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Uwe Horstmann von Project A im Gespräch

Uwe Horstmann gehört zum „Management Team“ von Project A. Einen in Berlin ansässiger VC, der seit kurzem auch gezielt in BW nach Investments sucht. Uwe kommt ursprünglich aus Biberach, war eine zeitlang bei Rocket Internet und bei Project A verwalten sie rund 260 Millionen Euro.

Uwe Horstmann

Startup Stuttgart: Uwe, danke dass du uns für ein Interview zur Verfügung stehst. Wir haben uns 2013 zum ersten Mal am Startup Weekend Stuttgart getroffen. Damals gab es von Project A noch keine gezielten Aktivitäten im Ländle. Was hat sich denn in der Zwischenzeit getan, damit ihr euch dazu entschieden habt euch auch hier in der Region zu engagieren?

Uwe: Da gibt es verschiedene Gründe: Zum einen hat sich in der Region viel gewandelt, es sind einige junge Unternehmen und Projekte entstanden und Universitäten in Karlsruhe und Mannheim legen den Grundstein für Innovationen.  Zum anderen ist Baden-Württemberg ja generell dafür bekannt, dass dort ein Großteil der Industrie angesiedelt ist und hier gibt es v.a. im Bereich Industry 4.0, den wir uns zurzeit genauer anschauen, viele spannende Entwicklungen. Und zuletzt haben wir natürlich einen neuen Fonds und damit bedeutend mehr Geld zur Verfügung, das wir in spannende neue Projekte stecken möchten – wenn es sich ergibt auch im Ländle.

Startup Stuttgart: Du bist ja nun schon seit Jahren in Berlin sesshaft und kannst daher die Szene sehr gut. Welchem Gründer aus Baden-Württemberg würdest du denn empfehlen nach Berlin zu gehen oder doch in der Region BW zu bleiben?

Uwe: Wenn es Sinn macht sich in Berlin vor Ort auszutauschen, dann empfehlen wir Gründern, zumindest mit einem zweiten Standbein in Berlin präsent zu sein. Das macht natürlich nicht immer Sinn – in der digitalen Welt, in der wir uns bewegen, kann man ja auch sehr gut in der Entfernung in Kontakt bleiben.  

Startup Stuttgart: Wenn wir die Zeit mal zurückdrehen, was war denn für dich der Auslöser als Gründer aktiv zu werden, gab es da diesen einen Impuls? 

Uwe: Einen konkreten Auslöser gab es eigentlich nicht, das waren eher verschiedene Ereignisse die zusammenkamen. Vor dem Abitur habe ich bei „Jugend gründet“ mitgemacht, da kam ich eher zufällig dazu. Ich fand es spannend zu erkennen, dass es gar nicht so schwer ist, eigene Ideen umzusetzen. Nach meinem Wirtschaftsstudium an der WHU, einem sehr Entrepreneurship-freundlichem Umfeld, habe ich dann bei Rocket Internet angefangen und ab da hat sich quasi alles rund ums Unternehmertum gedreht. Bei Project A helfe ich Gründern nun, ihr eigenes Unternehmen aufzubauen und zu finanzieren.

Startup Stuttgart: Gab es auch Mal Augenblicke, wo du dir nicht sicher warst ob es die richtige Entscheidung war?

Uwe: Da wir in einer sehr frühen Phase investieren, hat man nie eine hundertprozentige Sicherheit, das ist ein Kernelement unseres Jobs, macht ihn aber auch unheimlich interessant. Gerade sehr junge Unternehmen durchlaufen natürlich verschiedene Phasen. Der Weg zu einem erfolgreichen Unternehmen ist sehr selten geradlinig, sondern häufig eher holprig und es gibt natürlich immer Momente, die sehr intensiv sind und in denen man als Investor gemeinsam mit den Gründern schwitzt. Gleichzeitig ist es umso schöner, wenn es dann wieder bergauf geht und man gemeinsam Erfolge feiern kann.

Startup Stuttgart: Wenn ein Gründer Kontakt zu Project A aufnehmen möchte, wie kann er das machen und was wollt ihr beim Erstkontakt idealerweise schon sehen?

Uwe: Am besten ist immer ein sogenannter „warmer Kontakt“, das heißt Gründer sollten aktiv den Kontakt zu uns suchen, über Veranstaltungen oder über gemeinsame Kontakte in entsprechenden Netzwerken wie LinkedIn oder Xing. Wir Partner und unsere Kollegen aus dem Investment-Team sind viel unterwegs und auf allen größeren Events anzutreffen. Bei der ersten Kontaktaufnahme ist eine kurze Beschreibung des Geschäftsmodells, des Marktes und des Teams sehr hilfreich. Super sind auch erste Zahlen zur Traction, oder ein erster Prototyp.

Startup Stuttgart: Wonach schaut ihr denn genau bei euren Beteiligungen?

Uwe:  Zunächst schauen wir natürlich auf das Geschäftsmodell, aber vor allem auf das Team. Hier kommt es auf die Zusammensetzung, Kompetenzen und vor allem die Ambition an. Es müssen alle an einem Strang ziehen und idealerweise ergänzen sich die Gründer komplementär in ihren Bereichen. Natürlich kommt für uns als Investor da auch immer die berühmte Wellenlänge dazu. Wenn wir uns entscheiden zu investieren, dann gehen wir einen langen und intensiven Weg zusammen und da muss die Chemie stimmen. Das ist natürlich beidseitig so.

Startup Stuttgart: Wollt ihr immer gleich ein skalierendes Modell sehen, dass in kürzester Zeit deutliche Millionenumätze zeigt oder seid ihr auch bereit in ein langsam wachsendes Startup zu investieren?

Uwe: Einer unserer Kernwerte ist das Ziel, nachhaltige Unternehmen aufzubauen. Das entspricht auch unserem operativen Ansatz, bei dem wir die Unternehmen aktiv dabei unterstützen von Beginn an ein nachhaltiges und gesundes Wachstum zu ermöglichen. Mit dem richtigen Setup kann ein Unternehmen so natürlich trotzdem bzw. gerade deshalb schnell skalieren. 

Startup Stuttgart: Vielen Dank und jetzt hoffen auf viele gute Investments hier in der Region.

 

Interview von Christoph Röscher (Startup Stuttgart e.V.)

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