Beiträge

Take your business to the US market without losing precious money and time! The German Accelerator brings German tech startups at top speed to Palo Alto, New York City or San Francisco. They provide a unique 3-12 month mentoring program including a powerful network of local experts and serial entrepreneurs as well as office space.

Apply by February 29, 2016 online: www.germanaccelerator.com. All services are free.

Ihr habt eine Geschäftsidee aus dem digitalen Business und sucht Risikokapital? Pitcht beim Venture Day Karlsruhe am 3. März 2016 im Meet’n’Speed Format in 7 Minuten Eure Idee vor Venture Capitalists und Business Angels und räumt einen der Preise ab!

Die Veranstaltung ist kostenlos und richtet sich an StartUps aus dem IT-, Web- und Software-Bereich.
StartUps können sich bis Montag 05. Februar 2016 mit einem kurzen überzeugenden Onepager oder Pitchdeck für die Teilnahme bewerben. Eine Jury, bestehend aus erfahrenen Investoren, wählt aus allen Einreichungen die pitchenden Teams aus. Zugriff auf Eure Bewerbung haben lediglich die Jury und die Investoren, denen ihr während der Veranstaltung Eure Geschäftsidee vorstellt. Diese werden Eure Daten und Angaben selbstverständlich vertraulich behandeln. Die ausgefüllte Bewerbung (Pitchdeck oder Onepager) bitte an ba(at)cyberforum.de schicken.

Weitere Informationen: http://www.venture-day.de

Du hast eine Geschäftsidee und suchst Teampartner für die gemeinsame Umsetzung?

Oder Du brennst darauf Entrepreneur zu werden, Dir fehlt aber die zündende Geschäftsidee?

TeamUp, das Event auf dem sich StartUp-Teampartner finden. Hier treffen Techies auf Vertriebler, Marketing-Fachleute auf Excel-Gurus, Sales-Experten auf Designer.

Auf dem TeamUp Event lernt ihr Euch kennen und könnt so die ersten interessanten Kontakte für ein mögliches Team knüpfen.

Das nächste TeamUp findet am Mittwoch, den 24. Februar 2016 in Karlsruhe statt.

Weitere Infos und die Anmeldung (mögliche, solange noch Plätze frei) gibt’s online: http://www.teamup.cyberforum.de

Das Startup nimmt konkretere Züge an und nun geht es um Themen wie Zielgruppenfokussierung, Markteintritt, Entwicklung einer Marketing- und Vertriebsstrategie? Hier setzt das Intensivtraining BoostCamp an, das vom CyberForum und dem CIE (Center for Entrepreneurship des KIT) gemeinsam organisiert wird.

Startups in der Gründungs- oder Aufbauphase können hier ihr Geschäftsmodell auf Stärken und Schwächen hin prüfen. Ziel soll sein, vorhandene Chancen im Geschäftsmodell zu nutzen und Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren. Unterstützt werden die Teilnehmer von erfahrenen Vertretern der regionalen Tech-, Startup- und VC-Szene, welche die Teams als Mentoren begleiten.

Gerade die Mischung aus persönlichen Sessions mit den Mentoren und die offenen Diskussionsrunden unter den Teilnehmern haben sich beim BoostCamp als Erfolgsrezept bewiesen.

Beim kommenden BoostCamp werden die Gründerteams unter anderen unterstützt von Emil Kabisch (store2be GmbH), Matthias Hornberger (Kizoo Technology Capital GmbH), Yannik Braun (Keypoint Visual Management GmbH) sowie dem Business Angel und Location Sponsor Joachim Pilarsky (CronInvest GmbH & Co. KG).

BoostCamp #6
Wann: 30. und 31. Januar 2016
Wo: In den Räumen der Cronimet Holding GmbH in Karlsruhe
Teilnahmegebühr: keine, auch Catering + Getränke sind kostenfrei!

Anmeldung erforderlich unter boostcamp.de

Innovationen enthalten manchmal auch eine Prise Unvernunft. Und bevor wir vor einem gelassenerem Umgang mit dem Scheitern reden, sollten wir hierzulande schon einmal mehr Raum schaffen für den kreativen Wahnsinn.

Der Satz, der mich bei meinem gerade zu Ende gegangenen Trip nach Las Vegas am meisten beeindruckt hat, stand an keinem Messestand. Er hing im Fenster des „Heart Attack Grill“ („Herzinfarktgrill“) im alten Stadtzentrums von Las Vegas. „Die Gründerväter (der USA) haben dafür gekämpft und Opfer gebracht, damit ich so dumm sein darf wie ich will,“ war dort in der Vitrine zu lesen. „The right to be stupid“. Was für eine Provokation! Wenn wenigstens das Wörtchen „verrückt“ dagestanden hätte. Da denkt man noch ein bisschen an den schlecht frisierten Albert Einstein. Aber dumm sein dürfen? Ich will hier jetzt kein Urteil darüber abgeben, welchen gesellschaftlichen Mehrwert das Mampfen von mehrstöckigen Cholesterin-Killer-Burgern nun erzeugt. Und natürlich gibt es, wie ein ebenfalls amerikanisches Bonmot besagt, viele Menschen, die das genannte Recht überstrapazieren.

Mir geht es vielmehr um das in dem Satz steckende, radikale Freiheitsdenken, das Bewusstsein, dass kein Besserwisser sagen soll, was nun für einen einzelnen gut und vernünftig ist und was nicht. Es gibt keine Zensur, kein Ausweichen vor Risiken. The right to be stupid – irgendwie gefällt mir das besser als der in Deutschland allmählich salonfähig werdende Begriff „Kultur des Scheiterns“. Das klingt schon wieder negativ, nicht so fröhlich-frech wie ich mir das wünschen würde. Abgesehen davon, dass man das Scheitern nie verklären sollte, weil es immer ein schmerzlicher Prozess ist. Doch bevor ich überhaupt Scheitern kann, muss ich erst einmal eine vermeintlich verrückte, ja in den Augen der Umgebung vielleicht sogar dumme Idee gehabt haben. Und daran krankt es in Deutschland, wenn es einmal um gewagtere Innovationen geht, vielleicht noch mehr als an der Toleranz gegenüber Verlierern. Radikale Kreativität braucht ein wenig Anarchie und manchmal fast kindlichen Trotz. Es ist kein Zufall, dass unter erfolgreichen digitalen Innovatoren wenig Krawattenträger zu finden sind. Räume voller austauschbarer männlicher Krawattenträger, in gedeckten grauen bis schwarzen Anzügen kommen mir in den Sinn, wenn es um Momente meines Lebens geht, wo Innovationen auf der Strecke blieben. (Damit ist nichts gegen einen Businessauftritt mit Stil gesagt! Auch der hat seinen Platz. Aber vielleicht nicht gleich bei der Ideenfindung…)

Deutschland ist und bleibt das Land der Bedenkenträger

Deutschland ist bunter geworden. Aber es ist immer noch das Land des Konformismus – und das gilt leider auch vielerorts für die Unternehmenskultur. Hierzulande gibt es immer viele kluge Menschen, die einem nach intensivem und hochrationalem Nachdenken folgerichtig erklären können, warum etwas ganz bestimmt nicht funktionieren kann. Der Bedenkenträger  ist ein deutscher Phänotyp. Verrücktheit gilt als Charakterschwäche: Wir sind doch hierzulande alle vernünftig – vernünftiger jedenfalls als diese spinnerten Amis, über deren Dummheiten sich so trefflich die Nase rümpfen lässt… Es ist doch dumm, wenn man glaubt, die Dinge auch mal ganz anders anpacken zu wollen, wo sich das Bestehende doch so hervorragend bewährt hat. Oder? Ich glaube viele Startups können von der Begegnung mit solchen hyper-vernünftigen Menschen  ein Lied singen,  die leider manchmal über ihr Wohl und Wehe entscheiden.

Aber die Problematik beginnt viel früher, insbesondere an der Schule. Internationale Statistiken belegen, dass das deutsche Schulsystem ganz gut ist, einen breiten Konvoi von durchschnittlichen Schülern fürs Leben zu qualifizieren. Und diese Qualifikation in der Breite ist zweifellos eine Stärke unseres Wirtschaftsstandortes. Aber wenn ich das Wort „Klassengemeinschaft“ höre oder in einer Broschüre des baden-württembergischen Kultusministeriums zu weiterführenden Schulen fast nichts über die Förderung besonders begabter Schüler lese, dann frage ich mich: Sind eigentlich auch schräge Vögel willkommen? Diejenigen mit den vermeintlich dummen Ideen?

Wir tolerieren vielleicht inzwischen das Anderssein, aber wir zelebrieren es hier zu Lande nicht. Wo hört der vermeintliche Spinner denn: Ja, du darfst anders sein. Es ist toll, dass du verquere Ideen hast!  Verrückt sein, anders sein, the right to be stupid – das gilt in den USA viel selbstverständlicher als in Deutschland als Auszeichnung. Bill Gates, Steve Jobs oder Mark Zuckerberg waren oder sind seltsame und verquere Typen. Auch Jeff Bezos (Amazon), Elon Musk (Paypal), Travis Kalanick (Uber) oder Peter Thiel (Risikokapital-Investor) sind manchmal Spinner mit dummen Ideen. Wären sie in Deutschland so weit gekommen? Ich habe meine Zweifel.

Vielleicht sollten wir  damit anfangen, dass wir nicht immer gleich die Klügsten sein wollen, die anderen die Welt erklären wie sie wirklich ist. Es muss nicht immer alles geordnet, gesittet und vernünftig zugehen. Ideen und Innovationen entstehen auch aus der Unordnung, der Provokation und der Unvernunft. Sie herauszudestillieren, sie zur Vernunft zur veredeln – das schafft echte Innovation.
_____

Bildquelle: BK unter CC BY-SA 2.0

Vierteljährlich führt die AHK New York ihr Startup-Programm STEP NYC durch, welches handverlesene deutsche Startups für 5 Tage nach Manhattan bringt, wo die jungen Unternehmen US-Venture Capital Investoren und amerikanische Kunden treffen und in relevanten Workshops alles Wissenswerte zum US-Markteintritt vermittelt bekommen.

Ohne fremde Hilfe brauchen deutsche Startups in den USA im Durchschnitt 12-24 Monate, um die notwendigen Beziehungen zu Kunden und Investoren aufzubauen. Im Vergleich zu erfolgreichen US-Startups fehlt es deutschen Entrepreneuren oft einfach an den richtigen Netzwerken und konkretem Wissen über den reibungslosen US-Markteintritt.

Vom 28. Februar bis 4. März 2016 findet das nächste STEP NYC Program statt. Die Bewerbungsfrist für Startups endet am 27. Januar 2016. Alle weitere Informationen gibt es online: http://www.stepnyc.com

2015 hat sich wieder viel in der Stuttgarter Startup-Community getan. Deshalb soll mein letzter Beitrag vor Jahresende mit den wichtigsten Ereignissen und neuen Initiativen in Stuttgart als schöner Abschluss dieses spannenden Jahres dienen.

Exits in Stuttgart

Den Anfang der Stuttgarter Exits 2015 machten im Mai die Autonetzer, die vom europäischen Marktführer Drivy aus Frankreich für eine nicht veröffentlichte Summe übernommen wurden. Die Marke der privaten Carsharing-Plattform sowie das Stuttgarter Büro wurden aufgelöst, alle Assets gingen an Drivy über.

Im Juli wurden die RegioHelden, die in den letzten Jahren insgesamt etwa 8 Millionen Investment-Kapital aufgenommen hatten, zu 90% vom Außen-Werber Ströer für eine nicht veröffentlichte Summe übernommen. Feliks Eyser bleibt auch weiterhin Geschäftsführer der Helden und hält noch 10% der Unternehmensanteile.

WIRmachenDRUCK, die Online-Druck-Plattform aus Backnang, ging kurz vor Weihnachten für 140 Millionen Euro an den Niederländischen Marktführer Cimpress. Weitere 40 Millionen kommen oben drauf, wenn das Unternehmen in den nächsten Jahren bestimmte Ziele erreicht. Das Unternehmen hatte sich seit 2008 neben Flyeralarm einen deutschlandweiten Namen gemacht und beschäftigt ca. 250 Mitarbeiter in Backnang und Berlin. WIRmachenDRUCK wird auch zukünftig unter der eigenen Marke produzieren.

Finanzierungen in Stuttgarter Startups

MyCleaner, die seit 2011 eine mobile Autoreinigung vor Ort anbieten, haben sich im August eine Folgefinanzierung in siebenstelliger Höhe geholt. Unser Interview mit dem Team aus dem Jahr 2013 lest ihr in unserem Blog.

MyCouchbox schlossen für den Ausbau ihres Geschäfts mit Überraschungssnackboxen außerdem im November eine Crowdinvesting-Kampagne auf Companisto in Höhe von 300.000 Euro ab. Der Aboboxen-Markt boomt immer noch, was auch der Erfolg von Mauz und Wauz mit ihren monatlichen Aboboxen für Hunde und Katzen beweist. Mauz und Wauz wagte 2015 den US-Markteintritt und möchte nun auch die amerikanischen Kunden von ihrem Angebot überzeugen.

Mädchenflohmarkt zog im Dezember nach und holte sich erneut Kapital in siebenstelliger Höhe von den bestehenden Gesellschaftern Vorwerk Ventures sowie Peter Ambrozy, Feliks Eyser, Tassilo Bestler und Gerald Heidenreich, um seinen Online-Shop für Second Hand-Mode weiter auszubauen.

Nicht aus Stuttgart, aber trotzdem spannend:
Das mittlerweile in Mannheim ansässige Unternehmen Spotted (App, um Leute in deiner Umgebung zu sehen und zu kontaktieren) holte sich im August satte 14,5 Millionen US-Dollar Risikokapital (sogar TechCrunch berichtete über den Deal). Dem ein oder anderen ist sein Gründer Nik Myftari sicherlich noch aus seiner Stuttgarter Zeit bei den RegioHelden bekannt.

Newcomer-Startups

Auf der Stuttgarter Startup-Bühne sind außerdem ein paar Newcomer aufgetaucht, die ihre Geschäftsmodelle gerade am Markt testen:

Erwähnenswert sind außerdem edelightsimpleshow und smoope, die bereits seit längerem am Start sind und die neben ihrem Geschäft die Stuttgarter Startup-Community kräftig unterstützen.

Initiativen und Raumangebote für Startups

Die Initiativen und Raumangebote für Startups und Gründer häufen sich mittlerweile erfreulicherweise in Stuttgart, aber desto mehr, desto besser! Zu nennen sind in diesem Zusammenhang:

Außerdem hat der Hobbyhimmel für Bastelfreunde in Feuerbach Räume geschaffen, die einem Fablab für Stuttgart schon relativ nahe kommen.

Accelerator-Programme

Auch die Angebote für Accelerator-Programme, d.h. kurzfristige Beschleunigungsprogramme für Startups in der Frühphase, diversifizieren sich in Stuttgart. Unter anderem sind dabei:

Auch die GFT arbeitet wohl im Rahmen der CODE_n Spaces an einem Accelerator-Programm, welches mittelfristig im Fasanenhof an den Start gehen soll.

Highlight-Events

An Events für Gründer und Unternehmer mangelte es in Stuttgart 2015 definitiv nicht. Es fanden zwei Startup Weekends statt, einmal im März unter dem Motto Social Impact und im November als reguläres Event ohne spezifisches Thema. Daneben organisierte das Fraunhofer IAO im Oktober den Hack your City Hackathon und logicline Anfang November den Hackathon Stuttgart. 2015 fanden außerdem zehn Gründergrillen in der Schankstelle statt, um die Stuttgarter Gründerszene bei Bier und Grillwurst enger zusammenzubringen.

Zu erwähnen sind außerdem das Landesfinale des Elevator Pitch BW im Juni, die erste deutsche Escape Games Convention im September, der erste World Escape Day Stuttgart ebenfalls im September und das vierte Leancamp Stuttgart im November.

Ausblick auf 2016

In den vergangenen Jahren hat sich wahnsinnig viel in Stuttgart und der Gründerszene getan. Immer mehr Initiativen und Events bieten Plattformen zur Vernetzung der Community. Außerdem entdeckt auch die deutsche Startup-Presse langsam aber sicher die Stuttgarter Startup-Szene, womit auch mehr Aufmerksamkeit von Investoren auf Stuttgart gelenkt wird. Eine wirklich schöne Entwicklung, die 2016 noch größere Früchte tragen wird. Da bin ich mir sicher.

Ein frohes und erfolgreiches Neues Jahr 2016 euch allen!

PS: Die oben aufgeführten Ereignisse, Startups und Events sind sicherlich nicht vollständig. Ergänzt also gerne in den Kommentaren.

Auch 2016 treffen wir uns jeden ersten Mittwochmittag im Monat zum Startup Lunch Stuttgart. Alle, die abends zeitlich nicht so flexibel sind, sollten diese Gelegenheit zum Austausch nutzen. Der erste Lunch im neuen Jahr findet am Mittwoch, 13. Januar, ab 12:30 Uhr im Besitos statt (Rotebühlplatz 21, Tisch reserviert auf Startup Stuttgart).

Wir bieten die Plattform – ihr bringt Startup-nahe Themen und die Lust auf Networking mit und könnt das mit einem lecker Mittagessen verbinden. Bitte meldet Euch im Facebook-Event an. Wir freuen uns auf Euch!

Euer Startup Stuttgart Team

Christmas break for entrepreneurs: Steli Efti, founder and CEO of Close.io, is back in town over Christmas and will give one of his famous talks at the Accelerate Spaces! Steli who is living in Silicon Valley since nearly a decade will talk about his broad experience in sales, about success and failure and why you should always follow up. Don’t miss this opportunity to draw some inspiration for your own business and projects from this incredible guy!

Steli Efti screenshot

If you’ve never heard about Steli (which is near to impossbile), watch his very well-known talk from Pioneers Festival 2013 on YouTube.

Registration is open via Eventbrite until December 29, 2015. Ticket price includes two drinks. Looking forward to welcome you for this super cool talk!
______

Image taken from Steli’s YouTube talk.

Ein Gastbeitrag von Barbara Hoisl

Dieses Jahr war ich zum ersten Mal bei SLUSH dabei – und es war eine überwältigende Erfahrung: SLUSH ist ein zweitägiges Startup-Event, das seit einigen Jahren jeweils im November in Helsinki stattfindet. Ich hatte im Vorfeld schon einiges über SLUSH gehört, insbesondere dass es extrem inspirierend sein soll, aber es war mir trotzdem nicht so ganz klar, was SLUSH wirklich ist. Inzwischen würde ich sagen, es ist eine Kombination aus Konferenz zum Thema Tech-Startups und gleichzeitig ein Matchmaking-Event für Startups und Investoren.

SLUSH fing vor ein paar Jahren als studentische Initiative an und hat sich zu einer Riesenveranstaltung entwickelt: dieses Jahr wurden 15.000 Tickets verkauft, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus 100 Ländern und 1.700 Startups sowie 800 Investoren waren vertreten.

Die Konferenz

SLUSH ist schon rein als Konferenz sehr interessant: ein schnell getaktetes, abwechslungsreiches Programm mit drei parallelen Tracks auf drei großen Bühnen. Die Speaker waren alle sehr hochkarätig, von erfolgreichen Gründern und Investoren über Vertreter aus dem Bereich Corporate Innovation bis hin zu hochrangigen Politikern aus verschiedenen Ländern und von der EU. Hinzu kam eine vierte Bühne, auf der sich im Laufe der zwei Tage insgesamt 100 ausgewählte Startups in einer Pitching Competition präsentierten. Der Hauptpreis war ein Investment in Höhe von 650.000 €.

SLUSH hat eine ganz besondere Atmosphäre, die auch durch das Design unterstützt wird: Im Prinzip findet das ganze Event in einer riesigen Messehalle statt, die von den Veranstaltern mit viel Liebe zum Detail aufwendig ausgestattet wurde. Es herrschte ein bisschen eine Club-Atmosphäre mit gedämpfter Allgemeinbeleuchtung und aufwendigen Licht- und Sound-Effekten auf den Bühnen. Das Video mit dem Opening Track gibt davon einen Eindruck. Slush wurde übrigens komplett live gestreamt – aber leider sind (noch?) nicht viele Videos online.

Rund um die zwei Konferenztage gab es noch eine Vielzahl an Side Events und Parties. Besonders originell fand ich die Game Music Night: In der Philharmonie von Helsinki spielte ein Sinfonieorchester Musik von berühmten Games, die von finnischen Firmen wie Rovio und Supercell stammen, u.a. Angry Birds und Clash of Clans (Teaser Video zur Game Music Night).

SLUSH für Startups

Für Startups ist SLUSH auch deshalb interessant, da man sich dort einem großen Publikum präsentieren kann, das wirklich startup-affin ist und insbesondere Tech Startups versteht. Zum einen kann man sich um einen Demo-Stand bewerben: 2015 hatten von 1.700 vertretenen Startups ca. 250 einen Demo-Stand erhalten, die Chancen stehen also gar nicht so schlecht. Dann gibt es die Startup Competition für 100 ausgewählte Startups.

Und schließlich der Matchmaking-Teil: SLUSH ist so groß, dass man nicht leicht relevante Zufallsbekanntschaften macht. Daher unterstützen die SLUSH-Macher das Matchmaking zwischen Startups und Investoren: Wer ein Startup-Ticket kauft, muss Angaben zum Startup machen. Wer ein Investoren-Ticket kauft wird nach Interessen und Investmentfokus gefragt. Basierend auf diesen Informationen unterstützt Slush das Matchmaking im Voraus – und hat dafür zusätzlich zu den zahlreichen Meeting-Tischen zwei große Besprechungsbereiche eingerichtet, die nur mit vorheriger Buchung zugänglich sind. So haben Startups die Möglichkeit, in sehr kurzer Zeit Gespräche mit mehreren hochkarätigen Investoren zu führen.

Warum so wenig Resonanz in Deutschland?

Ich war wie viele andere völlig begeistert von SLUSH. Auch international findet SLUSH sehr viel Beachtung – selbst in wichtigen amerikanischen Medien (VentureBeat, TechCrunch etc.). Umso erstaunlicher finde ich, dass über dieses europäische Event in Deutschland praktisch nicht berichtet wird.

Im Gegensatz zu nordischen Ländern war Deutschland auch nicht als Land vertreten. Das finde ich sehr schade, denn Startups aus Deutschland und aus der Region Stuttgart könnten von diesem Event ebenfalls stark profitieren. Unser Nachbar, die Niederlande waren zum Beispiel mit einem großen Stand vertreten und hatten vorher eine nationale Competition, bei der die 10 besten Startups jeweils zwei Konferenzpässe und zwei Flugtickets erhielten.

Ein Beispiel aus Deutschland habe ich doch noch gefunden: Die IHK München hat einen Platz für ein Startup aus Oberbayern gesponsert. Vielleicht finden sich für 2016 auch Sponsoren für die SLUSH-Teilnahme von Stuttgarter Startups?

Bildquelle: Barbara Hoisl

[hr]

Über die Autorin

Barbara Hoisl

Barbara Hoisl Virtual Strategy Officer für Software- und Internet-Unternehmen: sie berät mit den Schwerpunkten Geschäftsmodellentwicklung, Business Planning und Wachstumsstrategien. Zu diesen Themen bietet sie auch Trainings an und bloggt auf barbarahoisl.com/blog (in Englisch).

Barbara hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Software-Branche, u.a. 14 Jahre im Bereich Software-Produkte bei HP. Dort hat sie über viele Jahre die Entwicklung und die Wachstumsstrategie von komplexen Software-Produkten verantwortet – zuletzt im Bereich Strategie und Globale Unternehmensentwicklung / M&A.

Als Beraterin hat sie u.a. Internet-Startups bei der Geschäftsmodellentwicklung und bei der Vorbereitung auf neue Finanzierungsrunden unterstützt. Barbara ist als Mentorin für Startups aktiv, u.a. im Mentorenkreis des CyberForum Karlsruhe and als Mitglied von bwcon: Baden-Württemberg Connected.