Seit mehr als einer Woche bin ich nun im Silicon Valley und bin begeistert von der Aufbruchsstimmung, der Offenheit der Leute und der Qualität der Ideen, die hier umgesetzt werden. Zwar habe ich bisher nur einen Bruchteil von dem gesehen, was hier passiert, aber konnte ich schon einiges mitnehmen und lernen. Die Startups bzw. Unternehmen arbeiten hier insgesamt auf einem Niveau, von welchem wir in Deutschland meistens noch sehr weit entfernt sind (natürlich gibt es Ausnahmen!). Die Geburts- und Brutstätte von Google und Apple aber auch von Uber, Survey Monkey und Eventbrite bietet dafür auch das perfekte Pflaster: Kreative und angenehme Arbeitsumgebung, die „Think Big“-Mentalität der USA gepaart mit verrückt anmutenden Ideen, technologische Innovationen werden mit offenen Armen empfangen und die Absolventen von Stanford, Berkeley und Co. können ihr Wissen direkt in der Praxis umsetzen. Deshalb verwundert es auch nicht, dass es nach Anfängen in Europa auch viele Startups wie z.B. Zendesk und Poikos ins Valley gezogen hat.

Welcome SFO

Im Silicon Valley sagt niemand „Das braucht doch keiner“ oder „Das hatten wir schon mal, hat nicht funktioniert.“ Jeder bekommt den nötigen Respekt und die Möglichkeit, seine Idee zu verwirklichen und potenziellen Kunden vorzustellen. Außerdem hat man hier den nötigen Zugang zu Risikokapitalgebern, Accelerator-Programmen (z.B. 500 Startups, Y Combinator, blackbox etc.) und hoch qualifizierten Mitarbeitern (nicht nur Entwicklern). Die Unternehmer haben generell aus der Dotcom-Blase gelernt, auch wenn der Hype an manchen Stellen schon wieder zuviel des Guten erscheint. Jeder weiß hier, dass durchschnittlich nur ca. 20% der Startups den Sprung in die Profitabilität schaffen. Umso mehr strengen sich alle an, dass sie zu eben jenem Teil gehören und erfolgreich sind.

Im Vergleich dazu erscheint mir Deutschland immer noch sehr konservativ, auch wenn sich in den letzten Jahren viel zum Positiven verändert hat. Wir haben in Deutschland die Angestelltenmentalität viel zu sehr verinnerlicht. Relativ sichere Arbeitsplätze in Großkonzernen waren dabei ein wichtiger Faktor, aber auch die Einstellung, dass man bitte nicht zu optimistisch an Gründungen herangehen sollte, sondern lieber auf Nummer sicher geht und tiefstapelt.

Wir brauchen in Deutschland ein Umfeld, welches neue und anscheinend verrückte Ideen fördert und nicht nur belächelt. Wir brauchen den ehrlichen Willen der Regierung, die Startup-Szene und die damit verbundenen Rahmenbedingungen zu verbessern und nicht nur oberflächliches Interesse während des Wahljahres. Wir brauchen Leute, die Lust haben, in einem risikohaften Umfeld zu arbeiten und nicht nur als Angestellte im Großkonzern den Rest ihres Arbeitslebens verbringen möchten. Wir brauchen mehr innovative Ideen und weniger Copycats. Wir brauchen die Community, die sich standortübergreifend unterstützt und nicht voller Neid aufeinander schaut. Wir brauchen eine offene Feedback-Kultur und keine Entwicklungen im stillen Kämmerlein.

Macht mit und treibt mit vereinten Kräften die Entwicklung der Gründerszene in Stuttgart, dem Neckar Valley und allgemein in Deutschland voran!

5 Kommentare
  1. frank
    frank sagte:

    Was wir vom Silicon Valley lernen können? Mit Qualität der Ideen einen eigenen Namen finden. „Neckar Valley“ ist so ekelhaft kreativitätsfern, da kann nix draus werden.

    Antworten

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  1. […] schon in San Francisco und im Silicon Valley und kann es immer noch nicht so richtig fassen. Auf StartUp Stuttgart habe ich meine bisherigen Erfahrungen hier aus beruflicher Revue passieren lassen. Deutschland […]

  2. […] Kathleen in ihrem letzten Blog-Beitrag geschrieben hat, brauchen wir vor allem in Deutschland ein Umdenken. Wir müssen uns bewußt sein, […]

  3. […] zwei Wochen bin ich schon im Silicon Valley und kann es immer noch nicht so richtig fassen. Auf StartUp Stuttgart habe ich meine bisherigen Erfahrungen hier aus beruflicher Revue passieren lassen. Deutschland […]

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