Die eigene Gesundheit ist mittlerweile ein großes Thema, der Health Care-Bereich ein vielversprechender Markt. Viele Leute haben es schon selbst erleiden müssen, Johannes Merg aus Stuttgart kam dabei die entscheidende Geschäftsidee: Nach einem Kreuzbandriss am Knie 2011 musste er lange in die Reha, hatte dabei aber glücklicherweise in der Bad Cannstatter Sportklinik einen top Profisport-Arzt als Betreuer. Leider kommen die meisten Patienten jedoch nicht in den Genuss einer solchen persönlichen und intensiven Betreuung. Otto-Normalbürger wird vom Arzt normalerweise für sechs bis zehn Termine zur Physiotherapie geschickt, falls es das Budget des Arztes überhaupt erlaubt. Gute Übungsanleitungen für zu Hause sind dabei rar, oft werden ein paar mündlich erklärt, die dann schnell wieder vergessen sind. Vorgefertigte schriftliche Anleitungen sind die Ausnahme und die Inhalte weder individuell noch personalisiert. Hinzu kommt, dass den Ärzten und Therapeuten oft das Wissen und der sportwissenschaftliche Hintergrund fehlen, um den Patienten die für die spezifische Situation richtigen Übungen zu empfehlen.

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Dadurch kam Merg die Idee zu Mawendo, die er zusammen mit seinem Bruder Michael und Dr. Daniel Wagner als Arzt umsetzte: Auf der Plattform werden für verschiedene Krankheitsbilder passende Therapiepläne für die Nachbehandlung der Patienten entwickelt und diese den Ärzten bzw. Physiotherapeuten zur Verfügung gestellt. Mawendo macht Vorschläge, die der Arzt dann auf die Bedürfnisse des Patienten anpassen und personalisieren kann. Die Erstellung ist einfach und dauert nur ein paar Minuten. Der Arzt erhält per Video eine Einführung in die Plattform und schickt dann nach Erstellung des Therapieplans einen Zugangslink an seinen Patienten. Für Kliniken oder Gemeinschaftspraxen bietet Mawendo außerdem die Möglichkeit, mehrere Mitarbeiter (Ärzte) unter einem Account zu verwalten. So kann jeder Arzt eigene Therapiepläne erstellen.

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Jeder Therapieplan besteht einerseits aus einem Informationsteil, in dem kurz auf das vorliegende Krankheitsbild eingegangen wird und die Handhabung erklärt wird. Andererseits beinhaltet er einen Übungsteil, der sich wiederum in drei Therapiephasen gliedert, die aufeinander aufbauen und vom Patienten einzeln durchlaufen werden.

Die Ärzte zahlen keinen monatlichen Beitrag an Mawendo. Die Plattform baut auf ein pay-per-use Modell auf. Der Arzt zahlt somit einen Pauschalbetrag für jeden von ihm erstellten Therapieplan, den er wiederum abrechnen kann. Die Ärzte erweitern durch die Nutzung der Plattform also ihr Leistungsangebot, erhöhen die Motivation des Patienten, den Arzt-Anweisungen zu folgen und steigern durch die Zusatzleistungen auch noch ihren Umsatz.

Bisher wurden schon mehr als 1.000 Patienten mit individuellen Therapieplänen von Mawendo versorgt. Für die Zukunft zeichnet Johannes Merg außerdem ein klares Bild: „Die nächsten Schritte sind zum einen neue Kunden für Mawendo zu begeistern und zum anderen die Anzahl der verfügbaren Krankheitsbilder zu erweitern. Derzeit bieten wir Therapieplanvorschläge für etwa 45 Krankheitsbilder an. Die Anzahl wollen wir in naher Zukunft noch deutlich ausbauen. Vor allem mit Therapieplänen zur Behandlung von Wirbelsäulen- und Rückenverletzungen.“

2 Kommentare
  1. Chris
    Chris sagte:

    Sehr interessanter Beitrag! Kann mir sehr gut vorstellen, dass mawendo damit eine entsprechende Marktlücke gefunden hat. Werde die weitere Entwicklung verfolgen – sehr spannenden Ansatz!

    Antworten

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