Gastbeitrag von Michael Negele
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Meine Eltern tun sich immer noch schwer damit, dass ich zur Zeit kein Interesse daran habe, in einem großen Unternehmen als Manager zu arbeiten. Das hat damit zu tun, dass ich das tue was mir gefällt und sehr flexibel bin. Wie viele Eltern glauben beide immer noch daran, dass man einen Beruf wählen und für immer ausüben sollte. Zwei andere Dinge, die meine Eltern nicht verstehen, ist, dass ich mich dazu entschieden habe, mich selbständig zu machen und dass ich mit dem Laptop von überall arbeiten kann.

Aber es sind nicht nur die Eltern, sondern auch unsere Gesellschaft, die für Jung-Unternehmer und deren “verrückte” Ideen wenig übrig haben. Oft habe ich das Gefühl, dass der Schritt zur Selbständigkeit als Plan B angesehen wird. Sozusagen die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen wenn man keine Arbeit mehr findet: Nämlich dann wenn man zu alt oder unqualifiziert ist.

Die Basics

Als ich im letzten Jahr an einem Kurs für Existenzgründer teilgenommen habe, war ich der einzige, der einen Universitätsabschluss hatte und der eigentlich jung genug war, um einen klasse Job zu finden. Viele der Teilnehmer waren entweder Langzeitarbeitslose oder über 40-Jährige, die wenig Chancen auf dem Jobmarkt sahen. Während dieser Zeit habe ich unheimlich viel gelernt. Vor allem Dinge, die ich weder in der Schule noch in der Universität gelernt habe und von denen wenige Menschen in meinem Alter wirklich Ahnung haben, wie der Umgang mit dem Finanzamt, Recht und Versicherungen.

Wer sich entschließt zu gründen kann über die IHK an einem solchen Kurs teilnehmen. Wer Glück hat, lernt vielleicht wie ich einen klasse Gründercoach kennen, der einem bei Fragen zu Versicherungen, Steuern und Finanzamt immer helfen kann.

Leidenschaft mit Arbeit verbinden

In einem interessanten Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Sailer von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen, (“Ein erfülltes Berufsleben – Was kann die Schule dafür tun.”) habe ich mehr über die Forschung der “Emotionalen Bindung der Mitarbeiter zu Unternehmen” erfahren. Laut dem sogenannten Gallup Index haben seit 2001 nur die wenigsten Mitarbeiter in deutschen Unternehmen eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen. So waren es im Jahr 2011 etwa 14%, die eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen hatten. 63% der Befragten hatten eine geringe emotionale Bindung und 23% hatten keine.

Als Gründer sollte man unbedingt seine Leidenschaft mit seiner Geschäftsidee verbinden. Denn nur so ist es möglich, auch wenn es mal harte Zeiten gibt, an sich und die Idee zu glauben. Seitdem ich nur noch an Projekten teilnehme, die sich mit meinen Leidenschaften verknüpfen lassen, bin ich fokussierter und bereiter, alles zu geben.

Mentalität

Wie Kathleen in ihrem letzten Blog-Beitrag geschrieben hat, brauchen wir vor allem in Deutschland ein Umdenken. Wir müssen uns bewußt sein, dass von 100 Unternehmen oder Ideen nur 20 erfolgreich sind. Das gehört einfach dazu.

Auf amerikanischen Universitäten wie Stanford und Harvard werden “Misserfolge/ Failures” offen diskutiert, denn gerade aus diesen Misserfolgen kann man sehr viel lernen. Wer es also nicht schafft, bei der ersten Gründung erfolgreich zu sein, sollte gründlich daraus lernen und es beim nächsten Mal besser machen.

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Über den Autor

Michael Negele
Michael Negele

Michael Negele hat im Jahr 2010 sein Medienmanagement (B.A.) Studium abgeschlossen. Nach seinem Studium hat er zwei Jahre lang für junges Unternehmen namens Kupilka in Finnland als Sales & Marketing Manager gearbeitet. Während dieser Zeit war er für den Aufbau eines internationalen Vertriebs Netzwerkes zuständig. Danach machte sich Michael zum ersten Mal in Helsinki selbständig, bis er sich nach einem Jahr für den Umzug nach Stuttgart entschieden hat. Nun ist Michael in der Gründerphase eines Startups, das Kontakte für in- und ausländische Unternehmen vermittelt. Michael hat in Rwanda, USA, Finnland und Deutschland gelebt und spricht fließend Deutsch, Englisch und Französisch. Michaels Leidenschaften sind Sales & Marketing, Kraftsport, Musikproduktion, Design und Reisen.

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