Alles zum Thema Finanzierung.

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Neue Mikrofinanzierung für Baden Württemberg

Es tut sich langsam was um die Rahmenbedingungen im Ländle für Gründer und Startups zu verbessern, diesmal zum Thema Finanzierung.

Anbei ein Link zu Ideenwerk BW  Artikel „Mikrokreditfinanzierung: Wagnisfreies Kapital“

Hier mehr Infos auf der Webseite vom Wirtschaftsministerium und wer sofort loslegen will, kann sich hier auf der Plattform „Startnext“anmelden.

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Venture Day Karlsruhe am 9. März 2017 – Bewerbungsfrist: 10.2.2017

Dein Startup will im digitalen Business richtig durchstarten? Was Dir noch fehlt ist Kapital? Dann bewirb Dich noch bis zum 10. Februar für den 8. Karlsruher Venture Day.

Wann: 09.03.2016
Wo: KunstWerk, Amalienbadstraße 41, 76227 Karlsruhe-Durlach

Die Veranstaltung ist kostenlos und richtet sich an Startups aus dem IT-, Web- und Software-Bereich. Startups können sich bis Freitag 10. Februar 2017 mit einem kurzen überzeugenden Onepager oder Pitchdeck für die Teilnahme bewerben. Eine Jury, bestehend aus erfahrenen Investoren, wählt aus allen Einreichungen die pitchenden Teams aus. Zugriff auf Eure Bewerbung haben lediglich die Jury und die Investoren, denen ihr während der Veranstaltung Eure Geschäftsidee vorstellt. Diese werden Eure Daten und Angaben selbstverständlich vertraulich behandeln. Die ausgefüllte Bewerbung (Pitchdeck oder Onepager) bitte an ba(at)cyberforum.de schicken.

Weitere Infos gibt’s unter: www.venture-day.de

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Einladung zum Info-Abend „Existenzabsicherung“, 6. August 2014

Existenzabsicherung – Nicht arbeiten können, bedeutet keine Einnahmen zu haben!

Wenn man als Freelancer oder Existenzgründer auf Grund von Krankheit oder Unfall nicht arbeiten kann, bedeutet dies meist, dass man keine Einnahmen hat (bis hin zu Konventionalstrafen, wenn man zugesagte Termine nicht einhält). Die Kosten für Miete, Kredite, Lebenshaltung und festen Verpflichtungen laufen jedoch weiter!

Wäre es nicht prima, wenn man dann Geld bekäme:

  • um in Ruhe gesund zu werden
  • um seine laufenden Kosten abzudecken
  • um jemanden zu beauftragen, seine Aufträge fortzuführen

und das zu einem Preis, den man sich ohne Bedenken leisten kann? Wir möchten Ihnen Folgendes zeigen:

  • Was sind die typischen Angebote am Markt (gesetzliche Krankenkasse,
  • Tagegeld, Krankenhaustagegeld, …)?
  • Wie kann man sich sinnvoll & effektiv gegen welche Risiken absichern?

Ihr Gastgeber, Kai Kiessling, Landesdirekter von Combined Insurance (ACE European Group), ist seit über 20 Jahren in der Versicherungsbranche zu Hause. Bei verschiedenen Unternehmen, in verschiedenen Positionen hat er durch zahlreiche Kundengespräche und -situationen sehr viel an Erfahrung und Kompetenz gelernt, um dieses wichtige Thema mit Ihnen zu besprechen!

Wann?
Mittwoch, 6. August 2014 um 19 bis 20 Uhr

Wo?
Coworking 0711 im „Green Space“

Die Teilnahme ist kostenfrei, es ist keine Anmeldung notwendig. Diese Veranstaltung wurde zusammen mit dem Bundesverband Deutsche Startups e.V. Baden-Württemberg vorbereitet.

Aktion auf fairplaid.org: Padel – der Trendsport jetzt auch in Stuttgart

Derzeit läuft auf fairplaid.org eine Crowdfunding-Aktion für den ersten Stuttgarter Padel-Platz. Seid mit dabei bei der Realisierung des Projekts.
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Padel ist ein spanischer Trendsport zwischen Tennis und Squash. Er stellt keine Anforderungen an Sportlichkeit, Fitness oder Alter – jeder hat Spaß ab dem ersten Spiel! Es gilt „Köpfchen statt Kondition“. Wir holen Padel im Sommer 2014 nach Stuttgart. Das Projekt zielt nicht auf Gewinn sondern den Aufbau einer Stuttgarter Padel Community ab. Sei mit Freunden, Familie oder Kollegen einer der ersten Spieler in Stuttgart – gib Dir einen Ruck & probier’s aus!

Worum geht es in diesem Projekt?

Wir bringen den ersten Padelplatz nach Stuttgart! Auch die Stuttgarter sollen diesen tollen Sport kennen lernen.
Padel ist DER Trendsport aus Spanien, dessen Wurzeln in Mexiko liegen und der bereits in anderen deutschen Städten wie Berlin, Köln und Frankfurt gespielt werden kann.

Padel vereint Charakteristika aus Squash und Tennis. Das Feld ist halb so groß wie ein Tennisfeld, der Sport ist also weit weniger laufintensiv – auch deshalb, weil IMMER Doppel, also mit 4 Leuten gespielt wird. Ähnlich wie beim Squash ist der Court von Wänden (aus Plexiglas) umgeben, die ins Spiel einbezogen werden können. Die Spielregeln und Punktezählung sind wie beim Tennis, mit folgenden Unterschieden:
– Der Ball kann nach dem Aufkommen im Feld auch die Wände berühren
– Der Aufschlag findet unter der Hüfte statt
– Die Schläger sind kürzer und massiv anstatt bespannt (leichter für Anfänger)

Padel Logo

Insgesamt geht es viel mehr um das platzierte und koordinierte Spiel im Team als um Ausdauer, Schlagtechnik oder Kraft. Die soziale Komponente steht beim Padel-Spiel klar im Vordergrund, da immer zu viert gespielt wird entwickelt sich schnell eine eigene Wettbewerbsdynamik.

Der größte Vorteil liegt aber in der Zugänglichkeit: Egal ob mit Sportmuffeln, wild zusammengewürfelten Arbeitskollegen, unterschiedlichen Geschlechtern, Familienmitgliedern aus verschiedenen Generationen oder Tennis-Profis – jeder kann sofort und ohne Training loslegen, bekommt ein flüssiges Spiel hin und hat Spaß. Es ist keinerlei Equipment außer Sportklamotten nötig und man ist an der frischen Luft!

Zum Crowdfunding-Projekt geht’s hier: http://www.fairplaid.org/stuttgart-padel

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Stuttgarter Startup mauz & wauz startet Kick-off Crowdfunding-Kampagne auf IPO.GO

Das Stuttgarter Startup mauz & wauz, die monatliche Überraschungsbox für Hund und Katze, das bereits seit Längerem erfolgreich von sich Reden macht, ist mit ihrer Crowdfunding-Kampagne auf IPO.GO gestartet und benötigt die tatkräftige Unterstützung von Crowdinvestoren. IPO.GO startet damit ihr Debüt als Crowdinvesting- bzw. Crowdfunding-Plattform.

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Das Startup Mauz & Wauz bietet einen besonderen Service für die besten Freunde des Menschen an: Hunde- und Katzenliebhaber überraschen ihre Lieblinge jetzt jeden Monat mit den neuesten Leckereien, Accessoires und Spielzeugen. Einfach die Größe des Tieres angeben und schon kommt die prall gefüllte Überraschungs-Box direkt bequem nach Hause. Jeden Monat stellen die Mauz & Wauz-Experten die Überraschungs-Box neu zusammen und die Kunden profitieren von großen Preisvorteilen gegenüber dem Einzelhandel. Durch die große Auswahl können jeden Monat neue Produkte kennengelernt werden, eine informative Broschüre gibt zudem nützliche Tipps und Tricks rund um die Produkte und das geliebte Haustier. Weitere Informationen: www.mauzundwauz.de

IPO.GO schreibt zum Crowdinvesting-Kick-off auf ihrer Plattform: „Mit Mauz & Wauz haben wir es geschafft ein Crowdfundingprojekt für uns zu gewinnen, das durch sein Geschäftsmodell, seine Zielgruppe und die Gründer vollkommen überzeugt. Das Abo-Modell ist erprobt, die Zielgruppe ist klar definiert und stabil. Der künftige Online-Shop und die Partnerschaften zu Zulieferern und Logistikern zeigen, wie gut das Startup insbesondere im Vergleich zu Mitbewerbern aufgestellt ist. Mit dem Kick-Off unseres ersten Crowdfunding-Projekts können wir Investoren endlich eine sehr attraktiv gestaltete Kampagne präsentieren. Bei der Gestaltung der Plattform legen wir besonderen Wert darauf, dass sich jedes Startup mit seinem eigenen Stil zeigen kann. Es liegt aber auch noch ein großes Stück Arbeit vor uns, denn auch wir unterstützen die Werbung um Investoren an jeder Stelle für unsere Startups. Mit Mauz und Wauz haben wir einen optimalen Partner für unser erstes Projekt gefunden und sind davon überzeugt, dass es ein Erfolg wird.“

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Erfahrungsbericht zum Innovationsgutschein von Birgit Gröger

Gastbeitrag von Birgit Gröger
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Wie für fast alle Unternehmensgründer stellte sich auch für uns die Frage nach der Beschaffung des nötigen Kapitals. Wir hatten den Start und die ersten Monate selbst finanziert, wollten unser Herzstück der meine möbelmanufaktur-Website, den Konfigurator weiterentwickeln und genau dafür haben wir weiter Mittel benötigt. Bei der Recherche nach einer möglichen Finanzierung bin ich auf die Förderung durch die Bundesländer im Rahmen des Innovationsgutscheines gestoßen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand, denn diese Fördermittel müssen weder verzinst noch zurückbezahlt werden.

Innovationsgutschein A, B und C

In Baden-Württemberg erfolgt die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen, Startups und freiberuflichen Tätigen über die so genannten Innovationsgutscheine:

Der Innovationsgutschein A fördert wissenschaftliche Tätigkeiten wie etwa Machbarkeitsstudien, Marktrecherchen oder technische Studien.

Beim Innovationsgutschein B geht es ganz speziell um umsetzungsorientierte Forschung und Entwicklung. Konkret kann das beispielsweise der Bau eines Prototyps sein. Der Innovationsgutschein B (Hightech) ist den Vorhaben im Bereich der Zukunftstechnologie vorbehalten.

Kultur- und Kreativwirtschaft können vom Innovationsgutschein C profitieren. Gefördert wird dabei beispielsweise die Erstvermarktung neuer Produkte.

Grundsätzlich ist es möglich, verschiedene Fördergutscheine zu kombinieren und beispielsweise gleichzeitig die Innovationsgutscheine A und B zu beantragen.

Regeln und Grenzen – Das ist zu beachten

Bei den Innovationsgutscheinen handelt es sich um eine Förderung speziell für kleine und mittelständische Unternehmen, es gelten deshalb verschiedene Höchstgrenzen in Sachen Beschäftigtenzahl und Jahresumsatz. Auch die Höhe der Förderung ist unterschiedlich und wird entweder in Höhe von 2.500 Euro bis 20.000 Euro gewährt oder es werden 50 bis 80 Prozent der förderfähigen Kosten übernommen – je nachdem, welcher Innovationsgutschein in Frage kommt.

Unser Weg zum Innovationsgutschein

Um die Förderung zu erhalten mussten wir zunächst einen Projektantrag stellen. Dafür mussten wir natürlich ein wenig Zeit aufwenden; allerdings wird nicht mehr verlangt als bei anderen Möglichkeiten der Finanzierung. In dem Projektantrag haben wir unser Vorhaben, den 3D-Schrankkonfigurator detailliert vorgestellt, die Investitionskosten konkretisiert und uns bereits auf den Dienstleister für die Umsetzung festgelegt.

Der zweite Schritt führte uns dann vor einen Ausschuss, um unser Vorhaben zu präsentieren. Wir haben dafür eine kurze Präsentation vorbereitet, in der wir unser Vorhaben aufgezeigt haben. Nur wenige Tage später kam dann bereits der Bewilligungsbescheid, es wird also relativ rasch über einen Antrag entschieden. Im Nachhinein betrachtet habe ich für die Innovationsgutscheine weniger Zeitaufwand investiert als für die klassische Finanzierung über die Bank und kann diesen Weg nur jedem Gründer empfehlen!

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Über die Autorin

Birgit Groeger
Birgit Gröger ist Co-Gründerin von meine möbelmanufaktur. Bereits während ihres Studiums der Betriebswirtschaft an der Hochschule Rosenheim entwickelte sie gemeinsam mit Ihrem Kommilitonen Sebastian Schips die Idee, das traditionelle Schreinerhandwerk mit digitaler Technik zu verbinden, maßgefertigte Möbel online anzubieten. Vor der Gründung sammelte Birgit wertvolle Erfahrungen als Assistentin der Geschäftsleitung und später als Referentin für Controlling bei der Süddekor GmbH, einem der führenden Spezialisten für die Oberflächenveredelung von Holzwerkstoffen. Auch bei meine möbelmanufaktur ist Birgit die Spezialistin für Finanzen und kümmert sich darüber hinaus vor allem um Marketing und Organisation.

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Die Basics eines Business Plans

Gastbeitrag von Birgit Gröger
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Irgendwann steht jeder Gründer an dem Punkt, seine Idee in einem Business Plan vorzustellen, spätestens wenn er einen Geldgeber überzeugen will, für einen Gründerpreis die Bewerbung fertigstellt oder Fördermittel für die Gründung beantragen möchte.

Ich persönlich finde, man sollte den Business Plan nicht als notwendiges Übel betrachten, sondern als Chance, die eigene Idee auf deren Tragfähigkeit, Stärken und Schwächen zu prüfen und falls nötig anzupassen. Bei der Erstellung werden viele Fragen beantwortet, wie verdiene ich Geld, gibt es meine Idee bereits, wenn ja wie grenze ich mich zum Wettbewerb ab. Nicht selten wird die Geschäftsidee bei der Erstellung des Business Plan an der ein oder anderen Stelle nachgeschärft oder gar angepasst.

Wie wird ein Business Plan aufgebaut und welche Themen werden behandelt?

1. Executive Summary

In der Executive Summary wird auf einer Seite prägnant die Geschäftsidee dargestellt. Die Zusammenfassung steht zwar ganz am Anfang, wird aber am besten zum Schluss formuliert, da der gesamte Business Plan auf dieser einen Seite einfließt. Die Zusammenfassung soll jeden Leser von der Idee überzeugen und neugierig machen, weiterzulesen.

2. Produkt- / Unternehmensidee

In diesem Kapitel wird das Produkt oder die Dienstleistung vorgestellt. Neben einer reinen Beschreibung des Produktes bzw. der Dienstleistung, sind noch folgende Fragen zu beantworten: Was macht die Idee neuartig? Was ist der Nutzen für den Kunden? Und wie grenzt man sich zum Wettbewerb ab? Abgerundet wir das Kapitel mit einem Ausblick in die Zukunft, wie sieht das Unternehmen in 5 oder 10 Jahren aus. Sollten weitere Produkte oder Leistungen ergänzend ins Portfolio aufgenommen werden?

3. Gründerteam

Bescheidenheit ist hier fehl am Platz. Hier ist pures Selbstmarketing gefragt, stellt euch am besten mit einen Foto und euren Aufgaben im Unternehmen kurz vor. Welche Ausbildung und berufliche Erfahrungen bringt ihr in das Unternehmen ein? Und wie bringt dieser Background das Unternehmen voran? Falls Mitarbeiter eine Schlüsselfunktion übernehmen, dann stellt auch diese vor.

4. Markt und Wettbewerb

Gibt es das Produkt oder Dienstleitung schon auf dem Markt? Wie grenzt man sich dazu ab? Über den Preis, einen Mehrwert für den Kunden oder eine Spezialisierung auf einen Nische? Wie wird der Markt bearbeitet, über welche Kanäle wird kommuniziert?

5. Unternehmensorganisation

An welchem Standort ist das Unternehmen ansässig und welche Vorteile ergeben sich daraus? In welcher Rechtsform erfolgt die Gründung?

6. Finanzen

In diesem Kapitel wird eine Finanzplanung für die nächsten 3 Jahre erstellt. Die Finanzplanung besteht mindestens aus einer Gewinn- und Verlustrechnung und einem Liquiditätsplan. In dem Liquiditätsplan wird dargestellt, wie sich das Unternehmen finanziert, ob aus eigenen Gewinnen oder fremden Mitteln.

7. Risikobetrachtung

Bei der Risikobewertung wird das Risiko aus dem Beschaffungsmarkt, Absatzmarkt, Finanzen, Gewährleistung und IT-Risiken betrachtet. Es ist hierbei eine Einschätzung des Risikos zu erstellen und alle Methoden zur Risikoreduzierung aufzuführen. Am Ende kann die gesamte Risikobewertung in einem kurzen Fazit zusammengefasst werden.

Zum Abschluss noch ein nicht akademischer Tipps, den ich persönlich sehr wichtig finde: Wer ein Produkt zum „Anfassen“ hat oder das Produkt in einem Bild visualisieren kann, sollte auf die Titelseite das Bild mit anbringen. Bilder sagen einfach mehr als tausend Worte.

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Über die Autorin

Birgit Groeger
Birgit Gröger ist Co-Gründerin von meine möbelmanufaktur. Bereits während ihres Studiums der Betriebswirtschaft an der Hochschule Rosenheim entwickelte sie gemeinsam mit Ihrem Kommilitonen Sebastian Schips die Idee, das traditionelle Schreinerhandwerk mit digitaler Technik zu verbinden, maßgefertigte Möbel online anzubieten. Vor der Gründung sammelte Birgit wertvolle Erfahrungen als Assistentin der Geschäftsleitung und später als Referentin für Controlling bei der Süddekor GmbH, einem der führenden Spezialisten für die Oberflächenveredelung von Holzwerkstoffen. Auch bei meine möbelmanufaktur ist Birgit die Spezialistin für Finanzen und kümmert sich darüber hinaus vor allem um Marketing und Organisation.
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Bildquelle: plantoo47 unter CC-Lizenz BY-SA 2.0.
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Welche Förderung steht mir als Existenzgründer und Freiberufler eigentlich zu?

Gastbeitrag von Mariella Poenaru
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Existenzgründer und auch Unternehmer, die bereits etwas länger am Markt sind haben über die vielfältigen Förderprogramme die Möglichkeit, auf geförderte Beratungsleistungen zurückzugreifen und andererseits zinsgünstige Darlehen zur Finanzierung der jeweiligen unternehmerischen Belange zu generieren.

Geförderte Beratungsleistungen

1. In der Gründerphase
Definition Gründerphase: Ab dem Tag der Anmeldung eines Gewerbes oder der Aufnahme einer freiberuflichen Tätigkeit bis 12 Monate danach.

Wer per Definition in der Gründungsphase ist, kann sich sowohl als Gewerbetreibender oder als Angehöriger der freien Berufe, von einem Coach betreuen lassen.

Inhalte:

  • die Vorbereitung von Finanzierungsgesprächen
  • die Ausarbeitung von Marketingstrategien
  • die Erstellung von Marktstudien

Nicht gefördert werden Rechts-, Versicherungs- und Steuerberatungen, die Ausarbeitung von Verträgen, Beratung zu Buchführungsfragen, zur Erstellung von EDV-Software oder zur Aufstellung von Jahresabschlüssen. Auch Krisenberatungen werden nicht unterstützt.

Die Förderung besteht aus einem Zuschuss, den der Unternehmer/ Gründer erhält, um die Honorarkosten des Coaches bzw. Beraters anteilig zu finanzieren. Bemessungsgrundlage ist ein Beraterhonorar von maximal 6.000 Euro (netto). Das maximal förderfähige Tageshonorar beträgt 800 Euro.

Der Zuschuss beträgt in den neuen Bundesländern sowie in den „Phasing out“-Regionen Brandenburg-Südwest, Lüneburg, Leipzig und Halle 75 % oder maximal 4.500 Euro. In den alten Bundesländern einschließlich Berlin beträgt der Zuschuss 50 %.

Die Beratung muss innerhalb eines Jahres nach Zusage abgeschlossen sein. Im Rahmen der Bemessungsgrenze von 6.000 Euro können auch mehrere Teilaufträge vergeben werden. Fahrtkosten und Mehrwertsteuer sind nicht förderfähig.

Für Gründerinnen und Gründer aus der Arbeitslosigkeit bietet das „Gründercoaching Deutschland“ eine besondere Förderung an:
Aus der Arbeitslosigkeit heißt in diesem Falle, wenn der Gründer arbeitslos ist, Anspruch auf ALG I hat und dieser nach Gewerbeanmeldung oder Aufnahme der freiberuflichen Tätigkeit über die Arbeitsagentur im Rahmen eines Gründerzuschusses gewährt wird! Das ist entscheidend! Die Bewilligung liegt im Ermessen des jeweiligen Ansprechpartners bei der Arbeitsagentur.

Dann beträgt der Zuschuss bundesweit einheitlich 90 Prozent des förderfähigen Coaching-Honorars. Die Bemessungsgrundlage liegt bei maximal 4.000 Euro, das maximal förderfähige Beraterhonorar bei 800 Euro pro Tag. Gründerinnen und Gründer aus der Arbeitslosigkeit können also bis zu 3.600 Euro für ein Coaching erhalten. Voraussetzung ist, dass die Gründerin oder der Gründer entweder das Einstiegsgeld, den Gründungszuschuss oder sonstige weitere Leistungen nach SGB II erhält.

DIESE BESONDERE FÖRDERUNG LÄUFT ZUM JAHRESENDE 2013 AUS!

2. In der Wachstumsphase
Definition der Wachstumsphase: Ab dem zweiten Jahr der Gründung oder Aufnahme der freiberuflichen Tätigkeit bis 5 Jahre NACH Gründung.

Auch hier gelten die Förderquoten wie für Gründer in der Gründungsphase. Förderfähig sind auch hier dieselben Inhalte:

  • die Vorbereitung von Finanzierungsgesprächen, um mögliches Wachstum zu finanzieren
  • die Ausarbeitung von Marketingstrategien, um sich weiter bekannt zu machen und weiteres Marktpotenzial abzuschöpfen
  • die Erstellung von Marktstudien

Die Höhe des Zuschusses
Die Förderung besteht aus einem Zuschuss, den der Unternehmer/ Gründer erhält, um die Honorarkosten des Coaches bzw. Beraters anteilig zu finanzieren. Bemessungsgrundlage ist ein Beraterhonorar von maximal 6.000 Euro (netto). Das maximal förderfähige Tageshonorar beträgt 800 Euro.

Der Zuschuss beträgt in den neuen Bundesländern sowie in den „Phasing out“-Regionen Brandenburg-Südwest, Lüneburg, Leipzig und Halle 75 % oder maximal 4.500 Euro. In den alten Bundesländern einschließlich Berlin beträgt der Zuschuss 50 %.

Die Beratung muss innerhalb eines Jahres nach Zusage abgeschlossen sein. Im Rahmen der Bemessungsgrenze von 6.000 Euro können auch mehrere Teilaufträge vergeben werden. Fahrtkosten und Mehrwertsteuer sind nicht förderfähig.

Geförderte Finanzierungen

Hier gibt es für Existenzgründer – ACHTUNG – im Finanzierungsfall definiert sich die Gründungsphase bis 3 Jahre nach Gründung.

Für Unternehmer, die schon etabliert sind und länger als 3 Jahre im Markt sind, gibt es ebenso die Möglichkeit, für die Finanzierung von Investitionen zinsgünstige Darlehen über die KfW- Bank oder die L-Bank zu generieren. Die Mindesthöhe der Finanzierung muss in diesem Falle 10.000 Euro betragen, die Höchstgrenze liegt in der Regel bei 5.000.000 Euro.

Die Finanzierungsdetails sind angesichts der Vielfalt an Finanzierungs- und Fördermodellen sehr individuell und vielschichtig. Am besten kann hier der Bankberater eine Übersicht verschaffen und bei Vorlage der maßgeblichen Unterlagen die Finanzierung entsprechend maßgeschneidert strukturieren und dann beantragen.

Der Prozess der Beantragung

Anders als bei banküblichen Finanzierungen werden bei geförderten Finanzierungen mehrere Gremien zur Finanzierungsentscheidung hinzugezogen. Diese Gremien befinden sich in unterschiedlichen Institutionen. Einerseits entscheidet das Gremium bei der Hausbank selbst, dann das Gremium bei der Förderbank – das ist entweder die KfW- Bank oder die L-Bank – und zusätzlich entscheidet bei Förderdarlehen noch die landeseigene Bürgschaftsbank mit. Das bedeutet, dass eine finale Entscheidung über den eingereichten Antrag in der Regel 8 bis 12 Wochen dauern kann.

Um überhaupt über einen möglichen Antrag entscheiden zu können braucht die Bank folgende Unterlagen:

  • einen aussagefähigen und fundiert erarbeiteten Businessplan
  • ein Markteinführungskonzept und eine gute Vermarktungsstrategie, damit ersichtlich ist, wer eigentlich die zu erreichenden Kunden sind und vor allem WIE diese erreicht werden sollen
  • die betriebwirtschaftliche Planung, inklusive einer Umatzplanung der ersten 3 Jahre nach Gründung oder Einführung der Wachstumsmaßnahmen, eine Liquiditätsplanung und eine Rentabilitätsvorschau, damit die Bank beurteilen kann die das Unternehmen am Jahresende unterm Strich dasteht und ob der Kapitaldienst bedient und die Darlehen zurückgeführt werden können.

Hier noch ein paar hilfreiche Links:

  1. Zur Checkliste der 5 Förderdarlehen für Gründer und junge Unternehmen (hier bis 3 Jahre nach Gründung)
  2. Zur Übersicht der Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen eines Unternehmenswachstums
  3. Zur Beraterdatenbank der KfW, dort könnt ihr euch für euren Unternehmenssitz/ Wohnort den passenden Berater raussuchen, der dann eine geförderte Maßnahme mit euch durchführen kann.

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Über die Autorin

Mariella Poenaru
Mariella Poenaru ist seit 2007 geschäftsführende Gesellschafterin der Zauberland GmbH, Gründerzentrum der Stadt Ludwigsburg. Preisträgerin „Unternehmer des Jahres“ der Wirtschaftsjunioren Baden-Württemberg. Schwerpunkt Existenzgründung, Vertriebstraining, Marketing und Fördermittelgenerierung. Ab 2006 selbstständige Unternehmens- und Managementberaterin, Schwerpunkt Implementierung familienfreundlicher Modelle in Wertschöpfungsketten von Unternehmen. Davor: Referentin für Projektfinanzierungen der Strategischen Unternehmensplanung der Jenoptik Gruppe, Deutschland, 14 Jahre Tätigkeit im Bankensektor. Davon 5 Jahre Führungsverantwortung für internationale Projektfinanzierung und Syndizierung. Fördermitglied der Wirtschaftsjunioren Rems-Murr-Kreis.
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Bildquelle: Images Money unter CC-Lizenz BY 2.0.
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Ausschreibung für die neue EU-Förderlinie „Spitze auf dem Land! – Technologieführer für Baden-Württemberg“ jetzt für KMU offen

Auszug aus der Pressemitteilung vom 21. Juni 2013:

„Innovation ist der Schlüssel für die Spitzenstellung des Landes, das eine der wirtschaftlich stärksten und innovationsfähigsten Regionen in Europa ist. Der immer stärker werdende globale Wettbewerb, in dem unsere Unternehmen auch im Ländlichen Raum stehen, erfordert deshalb dauerhafte Anstrengungen zur Stärkung der Innovationskraft. Nur so können wir nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung in der Fläche in Baden-Württemberg erzielen. Die Landesregierung will die Spitzenstellung des Landes nicht nur erhalten, sondern weiter ausbauen. Deshalb werden wir in der nächsten europäischen Förderperiode ab 2014 im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) eine neue Förderlinie eröffnen, die kleine und mittlere Unternehmen im Ländlichen Raum auf ihrem Weg zum Technologieführer unterstützt“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde, am Freitag (21. Juni) zur Ausschreibung der neuen Förderlinie „Spitze auf dem Land! – Technologieführer für Baden-Württemberg“. Das Förderangebot bezieht sich auf die europäische EFRE-Förderperiode 2014 bis 2020.

Mit dem Förderangebot will das Land kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten im ländlichen Raum ansprechen, die das Potenzial zur Technologieführerschaft erkennen lassen, indem sie Innovationsfähigkeit und ausgeprägte Technologiekompetenz in der Umsetzung und Anwendung innovativer Produktionsprozesse und Produkte aufweisen. „Diese Unternehmen sind von besonderer Bedeutung für den Ländlichen Raum, da sie die ausgeglichene Struktur Baden-Württembergs prägen und Kerne für Innovation und Zukunftsfähigkeit sind“, so der Minister. Dabei könnten kleine Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten für ihre Investitionen bis zu 20 Prozent Zuschuss, mittlere Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten bis zu 10 Prozent Zuschuss erhalten. Der maximale Förderbetrag pro Projekt betrage 400.000 Euro. Um den Prozess zu verstetigen, solle das Förderangebot bis 2020 mindestens einmal jährlich ausgeschrieben werden.

Der Minister rief die angesprochenen Unternehmen im Ländlichen Raum auf, von den neuen Fördermöglichkeiten Gebrauch zu machen. „Die Kompetenz, technologisch fortschrittliche Produkte auch unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte effizienter und schneller zu produzieren, erhöht die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen“, betonte Bonde. Deshalb würden in der Förderlinie „Spitze auf dem Land!“ Unternehmensinvestitionen zur Entwicklung und wirtschaftlichen Nutzung von neuen oder verbesserten Produktionsverfahren, Prozessen, Dienstleistungen und Produkten unterstützt. Zusätzlich sollten durch die unterstützten Projekte nachhaltige Beiträge zur Verbesserung der Ressourcen- und Energieeffizienz im Produktionsprozess generiert werden.

„Der ländliche Raum ist eine Stärke Baden-Württembergs und muss auch künftig attraktiv bleiben. Mit dieser Förderlinie setzen wir ein klares Signal für den Ländlichen Raum, die Technologieführerschaft Baden-Württembergs und gleichwertige Lebensverhältnisse im ganzen Land“, so der Minister abschließend.

Die Antragstellung erfolgt schriftlich durch die Gemeinden in Zusammenarbeit mit den Unternehmen bis zum 30. September 2013. Die Entscheidung über die Aufnahme in die Förderung erfolgt durch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. In der gesamten Förderperiode 2014 bis 2020 werden nach derzeitigem Stand insgesamt 18 Millionen Euro an EFRE- und Landesmittel zur Verfügung stehen. Die Mittel stehen noch unter Haushaltsvorbehalt, da die Entscheidungen zum europäischen Haushalt noch nicht gefallen sind.

Weitere Informationen zur Ausschreibung gibt es hier und auf der Website des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.

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Finanzmodell für Startups – Vorgehensweise für die Gewinn- und Verlustrechnung

Gastbeitrag von Barbara Hoisl

In einem früheren Artikel habe ich beschrieben, warum es tatsächlich schwierig ist, das Finanzmodell für ein Startup zu entwickeln – und wie man mit diesen Herausforderungen umgehen kann. Hier nun der praktische Teil mit Tipps, wie ich bei der Entwicklung des Modells für die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) typischerweise vorgehe. Grundlage ist ein Excel-Template für die GuV, das ich im Laufe der letzten Jahre in Projekten mit Software- und Internet-Startups entwickelt habe. Dieses Template ist speziell auf Startups mit digitalen Geschäftsmodellen ausgelegt.

Ein plausibles Modell bauen, keine Fantasiewelt

Auch wenn man akzeptiert, dass das Finanzmodell ein Modell ist und keine verbindliche Vorhersage, ist das Finanzmodell umso überzeugender, je realistischer es ist. Dazu hilft es besonders, Annahmen im Finanzmodell deutlich sichtbar zu machen und sie im Laufe der Startup-Phase möglichst gut am Markt zu validieren.
Beispiel: eine wesentliche Annahme im Umsatzmodell könnte sein, dass 5% der Testkunden innerhalb von 3 Monaten das kostenpflichtige Produkt kaufen. Diese Annahme muss man in einer ganz frühen Phase einfach mal treffen – bis zum Ende der Startup-Phase sollte sie dann mit konkreten Erfahrungswerten unterlegt sein.

Allgemeiner Rahmen

• GuV nach dem Umsatzkostenverfahren aufbauen: zum Einstieg siehe Wikipedia-Artikel zur GuV, dort „nach HGB – Umsatzkostenverfahren“ suchen; vor Punkt 4 in der Tabelle ist noch eine weitere wichtige Kostenart zu ergänzen, nämlich die Kosten für Forschung und Entwicklung.
• Typischerweise für gut 5 Jahre in die Zukunft auf Quartalsbasis modellieren
• Falls das Unternehmen bereits existiert, zusätzlich für ca. 4 Quartale die Ist-Zahlen aus der Vergangenheit eintragen. Dabei darauf achten, dass es beim Übergang von den Ist-Zahlen zum Zukunftsmodell keine unerklärlichen Brüche gibt
• Fokus erst einmal auf das Umsatzmodell und die Kostenstruktur bis zum Betriebsergebnis (im GuV-Überblick)
• Bei Änderungen des Geschäftsmodells im Laufe der Startup-Phase muss das Finanzmodell immer wieder angepasst, bei größeren Änderungen im Geschäftsmodell manchmal sogar fast komplett neu entwickelt werden. Das ist leider (bisher) ein manueller Prozess.

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Schritt 1 – Mit dem Umsatzmodell starten

• Keinesfalls die Umsätze „top-down“ modellieren, d.h. ausgehend von einem gewünschten Marktanteil im Zielmarkt. Wenn ich einfach sage: das ist mein Markt und davon werde ich 1% oder 2% gewinnen, dann wird ja nicht sichtbar, wie ich die Kunden gewinne und wie die Umsätze konkret zustande kommen. Daher bringt ein Top-Down-Modell weder Erkenntnisgewinn für die Gründer noch Glaubwürdigkeit gegenüber Investoren
• Stattdessen die Umsatzentwicklung „bottom-up“, d.h. ausgehend vom geplanten Vertriebsprozess modellieren. Der Vetriebsprozess ist ja ein wesentlicher Teil des Geschäftsmodells und beim Umsatzmodell wird besonders deutlich, wie gut durchdacht und validiert das Geschäftsmodell schon ist. Hier kann man im Sinne von Lean Startup viele Hypothesen entdecken, die dann validiert werden müssen
• Zeitliche Verzögerungen bis zum Kaufabschluss und bis zum Zahlungseingang berücksichtigen- insbesondere falls größere Unternehmen die Zielkunden sind
• Darauf achten, dass man nur die Erlöse, die man tatsächlich selbst einnimmt, berücksichtigt, d.h. auf jeden Fall Nettobeträge (ohne Umsatzsteuer) und bei einem mehrstufigen Handelsmodell nur die Großhandelspreise
• Als Plausibilitätscheck mal nachprüfen, welchen Marktanteil man mit den modellierten Umsätzen in den späteren Jahren erreicht Beispiel: Ein Startup setzt auf Werbung als eine wesentliche Einnahmequelle – und zwar bevorzugt von Werbetreibenden aus einer bestimmten Branche. Dann einfach mal prüfen, welchen Anteil am heutigen Gesamtwerbebudget dieser Branche man in Jahr 5 damit erreicht. Ist das Ergebnis plausibel?

Schritt 2 – Weiter mit Teamaufbau und Personalkosten

• Als nächstes den Teamaufbau über den gesamten Zeitraum modellieren: wie viele Leute (interne und externe) erwarte ich in den verschiedenen Funktionen und Rollen? Dabei auf Konsistenz zum Umsatzmodell achten, insbesondere in den Bereichen Vertrieb/ Business Development und Marketing.
• Die jährlichen Kosten pro Rolle schätzen. So werden die Personalkosten in den verschiedenen Funktionen errechnet – bei internen MitarbeiterInnen die Nebenkosten für Sozialabgaben u.ä. nicht vergessen (ca. 30% Aufschlag aufs Bruttogehalt). Hier ist auch zu beachten, dass im Laufe der Zeit marktübliche Gehälter angesetzt werden – während am Anfang die tatsächlich gezahlten Gehälter benutzt werden, die z.B. ganz am Anfang für die Gründer auch mal Null sein können
• Darauf achten: alle Rollen, die umsatzabhängig sind, fallen in den Bereich Herstellkosten. Dazu zählen z.B. Support-MitarbeiterInnen, denn im Prinzip wird dieses Team mit der Anzahl der verkauften Supportverträge wachsen müssen. Die eigentliche Entwicklung und Betreuung von Software, Apps, oder Internet-Angebot gehört jedoch in den Bereich Forschung & Entwicklung, da diese Kosten im Wesentlichen fix sind, das heißt unabhängig von den Umsätzen oder der Anzahl der Nutzer

Schritt 3a – Sonstige Kosten: Vertrieb und Marketing

• In diesem Bereich ist häufig neben den Personalkosten noch ein erhebliches Budget für Marketing-Maßnahmen einzuplanen, z.B. für Messeauftritte, Werbung, sonstige Marketing-Aktionen. Bei den anderen Kostenarten (Entwicklung, Support, …) sind die Personalkosten meist der dickste Brocken und der Rest ist oft „Peanuts“, aber nicht hier.
• Je nach Vertriebsmodell fallen ggf. noch erhebliche Reisekosten pro Kopf an – diese nicht vergessen.
• Bei Vertrieb mit Provisionszahlungen diese nicht vergessen – wenn sie umsatzabhängig sind, die Provisionen bei den umsatzabhängigen Kosten aufführen und natürlich auch umsatzabhängig modellieren.

Damit hat man bei einem digitalen Geschäftsmodell jetzt die großen Posten im Modell. Eine Besonderheit des digitalen Geschäftsmodells ist, dass die Posten Wareneinkauf, Arbeitskosten für die Herstellung usw. nicht auftauchen – diese sind bei einem traditionellen Geschäftsmodell weitere große Kostenblöcke und sind dort entscheidend für die Profitabilität.

Schritt 3b – Weitere sonstige Kosten modellieren

• Hardware oder Hosting-Kosten für die Entwicklung, Software-Lizenzen oder Subscriptions etc.
• Kosten für Büromiete, Telekommunikation und IT für die MitarbeiterInnen, Versicherungen
• Dienstleistungen wie Rechtsanwalt, Steuerberatung, Buchhaltung, Lohnabrechnung etc.

Diese Kosten schlagen natürlich am Anfang, wenn ein Startup noch über wenig Mittel verfügt, deutlich zu Buche. Aber bei einem digitalen Geschäftsmodell spielen sie bei steigenden Umsätzen meist nur noch eine untergeordnete Rolle. Damit hat man nun eine erste Version der Gewinn- und Verlustrechnung – zumindest für die Betriebskosten. Und die sollte man jetzt mal kritisch anschauen.

Schritt 4 – GuV-Überblick prüfen und Szenarien entwickeln

• Kommt überhaupt ein Betriebsgewinn zustande? Wann?
• Wie viele operative Verluste fallen insgesamt an? In der Quartalsansicht ansehen und alle Verluste aufsummieren => Hinweis auf den Finanzbedarf
• Wie entwickelt sich die Kostenstruktur – ganz unten im Tab GuV-Überblick? Und wie sieht die operative Gewinnspanne aus (Betriebsgewinn als % der Umsätze), insbesondere in den späteren Jahren? Hier ist der Vergleich mit erfolgreichen Unternehmen mit einem ähnlichen Geschäftsmodell interessant. Wenn die operative Gewinnspanne im Modell deutlich höher wird als bei großen, hochprofitablen Vorbildern, dann sind wohl ein paar Annahmen zu optimistisch

Wenn man eine erste Version hat, die halbwegs plausibel erscheint, dann kann es sich lohnen, auf dieser Basis mehrere Szenarien zu entwickeln, bei denen wichtige Parameter (Annahmen im Geschäftsmodell) variiert werden, insbesondere Parameter, die das Umsatzmodell stark beeinflussen.

Szenarien beziehen sich jeweils auf das gleiche Geschäftsmodell. Dies ist zu unterscheiden von verschiedenen Versionen des Finanzmodells, die nötig werden, weil sich das zugrunde liegende Geschäftsmodell weiter entwickelt hat. Szenarien sind hilfreich um besser zu verstehen, welche Parameter maßgeblich für den Erfolg sind (Key Performance Indicators – KPIs) und wie sie sich diese KPIs auf das finanzielle Ergebnis auswirken.

Schritt 5 – Aufbereitung von Daten zur Präsentation

Für eine ausführliche Präsentation des Geschäftsmodells oder für den Businessplan kann man aus dem Finanzmodell zum Beispiel folgende Inhalte direkt übernehmen – falls vorhanden, auch für mehrere Szenarien:
• GuV-Überblick (Tabelle in Jahresansicht)
• evtl. Entwicklung der Kostenstruktur über die Jahre hinweg (Tabelle)
• Diagramm mit Entwicklung der Umsätze – besonders bei mehreren Einnahmequellen
• Tabelle, die zeigt, wie das Team über die Jahre aufgebaut wird
• Übersicht über die wichtigsten Parameter, die maßgeblich für den Erfolg sind (KPIs)

Erkenntnisgewinn fürs Gründerteam – ganz im Sinne von Lean Startup

OK, es ist wohl eine Mentalitätsfrage, ob man wirklich Spaß bei der Arbeit am Finanzmodell hat. Aber ich bin überzeugt, dass das Finanzmodell nicht nur eine lästige Pflichtübung ist, sondern dass es das Gründerteam bei der Entwicklung des Geschäftsmodells wirklich voranbringt: Sobald man gezwungen ist, konkrete Zahlen und Formeln ins Spreadsheet einzutragen, wird einem sehr deutlich, wo man schon Klarheit über das Geschäftsmodell hat und wo man noch mit unbewiesenen Annahmen arbeitet oder noch nicht einmal diese hat.

So gesehen passt die Arbeit am Finanzmodell auch gut zum Lean-Startup-Konzept und umgekehrt: Gründerteams, die nach der Lean-Startup-Methode arbeiten, die ja sehr viel Wert auf Metriken legt, werden sich auch mit dem Finanzmodell leichter tun.

[hr]

Über die Autorin

Barbara Hoisl
Barbara Hoisl

Barbara Hoisl Virtual Strategy Officer für Software- und Internet-Unternehmen: sie berät mit den Schwerpunkten Geschäftsmodellentwicklung, Business Planning und Wachstumsstrategien. Zu diesen Themen bietet sie auch Trainings an und bloggt auf barbarahoisl.com/blog (in Englisch).

Barbara hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Software-Branche, u.a. 14 Jahre im Bereich Software-Produkte bei HP. Dort hat sie über viele Jahre die Entwicklung und die Wachstumsstrategie von komplexen Software-Produkten verantwortet – zuletzt im Bereich Strategie und Globale Unternehmensentwicklung / M&A.

Als Beraterin hat sie u.a. Internet-Startups bei der Geschäftsmodellentwicklung und bei der Vorbereitung auf neue Finanzierungsrunden unterstützt. Barbara ist als Mentorin für Startups aktiv, u.a. im Mentorenkreis des CyberForum Karlsruhe and als Mitglied von bwcon: Baden-Württemberg Connected.