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Mehr Selbstständigkeit mit ello für Senioren – eMovements im Kurzportrait

Das Team von der eMovements GmbH verspricht mit ihrem eRollator ello mehr Selbstständigkeit und eine höhere Lebensqualität im Alltag von Senioren. Im September 2016 ist das Startup aus Stuttgart für ihren innovativen Rollator mit dem Wittener Gründerpreis Medizinwirtschaft ausgezeichnet worden. Auf der IT&Business im Oktober haben sie zusammen mit anderen Startups aus dem Startup Spot ausgestellt. Wir haben mit Benjamin Rudolph, einem der Mitgründer über ello gesprochen.

 

Benjamin, stell doch bitte das Team und das Konzept um euer Projekt ello einmal vor!

Gerne, wir sind drei Gründer aus Stuttgart und entwickeln seit 2013 ein eher ungewöhnliches Produkt für ein Startup. Max und Matthias sind die beiden Ingenieure und entwickelten bereits verschiedene Prototypen. Ich bin der Betriebswirt im Team und halte den Jungs den Rücken frei.

Inzwischen haben wir auch zwei Angestellte. Zusammen entwickeln wir den ello, einen längst überfälligen elektrischer Rollator. Damit lösen wir die heutigen Probleme herkömmlicher Rollatoren am Berg bzw. auch schon an leichten Steigungen und Hindernissen. Fast jeder kennt Jemanden der einen Rollator benutzt.

Wenn man denjenigen fragt, welche Schwierigkeiten mit dem Rollator bestehen bleiben, dann hört man i.d.R. dass das Bergabgehen gefährlich, das Bergaufgehen anstrengend und das Überwinden von Stufen bzw. Bordsteinkanten sehr unangenehm ist. Unser ello wird durch einen speziell entwickelten Antrieb auf Gehgeschwindigkeit angetrieben und bremst selbstständig bzw. kann Bergab die Gehgeschwindigkeit halten. Dadurch kann der Benutzer sich auf sein Gehen konzentrieren.

Über Hindernisse kann der ello bequem mit einem einfachen Handgriff geführt werden. Die Steuerung funktioniert sehr einfach durch eine Handerkennung, sodass ello von jedem bedient werden kann. Weitere Vorteile ergeben sich z.B. durch das eingebaute Licht sowie dem Notrufstystem das bei Bedarf die aktuelle Position übermitteln kann.

 

Das Gründerteam von eMovements mit ihrem ello (v.l.n.r. Benjamin Rudolph, Matthias Geertsema und Max Keßler, Bild: eMovements GmbH)

Das Gründerteam von eMovements mit ihrem ello (v.l.n.r. Benjamin Rudolph, Matthias Geertsema und Max Keßler, Bild: eMovements GmbH)

 

Max und Fabian haben sich bereits an der Uni kennengelernt und zusammen die Idee entwickelt. Das Konkurrenzprodukt ist ebenfalls in einer Uni entstanden. Woher kommt, eurer Meinung nach, das wissenschaftliche Interesse an Produkte für Senioren?

Ich glaube, die Mischung aus demographischer Wandel und der steigenden Akzeptanz technischer Lösungen haben dazu beigetragen. Als das eBike auf den Markt kam, waren alle überrascht welche Absatzzahlen hier erzielt werden konnten. Technik ist auch im Alter Salonfähig geworden. Hinzu kommt, dass die Komponenten wie z.B. der Akku bezahlbar wurde.

 

Wie kamt ihr auf die Idee, in diesen sehr trägen Markt einzusteigen?

Eben weil er träge ist. Hier können wir noch viel bewegen und verbessern.

 

Ihr seid auf dem Markt nicht allein. Zu euren Mitbewerbern gehören ja z.B. auch Bemotec mit ihrem „beactive+e“. Was macht ello besonders und sichert euch euren Platz am Markt?

Wir sind überzeugt davon, den Nutzer komplett verstanden zu haben und bieten mit unserem ello einen elektrischen Rollator auf bewährten Basisgestellen mit einem Plus an Funktionen. Um alles so umzusetzen, wie wir uns das vorgestellt haben, konnten wir wichtige Partner in der Entwicklung und dem Design sichern. Hinzu kommt, dass der Markt mehr als genug Potential für uns alle bietet.

 

Stichwort Geschäftsmodell: Wie verdient ihr mit eurem Startup Geld?

Unser ello wird Deutschlandweit sowie in Österreich und in der Schweiz in Sanitätshäusern angeboten. Dadurch können wir dem Endkunden einen Service vor Ort ermöglichen. Wir selbst verkaufen im Wesentlichen über Großhändler.

 

ello im Einsatz! (Bild: eMovements GmbH)

ello im Einsatz! (Bild: eMovements GmbH)

 

Euer Produkt ist kein Schnäppchen für die Senioren, führt ihr Gespräche mit Krankenkassen, um das Produkt erschwinglicher zu machen?

Wir sind im Gespräch mit verschiedenen Institutionen und haben uns z.B. auch schon mit Karin Maag (Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Ausschuss Gesundheit) ausgetauscht. Der Trend im Rollator-Markt geht aber klar in Richtung Freiverkauf. Bei etwa 650.000 verkauften Rollatoren jedes Jahr alleine in Deutschland wäre das auch kaum anders finanzierbar.

Unseren Partner-Sanitätshäusern bieten wir deshalb auch eine Finanzierungsmöglichkeit für die Endkunden durch unsere Partnerbank an.

 

Euer Ziel ist es quasi jeden Rollator zu einem eRollator umrüsten zu können. Erzählt doch mal wie das möglich sein wird.

Wir wollen nicht ganz jeden Rollator umrüsten, sondern unseren ello auf Basis bewährter Rollatoren anbieten. D.h. wirklich gute Gestelle sind Grundlage für unseren ello.

 

Wie sehen Eure Meilensteine für das nächste Jahr aus?

Anfang des Jahres wollen wir lieferbereit sein. Die ersten Monate sind wir dann beschäftigt die bestehenden Anfragen zu bedienen. Darüber hinaus werden wir eine weitere Finanzierungsrunde durchführen.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

eMovements im Startup Spot

eMovements mit ello im Startup Spot

eMovements mit ello im Startup Spot

Der elektrische Rollator ello ist die Erweiterung bewährter Rollatoren zur wesentlichen Steigerung von Mobilität und Sicherheit älterer Menschen.

 


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2 Kommentare

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  1. […] November 2016 hatten wir schon einmal über eMovements berichtet (ganzes Interview hier). Das Startup aus Stuttgart hat es sich zum Ziel gemacht mit ihrem eRollator ello Senioren im […]

  2. […] dieser Artikel bereits bekannt vorkommt wundert sich zurecht, denn er ist bereits auf Startup Suttgart erschienen. Hier kann man ihn nun noch einmal […]

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