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Das war das Startup Weekend Stuttgart 2015

Das sechste Startup Weekend Stuttgart war wieder ein voller Erfolg! Vom 27.11. bis 29.11.2015 kamen ca. 100 gründungswillige Teilnehmer in der Hochschule der Medien zusammen, um das ganze Wochenende an ihren Geschäftsideen zu arbeiten. Neben den wiederholten Gold-Sponsoren mm1 Consulting & Management und Bartsch Rechtsanwälte wurde die Veranstaltung auch von der Stadt Stuttgart, den Business Angels Region Stuttgart und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart gesponsert. Vielen Dank dafür!

Nach leckerem Abendessen und dem Auftakt am Freitagabend durch Johannes Ellenberg wurden 37 Ideen vorgestellt, wovon 16 die Voting-Phase überstanden und an dem Wochenende in den Teams bearbeitet wurden. Die Teams wurden wie gewohnt am Samstag von Mentoren mit langjähriger Business-Erfahrung und Expertise unterstützt. Diesmal waren Stella Löffler und Volker Scholz von mm1, Klaus Reichert, Daniel Bartel, Mira Kleine, Helmut Wittenzellner, Markus Besch, Florens Knorr, Ute Hillmer und Lester Golden als Mentoren dabei. Vielen Dank für euren Einsatz!

Am Sonntagabend präsentierten dann letztendlich 12 Teams ihre Ergebnisse innerhalb von drei Minuten vor der Jury bestehend aus Dr. Carsten Ulbricht (Bartsch Rechtsanwälte), Mattias Götz (Wert8 GmbH), Alexandra Rudl (bwcon GmbH), Christoph Röscher (Robert Bosch GmbH) und Feliks Eyser (Regiohelden GmbH) vor.

Den Gesamtsieg nahm dieses Jahr das Team vom Klub der Klassiker (Classic Motors Club) mit nach Hause. Sie haben eine Idee zum Oldtimer-Sharing und Finanzanlage entwickelt. Den Preis für die innovativste Idee holte sich Navin, das die Indoor-Navigation besonders im Industriebereich revolutionieren möchte. Den besten Pitch legte das Team von myflatmatch hin, das eine Lösung zur problemlosen Mitbewohnersuche entworfen hat. Mit der besten Kundenvalidierung konnte Spothunt.co die Jury mit einer interaktiven Schnitzeljagd-App für Städte überzeugen. Allen Gewinnern herzlichen Glückwunsch und alle Teilnehmern alles Gute und viel Erfolg weiterhin!


Ein riesen Dankeschön geht außerdem an Nils Nögsdal und das geniale Studi-Team der Hochschule der Medien, die ein top Event auf die Beine gestellt haben! Johannes und ich ziehen uns nach diesem wunderbaren Wochenende offiziell aus der Organisation des Startup Weekend Stuttgart zurück und übergeben die Veranstaltung in die sehr guten Hände der jungen Wilden. Es war eine schöne Zeit, die uns sehr geprägt hat. Ich werde auch weiterhin als Startup Weekend Facilitator aktiv sein und ab und an als Mentorin oder Jurorin unterstützen.

Und hier kommt auch schon das Recap-Video vom Video-Team der HdM:


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Die Fotos zum Event werden in den nächsten Tagen auf der Facebook-Fanpage vom Startup Weekend Stuttgart hochgeladen.

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Kreativität löst fast jedes Problem

Gastbeitrag von Maria Widra
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Kreativität löst fast jedes Problem (George Lois)

Kreativität auf Knopfdruck ist eine hohe Kunst. Ob jemand im Beruf vor Ideen sprüht oder nicht, ist nicht nur eine Charakterfrage. Kreativität hängt vielmehr von den Arbeitsbedingungen und Arbeitsweisen ab. Und sie wird in fast jeder Position benötigt, nicht nur in den typischen “Kreativberufen”. Um Konzepten und Ideen genügend Freiraum zu geben bzw. Vorschläge durchzusetzen, werden hier einige Erfahrungen und Vorgehensweisen für tägliche Herausforderungen zusammengetragen.

Zuerst kommt die Idee
Die Idee muss überzeugen und auch ohne tolle Tools funktionieren. Es muss sofort klar sein, was mit einer Maßnahme oder einem Produkt bezweckt wird (welches Problem wird gelöst?). Richtig gute Ideen entstehen übrigens auch oft ohne Teamwork; nichtsdestotrotz sollten Bewertung und Analyse pro/contra durch andere erfolgen. Das Feedback immer erklären und setzen lassen.

Die Vorschläge sind scheinbar haarsträubend? Gut so! Lieber frisch und unbekümmert “was wäre wenn fragen” als zu vorsichtig sein. Auch krude Ansätze sammeln, und dann in einer passenden Situation anwenden. Dabei ruhig anecken, ein wenig Provokation sorgt für Diskussion und Reaktion.

Ziele und Ansätze, um kreativ zu denken
Die Kommunizierenden und die Angesprochenen sollen nicht nur zustimmen, sondern an die Idee  glauben. Dazu persönliche Meinungen einholen und das Bauchgefühl ggf. mit Zahlen verifizieren.

Sich selbst begeistern und Begeisterung erzeugen: z.B. durch selbstständige Arbeitseinteilung, Wahl der Arbeitsmethoden oder Arbeitsplatzgestaltung. Wenn man die eigenen Ideen begleiten und umsetzen kann, dann geschieht das mit mehr Hingabe.

Die Aufgabe so gut wie möglich erledigen, auch wenn es manchmal zäh ist: Also nicht nur den Teilabschnitt bearbeiten, sondern den Gesamtprozess samt Zielen durchdenken. Wenn man sich gar nicht damit identifizieren kann, dann Aufgabenstellung (Kunde) ändern sofern möglich!

Wenn man denn eine super Idee ausgearbeitet hat, muss diese verständlich erklärt werden. Wenn also zu viele “dumme” Fragen gestellt werden, nochmal über Idee, Präsentation oder Publikum (dessen Kenntnisse und Entscheidungsrelevanz) nachdenken.

Mut zu Veränderungen: Originellere und weiterführende Ansätze entstehen eher, wenn man sich an anderen Wissens- und Erfahrungsfeldern orientiert, als durch weitere fachliche Vertiefung.

Alle Informationen und Erkenntnisse sammeln, einordnen und einbeziehen. Für größere Aufgaben entsprechend zeitlichen Spielraum einplanen. Fehler nicht wiederholen.

Individuelle Arbeitsbedingungen schaffen, die Kreativität begünstigen: Nicht nur sitzen, sondern sich auch mal bewegen, laut denken, maßvolle (Un-) Ordnung auf dem Schreibtisch, Ausgleich schaffen.

Dies ist nur eine kleine Sammlung, sicher gibt es noch viel mehr Tricks, die sich im Arbeitsalltag bewährt haben. Was braucht ihr, um konzeptionell und kreativ zu arbeiten?

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Über die Autorin

Maria Widra
Maria Widra arbeitet seit Abschluss ihres Studiums der Medienwirtschaft in Stuttgart und Helsinki 2007 im Marketing mittelständischer IT-Firmen bzw. Agenturen. Als Freelancer war sie u.a. für die AKAD Privathochschulen und ein Startup im Verlagsumfeld tätig. Ihr Fokus ist vertriebsorientiertes und textstarkes Online und Direct Marketing. Auch klassische Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen gehören zu ihrem Portfolio. Maria arbeitet seit Kurzem als Communications Manager bei Thales Deutschland in Stuttgart, lässt aber auch die Startup-Szene im Ländle nicht aus den Augen.
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Bildquelle: Linus Bohman unter Creative Commons CC BY 2.0

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7 Fragen, die man vor einer Gründung beantworten sollte

Gastbeitrag von Michael Negele
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Wenn es den Beruf Ideenfinder gäbe, dann hätte ich einen Full-time Job. Ich habe unendlich viele Ideen im Kopf gehabt und auf Blatt geschrieben. Viele davon habe ich nach kurzer Zeit aufgegeben. Wenige davon haben etwas mehr Zeit gefordert und nur ein bis zwei zähle ich zu meinen Projekten.

Wenn es Dir genauso geht, dann kennst Du das Gefühl – Du wachst mitten in der Nacht auf und hast diesen Moment: Eine geniale Idee. Von nun an brennst Du innerlich. Du arbeitest jeden Tag bis spät in die Nacht, Deine Gedanken geben Dir keine Ruhe und Dein Freund oder Deine Freundin glaubt, dass Du spinnst, weil das mittlerweile zum 15. Mal passiert.

Anfangs war ich mir immer ganz sicher, dass jede Idee klasse ist. Nach einiger Zeit habe ich gelernt, meine “Ideen-Flashs” zu kontrollieren. Wenn mir mittlerweile Ideen einfallen, weiß ich innerhalb von ein paar Stunden und bei nur wenigen erst nach einem Monat, ob das Sinn macht.

Um möglichst schnell schlechte Ideen abzulegen um Zeit zu sparen, stelle ich mir sechs wichtige Fragen. Jason Cohen, Gründer von WP Engine, hat mit einem seiner Blog-Beiträge die Grundlage für meinen “Spicker” geschaffen. Einige Punkte kennt der ein oder andere sicherlich bereits.

Meine Checkliste für jede Idee:

1. Was ist die Idee? Elevator Pitch (60 Sekunden)
Ich weiß, jeder spricht davon. Aber oft habe ich den Pitch nicht gelernt. Sobald man mit Kunden oder Geldgebern in Kontakt kommt, sollte der Pitch stehen. Ich gehöre zu denen, die ewig am Pitch arbeiten können. Jedes Wort spielt für mich persönlich eine große Rolle.

2. Wer ist der perfekte Kunde?
Was ich damit sagen möchte: Man sollte genau wissen, wer in Zukunft Geld für das Produkt ausgeben wird. Je genauer man den Kunden beschreiben kann, desto besser – Alter, Bildung, Präferenzen bis hin zu Listen von Messen oder Events, die für den Kunden wichtig sind.

3. Gibt es einen Unterschied zwischen Kunde und Nutzer?
Falls es einen Unterschied zwischen Kunden und Nutzern gibt, dann sollte man auch den perfekten Nutzer kennen. Jack Dorsey, Gründer von Twitter, erzählt in diesem Interview, wie wichtig es ist Geschichten über den Nutzer und Kunden zu verfassen.

4. Was sind Stärken, Schwächen, Chancen und Gefahren?
Ich gehe stark davon aus, dass die SWOT-Analyse und ihre vier Komponenten bei allen Lesern bekannt ist. Trotzdem muss ich mir immer selber sagen, wie wichtig diese Analyse ist.

5. Habe ich einen Wettbewerbsvorteil durch meine Erfahrung, bestehende Kunden oder ein Team aus Menschen, die sich auskennen?
Um einen wirklichen Wettbewerbsvorteil zu haben, muss man sich überlegen was man hat oder anbieten kann, das kein anderer in kurzer Zeit lernen, nachbauen oder kaufen kann.
Beispiel: Ich habe zwei Jahre lang für ein finnisches Startup namens Kupilka gearbeitet. Meine Aufgabe zu dieser Zeit war der Aufbau des internationalen Vertriebsnetzwerks. Das Wissen, das ich mir angeeignet habe und die Kontakte, die ich in dieser Zeit geknüpft habe sind der Grund, weshalb ich mich mit Ideen innerhalb der Outdoor-Industrie befasse.
“The Only Real Competitive Advantage is that which cannot be copied and cannot be bought.” (Jason Cohen)

6. Was sind meine Lösungen zu den worst case scenarios?
Was tun wenn eine andere Firma die Idee kopiert und bereits Fördermittel hat? Auch wenn man sich diese Fragen ungern stellt, sollte man sich damit außeinander setzen.
Heutzutage versuche ich immer, mir einen zweiten oder dritten Plan zu überlegen. Es braucht nämlich Zeit bis man einen Ersatzplan hat wenn mal etwas schief läuft. Dann ist es meistens zu spät.

7. Was sagen die ersten 30 potenziellen Kunden?
Ernst wird es erst, sobald man mit den ersten Kunden spricht. Mit einem Mockup (Prototypen) kann man sehr viel herausfinden. Mit 95% aller Ideen (meine persönliche Schätzung) sollte man dies auch tun (In einem gesonderten Beitrag werde ich meine Erfahrung mit solchen Interviews mit euch teilen).
Grundsätzlich: Ich suche immer den persönlichen Kontakt zu potenziellen Kunden und Nutzern. Mit einem Fragenkatalog von 5 bis max. 7 Fragen versuche ich dann herauszufinden, was der Kunde bisher genutzt hat, wie er meine Idee findet und was er dafür zahlen würde.

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Über den Autor

Michael Negele
Michael Negele

Michael Negele hat im Jahr 2010 sein Medienmanagement (B.A.) Studium abgeschlossen. Nach seinem Studium hat er zwei Jahre lang für junges Unternehmen namens Kupilka in Finnland als Sales & Marketing Manager gearbeitet. Während dieser Zeit war er für den Aufbau eines internationalen Vertriebs Netzwerkes zuständig. Danach machte sich Michael zum ersten Mal in Helsinki selbständig, bis er sich nach einem Jahr für den Umzug nach Stuttgart entschieden hat. Nun ist Michael in der Gründerphase eines Startups, das Kontakte für in- und ausländische Unternehmen vermittelt. Michael hat in Rwanda, USA, Finnland und Deutschland gelebt und spricht fließend Deutsch, Englisch und Französisch.