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Da ich in letzter Zeit wieder öfters für Startup Weekend unterwegs war, wurde ich wieder daran erinnert, was an dieser Bewegung das Wertvollste ist: die Community!

Die Community ist der Grund dafür, dass diese Events sich so schnell auf der ganzen Welt verbreitet haben. Was in Boulder, Colorado, 2007 in den USA ein wenig anders begann, wurde zu einem der großen Game Changer in der aktuellen weltweiten Startup-Bewegung: Mehr als 1.000 Events haben mittlerweile in mehr als 500 Städten und mehr als 100 Ländern stattgefunden.

Aber warum ist das Format so erfolgreich? Es inspiriert Menschen! Einfach, aber wirklich wichtig! Startup Weekend ist eine Plattform für ähnlich gesinnte Menschen, um an eigenen Ideen zu arbeiten und innovative Geschäftsmodelle zum Leben zu erwecken. Mal abgesehen davon, dass an den Wochenenden neue Unternehmen und Projekte entstehen, nehmen die Teilnehmer das unternehmerische Mindset mit nach Hause und glauben endlich daran, dass sie einen Unterschied in der Welt da draußen machen können. Außerdem wichtig dabei: Die Teilnehmer nehmen den Spirit und die wunderbare Aufbruchsstimmung mit, verbreiten diese weiter und inspirieren wiederum andere Menschen. Ehemalige Teilnehmer organisieren oft selbst Startup Weekends oder moderieren Events in anderen Städten (wie ich zuletzt in Bozen im wunderschönen Südtirol). Das Headquarter von Startup Weekend in Seattle, USA, besteht hauptsächlich aus Startup Weekend Enthusiasten der ersten Stunde.

Wenn ich andere Startup Weekend-Teilnehmer oder Organisatoren treffe, dann frage ich diese oft, wie sie das erste Mal mit der Community in Kontakt gekommen sind. Und auch da tun sich viele Gemeinsamkeiten auf: Oftmals nahmen sie aus Zufall teil, da sie jemand aus ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis auf die Veranstaltung hingewiesen hatte. Meistens hatten die Teilnehmer eine unzufriedene berufliche Laufbahn vor ihrem ersten Startup Weekend. In den meisten Fällen hat die erste Startup Weekend-Teilnahme ihr Leben verändert. So auch meins.

Ich bin froh, Teil dieser Community zu sein, denn ich treffe ständig auf inspirierende Menschen, die etwas verändern wollen und dabei zusammenhalten. Startup Weekend vereint Menschen verschiedener Kulturen, Länder und Glaubensrichtungen. Der Zusammenhalt und der Spirit der Community ist dabei alles!

Lasst uns in Stuttgart auch eine solche Community aufbauen, in der sich Menschen inspirieren, uneigennützig helfen und einfach Dinge vorantreiben und umsetzen möchten. Ich freu mich auf euer Engagement!

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PS: Im November gibt’s auch wieder ein Startup Weekend in Stuttgart.

Bild: Frank Pham, Phamous Photography

Seit mehr als einer Woche bin ich nun im Silicon Valley und bin begeistert von der Aufbruchsstimmung, der Offenheit der Leute und der Qualität der Ideen, die hier umgesetzt werden. Zwar habe ich bisher nur einen Bruchteil von dem gesehen, was hier passiert, aber konnte ich schon einiges mitnehmen und lernen. Die Startups bzw. Unternehmen arbeiten hier insgesamt auf einem Niveau, von welchem wir in Deutschland meistens noch sehr weit entfernt sind (natürlich gibt es Ausnahmen!). Die Geburts- und Brutstätte von Google und Apple aber auch von Uber, Survey Monkey und Eventbrite bietet dafür auch das perfekte Pflaster: Kreative und angenehme Arbeitsumgebung, die „Think Big“-Mentalität der USA gepaart mit verrückt anmutenden Ideen, technologische Innovationen werden mit offenen Armen empfangen und die Absolventen von Stanford, Berkeley und Co. können ihr Wissen direkt in der Praxis umsetzen. Deshalb verwundert es auch nicht, dass es nach Anfängen in Europa auch viele Startups wie z.B. Zendesk und Poikos ins Valley gezogen hat.

Welcome SFO

Im Silicon Valley sagt niemand „Das braucht doch keiner“ oder „Das hatten wir schon mal, hat nicht funktioniert.“ Jeder bekommt den nötigen Respekt und die Möglichkeit, seine Idee zu verwirklichen und potenziellen Kunden vorzustellen. Außerdem hat man hier den nötigen Zugang zu Risikokapitalgebern, Accelerator-Programmen (z.B. 500 Startups, Y Combinator, blackbox etc.) und hoch qualifizierten Mitarbeitern (nicht nur Entwicklern). Die Unternehmer haben generell aus der Dotcom-Blase gelernt, auch wenn der Hype an manchen Stellen schon wieder zuviel des Guten erscheint. Jeder weiß hier, dass durchschnittlich nur ca. 20% der Startups den Sprung in die Profitabilität schaffen. Umso mehr strengen sich alle an, dass sie zu eben jenem Teil gehören und erfolgreich sind.

Im Vergleich dazu erscheint mir Deutschland immer noch sehr konservativ, auch wenn sich in den letzten Jahren viel zum Positiven verändert hat. Wir haben in Deutschland die Angestelltenmentalität viel zu sehr verinnerlicht. Relativ sichere Arbeitsplätze in Großkonzernen waren dabei ein wichtiger Faktor, aber auch die Einstellung, dass man bitte nicht zu optimistisch an Gründungen herangehen sollte, sondern lieber auf Nummer sicher geht und tiefstapelt.

Wir brauchen in Deutschland ein Umfeld, welches neue und anscheinend verrückte Ideen fördert und nicht nur belächelt. Wir brauchen den ehrlichen Willen der Regierung, die Startup-Szene und die damit verbundenen Rahmenbedingungen zu verbessern und nicht nur oberflächliches Interesse während des Wahljahres. Wir brauchen Leute, die Lust haben, in einem risikohaften Umfeld zu arbeiten und nicht nur als Angestellte im Großkonzern den Rest ihres Arbeitslebens verbringen möchten. Wir brauchen mehr innovative Ideen und weniger Copycats. Wir brauchen die Community, die sich standortübergreifend unterstützt und nicht voller Neid aufeinander schaut. Wir brauchen eine offene Feedback-Kultur und keine Entwicklungen im stillen Kämmerlein.

Macht mit und treibt mit vereinten Kräften die Entwicklung der Gründerszene in Stuttgart, dem Neckar Valley und allgemein in Deutschland voran!