Gastbeitrag von Maria Widra
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Um erfolgreiche Online-Projekte wie Unternehmenswebsites oder Online-Shops zu gestalten, muss die zielgruppengerechte Konzeption zentraler Bestandteil beim Launch oder Relaunch sein. Ausgehend von Zielgruppe und Zielen der Website dient dieser erste Arbeitsabschnitt dazu, eine mediengerechte Umsetzung der Anforderungen zu gewährleisten. Sinnvoll ist es bereits hier eine beratende Agentur hinzuzuziehen; Ergebnis dieses detaillierten Informationsaustauschs ist ein schriftliches, vom Kunden freigegebenes Konzept für das Online-Projekt.

Intelligente, zielgruppenorientierte Navigationswege erarbeiten

Häufig wird bei Online-Projekten der Fehler gemacht, alle Seiten und Produkte im gleichen Raster anzuzeigen (d.h. es gibt nur einen Seitentyp für die gesamte Website). Die Benutzerfreundlichkeit bleibt bei einer solchen Herangehensweise weit hinter den Möglichkeiten zurück. Die Zielgruppe nimmt die Website oder den Online-Shop nicht optimal an und hat einen schlechten Qualitätseindruck – das kann auch auf das Unternehmen und die Produkte abfärben.

Mit professioneller Anleitung während der Konzeptionsphase erschließen sich Ideen und Möglichkeiten der Benutzerführung und zur Einbindung verschiedener Medien; die Website kann von der Zielgruppe intuitiv navigiert werden, wird positiver bewertet und damit häufiger genutzt. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, um sie zu einer zentralen Kommunikationsplattform für Kunden und Interessenten zu entwickeln.

Zentrale Fragen aus Sicht der Zielgruppe beantworten

Um dem Anspruch einer zielgruppenorientierten Navigation gerecht zu werden, müssen die zentralen Fragen aus Sicht der Zielgruppe(n) betrachtet werden:

  • Welche Informationen sollen auf der Website verfügbar sein?
    Die Kernangebote des Unternehmens müssen klar erkennbar und leicht zu erreichen sein. Viele Unternehmen nutzen dafür eine sogenannte Bühne im oberen Bereich der Website: ein großes Bild, das direkt auf eine Seite mit weiteren Informationen verlinkt.
  • Wie navigieren die Zielgruppen auf der Website?
    Es gibt keinen einheitlichen Weg, sondern jeder Nutzer navigiert individuell. Deshalb werden Direktlinks links oder rechts auf einer Seite fest verankert oder mehrere Pfade zum Ziel angeboten.
  • Wie werden die Informationen am einfachsten benutzbar gemacht?
    Nutzer haben gelernt, dass bestimmte Felder oft an den gleichen Stellen stehen – das erleichtert die Navigation. Z.B. befindet sich das Unternehmenslogo mit Link zur Startseite meist links oben und ein Suchfeld ist oft rechts oben auf der Seite.
  • Welche Inhalte sind so wichtig, dass sie direkt auf der Startseite der Website platziert werden sollten?
    Diese Inhalte definieren Kunde und beratende Agentur am besten gemeinsam und legen die Position dafür fest.
  • Welche Zugänge zu den Inhalten sollten zusätzlich zur klassischen Navigation geschaffen werden?
    Die Website ist die Zentrale im Online-Marketing. Zu den Navigationswegen innerhalb der Website gehören Maßnahmen, um Nutzer regelmäßig auf Landingpages innerhalb Website zu locken. Dort können Sie dann Kontakt aufnehmen, Newsletter abonnieren oder bestellen.
  • Wie werden neue Kunden am besten gewonnen?
    Möglichst jede Seite innerhalb der Website sollte eine Handlungsaufforderung (sog. Call-to-action) enthalten, damit die Nutzer mit den Betreibern Kontakt aufnehmen können.

Das finale Konzept besteht schließlich aus verschiedenen Seitentypen und wird auf technische Umsetzbarkeit geprüft. Seitentypen werden in sogenannten Mock-ups oder Wireframes (Skizzen) dargestellt und dienen als feste Basis für Design und technische Realisierung. Ergeben sich besondere technische Anforderungen an ein Web-Projekt wie beispielsweise Schnittstellen zu Fremdsystemen, ist ein technisches Pflichtenheft obligatorisch. Es reduziert Aufwände, die eine vergessene Funktion verursacht. Je nachdem, wann diese entdeckt wird, sind die Aufwände unterschiedlich hoch: während sie in der Konzeptionsphase nur etwa 15 Minuten beansprucht, dauert die Änderung einer Funktion während der Implementierung schon etwa 4 Stunden und in Produktivnutzung sogar 16 Stunden.

Damit also ein Online-Projekt langfristig alle zentralen Kommunikations- und Verkaufsziele erfüllen kann, ist anzuraten Gestaltung und Umsetzung in der Konzeptionsphase umfassend zu durchdenken.

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Über die Autorin

Maria Widra
Maria Widra arbeitet seit Abschluss ihres Studiums der Medienwirtschaft in Stuttgart und Helsinki 2007 im Marketing mittelständischer IT-Firmen bzw. Agenturen. Als Freelancer war sie u.a. für die AKAD Privathochschulen und ein Startup im Verlagsumfeld tätig. Ihr Fokus ist vertriebsorientiertes und textstarkes Online und Direct Marketing. Auch klassische Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen gehören zu ihrem Portfolio. Derzeit verantwortet sie den Bereich e-Communications der deutschen Landesgesellschaft des Technologiekonzerns Thales, lässt aber auch die Startup-Szene im Ländle nicht aus den Augen.
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Bildquelle: Enokson unter Creative Commons Lizenz CC BY 2.0.

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