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INNO-Z – Das Innovationszentrum an der Hochschule Aalen stellt sich vor

Seit mittlerweile zwei Jahrens gibt es INNO-Z, das Innovationszentrum an der Hochschule Aalen, welches sich nach eigener Aussage als „Durchlauferhitzer“ versteht, um jungen Unternehmen und Startups auf den Weg zu helfen, Kontakte zu vermitteln, Raum zu bieten und viel Erfahrung beim Gründen zur Seite zu steht. Startup Stuttgart hat sich mit dem Leiter des Innovationszentrums, Herrn Andreas Ehrhardt unterhalten, der mit dem INNO-Z eine „Kultur des versuchens“ schaffen möchte, in der man sich auch mal traut, etwas zu versuchen und in der einem die Angst genommen wird.
Startup Stuttgart: Können Sie und mehr über INNO-Z erzählen? Was steckt dahinter? Welches Ziel verfolgen Sie?

Andreas Ehrhardt: Das Innovationszentrum an der Hochschule Aalen ist ein sogenanntes EU-Leuchtturmprojekt, welches mit Mitteln der EU, des Landes und der Stadt Aalen 2009 auf den Weg gebracht wurde und seit dem 24.06.2015 offiziell eröffnet ist.

Ziel des INNO-Z ist die Förderung von Hochtechnologien aller Fachrichtungen, Stärkung des Wirtschafts-, Forschungs- und Bildungsstandortes und natürlich das Schaffen von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen durch neue, innovative Unternehmen. Wir möchten den Technologietransfer aus der Hochschule stärken, Innovationen fördern und unterstützen und beraten die Startups auf ihrem Weg.

Was ist Ihr Fazit nach nun zwei Jahren? Sind Sie zufrieden, wie es angelaufen ist?

Wir freuen uns natürlich sehr über die Dynamik und das Interesse am INNO-Z. Mittlerweile haben wir fast 40 Startups und Gründungsvorhaben hier im Haus und eine Auslastung von 95% der Büro- und Labor-Flächen. Diese Zahlen bestätigen uns auch, dass es höchste Zeit war, ein Innovations- und Gründerzentrum an der Hochschule Aalen zu errichten.

Warum hatte man sich für Aalen entschieden?

Die Region Ost-Württemberg ist bekannt für ihre starke Industrie und ist Raum für „Patente und Talente“ mit einer überdurchschnittlich hohen Anzahl an Patentanmeldungen. Die räumliche Nähe zur Hochschule Aalen, als forschungsstärkste Hochschule in Baden-Württemberg, stellt einen weiteren wichtigen Faktor dar.

Wer ist die Zielgruppe von INNO-Z? Wer darf und soll zu euch kommen?

Grundlegend gesprochen haben wir drei Zielgruppen: Studentische Gründer/innen, welchen die Möglichkeit geboten wird, ihre Geschäftsidee im Co-Working Space des Gründungszentrums zu entwickeln. Gründer aus der Region, deren Startup sich mit dem Thema Hightech auseinandersetzt und die dritte Zielgruppe sind Unternehmen. Seien es solche, welche eine neue Idee fernab des eigentlichen Tagesgeschäftes entwickeln möchten oder solche, die sich in Form von Unterstützung und Investitionen in der Startup Branche umsehen möchten.

Was den Reifegrad eines Startups betrifft, ist im Innovationszentrum ebenfalls alles vertreten. Zu uns kommen  Teams, deren Geschäftsmodell noch ein ganz zartes Pflänzchen ist, als auch solche, die bereits gegründet haben und Umsatz erzielen.

Auch thematisch ist im INNO-Z ein breites Spektrum abgedeckt. Die Studierenden adressieren mit ihren Ideen viele globale Megatrends. Schwerpunkt bildet dennoch die Digitalisierung. Es finden sich aber auch Startups zu Themen wie beispielsweise gesunde Ernährung oder nachhaltige Kleidung.

 Gibt es eine zeitliche Begrenzung, wie lange ein Startup sich in den Räumlichkeiten von INNO-Z aufhalten darf?

Gründer, die bei uns einziehen, bekommen zunächst einen befristeten Mietvertrag über drei Jahre, mit der Option auf eine Verlängerung um weitere drei Jahre. Nach spätestens sechs Jahren sollte das Startup dann aber auf eigenen Beinen stehen und ausziehen. Derzeit wird aber an einem Anschlussprojekt mit der IHK Ostwürttemberg, der Stadt Aalen und der Hochschule Aalen gearbeitet, sodass man Startups anschließend  Räumlichkeiten anbieten kann – wir lassen keinen im Regen stehen. Wir erwarten natürlich, dass die Gründer ernsthaft an ihrer Idee arbeiten und bleiben in regelmäßigen Austausch mit ihnen. Zum einen natürlich um den Fortschritt mitzuerleben zum anderen aber auch um zu unterstützen zu beschleunigen.

Andreas Ehrhardt, Leiter des INNO-Z and der Hochschule Aalen

 Falls ich mich beim Lesen nun angesprochen fühle – wie läuft euer Bewerbungsverfahren ab?

Der Prozess startet durch eine Kontaktaufnahme entweder via E-Mail, telefonisch oder einfach selbst vorbeikommen. Nach dem Ausfüllen eines Kontaktformulars wird in einem kleinen Gremium (bestehend aus der Hochschule Aalen und der Wirtschaftsförderung der Stadt Aalen) evaluiert, ob das Startup aufgenommen werden kann. Bei externen Bewerbern ist das Augenmerk besonders auf das Thema „High-Tech“ und Synergien mit der Hochschule Aalen gerichtet. Sollte ein Start-up aus diversen Gründen nicht bei uns aufgenommen werden, gibt es entsprechende Maßnahmen der Wirtschaftsförderung Aalen, an welche wir dann weiter vermitteln. Wir legen großen Wert darauf, dass der Prozess unbürokratisch und schnell abläuft – im Normalfall erhält man bei uns nach 24h eine Rückmeldung.

Wie steht ihr zum Thema „Kooperation mit den (großen) Unternehmen und der Region“?

Die Vernetzung und Verankerung mit und in der Industrie ist uns sehr wichtig. In unserem sogenannten Förderverein sind derzeit ca. 23 Unternehmen und Institutionen Mitglied. Sie unterstützen den Betrieb des Innovationszentrums, sind potentielle Kunden, Lieferanten oder Kooperationspartner für unsere Startups. Grundsätzlich ist jedes Unternehmen oder Institution willkommen, Mitglied im Förderverein zu werden.

Haben Sie ein erfolgreiches Beispiel, eines Ihrer Startups, von dem Sie und erzählen können?

Wir haben viele erfolgreiche Beispiele und sehen durchweg eine positive Entwicklung aller Startups im INNO-Z. Einige besonders tolle Beispiele wären hier webAufstieg (eine Internetagentur für Webdesign und Suchmaschinenoptimierung), Blue Ocean Nova (intelligente optische Sensorik) oder Mark3D (bietet Lösungen an für den faserverstärkten 3D Druck). 

Förderprojekt „Spinnovation“ der Hochschule Aalen – um was handelt es sich hierbei genau?

Das Projekt stellt eine Kooperation der Hochschule Aalen, Hochschule Reutlingen sowie der Hochschule der Medien in Stuttgart dar, mit dem Ziel, Studierenden das Thema „Gründen“ näher zu bringen. Zunächst wird zum Thema „Gründen“ informiert, das kann man dann unter dem Stichwort „Gründen spielen“ einmal ausprobieren. Man kann hier nichts verlieren – nur gewinnen, denn wenn tatsächlich eine gute Idee dabei ist unterstützen wir wie es direkt weitergehen kann.

Am 24. September steht in Deutschland die nächste Bundestagswahl an. Was würden Sie sich von der Politik im Hinblick auf Gründen wünschen?

Ich würde mir eine konsequente Unterstützung des Unternehmertums wünschen – insbesondere des Mittelstandes. Das fängt schon beim Image und der Wertschätzung an. Meiner Meinung nach sind die Unternehmer/innen Helden unserer Gesellschaft und Garanten für den Wohlstand und den Fortschritt. Dementsprechend sollte auch die Wertschätzung und Anerkennung sein. Hier gibt es m.E. deutliches Verbesserungspotential. Ein gutes Image und eine angemessene Wertschätzung können durchaus mehr Menschen motivieren zu gründen, diesen Weg zu gehen und die Attraktivität zu steigern.

Ein weiteres leidiges Dauerthema in Deutschland ist das Thema Bürokratie. Hier sollten dringend Erleichterungen z.B. in den Bereichen Steuern und Buchhaltung geschaffen werden, das schreckt doch viele ab.

Wenn man an die großen Startup Regionen in Deutschland denkt, ist Baden-Württemberg sicher nicht das erste was einem in den Kopf kommt. Was sind aus Ihrer Sicht in den kommenden Jahren die größten Herausforderungen in Bezug auf Gründung, womit sich das Land Baden-Württemberg auseinandersetzen muss?

Ich habe den Eindruck, dass Baden-Württemberg weithin sehr bodenständig ist. Das ist nicht schlecht und hat uns auch den wirtschaftlichen Erfolg beschert, denn wir heute haben, aber für die Zukunft benötigen wir sicherlich mehr Dynamik – auch im Hinblick auf Digitalisierung. Wir brauchen mehr Unternehmensgründungen: kleine agile Unternehmen, die schnell auf Trends reagieren können, neue Entwicklungen aufgreifen und Technologien umsetzen.

Um das zu verbessern, müssen wir auch den „Mindset“ der Menschen ändern. Gerade die Einstellung der jungen Leute muss frühzeitig entsprechend positiv beeinflusst werden. Das startet bereits im Schulalter, spätestens aber im Studium. Ich bin der Meinung, jede Vorlesung und jede/r Professor/in sollte mindestens einmal im Semester das Thema Selbstständigkeit als attraktive berufliche Option für später aufgreifen. Es sollte nicht das Ziel sein, die Studierenden nur für einen Einstieg in Unternehmen vorzubereiten.

Ein weiterer Punkt sind sicherlich die Randbedingungen. Es gibt viel Kapital – dieses muss aber auch in Startups investiert werden. Die Risikobereitschaft, in junge Unternehmen zu investieren muss steigen. Es gibt bereits viele gute Fördermittel, problematisch ist oftmals die Zugänglichkeit – hier sind wir dann wieder beim Thema Bürokratie.

Wir sind sehr froh, mit Frau Dr. Hoffmeister-Kraut eine Wirtschaftsministerin zu haben, die eindeutig für das Thema „Startups“ brennt. Das zeigte sich bereits bei vielen Gelegenheiten, zuletzt beim ersten Startup Gipfel Baden-Württemberg. Das Land ist somit auf einem guten Weg – wir dürfen aber jetzt nicht nachlassen und müssen das Thema noch weiter in die Öffentlichkeit tragen.

Noch zum Schluss: Was suchen Sie derzeit?

Stichwort Wagniskapital und Investments. Viele unserer Startups haben den ersten Entwicklungsschritt erfolgreich gemeistert – oftmals über die berühmte „Drei F-Finanzierung: Family, Friends, and Fools“ (lacht). Für den nächsten Entwicklungsschritt benötigen sie aber nun mehr Kapital. Daher sind wir immer auf der Suche nach Investoren und Business Angels etc., die die Bereitschaft haben, in Startups zu investieren.

Interesse geweckt? Alle weiteren Informationen zu INNO-Z finden sich hier.

 

Herr Andreas Ehrhardt, Leiter des INNO-Z in Aalen, ist von Haus aus promovierter Ingenieur mit betriebswirtschaftlicher Zusatz-Ausbildung und leitet parallel dazu seit vielen Jahren das Innovationsnetz für die optischen Technologien Photonics BW. Startup Förderung ist ihm ein Anliegen und so stellt das INNO-Z für ihn die optimale Möglichkeit dar, Startups umfassend zu unterstützen:„ Es motiviert und macht ganz einfach Spaß, Startups zu begleiten, zu entwickeln und als Sparrings-Partner mit Rat und Tat zur Seite zu stehen“.   

Danke Andreas Ehrhardt für diesen tollen Einblick in INNO-Z. Wir hatten viel Spaß beim Gespräch und würden uns freuen, Sie und Ihre Startups einmal beim Gründergrillen zu sehen.

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10 Fragen an das Team von Innolution Valley

Wer seid ihr und was ist euer Event?

Mit innolution valley veranstalten wir am 03. und 04. November 2017 im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg die erste Startup Expo und Konferenz in dieser Größenordnung in Baden-Württemberg.  Unter dem Motto „corporate meets startup“ treffen etablierte Unternehmen und Global Player auf innovative Startups und kreative Köpfe, vornehmlich aus den Bereichen Mobility, Tech, Industrie 4.0 und Corporate Services. 2 Tage voller Networking, Brainstorming und innolution.

Seit wann gibt es euch als Unternehmen?

Die Idee zu innolution valley entstand bereits Ende 2016, gegründet haben wir dann im Juni 2017.

Wie seid ihr auf die Gründungsidee gekommen? Was habt ihr vorher gemacht und wie habt ihr als Team zueinander gefunden?

Bei einem Interview mit Gunnar für Markus‘ Magazin haben wir festgestellt, dass es – im Gegensatz zu anderen Regionen in Deutschland – im Südwesten kein regelmäßig stattfindendes Startup-Event gibt. Das wollten wir ändern und haben selbst eine solche Veranstaltung ins Leben gerufen.

Markus ist Gründer und Herausgeber des Magazins „StartupValley.news“.

Gunnar hat vor ca. 6 Jahren eine Personalberatung gegründet und ist dort Geschäftsführer. Zusätzlich hat er mit Johannes ein eigenes Startup gegründet, die beiden kennen sich bereits seit einigen Jahren privat. Johannes ist aktuell noch Student der IMUK an der HS Neu-Ulm.

Durch Projektarbeiten an der HS Neu-Ulm hat sich das Gründerteam recht schnell um Lisa, Julia und Dominic erweitert. Aktuell besteht unser Team aus 10 Personen.

Was waren bei der Gründung und Organisation von innolution valley die größten Herausforderungen?

Wir waren anfangs alle nur in Teilzeit für unser Projekt verfügbar, mussten also unsere Zeit sehr effizient gestalten und uns extrem fokussieren. Vor allem die Suche und Entscheidung für eine geeignete Location hat einige Zeit in Anspruch genommen. Die Aufgaben bei der Organisation eines Events dieser Größenordnung sind sehr vielfältig und nur durch sehr effektives Multiprojektmanagement umsetzbar. Zwischenzeitlich sind wir in Vollzeit (und auch weit darüber hinaus) für unser Projekt im Einsatz. Nur durch tolles Teamwork ist es uns gelungen, die einzelnen Herausforderungen auch optimal zu bewältigen.

Warum habt ihr euch für die Region Stuttgart als Standort entschieden und nicht wie viele andere Startups für Berlin?

Zum einen ist unser Lebensmittelpunkt im Raum Stuttgart, zum anderen sind gerade die Region Stuttgart und das Land Baden-Württemberg prädestiniert für solch ein Event mit dem Motto „corporate meets startup“. Die Wirtschaft in Baden-Württemberg ist geprägt von einigen Global Playern, sehr vielen, äußerst erfolgreichen „Hidden Champions“ und etablierten Mittelständlern. Unser Anliegen ist es, die Wirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken und etablierte Unternehmen mit Startups und Innovatoren zu vernetzen, um eine Win-Win-Situation für beide Seiten zu schaffen.

Was möchtet ihr Gründern speziell als Tipp mitgeben, wenn sie in Stuttgart (und der Region) gründen möchten?

Be part of the innolution! :-) Präsentiert euch und eure Idee bzw. euer Produkt oder eure Dienstleistung auf unserem Event und zündet den Turbo für euren Erfolg. Generell solltet ihr vor der Umsetzung eurer Idee das Validieren nicht vergessen. Wertet eure Zielgruppe und euren Markt aus und findet heraus, ob ihr auf der richtigen Fährte seid. Werdet zu Experten auf eurem Gebiet und vernachlässigt keinesfalls Networking und vor allem den Vertrieb.

Was unterscheidet euch von anderen Startup-Events?

Innolution valley ist die erste große Startup-Conference und Expo in der Region Stuttgart, im Herzen der deutschen Wirtschaft. Mit Inhalten wie Workshops, Brainstorming-Sessions und unserer Event-App sorgen wir für eine stärkere Vernetzung und optimalen Austausch zwischen Startups und etablierten Unternehmen, auch über das Event hinaus.

Mit wem würdet ihr gerne einmal Essen gehen und warum?

Mit Dietrich Mateschitz, weil er ein absolutes Gespür für Marketing, Branding und Vertrieb hat. Gerne auch mit Klaus Schwab vom Weltwirtschaftsforum in Davos.

Wo steht ihr mit eurem Event in fünf Jahren?

Innolution valley 2017 ist erst der Anfang. Unser Ziel ist es, mit unserem Event zu wachsen. Die Planung für 2018 mit ca. 3.500 Gästen läuft bereits. In 5 Jahren wollen wir bis zu 5 Events im Jahr zu spezifischen Themen innerhalb unserer Ausrichtung veranstalten, gerne auch gemeinsam mit Partnern. Unser Main Event wird aber regelmäßig jährlich in Ludwigsburg stattfinden und soll eine feste Größe in Europa sein.

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NAiSE aus Stuttgart als Preisträger des bundesweiten Gründerwettbewerbs „Digitale Innovationen“ geehrt

Mit ihrer Lösung zur Indoornavigation wurde das Startup NAiSE aus Stuttgart als Preisträger des bundesweiten Gründerwettbewerbs „Digitale Innovationen“ geehrt.

 

Die Preisverleihung fand auf der diesjährigen IFA in Berlin statt und erfolgte durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Die Jury zeichnete dabei Startups aus, die mit innovativen Technologien große Wachstumspotenziale vorweisen können. Insgesamt bewarben sich fast 300 Unternehmensgründungen aus ganz Deutschland für den renommierten Preis.

Als Ausgründung des Instituts für Automatisierungstechnik und Softwaresysteme der Universität Stuttgart konnte sich NAiSE dabei als einer der Preisträger durchsetzen. Gelobt wurden vor allem das Produktkonzept, die Expertise des Teams sowie die hohe Nachfrage nach der Lösung von NAiSE zur Indoornavigation. Neben der offiziellen Auszeichnung erhalten die Gründer ein Preisgeld sowie ein umfangreiches Unterstützungsangebot in Form von Seminaren und Coaching.

Weitere Informationen unter https://www.gruenderwettbewerb.de/preistraeger/preistraeger/runde-1-2017

Quelle Bild: BMWi/Espen Eichhöfer

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„Gründer-Kaffee“ aus Stuttgart bei dm

Das junge Startup aus Stuttgart hat es sich seit 2014 zur Mission gemacht ihren Kunden auf einfache Weise besseren Kaffee zu bieten und zu einem guten Gefühl beim Kaffee Moment beizutragen. Wir haben mit Emanuel (neben Merlin einer der beiden Gründer, bekennender Kaffee-Junkie und selbst gebeutelt durch schlechten Büro-, Bahnhof- und Bäcker-Kaffee) gesprochen. Über Kaffee, das Gründen und damit einhergehend wenig Schlaf.

Startup Stuttgart: Stellt euch doch mal kurz vor – wer seid ihr und was macht ihr genau? Wie kamt ihr zu der Idee?

Emanuel: Wir sind earlybird coffee und unsere Mission ist es den Kaffeetrinkern in Deutschland auf einfache Art und Weise viel besseren Kaffee nahe zu bringen. Das machen wir mit unserem Online Shop aber vor allem auch über die Kaffeeversorgung in kleinen und mittleren Büros.

Mein Mitgründer Merlin und ich waren früher Arbeitskollegen und ich musste mir bei vielen Gelegenheiten das unendliche Kaffee-Wissen und die Passion für das Thema von ihm ertragen. Langsam aber sicher hat auch mich die Kaffee-Faszination gepackt. Aber nicht nur Kaffee selbst, sondern auch der Markt ist faszinierend. Kaffee ist ganz grundsätzlich einer der größten Rohstoffmärkte der Welt. Wir Deutschen trinken im Jahr durchschnittlich 40L Saft, 90L Milch, 110L Bier und 170L Kaffee!

Merlin und Emanuel von Earlybird

Und es gibt so große Unterschiede bei Qualität, Nachhaltigkeit und Geschmack. Leider ist der Anteil an hochwertigen, nachhaltigen Kaffees in Deutschland immer noch extrem gering. Wir glauben es ist zu kompliziert, teuer und unsexy – deswegen machen wir das Gegenteil :)

Außerdem sind wir Mitgründer von Karacho cold brew coffee – eine ähnliche Mission, nur mit kaltem Kaffee :)
(Diesen gibt es seit kurzem beim Drogeriemarkt dm zu kaufen).

In Zeiten von Starbucks und Coffeeshops ist es mutig ein Startup mit dem Thema Kaffee zu starten. Würdet ihr heute alles noch einmal genauso machen?

Ja. Klar, wir hatten zu Beginn großen Respekt und sicherlich hat eine gewisse Portion Naivität sein Übriges getan. Heute sind wir mehr als Glücklich darüber. Zum einen weil ein großer, diverser Markt sehr viele Vorteile für Startups hat. Zum anderen weil wir mit Leidenschaft an einem echten Produkt arbeiten und wissen, dass wir mit jedem Kilo etwas besser machen.

Was sind eure Erfahrungen zum Thema gründen in Stuttgart? Würdet ihr es wieder tun?

Wir würden es definitiv wieder tun. Wir sind aber auch relativ nüchtern was das Thema Standort angeht. Es gibt bestimmt immer Vor- und Nachteile, am Ende kommt es darauf an was man daraus macht. Neulich waren wir bei in Berlin mitten in Kreuzberg zu Gast – wow, was für ein Spirit! Aber Leben und Arbeiten wollten wir dort eigentlich nicht. Nüchternheit und Konzentration auf das Geschäft haben auch ihre Vorteile.

Die Region Stuttgart ist nicht gerade bekannt für viele Startups in der Foodbranche. Wie sind eure Erfahrungen zum Thema Investorensuche? Vorteil oder Nachteil? Habt ihr Tipps und Learnings für andere?

Stuttgart ist ja grundsätzlich nicht bekannt für „viele Startups“. Ich glaube daher, dass die Herausforderungen für uns die gleichen waren und sind. Gefühlt deckt sich unsere Erfahrung mit Finanzierung nämlich mit den meisten Startup-Kollegen: Es ist schwierig, dauert länger als man denkt, man muss es lernen und ein bisschen Glück hilft enorm.

Am 14.07.2017 war der erste Startup Gipfel vom Land Baden-Württemberg. Ihr wart dort ebenfalls vor Ort und habt euch und euren Kaffee vorgestellt. Was hattet ihr euch vom Gipfel erhofft und rückblickend gefragt – hat es eure Erwartungen getroffen/erfüllt? 

Ehrlich gesagt, wollten wir keine großen Erwartungen an das Event haben. Ob etwas Konkretes für uns herausspringt ist ja meistens auch Zufall auf solchen Events. Wir fanden es aber ganz grundsätzlich einfach sehr gut, dass es diese Veranstaltung gibt und so viele unterschiedliche Interessensgruppen daran teilnehmen!

Christoph von Startup Stuttgart und Emanuel auf dem Startup Gipfel

Würdet ihr wieder kommen oder den Gipfel anderen Startups empfehlen?

Ja definitiv. Ich finde es braucht solche großen Events um Politik, Startup-Spirit, Vernetzung in BaWü nach vorne zu bringen.

Der Ministerpräsident sowie die Wirtschaftsministerin Frau Hofmeister-Kraut waren beim Startup Gipfel ebenfalls vor Ort. Gibt es etwas, dass ihr ihr gerne einmal sagen/ fragen würdet?

Inhaltlich würde ich das Leuten überlassen die davon Ahnung haben. Wenn ich aber daran denke wieviel Druck und Kritik die beiden ausgesetzt sind, wäre eine Prise Dank und Motivation wahrscheinlich am besten: Hey Frau Dr. Hoffmeister-Kraut und Herr Kretschmann, thank you, good job, rock on, let’s do this!“ :-)

Zum Schluss noch: sucht ihr gerade Leute? Investoren? etc.. wer kann oder soll sich bei euch melden?

Bei earlybird gilt grundsätzlich: Wer in einem Büro mit 4-400 Mitarbeitern arbeitet und Lust hat seine Kaffeeversorgung zu verbessern – that’s what we do, it’s so easy, try it !

Bei Karacho können wir jeden Support gebrauchen: Wir freuen uns über jeden like, Empfehlung oder Kauf bei dm :-)

Vielen Dank euch für das Interview und wir freuen uns euch bald mal wieder beim Gründergrillen zu sehen!

 

Interview von Franziska Müller (Startup Stuttgart e.V.)

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Stuttgart muss mehr an die Zukunft denken – Interview mit der Wirtschaftsministerin von BaWü

Gerade noch vor dem Startup Gipfel hatten wir die Möglichkeit die Wirtschaftsministerin von Baden-Württemberg für ein Interview zu gewinnen.

Frau Hoffmeister-Kraut ist in Balingen geboren und hat in Tübingen und Würzburg studiert. Sie verbrachte beruflich ein paar Jahre in London, bevor Sie zurück in Deutschland im eigenen Familienunternehmen tätig wurde.

Erst 2009 trat sie in die CDU ein und nach Gemeinderat und Kreistag wurde sie dann bereits 2016 Wirtschaftsministerin im „Ländle“. Startup, Gründerkultur und die Transformation der Wirtschaft in BW sind Themen die sie beschäftigen. Vor wenigen Monaten vebrachte sie mit Herrn Ministerpräsident Kretschmann und einer Delegation einige Tage in Israel um mehr über die Erfolgsfaktoren der Startup-Nation zu erfahren. Am 14. Juli soll auf dem Startup-Gipfel die Landeskampagne BW vorgestellt werden.

 

StaStu: Frau Ministerin, Sie sind ja noch nicht so lange in der Politik und dann in kürzester Zeit Wirtschaftsministerin in BaWü geworden. Wie ist es denn für Sie aus der Wirtschaft kommend?

Wirtschaftsministerin: Es war wirklich ein Start von 0 auf 100 – gerade für mich als Quereinsteigerin. Für mich ist es eine große Ehre und ich mache die Aufgabe sehr gern. Mit vielen Themen hatte ich ja auch schon in meinem früheren Berufsleben zu tun.

Wir haben im ersten Jahr auch schon vieles auf den Weg gebracht und erreicht. Sei es im Bereich Wohnungsbau, aber auch im Bereich der Digitalisierung und ich freue mich sehr auf unseren Startup-Gipfel am 14 Juli. Da werden wir neue Akzente für die Gründerszene setzen. Deswegen kann ich da heute noch nicht zu viel verraten, um die Spannung nicht vorweg zu nehmen.

StaStu: Was sind denn Ihre Erwartungen an den Gipfel? Wann ist es ein Erfolg?

Wirtschaftsministerin: Der Gipfel soll der Auftakt sein. Das große Thema: Wir müssen sichtbarer werden, um mehr Aufmerksamkeit zu erzielen. Wir müssen uns aber auch besser vernetzen. Ich denke, dafür setzt der Gipfel den ersten Meilenstein. Natürlich müssen wir das Thema Startup dann weiter auf diesem hohen Niveau vorantreiben.

Am Gipfel präsentieren sich die Gründerszene und viele Akteure, die sich in den unterschiedlichsten Bereichen in BaWü engagieren. Ich sehe es auch als eine unserer Hauptaufgaben, dass wir die Aktivitäten die im Land stattfindenund es passiert ja schon viel besser bündeln, Ansprechpartner definieren und Netzwerke aufbauen, damit hier noch mehr passiert. Das ist jetzt die große Aufgabe: Das Startup Land Baden-Württemberg besser aufzustellen, nach innen und nach außen.

StaStu: Das heißt aber auch, es wird nach dem Gipfel Folgeaktivitäten geben? Wenn wir zu unserem Nachbarland Bayern schauen, die sind z.B. auf vielen internationalen Events bereits heute präsent. Wird sich da BW zukünftig auch stärker international engagieren?

Wirtschaftsministerin: Absolut. Wir wollen auch international für den Standort werben, denn wir stehen ja auch im internationalen Wettbewerb. Nicht nur um Wagniskapital, sondern auch um die besten Ideen. Wir wollen auch Startups und Menschen nach BaWü holen, um ihre Ideen hier weiter zu entwickeln. Wir haben hier eine ganz großartige Ökosphere, wo man von vielen Bereichen profitieren kann. Und das ist das große Ziel und deswegen werden wir auch ganz bewusst die Internationalisierung weiter nach vorne treiben, unter anderem auch durch solche Events und Veranstaltungen, um dort BaWü zu präsentieren.

StaStu: Was sind denn aus Ihrer Sicht Stärken des BaWü Ökosystem?

Wirtschaftsministerin: Eine große Stärke ist, dass wir so eine starke Forschungsinfrastruktur haben, vor allem im Bereich der angewandten Forschung. Da sind wir so gut aufgestellt wie fast keine andere Region. Und das ist ja gerade für Startups wichtig, die neue Ideen generieren, Sparringspartner zu haben. Positiv ist sicherlich auch, dass auch aus den Forschungseinrichtungen selbst, im engen Austausch mit der Industrie, neue innovative Projekte entstehen. Das hat sich bewährt.

StaStu: Sind Sie zufrieden oder sollte da noch mehr herauskommen?

Wirtschaftsministerin: Wir sind da gerade in der Abstimmung mit Frau Bauer (Ministerin für Hochschulen, Forschungs- und Kunsteinrichtungen). Wir haben gute Forschungsinstitute und Hochschulen und wir werben auch an den Schulen. Das ist auch wichtig, um Unternehmertum und Gründergeist zu fördern. Deshalb unterstützen wir zum Beispiel so genannte Schüler– und Juniorenfirmen, die in vielen Schulen angeboten werden. Wir haben viele Aktivitäten.

Was ich mir in diesem Bereich noch wünsche ist, dass wir die Strukturen noch stringenter ausrichten. Das geht von Technologietransfer bis hin zu Startups und Gründerszene. Da passiert an der einen oder anderen Stelle viel, an der anderen noch nicht. Ich denke, da muss man ansetzen und Gespräche suchen.

Das hat mich in Israel so beeindruckt, dass die Technologietransferzentren haben und ganz stringent ausgerichtet an jeder Hochschule das gleiche System und da natürlich auch Zuständigkeiten definiert haben. Der Erste kümmert sich um die Ideengenerierung, der Nächste um die Weiterentwicklung, der Dritte kümmert sich um die Prototypenfertigung, der Vierte um die Vermarktung und der Fünfte um die Kapitalgewinnung und ich denke dieser Prozess muss bei uns noch besser strukturiert werden.

MP Kretschmann und WMin Hoffmeister-Kraut in Israel. Bild: Staatsministerium Baden-Württemberg

StaStu: In Israel hat man den klaren Anspruch globale Bestseller zu generieren? Ist das bei uns auch so?

Wirtschaftsministerin: Das ist in BaWü auch schon passiert (lacht) und passiert immer wieder. Da sind wir wirklich vorzeigbar.

Wir haben andere Rahmenbedingungen. Man kann uns nicht mit Israel oder dem Silicon Valley vergleichen. Das sind gewachsene Systeme. Wir haben auch unsere Stärken in BaWü. Der gewachsene Mittelstand, die starke Forschungsinfrastruktur. Wir sind natürlich eher im B2B Bereich stark, der häufig sehr kapitalintensiv ist. Wir haben aber auch ein Stück weit eine andere Mentalität, geprägt von langfristigem Denken. Man will ein Familienunternehmen gründen und nicht nach 2 Jahren den Exit – was ja auch für Nachhaltigkeit steht. Wir versuchen die Szene in allen Bereichen zu unterstützen und wir sehen das natürlich auch unter dem Aspekt Arbeitsplätze der Zukunft und Beschäftigung zu sichern und damit langfristig auch den Wohlstand in BaWü.

Ich bin überzeugt, wir können noch mehr marktreife Produkte generieren, Startups und Gründer unterstützen, wenn wir noch bessere Strukturen schaffen.

StaStu: Forschung ist das eine, aber vermarktbare Produkte das andere…

Wirtschaftsministerin: Genau, das ist absolut nicht das Gleiche. Deswegen muss man hier in den engen Austausch gehen. Da gibt es aber natürlich keine Blaupause. Aber wir haben die Kompetenz, wir haben die Menschen, wir haben das Engagement. Es ist möglich und wir haben ja z.B. auch das Cyberforum in Karlsruhe als gutes Beispiel.

StaStu: Karlsruhe ist ein gutes Stichwort, wir haben auch unsere Mitglieder gefragt, was würdet ihr gerne von der Ministerin wissen? Da kam dann z.B. die Frage: Wie sehen Sie denn Stuttgart?

Wirtschaftsministerin: Ich sehe in Stuttgart viele Aktivitäten wie z.B. Startup Stuttgart als eingetragener Verein und es gibt hier auch viele Persönlichkeiten, die sich hier engagieren, die auf ein starkes Netzwerk zurückgreifen können. Und allein aus dieser Trägerschaft entsteht schon viel. Ich weiß auch von einigen Konzepten, die derzeit in Stuttgart entwickelt werden und das sind auch Projekte, die ich als Wirtschaftsministerin unterstütze.

Vertreter der Stuttgarter Startup Szene mit Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut In Israel (Winfried Richter, Adrian Thoma, Alec Rauschenbusch, Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut, Christoph Röscher, Arndt Upfold)

StaStu: Mannheim ist ja auch sehr aktiv: allein 8 städtische Gründungszentren.

Wirtschaftsministerin: Da kann man sicherlich mal in den Austausch gehen. Mannheim ist natürlich auch in einer besonderen Situation gewesen durch den starken Strukturwandel. Aber die sind jetzt gut aufgestellt. Da muss man in Stuttgart auch etwas an die Zukunft denken und da stehen wir auch vor einigen Herausforderungen.

Ich war jetzt vor kurzem erst in Ulm, die haben schon lange mit dem Technologieförderungsunternehmen TFU ein Innovations- und Gründerzentrum und seit neuestem das Verschwörhaus, ein Experimentierfeld für Digitales. Da passiert viel und ich weiß, dass auch hier in Stuttgart schon viel läuft und weitere Konzepte in der Pipeline sind.

Ich war auch in Singapur und dieser Blk71 hat mich sehr beeindruckt. Die haben da wirklich einen richtigen Schmelztiegel geschaffen, da sind die Unternehmen direkt gegenüber vom Gründungszentrum.

Sie haben mich vorhin nach den Standortfaktoren BaWü gefragt. Unser starker Mittelstand, die vielen kleinen und mittleren Unternehmen, die auch in den verschiedensten Branchen stark aufgestellt sind und viele Weltmarktführer. Da haben wir die Möglichkeit, Partnerschaften einzugehen. Das können nur wenig Regionen auf dieser Welt bieten. Das ist ein absolutes Asset, was wie hier haben und das hat sich auch ganz klar in Israel gezeigt, wo ja sehr viel im HightechBereich geforscht und entwickelt wird. Die haben uns gesagt: „Wir brauchen jetzt strategische Partnerschaften“.

StaStu: Machen denn Firmen schon genug aus Ihrer Sicht?

Wirtschaftsministerin: Da hat eine enorme Dynamik eingesetzt. Aber natürlich unterstützen wir das auch. Ganz besonders im Fokus haben wir, die Vernetzung voranzutreiben. Wobei die großen Konzerne schon sehr aktiv sind. Daimler hat die Startup Autobahn gegründet, aber auch Bosch ist ja schon lange in der Startup-Welt aktiv. Unser Anspruch muss sein, dass wir auch als BaWü auf dieser Weltkarte der Startup Ökosysteme erscheinen.

StaStu: Eine erfolgreiche Gründerszene, braucht Kapital, Hochschulen, usw. und vor allem braucht es die Gründer, die bereit sind, das Risiko einzugehen. Und gerade hier in der Region, wo es relativ leicht ist zu den großen Firmen zu gehen anstatt zu gründen, gibt es eine Frage von einem Mitglied, ob es denn Überlegungen gibt, das Gründen einfacher zu machen, bzw. da das persönliche Risiko zu reduzieren

Wirtschaftsministerin: Das sind natürlich auch Themen, an denen wir dran sind, wobei viele Zuständigkeiten hier beim Bund liegen. Z.B: steuerliche Erleichterungen, man hat ja jetzt auch für Investoren die Abschreibungsmöglichkeiten erweitert für Investitionen in Startups. Das ist zumindest mal ein erster Schritt, den wir in Deutschland gemacht haben ebenso wie die Möglichkeit, bei der Körperschaftsteuer den Verlustvortrag abzuziehen. Das denke ich ist ein erster Schritt und bei anderen Themen sind wir natürlich immer dabei zu überlegen, wie wir da nachsteuern können. Aber ich meine, dass das Geld bei uns im Augenblick nicht das Hauptthema ist. Es ist gerade sehr viel Wagniskapital am Markt.

Wir müssen schauen, dass wir das vorhandene Potential, das bei uns ist, besser nutzen, dass wir Strukturen schaffen, um den Gründergeist, der hier vorhanden ist, wieder verstärkt zu unterstützen. Wir sind immerhin das Land der Tüftler.

In Sachen Vernetzung passiert bereits einiges im Land und ich bin überzeugt, dass der Startup Gipfel ein ganz wichtiger weiterer Schritt ist. Die Freiburger wissen vielleicht nicht, was man in Mannheim macht, die Tübinger nicht, was in Stuttgart geht. Wir wollen die Szenen noch besser miteinander vernetzen.

StaStu: Wir beobachten und treiben nun seit einigen Jahren die Startupszene und wir merken, dass die Dynamik und das Interesse daran deutlich gestiegen ist. Bezogen auf die Landesregierung scheint es auch so, dass sich so viele Leute wie noch nie um Digitalisierung, Startup und Innovation kümmern. Ist das so? Wäre es sinnvoll einen „Überkoordinierer“ zu haben?

Wirtschaftsministerin: Für die Gründerszene und Startups bin ganz klar ich verantwortlich. Im Bereich Technologietransfer aus der Hochschulen heraus sind natürlich die Hochschulen gefordert und das Wissenschaftsministerium, das da aber schon sehr aktiv ist.

StaStu: Haben Sie einen Wunsch an die Gründerszene?

Wirtschaftsministerin: Mein Wunsch an die Gründerszene ist, dass wir ganz offen und ehrlich gemeinsam in den Austausch gehen. Dass wir hier wirklich eng zusammen arbeiten und das passiert ja langsam auch wie z.B. bei den Digital Hubs oder Startup Stuttgart gemeinsam mit der Börse Stuttgart.

Und dann wüsche ich mir auch, dass die Szene diese Startup-Kultur vorlebt, die in Deutschland und auch in BaWü intensiviert werden muss. Wir sind ja sehr stark Perfektionisten. Aber man muss auch einfach mal anfangen mit einem Thema und das dann voranbringen und dann auch den Mut haben, mal mit einer unfertigen Lösung voranzugehen. Manchmal ist man eben erst im dritten Anlauf erfolgreich. Diese Kultur des Scheiterns braucht mehr Akzeptanz. Da denke ich, müssen wir auch in der Gesellschaft mehr dafür werben und da bin ich natürlich auch auf die Gründerszene angewiesen. Das ist ganz wichtig.

Und natürlich wünsche ich mir, dass auch speziell in den Zukunftsthemen noch mehr passiert. Bei der Startup Autobahn von Daimler wurden jetzt 13 Startups eingeladen und wieviel waren aus BaWü? Noch zu wenig! Klar, wir haben hier hochattraktive Arbeitsplätze, eine starke industrielle Basis. Das sind andererseits natürlich auch große Assets, die wir hier in BW haben, das hat Israel z.B. nicht. Deswegen ist das auch eine ganz andere Struktur und ein anderes System. Dennoch sehen ich ein großes Potential.

StaStu: Das sehen wir auch. Vielen Dank für das Gespräch und wir würden uns freuen, Sie mal beim Gründergrillen zu sehen.

Wirtschaftsministerin: Vielleicht klappt es sogar schon, dass ich abends beim Start-up-Gipfel noch dabei bin. 

Interview von Christoph Röscher (Startup Stuttgart e.V.)

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Synapticon – Erfolgreiches Hightech Startup aus der Region

Synapticon, ein dynamisches, internationales Startup aus der Region Stuttgart, mit weiteren Niederlassungen in Kalifornien und Serbien, entwickelt Soft- und Hardware, die dafür sorgt, dass bisher isolierte und statische Komponenten wie Elektromotoren, Sensoren und andere Geräte miteinander kommunizieren. Startup Stuttgart hat mit einem der Gründer, Nikolai Ensslen, über Meilensteine, Learnings und Bedingungen für Startups in der Region gesprochen.

Startup Stuttgart: Könnt ihr euch einmal kurz vorstellen? Was genau macht Synapticon? So dass es wirklich jeder versteht. Was macht euch gegenüber anderen Einzigartig?

Nikolai Ensslen: Zunächst kurz zu den Gründern. Ursprünglich waren wir ein Trio und kannten uns über die Uni schon privat. Alle drei brachten verschiedene Kompetenzen mit: Maschinenbau, Informatik und Elektronik. Wir hatten uns damals die Industrie angeschaut und festgestellt, dass es zwar seit vielen Jahren schon Roboter in der Industrie und auch in Privathaushalten gab, dass aber der richtig große Durchbruch noch auf sich warten ließ. Also haben wir uns mit dem Thema noch genauer beschäftig um herauszufinden, wo speziell bei den Robotik-Herstellern der Schuh drückt. Dabei fanden wir heraus, dass es zur Planung und Entwicklung eines Roboters vor allem die Steuerung große Herausforderungen mit sich bringt. Hier müssen Komponenten verschiedener Hersteller kombiniert werden, die Software machte Schwierigkeiten, die Kosten waren zu hoch, es fehlten Standards und die Entwicklung war sehr aufwändig. Außerdem waren die zentralen Steuerungssysteme meist klobige PCs und Servoregler, die über viele Kabel mit den Robotern verbunden waren. Und nicht zuletzt war auch der Transfer von Prototypen in die Serienfertigung oft extrem langwierig und teuer. Es gab also viele Blockaden, die eine schnellere Ausbreitung von Robotern verhinderten. Diese Hürden helfen wir zu überwinden, in dem wir einen Bausatz aus Hard- und Software entwickelt haben, der alle diese Herausforderungen meistert.

Startup Stuttgart:Bei euch tut sich viel in letzter Zeit, vor einigen Monaten wurde eine umfangreiche Kapitalerhöhung bekannt, ihr habt eure Struktur neu geordnet, Fokus Themen definiert und euch auch personell deutlich verstärkt. In einem Interview mit der StZ habt ihr einmal den Anspruch geäußert „Synapticon wolle für die Robotik das werden, was Intel für die Computer ist“ (siehe Stuttgarter Zeitung, Artikel vom 03.12.2016). Was habt ihr euch für die Zukunft vorgenommen um dieses Ziel zu erreichen? Habt ihr Tipps für andere Startups was die Suche von Investoren betrifft?

Bei uns geht es nun vor allem darum neue Strukturen in der Firma umzusetzen und diese zu leben. In den ersten Jahren waren viele im Team voll und ganz darauf fixiert immer wieder neues auszuprobieren, arbeiteten auf Zuruf und waren oft gleichzeitig an viele Baustellen aktiv. Auch in der Entwicklung waren wir sehr offen und haben oft versucht herauszufinden, was möglich ist, haben für Kunden sehr unterschiedliche Dinge gemacht. Nun aber müssen, wollen und werden wir zielgerichteter und strategischer arbeiten – auch intern. Wir werden unsere Produkte und Services klarer kategorisieren und standardisieren sowie die Organisation nach einem festen Plan aufbauen. Dazu gehört vor allem auch, dass wir jetzt vermehrt Mitarbeiter für die Bereiche Sales und Support einstellen..

In Sachen Investorensuche raten wir einerseits zu Selbstbewusstsein und andererseits dazu sich selbst vor allem aus wirtschaftlicher Sicht zu hinterfragen. Es sollte Gründern klar sein, dass eine kreative Idee noch lange kein attraktives Investment sein muss. Wer Investoren nicht in einem Satz erklären kann, welche Probleme er löst und warum viele dazu bereit sind, dafür zu bezahlen, der sollte sich nochmals Gedanken machen. Außerdem rate ich dringend zum Blick über den Tellerrand, über die eigene Region hinaus. In Deutschland sind es schon München und Berlin, wo die spannenden Ansprechpartner unterwegs sind, und natürlich im Silicon Valley und Tel Aviv. Aber auch aus Fernost kommt immer besser zugängliches Risikokapital, in der Ecke Shenzhen/Hong Kong trifft man z.B. auf interessante Kontakte. Sitzt nicht daheim und stellt Förderanträge, sondern seid unterwegs und netzwerkt global, das bringt euch weiter.

 

Nikolai Ensslen CEO

Startup Stuttgart: Zu Beginn des Jahres habt ihr euren Firmensitz von der Schwäbischen Alb in den Raum Stuttgart verlagert. Warum Stuttgart? Warum nicht gleich in die großen Startup Zentren wie z.B. das Silicon Valley – wo ihr ebenfalls eine Außenstelle besitzt?

Nun, zunächst die offensichtlichste Erklärung: Mit 40 Leuten zieht man mal nicht so schnell über den Großen Teich. Daneben aber gibt es auch andere Gründe. So ist für uns der Standort Stuttgart – trotz einiger Defizite – sehr attraktiv. Wir haben hier wichtige Kunden, Entwicklungspartner und Interessenten sowie eine passable Infrastruktur. Zudem ist Stuttgart in unserer Branche fast schon eine Marke, die einen eigenen Wert hat. Und nicht zuletzt gibt es auch eine gewisse Heimatverbundenheit, die ich nicht abstreiten will.

Im Moment erfüllt unsere Außenstelle im Silicon Valley seine Aufgaben so gut, dass ein Umzug des Hauptquartiers nicht zu Diskussion steht.

Startup Stuttgart: Seit 7 Jahren gibt es Synapticon nun bereits. Rückblickend betrachtet, was waren für euch die wichtigsten Learnings? Würdet ihr bei einer erneuten Gründung manche Dinge anders angehen?

Hier muss ich ganz klar zugeben, dass ich eine Aufgabe wirklich unterschätzt habe: das Recruiting bzw. den gesamten Themenkomplex rund um Human Resources. Hier würde ich jedem raten sehr früh eine klare Strategie zu verfolgen anspruchsvoll zu sein.. Bauchgefühl und Menschenkenntnis sind sicher viel wert, aber HR ist ein wesentlich komplexeres und strategischeres Thema, als ich zunächst dachte.

Punkt zwei ist die frühe Festlegung der anvisierten Finanzierungsstrategie. Auch da sind wir anfangs etwas herumlaviert und waren unentschlossen: Bootstrapping und organisches Wachstum oder doch den Schalter auf Finanzierung durch Investoren? Diese Frage haben wir nicht wirklich eindeutig geklärt und sind eine ganze Zeit lang zweigleisig gefahren, was ich im Rückblick kritisch sehe. Ich rate auch da zu einer klaren Strategie.

Generell: Eine Entscheidung ist immer besser als keine Entscheidung, selbst wenn sich später rausstellt, man hätte sie besser treffen können. Der Zustand mit keiner klaren Entscheidung ist auf jeden Fall die schlechteste Option.

 

Startup Stuttgart: Mit Oshra Rodav-Orpaz habt ihr euch ganz aktuell personell in Form einer COO Unterstützung aus Tel Aviv an Bord geholt. Viele sehen die Region um Tel Aviv als das neue Silicon Valley. Was erhofft ihr euch durch die neue Zusammenarbeit? Ist ein weiterer Standort für euch in Israel denkbar? 

Denkbar ist ein Standort in Tel Aviv auf jeden Fall. Dort gibt es viele spannende Unternehmen, das Thema „Robotik“ und „Technologie“ im Allgemeinen hat einen hohen Stellenwert und es gibt eine Vielzahl hervorragend qualifizierte Mitarbeiter. Außerdem ist die Gründer-Mentalität dort sehr stark ausgeprägt – da erscheint unsere Region doch eher als konservativ und bedächtig. Es spräche also vieles dafür.

Oshra haben wir jedoch nicht unbedingt wegen ihrer Herkunft an Bord geholt. Vielmehr bringt sie Eigenschaften und Erfahrungen mit, die für uns im nächsten Wachstumsschritt unverzichtbar sind. Sie hat in ihrer Zeit beim IT-Sicherheitsunternehmen Checkpoint in Israel ein sehr erfolgreich und extrem effektiv arbeitendes Unternehmen mit 4000 Leuten dabei begleitet international zu wachsen und dieses Wachstum in Bahnen zu lenken. Genau das brauchen wir jetzt. Außerdem denkt sie sehr strategisch und hat ein Talent dafür, die Ressourcen im Unternehmen bestmöglich zu koordinieren und zu nutzen. Dafür braucht man Erfahrung, eine entsprechende Qualifikation und Geschick: All das bringt sie mit. Zudem hat sie als Kollegin aus dem Ausland sicher auch ein sehr gutes Gespür für die Situation unserer vielen jungen ausländischen Mitarbeiter, die wir in den letzten Monaten nach Stuttgart locken konnten.

Startup Stuttgart: Es gibt immer wieder Diskussionen in der Szene über die „Bedingungen“ für Startups in der Region Stuttgart. Was sind eure Erfahrungen bisher? Würdet ihr noch einmal hier gründen?

Das Bild, das Stuttgart hier abgibt, ist ein gemischtes. Die Firmen hier stehen für Solidität, Qualität und zu einem gewissen Grad auch für Innovationen. In Stuttgart werden nicht so sehr Startups, eher schlicht direkt ernste Unternehmen gegründet. Das ist an sich eine gute Sache. Nur sind Risikobereitschaft, Offenheit für grundlegend neue Entwicklungen, wirtschaftlich-technologische Dynamik und groß zu denken nun nicht unbedingt die Eigenschaften, welche die Region und die hiesigen Unternehmen auszeichnen. Die geringe Risikobereitschaft wirkt sich auch auf die hiesige Investorenszene aus. Zudem hat Stuttgart als Metropole einfach noch nicht einen Charakter wie Berlin oder München, wo hohe Einsatzbereitschaft und ein attraktiver Lifestyle Hand in Hand gehen (work hard party hard). Dies sind allesamt keine unlösbaren Probleme und einige davon sind eventuell auch nur eine Frage der Außendarstellung, aber sie müssen angegangen werden, wenn aus Stuttgart wirklich wieder Erfindungen und Unternehmen von Weltrang kommen sollen. Es wird definitiv Zeit für einen neuen Daimler, Bosch oder Porsche.

Startup Stuttgart: Was sollte eurer Meinung nach in der Region geschehen um Hightech-Gründungen zu erleichtern?

Nun, also ich würde im ersten Schritt einen Blick auf die Situation in München wagen, wo anders als in Berlin viel mit Hardware passiert, die Interessen liegen also ähnlicher wie in der Stuttgarter Welt. Hier wurde und wird vieles richtig gemacht, vor allem wenn es darum geht, wie die Hochschulen dazu beitragen, dass immer wieder sehr spannende neue Firmen entstehen. TUM und LMU arbeiten dabei zudem gut zusammen: technische treffen auf wirtschaftliche Ambitionen. Als Absolvent möchte man heute dort entweder selbst eine Firma gründen oder aber in einem Startup arbeiten. In Stuttgart geht der Großteil noch klar in die Konzerne. Zudem gibt es in München eine Vielzahl ansässiger VC Gesellschaften, in Stuttgart sind es wenn man großzügig zählt drei.

Startup Stuttgart: Derzeit gibt es einiges an Bewegung in der Startup Szene in Baden-Württemberg u.a. hat die Landesregierung das Thema höher auf die Agenda geschoben. Am 14. Juli wird es den Startup-Gipfel BW (http://startup-stuttgart.de/startup-gipfel-baden-wuerttemberg/) geben, bei dem ihr ebenfalls präsent sein werdet, wie uns zu Ohren gekommen ist. Was würdet ihr dort dem Ministerpräsidenten und der Wirtschaftsministerin sagen, mit dem Ziel die Bedingungen für Gründer wie euch zu verbessern/ erleichtern?

Mein Wunsch an den Staat lautet: Weniger Staat. Das mag zunächst paradox klingen, da auch wir von staatlicher Unterstützung direkt und indirekt profitiert haben. Unterm Strich aber muss ich dennoch sagen, dass die Unterstützung und die Förderung durch die Privatwirtschaft für uns der größere Gewinn war. Praktiker können wesentlich besser beurteilen, wo es im Argen liegt, was zu tun ist und welchen Weg man einschlagen muss. Ich würde mir so gesehen wünschen, dass der Staat den Austausch zwischen Unternehmen fördert und Plattformen zu Vernetzung fördert ohne sich dabei selbst zu sehr einzubringen. Ähnlich sehe ich das auch mit der Finanzierung. Klar, staatlicher Fördertöpfe sind auf den ersten Blick toll, aber weder vom Volumen her noch vom Grundgedanken her effizient. Ich wünsche mir ein Modell des israelischen Angel Laws, bei dem Menschen, die ihr Vermögen in Startups investieren, steuerlich entlastet werden. Davon würde ich mir einen immensen Schub versprechen.

Startup Stuttgart: Zum Schluss, sucht ihr aktuell Mitarbeiter? Wer soll sich bei euch melden?

Wir suchen ständig Embedded Hard- und Softwareentwickler und derzeit insbesondere Applikations- und Vertriebsingenieure. Dazu kommen Regelungstechniker, von denen wir dringend mehr benötigen. Darüber hinaus suchen wir Fachleute in der Robotik-bezogenen künstlichen Intelligenz, das heißt vor allem auch mit Kenntnissen und praktischen Erfahrungen in Maschine Vision und Deep Learning. In all diesen Bereichen brauchen wir sowohl erfahrene Kandidaten als auch Absolventen, die neugierige sind und Lust auf „Learning by Doing“ haben, denn bei Synapticon betreten wir fast täglich Neuland.

Startup Stuttgart:Vielen Dank für die Zeit und das ausführliche Interview!

Synapticon wird auch am Startup Gipfel am 14. Juli auf der Landesmesse vor Ort sein. 

Interview von Franziska Müller (Startup Stuttgart e.V.)

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10 Fragen an Swjatoslav Cicer von NET WÄCHTER

Diese Woche haben wir zehn Fragen an die Kollegen von NET WÄCHTER gestellt, die seit kurzem mit Ihrer Webseiten Security Lösung für KMUs online sind.

Wer seid ihr und welche Produkte bietet ihr an?

NET WÄCHTER ist eine cloudbasierte Web-Security-Lösung, die Webseiten und Online-Shops absichert, beschleunigt und automatisch überwacht.

Seit wann gibt es euch als Unternehmen?

Gegründet wurde das Startup im November 2016.

Wie seid ihr auf die Gründungsidee gekommen? Was habt ihr vorher gemacht und wie habt ihr als Team zueinander gefunden?

Yuliy und ich kennen uns bereits seit 17 Jahren. Yuliy führt seit längerem ein IT-Systemhaus im Raum Stuttgart. Ich war über acht Jahre bei der Bundeswehr als Zeitsoldat im IT-Bereich tätig und habe danach über zweieinhalb Jahre bei der Cancom als IT-Security Consultant gearbeitet. Seit Anfang 2017 führen wir das IT-Systemhaus zusammen und das Startup haben wir parallel dazu gegründet. Die Idee entstand aus der Nachfrage einiger IT-Systemhaus-Kunden, die nach einer einfachen Lösung für den Schutz ihrer Webdienste gesucht haben und sich an uns wandten. Ein wichtiges Kriterium war, dass der Anbieter den Dienst made and hosted in Germany betreibt. Da wir keine passende Lösung auf dem Markt gefunden haben, entschieden wir uns eine cloudbasierte Web-Security-Lösung eigenständig auf den Markt zu bringen, was uns mit unserem Startup auch sehr gut gelungen ist.

Was waren bei der Gründung von NET WÄCHTER die größten Herausforderungen?

Es war mitunter schwierig passende externe Dienstleister und Berater zu finden. Dies führte zu Verzögerungen und allgemeiner Unzufriedenheit. Die besten Dienstleister, die immer noch für uns tätig sind, haben wir vor allem durch Empfehlung von anderen Gründern erhalten. Networking, Erfahrungsaustausch ist in diesem Bereich sehr wichtig für Startups.

Warum habt ihr euch für die Region Stuttgart als Standort entschieden und nicht wie viele andere Startups für Berlin?

Unser Lebensmittelpunkt liegt in Stuttgart, hier betreuen wir bereits zahlreiche Kunden aus der Region. Hier wohnen wir mit unseren Familien, haben Freunden und wollten eigentlich nie hier weg. Außerdem ist unser cloudbasiertes IT-Security-Produkt ortsunabhängig und wir haben auch hier in Stuttgart eine gute Startup-Community, Startup Wettbewerbe etc. Wir sind somit mit dem Standort Stuttgart sehr zufrieden.


Die beiden Gründer Swjatoslav Cicer, Yuliy Finkelstein

Was möchtet ihr Gründern speziell als Tipp mitgeben, wenn sie in Stuttgart (und der Region) gründen möchten?

Als Gründer sollte man jedes Networking und Publicity-Möglichkeit nutzen. Lohnenswerte Events im Raum Stuttgart, die man als Gründer nicht verpassen sollte sind:

  • Gründergrillen (Startup Stuttgart e.V)
  • Young Business Network / Mittelstand meets Startup (IHK Stuttgart)
  • Corprate Startup Meetup Stuttgart (Pitch Wettbewerb von Accelerate-Stuttgart)
  • Elevator Pitch BW
  • Interessante Meetups (meetup.com)

Angenommen ihr hättet die Chance einen Tag lang Bürgermeister von Stuttgart zu sein, was würdet ihr verändern?

Ich würde ein staatlich gefördertes Accelerator-Programm für Startups aus der Region starten und mindestens 3-mal im Jahr „Politik meets Startups Events“ veranstalten.

Mit wem würdet ihr gerne einmal Essen gehen und warum?

Robert Kiyosaki, weil er mir geholfen hat, meine Sicht auf Geld, Erfolg und Unternehmertun zu verändern.

Wo seht ihr euch heute in fünf Jahren?

Marktführung im Bereich Webseiten und Online-Shop-Schutz für kleine und mittlere Unternehmen in DACH Region in 3 Jahren, Europaweit in 5 Jahren.

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Gründergrillen #55

Liebe Gründer und Gründungsinteressierte,

das Gründergrillen mit der Schnapszahl feiern wir mit einem neuen Sponsor: MenoldBezler!

Wir treffen uns am Dienstag, den 15.08 in der Schankstelle zum Gründergrillen #55!

Die Rechtsanwälte und Notare von Menold Bezler engagieren sich für Unternehmen und Unternehmer. Eine ihrer besonderen Stärken ist der Mittelstand. Sie kennen seine Herausforderungen und identifizieren sich mit seinen Zielen. Mit Start-ups verbinden sie den Mittelstand von morgen und freuen sich, schon in dieser frühen Phase aktiv mit Gründern zusammenzuarbeiten. Gemeinsam entwickeln sie mit den Gründern pragmatische und passgenaue Lösungen für Fragen wie: Welche Rechtsform passt zu meinem Geschäftsmodell? Welche Regelungen muss ich im Verhältnis zu meinen Mitgründern verankern? Welchen Schutz gibt es gegen Ideenklau bei Marken, Designs, sensiblem Know-How, Programmierung oder technischen Erfindungen? Wo lauern Haftungsfallen und wie lassen sie sich umgehen? Was muss ich heute schon beachten, um den Einstieg eines Investors morgen zu erleichtern?

Menold Bezler als TOP-30-Wirtschaftskanzlei in Deutschland verfügt über die Expertise und Ressourcen, um die daraus resultierenden Aufgaben souverän zu lösen. Sie verbinden das komplette Leistungsportfolio einer Großkanzlei mit den Vorzügen einer mittelständischen Einheit – individuelle Betreuung und hohe Flexibilität.

Unser kleines Programm:

• 19:00 Uhr: Gründergrillen startet
• ca. 20:30 Uhr: Einige Startups stellen sich vor (normale Pitches, keine Anmeldung notwendig)
• ca. 21:00 Uhr: Drinks n´ Chat

Mit Drinks und Grillgut versorgt uns die Schankstelle. Mitglieder erhalten eine Marke bei uns, alle Anderen bringen noch ein paar Taler mit!

Wir freuen uns auf euch und eure Pitches!

Euer Start-up Stuttgart Team

 

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Uwe Horstmann von Project A im Gespräch

Uwe Horstmann gehört zum „Management Team“ von Project A. Einen in Berlin ansässiger VC, der seit kurzem auch gezielt in BW nach Investments sucht. Uwe kommt ursprünglich aus Biberach, war eine zeitlang bei Rocket Internet und bei Project A verwalten sie rund 260 Millionen Euro.

Uwe Horstmann

Startup Stuttgart: Uwe, danke dass du uns für ein Interview zur Verfügung stehst. Wir haben uns 2013 zum ersten Mal am Startup Weekend Stuttgart getroffen. Damals gab es von Project A noch keine gezielten Aktivitäten im Ländle. Was hat sich denn in der Zwischenzeit getan, damit ihr euch dazu entschieden habt euch auch hier in der Region zu engagieren?

Uwe: Da gibt es verschiedene Gründe: Zum einen hat sich in der Region viel gewandelt, es sind einige junge Unternehmen und Projekte entstanden und Universitäten in Karlsruhe und Mannheim legen den Grundstein für Innovationen.  Zum anderen ist Baden-Württemberg ja generell dafür bekannt, dass dort ein Großteil der Industrie angesiedelt ist und hier gibt es v.a. im Bereich Industry 4.0, den wir uns zurzeit genauer anschauen, viele spannende Entwicklungen. Und zuletzt haben wir natürlich einen neuen Fonds und damit bedeutend mehr Geld zur Verfügung, das wir in spannende neue Projekte stecken möchten – wenn es sich ergibt auch im Ländle.

Startup Stuttgart: Du bist ja nun schon seit Jahren in Berlin sesshaft und kannst daher die Szene sehr gut. Welchem Gründer aus Baden-Württemberg würdest du denn empfehlen nach Berlin zu gehen oder doch in der Region BW zu bleiben?

Uwe: Wenn es Sinn macht sich in Berlin vor Ort auszutauschen, dann empfehlen wir Gründern, zumindest mit einem zweiten Standbein in Berlin präsent zu sein. Das macht natürlich nicht immer Sinn – in der digitalen Welt, in der wir uns bewegen, kann man ja auch sehr gut in der Entfernung in Kontakt bleiben.  

Startup Stuttgart: Wenn wir die Zeit mal zurückdrehen, was war denn für dich der Auslöser als Gründer aktiv zu werden, gab es da diesen einen Impuls? 

Uwe: Einen konkreten Auslöser gab es eigentlich nicht, das waren eher verschiedene Ereignisse die zusammenkamen. Vor dem Abitur habe ich bei „Jugend gründet“ mitgemacht, da kam ich eher zufällig dazu. Ich fand es spannend zu erkennen, dass es gar nicht so schwer ist, eigene Ideen umzusetzen. Nach meinem Wirtschaftsstudium an der WHU, einem sehr Entrepreneurship-freundlichem Umfeld, habe ich dann bei Rocket Internet angefangen und ab da hat sich quasi alles rund ums Unternehmertum gedreht. Bei Project A helfe ich Gründern nun, ihr eigenes Unternehmen aufzubauen und zu finanzieren.

Startup Stuttgart: Gab es auch Mal Augenblicke, wo du dir nicht sicher warst ob es die richtige Entscheidung war?

Uwe: Da wir in einer sehr frühen Phase investieren, hat man nie eine hundertprozentige Sicherheit, das ist ein Kernelement unseres Jobs, macht ihn aber auch unheimlich interessant. Gerade sehr junge Unternehmen durchlaufen natürlich verschiedene Phasen. Der Weg zu einem erfolgreichen Unternehmen ist sehr selten geradlinig, sondern häufig eher holprig und es gibt natürlich immer Momente, die sehr intensiv sind und in denen man als Investor gemeinsam mit den Gründern schwitzt. Gleichzeitig ist es umso schöner, wenn es dann wieder bergauf geht und man gemeinsam Erfolge feiern kann.

Startup Stuttgart: Wenn ein Gründer Kontakt zu Project A aufnehmen möchte, wie kann er das machen und was wollt ihr beim Erstkontakt idealerweise schon sehen?

Uwe: Am besten ist immer ein sogenannter „warmer Kontakt“, das heißt Gründer sollten aktiv den Kontakt zu uns suchen, über Veranstaltungen oder über gemeinsame Kontakte in entsprechenden Netzwerken wie LinkedIn oder Xing. Wir Partner und unsere Kollegen aus dem Investment-Team sind viel unterwegs und auf allen größeren Events anzutreffen. Bei der ersten Kontaktaufnahme ist eine kurze Beschreibung des Geschäftsmodells, des Marktes und des Teams sehr hilfreich. Super sind auch erste Zahlen zur Traction, oder ein erster Prototyp.

Startup Stuttgart: Wonach schaut ihr denn genau bei euren Beteiligungen?

Uwe:  Zunächst schauen wir natürlich auf das Geschäftsmodell, aber vor allem auf das Team. Hier kommt es auf die Zusammensetzung, Kompetenzen und vor allem die Ambition an. Es müssen alle an einem Strang ziehen und idealerweise ergänzen sich die Gründer komplementär in ihren Bereichen. Natürlich kommt für uns als Investor da auch immer die berühmte Wellenlänge dazu. Wenn wir uns entscheiden zu investieren, dann gehen wir einen langen und intensiven Weg zusammen und da muss die Chemie stimmen. Das ist natürlich beidseitig so.

Startup Stuttgart: Wollt ihr immer gleich ein skalierendes Modell sehen, dass in kürzester Zeit deutliche Millionenumätze zeigt oder seid ihr auch bereit in ein langsam wachsendes Startup zu investieren?

Uwe: Einer unserer Kernwerte ist das Ziel, nachhaltige Unternehmen aufzubauen. Das entspricht auch unserem operativen Ansatz, bei dem wir die Unternehmen aktiv dabei unterstützen von Beginn an ein nachhaltiges und gesundes Wachstum zu ermöglichen. Mit dem richtigen Setup kann ein Unternehmen so natürlich trotzdem bzw. gerade deshalb schnell skalieren. 

Startup Stuttgart: Vielen Dank und jetzt hoffen auf viele gute Investments hier in der Region.

 

Interview von Christoph Röscher (Startup Stuttgart e.V.)

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Follow-up Gründergrillen #51

Unser 51. Gründergrillen war ein fulminanter Abschluss nach einem ereignisreichen Tag bei „IHK gründet“:

Danke an alle für eure hervorragenden Pitches und ein großes Dank an unseren Sponsor IHK:

Hier die Pitches vom 12.05.2017:

Christoph Weingärtner – christoph@moni.ai – Pimp your business with AI – Sucht: Partner

Philipp Stickel – Philipp.stickel@gmail.com – Woodlets, WordPress – Sucht: Tester

Sebastian Daus – Sebastian.daus90@gmail.com – Digitalisierung, Recycling, Fashion – Sucht: Industrieexpertise, Entwickler, Seed Funding

Krustantin Neumann – kn@ecovativ.com – essbarer Strohhalm – Sucht: Investor

Jonas Bolduan – jonasbolduan@aol.com – Foodsharing Café “Raupe Immersatt” – Sucht: Location für Café

Lukas von Kirchbach – l.v.kirchbach@gmail.com – App-Entwicklung – Sucht: Start-ups

Marina Selezneva – m. selezneva@me.com – Videocut Model – Sucht: Unternehmer, die Videos für ihre Produkte drehen

 

Wir freuen uns euch alle beim Gründergrillen unterwegs #52 am 01.06.2017 bei CODE_n zu sehen!