung von Tullius Walden die größten Herausforderungen?

Das Bankgeschäft ist in Deutschland stark reguliert. Das schützt zum einen die Anleger, ist gleichzeitig aber auch eine große Hürde für junge Unternehmen. Es ist eine große Herausforderung, unsere Vision von einer einfachen und günstigen Bank in diesem Umfeld umzusetzen.

Warum habt ihr Euch für Stuttgart als Standort entschieden und nicht wie viele andere Startups für Berlin?

Irgendwie ist Stuttgart doch viel schöner als Berlin, oder? Spaß beiseite: wir sind gerne Stuttgarter und sehnen uns nur hin und wieder nach der Hauptstadt. Und immerhin ist Stuttgart nach Frankfurt ein weiterer wichtiger Finanzplatz in Deutschland: neben der Börse Stuttgart sitzt auch die größte deutsche Landesbank vor Ort.

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Was möchtet ihr Gründern speziell als Tipp mitgeben, wenn sie in Stuttgart (und der Region) gründen möchten?

Im Land der Tüftler und Denker gibt es jede Menge spannende Menschen kennenzulernen. Es gibt zum Beispiel mit dem Coworking0711, den Meetups über meetup.com und der StartUp Stuttgart-Szene viele Möglichkeiten sich auszutauschen. Das ist für uns extrem wertvoll und das können wir 100%ig weiterempfehlen.

Angenommen ihr hättet die Chance einen Tag lang Bürgermeister von Stuttgart zu sein, was würdet ihr verändern?

Kostenlose Weiterbildungsmöglichkeiten für Straßenmusikanten würde bei uns ganz oben auf der Liste stehen. Wer sein Büro in Nähe der Königstraße hat, kann da sicher mitfühlen. Da wir 100% auf das Internet als Kanal zum Kunden setzen, würden wir anschließend ein öffentliches WLAN angehen. So könnten wir noch näher an unseren Stuttgarter Kunden dran sein.

Mit wem würdet ihr gerne einmal Essen gehen und warum?

Wir lernen am meisten direkt von unseren Kunden. Daher wäre ein gemeinsames Essen mit allen unseren Kunden genial.

Wo seht ihr die Tullius Walden Bank heute in fünf Jahren?

In fünf Jahren haben wir die Produktpalette für Privatkunden vollständig ausgebaut. Zusätzlich zum Währungshandel und dem Sparen mit Anleihen können wir unseren Kunden ein Girokonto mit Mobile Payment und Karte und einem elektronischen persönlichen Anlageberater bieten.

Fintech und Startups mit Finanzbezug sind ja gerade in aller Munde. Was sind Eurer Meinung nach in dem Bereich die Zukunftstrends, an denen niemand mehr vorbeikommen wird?

Dass Bargeld der Vergangenheit angehört wird schon lange propagiert. Die Realität sieht in Deutschland aber noch ganz anders aus. Mit Smartphone und mobilem Internet sind die Grundlagen für das digitale Bezahlen in der realen Welt gelegt. Bei der Umsetzung kommt es unserer Meinung nach auf eine Abrechnung in Echtzeit und geringe Transaktionskosten an. Dienstleistungen, die auf alten und teuren Kreditkartenverfahren basieren scheiden daher aus. An der Stelle muss tiefer gebohrt werden, um dem Kunden einen echten Mehrwert bieten zu können.

Zweites Thema ist die Geldanlage. Die Deutschen setzen in großem Maßstab auf Sparbuch, Tagesgeldkonto und Versicherungen. Alles Finanzprodukte, bei denen Zwischenhändler mitverdienen wollen. Das verursacht unnötige Kosten, auch wenn diese oft geschickt versteckt werden. Wer es schafft seinen Kunden die richtigen Werkzeuge an die Hand zu geben, um sein Geld selbst an den Finanzmärkten anzulegen kann diese Zwischenhändler umgehen. Die richtig spannenden Lösungen schlummern auch hier unter der Oberfläche im Fundament der Finanzmärkte: Aktien und Anleihen.

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